Marktschellenberg/Bad Reichenhall - Für die Bergwachten Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Marktschellenberg und Ramsau verlief das Wochenende alles andere als ruhig: Die Einsatzkräfte mussten mehrfach ausrücken, um verletzten und erkrankten Bergsportlern sowie Menschen in Bergnot zu helfen.
Die Einsätze führten sie unter anderem zum Hochstaufen, auf den Untersberg, an den Königssee und den Watzmann, auf die Reiter Alpe sowie in die Röth, so das Bayerische Rote Kreuz.
Am Sonntagabend (5. Juli) gegen 18 Uhr wurde die Besatzung eines Notarzthubschraubers zur Wasseralm in der Röth alarmiert. Dort benötigte ein Wanderer nach einem Insektenstich wegen einer allergischen Reaktion dringend notärztliche Hilfe.
Bereits am Vormittag gegen 10.15 Uhr war am Röthsteig ein weiterer Notruf eingegangen: Eine Frau hatte sich in rund 1300 Metern Höhe am Fuß verletzt und konnte nicht mehr selbst weitergehen.
Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden retteten die Verletzte per Seilwinde und brachten sie anschließend zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Ihr Begleiter konnte den Abstieg eigenständig fortsetzen.
Bereits kurz nach 7 Uhr am Sonntagmorgen lief der erste Einsatz am Watzmannhaus an: Ein Bergsteiger hatte sich am Vortag beim Abstieg vom Hocheck die Kniescheibe ausgerenkt und diese selbst wieder eingerenkt.
Wegen starker Schmerzen war ein weiterer Abstieg am nächsten Tag jedoch nicht mehr möglich, sodass er per Rettungshubschrauber ins Tal gebracht werden musste.
28-Jähriger stürzt drei Meter in die Tiefe
Auch am Samstag mussten die Retter am Untersberg gleich zweimal ausrücken. Gegen 17 Uhr saßen zwei Kletterinnen (31 und 33) aus dem Landkreis Mühldorf am Berchtesgadener Hochthron fest, nachdem ihnen beim Abseilen nach einem Steinschlag das Abseilgerät verloren gegangen war. Die Bergwacht Marktschellenberg rettete beide unverletzt per Seilwinde.
Bereits gegen 12.30 Uhr war ein 28-jähriger Salzburger am Salzburger Hochthron rund drei Meter abgestürzt und hatte sich am Fuß verletzt. Nach der Erstversorgung wurde der Kletterer per Seilwinde aus dem Gelände gerettet und zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
Wanderer aus Sachsen war in rund 1500 Metern Höhe erschöpft und psychisch blockiert
Auch abseits der größeren Einsätze waren die Bergretter gefordert: Am Samstagvormittag musste die Bergwacht Ramsau einen Notruf vom Schaftlsteig auf der Reiter Alpe überprüfen, nachdem eine Wanderin ihren Begleiter nicht mehr finden konnte. Der Verdacht auf eine alpine Notlage bestätigte sich jedoch nicht.
Fast zeitgleich rückte die Bergwacht Bad Reichenhall zum Goldtropfsteig am Hochstaufen aus. Ein 24-jähriger Wanderer aus Sachsen war in rund 1500 Metern Höhe erschöpft und psychisch blockiert, sodass er nicht mehr weiterkam. Die Einsatzkräfte retteten den Unverletzten per Seilwinde aus dem steilen Gelände.
Bereits am Donnerstag (2. Juli) war eine 62 Jahre alte Urlauberin aus Tschechien in Sankt Bartholomä gestürzt und hatte sich schwer am Sprunggelenk verletzt.
Die Einsatzkräfte versorgten die Frau zunächst vor Ort. Anschließend wurde sie mit dem Rettungsboot über den Königssee gebracht und per Rettungshubschrauber zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Bad Reichenhall geflogen.