Coronavirus in Chemnitz: MP Kretschmer appelliert an Sachsen

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 2613 Corona-Fälle (Stand: 25. November). Die meisten der Erkrankten sind jedoch bereits wieder genesen.

Mit der "Night of Light" sollte auf die schwierige Lage der deutschen Event-Branche in der Corona-Krise aufmerksam gemacht werden.
Mit der "Night of Light" sollte auf die schwierige Lage der deutschen Event-Branche in der Corona-Krise aufmerksam gemacht werden.  © Harry Härtel

Noch im Sommer schien alles zur Normalität zurückzukehren. Doch aktuell spitzt sich die Corona-Lage wieder zu.

Deshalb gilt weiterhin Maskenpflicht beim Einkaufen und auch im öffentlichen Nahverkehr. Auch an Haltestellen, auf Einkaufsboulevards und der Innenstadt muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss nun ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro zahlen.

Da diese Maßnahmen bei der Bekämpfung der Pandemie noch nicht ausreichen, haben Bund und Länder einen zweiten Lockdown beschlossen. Restaurants und Kneipen müssen wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos.

In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten.

Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Private Zusammenkünfte und Feiern sind auf 10 Personen beschränkt. Feiern, unter anderem Hochzeiten, Geburtstage, Trauerfeiern, in Gaststätten sind auch nur mit bis zu 10 Personen zulässig. Großveranstaltungen bleiben auch weiterhin verboten.

>>>Hier findet Ihr die neue sächsische Corona-Schutzverordnung, die ab 2. November bis 30. November gilt.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 25. November, 20 Uhr: Kretschmer: Kontakte bis Weihnachten konsequent beschränken

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Menschen aufgerufen, bis zum Weihnachtsfest die Kontakte konsequent einzuschränken. "Damit wir in den Weihnachtstagen mit unserer Familie feiern können", betonte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Dresden. Seit dem Nachmittag verhandeln Bund und Länder über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Kretschmer sprach von einer "positiven Stimmung", es gehe um Formulierungen und die konkreten Regelung für die Kontaktbeschränkungen.

Der Teil-Lockdown habe nicht zu sinkenden Infektionszahlen geführt, betonte Kretschmer. "Gerade in Sachsen sehen wir, die Zahlen sind viel zu hoch." Mit den aktuellen Zahlen werde man nicht über den Winter kommen und auch nicht die medizinische Versorgung sichern können. Man sei sich daher einig, dass zunächst die Kontakte reduziert werden müssten, um dann Weihnachten wieder im Kreis der Familie feiern zu können.

Ein generelles Verbot von Pyrotechnik zum Jahreswechsel soll es in Sachsen laut Kretschmer nicht geben - auch nicht für öffentliche Plätze. Jedoch sollen bei hohen Inzidenzwerten ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner schärfere Regeln für Hotspots greifen. dazu zählen etwa Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen, mögliche Ausgangsbeschränkungen und Einschränkungen im Schulbetrieb.

Laut Kretschmer habe der Bund auch für Dezember "wesentliche Wirtschaftshilfen" angekündigt - sie sollen für November und Dezember insgesamt auf rund 30 Milliarden Euro belaufen.

Um die weiter hohen Infektionszahlen zu senken, soll der befristete Teil-Lockdown bis in den Dezember hinein bundesweit verlängert und die Kontaktbeschränkungen zunächst verschärft werden. Weihnachten und Silvester sind dann Lockerungen geplant.

Update, 25. November, 18.07 Uhr: Aktuelle Zahlen in Sachsen

Die aktuellen Corona-Zahlen in Sachsen.
Die aktuellen Corona-Zahlen in Sachsen.  © TAG24

Update, 25. November, 17.18 Uhr: Landeselternrat fordert Alternativen zum Regelbetrieb an Schulen

Sachsens Landeselternrat sieht die aktuelle Situation an den Schulen "meilenweit" von einem Regelbetrieb entfernt. Es gebe nicht nur infizierte Lehrer und Schüler, sondern zahlreiche Kontaktpersonen in Quarantäne, teilte der Verband am Mittwoch mit. Viele Unterrichtsstunden müssten ausfallen. Die Eltern schlugen daher vor, verstärkt über Alternativen zu diskutieren. Unter anderem könnte die Schulbesuchspflicht aufgehoben werden, durch Klassenleiterunterricht in den Grundschulen könnten zudem weitere Kontakte vermieden werden.

Der Landeselternrat zeigte zudem Unverständnis, dass sich Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) jüngst ablehnend gegenüber dem sogenannten Wechselmodell an Schulen gezeigt hatte. Dadurch könnten zumindest Abstände eingehalten werden, hieß es.

"Egal, welche Wege nun gefunden werden, nichts davon bekommt eine Eins mit Sternchen. Aber das verbohrte Festhalten am Präsenzunterricht und Regelbetrieb ist auch meilenweit davon entfernt", äußerte sich der Vorstand des Landeselternrates in einem Schreiben.

Update, 25. November, 16.28 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Chemnitz

Insgesamt gibt es laut Stadtverwaltung zum Stand Mittwoch 2613 bestätigte Fälle in Chemnitz. Das sind 53 mehr als am Vortag. Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 239,5.

Im Krankenhaus liegen derzeit 205 Personen, davon 31 auf der Intensivstation. Drei neue Todesfälle meldet die Stadt. Insgesamt sind 19 Personen verstorben.

