Erst nutzen Beamte Jungen (5) als "Köder", danach nehmen sie ihn und seinen Vater fest

Minneapolis (USA) - Der Fall eines fünfjährigen Jungen aus dem Bundesstaat Minnesota (USA) sorgt derzeit für Entsetzen. Der Grundschüler Liam Ramos (5) und sein Vater waren am Mittwoch gerade auf dem Heimweg, als sie von der Einwanderungsbehörde (ICE) festgenommen wurden.

Noch bevor Liam (5) und sein Vater die Haustür öffnen konnten, wurden sie von ICE-Einsatzkräften überwältigt. (Symbolfoto)  © OCTAVIO JONES / AFP

Nach Angaben des Schulbezirks Columbia Heights ereignete sich die Festnahme direkt in der Einfahrt des Familienhauses, berichtete The Guardian.

In einer Pressekonferenz teilte Zena Stenvik, Polizeichefin der Stadt Minneapolis, mit, dass sie sofort zum Haus der Familie gefahren sei. "Bei meiner Ankunft lief sogar noch der Motor des Autos - Liam und sein Vater waren aber schon in Gewahrsam", erklärte sie den Medien.

Besonders schockierend sei für Stenvik der Umgang mit dem Kind gewesen. Ein ICE-Beamter habe den Schuljungen aus dem Auto gezogen und ihn angewiesen, an der Haustür zu klingen.

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Demnach solle er als "Köder" fungiert haben, um zu testen, ob sich noch weitere Personen im Haus befänden, erklärte die Polizeichefin.

"Ein Kind in diesem Alter als Mittel einzusetzen, um Informationen zu gewinnen, ist für mich unvorstellbar", sagte sie.

Auch auf Social Media zeigten sich viele Menschen über den ICE-Zugriff empört. Der Einsatz wurde fotografiert und mehrfach auf X geteilt.

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Die Polizeichefin von Minneapolis zeigte sich empört: "Warum nimmt man ein fünfjähriges Kind fest?"

Anwalt Marc Prokosch versucht derzeit zu beweisen, dass Familie Ramos legal in den USA ist. (Symbolfoto)  © OCTAVIO JONES / AFP

Liams Bruder traf rund zwanzig Minuten nach der Festnahme an dem Familienhaus ein - und fand es leer vor. Daraufhin sei die Schulleitung der Jungs am Haus erschienen und habe ihre Unterstützung angeboten, schreibt The Guardian.

Marc Prokosch, Anwalt der Familie Ramos, betonte deutlich, dass gegen Liams Vater sowie den Grundschüler keine Abschiebe-Verfügungen vorliege.

Die Familie sei auf legalem Wege und über die offiziellen Grenzen in die USA eingereist. "Sie sind keine Kriminellen. Sie sind nicht illegal hier", erklärte Prokosch gegenüber den Medien.

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Das "United States Department of Homeland Security" (DHS) widersprach den Aussagen des Anwalts. Die ICE-Einsatzkräfte hätten ausschließlich Liams Vater im Visier gehabt.

"Warum nimmt man ein fünfjähriges Kind fest?", hinterfragte Stenvik. "Niemand kann mir erklären, wie dieses Kind als Gefahr eingestuft werden kann", fügte die Polizeichefin hinzu.

Auch seine Lehrerin zeigte sich über die Festnahme des Fünfjährigen erschüttert. Der Junge sei freundlich und werde von seiner Klasse schmerzlich vermisst, berichtete das Portal.

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