Coronavirus im Norden: Hamburg will Abiturprüfungen überdenken

Hamburg/Kiel/Schwerin - Das Coronavirus hat auch den Norden Deutschlands fest im Griff. 

Das öffentliche Leben in Hamburg wurde massiv eingeschränkt.
Das öffentliche Leben in Hamburg wurde massiv eingeschränkt.  © Christian Charisius/dpa

Seit Tagen müssen die Menschen mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen. 

Die Grenzen zu den Nachbarländern wurden geschlossen, seit Sonntag gilt zudem ein erweitertes Kontaktverbot für alle Bundesländer.

Die Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es >> hier im Ticker.

Update, 24. März, 20.38 Uhr: Polizeipräsident Meyer rechnet mit Katastrophenfall

Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident in Hamburg, telefoniert vor einer Sondersitzung. 
Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident in Hamburg, telefoniert vor einer Sondersitzung.   © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer rechnet im Zuge der Coronakrise mit dem Katastrophenfall in der Hansestadt. "Davon muss man ausgehen", sagte er in einem Interview des Spiegel (Dienstag). Er glaube aber, "dass das kein großer Unterschied mehr wäre zum jetzigen Zustand. Es wäre keine neue Herausforderung für die Polizei".

Mangels zu begleitender Versammlungen, Demonstrationen oder Sportveranstaltungen stünden zahlreiche Kräfte der Bereitschaftspolizei zur Verfügung, die überwachen, dass die Corona-Regeln eingehalten werden, sagte Meyer. So seien am Montag zusätzlich zum regulären Streifendienst etwa 600 Beamte aus mehreren Hundertschaften im Einsatz gewesen.

Innerhalb von zehn Tagen wurden nach Angaben des Polizeipräsidenten etwa 650 Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt. Im Schnitt gebe es pro Tag 800 Überprüfungen. "Wir agieren mit Augenmaß", betonte Meyer. Bei der Mutter auf dem Spielplatz reiche vielleicht eine Ermahnung. "Das Verhalten eines Ladenbesitzers aber, der bewusst oder wiederholt die Vorschriften ignoriert, wird als Straftat geahndet."

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Coronavirus Mehr Corona-Tote: So viele Sterbefälle gab es 2021 im Südwesten!

Die große Mehrheit der Hamburger sei vernünftig. "Aber es gibt eben Leute, die sich ohnehin nicht gern an Regeln halten und deshalb auch jetzt auffallen. Wir beobachten Verstöße durch jüngere Menschen, die sich vermutlich für unverwundbar halten, was Corona betrifft."

Bei der Polizei selbst seien bislang zwölf Mitarbeiter am neuartigen Coronavirus erkrankt, sagte Meyer. Etwa 270 Mitarbeiter hätten sich in Quarantäne befunden, weil sie in Risikogebieten gewesen waren. Das seien bei 11.000 Beschäftigten zwar nur wenige Betroffene. "Zugleich ist davon auszugehen, dass die große Welle noch kommt."

Update, 24. März, 19.42 Uhr: Regierung passt ihren Corona-Rettungsschirm an

Kiel - Schleswig-Holsteins Landesregierung hat das 500 Millionen Euro umfassende Corona-Hilfsprogramm nachjustiert. Grund ist nach Angaben der Landesregierung das von der Bundesregierung beschlossene Programm über 156 Milliarden Euro. 

Geplante Zuschüsse für kleine Betriebe und Solo-Selbständige sowie Hilfen zur Stützung mittelständischer und großer Betriebe sollen nun aus der Bundeskasse bezahlt werden, wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung sagte.

Die Landesregierung will mit ihrem Geld vor allem der von der Corona-Krise besonders betroffenen Hotel- und Gaststättenbranche mit günstigen Darlehen mit langer Laufzeit helfen. Buchholz sprach von "existenzzerstörenden Situationen" angesichts der angeordneten Schließung von Hotels und Restaurants. Ursprünglich hatte die Regierung einen Sicherungsfonds über 300 Millionen Euro für mittelständische Betriebe geplant.

"Bei der Gegenüberstellung der Programme ist schnell deutlich geworden, dass die Konditionen der Bundesregierung im Zuschussbereich für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern deutlich großzügiger bemessen und komfortabler sind als unser geplantes Landesprogramm", sagte Buchholz. Mit den ursprünglich vorgesehenen 100 Millionen Euro für Zuschüsse an Kleinbetriebe will das Land Förderlücken schließen, wo keine Ansprüche auf Bundesmittel bestehen.

Für Kleinbetriebe sieht das Bundesprogramm Zuschüsse von bis zu 9000 Euro für Gewerbetreibende und Selbstständige mit bis zu fünf sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitskräften vor. Wer zwischen fünf und zehn Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, kann bis zu 15.000 Euro erhalten.

