Block-Prozess: Verteidiger spricht von "nicht lebensnaher" Zeugenaussage

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Hamburg - 48. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block! Die Steakhouse-Erbin muss auch an ihrem 53. Geburtstag vor Gericht erscheinen. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.

Steakhouse-Erbin Christina Block muss auch an ihrem 53. Geburtstag vor Gericht erscheinen.
Steakhouse-Erbin Christina Block muss auch an ihrem 53. Geburtstag vor Gericht erscheinen.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

10.46 Uhr: Verfahrensbeteiligte unterstützen den Antrag

Sowohl Staatsanwaltschaft und Nebenklagevertretung als auch sämtliche Verteidiger unterstützen den Antrag des Anwalts von Mark. B.

Der Verteidiger von dessen Frau Uta B. kündigt an, für seine Mandantin ebenfalls einen entsprechenden Antrag stellen zu wollen.

10.41 Uhr: Anwalt des Ehemanns der Block-Cousine stellt Antrag

Die Stellungnahmen zu der Zeugenaussage von Said B. sind beendet. Jetzt stellt der Verteidiger des mitangeklagten Ehemanns von Blocks Cousine, Mark B., einen Antrag.

Ziel des Antrags ist es, die Anwesenheitspflicht für B. aufzuheben. Die Schuld seines Mandanten sei, wenn überhaupt, als "äußerst gering" einzuschätzen. Vor diesem Hintergrund seien die Belastungen, insbesondere finanzieller Natur, für den selbständigen B. unverhältnismäßig.

B. soll seiner Frau, die die Kinder nach Hamburg gebracht haben soll, die entsprechende Route per Handy geschickt haben.

10.31 Uhr: Verteidigerin von Andreas P. kämpft für ihren Mandanten

Gül-Pinar, Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P., argumentiert in Bezug auf ihren Mandanten ähnlich.

Die Zeugenaussage habe die Schuld von David B. und Keren T. unterstrichen und gleichzeitig die Unschuld von P. gezeigt. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass ihr Mandant in irgendeiner Weise an der Informationsbeschaffung, Planung, Durchführung und Nachbereitung der Entführung beteiligt gewesen sei.

10.19 Uhr: Delling-Anwalt hebt Widersprüche des Zeugen hervor

Auch David Rieks, der Verteidiger von Gerhard Delling (67), wirft Said B. viele Widersprüche in seiner Aussage vor. Der Israeli habe sich "an ein Skript halten" wollen, an das er sich mitunter jedoch selbst nicht habe erinnern können.

B. sei derart sprunghaft in seinen Aussagen gewesen, dass es sich kaum um echte Erinnerungen handeln könne. Besonders der Umstand, dass der Zeuge als angesehener Bauingenieur in einem Café von einer ihm fremden Person zu der Rückholung der Kinder überredet worden sein soll, sei alles andere als glaubwürdig.

Was die Aussage allerdings gezeigt habe, sei die Unschuld seines Mandanten. Dieser sei in keiner Weise in die Entführung der Kinder involviert gewesen.

Der mitangeklagte Gerhard Delling (67, l.) neben seinem Verteidiger David Rieks.
Der mitangeklagte Gerhard Delling (67, l.) neben seinem Verteidiger David Rieks.  © Marcus Brandt/dpa

10.06 Uhr: Verteidiger des Familienanwalts wird deutlich

Dr. Marko Voß, der Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Dr. Andreas C., ist als nächstes dran. Er unterstreicht, dass die Aussagen von Said B. vor allem gezeigt hätten, dass den "angeblichen Kronzeugen" David B. und Keren T. "nichts, aber auch gar nichts geglaubt werden" könne.

"Beiden lügen offensichtlich wie gedruckt", bilanziert der Jurist. Im Fall von T., auch "Olga" genannt, fordert er von der Staatsanwaltschaft, die Frau festnehmen zu lassen, wenn diese für ihre Zeugenaussage nach Deutschland komme - das ihr zugesicherte "freie Geleit" setze wahrheitsgemäße Aussagen voraus, argumentierte Voß.

