Zwei Tatorte in den Bergen, sechs Tote, Ermittler rätseln: "Glaubt nichts von dem, was ihr hört"

Bulgarien - Zwei Tatorte in den bulgarischen Bergen, sechs Tote. Darunter fünf Männer und ein 15-Jähriger. Allesamt sollen sie erschossen worden sein und sich gekannt haben. Ermittler rätseln. Die Fälle sind so verworren, dass bereits vom "Twin Peaks Bulgariens" gesprochen wird.

Die beiden Tatorte im Balkangebirge liegen nur etwa 80 Kilometer voneinander entfernt.
Die beiden Tatorte im Balkangebirge liegen nur etwa 80 Kilometer voneinander entfernt.  © Screenshot/Tripadvisor

Die Krimiserie erzählt von der rätselhaften Ermordung einer Schülerin in einer scheinbar idyllischen Kleinstadt. FBI-Agent Dale Cooper ermittelt und deckt dabei dunkle Geheimnisse auf.

Sein bulgarisches Pendant heißt Zachari Vasskov. Der Generalkommissar sprach von "beispiellosen Verbrechen".

Bereits am 2. Februar wurden die Leichen dreier Männer (45, 49, 51) in einer Berghütte nahe dem Petrohan-Pass im Nordosten des Landes gefunden. Allesamt wiesen Schusswunden auf, die Hütte war teilweise ausgebrannt. Ermittler fanden laut vreme.com zwei Pistolen, ein Gewehr und vier Patronenhülsen am Tatort.

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Eine Woche später setzte ein Hirte einen Notruf ab. Er entdeckte in einem Waldgebiet, etwa 80 Kilometer von der Berghütte entfernt, drei weitere Tote in einem Wohnmobil. Die zwei Männer (22, 51) und ein Teenager (15), wurden offenbar erschossen.

Alle Opfer sollen Kontakte zu einer Nichtregierungsorganisation gehabt haben

Generalkommissar Zachari Vasskov (M.) und Oberkommissar Krasimir Yonchev (l.) gaben der Presse nach den Leichenfunden im Gebirge Auskunft und zeigten sich bestürzt.
Generalkommissar Zachari Vasskov (M.) und Oberkommissar Krasimir Yonchev (l.) gaben der Presse nach den Leichenfunden im Gebirge Auskunft und zeigten sich bestürzt.  © MINISTERIUM FÜR INNERES, HAUPTDIREKTION "NATIONALE POLIZEI"

Die unheimlichen Fälle warfen Fragen auf, Ermittler tappten anfangs im Dunkeln. War es Mord, vielleicht sogar Selbstmord? Im Laufe der Ermittlungen kam ans Licht, dass sich alle sechs Opfer gekannt haben und in Verbindung mit der Nichtregierungsorganisation National Protected Areas Control Agency (NAKZT) stehen sollen.

Die Gruppe kämpft offiziell für den örtlichen Naturschutz, patrouilliert in Berggebieten, organisiert Ferienlager für Kinder und Jugendliche. Angeführt wurde NAKZT von Ivaylo Kalushev (†51). Er ist einer der Toten aus dem Camper.

Kalushev war umstritten, galt als Spiritueller, sei teilweise sogar als Anführer einer Sekte beschrieben worden. Gegen seine Naturtruppe soll vor zwei Jahren Strafanzeige wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs von Kindern erstattet worden sein.

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In einem Brief an seine Mutter schrieb der 51-Jährige laut BalkanInsight kurz vor seinem Tod: "Glaubt nichts von dem, was ihr hört, nicht einmal einen winzigen Teil davon, aber wir haben keine Kraft mehr, gegen dieses Chaos anzukämpfen."

Wogegen genau er "ankämpfte" und warum er und seine Bekannten sterben mussten, bleibt vorerst ein Rätsel.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/Tripadvisor, MINISTERIUM FÜR INNERES, HAUPTDIREKTION "NATIONALE POLIZEI"

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