Block-Prozess: Ex-Anwalt der Steakhouse-Erbin nach wenigen Minuten entlassen

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Hamburg - Verhandlungstag 75 steht an: Am Montag wird der Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) nach mehr als drei Wochen Pause fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) muss sich seit mehr als einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.
Christina Block (53) muss sich seit mehr als einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

10.23 Uhr: Befragung von Otmar Kury nach wenigen Minuten schon zu Ende

Die Kammer ist zurück und verkündet den Beschluss, dass die Übergabe des Fragerechts an Anwältin Pinar durch die Vorsitzende Richterin der Strafprozessordnung entspreche und daran nichts zu beanstanden sei.

Pinar könnte nun ihre Fragen stellen, verzichtet darauf allerdings - sie geht offensichtlich davon aus, dass Kury ohnehin nichts dazu sagen würde.

Stattdessen stellt Richterin Hildebrandt nun einige Fragen an den Zeugen zum 5. Januar, die dieser bis auf ganz wenige Ausnahmen mit dem Verweis auf seine Schweigepflicht nicht beantworten kann/will.

Bevor er daraufhin entlassen wird, lässt es sich Kury allerdings nicht nehmen, noch einmal zu betonen, dass seine ehemalige Mandantin unschuldig sei. Anschließend verlässt er den Saal.

Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury (70) blieb nur wenige Minuten im Zeugenstand.
Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury (70) blieb nur wenige Minuten im Zeugenstand.  © Daniel Bockwoldt/dpa

10.10 Uhr: Wilde Diskussionen im Gerichtssaal

Anschließend kommt es zu wilden Diskussionen, ob der Jurist nun überhaupt befragt werden könne. Gül Pinar hätte theoretisch auch noch Fragen zum 5. Januar, doch Block-Anwalt Ingo Bott grätscht dazwischen und betont, dass Kury aus den genannten Gründen ein Zeugnisverweigerungsrecht habe und die Übertragung des Fragerechts an die Juristin durch die Richterin deshalb unzulässig sei.

Kury wird direkt wieder herausgeschickt, damit die Prozessbeteiligten den Einwand von Bott diskutieren können. Die Kammer zieht sich anschließend erneut zur Beratung zurück.

10 Uhr: Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury erinnert an seine Schweigepflicht

Blocks Ex-Anwalt ist nun da und beantwortet zunächst die Fragen der Richterin zu seiner Person. Etwas großspurig erzählt der Jurist, dass er in einer Villa in Hamburg wohne und seine Kanzlei direkt an der Alster liege.

Bevor die eigentliche Befragung beginnt, schiebt Kury zudem ein, dass er zu den Ereignissen am 2. Januar 2024 nichts sagen könne, da er nach erneuter Prüfung schon zu diesem Zeitpunkt ein Anwaltsmandat für Frau Block gehabt habe und deshalb an seine Schweigepflicht gebunden sei.

9.50 Uhr: Sohn des Familienanwalts widerspricht Chef-Entführer David B.

Anschließend verliest Hildebrandt die schriftliche Erklärung, die Bastian C. im Juli 2026 eingereicht habe. In dieser widerspricht C. der Darstellung des mutmaßlichen Chef-Entführers David B.

Dieser hatte ausgesagt, dass es ein Treffen zwischen ihm, seiner rechten Hand Keren T. alias "Olga", Familienanwalt C. und dessen Sohn im Hotel "Grand Elysée" gegeben habe. Bei diesem sei es angeblich um die Vorbereitungen der Rückholung der Kinder gegangen. Bastian C. bestreitet in dem kurzen Statement, dass es dieses Treffen je gegeben habe.

9.41 Uhr: Verhandlung läuft

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet die heutige Verhandlung mit ordentlich Verspätung. Zuvor ließ der in U-Haft sitzende mutmaßliche Mit-Entführer Tal S. ein wenig auf sich warten.

Bevor Kury in den Zeugenstand muss, geht es zunächst um eine Erklärung des Sohnes des mitangeklagten Familienanwalts Dr. Andreas C. Alle Prozessbeteiligten stimmen zu, dass diese in der Hauptverhandlung verlesen werden soll. Die Kammer zieht sich für eine kurze Beratung zurück und verkündet anschließend den entsprechenden Beschluss.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt führt am Montag zum 75. Mal durch die Verhandlung.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt führt am Montag zum 75. Mal durch die Verhandlung.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

9.29 Uhr: Stephan Hensel auch mal wieder vor Ort

Block-Ex Stephan Hensel ist heute auch mal wieder vor Ort. Als Nebenkläger ist er nicht verpflichtet, an jeder Verhandlung teilzunehmen.

In den vergangenen Wochen war er dem Prozess des Öfteren ferngeblieben.

9.24 Uhr: Großer Andrang im Zuschauerraum

Die Aussicht auf die Aussage des ehemaligen Block-Vertrauen scheint in der Öffentlichkeit auf großes Interesse zu stoßen.

Wenige Minuten vor Prozessbeginn ist der Zuschauerraum von Saal 237 nahezu komplett gefüllt. Unter den heutigen Beobachtern sind augenscheinlich auch eine oder mehrere Schulklassen.

9 Uhr: So geht es am Montag weiter

Wie das Gericht vorab mitteilte, ist Otmar Kury, der ehemalige Anwalt von Christina Block, am Montag als Zeuge geladen - auf Antrag von Gül Pinar, der Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P.

Wichtig: Die Steakhouse-Erbin hat ihren ehemaligen Anwalt nicht von dessen Schweigepflicht entbunden. Kury wird entsprechend nur zu ausgewählten Themen Stellung beziehen können.

Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury sagt am Montag vor Gericht als Zeuge aus. Von seiner Schweigepflicht entbunden wurde der Jurist nicht. (Archivfoto)
Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury sagt am Montag vor Gericht als Zeuge aus. Von seiner Schweigepflicht entbunden wurde der Jurist nicht. (Archivfoto)  © Christian Charisius/dpa

8.45 Uhr: Recap vom 74. Verhandlungstag

Der 74. Verhandlungstag stand ganz im Zeichen von Stellungnahmen, Verkündungen und Beweisanträgen. Unter anderem wurde der Befangenheitsantrag von Block-Verteidiger Ingo Bott gegen die Vorsitzende Richterin abgelehnt.

Zudem ergriff Mit-Entführer Tal S. nochmals selbst das Wort. "Es tut mir leid für die Kinder, die durch das gesamte Ereignis stark leiden. Und es tut mir leid für Frau Block", erklärte der Israeli, der die Steakhouse-Erbin als "arme Mutter" bezeichnete.

S. wiederholte darüber hinaus, dass er die Kinder nicht habe entführen, sondern sie vor ihrem vermeintlich gefährlichen Vater habe retten wollen.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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