Prozess: Mit-Entführerin spricht über enges Verhältnis zu Christina Block

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Hamburg - Auch der 52. Verhandlungstag im Prozess gegen Christina Block (53) stand ganz im Zeichen der Zeugenaussage von Keren T. alias "Olga". Viel Neues berichtete die mutmaßliche rechte Hand des Chef-Entführers David B. (68) dabei jedoch nicht. TAG24 war vor Ort und berichtete im Liveblog.

Christina Block (53) mit ihrem Anwalt Ingo Bott (43) am 51. Verhandlungstag.
Christina Block (53) mit ihrem Anwalt Ingo Bott (43) am 51. Verhandlungstag.  © Christian Charisius/dpa

Die Zeugin selbst blieb insgesamt eher zurückhaltend.

Besonders zäh gestaltete sich die Befragung durch Block-Verteidiger Ingo Bott (43). Auf viele Fragen zu Daten kündigte die Zeugin direkt an, sich nicht erinnern zu können – und tatsächlich war einer ihrer häufigsten Sätze: "Ich erinnere mich nicht."

Auch zu den von Christina Block in ihrer Einlassung geschilderten engen Beziehungen machte Keren T. nur spärliche Angaben.

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Der mitangeklagte Anwalt Dr. Andreas C. soll sie gebeten haben, die Steakhouse-Erbin bei ihren Fahrten nach Dänemark zu unterstützen. Er habe sie jedoch nicht beauftragt, ein enges persönliches Verhältnis aufzubauen.

Was der Familienanwalt der Blocks gesagt habe, sei für die mutmaßlichen Entführer "Gesetz" gewesen. "Er ist der Anwalt, er ist das Gesetz", erklärte die Zeugin. Zudem habe Dr. C. starken Druck auf das Team ausgeübt, die Kinder schnellstmöglich zurück nach Deutschland zu bringen.

Die Zeugin betonte erneut, dass es von Anfang an um die Kinder gegangen sei; IT-Security-Themen seien erst später im Verlauf ihres Aufenthalts in Hamburg aufgekommen. Block hatte zuvor ausgesagt, dass die IT-Firma "Cyber Cupula" von David B. für die IT-Sicherheit des Hotels "Grand Elysée" engagiert worden sei.

15.55 Uhr: Verhandlungstag ist zu Ende

Dr. Böttner hat keine Fragen mehr, damit ist der 52. Prozesstag zu Ende. Er wird am Freitag, 29. Mai 2026, um 9.30 Uhr fortgesetzt.

15.40 Uhr: Was denkt die Zeugin heute über die Geschehnisse?

Was denkt die Zeugin heute über die Geschehnisse? "Man hat uns nicht die Wahrheit gesagt", sagt Keren T.

"Dr. C. hat uns angelogen, dass alles okay sein würde, wenn die Kinder in Deutschland sind", erklärt die Zeugin weiter. Sie spielt damit auf die rechtliche Einschätzung an, die ihr und dem Team immer wieder vermittelt worden sei: dass sie im Sinne des deutschen Rechts handelten und das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei der Mutter liege.

15.39 Uhr: Zeugin: "Ich bin sensibel"

Dass die Kinder gefesselt worden seien, habe Keren T. nach eigenen Angaben erst in Israel von ihren Anwälten erfahren. Böttner konfrontiert die Zeugin jedoch mit der Aussage von David B., wonach dieser bereits im Wohnmobil davon erfahren habe – in dem die Zeugin eigentlich auch anwesend war – und darüber verärgert gewesen sei.

"Haben Sie eine Erklärung dafür, warum David B. Ihnen das nicht erzählt hat?", fragt Böttner.

"Vielleicht, weil ich sensibler bin und Christina Block näherstehe", antwortet die Zeugin.

15.28 Uhr: Wusste das Team von den Anschuldigungen der Kinder?

Tal S. hatte ausgesagt, nichts von den Vorwürfen der Kinder gewusst zu haben – und andernfalls nicht mitgemacht zu haben. Ob das Team diese Anschuldigungen ebenfalls kannte, will Böttner wissen.

"Ich wusste davon, aber ich weiß nicht, ob David ihnen davon erzählt hat oder nicht", so die Zeugin.

15.19 Uhr: Zeugin gesteht: "Ich habe mir keine Gedanken gemacht!"

Hat man sich Gedanken darüber gemacht, dass die Kinder sich wehren könnten? "Nein, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht", antwortet die Zeugin.

"Warum nicht? Sie hatten ja bereits ausgeführt, dass Sie davon ausgingen, die Kinder seien manipuliert worden. Wussten Sie von den Vorwürfen der Kinder gegenüber der Mutter wegen körperlicher Züchtigungen im Rahmen von Erziehungsmaßnahmen – als Begründung dafür, dass sie nicht mehr zur Mutter wollten?", fragt Böttner weiter.

"Ich habe von Christina gehört, dass die Kinder ausgesagt hätten, sie schlage sie und sei ein Monster", so die Zeugin.

15.10 Uhr: Stephan Hensel sollte festgehalten werden

Ingo Bott hat keine weiteren Fragen mehr. Nun hat Dr. Sascha Böttner, der Anwalt des in Untersuchungshaft sitzenden Tal S. (36), das Fragerecht.

Böttner fragt, ob von Anfang an klar gewesen sei, dass Stephan Hensel "mittels körperlicher Gewalt" überwunden werden würde oder ob es alternative Pläne gegeben habe. "Nein, der Vater sollte festgehalten werden, damit wir die Kinder nehmen können", so die Zeugin.

Wie schon David B. betont auch Keren T., dass der Plan vorgesehen habe, keine Gewalt anzuwenden – obwohl das Team davon ausgegangen sei, dass Hensel sich wehren werde.

15 Uhr: Bott spielt Tonband ab

Bott spielt der Zeugin nun einen Ausschnitt ihrer eigenen Aussage bei der Staatsanwaltschaft vor, der zunächst nur schwer zu verstehen ist. Darin ist zu hören, wie Keren T. sagt, dass "Happy New Year" keinen Sinn ergeben hätte, wenn es kein Code gewesen wäre – denn dann hätte Christina Block vermutlich einfach mit "Happy New Year to you too" geantwortet.

Daraufhin hält Bott der Zeugin den Chatverlauf zwischen ihr und Block vom 1. Januar 2024 vor. Daraus geht hervor, dass Christina Block genau das geantwortet haben soll.

14.50 Uhr: Wusste David B. von einem Code?

Nach der Pause fragt Bott jedoch zunächst: "Wusste David B., dass es einen Code geben sollte?"

Bott zeigt sich skeptisch und hält ihr die Vernehmung von David B. bei der Staatsanwaltschaft im November 2025 vor. Dort klinge es laut Bott so, als habe B. von einem solchen Code gar nichts gewusst.

14.25 Uhr: Pause

Es geht nun um den mutmaßlichen Code in Form einer SMS mit dem Inhalt "Happy New Year", den Keren T. am 1. Januar 2024 an Christina Block geschickt hatte. Dieser sei zuvor zwischen den beiden Frauen vereinbart worden und habe bedeutet, dass Block in ein bestimmtes Hotelzimmer gehen soll, wo ein Prepaid-Handy auf sie warte und sie die Kinder haben.

Bott möchte dazu eine Tonaufnahme abspielen. Es folgt eine rund zehnminütige Pause für den technischen Umbau.

14.10 Uhr: Zeugin betont: "Die irren sich!"

Es geht wieder um das viel diskutierte – wie Bott immer wieder betont "angebliche" – Treffen am 28. Dezember 2023 im "Grand Elysée", bei dem Christina Block die Tüte mit den Gegenständen der Kinder übergeben und sich bei den mutmaßlichen Entführern dafür bedankt haben soll, dass sie ihre Kinder zurückbringen.

Das Treffen habe gegen 16 oder 17 Uhr stattgefunden, es sei noch nicht dunkel gewesen. "Wer hat Frau Block über das Treffen informiert?", wird die Zeugin gefragt. "Entweder ich oder David", so ihre Antwort.

Bott konfrontiert die Zeugin damit, dass David B. von einem abendlichen Treffen gesprochen habe und weitere Zeugen es auf den 29. Dezember datieren. "Die irren sich, ich bin mir sicher, dass es der 28. war", entgegnet Keren T. Das Treffen sei mündlich oder per Telefon verabredet worden, auch mit Christina Block.

Blocks Teilnahme sei sehr kurz gewesen. Danach sei Keren T. mit ihr aus dem Raum gegangen, wo die Steakhouse-Erbin die Zeugin umarmt und auch ihr noch mal gedankt habe.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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