Attentat auf Trump geplant? Angeklagter spricht vor Gericht von Zwang durch Iran

Brooklyn (New York/USA) - Ein pakistanischer Staatsbürger steht in den USA vor Gericht, weil er gemeinsam mit dem Iran Attentate auf US-Politiker - darunter Donald Trump (79) - geplant haben soll. Der Angeklagte, Asif Merchant (47), weist die Vorwürfe zurück. Vor Gericht erklärte er nun, er habe nicht freiwillig mit der iranischen Revolutionsgarde zusammengearbeitet.

Die Attentatsversuche auf US-Politiker sollen in Zusammenhang mit dem Tod des iranischen Generals Qassem Soleimani stehen. (Archivbild)  © Arif ALI / AFP

Der Strafprozess begann vergangene Woche vor einem Bundesgericht in New York, wie AP News berichtet.

Der Zeitpunkt sorgt für besondere Aufmerksamkeit: Nur wenige Tage zuvor hatte Trump gemeinsam mit Israel Angriffe auf den Iran angeordnet.

Nach Angaben des US-Justizministeriums soll Merchant in die Vereinigten Staaten gereist sein, um Helfer für die Ermordung von Donald Trump und anderer Politiker zu rekrutieren.

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Dabei geriet er an eine Person, die später die US-Behörden informierte. Diese brachte Merchant mit zwei angeblichen Auftragskillern in Kontakt - tatsächlich handelte es sich um verdeckte Ermittler des FBI.

Er wurde am 12. Juli 2024 in Texas festgenommen, als er gerade seine Rückreise nach Pakistan vorbereitete. Die Ermittler werfen Merchant vor, die Attentate als Vergeltung für die Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani geplant zu haben.

Soleimani, ein hochrangiger Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, war im Jahr 2020 bei einem US-Drohnenangriff im Irak getötet worden.

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Donald Trump, Joe Biden und Nikki Haley sollen mögliche Ziele gewesen sein

Der Angeklagte soll immer wieder nach Orten von Wahlkampfveranstaltungen von Donald Trump gesucht haben. (Archivbild)  © KAMIL KRZACZYNSKI / AFP

Vor Gericht sagte eine FBI-Agentin aus, Merchant habe ihr gegenüber angegeben, einen "Führer" innerhalb der iranischen Revolutionsgarde zu haben, der das Attentat finanziell unterstützen sollte.

Ein konkretes Ziel habe Merchant zunächst nicht festgelegt. Allerdings soll er wiederholt im Internet nach Orten von Wahlkampfveranstaltungen des damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump gesucht haben.

Laut seiner eigenen Aussage habe der Kontaktmann drei mögliche Zielpersonen erwähnt: Donald Trump, Joe Biden (83) und Nikki Haley (54).

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Die iranische Regierung hat wiederholt bestritten, Anschläge auf Trump oder andere US-Politiker geplant zu haben.

Trump selbst kommentierte den Tod des iranischen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei gegenüber ABC News mit den Worten: "Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischt hat."

Asif Merchant behauptet, er wollte nur seine Familie beschützen

Asif Merchant (47) muss sich wegen versuchtem Terrorismus und weiterer Delikte vor dem United States District Court for the Eastern District of New York verantworten.  © Montage: DREW ANGERER / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP, United States Department of Justice

Der Angeklagte selbst erklärte vor Gericht, er habe nicht freiwillig gehandelt. Wie Reuters unter Berufung auf die New York Times berichtet, sagte Merchant aus, er habe mit iranischen Akteuren kooperiert, um seine Familie in Teheran zu schützen.

Die Staatsanwaltschaft weist diese Darstellung jedoch entschieden zurück. Es gebe "keine Beweise für tatsächlichen Zwang oder Nötigung", erklärte ein Vertreter der Anklage.

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