Block-Prozess: Mutmaßliche Mit-Entführerin "Olga" sagt weiter aus
Hamburg - Der Prozessmarathon im Fall Christina Block (53) geht in die nächste Runde: Am 51. Verhandlungstag soll am heutigen Mittwoch erneut die mutmaßliche Mit-Entführerin Keren T. (51) alias "Olga" vor Gericht aussagen. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.
Update, 10.12 Uhr: Die Zeugin erklärt weitere Details zum Team-Meeting Ende 2023
Ende 2023 soll es eine Team-Besprechung gegeben haben, bei dem auch die Steakhouse-Erbin erschien. Das Treffen habe nach Aussage der Zeugin am 28. Dezember stattgefunden - an einem Nachmittag. Wer anwesend war? David B., zwei IT-Mitglieder sowie fünf weitere Personen und sie selbst.
Was bei dem Team-Meeting besprochen wurde? Christina Block sei dazugekommen "um dem Team zu danken", so die Zeugin. Abschließend habe sie "viel Glück" gewünscht. Gemeinsam mit der 53-Jährigen verließ "Olga" dann den Raum, in dem das Meeting stattfand.
Jedes Mitglied hat eine Aufgabe im Meeting bekommen. Tal S. und Schlomi sollten Hensel festhalten, zwei weitere sollten die Autos fahren. Andere Mitglieder sollten die Kinder festhalten, um sie in das Auto zu bringen. David B. sollte alles überwachen. Die Zeugin selbst sollte darauf achten, dass niemand von den Team-Mitgliedern zurückgelassen wird.
Update, 9.53 Uhr: Zeugin kann sich an Nachrichten aus der Chatgruppe nicht erinnern
Die Vorsitzende Richterin hält der 51-Jährigen weitere Nachrichten vor. So sei unter anderem besprochen worden, wie der Kindsvater Stephan Hensel diskreditiert werden könne.
Mehrmals wiederholt Keren T., dass sie sich an viele Nachrichten aus der Chatgruppe nicht mehr erinnere. "Es ist schon sehr lange her", so die Zeugin. Die Richterin hält ihr weiter vor, dass unter anderem ein Rückkehrkonzept übersendet worden sei.
Nach Angaben von "Olga" erinnere sie nur, dass Christina Block über das Dokument "Rückkehrkonzept" gesprochen habe. Das Dokument soll nach Angaben der Richterin per Mail an die Zeugin gesendet worden sein. Erinnern kann sich "Olga" daran nicht.
Christina Block habe nach Angaben der 51-Jährigen mit "Olga" darüber gesprochen, wie man sich zu verhalten habe, wenn die Kinder wieder zurück in Deutschland sind. Gespräche darüber, mit welchem Fahrzeug die Kinder zurücktransportiert werden sollen, habe es nach Angaben nicht gegeben.
Update, 9.37 Uhr: Prozesstag startet
Der Prozesstag beginnt mit ein paar Minuten Verspätung. Die Zeugin, Mit-Entführerin Keren T. (51) alias "Olga", kommt in den Raum. Sie ist erneut in Begleitung ihrer israelischen Anwältin und ihres deutschen Anwalts.
Die Richterin möchte von der 51-Jährigen wissen, welche Spitznamen sie für Christina Block hatte. Die Zeugin antwortet "Ladybug" - zu Deutsch: "Marienkäfer". Hinzu kommt auch der Spitzname "Lady C", der als interner Spitzname für die Steakhouse-Erbin genutzt wurde.
Die Zeugin bestätigt, dass das Team sich in einer Chatgruppe auf Signal koordiniert habe. "Diese Gruppe wurde bevor ich nach Deutshcland gekommen bin erstellt", so "Olga". Welche Themen besprochen wurden? "Ein Plan wurde dort reingeschickt". Weitere Details zu dem Plan nennt die Zeugin nicht. Die Gruppe habe den Titel „BKH“ gehabt - zu Deutsch: "Bring Kids Home" getragen.
Es werden Screenshots aus der Chatgruppe von der Richterin verlesen, unter anderem eine Nachricht von einer Person namens "Michelle". Die 51-Jährige hatte in den vergangenen Woche bereits ausgesagt, dass "Michelle" der Spitzname des mutmaßlichen Chefentführers David B. war.
Update, 9.32 Uhr: Christina Block und Gerhard Delling betreten den Saal
Mit wenigen Minuten Verspätung trifft nun auch Christina Block (53) im Verhandlungssaal ein. Auch mit dabei: Ihr Partner Gerhard Delling (67).
Damit sind nun alle Prozessbeteiligten im Raum 237.
Update, 9.11 Uhr: Hohes Besucheraufkommen am 51. Verhandlungstag
Trotz sommerlicher Temperaturen verschlägt es am Mittwoch zahlreiche Besucher ins Gebäude des Hamburger Landgerichts.
Um 9.30 Uhr soll der Prozesstag starten.
Update, 9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter
Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, ist für 9.30 Uhr die weitere Vernehmung der israelischen Zeugin Keren T. angesetzt. Weitere Zeugenaussagen sind an diesem Prozesstag nicht geplant.
In den Monaten vor der mutmaßlichen Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/2024 soll die 51-jährige Israelin nach Angaben der 53-Jährigen eine enge Vertraute der Kindsmutter gewesen sein. Damals soll die Zeugin sich "Olga" genannt haben.
Sie soll diejenige gewesen sein, welche die Steakhouse-Erbin am Neujahrsmorgen zu ihren Kindern auf einen Bauernhof in Süddeutschland führte.
Block soll "Olga" im Februar 2023 als Mitarbeiterin der israelischen Sicherheitsfirma, die eine entscheidende Rolle bei der mutmaßlichen Kindesentführung spielt, kennengelernt haben.
Update, 8.50 Uhr: Recap vom 50. Verhandlungstag
Am 20. Mai begegneten sich die Frauen zum ersten Mal seit der Entführung wieder - und das vor Gericht. Bereits am vergangenen Mittwoch sagte "Olga" vor dem Hamburger Landgericht aus. Am 50. Verhandlungstag schilderte sie unter Tränen die Vorgeschichte der mutmaßlichen Entführung.
Anfangs sei es darum gegangen, so viele Informationen wie möglich für ein Gerichtsverfahren im Sorgerechtsstreit zu sammeln, sagte die 51-Jährige vor dem Landgericht Hamburg. Am 31. Dezember sei sie zusammen mit ihrem Chef in einem Wohnmobil an die dänische Grenze gefahren.
Auf einem Parkplatz seien die beiden in zwei Autos umgestiegen und mit den anderen Mitgliedern der Gruppe zum Wohnort des Vaters gefahren. Das eigentliche Ergreifen der Kinder schilderte die 51-Jährige nicht. Auf der Fahrt nach Süddeutschland sei den Kindern eine Tasche der Mutter mit dem Teddybären, einem kleinen Kissen und einem Pullover gegeben und ihnen erklärt worden, dass sie zur Mutter gebracht werden.
Als es am folgenden Tag auf dem Bauernhof zu einem ersten Treffen zwischen Christina Block und ihren Kindern nach über zwei Jahren kam, habe "Olga" durch die Tür des Zimmers erst ein bisschen Streit gehört. Nach der Abreise der Mutter mit ihren Kindern nach Hamburg seien die 51-Jährige und die übrigen Teammitglieder nach Israel zurückgekehrt. Seitdem habe sie die Steakhouse-Erbin nicht mehr gesehen.
Titelfoto: Christian Charisius/dpa
