Tschechen-Gericht schmettert Beschwerde ab: Neonazi Liebich wird nach Deutschland ausgeliefert

Prag/Chemnitz - Jetzt steht es fest: Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (55) wird nach Deutschland ausgeliefert.

Die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (55) wird nach Deutschland ausgeliefert.  © Hendrik Schmidt/dpa

Genau das wollte Liebich eigentlich verhindern. Sie hatte deshalb beim Oberlandesgericht in Prag Beschwerde gegen die Auslieferung eingereicht.

Doch das Gericht schmetterte dies ab! Das teilte eine Gerichtssprecherin mit, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Heißt: Vom Horror-Knast in Pilsen, wo Liebich aktuell einsitzt, geht's wohl in den kommenden Tagen nach Deutschland.

Geplant ist, dass die Rechtsextremistin in den kommenden zehn Tagen in den Chemnitzer Frauenknast gebracht wird. Dort sollte sie ursprünglich ihre Haft antreten.

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Wie es dann weitergeht - unklar. Die Anstaltsleitung in Chemnitz soll entscheiden, ob Liebich ihre Stafte im Frauenknast absitzen muss - oder woanders untergebracht wird.

Dazu kommt: Das Amtsgericht Halle will noch prüfen, ob die Änderungen von Vorname und Geschlecht wieder rückgängig gemacht werden können. Dann könnte Liebich tatsächlich der Männerknast drohen.

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Angst vor deutschem Männerknast: Liebich hoffte auf Freilassung in Tschechien

Zunächst wird Liebich in den Chemnitzer Frauenknast gebracht.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Die 55-Jährige wurde im Juli 2023, damals noch unter dem Vornamen Sven, wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

Anschließend folgte ein "Geschlechter-Wechsel" - möglich durch das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel-Regierung. Kritiker warfen Liebich vor, das Gesetz zu missbrauchen. Sie beharrte hingegen darauf, sich schon immer als Frau gefühlt zu haben.

Da die 55-Jährige seitdem als weiblich galt - so trat sie auch bei diversen Gerichtsprozessen auf - sollte sie ihre Haft in der Chemnitzer Frauen-JVA verbüßen. Doch Liebich flüchtete, wurde Monate später in Tschechien festgenommen. Seitdem schmort die Rechtsextremistin im berüchtigten Pilsen-Knast.

Tschechien wollte die Rechtsextremistin aber so schnell wie möglich loswerden. Ein Gericht entscheid Anfang Juni, dass sie ausgeliefert wird - doch Liebich legte Beschwerde ein. Laut eigenen Aussagen habe sie Angst, im deutschen Männerknast zu landen. Liebich hoffte sogar, in Tschechien freigelassen zu werden.

Doch all das Jammern und Hoffen half nichts. Nun heißt es für die Rechtsextremistin: nächster Halt, Chemnitz!

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