Von André Ballin
Moskau - Das umstrittene Strafverfahren gegen den deutschen Bildhauer Jacques Tilly (62) in Moskau verzögert sich. Die Anhörung wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft verschoben, da die neue Anklagevertreterin eigenen Angaben nach noch nicht mit dem Fall vertraut war.
Richter Konstantin Otschirow setzte daraufhin für den 2. April um 11.30 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr MESZ) einen neuen Prozesstermin fest, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur aus dem Gerichtssaal berichtete.
Die russischen Behörden werfen Tilly, der mit seinen Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug Kremlpräsident Wladimir Putin (73) und dessen Krieg gegen die Ukraine kritisiert, unter anderem Verletzung religiöser Gefühle und die Verbreitung von Falschmeldungen über die russischen Streitkräfte vor.
Tilly droht damit in Russland eine Verurteilung zu einer langjährigen Haftstrafe.
Der Bildhauer muss allerdings nicht befürchten, ins Gefängnis zu gehen, da er sich nicht in Russland aufhält – und Deutschland eigene Staatsbürger nicht nach Russland ausliefert.