Der Staatsanwaltschaft wirft der Verteidiger erneut vor, mit zweierlei Maß zu messen. Es ginge nicht mehr um eine objektive Wahrheitsfindung, sondern um eine Bestätigung der Wahrheit, auf die sich die Staatsanwaltschaft bereits vor langer Zeit eingeschossen habe - die Schuld von Christina Block.

9.53 Uhr: Block-Anwalt bezeichnet Zeugenaussage als "nicht lebensnah"

Block-Anwalt Ingo Bott hält dagegen und argumentiert, dass sich der Zeuge sehr widersprüchlich und zu einzelnen Dingen "nicht lebensnah" geäußert habe. B. habe sich in etliche Widersprüche verstricht, so der Verteidiger.

Er bezieht sich dabei unter anderem auf die Aussage des Zeugen, dass Christina Block bei einem Treffen von ihrer "schwer kranken" Mutter gesprochen habe - zu einem Zeitpunkt, als diese bereits rund ein halbes Jahr tot war. Trotz mehrfacher Nachfrage sei der Zeuge bei dieser Aussage geblieben.

Darüber hinaus hätten die Aussage einmal mehr gezeigt, wie manipulativ und einnehmend der mutmaßliche Chef-Entführer David B. agiert habe.

Block-Anwalt Ingo Bott (43) bezeichnete die Zeugenaussage von Said B. als "nicht lebensnah" und "widersprüchlich".
Block-Anwalt Ingo Bott (43) bezeichnete die Zeugenaussage von Said B. als "nicht lebensnah" und "widersprüchlich".  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

9.44 Uhr: Hensel-Anwalt: "Traumatische Erfahrung" für Kinder

Es geht direkt los mit den Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten zu der Zeugenaussage des mutmaßlichen Mit-Entführers Said B.

Der Nebenklagevertreter betont, dass die Aussage unterstrichen habe, dass es eine traumatische Erfahrung für die Kinder gewesen sein müsse. Er bezeichnete die Argumentation, dass man die Aktion für legal oder gar von den deutschen Behörden gedeckt gehalten haben könnte, als "absurd".

9.38 Uhr: Vorsitzende Richterin eröffnet Verhandlung

Mit acht Minuten Verspätung hat die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt die Verhandlung eröffnet.

Der in U-Haft sitzende mutmaßliche Mit-Entführer Tal S. wurde wie gewohnt erst in den Saal geführt, nachdem die Foto-Journalisten selbigen verlassen hatte.

9.30 Uhr: Schulklasse füllt den Zuschauerraum

Unmittelbar vor Beginn der Verhandlung hat sich der Zuschauerraum doch noch ganz gut gefüllt.

Unter anderem ist augenscheinlich eine Schulklasse vor Ort, um dem Geschehen beizuwohnen.

9.17 Uhr: Sehr wenig Antrag im Gerichtssaal

Dass heute keine Zeugenbefragung stattfindet, scheint bei vielen für Desinteresse gesorgt zu haben.

Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Gerichtsaal 237 noch sehr leer. Neben einer Handvoll Pressevertretern haben sich lediglich ein Dutzend Zuschauer eingefunden.

Christina Block (2.v.r.) bekam vor Beginn des 48. Verhandlungstages von einer Frau Blumen überreicht - offensichtlich ein Geburtstagsgeschenk.
Christina Block (2.v.r.) bekam vor Beginn des 48. Verhandlungstages von einer Frau Blumen überreicht - offensichtlich ein Geburtstagsgeschenk.  © Marcus Brandt/dpa

9 Uhr: So geht es am Montag weiter

Für Montag war eigentlich die weitere Befragung des Psychologen Dr. Stefan R. geplant, der bereits Ende Januar als Zeuge ausgesagt hatte. Aufgrund einer Erkrankung kann R. allerdings nicht zur Verhandlung erscheinen, wie das Gericht mitteilte.

Da keine anderen Zeugen geladen sind, bekommen die Verfahrensbeteiligten die Gelegenheit, zur abgeschlossenen Vernehmung von Said B. in der vergangenen Woche Stellung zu beziehen.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

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