Zwei tote Jungen in Freibädern: Wie man Kinder vor Badeunfällen schützt

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Von Sabine Maurer

Lehmen - Es kann leider so schnell gehen: Nach zwei tödlichen Unglücken am Wochenende in Freibädern in Rheinland-Pfalz rät die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Eltern allgemein, ihre Kinder stets gut zu beaufsichtigen.

Im Willersinn-Freibad ist es zum tödlichen Unfall gekommen.
Im Willersinn-Freibad ist es zum tödlichen Unfall gekommen.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Die Aufsichtspflicht liegt auch im Schwimmbad bei den Eltern", betonte der Pressesprecher des Landesverbands Rheinland-Pfalz in Lehmen, Marco Vogt. In zwei Bädern waren ein vierjähriger sowie ein elfjähriger Junge jeweils tödlich verunglückt.

In beiden Fällen ist der Hergang weiterhin unklar. 

Zwar hat auch der Betreiber eine Aufsichtspflicht. Eltern dürften aber nicht einfach davon ausgehen, dass die Badeaufsicht ihr Kind jederzeit im Blick behalten könne, so die allgemeine Empfehlung von Vogt für den sommerlichen Schwimmbadbesuch.

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Dies gilt vor allem bei viel Betrieb. Zehn Leute im Becken können noch gut beaufsichtigt werden, bei 100 Menschen ist dies unmöglich. "Da sind so viele Körper, die schwimmen, hopsen und springen."

Erhalte in dem Trubel ein Kind etwa einen kleinen Schubser und falle ins Wasser, könne das leicht unbemerkt bleiben.

Wenn andere Schwimmer einen reglos im Wasser treibenden Körper bemerkten, sei es oft zu spät. Kinder, die nicht schwimmen können, müssen durchgehend von Eltern beaufsichtigt werden - auch wenn sie Schwimmhilfen tragen.

Schwimmflügel? Laut Experte keine gute Idee!

Schwimmflügel haben einem Fachmann zufolge vor allem beim Sprung ins Becken einen möglicherweise fatal endenden Nachteil. (Symbolfoto)
Schwimmflügel haben einem Fachmann zufolge vor allem beim Sprung ins Becken einen möglicherweise fatal endenden Nachteil. (Symbolfoto)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Mit dem Blick auf die Sicherheit empfiehlt Vogt Schwimmwesten. Von Schwimmflügeln rät der Fachmann ab. Denn: Springe das Kind ins Wasser, würden diese sich sehr rasch vom Arm ziehen. 

Je nach ihrer Koordinationsfähigkeit sind Kinder etwa im Alter von acht oder neun Jahren in der Lage, schwimmen zu lernen. Doch 60 Prozent aller Kinder im Alter ab neun Jahren können es nicht.

"Es gibt zu wenige Möglichkeiten, es zu lernen", erklärte Vogt weiter. Grund sei der Mangel an entsprechenden Bädern. In einem See oder gar Fluss sollte den Kindern das Schwimmen nicht beigebracht werden, dies sollte immer in einem gesicherten Raum - einem Becken - geschehen.

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Die Wartelisten für entsprechende Kurse beim DLRG sind lang, je nach Region müssen Eltern mit einer Wartezeit bis zu zwei Jahren rechnen. 

Am Wochenende war in einem Schwimmbad in Ludwigshafen ein vierjähriger Junge laut Polizei wohl ertrunken. Er wurde im Willersinn-Freibad leblos im Wasser gefunden. Das Kind starb trotz Reanimationsversuchen.

Im Freibad in Birlenbach (Rhein-Lahn-Kreis) wurde ein elfjähriger Junge aus dem Wasser gerettet und ins Krankenhaus gebracht, in diesem starb er allerdings. Weitere Informationen der Ermittlungsbehörden lagen zunächst nicht vor.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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