Buchholz bat die Wirtschaft um Geduld. "Uns erreichen fast im Minuten-Takt Anfragen, wo und wie genau nun Anträge zu stellen sind. Ich kann versichern: Sowohl die Landesregierung als auch unsere Förderbanken arbeiten mit Hochdruck daran, die Hilfen so rasch wie möglich an den Start zu bringen." Es brauche aber noch einige Tage, bis die entsprechenden Formulare online seien.

Weitere je 50 Millionen Euro sollen für Kultur, Bildung, Sport sowie für die Erstattung der Elternbeiträge bereitgestellt werden. Die Kitas bleiben bis zum 19. April geschlossen.

Update, 24. März, 18.14 Uhr: Coronavirus erreicht Krankenhaus Itzehoe

Itzehoe - Das Corona-Virus ist jetzt auch im Krankenhaus Itzehoe angekommen. Erstmals wurde ein Mitarbeiter positiv getestet, wie das Klinikum am Dienstag mitteilte. Der Auszubildende befinde sich in häuslicher Isolation. Er zeige leichte Krankheitssymptome, hieß es. 

Unter den Patienten gibt es den Angaben zufolge bislang keinen bestätigten Fall einer Corona-Infektion.

Update, 24. März, 18.10 Uhr: Hamburg will Abiturprüfungen überdenken

In Hamburg könnten die Abi-Prüfungen wegfallen. 
In Hamburg könnten die Abi-Prüfungen wegfallen.   © Peter Kneffel/dpa

Hamburg - Angesichts der angekündigten Absage der Abiturprüfungen in Schleswig-Holstein wegen der Corona-Pandemie will Hamburg seine Haltung in dieser Frage neu überdenken. Durch die überraschende Ankündigung sei eine neue Lage entstanden, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. "Alleingänge sind in dieser wichtigen Frage nicht vernünftig. Deshalb werden wir jetzt zusammen mit den anderen Ländern prüfen, welche Auswirkungen die Entscheidung in Schleswig-Holstein auf das Abitur in allen anderen Ländern und in Hamburg haben wird." Dabei solle zügig für Klarheit gesorgt werden.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie für eine Absage der Abiturprüfungen und aller anderen Abschlussprüfungen ausgesprochen. "In der derzeitigen Situation und der besonderen Herausforderung nicht nur für unser Schulsystem, sondern auch jeden einzelnen von uns, halte ich diese Entscheidung für geboten", sagte sie Prien. Sie werde dem Kabinett für die Beratungen am Mittwoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorlegen.

"Ich bedaure es, dass Schleswig-Holstein im Alleingang ohne die anderen Länder zu informieren, die Abiturprüfungen komplett ausfallen lässt", sagte Rabe. "Bisher waren sich die Kultusminister darin einig, die Abiturprüfungen nicht ausfallen zu lassen."

Hamburg wollte bislang an den Abiturprüfungen festhalten. Neben den regulären Terminen ab dem 16. April sollte es Nachschreibetermine und eine zusätzliche dritte Terminschiene geben, um jedem Prüfling die Teilnahme auch im Quarantäne- oder Krankheitsfall zu ermöglichen.

Update, 24. März, 18.08 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern lässt Abi-Frage offen

Schwerin - In Mecklenburg-Vorpommern bleibt weiterhin offen, wie Gymnasiasten in diesem Jahr zum Abitur kommen. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sagte am Dienstag in Schwerin, dass derzeit Absprachen zwischen den Ländern liefen. 

Dabei werde über Szenarien gesprochen, die ein Abitur ermöglichen, auch wenn Prüfungen nicht oder nur teilweise abgehalten werden können. "Auch Mecklenburg-Vorpommern bringt sich hier mit seinen Vorstellungen umfassend ein. Mir ist wichtig, dass die Entscheidungen dazu rechtzeitig fallen", sagte Martin. 

Schleswig-Holstein hatte zuvor mitgeteilt, dass es eine Absage aller Schulabschluss-Prüfungen einschließlich des Abiturs plane. Der Landesschülerrat Mecklenburg-Vorpommerns schlug vor, zunächst an den Prüfungen festzuhalten.

Update, 24. März, 18 Uhr: Wirtschaftshilfe in Niedersachsen läuft an

Hannover - Als eines der ersten Bundesländer geht Niedersachsen in der Corona-Krise mit einem Landeshilfsprogramm für die Wirtschaft an den Start. Sobald der Landtag am Mittwoch grünes Licht für das 4,4 Milliarden-Euro-Hilfspaket gegeben hat, können Kredite und Zuschüsse bei der niedersächsischen Förderbank, der NBank, online beantragt werden. Bereits am Nachmittag solle das Antragsverfahren starten, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Dienstag. Unternehmen sollten binnen weniger Tage eine Antwort auf ihren Antrag erhalten.

