Block-Prozess: Warum widerspricht Klara der Jugendamt-Mitarbeiterin?

Hamburg - Es geht weiter: Am Montag (13 Uhr) wird der Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (32) nach dreiwöchiger Pause fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog über den ungewöhnlich kurzen 37. Verhandlungstag.

Update, 15.55 Uhr: Gutachterin will Aussagen von Keren T. abwarten

Anschließend geht es um die anwesende Gutachterin, die eine Aussage zur seelischen Gesundheit der Kinder treffen soll.

Diese erklärt, dass sie zumindest noch die Zeugenaussage von Keren T., genannt "Olga", abwarten wolle, bevor sie ihr Gutachten abschließe. Zudem habe sie erst heute erfahren, dass sie die Aussagen der Kinder aus ihrem eigenen Gespräch mit ihnen verwenden dürfe. Zuvor hätten diesen einem "Verwertungsverbot" unterlegen.

Danach verkündet die Vorsitzende Richterin mehrere Beschlüsse, ehe sie die Verhandlung für den heutigen Tag beendet. Weiter geht es am 12. März um 9.30 Uhr.

Update, 15.30 Uhr: Hensel-Anwälte bewerten Zeugenaussage ganz anders

Hensel-Anwalt Philip von der Meden hält dagegen. Das Jugendamt habe sich in dem Fall in keinster Weise mit Ruhm bekleckert, erklärt der Jurist.

Die Aussage von F., die Kinder hätten augenscheinlich einen guten Eindruck gemacht, sei keinesfalls ein Beweis, dass die Kinder durch die Entführung keinen Schaden genommen hätten.

Uecker ergänzt, dass er das Vorgehen der Jugendamt-Mitarbeiterin bei dem Termin am 4. Januar äußerst fragwürdig finde. Er könne sich nicht erklären, warum F. nicht die Möglichkeit wahrgenommen habe, allein und in Ruhe mit den Kindern über das Geschehene zu sprechen.

Nebenkläger Stephan Hensel (M.) neben seinen Anwälten Philip von der Meden (l.) und Gerd Uecker.
Nebenkläger Stephan Hensel (M.) neben seinen Anwälten Philip von der Meden (l.) und Gerd Uecker.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 15.18 Uhr: Sagen die Kinder zum Thema Gefährdung nicht die Wahrheit?

David Rieks, der Verteidiger von Gerhard Delling, sieht es ähnlich. Alle drei Zeugenaussagen der Jugendamt-Mitarbeiterinnen hätten gezeigt, dass der Vorwurf der Kindeswohlgefährdung in keinster Weise zutreffend sei.

Man müsse sich mit dem Gedanken beschäftigen, dass die Aussagen der Kinder womöglich - bewusst oder unbewusst - nicht die Wahrheit widerspiegeln würden.

Update, 15.05 Uhr: Block-Anwalt ordnet Zeugenaussage als "sehr glaubhaft" ein

Nach der Pause ordnet Block-Anwalt Bott die Zeugenaussage der Jugendamt-Mitarbeiterin als "sehr authentisch, sehr klar, sehr glaubhaft" ein.

Er wiederholt noch einmal die Aussage von F., dass die Kinder am 4. Januar 2024 sehr gelöst und fröhlich gewirkt hätten und es keine Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung gegeben habe. Dieser Vorwurf müsse endgültig zu den Akten gelegt werden, so der Jurist.

Block-Anwalt Ingo Bott ordnete die Zeugenaussage der Jugendamt-Mitarbeiterin Carina F. als "sehr glaubhaft" ein.
Block-Anwalt Ingo Bott ordnete die Zeugenaussage der Jugendamt-Mitarbeiterin Carina F. als "sehr glaubhaft" ein.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 14.44 Uhr: Warum widerspricht Klara der Jugendamt-Mitarbeiterin?

Diskussionen gibt es noch mal um die unterschiedlichen Darstellungen von F. und Klara bezüglich des Aufeinandertreffens am 4. Januar 2024, die Hensel-Anwalt Philip von der Meden zuvor schon angesprochen hatte.

Die Jugendamt-Mitarbeiterin erklärt, dass eine mögliche Erklärung sei, dass Klara in einem "großen Loyalitätskonflikt" gesteckt und deshalb Dinge anders geschildert habe, als sie in Wirklichkeit passiert seien.

Anschließend wird F. aus dem Zeugenstand entlassen und es folgt eine zehnminütige Pause.

Update, 14.32 Uhr: Kinder sollen laut F. "total ausgelassen" gewirkt haben

Jetzt kommt Bott noch mal auf den Termin am 4. Januar 2024 zu sprechen. Auf seine Nachfrage wiederholt F., dass die Kinder einen "total ausgelassenen" Eindruck gemacht hätten und auch die Interaktion mit der Mutter völlig unauffällig gewesen sei.

Anschließend spricht Bott F. noch einmal auf die Mail mit dem Protokoll des Termins an, die die Jugendamt-Mitarbeiterin an Christina Block geschickt hatte. F. betont, dass das "nicht ungewöhnlich" sei, dass beteiligte Personen solche Protokolle zur Verfügung gestellt bekämen.

