Von Martin Oversohl, Jana Renkert
Grabenstetten - In der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb kam es zu einem aufwendigen Rettungseinsatz. Ein Wanderer ist am Freitagnachmittag an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben.
Wie ein Polizeisprecher mitteilte, befand sich der Mann mit einer Gruppe in der schwer zugänglichen Höhle im Kreis Reutlingen. Zum Zeitpunkt des Notfalls sei der Mann mit einer geführten Gruppe bereits mehr als einen Kilometer tief in der Höhle unterwegs gewesen.
Nach einem aufwendigen Rettungseinsatz konnte die Gruppe laut Polizei die Höhle inzwischen verlassen.
Die Leiche werde aber erst in den kommenden Stunden geborgen werden können, sagte der Polizeisprecher.
Bergwacht und Rettungsdienst waren mit Spezialkräften am Ort im Einsatz. Allerdings hatte sich die Rettung der Gruppe und die Versorgung des Mannes schwierig gestaltet. Die Höhle in Grabenstetten ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände zu erreichen.
Allein der Weg zum Patienten soll etwa eineinhalb Stunden in Anspruch genommen haben. Teilweise müssen in der Höhle Höhenunterschiede von mehreren Metern überwunden werden. Im Innern gibt es zudem keinen Funkempfang.
Gegend für ihre Höhlen bekannt
Die Schwäbische Alb ist für ihre Höhlen bekannt - besonders beliebt ist die Falkensteiner Höhle. Der Eingang zur Höhle wirkt wie ein Schlund in einer Wand aus Stein, im kilometerweiten Innern ist es stockdunkel, verwinkelt und nass. Laut Stadtverwaltung handelt es sich um eine sogenannte wilde Höhle.
Seit 2018 ist der Zugang zur Falkensteiner Höhle wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich.
Die Falkensteiner Höhle ist nicht das erste Mal Schauplatz eines großen Rettungseinsatzes. Zuletzt waren im vergangenen Mai zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden.
Für bundesweite Schlagzeilen sorgte eine Rettungsaktion in der Höhle vor sieben Jahren. Im Sommer 2019 waren ein Führer und sein Kunde aus der Höhle gerettet worden. Nach starken Regenfällen saßen sie etwa 650 Meter vom Höhleneingang entfernt fest, weil der Rückweg durch den starken Wasseranstieg in der Höhle versperrt war. Nach 24 Stunden konnten sie aus der Höhle gebracht werden.
Erstmeldung: 15.20 Uhr, aktualisiert um 16.10 Uhr.