Block-Prozess: Mutmaßlicher Entführer nahm sich Urlaub für Rückholaktion
Hamburg - Am 46. Prozesstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) soll ein weiterer mutmaßlicher Entführer als Zeuge befragt werden. Der Israeli B. soll unter anderem eines der Fluchtautos gefahren haben. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.
14.03 Uhr: Kinder wollten ihre Mutter nicht "akzeptieren"
Jetzt geht es noch einmal um die Geschehnisse auf dem Hof in Süddeutschland. Dort soll Christina Block dem Zeugen gedankt haben, nachdem die Kinder zurückgebracht worden seien.
"Sie wollte alle unsere Namen wissen und fragte, wie es uns geht", so B. Bei der Polizei habe der Zeuge zudem ausgesagt, die Unternehmerin habe angeboten, Wünsche zu erfüllen. Er erinnere sich jedoch nicht daran, einen Wunsch geäußert zu haben.
Der Zeuge berichtet weiter, die Kinder hätten ihre Mutter zunächst nicht "akzeptieren" wollen. Sie hätten geschrien und geweint. Block habe daraufhin frustriert den Raum verlassen. Am nächsten Tag sei es dann jedoch besser gewesen: "Die Kinder waren leise."
Zudem erklärt er, Tal S. sei der einzige aus dem Team gewesen, der das Zimmer der Kinder habe betreten dürfen. Dieser habe auch mehrfach mit Block und ihren jüngsten Kindern gesprochen.
13.55 Uhr: Zeuge hört Polizeisirenen: "Das fand ich seltsam"
Die Richterin geht noch einmal auf den "falsch" verlaufenen Plan ein. Der Zeuge wiederholt, die Flucht durch den Wald mit den Kindern zu Fuß zum Treffpunkt an der Grenze sei nicht geplant gewesen; eigentlich habe man "normal" mit den Kindern über die Grenze fahren wollen.
Während ein Teil der Entführer mit den Kindern durch den Wald gegangen sei, sei er auf Anweisung von David B. zurück zum Treffpunkt gefahren. Der "Chef-Entführer" sei ihm in einem weiteren Fluchtauto gefolgt. Am Treffpunkt an der Grenze, wo das Wohnmobil wartete, habe er dann Polizeisirenen und Hunde gehört.
"Das fand ich seltsam, es sollte doch alles mit den Behörden geklärt sei", so der Zeuge. Er habe David B. damit konfrontiert, woraufhin dieser nur geschwiegen habe. Irgendwann habe dieser gesagt, er solle das Auto nehmen und zurück zum Hotel fahren.
13.36 Uhr: Es geht weiter
Nach der Pause knüpft die Richterin an die Frage an, wie mit den Kindern verfahren wurde. Laut dem Zeugen sollen diese an den Füßen gepackt und über die Schultern geworfen worden sein.
"Haben die Kinder irgendwelche Reaktionen gezeigt?", will die Richterin wissen.
Der Zeuge erinnere sich nicht mehr genau, aber: "Selbstverständlich gibt es eine Art von Widerstand, wenn man jemanden gerade an seinen Füßen genommen hat", will B. wissen.
Der Zeuge habe auch gesehen, was mit Stephan Hensel passiert sei. Auf diesem hätten drei Leute – darunter Tal S. – "drauf gelegen und ihn geschlagen".
Er selbst habe das Auto nicht verlassen und das Geschehen nur beobachtet.
12.20 Uhr: Mittagspause
Es folgt die obligatorische Mittagspause bis 13.30 Uhr.
Kurz zuvor wollte die Richterin noch wissen, ob der Zeuge gesehen habe, wie die Kinder in die Autos gebracht worden seien.
"Das ging alles so schnell, aber ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass eines der Kinder von David B. selbst genommen und in den Citroën gebracht wurde", so der Zeuge.
12.10 Uhr: Zeuge vermummte sein Gesicht offenbar aufgrund von Kälte
Weiter will die Richterin wissen, von wem die Anweisung kam, dass B. während des Treffens sein Gesicht maskiert habe: "Das war David B."
