Statement gegen Hinrichtungen: Iranisches Model sorgt mit Schlingen-Kleid für Aufruhr bei Cannes

Cannes (Frankreich) - In einem Kleid mit einer Schlinge um den Hals sorgte ein iranisches Model auf dem Cannes Film Festival für großes Aufsehen. Genau das war auch ihr Ziel: Auf die Hinrichtungen in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen.

Das iranische Model Mahlagha Jaberi (33) sorgte mit seinem Kleid auf dem Cannes Film Festival für ordentlich Aufsehen.
Das iranische Model Mahlagha Jaberi (33) sorgte mit seinem Kleid auf dem Cannes Film Festival für ordentlich Aufsehen.  © IMAGO / Independent Photo Agency Int.

Mit Mode politische Statements zu machen ist nicht immer leicht. Das iranische Model Mahlagha Jaberi (33) hat es dennoch mit seinem Kleid bei den Filmfestspielen in Cannes gewagt.

Dieses war schwarz mit einer beigefarbenen Schlinge, die als Teil ihres Dekolletés um ihren Hals gewickelt war. Auf Jaberis Schleppe stand zudem "Stop Executions" (Deutsch: Beendet Hinrichtungen).

Diese durfte sie laut ihrem Post auf Instagram allerdings nicht zeigen, da politische Statements auf dem Festival nicht erlaubt seien.

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Mit dieser visuellen Botschaft wollte die Iranerin auf die zunehmenden Exekutionen in ihrem Heimatland aufmerksam machen.

Unter dem extrem konservativen und repressiven Regime haben diese nämlich im vergangenen Jahr rasant zugenommen, berichtete unter anderem TAG24.

Das Kleid hatte auch ohne die explizite Botschaft auf der Schleppe den gewünschten Effekt. Ihr klares Statement wurde sowohl unter ihren Posts auf Instagram als auch in der Presse heiß diskutiert.

Anzahl der Hinrichtungen im Iran stark angestiegen

Auch in Frankfurt protestierten Exil-Iraner gegen die Hinrichtungen im Iran.
Auch in Frankfurt protestierten Exil-Iraner gegen die Hinrichtungen im Iran.  © Boris Roessler/dpa

Viele waren von ihrem Statement begeistert, der Spiegel betitelte es beispielsweise "als ein politisches Zeichen, das von Mut zeugt".

Auch in den Kommentaren solidarisierten sich viele mit dem Model und den Menschen im Iran.

Trotz großer Begeisterung gab es einige, die das Statement als geschmacklos oder inhaltslos wahrnahmen.

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Die Menschenrechtsorganisationen Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo stellte fest, dass die Anzahl der Hinrichtungen im Iran im vergangenen Jahr besonders stark anstieg.

Laut ihrem Bericht nahm die Anzahl der Hinrichtungen in 2022 um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Damit soll die iranischen Behörden gezeigt haben, "wie wichtig die Todesstrafe ist, um die Gesellschaft in Angst und Schrecken zu versetzen und die Macht zu erhalten".

Auch dieses Jahr wurde die Todesstrafe bisher weiterhin oft verhängt. Laut der Website von IHRNGO wurden 2023 bisher 298 Menschen hingerichtet.

Titelfoto: IMAGO / Independent Photo Agency Int.

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