Anwohner erhält 138 Strafzettel an nur einem Tag: "Hätten mir nicht in Rechnung gestellt werden dürfen!"

Runcorn (England) - Als Craig Peddar am 26. Januar von einem langen Arbeitstag nach Hause kam, erwartete ihn eine bitterböse Überraschung: Insgesamt 138 Strafzettel lagen angehäuft in seinem Briefkasten.

Über 130 Bußgeldbescheide wurden Craig Peddar aus Runcorn (England) am 26. Januar per Post zugestellt. (Symbolbild)
Über 130 Bußgeldbescheide wurden Craig Peddar aus Runcorn (England) am 26. Januar per Post zugestellt. (Symbolbild)  © 123RF/36clicks

Die Bußgeldbescheide seien alle am selben Tag zugestellt worden und belaufen sich auf eine Gesamtsumme von 20.286 Pfund (23.289,44 Euro), erzählt der fassungslose Anwohner von Runcorn im Nordwesten Englands gegenüber der Lokalzeitung "Runcorn and Widnes World".

Zu den Strafzahlungen wurde er verdonnert, weil er zwischen Dezember 2023 und November 2024 mehrfach unrechtmäßig über die Mersey-Gateway-Mautbrücke gefahren sein soll. Jede einzelne Fahrt schlägt dabei mit 147 Pfund (168,76 Euro) zu Buche.

Besonders ärgerlich für Peddar: Seiner Ansicht nach hätte er die Strafzettel niemals bekommen dürfen. Schließlich können sich Einwohner von Runcorn einen speziellen Anwohner-Rabatt sichern, der Pendlern nach Zahlung einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 12 Pfund (13,78 Euro) die kostenlose Überquerung der Brücke ermöglicht.

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Der Engländer ist sich daher sicher: "Als registrierter Einwohner hätten mir diese Überfahrten nicht in Rechnung gestellt werden dürfen."

Dass er die Bußgeldbescheide trotzdem bekommen hat, liegt seiner Ansicht nach an einem Autoverkauf im Sommer 2024, der von der Mautstelle nicht berücksichtigt worden sei.

Anwohner klagt wegen Strafzettel-Flut: "Bin mittlerweile extrem gestresst und nervös"

Die Mersey-Gateway-Mautbrücke wurde erst 2018 eröffnet.
Die Mersey-Gateway-Mautbrücke wurde erst 2018 eröffnet.  © PAUL ELLIS / AFP

Der Brückenbetreiber Merseyflow bestätigt zwar, dass Peddar seinen Wagen gewechselt und das neue Auto im System hinzugefügt hat, schränkt gleichzeitig aber ein, dass er die entsprechenden Nachweise dafür nicht vorgelegt habe. Daraufhin sei er automatisch auf einen Prepaid-Tarif heruntergestuft worden und hätte somit für jede einzelne Überfahrt zahlen müssen. Darüber habe man den Anwohner aber rechtzeitig informiert, betont das Unternehmen.

Zumal sich Merseyflow bereits im Dezember 2023 an Peddar gewandt hatte, um ihn darauf hinzuweisen, dass sein Anwohner-Rabatt ausgelaufen sei.

Wie es jetzt weitergeht, ist noch unklar. Der Brückenbetreiber habe ihm lediglich mitgeteilt, dass das Problem aktuell nicht gelöst werden könne. "Mir wurde geraten, Formulare von der Webseite der Regierung herunterzuladen und einzureichen", berichtet Peddar. Auf eine Antwort warte er aber noch.

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Er sei daher "mittlerweile extrem gestresst und ständig nervös, wenn ein Auto vor meinem Haus parkt oder es an der Tür klopft. Ich habe über 500 SMS und weitere 135 Briefe von einem Inkassounternehmen erhalten", klagt er.

Titelfoto: Bildmontage: Paul Ellis / AFP, 123RF/36clicks

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