Block-Prozess: Ex-GNTM-Model weiter im Fokus, Verteidiger stellt brisante Frage

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Hamburg - Im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) findet am Donnerstag der 63. Verhandlungstag statt. Ex-GNTM-Model Jonathan G. (35) sagt weiter aus. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Ex-GNTM-Model Jonathan G. (35) wird am Donnerstag erneut in den Zeugenstand gebeten.
Ex-GNTM-Model Jonathan G. (35) wird am Donnerstag erneut in den Zeugenstand gebeten.  © Marcus Brandt/dpa

11.20 Uhr: Warum ist Jonathan G. nicht sauer auf Mit-Entführer Tal S.?

Jetzt möchte Böttner wissen, welche genaue Vorstellung G. vom Mossad, dem israelischen Auslandsgeheimdienst, gehabt habe. Was er in seiner schriftlichen Einlassung damit gemeint habe, dass der Mossad "zu allem fähig sei", fragt der Anwalt konkret.

Der Zeuge erklärt, dass es für ihn nicht klar gewesen sei, was passieren würde, wenn er den Job ablehnen und einfach gehen würde. Im Nachhinein ärgere er sich, dass er sich habe benutzen lassen.

Für ihn seien Frau Block und der mutmaßliche Chef-Entführer David B. die Verantwortlichen seiner Misere. Ob er noch auf jemand anderen sauer sei, will Böttner daraufhin wissen. G. weiß nicht, worauf der Anwalt hinaus will.

Böttner erinnert den Zeugen daran, dass sein Mandant Tal S. ihn in seiner Aussage beschuldigt hatte, auf Stephan Hensel brutal eingeschlagen zu haben. Wenn das nicht stimme, müsse er doch auch auf S. sauer sein, der ihn dann ja zu Unrecht beschuldigt hätte, argumentiert er.

"Ich kann ihn nicht bezichtigen, weil er vielleicht alles tun würde, um hier rauszukommen", versucht sich G. zu rechtfertigen. Böttner hat daraufhin keine weiteren Fragen.

11.07 Uhr: Anwalt von Tal S. befragt G. zur Silvesternacht 2023/24

Böttner befragt G. zu den Geschehnissen in der Silvesternacht 2023/24, insbesondere zu der Flucht nach der Ergreifung der Kinder. Der Anwalt interessiert sich unter anderem für die Konfrontation des Zeugen mit dem Polizeihund im Wald.

Dieser habe ihn noch auf der dänischen Seite der Grenze angegriffen, berichtet G. auf Nachfrage Böttners. Dabei sei er ganz in der Nähe der anderen Teammitglieder gewesen, erklärt der ehemalige Fitness-Trainer außerdem.

Der Verteidiger stellt weitere Fragen zum genauen Ablauf der Flucht. Ihn interessiert vor allem, wann G. erstmals den Verdacht gehabt habe, dass die Aktion doch nicht legal und von den deutschen Behörden gestützt sei. Der Zeuge entgegnet, dass er beim Anblick der Polizei diesen Gedanken gehabt habe.

Verteidiger Sascha Böttner befragte den Zeugen zu den Geschehnissen in der Silvesternacht 2023/24.
Verteidiger Sascha Böttner befragte den Zeugen zu den Geschehnissen in der Silvesternacht 2023/24.  © Georg Wendt/dpa

10.52 Uhr: Öffentlichkeit darf wieder rein

Nach einer guten halben Stunde darf die Öffentlichkeit zurück in den Verhandlungssaal.

Das Fragerecht liegt weiter bei Sascha Böttner, der nun allerdings nur noch Fragen stellt, die auch für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

10.14 Uhr: Öffentlichkeit wird ausgeschlossen

Die Kammer ist zurück und verkündet den Beschluss, dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird. Das Interesse der Öffentlichkeit sei hinter den schutzwürdigen Interessen des Zeugen zurückzustellen.

