Migrantenansturm auf Ceuta: Rund 60.000 Menschen erreichen spanische Exklave

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Ceuta (Spanien) - Der jüngste Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta fällt deutlich größer aus als zunächst angenommen. Nach Angaben der Behörden gelangten rund 60.000 Migranten in das nordafrikanische Grenzgebiet.

Ein Großteil der Migranten gelangte schwimmend nach Ceuta.
Ein Großteil der Migranten gelangte schwimmend nach Ceuta.  © ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

Das spanische Innenministerium ging zuletzt von rund 49.000 Menschen innerhalb von nur 24 Stunden aus. Mittlerweile ist die Rede von rund 60.000 Migranten. Damit handelt es sich um den bislang größten dokumentierten Grenzübertritt nach Ceuta.

Zum Vergleich: Beim bislang schwersten Vorfall im Jahr 2021 erreichten rund 10.000 Menschen die Exklave.

Angesichts der Lage entsandte Spaniens Regierung zusätzliche Militärkräfte nach Ceuta. Die Soldaten sollen die örtliche Polizei "bei allen weiteren Maßnahmen unterstützen, die zum Aufrechterhalten der Sicherheit" erforderlich sind, erklärte das spanische Innenministerium.

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Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) und Innenminister Fernando Grande-Marlaska (64) kündigten einen Besuch am Grenzübergang Tarajal an, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Sánchez sprach bei seinem Besuch in Ceuta von einem "Angriff" und der "Verletzung der territorialen Integrität Spaniens".

Dutzende Flüchtlinge verbrachten die Nacht auf der Straße.
Dutzende Flüchtlinge verbrachten die Nacht auf der Straße.  © Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa

Ceuta ist Brennpunkt irregulärer Migration

Zahlreiche Menschen versammelten sich auf einem Hügel an der marokkanisch-spanischen Grenze.
Zahlreiche Menschen versammelten sich auf einem Hügel an der marokkanisch-spanischen Grenze.  © ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

Die humanitäre Lage vor Ort ist angespannt. Zahlreiche Flüchtlinge verbrachten die Nacht unter freiem Himmel und verfügten laut Medienberichten kaum über persönliches Hab und Gut.

Zudem kamen nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens 43 Menschen beim Versuch, die Exklave zu erreichen, ums Leben. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas (73) sprach von einem "totalen humanitären und sozialen Notstand". Die Aufnahmezentren seien längst nicht mehr aufnahmefähig.

Auch die zweite spanische Exklave Melilla verzeichnete neue Grenzübertritte. Nach Angaben der Regionalregierung gelangten rund 400 Migranten von Marokko aus in das Gebiet. Die Sicherheitskräfte hätten die Situation dort unter Kontrolle gehalten.

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Am Freitagnachmittag vermeldete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf das Innenministerium in Madrid, dass 37.500 Menschen das Gebiet wieder Richtung Marokko verlassen hätten.

Ceuta und Melilla sind die einzigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika. Obwohl Marokko beide Gebiete als eigenes Staatsgebiet beansprucht, stehen sie weiterhin unter spanischer Verwaltung.

Die Exklaven gelten seit Jahren als zentrale Brennpunkte irregulärer Migration nach Europa.

Migranten in der spanischen Exklave Ceuta.
Migranten in der spanischen Exklave Ceuta.  © Antonio Sempere/AP/dpa

Linke fordert Aufnahme von Migranten in Deutschland

Clara Bünger (40, Die Linke) sprach sich für humanitäre Hilfeleistung und die Aufnahme von Migranten aus.
Clara Bünger (40, Die Linke) sprach sich für humanitäre Hilfeleistung und die Aufnahme von Migranten aus.  © Jürgen Lösel/dpa

Die Linkspartei hat sich zum Migrantenansturm auf Ceuta geäußert und die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland gefordert.

"Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt", erklärte Fraktionsvize Clara Bünger (40) am Freitag. "Die Menschen müssen versorgt werden, medizinisch, mit Wasser und einem sicheren Ort", so Bünger.

Sie ergänzte: "Damit darf Spanien nicht allein bleiben. Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, bei der Versorgung zu helfen und Schutzsuchende aufzunehmen."

Abschottungspolitik trage nicht zur Problemlösung bei, sagte die Politikerin. "Solange es keine sicheren, legalen Wege gibt, werden Menschen weiter in Lebensgefahr getrieben."

Die Ereignisse in Ceuta seien "keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen", so die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag.

Bünger erklärte: "Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher."

Migranten schwimmen an einer Grenzanlage von Marokko vorbei, um nach Ceuta zu gelangen.
Migranten schwimmen an einer Grenzanlage von Marokko vorbei, um nach Ceuta zu gelangen.  © JORGE GUERRERO / AFP

Trump bezeichnet Zustrom von Migranten als "schrecklich"

Donald Trump (80) hat vor einem ähnlichen Flüchtlingsszenario in den USA gewarnt.
Donald Trump (80) hat vor einem ähnlichen Flüchtlingsszenario in den USA gewarnt.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump (80) nannte die Ankunft der Migranten in Ceuta "schrecklich" und warnte vor einem ähnlichen Szenario in den USA.

"Merkt euch dieses Bild. So wird es uns in drei Jahren ergehen, wenn die falsche Seite an die Macht kommt. Wenn die Demokraten gewinnen, werdet ihr kein besonders gutes Leben führen", sagte er gegenüber Fox News.

Trump ist bekannt für seine restriktive Einwanderungspolitik. Er hatte den Demokraten wiederholt vorgeworfen, den USA mit ihrer liberalen Haltung zur Einwanderung geschadet zu haben.

Erstmeldung: 11.53 Uhr; zuletzt aktualisiert: 17.58 Uhr

Titelfoto: ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

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