Von Corona betroffene Einrichtungen sind derzeit:

  • 14 Pflegeheime
  • 4 Kita/Horte
  • 19 Schulen

Update, 25. November, 15.55 Uhr: Rund 1400 Neuinfektionen und zehn neue Todesfälle in Sachsen

In Sachsen steigt die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen weiter an - allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Tagen. Laut Statistik des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch wurden binnen eines Tages rund 1400 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert.

Damit gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt 47.688 Infektionsfälle im Freistaat. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg binnen 24 Stunden um zehn auf insgesamt 716. Die Zahl der Patienten, die wegen einer solchen Erkrankung auf der Intensivstation behandelt werden müssen, liegt mittlerweile bei 363. Rund 1870 werden wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt.

Die Zahl der Neuinfektionen auf jeweils 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt in Sachsen den Angaben zufolge bei derzeit 212 - am Dienstag waren es noch 219.

Am stärksten betroffen ist nach wie vor der Erzgebirgskreis, der Landkreis Bautzen und die Region Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Am Freitag will das Kabinett in einer Sondersitzung über neue Corona-Schutzmaßnahmen für den Freistaat entscheiden.

Update, 25. November, 13.48 Uhr: Ärztekammer warnt: Medizinische Versorgung regional gefährdet

Die Landesärztekammer sieht durch das Corona-Infektionsgeschehen die medizinische Versorgung in einigen Regionen Sachsens akut gefährdet. "Ostsachsen ist schon an der Grenze der Belastbarkeit", sagte Präsident Erik Bodendieck am Mittwoch in Dresden. In Görlitz seien die Krankenhäuser schon dicht und Patienten würden verlegt. "Das ist bedrohlich und ein bedenkliches Zeichen." Die Lage im Freistaat insgesamt beschrieb er als "kritisch, aber nicht hoffnungslos".

Nach seinen Angaben werden aktuell 1447 Corona-Patienten landesweit auf infektiologischen Stationen behandelt, 324 davon auf Intensivstationen. Die Auslastung der geplanten Kapazitäten liege bei 80 beziehungsweise 75 Prozent. In den nächsten zwei Wochen werde eine Stagnation im Normalbereich, aber ein weiterer Anstieg im Intensivbereich erwartet, wobei Covid-19-Erkrankte dort länger als übliche Patienten betreut werden.

In der Region Dresden/Ostsachsen sind laut Bodendieck derzeit noch 34 Intensivbetten frei, in Chemnitz/Westsachsen 31 und in Nordsachsen 24. Auch im Erzgebirge sinken die Infektionszahlen nicht richtig, auch dort werde die Situation kritisch. Daher gelte es, Bettenkapazitäten für Corona-Patienten zu erhöhen. Dafür sollten andere Krankenhäuser wie Rehakliniken wieder zur Betreuung anderer Patienten genutzt, und, "sicherheitshalber", ein Notkrankenhaus aufgebaut werden.

Angesichts des verschärften Personalmangels im medizinischen und Pflegebereich forderte Bodendieck, das Arbeitszeitgesetz und die Personaluntergrenzen in Krankenhäusern während der Corona-Krise befristet auszusetzen. "Ärzte und Pfleger, die jetzt mehr arbeiten müssen, müssen die geleisteten Überstunden auch bezahlt bekommen und die Kliniken Personal flexibel einsetzen können." Wenn sich die Lage weiter verschärfe, müsse darüber diskutiert werden, dass infizierte und nicht erkrankte Mitarbeiter am Patienten arbeiten. "Das möchten wir lieber vermeiden, aber es könnte notwendig sein."

Die Landesärztekammer warnt: Die medizinische Versorgung sei regional gefährdet.
Die Landesärztekammer warnt: Die medizinische Versorgung sei regional gefährdet.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. November, 10.48 Uhr: Stadt Chemnitz hat die Faxen dicke: Drei Freizeitanlagen dicht!

Jetzt hat es der Stadt Chemnitz gereicht! Weil sich wiederholt nicht an die Corona-Regeln gehalten wurde, sperrt die Stadt ab Mittwoch den kompletten Konkordiapark, den Spielplatz Bunte Gärten in der Augustusburger Straße und den Bolzplatz an der Salvador Allende Straße.

Mehr Infos in unserem >>ausführlichen Bericht.

Der Konkordiapark in der vergangenen Woche: Die Abstands- und Hygieneregeln wurden missachtet. Nun zieht die Stadt Konsequenzen.
Der Konkordiapark in der vergangenen Woche: Die Abstands- und Hygieneregeln wurden missachtet. Nun zieht die Stadt Konsequenzen.  © Uwe Meinhold

Update, 24. November, 18.53 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen in Sachsen

Die aktuellen Corona-Zahlen in Sachsen.
Die aktuellen Corona-Zahlen in Sachsen.  © TAG24

Update, 24. November, 16.59 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen in Chemnitz

Insgesamt gibt es laut Stadtverwaltung zum Stand Montag 2529 bestätigte Fälle in Chemnitz. Das sind 76 mehr als am Vortag. Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 232,6

Im Krankenhaus liegen derzeit 204 Personen, davon 31 auf der
Intensivstation.

Betroffene Einrichtungen sind derzeit:

  • 14 Pflegeheime
  • 9 Kita/Horte
  • 20 Schulen

Update, 24. November, 07.13 Uhr: Marienberger Feuerwerker zittern vorm Böller-Verbot

Taugt das geplante Feuerwerks-Verbot, um strapazierte Krankenhäuser zu entlasten? "Das Gegenteil wird der Fall sein", sagt Andreas Voigt (50), Chef der Firma Blackboxx Fireworks, voraus.

Den ausführlichen Bericht könnt Ihr >>> hier lesen.

Titelfoto: Ronald Bonss

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