Sonnenbrand-Gefahr: Dieser Sonnenschutz ist bei Babys und Kindern unverzichtbar

Deutschland - Der richtige Sonnenschutz bewahrt Babys und kleinere Kinder nicht nur vor einem Sonnenbrand, sondern auch langfristigen Hautschäden. Egal, ob bei einem längeren Spaziergang, einem Ausflug an den Strand oder beim Spielen im heimischen Garten will die zarte Kinderhaut daher vor zu viel Sonne geschützt werden. Lest hier, was Ihr tun könnt, um die Sonne mit Eurem Kind unbeschwert genießen zu können. 

Wie viel Sonne ist gut für Kinder?

Kleinkinder sollten erst nach und nach an den Aufenthalt in der Sonne gewöhnt werden.
Kleinkinder sollten erst nach und nach an den Aufenthalt in der Sonne gewöhnt werden.  © Unsplash/Luke Michael

Die junge Haut von Babys und Kindern im Vorschulalter ist noch extrem dünn und sehr lichtempfindlich. Erst nach und nach kann sie einen wirksamen Schutz gegenüber UV-Strahlung entwickeln. 

Daher sollte die zarte Kinderhaut die ersten Lebensjahre nur mit einer geringen Dosis an Sonne konfrontiert werden. 

Dabei ist nicht nur direkte Sonneneinstrahlung ein Problem. Selbst bei bedecktem Himmel gelangen immer noch bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen zur Erde. 

Hinzu kommt, dass in den Bergen und sogar im Schnee die Sonneneinstrahlung noch intensiver ist. Um Hautschäden zu vermeiden, ist Sonnenschutz nicht nur im Hochsommer ein ständiges Thema. 

Gleichzeitig genießen Kinder natürlich die schönen Eigenschaften der Sonne und die Bewegung an der frischen Luft. 

Umso wichtiger ist es, mit dem richtigen Sonnenschutz fürs Kind vorzusorgen, damit der Aufenthalt im Freien nicht mit einem schmerzhaften Sonnenbrand oder Hitzschlag endet. 

Welchen Sonnenschutz brauchen Babys?

Babys sollten im ersten Lebensjahr die pralle Sonne komplett meiden.
Babys sollten im ersten Lebensjahr die pralle Sonne komplett meiden.  © Unsplash/Robert Boston

Babys sollten sich im ersten Lebensjahr grundsätzlich im Schatten aufhalten und direkte Sonne meiden.

Bereits 10 bis 15 Minuten intensive Sonneneinstrahlung reichen bei den Kleinsten aus, um die Haut zu verbrennen.

Achtet darauf, dass Babys vor allem in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr vor praller Sonne geschützt sind und sich am besten im Haus aufhalten. Doch auch den Rest der Zeit sollten Kinder draußen stets einen Schattenplatz zur Verfügung haben. 

Der Schatten von Bäumen, Sonnensegeln oder auch einer überdachten Terrasse ist außerhalb der Mittagszeit hierfür gut geeignet. 

Wenn nichts dergleichen zur Verfügung steht, kann ebenso ein Sonnenschirm, ein Verdeck am Kinderwagen oder ein Tuch, das über dem Baby aufgespannt wird, vor zu viel Sonne (nicht jedoch vor zu viel Hitze!) schützen.

Doch auch Kleinkinder im Alter von bis zu zwei Jahren sollten nicht in der direkten Sonne spielen oder schlafen. Zu leicht kann ihr Körper noch überhitzen.

Darüber hinaus sollten Kinder im Schatten weiterhin vollständig bekleidet bleiben. Selbst unter einem großen Sonnenschirm gelangt immer noch ein beträchtlicher Teil an UV-Strahlen an die Haut. 

Auch solltet Ihr Babys nicht mit Sonnenschutzmitteln behandeln, da diese meist nicht für empfindliche Babyhaut ausgelegt sind. Tabu ist zu diesem Zweck auch Babyöl, da es kein wirksames Sonnenschutzmittel ist. Stattdessen erhöht es die Lichtempfindlichkeit der Haut sogar.

Welchen Sonnenschutz benötigen Kleinkinder?

Kinder genießen das Meer und den Strand - aber bitte nur mit geeignetem Sonnenschutz!
Kinder genießen das Meer und den Strand - aber bitte nur mit geeignetem Sonnenschutz!  © Unsplash/Andre Mohamed

Nicht nur Babys müssen vor zu viel Sonne gut geschützt werden. Auch für Kinder im Vorschulalter gilt: Sonne nur in Maßen

Natürlich ist das Toben und Bewegen im Freien für Kinder sehr wichtig. Die Sonne unterstützt die körpereigene Bildung von Vitamin D und auch sonst fördert das Spielen im Freien die kindliche Entwicklung und den geistigen Ausgleich. 

Doch reichen im Frühling und Sommer in der Regel täglich 10 bis 15 Minuten Sonnenbaden aus, um das Sonnenvitamin zu produzieren. 

In der restlichen Zeit ist es wichtig, die Kinder weiterhin vor zu viel Sonne zu schützen. 

Für Kleinkinder gilt daher:

  • Sonne in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • Spielen und Toben im Sommer vorzugsweise nur im Schatten
  • Kopfbedeckung tragen
  • Gesicht, Arme und Beine mit kindgerechter Sonnencreme schützen

Diese drei Maßnahmen schützen vor Überhitzung und Sonnenbrand

Als Erwachsene habt Ihr die Pflicht, dafür zu sorgen, dass Babys und Kinder vor zu viel Sonneneinstrahlung, aber auch Überhitzung geschützt werden. Behaltet Eure Schützlinge daher gut im Auge und versucht, rechtzeitig zu erkennen, wann ihnen die Sonne zu viel wird. 

Wer besonders während der Sommermonate die direkte Sonne meidet, macht bereits vieles richtig. Dennoch geht Sonnenschutz hier noch weiter. 

Dieser besteht im Wesentlichen aus:

1. sonnengerechter Kleidung 
2. wirksamer Sonnencreme und 
3. geeignetem Schutz für die Augen 

1. Sonnengerechte Kleidung

Luftige und längere Kleidung sowie ein schattiges Plätzchen: So sind Kinder in der Sonne wirksam geschützt.
Luftige und längere Kleidung sowie ein schattiges Plätzchen: So sind Kinder in der Sonne wirksam geschützt.  © Unsplash/Vidar Nordli-Mathisen

Am einfachsten lassen sich Babys und Kinder vor Sonne mit angemessener Kleidung schützen. 

Allgemein gilt: Je weniger Haut mit der Sonne in Berührung kommt, desto geringer ist das Risiko für einen Sonnenbrand. 

Lange, luftige Kleidung eignet sich hierfür besonders gut. Leichte Stoffe wie Musselin oder dünnes Leinen sind besonders zu empfehlen. Schließlich sollen die Kinder nicht unnötig schwitzen.

Auch gibt es mittlerweile spezielle Babykleidung mit UV-Schutz zu kaufen. 

Als Sonnenschutz hat sich folgende Kleidung bei Babys bewährt:

  • Sonnenhut mit Nackenschutz (keine Baseballkappe)
  • langärmeliges, weites Shirt oder Kleid 
  • lange, dünne Hose
  • Babysocken oder Schuhe

Da Kinder im Vorschulalter bereits mit Sonnencreme behandelt werden können, sind sie nicht mehr unbedingt auf lange Kleidung angewiesen. 

Für ältere Kinder sieht sonnengerechte Kleidung folgendermaßen aus:

Die Kopfbedeckung:

Ganz wichtig ist es, dass Gesicht und Nacken vor zu viel Sonne zu schützen. Ein Hut, ein Tuch mit Schirm oder eine Kappe eignen sich besonders gut. 

Die Bekleidung:

Die Kleidung sollte möglichst luftig sein und möglichst viel Haut bedecken. Körperstellen, die frei bleiben - wie etwa Arme und Beine - benötigen jedoch Sonnenschutz in Form von Sonnencreme. Wer will, findet Kinderbekleidung mit UV-Schutz vor. Wichtig ist ein UV-Schutzfaktor von mindestens 30 und ein "UV-Standard 801".

Die Schuhe:

Damit es an den Füßen nicht zu Sonnenbrand kommt, sollten Fußrückseiten und Fersen von den Schuhen gut umschlossen werden. 

2. Sonnencreme schützt vor Hautschäden

Sonnencreme ist für alle Kinder notwendig, die sich viel in der Sonne aufhalten.
Sonnencreme ist für alle Kinder notwendig, die sich viel in der Sonne aufhalten.  © rf.com/yarlander

Körperstellen, die nicht von Kleidung geschützt werden, sollten bei Kindern (nicht Babys!) mit Sonnencreme eingerieben werden. Zu diesen Körperstellen zählen Gesicht und Nacken, Arme, Beine sowie Hände. 

Achtet darauf, dass Ihr eine Sonnencreme verwendet, die speziell für Kinder ist. Denn häufig enthalten konventionelle Sonnencremes für Erwachsene chemische Filter und Allergie-auslösende Stoffe. Am besten eignen sich sensitive Sonnencremes ohne Duftstoffe.

Ideal ist ein Lichtschutzfaktor von 25 oder 30. Die Creme wird ca. 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne großzügig aufgetragen. Auf diese Weise kann sich die Schutzwirkung optimal entfalten. 

Doch beachtet: Sonnencreme dient dem Schutz der Haut vor schädlichen UV-Strahlen. Der Aufenthalt in der Sonne lässt sich damit jedoch nicht verlängern. 

Das Auftragen der Sonnencreme sollte spätestens alle zwei Stunden wiederholt werden. Auch nach dem Planschen bzw. Kontakt mit Wasser ist die schützende Wirkung zu erneuern. Vergesst dabei auch nicht die Ohren, Nase und Füße gründlich einzucremen. 

Keine Sonnencreme für Babys

Experten raten grundsätzlich davon ab, Babys mit Sonnencreme zu behandeln. 

Meist sorgen lange Kleidung, ein Sonnenhut und ein schattenspendendes Plätzchen bereits dafür, dass der Sonnenschutz für Babys ausreicht. 

Wer dennoch in Ausnahmefällen auf Sonnencreme für Babys angewiesen ist, sollte nur auf speziell dafür hergestellte Produkte zurückgreifen und diese auch nur an wenigen Teilen des Körpers anwenden

Der Grund für diese Vorsichtsmaßnahme liegt auch hier zum einen in den bereits genannten Inhaltsstoffen der Sonnencreme. Diese ist mit den enthaltenen Chemikalien meist zu aggressiv für den kleinen Babykörper und belastet ihn unnötig. 

Zum anderen können Babys in den ersten Lebensmonaten noch nicht richtig schwitzen. Sonnencreme auf der Haut kann dies nun zusätzlich erschweren, sodass die Kleinen Mühe haben, ihre Temperatur zu regulieren. 

3. Augen schützen

Wer Kinder schon früh an das Tragen einer Sonnenbrille gewöhnt, sorgt gut für den Schutz der Augen.
Wer Kinder schon früh an das Tragen einer Sonnenbrille gewöhnt, sorgt gut für den Schutz der Augen.  © Unsplash/Andriyko Podilnyk

Auch die Augen von Kindern müssen vor zu viel Sonne geschützt werden. Mittlerweile gibt es zu diesem Zweck zahlreiche Kindersonnenbrillen auf dem Markt, die über mehrere Jahre hinweg passen. 

Besonders im Gebirge und am See, wo die UV-Strahlen stark vom Wasser reflektiert werden, ist der Schutz der Augen unumgänglich.