Auf Nachfrage von Hensel-Anwalt Uecker erklärt F. allerdings, dass dem Vater das Protokoll nicht zugeschickt worden sei, nur der Mutter.

Update, 14.25 Uhr: Diskussion zwischen Bott und Hildebrandt geht weiter

Bott führt seine Befragung vor und hält F. einige E-Mails vor, an denen die Jugendamt-Mitarbeiterin allerdings gar nicht unmittelbar beteiligt war.

Hildebrandt schreitet ein und ermahnt den Anwalt, zulässige Fragen zu Tatsachen oder Empfindungen zu stellen. "Ist das jetzt eine Gelbe Karte, oder was?", erwidert Bott bissig, woraufhin Hildebrandt antwortet: "Das ist ihre Empfindung."

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt musste bei der Befragung von Carina F. durch Block-Anwalt Ingo Bott am Montag mehrfach einschreiten.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt musste bei der Befragung von Carina F. durch Block-Anwalt Ingo Bott am Montag mehrfach einschreiten.  © Marcus Brandt/dpa-Pool/dpa

Update, 14.07 Uhr: Block-Anwalt wird von Vorsitzender Richterin ermahnt

Block-Anwalt Ingo Bott startet mit seiner Befragung der Jugendamt-Mitarbeiterin und spricht F. auf Geschehnisse und Umgangsvereinbarungen in den Jahren 2016 und 2017 an.

Er wird von der Vorsitzenden Richterin ermahnt, dass es in der Verhandlung um die Entführung in der Silvesternacht 2023/24 gehe.

Bott lässt sich nicht beirren und spricht F. auf ein Gespräch mit der ältesten Block-Tochter Johanna im Jahr 2017 an. Diese habe damals entgegen der damaligen Umgangsvereinbarung nicht Weihnachten mit ihrem Vater Stephan Hensel feiern wollen. Den Grund erinnere F. nicht mehr.

Ein von der Jugendamt-Mitarbeiterin vorgeschlagenes Gespräch zur Klärung habe nicht stattgefunden, weil Hensel keine Zeit gehabt habe. Letztlich habe Johanna Weihnachten dann doch mit ihrem Vater verbracht, nachdem sie von ihrer Mutter dazu ermutigt worden sei.

Update, 13.54 Uhr: Zweiter Hensel-Anwalt hinterfragt Vorgehen von F.

Hensels zweiter Anwalt Gerd Uecker möchte wissen, ob es nicht irgendwelche Richtlinien für ein Gespräch mit Kindern gebe, deren Wohl gefährdet sein könnte.

F. antwortet ein wenig schwammig, woraufhin Uecker nachlegt, warum die Jugendamt-Mitarbeiterin die Kinder nicht konkret zu ihrem Zustand befragt habe. F. erwidert, dass sie doch mit den Kindern gesprochen und es keine Anzeichen für eine Gefährdung gegeben habe.

Anschließend geht es um eine Mail, die F. an Christina Block geschickt hat. In dieser stellte die Jugendamt-Mitarbeiterin der Steakhouse-Erbin das Protokoll des Termins zur Verfügung. Dies sei aber nicht vor der endgültigen Veröffentlichung des Protokolls passiert, versichert F.

Update, 13.40 Uhr: Hensel-Anwalt konfrontiert F. mit Darstellung von Klara

Hensel-Anwalt Philip von der Meden konfrontiert die Jugendamt-Mitarbeiterin mit dem Umstand, dass Klara den Termin am 4. Januar im Anschluss ganz anders dargestellt habe. Sie hatte unter anderem erklärt, dass F. ihr "nicht geholfen" habe.

Von der Meden findet auch verwunderlich, dass vor dem Termin nicht konkreter Thema gewesen sei, dass es sich um eine mögliche Entführung handeln könnte. "Es ging nur darum, die Kinder in Augenschein zu nehmen", erklärt F.

Hensel-Anwalt Philip von der Meden hob hervor, dass Klara den Termin am 4. Januar ganz anders dargestellt hat als Jugenamt-Mitarbeiterin Carina F.
Hensel-Anwalt Philip von der Meden hob hervor, dass Klara den Termin am 4. Januar ganz anders dargestellt hat als Jugenamt-Mitarbeiterin Carina F.  © Georg Wendt/dpa

Update, 13.32 Uhr: Keine Anzeichen für Kindeswohlgefährdung laut Carina F.

Ziel des Termins sei es gewesen, "die Kinder in Augenschein zu nehmen" und eine mögliche Kindeswohlgefährdung zu überprüfen. Anzeichen dafür habe es laut F. an diesem Tag aber "überhaupt nicht" gegeben.

Sie habe weder Verletzungen noch andere augenscheinliche Hinweise für eine Notlage der Kinder feststellen können. Die Interaktion zwischen den Kindern sei "positiv" und "ausgelassen" gewesen. Klara habe sogar über eine Neueinrichtung ihres Zimmers in dem Haus gesprochen, bei Theo sei es ähnlich gewesen.

Klara habe lediglich einmal gesagt, dass sie gern mit ihrem Vater sprechen würde, dies aber gerade nicht möglich sei.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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