Hamburg - Am 56. Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) soll erneut der mutmaßliche Chef-Entführer David B. (68) aussagen. Es ist bereits der neunte Tag seiner Zeugenaussage vor dem Hamburger Landgericht. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.
13.45 Uhr: Anwältin vermutet nach der Mittagspause eine Beeinflussung
Mit deutlicher Verzögerung wird der Prozess nach der Mittagspause mit einer Frage der Anwältin Gül Pinar fortgesetzt. Sie habe beobachtet, wie Gerd Uecker direkt nach der Verkündung der Mittagspause das Gespräch mit dem Zeugenbeistand Dr. Kruse suchte. Sie verlangt Aufklärung.
"Ich vermute eine Beeinflussung", so Pinar. Die Richterin fragt Dr. Kruse, ob es eine Beeinflussung gab? "Nein, selbst wenn es so wäre, könnte ich dem standhalten", so B.
Anschließend erhält Uecker Gelegenheit zur Stellungnahme. Dieser kündigt an, dass er seine Frage gerne auch noch einmal direkt an den Zeugen richten könne. Es sei um einen Sicherheitsbericht des angeklagten Sicherheitsunternehmers gegangen, dem Mandanten von Gül Pinar.
"Das hatte ich vermutet", so Pinar. "Ich beantrage eine Unterbrechung." Als die Richterin dem nicht zustimmt, folgt ein kurzes aber sehr lautes Wortgefecht. Pinar soll in der nächsten Pause die Gelegenheit erhalten, einen Antrag zu stellen. Man sei jetzt mitten in der Zeugenbefragung.
12.23 Uhr: Mittagspause
Dr. Voß's Befragung wird für die obligatorische Mittagspause bis 13.30 Uhr unterbrochen.
12.15 Uhr: Chef-Entführer wollte aufhören
David B. gibt an, zwischenzeitlich habe er "aufhören" wollen, dies sei jedoch nicht geduldet worden. "Doch sie sagten 'Nein'", so B. Er und sein Team sollten weitermachen.
"Dr. C. war mehrfach derjenige, der uns gedrängt hat und uns immer wieder gefragt hat: Wann werden die Kinder zurück sein?", so B. Auch Christina Block habe in dieser Hinsicht Druck ausgeübt.
12.03 Uhr: "Da wussten wir, dass etwas ganz falsch gelaufen ist"
Dr. Voß fragt weiter, was der Zeuge damit gemeint habe, als er von einer "schlechten Beratung" durch Dr. C. gesprochen hat.
David B. hatte zuvor angegeben, Anfang Januar 2024 festgestellt zu haben, dass er von Dr. C. "schlecht beraten" worden sei. Nun möchte Voß wissen, worin dieser "schlechte Rat" konkret bestanden habe.
Der Zeuge erklärt, ihnen sei gesagt worden, dass sie, wenn sie die Kinder nach Deutschland zurückbrächten, keinen Ärger mit dem deutschen Staat bekommen würden. Zudem sei ihnen mitgeteilt worden, dass der "erste Entführungsversuch" keine größeren negativen Auswirkungen gehabt habe; aufgrund dessen habe man dieser Einschätzung vertraut.
Aus ihrer Perspektive sei die Entführung zunächst nicht als gescheitert anzusehen gewesen – bis zu dem Moment, als Christina Block ihnen mitgeteilt habe, dass "etwas sehr falsch" gelaufen sei und sie sofort Kontakt zu Dr. C aufnehmen müsse. "Daraus schloss ich, dass sein Rat kein guter war", so der Israeli.
"Als Christina aufgefordert wurde, die Kinder zurück nach Hamburg zu bringen, da wussten wir, dass etwas ganz falsch gelaufen ist", so B.
11.55 Uhr: Wann ist die "Einsatzzentrale" abgebaut worden?
Dr. Voß fragt anschließend nach der sogenannten "Einsatzzentrale" von B. und seinem Team in dem Gebäude, in dem sich auch die Kanzlei des Familienanwalts C. befindet. Dieser soll die Büroräume auch zur Verfügung gestellt haben.
