Bangkok (Thailand) - Ein Virologe aus Bangkok schlägt Alarm wegen eines Virus, das über Fledermäuse auf Menschen übertragen werden kann.
Der renommierte Virologe Prof. Dr. Yong Poovorawan warnt auf Facebook vor den potenziell "schwerwiegenden Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft" des Nipah-Virus und empfiehlt Thailand verstärkte Überwachungs- und Vorsorgemaßnahmen.
Denn ähnlich wie beim Ausbruch von Covid-19 spielen Fledermäuse eine zentrale Rolle als Überträger.
Bereits 1998 und 1999 trat das Nipah-Virus in Malaysia auf, als kontaminiertes Obst, das Fledermausspeichel enthielt, in Schweineställe gelangte und von den Tieren auf Menschen übertragen wurde.
Insgesamt infizierten sich damals 265 Menschen, von denen etwa 108 starben. Typische Symptome der Erkrankung seien hohes Fieber und Gehirnentzündung.
Mehrere Fälle des Nipah-Virus aktuell in Indien gemeldet
Seit 2002 kam es vereinzelt zu kleineren Ausbrüchen, vor allem in Südasien, insbesondere in Bangladesch.
Aktuell wurden jedoch mehrere Fälle des Nipah-Virus nun in Indien bestätigt, berichtet Telegraph.
Die lokalen Gesundheitsbehörden Indiens haben daraufhin höchste Alarmstufe ausgelöst und arbeiten intensiv an Eindämmungs- und Überwachungsmaßnahmen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Experten betonen, dass eine frühzeitige Reaktion entscheidend ist, um eine größere Gesundheitskrise zu vermeiden, da das Virus hohe Sterblichkeitsraten aufweist.
Das Risiko einer Übertragung ist gering
Das Risiko einer Übertragung sei dabei jedoch gering, anders als bei Atemwegserkrankungen wie Covid-19 oder der Grippe, schrieb Prof. Dr. Yong in seinem Beitrag.
Das Gesundheitsministerium Indiens hat dennoch wichtige Vorsichtsmaßnahmen veröffentlicht, um eine Infektion mit dem Nipah‑Virus zu verhindern und die Bevölkerung zu schützen.
Dazu gehören die Aufforderung, engen Kontakt mit infizierten Personen und Tieren zu vermeiden, konsequente Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen einzuhalten, kontaminierte Früchte oder Rohsaft wie Palmensaft nicht zu konsumieren sowie bei Symptomen wie hohem Fieber, Atembeschwerden oder neurologischen Beschwerden umgehend medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.