Kamtschatka (Russland) - Die Halbinsel Kamtschatka im Osten Russlands hat den Notstand ausgerufen. Tausende Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten - wortwörtlich, denn vor vielen Haus- und Wohnungstüren liegen bis zu zwei Meter Schnee. Und jetzt wird auch noch die Nahrung knapp.
Mehrere russische Medien, darunter auch ein Ableger des Wirtschaftsmagazins "Forbes" und "kamchatinfo", berichten über den "Jahrhundertwinter" in der Region.
Demnach soll bereits im Dezember des vergangenen Jahres das Dreifache der monatlichen Niederschlagsmenge gefallen sein. Doch damit nicht genug: Ein Zyklon brachte zwischen dem 13. und 14. Januar dieses Jahres erneuten Schneefall in die ohnehin schon gebeutelte Region. Binnen eines Tages fiel die Hälfte der durchschnittlichen monatlichen Niederschlagsmenge.
Mittlerweile türmen sich die Schneemassen in Petropawlowsk, der Hauptstadt der Region Kamtschatka, teilweise bis zu neun Stockwerke hoch. Einwohner sind durch die Schneemassen teils vollkommen in ihren Wohnungen eingeschlossen oder können diese nur über Dachfenster verlassen.
Die Lage hat sich mittlerweile so sehr zugespitzt, dass die russische Regierung den Notstand in der Region ausgerufen hat.
Schneemassen in der Hauptstadt sind bis zu neun Stockwerke hoch
Extremer Schneefall bringt Bewohner um Grundnahrungsmittel
Doch die extreme Wetterlage hält weiter an. So haben sich bereits neue Unwetter angekündigt, die weiteren Niederschlag in die Region bringen könnten. "Experten schätzen, dass vergleichbare Schneefälle zuletzt im Winter 1997 auftraten", heißt es in einem Beitrag des Wirtschaftsmagazins.
Infolge von Dachlawinen sind bereits mindestens zwei Männer in der Hauptstadt ums Leben gekommen.
Doch nicht allein das kalte Weiß bedroht die Menschen in der Region. Der Winterdienst kommt nicht mit dem Räumen der Straßen hinterher, wodurch laut mehreren Medienberichten Lebensmittelengpässe auf der Halbinsel entstehen. Wenn die Menschen es schaffen, sich aus ihren Wohnungen zu befreien und zum nächsten Supermarkt zu gehen, werden sie oftmals von leeren Regalen enttäuscht.
Insbesondere Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch und Eier sind von diesen Lieferschwierigkeiten betroffen.