B. gibt auf Nachfrage an, diese Zentrale sei bereits mehrere Monate vor der Entführung beziehungsweise der Silvesternacht 2023/24 "abgebaut" worden. Auf wessen Initiative dies geschehen sei, könne er nicht mehr sagen.
Die Zentrale sei vor allem dann genutzt worden, als im Zusammenhang mit Kamerainstallationen am Haus von Stephan Hensel in Dänemark operative Maßnahmen stattgefunden hätten; danach sei sie nicht mehr erforderlich gewesen.
Dr. Voß fragt nach, warum der Zeuge den vorzeitigen Abbau der Zentrale bislang nicht erwähnt habe. B. entgegnet: "Ich bin nicht danach gefragt worden." Voß erinnert ihn daraufhin daran, dass er zu einer vollständigen Aussage verpflichtet sei.
Keren T. hatte in ihrer Aussage auf Nachfrage von Dr. Voß angegeben, die Zentrale habe bis zur Silvesternacht bestanden.
11.45 Uhr: Keren T. war überrascht über die Nachfrage nach der Uhrzeit
Das Fragerecht liegt nun bei Dr. Voß, Verteidiger des Familienanwalts Dr. Andreas C. Er schließt zunächst an Botts Fragen zum Kontakt zwischen Keren T. und dem Zeugen an.
David B. erklärt, Keren T. habe ihm im Detail mitgeteilt, sie sei überrascht gewesen, nach der Uhrzeit des Treffens am 28. Dezember gefragt worden zu sein, und könne sich daran nicht erinnern. Über weitere konkrete Details habe man jedoch nicht gesprochen; es sei eher um allgemeine Befindlichkeiten gegangen, wiederholt der Zeuge.
11.39 Uhr: Es geht wieder um den 28. Dezember 2023
Ingos Bott kurze Befragung zieht sich weiter. Jetzt geht es um den Kontakt des Zeugen mit Keren T. B. erklärte, er habe zuletzt gestern [Sonntag] mit T. gesprochen; grundsätzlich stehe man täglich in Kontakt. Inhaltlich sei es dabei jedoch nicht um den Prozess selbst, sondern eher um die jeweilige Gefühlslage gegangen.
Anschließend richtet sich der Fokus erneut auf ein Treffen am 28. Dezember 2023, bei dem Christina Block den mutmaßlichen Entführern gedankt haben soll, dass diese ihre Kinder zurückbringe.
Der Zeuge betont, das Datum stamme aus einem Eintrag; und selbst wenn das Treffen bereits am 27. stattgefunden haben sollte, ändere dies aus seiner Sicht nichts am Kern der Sache. Entscheidend sei nicht der exakte Termin, sondern dass das Treffen mit Christina Block und seinem gesamten Team tatsächlich stattgefunden habe.
Bott konfrontiert den Zeugen - wie zuletzt auch Keren T. - mit der Aussage von Tal S. Dieser hatte zunächst ausgesagt, ein solches Treffen habe nicht stattgefunden, diese Aussage später jedoch korrigiert. In seiner späteren Einlassung hatte der Israeli angegeben, die das Treffen bewusst weggelassen zu haben, aus Sorge, Block "zu verbrennen".
11.26 Uhr: Anwalt greift ein -"Deutlicher geht es nicht"
Ingo Bott fragt anschließend erneut nach dem "BKH"-Signal-Chatgruppe ("Bring Kids Home") und möchte wissen, welche Erinnerungen der Zeuge daran habe, wie Christina Block während dieser Zeit auf ihn gewirkt habe.
Der Zeuge erklärt, die Gruppe sei im Frühjahr 2023 eingerichtet worden und im Laufe der Zeit schließlich überflüssig geworden. "Insgesamt hat Christina zum Zeitpunkt dieser Gruppe, wie ich schon einige Male gesagt habe, gehofft, dass auf Basis unserer Datensammlung die Kinder wieder zurück nach Hause kommen würden."
