Block-Prozess: Kurzer Auftritt von Ex-Anwalt, Beschluss sorgt für Unmut

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Hamburg - Verhandlungstag 75: Am Montag wird der Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) nach mehr als drei Wochen Pause fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) muss sich seit mehr als einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.
Christina Block (53) muss sich seit mehr als einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder verantworten.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

11.46 Uhr: Mittagspause

Nach der erhobenen Gegenvorstellung verliest Pinar noch eine schriftliche Erklärung ihres Mandanten, in der dieser noch einmal seine Unschuld betont.

Anschließend verkündet Hildebrandt, dass der Verhandlungstermin am 27. Oktober aus dienstlichen Gründen ausfallen müsse. Nun ist Mittagspause bis 13 Uhr.

11.30 Uhr: Gül Pinar will wissen, was ihrem Mandanten vorgeworfen wird

Die Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. erhebt eine Gegenvorstellung zu einem anderen Beschluss der Kammer vom 28. August. In einer umfangreichen Erklärung wirft sie anschließend mit Paragraphen um sich.

Im Kern geht es der Juristin vor allem um die Frage, welche Straftatbestände ihrem Mandanten vorgeworfen würden. Sie beantragt eine detaillierte Klarstellung seitens der Kammer, welche konkreten Handlungen dem Sicherheitsunternehmer angelastet würden.

11.19 Uhr: Kammer sieht keinen Anlass, den Beschluss wieder zurückzunehmen

Die Verhandlung wird fortgesetzt. Hildebrandt verkündet, dass die Gegenvorstellung nach Beratung keinen Anlass dazu gebe, den Beschluss wieder zurückzunehmen.

Anschließend hat erneut Pinar das Wort. Die Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. erhebt eine Gegenvorstellung zu einem anderen Beschluss der Kammer vom 28. August.

11 Uhr: Erneute Unterbrechung nach Gerichtsbeschluss

Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts Dr. Andreas C., bittet um das Wort und betont, dass er den Beschluss für rechtswidrig halte, wenn die Begründung die Verzögerungen durch Block-Anwalt Bott seien. Er selbst habe nie für eine Verzögerung mit etwaigen Anträgen oder ähnlichem gesorgt.

Im nächsten Atemzug erklärt Voß, dass er zwei Anträge im Petto habe, die er nun gerne verlesen würde - da am heutigen Verhandlungstag noch reichlich Zeit sei. Hildebrandt ist verwirrt und verweist auf den soeben verkündeten Gerichtsbeschluss.

Anwalt David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling, sieht in dem Beschluss eine "erhebliche Beschränkung des Verteidigungsrechts". Die Verteidiger erheben daraufhin eine Gegenvorstellung, die Kammer muss den Beschluss also noch einmal prüfen. 15 Minuten Pause.

10.49 Uhr: Kammer will das Verfahren beschleunigen und verkündet Beschluss

Als nächstes verkündet Richterin Hildebrandt den Beschluss, dass Beweisanträge und Beweisermittlungsäntrage zukünftig schriftlich und nicht mehr mündlich in der Hauptverhandlung gestellt werden müssten.

Grund sei, dass das Verfahren so beschleunigt werden solle. Dabei erinnert die Richterin auch an den mutmaßlichen Mit-Entführer Tal S., der bereits seit fast zwei Jahren in U-Haft sitze. Besonders Bott bekommt sein Fett weg, nachdem er vor einiger Zeit 18 Anträge angekündigt und dann nur drei gestellt hatte.

10.43 Uhr: Ingo Bott spricht von einer Kampagne gegen seine Mandantin

Nach dem kurzen, aber durchaus denkwürdigen Auftritt des ehemaligen Block-Vertrauten gibt es auf Bitte von Pinar eine kurze Pause.

Anschließend gibt Pinar eine kurze Erklärung zu den viel diskutierten IT-Asservate ab. Danach ergreift Bott das Wort und kommt noch einmal auf die vermeintliche Verwahrlosung der Kinder durch seine Mandantin zu sprechen. Dies seien Behauptungen von Stephan Hensel, die schlichtweg nicht der Wahrheit entsprächen.

