Von Michael Heitmann
Tschechien - Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Rüstungsbetrieb in Pardubice (Tschechien) sind drei Verdächtige festgenommen worden. Das teilte die tschechische Polizei bei X.
Davon sei eine Person in der benachbarten Slowakei gefasst worden, die übrigen in Tschechien. Es handele sich um tschechische und US-amerikanische Staatsangehörige. Nach weiteren Verdächtigen werde in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern gesucht.
Am Freitagmorgen war in einem Rüstungsbetrieb in einem Industriegebiet im ostböhmischen Pardubice ein Feuer ausgebrochen. Eine Lagerhalle und ein Verwaltungsgebäude wurden zerstört. Die Polizei geht von einem Anschlag aus.
Das betroffene Unternehmen stellt nach Angaben auf seiner Internetseite unter anderem Drohnenmotoren und Zielfernrohre für Gewehre her.
Tschechische Medien veröffentlichten ein mutmaßliches Bekennerschreiben einer propalästinensischen Gruppe. "Heute am frühen Morgen wurde ein wichtiges Herstellungszentrum für israelische Waffen von einer Untergrundgruppe angezündet", hieß es darin.
Einige Sicherheitsexperten gehen von einem russischen Anschlag aus
Manche Sicherheitsexperten hielten es indes für möglich, dass Russland hinter dem Brandanschlag stecken könnte. Sie verweisen darauf, dass die betroffene Firma die Ukraine für ihren Abwehrkrieg gegen Russland beliefert.
Derweil forderte der tschechische Regierungschef Andrej Babis (71) die Rüstungsbetriebe in seinem Land auf, ihre Betriebsgelände auf eigene Kosten besser zu bewachen: "Sie haben genug Geld, es ist in ihrem Interesse und im Interesse der gesamten Gesellschaft."
Es könne nicht sein, dass man einfach über einen Zaun klettern könne. Die Terrorwarnstufe blieb zunächst unverändert. Neben der Polizei ermittelt auch der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS in dem Fall.