Der Anwalt von B. unterbricht die Befragung von Ingo Bott und betont, sein Mandant habe sich bereits ausführlich zur Chat-Gruppe geäußert. Diese sei erstellt worden, um Informationen über die Kinder zu sammeln und diese "nach Hause zu bringen". "Deutlicher geht es nicht", so der Verteidiger.
11.15 Uhr: "Außer bei meinem Namen bin ich mir bei gar nichts sicher"
David B. betont, dass es mehrere Meetings zwischen seinem IT-Team und auch Christina Block gegeben habe. Ingo Bott hält dem Zeugen daraufhin eine E-Mail vor, in der sich B. für ein Treffen bedankt. Im Verteiler (CC) seien zahlreiche Namen aufgeführt, der Name von Christina Block jedoch nicht.
Bott bezeichnet dies als "widersprüchlich" und fragt den Zeugen, ob er sich diesbezüglich sicher sei.
David B. entgegnet: "Außer bei meinem Namen bin ich mir bei gar nichts sicher." Zugleich ergänzt er, soweit er sich erinnere, habe es mehrere Meetings gegeben. Und: "Ich bin mir ganz sicher, dass Christina bei mindestens einem dabei war."
11.03 Uhr: "Cyber Cupula" wollte weltweit expandieren
Nach der Pause fragt Ingo Bott erneut zur Chronologie von "Cyber Cupula" nach. David B. räumt ein, dass es schwierig sei, sich an alle Details zu erinnern, betont aber, sein Bestes zu geben.
"Cyber Cupula wollte weltweit expandieren. Im Jahr 2022 haben wir Gesellschaften in England und den USA gegründet, 2023 dann auch in Deutschland", erklärt der Zeuge.
Man habe die Chancen nutzen wollen, die sich aus der Zusammenarbeit mit der Familie Block ergeben hätten. Die Tätigkeit für die Familie habe Möglichkeiten eröffnet, geschäftliche Kontakte in Deutschland aufzubauen und auch die Block-Gruppe selbst als Kunden zu gewinnen.
Christina Block hatte in ihrer Einlassung angegeben, die Firma des Zeugen sei zunächst für die IT-Sicherheit des Hotels "Grand Elysée" beauftragt worden. Sowohl David B. als auch Keren T. widersprechen dieser Darstellung und betonen, es sei von Anfang an um die Kinder gegangen.
Tatsächlich sei jedoch im September 2023 ein Penetrationstest im Hotel durchgeführt worden.
10.50 Uhr: Pause
Der Anwalt der mitangeklagten Cousine von Christina Block bittet um eine kurze Unterbrechung. Pause bis 11 Uhr.
10.43 Uhr: David B. wollte mit deutschen Unis zusammenarbeiten
Jetzt erfragt Ingo Bott. Der Block-Anwalt kündigt an, nur wenige Nachfragen zu haben.
Zunächst erkundigt er sich erneut nach der Rolle der Zeugin und mutmaßlichen rechten Hand von David B., Keren T. alias "Olga", in dessen IT-Sicherheitsfirma "Cyber Cupula" sowie nach den geschäftlichen Plänen des Zeugen in Deutschland.
David B. erklärt, man habe gehofft, gemeinsam mit der Familie V., der der Bauernhof in Süddeutschland gehört, auf den die Kinder nach der Entführung zunächst gebracht worden waren, verschiedene Projekte in Deutschland aufzubauen. Dabei sei auch eine Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten, etwa in Karlsruhe, angedacht gewesen.
10.35 Uhr: Chef-Entführer: "Die Kinder waren sehr unglücklich"
Die Nebenklage hat keine weiteren Fragen. Das Fragerecht liegt nun bei der Sachverständigen. Diese geht noch einmal ausführlich auf die Situation im Fluchtfahrzeug ein und fragt David B. insbesondere, wie es Theo und Klara seiner Einschätzung nach während der Fahrt im Fußraum ergangen sei.
Der Zeuge erklärt, ihm habe die Situation für die Kinder "sehr leid" getan. Er habe gewusst, dass es sich nicht um eine leichte Situation gehandelt habe. Ziel sei es gewesen, die Fahrt so "sicher und menschlich wie möglich" zu gestalten. Die Kinder hätten sich nach seiner Einschätzung etwa acht Minuten im Fußraum befunden.