Alle Zivilisten sowie die Presse müssen nun den Zuschauerraum verlassen und dürfen erst zurückkehren, wenn der entsprechende Teil der Zeugenbefragung beendet ist. Wann das sein wird - unklar.

9.58 Uhr: Kammer entscheidet über Ausschluss der Öffentlichkeit

Nach wenigen Minuten sind Zeuge und Kammer zurück. G. erklärt, dass er nicht zur Beantwortung der Fragen in der öffentlichen Verhandlung bereit ist.

Das bedeutet, dass die Öffentlichkeit für diesen Teil von der Verhandlung ausgeschlossen werden müsste. Die Kammer zieht sich für eine Entscheidung darüber zurück, in zehn Minuten soll es weitergehen.

9.55 Uhr: Zeuge muss sich mit seinem Anwalt beraten

Nun funktioniert alles, die Verhandlung ist eröffnet. Es geht direkt weiter mit der Zeugenbefragung von G. Sascha Böttner, Anwalt von Tal S., hat weiterhin das Wort.

Der Jurist fragt den ehemaligen Fitness-Trainer, ob er dazu bereit wäre, in der öffentlichen Verhandlung Fragen zu seinem psychischen Zustand und hochpersönlichen Lebensbereichen zu beantworten. "Es geht mir nicht darum, Sie vorzuführen", versichert Böttner.

G. bittet darum, sich kurz mit seinem Anwalt beraten zu dürfen und verlässt den Raum. Das tut auch die Kammer.

9.40 Uhr: Verhandlungsbeginn verzögert sich aufgrund technischer Probleme

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt will die heutige Verhandlung eröffnen, allerdings gibt es technische Probleme bei einem der Beisitzer der Kammer.

Der Ton der anderen Mikrofone im Raum kommt nicht bei ihm an, die IT muss sich darum kümmern. Die Kammer zieht sich direkt wieder zurück, der Start verzögert sich.

9.25 Uhr: Zuschauerraum recht gut gefüllt

Tag zwei der Zeugenaussage von G. scheint für ordentlich Interesse bei der Öffentlichkeit zu sorgen.

Kurz vor Verhandlungsbeginn wurden nach der Presse auch die Zivilisten in den Zuschauerraum gelassen, der nun recht gut gefüllt ist.

Steakhouse-Erbin Christina Block mit ihrem Anwalt Ingo Bott auf dem Weg zum Verhandlungssaal.
Steakhouse-Erbin Christina Block mit ihrem Anwalt Ingo Bott auf dem Weg zum Verhandlungssaal.  © Marcus Brandt/dpa

9 Uhr: So geht es am Donnerstag weiter

Am Donnerstag soll die Befragung des früheren Fitness-Trainers weitergeführt werden.

Unter anderem hatte der Verteidiger von Tal S., Sascha Böttner, angekündigt, weitere Fragen zur psychischen Verfassung von G. stellen zu wollen.

Dafür könnte unter Umständen die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden.

8.45 Uhr: Recap vom 62. Verhandlungstag

Erstmals sagte der mutmaßlich an der Tat beteiligte G. als Zeuge aus. Er widersprach der Darstellung des in U-Haft sitzenden Tal S., dass er im Rahmen der Ergreifung der Kinder in der Silvesternacht 2023/24 brutal auf deren Vater Stephan Hensel eingeschlagen habe. Stattdessen habe er weder die Kinder noch den Nebenkläger angerührt.

Wie die anderen befragten Israelis berichtete auch das ehemalige GNTM-Model von einem Treffen im Hotel "Grand Elysée", bei dem Christina Block kurz vor der Entführung zu dem Team gesprochen habe. Ein entsprechendes Treffen soll es nach Darstellung der Block-Seite nie gegeben haben.

G. sprach auch über die persönlichen Folgen der "Mission". Er könne nicht mehr arbeiten, sei paranoid und habe Angst, offenbarte der frühere Fitness-Trainer. Er berichtete zudem von einem Suizidversuch, den es bereits gegeben habe, als er noch bei der Armee tätig gewesen sei.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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