Das Zuschussprogramm «Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen» richtet sich an Firmen und Selbstständige mit bis zu 49 Beschäftigten, die sich aufgrund der Corona-Krise in einer existenziellen Notlage befinden. Die Zuschüsse sind gestaffelt: bis 5 Beschäftigte gibt es 3.000 Euro, bis 10 Beschäftigte 5.000 Euro, bis 30 Beschäftigte 10.000 Euro und bis 49 Beschäftigte 20.000 Euro. Für dieses Programm sind vorläufig 100 Millionen Euro vorgesehen. Eine Hausbank ist dafür nicht notwendig. 

"Als Land wollen wir die niedersächsische Wirtschaft nicht in Stich lassen", sagte Althusmann. "Wir wollen möglichst viele Arbeitsplätze in diesem Bundesland erhalten."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lobte das schnelle Handeln in Hannover: "Ich begrüße, dass Niedersachsen seine Unternehmen in dieser Krise so schnell und umfassend unterstützt." Bund und Länder arbeiteten eng zusammen, damit Soforthilfen für kleine Unternehmen schnell und unbürokratisch ihr Ziel erreichten – sowohl aus den Länderprogrammen wie auch aus den Programmen des Bundes. 

Althusmann rief alle von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffenen Unternehmen auf, immer zu prüfen, ob Kurzarbeit möglich ist: "Dadurch lassen sich ganz kurzfristig die Personalkosten senken und die Mannschaft ist sofort an Bord, sobald die Krise vorüber ist."

Update, 24. März, 17.43 Uhr: Kieler Stadtwerke spenden 18.000 Schutzmasken

Kiel - Die Kieler Stadtwerke haben der Stadt rund 18.000 Schutzmasken geschenkt. "In der aktuellen Situation ist Solidarität gefragt", sagte Technik-Vorstand Jörg Teupen am Dienstag. Das Unternehmen hatte sich den Vorrat an Masken bereits vor Jahren zugelegt. 

Die Kieler Feuerwehr nahm die Spende den Angaben zufolge bereits entgegen. Feuerwehrleute sollen den Mundschutz bei möglichen Evakuierungen einsetzen, um sie zu rettenden Menschen zu geben. So sollen Einsatzkräfte vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus geschützt werden. 

"Dies ist ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass wir uns hier in Kiel untereinander helfen und unterstützen", sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD).

Update, 24. März, 17.37 Uhr: HSV und St. Pauli mit längerer Zwangspause

Hamburg - Den beiden Hamburger Fußball-Zweitligisten Hamburger SV und FC St. Pauli droht eine längere Zwangspause als zunächst erwartet.

Wie die Deutsche Fußball-Liga (DFL) am Dienstag mitteilte, soll der Spielbetrieb bis zum 30. April ausgesetzt werden.

Alle Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 24. März, 17.03 Uhr: 18 weitere Coronavirus-Infektionen in MV

Rostock - Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Mecklenburg-Vorpommern bis Dienstagnachmittag auf 219 gestiegen. 

Nach Mitteilung des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock waren dies 18 mehr als am Montag. 14 von ihnen mussten oder müssen noch im Krankenhaus behandelt werden, drei davon auf einer Intensivstation.

Der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger geht davon aus, dass im Nordosten rund 2000 weitere Menschen leben, die bereits jetzt infiziert sind. Diese hätten entweder noch keine Symptome entwickelt oder bei ihnen sei die Infektion sehr leicht verlaufen.

Update, 24. März, 17.01 Uhr: Niedersachsen hält an Zeitplan für Abi-Prüfungen fest

Hannover - Das Land Niedersachsen hält trotz der Corona-Pandemie am bisherigen Zeitplan für die Abiturprüfungen fest. "Zurzeit ist keine Veränderung dieser Termine geplant", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Hannover am Dienstag. 

Allerdings sei eine Verschiebung zu einem späteren Zeitpunkt nicht auszuschließen. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin hatte zuvor angekündigt, die diesjährigen Abschlussprüfungen abzusagen.

In Niedersachsen bereite das Ministerium "Alternativszenarien für den Fall vor, dass aufgrund zukünftiger Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus neue Pläne umzusetzen sind", sagte der Sprecher. 

Die Entscheidung in Schleswig-Holstein habe darauf jedoch keinen Einfluss. Sollte es Änderungen geben, werde das in den nächsten Tagen den Schulen und der Öffentlichkeit mitgeteilt. Planmäßig beginnen die schriftlichen Abiprüfungen am 20. April mit dem Fach Geschichte und enden am 13. Mai mit Sport und Informatik.

