Pilsen/Chemnitz - Seit zwei Wochen sitzt die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (55) im Horror-Knast in Pilsen (Tschechien). Über Briefe schildert sie den harten Gefängnisalltag: Nackt-Kontrollen, Mini-Zelle und knappe Duschzeiten!
Vor zwei Wochen wurde Liebich in Tschechien gefasst, nachdem sie monatelang auf der Flucht gewesen war. Anschließend landete die 55-Jährige im Horror-Knast in Pilsen, bekannt aus der Netflix-Serie "Die härtesten Gefängnisse der Welt".
Die Haftanstalt wurde im 19. Jahrhundert gebaut, ist teilweise völlig veraltet. Dort sitzen die schlimmsten Verbrecher von Tschechien ein, dazu viele Drogensüchtige.
Regelmäßig schickt Liebich Briefe aus dem Knast – diese werden auf ihrem "X"-Account veröffentlicht. Darin beschreibt sie das Gefängnis "wie aus amerikanischen Gangsterfilmen, die in den Zwanzigern spielen".
Die 55-Jährige jammert: Sie darf nur zweimal in der Woche duschen. Die Duschkabinen seien maximal ungemütlich: kaputter Betonboden, hohe Fliesen, die teilweise beschädigt sind, rostige Rohre.
Das Wasser fließe nur vier Minuten, danach sei Schluss. Katzenwäsche sei allerdings in der Zelle möglich. Ihren Haftraum beschreibt die verurteilte Rechtsextremistin so: etwa 2,5 Meter breit und fünf Meter lang, 2,5 Meter hoch.
Neonazi Liebich klagt über Nackt-Kontrolle: "Ich schreibe dazu eine Beschwerde"
Das Gefängnis wollte Liebich zudem komplett durchchecken, inklusive Röntgen und Blutabnahme. Sie verweigerte.
Zudem folgte eine Nackt-Kontrolle. Die 55-Jährige spricht von einer "Fleischbeschau", die "offensichtlich zum reinen Vergnügen der beiden Wärterinnen" stattfand. Die Frauen sollen dabei geschmunzelt haben. "Ich lasse die Legalität prüfen und schreibe dazu eine Beschwerde", kündigt Liebich an.
Um die angeblichen Missstände öffentlich zu machen, bietet die 55-Jährige nun sogar die Zusammenarbeit mit der Presse an – und das, obwohl sie einige Medien immer wieder beschimpfte. "Ich werde über meine anwaltliche Vertretung auch versuchen, mich an die regionale Presse zu wenden", schreibt Liebich.
Die Rechtsextremistin war 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden – ohne Bewährung. Aufgrund der Geschlechtsänderung sollte sie im August 2025 ihre Haftstrafe in der Frauen-JVA in Chemnitz antreten – stattdessen tauchte sie unter.
Nach der Verhaftung in Tschechien sollte Liebich nach Deutschland ausgeliefert werden – sie lehnte die Auslieferung allerdings ab. Jetzt muss ein Gericht entscheiden, wie es weitergeht.