Kaffe für 8 Euro: Starbucks-Boss verteidigt Wucherpreis als "erschwingliches Premium-Erlebnis"
USA - Schnell einen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder draußen in der Mittagspause. Für die meisten Menschen ist das schwarze Gold ein Muss. Gut, dass Coffeeshop-Ketten wie Starbucks uns unterwegs versorgen. Dass die Kaffeepreise des US-amerikanischen Unternehmens inzwischen durch die Decke gehen, scheint CEO Brian Niccol (51) nicht anzuheben. Im Gegenteil - Niccol verteidigte zuletzt die Preise und erntet dafür jede Menge Spott.
In dem Podcast des Wall Street Journals "What's News AM" wurde der Starbucks-CEO auf die heftigen Preise angesprochen. Schließlich sind 9 Dollar (umgerechnet knapp 8 Euro) für einen Kaffee nichts, was sich ein Normalsterblicher jeden Tag leisten kann. Niccol sieht das anders.
Er verkaufte den Starbucks-Kaffee als "erschwingliches Premium-Erlebnis", für das Kunden gern bereit wären, mehr zu zahlen.
Noch dazu würden Kunden aller Einkommensklassen bereitwillig mehr Geld ausgeben, um mit den Baristas "einen schönen Moment der Verbundenheit" zu erleben oder sich einen "tollen Platz" in einer der Filialen zu sichern.
Sein Team hätte beobachtet, dass für einige Leute ein 9-Dollar-Kaffee tatsächlich ein Luxus ist. Andere wiederum empfinden den Preis als erschwinglich. "Sie sagen sich: 'Es kostet weniger als 10 Dollar und ich bekomme ein echtes Premium-Erlebnis'", erklärte Niccol weiter.
Starbucks-Chef Brian Niccol erntet für Aussagen Spott und Häme
Der 51-Jährige hob hervor, dass sein Unternehmen vor allem bei jüngeren Menschen, vor allem bei der Generation Z und den Millennials, sehr gut ankomme.
Bei Starbucks stünden nicht Rabatte oder einmalige Sonderangebote im Vordergrund, sondern das Erlebnis.
Nachdem die Podcastfolge einige Tage im Umlauf gewesen war, reagierte ein Großteil der Hörer mit Spott auf Niccols Aussagen.
Vor allem das versprochene "Premium-Erlebnis" wollen viele Kunden schon lange nicht mehr bei Starbucks gespürt haben.
Im Netz kritisierte man Niccol zudem für seinen Luxus-Lifestyle: "Der hat den Bezug zur Realität verloren", schimpfte ein User. Manche gingen gar so weit zum Boykott aufzurufen. Lieber solle man doch seinen Kaffee in einem regionalen Café holen.
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