Auf die Frage, wie die Kinder auf die Situation reagiert hätten, antwortet B., sie hätten geweint, seien geschockt und "sehr unglücklich" gewesen. Die Sachverständige hakt nach: "Was meinen Sie mit unglücklich?"
"Ich habe selbst Kinder und Enkelkinder. Dieses Kind ist seinem Vater weggenommen worden, mitten in der Nacht. Ich versuche nicht, das als etwas Nettes darzustellen!", so B.
Er habe versucht, die Belastung für die Kinder so gering wie möglich zu halten und alles zu minimieren, was die Situation zusätzlich erschweren könnte. Er habe gehofft, es würde sich alles "ausbalancieren", wenn die Kinder erstmal wieder bei ihrer Mutter sind.
10.20 Uhr: "Wir haben nicht erwartet, dass die Kinder einfach ins Auto steigen!"
"Warum haben Sie die Entführung nicht abgebrochen, als Sie gemerkt haben, dass die Kinder nicht mitwollten?", fragt Uecker den Zeugen.
David B. entgegnet: "Wir haben nicht erwartet, dass wir die Kinder nett bitten und sie einfach ins Auto steigen. Sie waren überrascht und nicht darauf vorbereitet." Der Zeuge betont erneut, dass die eingesetzte Gewalt auf das aus seiner Sicht notwendige Mindestmaß beschränkt gewesen sei.
10.10 Uhr: Zeugenbefragung beginnt
Nun beginnt die Zeugenbefragung von David B. Das Fragerecht liegt zunächst bei der Nebenklage, die heute von Gerd Uecker vertreten wird. Dieser hat bei seiner Befragung jedoch immer wieder Schwierigkeiten, da er wiederholt suggestive Fragen sowie Fragen stellt, die aus Sicht der Verfahrensbeteiligten bereits beantwortet wurden.
Für Schmunzeln im Saal sorgt ein Einwurf von Dr. Sascha Böttner, der Uecker rät, statt "dass" lieber „ob“ zu verwenden. Zudem kommt es immer wieder zu teils unnötig scharfen Wortgefechten zwischen Uecker und den Verteidigern.
10 Uhr: Christina Block ist heute "sehr angeschlagen"
Es wird weiterhin darüber diskutiert, bei wem in der Silvesternacht 23/24 das Sorgerecht für die Kinder lag. Gerd Uecker ergreift erneut das Wort und betont, die Zuständigkeit habe zu diesem Zeitpunkt eindeutig in Dänemark gelegen. Theo und Klara seien dort registriert gewesen.
Dr. Marko Voß weist diese Darstellung scharf zurück. Die Ausführungen Ueckers bezeichnet er als "untaugliche Versuche" und fügt hinzu, dieser solle sich das nächste Mal "ein bisschen mehr bemühen".
Anschließend meldet sich auch Ingo Bott nochmal zu Wort. "Meine Mandantin ist heute sehr angeschlagen", so der Anwalt und bittet das Gericht um Nachsicht. Am Wochenende habe Block "sehr emotionale Gespräche führen müssen".
Sie habe erfahren müssen, dass ihre Tochter Klara am Wochenende in Hamburg gewesen sei und dort auch ihre Tante – die Tante von Christina Block – angesprochen habe.
9.46 Uhr: Block-Anwalt: "Auf mich kommt es nicht an!"
In seiner Stellungnahme erklärt Block-Anwalt Ingo Bott (43), entscheidend sei nicht seine Sichtweise, sondern die seiner Mandantin. Diese sei die "Mutter von verschwundenen Kindern", so Bott.
Er appelliert daran, sich in ihre Lage zu versetzen: Seit Jahren müsse sie Ausführungen auf "fundierten Quellen" und durch "renommierte Fachleute" anhören, denen dennoch immer wieder widersprochen werde – zuletzt durch Gerd Uecker.
Neben Bott schließen sich alle weiteren Verteidiger dem Beweisantrag von Dr. Voß an.