Update, 24. März, 16.59 Uhr: Weiterer Corona-Fall im Hamburger Justizvollzug

Hamburg - In Hamburg ist erstmals ein Strafgefangener im geschlossenen Vollzug positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Es handele sich um einen 34-jährigen Insassen der Sozialtherapeutischen Anstalt in Fuhlsbüttel, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne) am Dienstag. Der Mann habe lediglich leichte Symptome und sei in der Einrichtung isoliert worden. Derzeit werde geprüft, mit wem er Kontakt hatte. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen würden eingeleitet, sagte Steffen. Zumeist sind die Insassen der Sozialtherapeutischen Anstalt in Wohngruppen untergebracht.

Am Montag war ein erster Corona-Fall im Hamburger Strafvollzug bekanntgeworden. Der 30-Jähriger Insasse der JVA Glasmoor war aber im offenen Vollzug, kann sich also auch außerhalb der Anstalt infiziert haben. Auch er wurde in der Einrichtung unter Quarantäne gestellt.

Unter den Justizbediensteten der Stadt gibt es Steffen zufolge mittlerweile drei positiv auf das Virus getestete Mitarbeiter. In 196 Fällen befänden sich Justizbedienstete derzeit in häuslicher Quarantäne.

Update, 24. März, 16.49 Uhr: Zweiter Todesfall in Hamburg

Hamburg - In Hamburg hat es in den zweiten Todesfall gegeben! Wie die Gesundheitsbehörde auf TAG24-Nachfrage bestätigte, sei am Sonntagabend ein 52-jähriger Mann an den Folgen des Virus verstorben. Dies ergab ein Todesermittlungsverfahren.

Der Verstorbene sei mit leichten bis mittelschweren Symptomen aus dem Skiurlaub in St. Moritz (Schwiez) nach Hamburg zurückgekehrt und befand sich seit mehreren Tagen in häuslicher Quarantäne.

Noch ist unklar, ob der Mann an Vorerkrankungen litt.

So sieht die Verteilung der Corona-Infizierten in Hamburg aus.
So sieht die Verteilung der Corona-Infizierten in Hamburg aus.  © TAG24

Update, 24. März, 16.42 Uhr: Polizei weist 87 Autos zurück

Rostock - Noch immer haben nicht alle Menschen die Ansagen der Politik verstanden. Wie die Polizei Rostock erklärte, wurden an den Kontrollstellen zur Überprüfung des Einreiseverkehrs in das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1759 Fahrzeuge kontrolliert.

Davon mussten 87 Fahrzeuge mit 147 Personen abgewiesen werden. Zu den Vortagen ist dies allerdings ein Rückgang.

Zudem mussten die Beamten sechs Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Dies betraf beispielsweise größere Personengruppen, die sich in der Öffentlichkeit trafen oder Personen, die sich zu touristischen Zwecken in ihrem Zweitwohnsitz aufhielten.

Update, 24. März, 16.25 Uhr: Zwei Todesfälle in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der Corona-Infizierten in Niedersachsen ist am Dienstag auf 2071 gestiegen, das sind 292 mehr als am Vortag. Der prozentuale Anstieg sei inzwischen deutlich geringer als in der vergangenen Woche, sagte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. 

306 Betroffene befinden sich demnach im Krankenhaus, 60 davon müssen auf der Intensivstation beatmet werden. Acht Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. 

Neue Todesfälle waren ein 57 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen, den der Kreis Emsland meldete, sowie eine Über-80-jährige Wolfsburgerin, die in der täglichen Erfassung des Gesundheitsministeriums aufgeführt wurde.

So verteilen sich die Corona-Infizierten auf Niedersachsen.
So verteilen sich die Corona-Infizierten auf Niedersachsen.  © TAG24

Update, 24. März, 16.02 Uhr: TV-Koch Mälzer liefert Essen an Helfer aus

Hamburg - Starkoch Tim Mälzer und zahlreiche weitere Hamburger Gastronomen haben sich zusammengeschlossen und kochen für die zahlreiche Helfer während der Corona-Krise.

Unter dem Motto "Kochen für Helden" werden unter anderem für Ärzte, Pflegekräfte oder Mitarbeiter in Apotheken und Supermärkten beliefert.

Alle Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 24. März, 15.44 Uhr: Prien für Absage der Abiturprüfungen in Schleswig-Holstein

Kiel - Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich wegen der Corona-Pandemie für eine Absage der Abiturprüfungen in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Sie werde dem Kabinett am Mittwoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorlegen, sagte Prien am Dienstag. 

Auch die Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und zum mittleren Schulabschluss sollen in diesem Schuljahr nicht abgenommen werden.

