Trans-Kinder, Pandemie und Weltordnung: So verstörend sind die Epstein-Akten
Washington D.C. (USA) - Nach den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten verbreiten sich Meldungen über das ekelhafte Missbrauchsnetzwerk bereits jetzt wie ein Lauffeuer. Ein erster Überblick über die krassesten und verrücktesten Entdeckungen.
Das Ausmaß der kriminellen Machenschaften von Jeffrey Epstein lässt sich bisher nur erahnen und doch sind die Folgen bereits enorm. Aufgrund ihres Kontakts zu dem 2019 verstorbenen Investmentbanker sind Politiker bereits zurückgetreten, selbst das britische Königshaus wurde erschüttert.
Über allem steht dabei der Missbrauch von Frauen und Minderjährigen, die Epstein jahrelang an seine elitären Kontakte vermittelt haben soll, ehe er sich im Alter von 66 Jahren am 10. August 2019 in seiner Gefängniszelle das Leben nahm.
Doch die veröffentlichten Dokumente zeigen weit mehr als ein widerwärtiges Missbrauchsnetzwerk. Sie geben auch Einblicke in eine abstruse Welt, in der Reiche und Mächtige weit abseits der uns bekannten Gesetze leben.
Nach der Durchsicht vieler Akten stellt sich die berechtigte Frage: "Was ist Verschwörungstheorie und was ist real?"
Was wusste Jeffrey Epstein über das Coronavirus?
In einer E-Mail vom 3. März 2017 hat sich Epstein gemeinsam mit dem Microsoft-Gründer Bill Gates (70) über die Simulation einer Pandemie ausgetauscht.
In der Mail scheint es um ein Projekt zu gehen, in das Epstein, Gates und dessen enger Vertrauter Larry Cohen verwickelt zu sein scheinen. Der anonymisierte Absender der Mail möchte dabei Feedback von Gates und offenbar auch von Epstein einholen. Es geht etwa um die Verbesserung des Zugangs zu persönlichen Gesundheitsdaten, um den Einsatz von Neurotechnologien als Waffe oder die Simulation einer "Strain-Pandemie".
Angesichts des Zeitpunktes, knapp drei Jahre vor Beginn der Corona-Pandemie, wird in den sozialen Medien derweil wild über einen Zusammenhang diskutiert.
Apropos Bill Gates: In einer Mail aus dem Jahr 2013 behauptete Epstein, dass er Gates einst geholfen habe, Medikamente zu bekommen, um die "Konsequenzen" von offenbar ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit "russischen Mädchen" zu heilen.
Verstörender Austausch über Trans-Kinder
In einer Mail vom 17. Dezember 2018 hat sich der US-Biologe Robert Trivers (82) mit Epstein über transsexuelle Kinder ausgetauscht.
Darin bezeichnete Trivers die Umwandlung von Mann zu Frau als "attraktiver" im Gegensatz zur Umwandlung von Frau zu Mann: "Wenn Ihre Fantasie also darin besteht, einen Männerpenis zu lutschen, ansonsten aber Sie völlig heterosexuell sind, wäre es viel schöner, wenn der Rest des Organismus weiblich wäre. Dann hätten Sie das Beste aus beiden Welten." Männer mit weiblichen Geschlechtsorganen würden dagegen das "Schlechteste aus beiden Welten" vereinen.
Noch verstörender ist die abschließende Bemerkung des Wissenschaftlers: "Übrigens, wir wollen jetzt früher eingreifen – man bemerkt also, dass der 3-jährige Sohn transsexuelle Tendenzen hat, und dann greift man mit Hormonen ein – ich hätte Angst davor – aber wer weiß?"
Ist Jeffrey Epstein gar nicht tot?
In den Epstein-Akten taucht ebenfalls ein Dokument auf, in dem sich die Ermittler im August 2019 über mehrere Beiträge in dem sozialen Netzwerk "4chan" erkundigen.
Bei einem der Beiträge soll es sich offenbar um einen Gefängniswärter handeln, der am 10. August - dem Tag, an dem Epstein in seiner Zelle Selbstmord beging - mit angesehen habe, wie Epstein in der Nacht zuvor aus dem "Metropolitan Correctional Center" in New York abtransportiert worden sei: "Wir entlassen Gefangene am Wochenende nicht, es sei denn, ein Richter ordnet es an. Und was passiert dann? Er sitzt in einer Einzelzelle und erhängt sich?"
