Malagón (Spanien) - Eigentlich wollten Ermittler nur eine mutmaßliche Marihuana-Plantage ausheben, doch was sie auf einer abgelegenen Finca in der spanischen Provinz Ciudad Real entdeckten, übertraf selbst die schlimmsten Erwartungen: Zwischen Müll, Schmutz und verwesenden Tierkadavern fanden die Beamten zahlreiche verwahrloste Tiere.
Bei der Razzia rettete die Polizei 14 Hunde, drei Kälber, drei Wallabys und zwei Rehe. Die Tiere lebten unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und mussten mit den Kadavern verendeter Artgenossen zusammenleben, wie es in einer Mitteilung der Policía Nacional heißt.
Nach Angaben der Ermittler lagen unter anderem tote Hunde, Rehe, ein Kalb sowie Hunderte verendete Hühner auf dem Gelände, die offenbar als Futter für die Hunde dienten.
Besonders erschütternd: Die Wallabys und Rehe wurden in einem Garten gehalten, den auch die beiden Verdächtigen und ihre kleinen Kinder nutzten.
Die Polizei war dem Anwesen nach Hinweisen auf eine groß angelegte Marihuana-Produktion auf die Spur gekommen.
Als die Beamten die Finca am 30. Juni durchsuchten, fanden sie mehrere Außen- und Indoor-Plantagen sowie eine rund 200 Quadratmeter große unterirdische Anlage, die illegal an das Stromnetz angeschlossen war.
Insgesamt wurden 841 Marihuana-Pflanzen, weitere 150 getrocknete Pflanzen, 6640 Euro Bargeld sowie Geräte zur Verarbeitung der Drogen sichergestellt.
Für die geretteten Tiere beginnt nun ein neues Leben
Veterinäre versorgten die geretteten Tiere zunächst vor Ort. Die Hunde kamen in ein Tierheim, die Rehe in eine Wildtierstation und die Wallabys in einen Zoo in der Provinz Toledo, wo sie sich nun von den Strapazen erholen.
Die beiden mutmaßlichen Betreiber der Finca wurden festgenommen. Gegen sie wird unter anderem wegen Drogenhandels, Tierquälerei, illegalen Waffenbesitzes, Stromdiebstahls sowie Verstößen gegen den Natur- und Artenschutz ermittelt.