Alle Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 24. März, 15.15 Uhr: Zahl der Infizierten in Bremen und Niedersachsen steigt weiter an

Bremen/Hannover - Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Bremen und Niedersachsen weiter angestiegen.

Wie das Robert-Koch-Institut vermeldete, stieg die Zahl in Bremen um 12 Neuinfektionen auf 183 Menschen in, in Niedersachsen um 281 auf 1764 Fälle.

Update, 24. März, 15.12 Uhr: SPD lehnt Absage aller Abiturprüfungen ab

Kiel - Die SPD hat sich gegen eine Absage der Abitur- und weiter Abschlussprüfungen angesichts der Corona-Krise an den Schulen in Schleswig-Holstein ausgesprochen. "Auch wenn es im Mai keinen Eurovision Song Contest gibt, muss die Punktevergabe an den Schulen möglich sein", sagte der SPD-Bildungspolitiker Kai Vogel am Dienstag. 

Das Bildungsministerium müsse so schnell wie möglich Klarheit schaffen, in welcher Form und mit welchen Fristen in diesem Jahr das Abitur und die anderen Prüfungen abgelegt werden können.

Zwei Hamburger Schüler haben angesichts der Corona-Pandemie eine Petition zur bundesweiten Absage der Abitur-Prüfungen gestartet. Stattdessen soll in diesem Jahr jeder Schüler deutschlandweit ein sogenanntes Durchschnittsabitur erhalten, heißt es darin. Dabei soll ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Semesterergebnisse der vergangenen vier Halbjahre errechnet und als Abiturnote festgelegt werden. 

Die beim Internetportal "change.org" veröffentlichte Petition haben bis Dienstagnachmittag rund 76.000 Unterstützer unterzeichnet.

Update, 24. März, 15 Uhr: 57 Jahre alter Corona-Patient im Emsland gestorben

Meppen - Ein 57 Jahre alter Corona-Patient mit einer schweren Vorerkrankung ist in der Nacht zum Dienstag im Landkreis Emsland gestorben. Das teilte der Landkreis in Meppen mit. 

Zur Art der Vorerkrankung gab es keine Angaben. Landrat Marc-André Burgdorf (CDU) drückte den Angehörigen sein Mitgefühl aus. 

In Niedersachsen wurden bis Dienstagnachmittag 2071 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Bis Montag waren sechs Infizierte im Land gestorben.

Update, 24. März, 14.54 Uhr: Rostocks OB Madsen: Bislang keine Infizierten bei Corona-Testaktion

Rostock - Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat sich positiv über den Verlauf der prophylaktischen Corona-Tests bei Mitarbeitern in Risikobereichen gezeigt. Insgesamt seien seit Samstag etwa 2000 Mitarbeiter getestet worden. 

"Darunter ist bisher kein positives Testergebnis", teilte die Stadt am Dienstag mit. Getestet wurden insbesondere Feuerwehrleute, Polizisten, Krankenhausmitarbeiter sowie ambulante und stationäre Pflegekräfte.

Ziel der Aktion, die gemeinsam mit dem Biotechnologie-Unternehmen Centogene ablief, war es, Risiken schneller zu erkennen. "Wer sich jetzt nicht in Quarantäne begeben kann, weil seine Arbeit systemrelevant ist, darf nicht selbst zum Risiko werden. Mit regelmäßigen Tests können wir dieses Risiko signifikant minimieren", sagte Madsen.

Er bezog sich auf den Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. Dieser habe jüngst einen Appell an die Kommunen gerichtet und die Verantwortlichen aufgefordert, alles Mögliche zu tun, um eine Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Die Aktion solle weitergeführt werden. Die Höhe der Kosten teilte die Stadt nicht mit.

Update, 24. März, 14.41 Uhr: Tschentscher bedauert "unfreundliche Episode" mit Schleswig-Holstein

Hamburg - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat die von Schleswig-Holstein zunächst verbotene Nutzung von Hamburger Zweitwohnsitzen im nördlichen Nachbarland als eine "sehr unfreundliche Episode" bezeichnet. Er habe am Montag mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) telefoniert und ihm berichtet "wie das hier wahrgenommen wird", sagte Tschentscher am Dienstag. "Er hat gesehen, dass das etwas ist, was das freundschaftliche Verhältnis in der Metropolregion durchaus belastet."

Günther sehe das "genau wie ich mit großer Sorge, dass es hier zu diesen sehr unfreundlichen Situationen gekommen ist", sagte der Bürgermeister. Es sei gut gewesen, dass die schleswig-holsteinische Landesregierung später klargestellt habe, dass diejenigen, die sich schon in ihren Ferien-Zweitwohnsitzen befinden, nicht nach Hamburg zurückgeschickt werden. 