"Haben Sie auch in Dänemark Ihr Gesicht verdeckt?", fragt die Richterin. Der Zeuge bejaht dies. "Warum?" "Ich habe das aufgrund der Kälte gemacht", so B. Die anderen hätte der mutmaßliche Chef-Entführer aufgefordert sich zu maskieren, wenn sie die Autos verlassen.
12.05 Uhr: Was wurde über Stephan Hensel gesagt?
Was hat David B. über Stephan Hensel erzählt?, will die Vorsitzende weiter wissen.
Bei der zweiten Konferenz in Hamburg habe dieser das Team über die Pädophilie-Vorwürfe gegen den Ex-Mann von Block informiert. Zudem sei erzählt worden, Hensel misshandle die Kinder und lasse sie nicht aus dem Haus. Zudem sei dieser nach einem ersten Entführungsversuch durch eine "serbische Gruppe" paranoid geworden.
12 Uhr: Christina Block soll von ihrer toten Mutter gesprochen haben
Die Richterin fragt weiter nach dem Treffen im Konferenzraum mit Christina Block: "Wie hat sie sich denn vorgestellt?"
"Ich erinnere mich nicht an den genauen Wortlaut, aber sie hat betont, dass ihre Eltern die Kinder wiedersehen sollen. Ihre Mutter sei sehr krank, sie hat auch ein bisschen geweint", so der Zeuge. Tatsächlich war Christa Block zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben – sie starb im Juli 2023.
11.56 Uhr: "Woher wissen Sie denn, dass die Nachricht von Christina Block kam?"
Die Richterin will wissen, wann der zweite Plan vorgestellt worden sei. Am 31. Dezember 2023, als die Nachricht von Christina Block eingegangen sei, dass die Kinder doch nicht zu Hause sein werden, sondern mit ihrem Vater im Hafen das Feuerwerk schauen würden, so der Zeuge.
"Woher wissen Sie denn, dass die Nachricht von Christina Block kam?", fragt die Richterin."Von Keren", so der Zeuge.
11.50 Uhr: Die Kinder sollten im ersten Plan aus dem Garten entführt werden
Die Richterin fragt nun nach der Aufgabenverteilung im Team. Neben ihm habe es einen weiteren Fahrer gegeben. Drei Personen, darunter Tal S., seien dafür zuständig gewesen, Stephan Hensel zu überwältigen. David B. und Keren T. seien für die Kinder verantwortlich gewesen.
Die Vorsitzende fragt nach, wie genau Hensel (der heute erneut nicht anwesend ist) überwältigt worden sein soll. Der Zeuge gibt an, bei solchen Besprechungen nicht dabei gewesen zu sein: "Ich war wirklich lediglich der Fahrer."
Er spricht von einem ersten Plan, wonach die Kinder im Garten des Hauses der Familie Hensel in Dänemark "genommen" und der Vater überwältigt werden sollte."Mir wurde nichts Genaues gesagt, von Gewalt war auf jeden Fall nicht die Rede", ergänzt der Zeuge.
11.46 Uhr: Chef-Entführer versprach dem Zeugen 10.000 Euro
David B., der als Kopf der Entführer gilt, habe dem Zeugen B. für seine Teilnahme an der Aktion 10.000 versprochen, schlussendlich habe dieser nach eigenen Angaben allerdings nur 5.000 Euro in Israel von Keren T. erhalten.
Alle Kosten vor Ort sowie Flug- und Zugtickets seien von David B. übernommen worden.
11.40 Uhr: Mutmaßlicher Entführer nahm sich für die Rückholaktion der Kinder Urlaub
"Wer waren denn die 'zwei Saudis'? Waren die schon in Israel dabei?", will die Richterin weiter wissen. B. verneint und erklärt, er habe diese erst in Deutschland kennengelernt.
