Vor Schüssen an Universität: Killer von Prag ermordet Baby

Prag - Ein Student hatte am Donnerstagnachmittag im Hauptgebäude der Philosophischen Fakultät in der Prager Innenstadt das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Nun bestätigte die Polizei: Ein Doppelmord von vor einer Woche steht in Zusammenhang mit diesem Massaker.

Menschen suchen Schutz unter einem Fenster der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität. Der Killer hatte das Feuer eröffnet.
Menschen suchen Schutz unter einem Fenster der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität. Der Killer hatte das Feuer eröffnet.  © X/elirozic/X/elirozic/AP/dpa

Polizeibeamte fanden die beiden Toten der Tat am Freitagnachmittag vor einer Woche im Wald von Klánovice in Prag. Bei den Toten soll sich um einen 32-jährigen Mann und dessen zwei Monate alte Tochter handeln.

Die Polizei durchsuchte daraufhin am Dienstag das Waldstück, wo der Doppelmord stattfand. Dabei waren laut Medienberichten 250 Polizisten im Einsatz. Die Ermittler konnten sich zunächst keinen Reim auf die blutige Tat machen.

Der 32-Jährige war mit vier Schüssen in den Kopf getötet worden, das Baby wurde im Kinderwagen erschossen. Am Freitagnachmittag bestätigte die tschechische Polizei, was tschechische Boulevardmedien wie die Zeitung "blesk" zuvor spekuliert hatten – die beiden grausamen Taten stehen offenbar im Zusammenhang.

Grausiger Fund auf Müllkippe: Anwohner finden Leichenteile von sechs Frauen
Aus aller Welt Grausiger Fund auf Müllkippe: Anwohner finden Leichenteile von sechs Frauen

Am Freitag durchsuchten die Ermittler ein Haus, in dem der 24-jährigen Attentäter mit seinem Vater gewohnt haben soll. Diesen soll er vor seinem Massaker an der Universität erschossen haben.

In dem Haus fanden die Polizisten eine Waffe, die mit dem Doppelmord zusammenhängen soll. Das teilte die Polizei auf X (vormals Twitter) mit.

Was sonst noch über den Attentäter bekannt ist

Trauernde legen Blumen für die Opfer der tragischen Schusswaffenattacke an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität nieder.
Trauernde legen Blumen für die Opfer der tragischen Schusswaffenattacke an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität nieder.  © Denes Erdos/AP/dpa

Nach Informationen der Polizei erschoss sich der Schütze selbst, nachdem er an der Universität gemordet hatte. Bei dem 24-Jährigen soll es sich um einen Einzeltäter gehandelt haben.

Im Haus sollen die Beamten auf ein riesiges Waffenarsenal gestoßen sein. Der Mann war vor seinen Taten nicht polizeibekannt.

Der tschechische Innenminster Vit Rakusan (45) sagte im Rundfunk, der Schütze habe seine Waffen legal besessen und sei nicht vorbestraft.

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über Suizide. Da es sich aber mutmaßlich um einen erweiterten Suizid im öffentlichen Raum handelt, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.
Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Bildmontage: X/elirozic/X/elirozic/AP/dpa; Denes Erdos/AP/dpa

Mehr zum Thema Aus aller Welt: