Leihmutter weigert sich, krankes Baby abzutreiben: Biologische Eltern verklagen sie auf 100.000 Dollar

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Texas - Der Fall um eine Leihmutterschaft in den USA löste einen bundesstaatenübergreifenden Rechtsstreit aus: Leihmutter McKenna West brachte in der vergangenen Woche einen Jungen zur Welt. Wäre es nach den biologischen Eltern gegangen, wäre das Kind nie geboren worden. Das Paar hatte eine Abtreibung gefordert, nachdem in der 20. Schwangerschaftswoche ein Herzfehler festgestellt worden war.

Eine Leihmutter in den USA brachte in der vergangenen Woche ein Baby zur Welt. Das Kind sollte nach Anweisung der biologischen Eltern eigentlich abgetrieben werden. (Symbolbild)
Eine Leihmutter in den USA brachte in der vergangenen Woche ein Baby zur Welt. Das Kind sollte nach Anweisung der biologischen Eltern eigentlich abgetrieben werden. (Symbolbild)  © 123RF/zilvergolf

Baby Rumi wurde am Montag wegen seines hypoplastischen Linksherzsyndroms, ein seltener angeborener Herzfehler, operiert. Der Junge wird laut NBC News auch in Zukunft auf medizinische Betreuung angewiesen sein - sein ganzes Leben lang.

Omar Ahmed und Nausheen Gilkar hatten dies verhindern wollen und ihre Leihmutter aufgefordert, die Schwangerschaft zu beenden. Diese Möglichkeit war auch in der Vereinbarung, die West vor dem Embryotransfer im vergangenen Jahr unterzeichnet hatte, vermerkt gewesen: Im Falle von Fehlbildungen des Fötus hatten sich die Eltern des Kindes das Recht gesichert, zu einem Schwangerschaftsabbruch aufzufordern.

Doch die auf Kardiologie spezialisierte Krankenschwester aus Alaska weigerte sich, da sie befürchtete, nicht mit dieser Entscheidung leben zu können. Stattdessen trug sie den Jungen aus und versuchte, über eine Klageschrift das Sorgerecht zu erlangen.

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In Gerichtsunterlagen behauptet West, dass Ahmed und Gilkar sie nach ihrer Weigerung, das Kind abzutreiben, unter Druck gesetzt haben, indem sie mit rechtlichen Schritten aufgrund der unterzeichneten Leihmutterschaftsvereinbarung drohten.

Das Paar hingegen erklärte in einer Gegenklage, dass sie Verständnis geäußert hätten, nachdem man West über den Vertragsverstoß informiert habe.

Paar verklagt Leihmutter auf 100.000 Dollar Schadensersatz

Die Leihmutter verstieß mit ihrer Entscheidung, das Kind weiter auszutragen, gegen die Vereinbarungen. (Symbolbild)
Die Leihmutter verstieß mit ihrer Entscheidung, das Kind weiter auszutragen, gegen die Vereinbarungen. (Symbolbild)  © 123rf/frimufilms

Daraufhin entbrannte ein Rechtsstreit, der sich seit Wochen über drei Bundesstaaten erstreckt. Darin geht es um das Sorgerecht für das Baby, um die medizinische Versorgung sowie um Schadensersatz. Die biologischen Eltern des Kindes fordern von ihrer Leihmutter 100.000 Dollar (etwa 85.800 Euro).

West wirft den Eltern vor, sich geweigert zu haben, der lebensrettende medizinische Versorgung des Kindes zuzusagen. Dies streitet das Paar allerdings ab. Über ihren Anwalt ließen sie verlauten, dass sie zutiefst bestürzt darüber seien, dass ihre "Familientragödie zu einem politischen Schauspiel gemacht" werde. Mittlerweile schalteten sich nämlich mehrere Politiker ein, die unter anderem als Abtreibungsgegner auftreten.

Leihmutter West betonte am Donnerstag, dass es ihr nicht darum gehe, das Baby eines anderen Paares an sich zu reißen. Sie sehe sich lediglich als Fürsprecher, den das kranke Kind benötigt. "Mein Hauptanliegen war es immer, das Leben dieses kostbaren Babys zu schützen."

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Aktuell erholt sich der Junge namens Rumi von einer komplexen palliativen Herzoperation - dem ersten von drei Eingriffen. Dr. Scott Hadland, Leiter der Abteilung für Medizin für Jugendliche und junge Erwachsene bei "Mass General Brigham for Children" und der Harvard Medical School, gibt zu bedenken: "Viele Kinder überleben die Zeit zwischen den einzelnen Operationen nicht, und es kann zu erheblichen Beeinträchtigungen der normalen, gesunden Entwicklung kommen."

Der Rechtsstreit wird fortgesetzt.

Titelfoto: 123RF/zilvergolf

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