"Es geht den Schleswig-Holsteinern darum, dass es zu keinen zusätzlichen touristischen Aufenthalten kommt", sagte Tschentscher.

Update, 24. März, 14.24 Uhr: Grüne fordern Zulage für Pflegekräfte

Hannover – Angesichts der Corona-Epidemie haben die Grünen in Niedersachsen eine Zulage für Pflegekräfte gefordert. 

"Eine Zulage für Pflegekräfte wäre die richtige und fällige Anerkennung für den schon jetzt enormen Einsatz und die noch bevorstehenden hohen Belastungen der Pflegekräfte", sagte die Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg am Dienstag in Hannover. 

Das derzeit massiv belastete Pflegepersonal in den Kliniken brauche bessere Arbeitsbedingungen. Höhere Zulagen im Zuständigkeitsbereich des Landes seien ein Signal an die privaten Kliniken und ein Anreiz für Menschen, die ihren Beruf derzeit nicht ausübten.

Angesichts der geplanten Verabschiedung eines 4,4 Milliarden Euro schweren Hilfspakets wegen der Corona-Krise am Mittwoch im Landtag forderten die Grünen weitergehende Hilfen. "Wir unterstützen den ersten Nachtragshaushalt zum Haushaltsplan 2020", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Stefan Wenzel. 

Der Nachtragshaushalt müsse sicherstellen, dass Krankenhäuser alles bekämen, Tests ausgeweitet würden und erste Hilfen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich ausgezahlt werden. 

In der Zwischenzeit müsse aber ein weiterer Nachtragsetat insbesondere mit vorgezogenen Investitionen der öffentlichen Hand vorbereitet werden, sagte Wenzel.

Update, 24. März, 14.22 Uhr: Abwahl von Timmendorfs Bürgermeister verschoben

Timmendorfer Strand – Wegen der Corona-Krise bleibt der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Robert Wagner, vorerst im Amt. 

Ursprünglich hatte die Gemeindevertretung des Ortes in ihrer Sitzung am Donnerstag (26. März) über die Abwahl des parteilosen Verwaltungschefs abstimmen sollen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus seien jedoch alle Sitzungen des Gremiums bis auf weiteres abgesagt worden, sagte der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Unabhängiger Bürger (WUB), Andreas Müller, am Dienstag. Deshalb sei unklar, wann über den Antrag abgestimmt werden könne.

Fünf der sechs in der Gemeindevertretung sitzenden Fraktionen halten das Vertrauensverhältnis zu Wagner für nachhaltig gestört und haben sich für seine Abwahl ausgesprochen. 

Die Kommunalpolitiker werfen ihm unter anderem einen rüden Umgangston mit Mitarbeitern, eine verfehlte Kommunikationspolitik und eigenmächtiges Handeln vor.

Update, 24. März, 14.18 Uhr: AfD kritisiert Zwangsschließung von Bau- und Gartenmärkten

Schwerin – Statt Schließung der Baumärkte und Umstellung auf Lieferservice schlägt die AfD im Schweriner Landtag strikte Zugangsregeln für diese Verkaufseinrichtungen vor. 

"Um das Infektionsrisiko für die Bürger in Baumärkten gering zu halten, sollte lediglich eine bestimmte Anzahl an Kunden, unter Beachtung des Sicherheitsabstandes, den Markt betreten dürfen. Für die Baumärkte und die Wirtschaft ist es allemal sinnvoller, Mitarbeiter als "Aufpasser" abzustellen als keinen Umsatz zu machen", erklärte AfD-Fraktionschef Nikolaus Kramer am Dienstag in Schwerin.

Nach seiner Auffassung ist die am Montag von der Landesregierung verfügte Schließung von Bau- und Gartenmärkten überzogen. "Es muss den Bürgern weiterhin möglich sein, kleinere bauliche Maßnahmen und handwerkliche Tätigkeiten ausführen zu können und dafür in den Baumärkten des Landes einkaufen zu dürfen", forderte Kramer. Zudem seien in Zeiten von Quarantäne und Kontaktsperre Garten- und Heimarbeit "eine willkommene Abwechslung, um einem "Lagerkoller" vorzubeugen".

Gewerbliche Kunden werden dem Beschluss der Landesregierung zufolge in Garten- und Baumärkten weiterhin bedient. Für Privatkunden dürfen die Märkte Liefer- und Abholdienste einrichten. Damit sollen soziale Kontakte weiter reduziert und die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

Update, 24. März, 14.13 Uhr: Innensenator Grote sieht neue "Corona-Kriminalität"

Der Innensenator von Hamburg, Andy Grote (SPD), gestikuliert während einer Pressekonferenz. 
Der Innensenator von Hamburg, Andy Grote (SPD), gestikuliert während einer Pressekonferenz.   © Regina Wank/dpa

Hamburg – Die sich ausbreitende Corona-Pandemie hat nach Angaben von Hamburgs Innensenator auch Auswirkungen auf die Kriminalität. 

