Wo ist Oliver? Mutter soll Jungen entführt haben
Spanien/Russland - Ein britischer Junge (3) wurde offenbar in der spanischen Stadt Marbella von seiner Mutter nach Russland entführt.
Alles in Kürze
- Oliver Pugh (3) wurde in Marbella entführt.
- Mutter soll Jungen nach Russland gebracht haben.
- Vater meldete Oliver erst nach einem Monat als vermisst.
- Russland weigert sich, eigene Staatsbürger auszuliefern.
- Rückführung des Kindes ist daher erschwert.

Wie der Mirror berichtet, wurde der 3-jährige Oliver Pugh zuletzt am 4. Juli in der Küstenstadt an der Costa del Sol gesehen, wo die Familie anscheinend lebte.
Doch erst mehr als einen Monat später, am 7. August, meldete sein britischer Vater den Jungen als vermisst. Die genauen Umstände dazu sind bislang nicht bekannt.
Die Sorgerechtsfrage scheint jedoch kompliziert: Die Mutter des Kindes, eine russische Staatsbürgerin, kehrte offenbar nach dem gescheiterten Ende der Beziehung mit ihrem Sohn in ihr Heimatland zurück - obwohl ein Gericht ihr zuvor untersagt hatte, Oliver aus Spanien mitzunehmen. Seitdem fehlt von beiden jede Spur.
Laut der spanischen Polizei wird der Fall als Kindesentführung behandelt. "Wir gehen davon aus, dass die Mutter den Jungen mitgenommen und ihn nach Russland gebracht hat", sagte ein Sprecher gegenüber der britischen Tageszeitung.
Russland weigert sich eigene Staatsbürger auszuliefern

Da Russland mit vielen westlichen Ländern, darunter Großbritannien und Spanien, keine formellen Auslieferungsabkommen hat, wird eine Rückführung des Kindes erheblich erschwert. Zudem weigert sich Russland grundsätzlich, eigene Staatsbürger auszuliefern.
Russische Staatsmedien sollen zudem inzwischen berichtet haben, dass die Mutter Schutz erhalten würde. Ob gegen sie ein internationaler Haftbefehl vorliegt, ist jedoch unklar.
Bisher soll es auch keine offizielle Bestätigung der russischen Behörden geben, ob sich Oliver oder seine Mutter in Russland aufhalten.
Oliver wird als 80 cm groß, etwa 15 Kilogramm schwer, mit blonden Haaren und auffällig grauen Augen beschrieben. Wer Informationen zu seinem Verbleib hat, wird gebeten, sich mit der spanischen Polizei in Verbindung zu setzen.
Titelfoto: Bildmontage: Centro Nacional de Desaparecidos