Es habe sich um zwei "Computermenschen" gehandelt, die für David B. gearbeitet haben sollen. "Was hatte Herr B. denn für eine Firma?", fragt die Vorsitzende. Zeuge: "Soweit ich weiß, etwas im Bereich Informationstechnik, also Sicherung von Informationen."
Wie lange sollte der Aufenthalt in Deutschland dauern?, will die Richterin weiter wissen. "Fünf Tage", so der Zeuge. Für die Aktion habe er sich eine Woche Urlaub genommen – "Weihnachtsurlaub".
11.33 Uhr: Was meint der Zeuge mit "Hintertür"?
Die Richterin hakt erneut nach, warum die Israelis bei ihrer Ankunft im Grand Elysée Hotel durch die Hintertür gegangen seien. Dabei habe es sich lediglich um einen weiteren Hoteleingang gehandelt, nicht um den Haupteingang, stellt B. klar.
"Also haben Sie gar nicht eingecheckt?" "Nein, das hat Keren für uns gemacht, glaube ich." Keren T. und David B. sollen sich bereits zuvor im Hotel der Block-Familie aufgehalten haben.
11.30 Uhr: Wer war Mitglied der Signal-Gruppe?
Auf Nachfrage der Richterin gab B. an, damals zusammen mit vier weiteren Israelis von dem von David B. und Keren T. zusammengestellten Team nach Frankfurt geflogen zu sein.
"Wie haben Sie denn alle kommuniziert?" wollte die Richterin weiter wissen. "Keren hat uns allen gesagt, wir sollen uns 'Signal' herunterladen, und dort hat sie eine Gruppe erstellt."
"Wer war alles in dieser Gruppe?", fragt die Vorsitzende. Zeuge: "Alle".
11.20 Uhr: Es geht weiter
Nach der Pause versucht B., die Frage erneut zu beantworten: "Wie ich schon vorher sagte, meinet David B. wir können dorthin gehen und das Ganze vollbringen, das sei alles in Ordnung. Und ganz ehrlich? Wir haben ihm einfach geglaubt."
Und weiter: "Heute, im Nachhinein, verstehe ich, dass das Ganze völlig illegal war. Damals war ich jedoch fest davon überzeugt, dass es das Richtige ist."
Die Richterin geht anschließend noch einmal auf das Dokument ein. Der Zeuge hatte ursprünglich angegeben, dass dieses erst in Deutschland vorgezeigt worden sei. Dies bestätigte er erneut.
11.03 Uhr: Anwältin des Zeugen will Pause
Die Richterin fragt weiter: "Wenn in Dänemark etwas rechtlich verhindert ist – wie kann dann alles legal sein? Das verstehe ich nicht ganz." Der Zeuge verweist erneut auf das vorgelegte Dokument, könne dies rechtlich jedoch nicht weiter einordnen.
Die Anwältin des Zeugen beantragt daraufhin eine Pause, um sich mit ihrem Mandanten zu besprechen.
11 Uhr: Richterin konfrontiert mutmaßlichen Entführer
Die Richterin fragt: "Warum treffen Sie sich mit jemandem, wenn es heißt, das Thema sei Kinder zu retten, obwohl Sie Bauingenieur sind?"
Der Zeuge erklärt, er sei zum ersten Treffen mit Keren T. vor allem wegen eines Freundes gegangen. Ihm sei vermittelt worden, es gehe darum, den Kindern zu helfen. Neugier und der Gedanke, möglicherweise unterstützen zu können, hätten ebenfalls eine Rolle gespielt.
Auf die Frage, welche Qualifikation er für eine solche Aktion habe, antwortet er: "Ich habe keine besonderen Fähigkeiten."
Überzeugend sei für ihn letztlich "der Status" von David B. gewesen, der "als hochrangiger Mossad-Agent" vorgestellt worden sei. Er habe "viel Gutes für den Staat getan", und man habe ihm geglaubt. Mehrfach sei zudem betont worden, dass das Vorgehen nicht kriminell sei.
Die Richterin hakt nach: "Haben Sie das nicht hinterfragt?" Der Zeuge erklärt, er habe gefragt, warum die deutsche Polizei die Kinder nicht einfach holen könne. Daraufhin habe David B. erneut auf die Rechtslage in Dänemark verwiesen, die dem Vorgehen entgegenstehe. Auch sei ein entsprechendes Dokument (Gerichtsurteil) gezeigt worden.
10.45 Uhr: Zeuge will helfen, "Ich bin kein Krimineller und kein Verbrecher"
Zwei Tage später sei er wieder nach Israel geflogen; das Ticket dafür hätten Keren T. und David B. organisiert. Später habe es noch einmal ein Treffen mit David B. in Israel gegeben, bei dem ihnen mitgeteilt worden sei, dass die Kinder wieder bei ihrem Vater seien.
"Wir waren enttäuscht, weil wir der Mutter eigentlich helfen wollten, damit sie ihre Kinder zurückbekommt", so der Zeuge.
Im Anschluss habe zunächst kein Kontakt mehr zum Team bestanden – bis September 2024. Damals habe sich Keren T. telefonisch bei ihm gemeldet und ihn aufgefordert, keinen Urlaub zu buchen, da Tal S. in Zypern festgenommen worden sei.
Der Zeuge betont, er wolle nun den Behörden bei der vollständigen Aufklärung helfen. Er sei selbst stark bewegt: "Ich bin kein Krimineller und kein Verbrecher."
10.43 Uhr: Der Plan lief "falsch"
Am Tag der Entführung sei B. einer der Fahrer gewesen. Die Kinder selbst seien nicht in seinem Fahrzeug transportiert worden. Als das andere Fluchtauto plötzlich vom geplanten Weg abwich und die Kinder vor einem "dunklen Waldstück" absetzte, habe er erstmals das Gefühl gehabt, dass etwas "falsch läuft". Der ursprüngliche Plan sei gewesen, direkt mit den Kindern über die Grenze zu fahren.
David B. habe ihn und einen weiteren Beteiligten daraufhin angewiesen, ins Hotel zurückzukehren und dort auf weitere Anweisungen zu warten. Im Hotel habe er später "von zwei Saudis" die Anweisung erhalten, das Mietautos wieder abzugeben und mit dem Zug nach Stuttgart zu fahren.
Dort seien sie am 1. Januar 2024 vom Bahnhof abgeholt und zu dem bereits viel genannten Alpaka-Hof gebracht worden. David B. und Keren T. hätten ihnen mitgeteilt, dass "alles gelungen" sei. Später sei auch Christina Block erschienen und habe sich nochmal bei ihnen bedankt.
10.30 Uhr: Zeuge spricht von einer "goldenen Nachricht"
Kurz darauf sei dann eine "goldene Nachricht" eingetroffen: Dass die Kinder am Hafen von Gråsten mit ihrem Vater das Feuerwerk ansehen würden. Daraufhin sei das Team am 31. Dezember 2023 mit drei Autos nach Dänemark gefahren.
10.20 Uhr: Christina Block wollte ihre Kinder "zurückhaben"
Am zweiten Tag in Deutschland habe es ein weiteres Treffen gegeben, diesmal sei auch Christina Block anwesend gewesen. Bevor diese den Konferenzraum betreten habe, seien er und die übrigen Beteiligten aufgefordert worden, ihre Gesichter zu maskieren. Von wem diese Anweisung ausgegangen sei, könne B. nicht sagen.
Block habe sich sehr emotional gezeigt und "ein paar Dinge" mitgebracht, darunter "eine Art Schal sowie zwei Spielzeuge für Kinder". Die Unternehmerin habe das Team darüber informiert, dass "sie die Kinder zurückhaben will, ihre Eltern wollten die Kinder sehen", erinnert sich B.
Block habe dabei betont: "Alles soll sicher sein" und wiederholt, dass die Aktion ohne Gewalt ablaufen solle.
10.15 Uhr: Zeuge besuchte "Schloss der Königin"
Gemeinsam mit Tal S. habe B. einen "Ausflug" nach Dänemark unternommen. Dabei hätten sie unter anderem das "Schloss der Königin" sowie eine Bar besucht, die sich unweit des damaligen Hauses der Familie Hensel befunden habe.
Ziel der Fahrt sei es gewesen, die Strecke und die benötigte Zeit vom Haus des Vaters bis zur Grenze mit dem Auto zu messen.
10.10 Uhr: Nur zwei der Entführer hatten eine Kreditkarte
Im weiteren Verlauf sei es um praktische Fragen gegangen – etwa wer über eine Kreditkarte verfüge, um ein Auto zu mieten, und nur der Zeuge selbst und der Angeklagte Tal S. hätten eine gehabt.
Schließlich sei man gemeinsam mit Keren T. zum Flughafen gefahren und habe dort zwei Autos angemietet.
10.07 Uhr: Zeuge beschreibt Gesetz in Dänemark als "Hindernis"
Am 27. (bzw. 28.) Dezember 2023 sei er gemeinsam mit dem Zeugen K. nach Frankfurt geflogen und anschließend mit dem Zug nach Hamburg weitergereist. Das Hotel habe das Team über den Hintereingang betreten – "wir sind nicht über die Rezeption gegangen".
Dort sei die Gruppe von Keren T. empfangen worden, die ihnen ihre Zimmer gezeigt habe. Kurz darauf habe David B. alle in einen Konferenzraum gerufen, wo sich das gesamte Team erstmals vollständig versammelt habe.
Dort sei erneut erläutert worden, dass der Vater der Kinder, Stephan Hensel, diese in Dänemark seelisch und körperlich misshandle. Man habe ihnen erklärt, die Kinder müssten "zurückgeholt" werden, auch wenn dies nicht einfach sei, da "das Gesetz in Dänemark ein Hindernis sei".
Zur Untermauerung der behaupteten Legalität sei in Deutschland ein gerichtliches Dokument vorgelegt worden, aus dem hervorgegangen sei, dass das Sorgerecht bei der Mutter liege und die Kinder eigentlich bei ihr sein sollten.
Der Plan sei im Kern einfach gewesen: die Kinder mitnehmen und nach Deutschland bringen. "Die Mutter wartet schon auf sie, es wird in Ordnung sein", habe es geheißen.
10 Uhr: Zeuge: "Uns wurde berichtet, dass die Kinder misshandelt werden!"
Der Zeuge fragt zu Beginn: "Mit welchem Punkt soll ich starten?" "Am besten chronologisch", entgegnet die Richterin.
B. schildert, dass es ein Treffen mit David B. in Israel gegeben habe – in der Wohnung der Eltern von Keren T. Beide sollen maßgeblich an der Planung der Entführung beteiligt gewesen sein.
"Uns wurde berichtet, dass die Kinder misshandelt werden. Wir sollten ihnen und der Mutter helfen. Uns wurde auch gesagt, dass alles legal sei und die deutschen Behörden davon wüssten", betont B. gleich zu Beginn.
9.53 Uhr: Zeugenbefragung beginnt
Die Zeugenbefragung von B. (35) beginnt. An seiner Seite seine Anwältin sowie der Dolmetscher, der sonst für den Angeklagten Tal S. übersetzt. Dieser gibt an, inzwischen ausreichend Deutsch zu verstehen. Er habe die Sprache während der Untersuchungshaft gelernt.
B. gibt an, Bauingenieur zu sein.
9.50 Uhr: Der 46. Verhandlungstags beginnt
Der Prozess beginnt erneut mit einer Diskussion. Ingo Bott weist darauf hin, dass der Zeugenbeistand des Israelis K. – des mutmaßlichen zweiten Fahrers eines der Fluchtautos, der heute nicht befragt werden soll – im Zuschauerraum sitzt.