"Wir stellen fest, dass es eine neue Corona-Kriminalität gibt", sagte Andy Grote (SPD) am Dienstag. So würden Betrüger sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben. "Wir haben auch falsche Polizisten, die sich mit einer Corona-Erläuterung Zutritt zu Wohnungen verschaffen wollen."

Die Straftäter seien "sehr agil und haben sich schnell an die Lage angepasst", sagte Grote und rief die Bürgern dazu auf, "sehr, sehr vorsichtig" zu sein. Bei anderen Delikten sei hingegen ein Rückgang der Fälle zu beobachten.

Hinsichtlich der Einhaltung der Kontakteinschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie seien die Übertretungen "sehr überschaubar". 

Seit Montag sei eine "mittlere zweistellige Zahl" von Verstößen festgestellt worden, die zu Strafanzeigen geführt habe. In der Regel hätten sich die Betroffenen einsichtig gezeigt, sagte Grote.

Update, 24. März, 14.10 Uhr: Hebammen leiden unter Corona-Pandemie

Westerland/Sylt – Für die Arbeit der Hebammen in Schleswig-Holstein hat die Corona-Pandemie tiefgreifende Auswirkungen. 

Bei vielen freiberuflichen Hebammen stehe die Sorge über das richtige Vorgehen rund um die häusliche Betreuung von Schwangeren und ihren Familien im Vordergrund, sagte die Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein, Anke Bertram. "Aktuell steigt die Zahl der frühzeitigen Entlassungen und der ambulanten Geburten. Das erfordert eine noch intensivere Betreuung durch eine Hebamme zuhause."

Zum Schutz der Familien aber auch der Geburtshelferinnen vor möglichen Anstecken mit Sars-Cov-2 böten Hebammen einen Teil ihrer Leistungen digital an. So seien neben Beratungen in der Schwangerschaft und im Wochenbett auch die von Hebammen angebotenen Kurse in digitaler Form ab sofort mit den Krankenkassen abrechenbar. 

Darauf haben sich den Angaben zufolge der Spitzenverband der Krankenkassen und die Hebammenverbände verständigt. Diese Ausnahmeregelung endet bis auf weiteres am 19. Juni 2020.

Die Sylterin Bertram dankte ihren Kolleginnen und deren geburtshilflichen Teams, "die sich unter den ohnehin erschwerten Bedingungen in der Geburtshilfe über ihre Grenzen hinaus den zusätzlichen Herausforderungen der Corona-Krise stellen". 

Nun müsse es uns nur noch gelingen alle Hebammen ausreichend mit Schutzbekleidung zu versorgen. Nach Angaben Bertrams ist vielerorts keine Schutzkleidung verfügbar und Desinfektionsmittel knapp.

Update, 24. März, 13.24 Uhr: Auswirkungen auf Profisport

Kiel – Die gegenwärtige Corona-Pandemie wird den gesamten Profisport aus Sicht von Marc Weinstock in den kommenden Jahren nachhaltig beeinflussen. 

"Das Gehaltsniveau wird in ganz vielen Sportarten sinken", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Handball-Bundesligisten THW Kiel in den "Kieler Nachrichten" (Dienstag): "Wir erleben derzeit die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg."

In der Handball-Bundesliga soll vom 23. April an wieder gespielt werden. Für den 53-jährigen Aufsichtsratschef des deutschen Rekordmeisters ein utopisches Datum: "Betrachtet man die gesamte gesellschaftliche Entwicklung – das Social Distancing wird in den kommenden Wochen eher noch zunehmen. Darum denke ich, dass wir bis zum 30. Juni nicht mehr spielen werden. Und das gilt sowohl für die Bundesliga als auch für das Final Four im DHB-Pokal."

Geisterspiele seien für die Handballer, anders als für den Fußball, keine Lösung: "Im Fußball machen die Fernsehgelder den größten Einnahmeposten aus. Im Handball hingegen erzielen wir ungefähr 80 Prozent der Einnahmen aus Zuschauer- und Sponsorengeldern. Darum machen Geisterspiele für uns keinen Sinn", sagte Weinstock.

Update, 24. März, 13.17 Uhr: Zahl der Infizierten steigt in Hamburg auf 1237

Hamburg – Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Hamburger ist auf 1237 gestiegen. 

Den starken Anstieg um 248 Fälle seit dem Vortag erklärte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag mit einem Softwareproblem. Tatsächlich habe es in den vergangenen Tagen einen konstanten Anstieg um jeweils rund 150 Fälle gegeben.

