Epsteins angeblicher Abschiedsbrief veröffentlicht: Das sollen seine letzten Worte gewesen sein

Von Khang Mischke, Naveena Kottoor

New York - Ein Gericht in New York hat einen angeblichen Abschiedsbrief des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) veröffentlicht. Richter Kenneth M. Karas folgte damit einem Antrag der "New York Times", die zuvor über das Schreiben berichtet und die Freigabe des Dokuments ersucht hatte. 

Jeffrey Epstein (†66) wurde 2019 leblos in seiner Zelle aufgefunden.  © ---/AP/dpa

Dessen Echtheit lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Bislang war das Dokument nicht Teil der Untersuchungen des US-Justizministeriums.

Ein Zellengenosse Epsteins soll das Schreiben nach einem ersten mutmaßlichen Suizidversuch des Sexualstraftäters im Juli 2019 in einem Comic-Roman gefunden haben, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf den Mitinsassen.

Das Schreiben soll der Zellengenosse seinen Anwälten gegeben haben, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen. 

USA Weil sie ihn am Flughafen abgeben soll: Frau macht kurzen Prozess mit ihrem Tequila

In dem Dokument, das aus der Feder des verurteilten Sexualstraftäters stammen soll, heißt es: "Sie haben monatelang gegen mich ermittelt – UND NICHTS GEFUNDEN!!!". Es sei "ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können".

Weiter heißt es dort: "Was soll ich denn machen – in Tränen ausbrechen!!". Der Verfasser des Schreibens kommt zu dem Schluss: "KEIN SPASS" – das sind die einzigen unterstrichenen Wörter.

Anzeige

Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring

Ein Richter gab nun ein lange versiegeltes Dokument frei: Epsteins angeblichen Abschiedsbrief. (Archivfoto)  © - / UNITED STATES DISTRICT JUDGE SOUTHERN DISTRICT OF NEW YORK / AFP

Weiter heißt es in dem Dokument, ebenfalls in Großbuchstaben: "LOHNT SICH NICHT!!". Das Schreiben erwähnt weder Epsteins Namen noch ist es unterschrieben. 

Der Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.

Vor fast 20 Jahren kamen erste Vorwürfe vor Gericht, und Epstein bekannte sich in bestimmten Punkten schuldig. Jahre später wurde der Fall neu aufgerollt und der Multimillionär wieder festgenommen.

USA Er revolutionierte die Berichterstattung: CNN-Gründer Ted Turner (†87) gestorben

Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier am 10. August 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.

Mehr zum Thema USA: