Blindgänger-Bombe in Köln gefunden: Sichere Entschärfung um Mitternacht!

Köln - In der Kölner Innenstadt ist erneut eine Bombe gefunden worden. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg konnte erst gegen Mitternacht erfolgreich entschärft werden.

Der Blindgänger wurde bei Sondierungsarbeiten auf dem Sportplatz im Inneren Grüngürtel gefunden.
Der Blindgänger wurde bei Sondierungsarbeiten auf dem Sportplatz im Inneren Grüngürtel gefunden.  © Horst Konopke

Wie die Stadt Köln am Mittwochnachmittag mitteilte, wurde die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe bei Bauarbeiten im Inneren Grüngürtel auf dem Sportplatz zwischen der Inneren Kanalstraße und der Aachener Straße im Stadtteil Neustadt/Nord an der Grenze zu Ehrenfeld entdeckt.

Erst vor sechs Tagen war ein anderer Blindgänger etwa 300 Meter nördlich vom jetzigen Fundort am Gymnasium Kreuzgasse gefunden worden.

Für die Entschärfung, die noch am Mittwoch stattfinden sollte, mussten nach Angaben der Stadt rund 2500 Menschen in einem Radius von 500 Metern evakuiert werden.

Evakuierung fällt aus: Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf Schiff entschärft
Bombenfund Evakuierung fällt aus: Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf Schiff entschärft

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf (KBD) und das Ordnungsamt der Stadt Köln waren über viele Stunden hinweg im Dauereinsatz.

Die Weltkriegsbombe verfügte über einen Heck- und einen Kopfzünder.

Es mussten Straßensperren im Bereich des Fundorts errichtet werden. Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Update, 12. Oktober, 6.02 Uhr: Entwarnung erst kurz nach Mitternacht

Die Anwohner wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Erst gegen Mitternacht meldeten die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf Entwarnung.

Die lange Liegezeit im Erdreich hatten den zwei Zündern so zugesetzt, dass sie nur mit besonderer Vorsicht und mit Spezialwerkzeugen unschädlich gemacht werden konnten.

Für eine reibungslose Evakuierung sorgten 124 Mitarbeitende des Ordnungsamtes der Stadt Köln, 35 Einsatzkräfte von Hilfsdiensten, zwölf Polizisten, acht Feuerwehrleute sowie Mitarbeitende von KVB und DB.

Update, 21.55 Uhr: Bombe zur Entschärfung freigegeben

Die Freigabe zur Entschärfung des Blindgängers wurde erteilt, wie die Stadt Köln am späten Abend mitteilte.

Der Vorgang werde länger als gewöhnlich dauern, da die Bombe zwei Zünder besitzt. "Die rund 2500 Evakuierten werden deshalb um Geduld gebeten", hieß es.

Update, 20.10 Uhr: Zweiter Klingeldurchgang läuft

Der zweite Klingeldurchgang hat begonnen. Wie die Stadt Köln mitteilte, verlassen die betroffenen Anwohner mit großem Verständnis und ohne Probleme ihre Häuser.

Einige Besucher des Grüngürtels seien hingegen nicht so einsichtig. Dabei gilt die Aufforderung, das Evakuierungsgebiet zu verlassen, auch für Hundebesitzer, Radler und Spaziergänger. "Erst wenn auch die Grünflächen geräumt sind, kann es weiter gehen", hieß es am Abend.

Wann die Bombe entschärft werden kann, ist demnach weiterhin unklar. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes stehen vor einer besonderen Herausforderung, weil der Blindgänger gleich zwei Zünder besitzt.

Zudem befindet sich die Bombe in einem Areal unter der Erdoberfläche, das früher eine ehemalige Mülldeponie war, sodass die Spezialisten in Schutzkleidung arbeiten, um nicht mit Schadstoffen in Berührung zu kommen.

Update, 18.50 Uhr: Bombenfund wird für kleinen Hund zum Glücksfall

Während die Maßnahmen für die Evakuierung laufen, haben sich in der Nähe der Einsatzzentrale des Ordnungsdienstes am Albertus-Magnus-Platz bemerkenswerte Szenen abgespielt. "Möglicherweise hat ein kleiner Hund sein Leben der Bombe zu verdanken", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Der Vierbeiner wurde von Anwohnern in einem Auto entdeckt, von einem Besitzer fehlte jede Spur. Weil das Hündchen stark hechelte und offenkundig dehydriert war, schlugen Ordnungshüter die Scheibe des Wagens ein und retteten das Haustier.

"Nach einer großen Schüssel voller Wasser kehrten die Lebensgeister zurück", heißt es weiter. Noch bevor der Tierrettungsdienst informiert werden konnte, tauchte plötzlich die Besitzerin an ihrem Auto auf.

Die Frau habe nicht damit gerechnet, dass sich ihr Wagen in der Oktober-Sonne noch so sehr aufheizen kann, dass es für den Hund im schlimmsten Fall tödliche Folgen hätte haben können. Sie habe sich bei den Rettern für die Befreiung ihres Vierbeiners bedankt, erklärte ein Sprecher der Stadt Köln.

Im Bereich um den Fundort der Bombe werden zahlreiche Straßen für den Verkehr gesperrt.
Im Bereich um den Fundort der Bombe werden zahlreiche Straßen für den Verkehr gesperrt.  © Horst Konopke

Update, 18.42 Uhr: Zahlreiche Straßen gesperrt, auch KVB betroffen

Die Einsatzkräfte errichten am frühen Abend zahlreiche Straßensperren. Eine vollständige Liste der betroffenen Straßen ist auf der Webseite der Stadt Köln zu finden. Unter anderem bleibt die Innere Kanalstraße zwischen Vogelsanger und Aachener Straße bis nach der Entschärfung gesperrt.

Auch die KVB-Linien 1, 7 und 142 fallen in das Evakuierungsgebiet, können aber bis kurz vor der Entschärfung ihre gewohnten Routen fahren, bevor sie umgeleitet werden.

Die Linien 1 und 7, die im Moment wegen Bauarbeiten getrennt sind, fahren dann aus Weiden bzw. Frechen kommend nur bis Moltke- bzw. Aachener Straße, wie die Stadt Köln mitteilte. Der Bus 142 wird über Weißhausstraße, Venloer Straße, Gürtel und Luxemburger Straße umgeleitet.

Update, 16.45 Uhr: Bewohner müssen ihre Häuser verlassen

Der erste Klingeldurchgang ist gestartet. Mehr als 80 Ordnungsamt-Mitarbeiter sind zurzeit damit beschäftigt, Anwohner und Geschäftsleute aus dem Gefahrenbereich zu evakuieren.

Für die Betroffenen wurde - wie schon beim letzten Bombenfund - eine Anlaufstelle in der Kölner Zentralmoschee (Venloer Straße 160, 50823 Köln) eingerichtet.

Je schneller das Gebiet geräumt ist, desto eher könne der Blindgänger entschärft werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Köln.

Welche Straßen gesperrt werden müssen und welche Linien der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und der Deutschen Bahn (DB) betroffen sind, soll zeitnah bekannt gegeben werden.

Titelfoto: Horst Konopke

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