Aufgrund dieses Beitrags wird nun wild darüber spekuliert, ob in der Zelle eine andere Leiche platziert wurde und Epstein selbst dagegen noch am Leben ist.
Stärkte die US-Regierung die AfD?
In einem Chatverlauf vom 24. Mai 2019 tauschte sich Epstein mit dem damaligen Trump-Berater Steve Bannon (72) über die politische Lage in Deutschland und Frankreich aus.
Kurz vor der Europawahl brüstete sich Bannon dabei mit den Umfragewerten der AfD (damals 12 bis 13 Prozent) und dem damaligen "Front National": "1,5 Prozent Steigerung seit meiner französischen Medienkampagne."
Epstein antwortete darauf: "Gut gespielt."
Arbeiten die Eliten an einer neuen Weltordnung?
Aus etlichen Dokumenten geht zudem hervor, dass Epstein mit seinen Kontakten häufig über die geopolitische Weltlage diskutierte, etwa mit dem Palantir-Gründer Peter Thiel (58).
Wenige Tage nach dem EU-Referendum am 23. Juni 2016 - die Volksbefragung in Großbritannien, die den "Brexit" 2020 ins Rollen brachte - schrieb Epstein eine Mail an Thiel und sagte: "Brexit, das ist erst der Anfang."
Bereits im Juni 2014 hatten die beiden darüber philosophiert, ob Ex-Präsident Barack Obama (64) im Zuge der Luftangriffe auf den IS in Syrien "absichtlich" Chaos im Nahen Osten stiften wollte. Thiel schrieb damals an Epstein: "Das Argument der 'Absichtlichkeit' würde darauf abzielen, die USA weniger in die Angelegenheiten des Restes der Welt einzubinden (Ich denke, das ist der 'Plan'). Je chaotischer die Lage ist, mit vielen Bösewichten auf verschiedenen Seiten, desto weniger werden wir tun."
Auch die Lage in der Ukraine kommentierte Epstein im Jahr 2014 auf mystische Weise. An die Unternehmerin Ariane de Rothschild schrieb Epstein kurz nach der Annexion der Krim durch Russland: "Die Unruhen in der Ukraine sollten viele Chancen bieten, viele."
"Baal": Benannte Epstein ein Konto nach einem Dämon?
Für Aufregung sorgte auch der Name eines Bankkontos von Epstein.
Aus einem Dokument vom Juli 2009 geht hervor, dass Epstein einen Mitarbeiter der Bank "J.P. Morgan" dazu anwies, rund 11.000 US-Dollar auf ein Konto namens "Baal" zu überweisen. "Baal" ist dabei der Name einer Gottheit, die in verschiedenen Religionen vorkommt, etwa im Alten Ägypten. Auch in der Bibel kommt "Baal" vor. In Jeremia 19 wird etwa über Kindesopferungen berichtet, die dem "Baal" erbracht worden sind.
Angesichts des Missbrauchsrings, über den Epstein jahrelang Frauen an seine reichen Machthaber vermittelt haben soll, ein gefundenes Fressen für all jene, die ähnlich schreckliche Rituale mit Kindern auf der berüchtigten Epstein-Insel vermuten.
Epstein wurde bei Xbox-Live gebannt
Am 19. Dezember 2013 wurde Epstein auf seiner Xbox 360 vom Online-Multiplayer verbannt.
"Diese E-Mail dient der Benachrichtigung, dass Ihre Xbox Live-Kontoberechtigungen aufgrund von Belästigung, Bedrohungen und/oder Missbrauch anderer Spieler dauerhaft gesperrt wurden. Dieses Verhalten wurde als schwerwiegend, wiederholt und/oder exzessiv eingestuft", wurde Epstein durch das Xbox-Team mitgeteilt.
Mit Baby-Bild: Wofür bedankte sich diese Mutter?
Angesichts des jahrelangen Kindesmissbrauchs wirkt auch diese Nachricht einer jungen Frau an Epstein verstörend.
Im April 2016 schrieb sie Epstein in einer Mail: "Oh mein Gott!!! Jeffrey, ich kann es nicht fassen, was ich auf meinem Konto sehe ... das ist unglaublich ... solche Zahlen habe ich auf diesem Konto noch nie gesehen ... Jeffrey ... ich weiß nicht, was ich sagen, tun oder wie ich meine Dankbarkeit ausdrücken soll."
Dazu sendete sie ein Foto eines Babys, dass auf ihren Beinen lag: "Dieser kleine Hase sagt Danke!"
Titelfoto: Bildmontage: US Department of Justice, Jon Elswick/AP/dpa