9.39 Uhr: Prozess beginnt
Mit rund zehn Minuten Verspätung startet der 56. Verhandlungstag. Zunächst räumt die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt den Verfahrensbeteiligten die Gelegenheit ein, sich zu dem Beweisantrag von Dr. Marko Voß, dem Anwalt des Familienanwalts der Familie Block, von Freitag zu äußern.
Gerd Uecker, der Familienanwalt von Stephan Hensel und heutige Vertreter der Nebenklage, nutzt die Gelegenheit, um mehrere aus seiner Sicht bestehende "Fehler" in dem Beweisantrag zu erläutern.
9.11 Uhr: Keine zusätzlichen Sicherheitskontrollen
Trotz der Aussage von David B. bleibt es kurz vor Prozessbeginn überraschend ruhig. Auch die zusätzlichen Sicherheitskontrollen scheinen inzwischen der Vergangenheit anzugehören.
Bei früheren Zeugenaussagen des mutmaßlichen Chefentführers waren vor Saal 237 noch umfangreiche Kontrollen durchgeführt worden, die teilweise viel Zeit in Anspruch nahmen. Diese seien aus "Sicherheitsgründen" erfolgt, hätten aber keinen direkten Zusammenhang mit dem Prozess gehabt, wie der Anwalt von B. betonte.
9 Uhr: So geht es am Montag weiter
Wie das Gericht am Freitag mitteilte, wird am Montag nach mehr als vier Monaten die Befragung des mutmaßlichen Chef-Entführers David B. fortgesetzt.
Auch nach inzwischen acht Verhandlungstagen ist dessen Aussage noch nicht abgeschlossen. Die Nebenklage konnte ihre Befragung zuletzt wegen eines kurzen Verhandlungstermins nicht beenden und kündigte weitere Fragen zu zwei Themenkomplexen an. Danach erhalten die Verteidiger Gelegenheit zur Befragung.
Der israelische Sicherheitsunternehmer hatte zuletzt am 6. Februar 2026 ausgesagt. Zuvor war er bereits im Dezember 2025 und Januar 2026 mehrfach als Zeuge vernommen worden. Weitere für das Frühjahr 2026 geplante Termine mussten ausfallen, weil es infolge des eskalierenden Nahost-Konflikts zu Reise- und Einreiseproblemen kam.
Update, 8.50 Uhr: Recap von Freitag
Der 55. Verhandlungstag stand ganz im Zeichen der Anwälte. So hatte die Verteidigung Gelegenheit, sich zur abgeschlossenen Zeugenbefragung der mutmaßlichen Mit-Entführerin Keren T. alias "Olga" zu äußern. Block-Anwalt Ingo Bott (43) nutzte dies, um zu betonen, dass nun klar sei, dass seine Mandantin nichts von der Entführung gewusst geschweige denn sie beauftragt habe. Er sprach in diesem Zuge von einem "Wendepunkt" im Verfahren.
Auch die übrigen Verteidiger unterstrichen, dass die Ausführungen der Israelin keine belastenden Hinweise für eine Schuld der einzelnen Angeklagten gebracht hätten. Sie sprachen allesamt von zahlreichen Widersprüchen und betonten, dass das Team um den mutmaßlichen Chef-Entführer David B. offensichtlich eigenmächtig gehandelt habe.
Für Aufsehen sorgte Dr. Marko Voß, der Verteidiger des Familienanwalts Andreas C., mit einem XXL-Beweisantrag. In diesem befasste er sich umfangreich mit der familienrechtlichen Vorgeschichte der Blocks und schoss scharf gegen Hensel-Anwalt Philip von der Meden.
Dr. Voß widersprach seinem Kollegen in dessen Behauptung, das viel zitierte Aufenthaltsbestimmungsrecht habe zum Zeitpunkt der Entführung nicht bei Frau Block gelegen. Von der Meden habe in seinen Ausführungen dazu im Oktober 2025 "falsch zitiert" und "Nebelkerzen" gezündet. Der Nebenklagevertreter wies die Vorwürfe zurück.