Es lohnt sich, die Kinder schon so zeitig wie möglich an die Notwendigkeit und das Tragen einer Sonnenbrille zu gewöhnen. 

Auch wer als Eltern mit gutem Beispiel vorangeht und selbst seine Augen schützt, wird sein Kind gewiss bald überzeugt haben. 

Wie bleiben Kinder freiwillig im Schatten?

Natürlich werden sich viele Eltern fragen, wie sie ihre kleinen Kinder bei bestem Wetter davon überzeugen sollen, sich vorwiegend im Schatten aufzuhalten. 

Kinder brauchen dafür die richtigen Anreize. Ein Spielplatz am Urlaubsort, der sich im Schatten befindet, kann dabei ebenso ansprechend sein, wie der Aufenthalt im Wald oder einer Eisdiele. Auch ein Planschbecken unterm Baum im heimischen Garten oder eine Hängematte mit spannenden Kinderbüchern oder Spielzeugen sorgen oft für Begeisterung. Zur Not lässt sich auch ein Sonnenschirm oder Sonnensegel aufspannen, um bestimmte Plätze individuell zu beschatten. 

Ist der Bewegungsdrang nicht zu bändigen, solltet Ihr die Kinder zumindest davon überzeugen, sich nur mit Sonnenhut und passender Kleidung im Freien zu bewegen.

Leichten Sonnenbrand bei Kindern behandeln

So ungeschützt vor der Sonne sollten sich Kinder maximal in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden im Freien aufhalten.
So ungeschützt vor der Sonne sollten sich Kinder maximal in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden im Freien aufhalten.  © Unsplash/Feri & Tasos

Ist es trotzdem infolge von zu viel Sonne zu einer Hautrötung oder Sonnenbrand ersten Grades gekommen? Dann gibt es zumindest einige Maßnahmen, die man nun unternehmen kann, um die gereizte Haut zu lindern.

1. Raus aus der Sonne

Ehe man irgendwelche Maßnahmen ergreift, sollte das Kind sofort aus der Sonne gebracht werden. 

2. Feuchte Umschläge

Zum einen kann man einen saugfähigen Kleidungsstoff bzw. weichen Baumwollstoff mit kaltem Wasser tränken und auswringen. Diesen legt man nun ca. eine Viertelstunde auf das betroffene Körperteil. Der Vorgang wird mehrmals wiederholt. Die feuchten Umschläge sorgen für die nötige Abkühlung und beruhigen die gereizte Haut. 

3. Quark und Joghurt bei Sonnenbrand

Ein gutes Hausmittel bei leichtem Sonnenbrand ist Quark. Frisch aus dem Kühlschrank kühlt er nicht nur die Haut, sondern ist auch feuchtigkeitsspendend. Dieser wird dick auf die betroffene Hautstelle aufgetragen und ca. 10 bis 15 Minuten einwirken gelassen. Danach lässt er sich mit einem feuchten Tuch oder lauwarmen Wasser leicht wieder entfernen. Bei Bedarf mehrmals wiederholen. 

4. Aloe vera Gel

Ob frisch von der Pflanze oder aus der Tube: Aloe Vera gilt ebenfalls als gutes Mittel bei leichten Hautrötungen. Das Gel ist nicht nur erfrischend und kühlend, sondern soll auch entzündungshemmende Eigenschaften haben. Auch dieses wird großzügig auf die betroffene Haut aufgetragen. 

Ist der Sonnenbrand jedoch bereits so schlimm, das es zur Bläschenbildung auf der Haut gekommen ist, führt kein Weg am Kinderarzt vorbei. Dieser kann schließlich für die weitere richtige Behandlung sorgen. 

Ratsam ist es jedoch, es mit den hier genannten Tipps zum Sonnenschutz bei Euren Kindern erst gar nicht so weit kommen zu lassen. 

Titelfoto: Unsplash/Luke Michael

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