Der Anwalt spricht in diesem Kontext von einer "Kampagne" gegen seine Mandantin. Dokumente, die Teil der Selbstleseliste seien, würden jedoch zeigen, dass es keinerlei Hinweise auf eine derartige Verwahrlosung der Kinder gebe.

10.23 Uhr: Befragung von Otmar Kury nach wenigen Minuten schon zu Ende

Die Kammer ist zurück und verkündet den Beschluss, dass die Übergabe des Fragerechts an Anwältin Pinar durch die Vorsitzende Richterin der Strafprozessordnung entspreche und daran nichts zu beanstanden sei.

Pinar könnte nun ihre Fragen stellen, verzichtet darauf allerdings - sie geht offensichtlich davon aus, dass Kury ohnehin nichts dazu sagen würde.

Stattdessen stellt Richterin Hildebrandt nun einige Fragen zum 5. Januar, die Kury bis auf ganz wenige Ausnahmen mit dem Verweis auf seine Schweigepflicht nicht beantworten kann/will. Er bezeichnet die Aussage einer Zeugin, dass es vor dem Bringen der Kinder zur Polizei an eben jenem Tag einen Streit gegeben habe, allerdings als "unwahr" und "verlogen".

Bevor er daraufhin entlassen wird, lässt es sich Kury nicht nehmen, noch einmal zu betonen, dass seine ehemalige Mandantin unschuldig sei. Anschließend verlässt er den Saal.

Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury (70) blieb nur wenige Minuten im Zeugenstand.
Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury (70) blieb nur wenige Minuten im Zeugenstand.  © Daniel Bockwoldt/dpa

10.10 Uhr: Wilde Diskussionen im Gerichtssaal

Anschließend kommt es zu wilden Diskussionen, ob der Jurist nun überhaupt befragt werden könne. Gül Pinar hätte theoretisch auch noch Fragen zum 5. Januar, doch Block-Anwalt Ingo Bott grätscht dazwischen und betont, dass Kury aus den genannten Gründen ein Zeugnisverweigerungsrecht habe und die Übertragung des Fragerechts an die Juristin durch die Richterin deshalb unzulässig sei.

Kury wird direkt wieder herausgeschickt, damit die Prozessbeteiligten den Einwand von Bott diskutieren können. Die Kammer zieht sich anschließend erneut zur Beratung zurück.

10 Uhr: Blocks Ex-Anwalt Otmar Kury erinnert an seine Schweigepflicht

Blocks Ex-Anwalt ist nun da und beantwortet zunächst die Fragen der Richterin zu seiner Person. Etwas großspurig erzählt der Jurist, dass er in einer Villa in Hamburg wohne und seine Kanzlei direkt an der Alster liege.

Bevor die eigentliche Befragung beginnt, schiebt Kury zudem ein, dass er zu den Ereignissen am 2. Januar 2024 nichts sagen könne, da er nach erneuter Prüfung schon zu diesem Zeitpunkt ein Anwaltsmandat für Frau Block gehabt habe und deshalb an seine Schweigepflicht gebunden sei.

9.50 Uhr: Sohn des Familienanwalts widerspricht Chef-Entführer David B.

Anschließend verliest Hildebrandt die schriftliche Erklärung, die Bastian C. im Juli 2026 eingereicht habe. In dieser widerspricht C. der Darstellung des mutmaßlichen Chef-Entführers David B.

Dieser hatte ausgesagt, dass es ein Treffen zwischen ihm, seiner rechten Hand Keren T. alias "Olga", Familienanwalt C. und dessen Sohn im Hotel "Grand Elysée" gegeben habe. Bei diesem sei es angeblich um die Vorbereitungen der Rückholung der Kinder gegangen. Bastian C. bestreitet in dem kurzen Statement, dass es dieses Treffen je gegeben habe.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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