Der Block-Verteidiger bezeichnet diese "Reisegruppe Zeugenbefragung" vor dem Hintergrund der Authentizität derer Aussagen als fragwürdig. Richterin Isabel Hildebrandt entgegnet: "Es gibt keinerlei Rechtsgrundlage, ihn des Saales zu verweisen."
9.37 Uhr: Der Zeuge ist anwesend
Wer allerdings bereits anwesend ist, ist der Zeuge B. Damit ist nun auch klar, dass er persönlich vernommen werden kann.
9.31 Uhr: Beginn verzögert sich
Obwohl der Prozess offiziell um 9.30 Uhr beginnt, sind noch nicht einmal alle Angeklagten im Saal anwesend, darunter auch Christina Block (52).
Normalerweise verzögert sich der Beginn um einige Minuten, da auf Tal S., der aus der Untersuchungshaft in den Saal geführt wird, gewartet werden muss. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass zunächst alle anderen Prozessbeteiligten anwesend sind – auch die Kammer.
9.13 Uhr: Wenig Andrang
Trotz der geplanten Vernehmung eines mutmaßlich weiteren Entführers herrscht auch am Montag nur geringer Andrang vor Saal 237.
Im Gegensatz zum Zeugen David B. gibt es diesmal keine zusätzlichen Sicherheitskontrollen. Dieser war aus nicht öffentlich bekannten Gründen unter verstärkten Schutzmaßnahmen erschienen und wurde von Beamten des LKA zum Gericht begleitet.
Noch ist unklar, ob der Zeuge B. per Video zugeschaltet oder persönlich im Gerichtssaal vernommen wird
9 Uhr: So geht es am Montag weiter
Wie das Gericht am Freitag mitteilte, ist für den heutigen Montag die Vernehmung des israelischen Zeugen B. geplant. Er soll mutmaßlich einer der Fahrer in der Silvesternacht 2023/2024 gewesen sein.
Nach aktuellem Stand geht das Gericht davon aus, dass er persönlich im Gericht erscheint, andernfalls könnte die Vernehmung per Video erfolgen. Wegen des Nahost-Konflikts konnten die israelischen Zeugen zunächst nicht ausreisen.
B., ein weiterer Israeli (der mutmaßliche Fahrer des zweiten Fluchtwagens) sowie David B. und Keren T. hatten sich erst im laufenden Prozess bei der Hamburger Staatsanwaltschaft gemeldet; für ihre Aussage wurde ihnen sicheres Geleit gewährt. Ihnen drohen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls Anklagen und eigene Verfahren.
Update, 8.50 Uhr: Recap vom 45. Verhandlungstag
Am 45. Prozesstag wurde die Befragung der Hauptermittlungsführerin Merle B. (44) fortgesetzt. Im Gerichtssaal wurde die Zeugin von mehreren Verteidigern scharf angegangen. Besonders Block-Anwalt Ingo Bott (43) wiederholte seine Kritik, die Ermittlungen der Polizei Hamburg seien "auf einem Auge blind" geführt worden.
Aus seiner Sicht sei die Vorprägung durch den Vater der Kinder, Stephan Hensel, "mit Händen greifbar". Direkt an die Zeugin gewandt sagte er zudem, sie könne "vielleicht auch gar nichts dafür, dass Herr Hensel Sie um den Finger gewickelt hat".
Im weiteren Verlauf griff Bott auch die Äußerung "Er macht eine Entführung und ich mache Rückführung" auf, die Christina Block am 3. Januar 2024 gegenüber der Zeugin geäußert haben soll. Er fragte, ob sich die Zeugin mit der Bedeutung des Satzes auseinandergesetzt habe.
"Erst einmal ist es nur ein Begriff. Es heißt, Kinder von einem Ort zu einem anderen zu bringen", so die Zeugin. Sie habe den Satz allerdings so verstanden, dass Block dafür verantwortlich war, dass die Kinder wieder in Hamburg waren, und diesen als ein "Teil-Geständnis" gewertet.
Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa