Elfjähriger ruft Polizei, um seiner Mutter zu helfen - Polizist schießt ihm in die Brust!

Indianola (USA) - Weil seine Mutter in Gefahr war: Ein elfjähriges Kind rief die Polizei, doch als die Beamten vor Ort eintrafen, schoss einer von ihnen dem Jungen in die Brust!

Aderrien Murry (11) wurde von einem Polizisten in die Brust geschossen, nachdem er für seine Mutter den Notruf gewählt hatte.
Aderrien Murry (11) wurde von einem Polizisten in die Brust geschossen, nachdem er für seine Mutter den Notruf gewählt hatte.  © @Esquiremoore/Twitter

Am vergangenen Samstag gegen 4 Uhr (Ortszeit) kam der aufgebrachte Ex-Partner von Nakala Murry zu ihrem Zuhause in der Stadt Indianola im US-Bundesstaat Mississippi. Da sie sich um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder sorgte, bat sie ihren Sohn Aderrien darum, den Notruf zu wählen.

Daraufhin wurden Beamte zum Tatort entsendet. Nakala Murry erklärte gegenüber CNN, ein Polizist "hatte seine Waffe an der Eingangstür gezogen und forderte die Personen im Haus auf, nach draußen zu kommen."

Doch als Aderrien dieser Aufforderung nachkam, schoss ihm der Beamte kurzerhand in die Brust! Dies bestätigten sowohl Nakala Murry als auch das Mississippi Bureau of Investigation (MBI).

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"Als er um die Ecke kam, wurde er angeschossen", sagte die Mutter des Elfjährigen. "Ich kann nicht begreifen, warum."

"Es war derselbe Polizist, der ihm sagte, er solle aus dem Haus kommen. [Aderrien] tat das, und er wurde angeschossen. Er fragte immer wieder: 'Warum hat er auf mich geschossen? Was habe ich falsch gemacht?'", fuhr sie fort.

Nach dem Schuss wurde der Junge ins University of Mississippi Medical Center eingeliefert. Dort erhielt er eine Thoraxdrainage und wurde an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Nach Angaben seiner Mutter soll er eine kollabierte Lunge, gebrochene Rippen und eine gerissene Leber gehabt haben. Am Mittwoch konnte er die Gesundheitseinrichtung wieder verlassen.

Anwalt fordert sofortige Entlassung des involvierten Beamten

Anwalt Carlos Moore (r.) vertritt Aderrien Murry und seine Familie.
Anwalt Carlos Moore (r.) vertritt Aderrien Murry und seine Familie.  © @Esquiremoore/Twitter

Die Polizei von Indianola bestätigte gegenüber CNN, dass der involvierte Beamte Greg Capers hieß, nannte aber keine weiteren Details.

Carlos Moore, der Anwalt der Familie Murry, sagte aus, dass er versucht hätte, die Aufzeichnungen von der Schießerei zu erhalten, die die Körperkamera des Beamten aufgezeichnet hatte. Seine Anfrage soll jedoch abgelehnt worden sein - mit der Begründung, dass die Ermittlungen noch andauerten.

Am Montagabend soll der Stadtrat von Indianola beschlossen haben, Capers für die Dauer der Ermittlungen mit Gehaltszahlungen zu beurlauben, erklärte Moore außerdem.

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"Ich habe nicht um eine Suspendierung mit Bezahlung gebeten. Ich habe um Entlassung gebeten und sie gefordert. Habe ich gestottert?", fragte der Anwalt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Rathaus, wie NBC berichtete.

"Wenn ich Kündigung sage, meine ich Kündigung. Man gibt niemandem bezahlten Urlaub, der eine so rücksichtslose Tat begangen hat."

Polizei- und Waffengewalt sind in den USA ein großes Problem

Polizeigewalt ist in den USA ein großes Problem. Schwarze Menschen sind davon besonders betroffen. (Symbolbild)
Polizeigewalt ist in den USA ein großes Problem. Schwarze Menschen sind davon besonders betroffen. (Symbolbild)  © chalabala/123rf

Moore geht davon aus, dass Familie Murry eine Zivilklage auf Bundesebene einreichen werde. Nakala Murry teilte CNN außerdem mit, dass die Polizei ihren Ex-Partner zwar in Gewahrsam genommen, ihn aber wieder entlassen habe, da sie keine Anzeige erstattet hatte.

"Wann sollte ich denn dafür Zeit gehabt haben? Ich war mit meinem Sohn im Krankenhaus", sagte sie. Sie fügte außerdem hinzu: "Von der Polizei kam niemand ins Krankenhaus." Auch wäre sie bisher von niemandem im Laufe der Ermittlungen kontaktiert worden.

Die US-amerikanische Polizei tötet Jahr für Jahr immer mehr Menschen. In 2022 brachten Beamte insgesamt 1096 Menschen um.

Schwarze Menschen sind überproportional oft Opfer von Polizeigewalt. Sie machen etwa 14 Prozent der Bevölkerung aus, werden aber doppelt so oft von der Polizei getötet wie weiße Menschen.

Titelfoto: @Esquiremoore/Twitter

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