Feuerschäden, Klo-Chaos und erschöpfte Crew: Größter US-Flugzeugträger muss in die Zwangspause
Kreta (Griechenland) - Auf dem größten und modernsten Kriegsschiff der Welt herrscht offenbar das pure Chaos: Die "USS Gerald R. Ford", Stolz der US-Marine und Milliarden-Projekt, kämpft gleichzeitig mit Feuer-Schäden, Technik-Pannen und einer zunehmend erschöpften Crew.
Während des Einsatzes im Nahen Osten brach auf dem Flugzeugträger ein Feuer im Wäschereibereich aus, wie The Guardian berichtet.
Die Situation war so ernst, dass fast 200 Seeleute wegen Rauchvergiftungen behandelt werden mussten. Rund 100 Schlafplätze wurden beschädigt oder zerstört.
Die Feuerwehrteams an Bord kämpften stundenlang gegen die Flammen. Für mindestens ein Crewmitglied endete der Einsatz im Krankenhaus - es musste per Flugzeug evakuiert werden.
Doch der Brand ist nur ein Teil des Problems. Seit längerer Zeit sorgte ein technisches Ärgernis für Frust auf See: die Toiletten.
Immer wieder kam es zu massiven Verstopfungen im System. Für die mehr als 4000 Menschen an Bord bedeutete das lange Warteschlangen, improvisierte Lösungen und eine zunehmend angespannte Stimmung.
Schon früher wurde bekannt, dass die Anlage extrem anfällig ist und regelmäßig aufwendig mit einer Säurespülung gereinigt werden muss - Kostenpunkt pro Reinigung: rund 400.000 Dollar.
Die Crew ist seit fast neun Monaten im Dauereinsatz
Die ungewöhnlich lange Einsatzzeit wirft inzwischen sogar Fragen zur Moral der Crew auf. Fast neun Monate ist die Besatzung inzwischen unterwegs, ohne echte Pause.
Auch aus der US-Politik kommt scharfe Kritik: Senator Mark Warner warnte, die Crew sei nach Monaten im Dauereinsatz "an ihre Grenzen gebracht worden".
Offiziell betont die Marine zwar weiterhin die Einsatzbereitschaft des Schiffs, doch hinter den Kulissen scheint die Lage deutlich angespannter zu sein.
Jetzt zieht die US-Marine die Reißleine: Die "USS Gerald R. Ford" soll nach Kreta verlegt werden, um dort dringend notwendige Reparaturen durchzuführen. Wie lange das Hightech-Schiff ausfällt, ist bislang unklar.
Das Problem: Der Flugzeugträger spielt eine zentrale Rolle im aktuellen Militäreinsatz gegen den Iran. Ein längerer Ausfall könnte die Schlagkraft der USA in der Region spürbar schwächen.
Titelfoto: COSTAS METAXAKIS / AFP