Von den Infizierten sind 72 in stationärer Behandlung, 18 befinden sich auf einer Intensivstation. Am Vortag waren 55 Personen in stationärer Behandlung, davon 14 auf einer Intensivstation. Hinzu kommen vier weitere Intensivpatienten von außerhalb Hamburgs. 

Die Hamburger Krankenhäuser verfügen über 640 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten. Diese Kapazitäten sollen nach Angaben der Senatorin verdoppelt werden.

In Hamburg würden derzeit täglich mehr als 3.500 Menschen auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. Rund 20 Prozent der Tests zeigten positive Ergebnisse, 80 Prozent verliefen negativ. 

Das Verfahren, nur bei Krankheitssymptomen oder einem besonderen Hintergrund des Betroffenen zu testen, habe sich bewährt.

Update, 24. März, 12.46 Uhr: Verstoß gegen Allgemeinverfügung

Bremen – Mehrere Männer aus einer islamischen Gemeinde in Gröpelingen haben sich am Montagabend in ihren Räumen getroffen. Einsatzkräfte forderten sie auf, das Treffen zu beenden.

Die sieben Gemeindemitglieder hatten beschlossen in ihren Räumen Gesellschaftsspiele zu spielen. Die Polizisten erklärten den Männern, dass ihr Verhalten nach der jüngst erlassenen Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus eine Straftat darstellt und fertigten eine entsprechende Strafanzeige.

Die Polizei appelliert: Bitte haltet Euch an die Maßnahmen im Sinne der Allgemeinverfügung. Wenn Ihr zu Hause bleiben könnt, dann tut das auch. Es kommt auf jeden einzelnen an. Solltet Ihr Verstöße gegen die Allgemeinverfügung feststellen, benachrichtigt bitte die Polizei.

Update, 24. März, 12.38 Uhr: Mietausfälle noch kein Thema

Hannover – Der Deutsche Mieterbund Niedersachsen/Bremen (DMB) rechnet erst in einigen Wochen mit dem Risiko möglicher Mietrückstände durch die Corona-Krise. 

Derzeit gebe es kaum Anfragen von Mitgliedern, sagte Landesgeschäftsführer Randolph Fries am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist im Moment kein Thema." Mit Blick auf die Einkommenslage bei den Mietern betonte er, dass meistens zuerst noch Überstunden und Urlaube verrechnet würden und dann oft Kurzarbeitergeld greife.

Er wies darauf hin, dass Vermieter erst beim Ausbleiben von zwei vollständigen Monatsmieten das Recht auf fristlose Kündigung hätten. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen zählt mehr als 100.000 Mieterhaushalte als Mitglieder.

Fries, der zugleich Präsidiumsmitglied des Deutschen Mieterbundes ist, sagte, dass nur etwa 50 Prozent der Vermieter große Wohnungsunternehmen seien. "Die anderen 50 Prozent sind Privateigentümer, denen die Corona-Krise möglicherweise auch zusetzt. Und denen bricht dann noch die Miete weg." Es sei niemandem geholfen, in diesem Falle Vermieter und Mieter gegeneinander zu hetzen. "Die meisten Mieterverhältnisse sind aber sowieso befriedet."

Der DMB habe gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) einen "Sicher-Wohnen-Fonds" gefordert. Daraus sollten bei Mietproblemen während der Corona-Krise Zahlungen finanziert werden. 

Dies bedeute aber in keinem Fall, dass die Mieter frei von Zahlung seien, betonte Fries. Mieten müssten so oder so gezahlt werden.

Update, 24. März, 12.32 Uhr: Weniger Kriminalität wegen Corona

Hamburg – Die von der Politik aufgrund der Corona-Pandemie verordneten Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens haben positive Auswirkungen auf die Kriminalstatistik. 

"Grundsätzlich haben wir allgemein einen Rückgang bei den Delikten", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Hamburg. Auch die Zahlen wegen häuslicher Gewalt seien nicht gestiegen. "Im Moment sehen wir da keine Auswirkungen. Warten wir mal ab, wie sich das entwickelt."

Selbst Einbrüche in Ladengeschäfte scheinen für Einbrecher, die sich sonst auf Wohnhäuser konzentriert haben, kein Thema zu sein. Auch diese Zahlen seien nicht gestiegen. 

Die Gründe für den deutlichen Rückgang der registrierten Straftaten und Delikte sind dem Sprecher zufolge eindeutig: "Weil keiner auf der Straße ist. Es kann keiner beraubt oder bestohlen werden. Es ist keiner da"» Konkrete Zahlen nannte der Sprecher nicht.

Update, 24. März, 12.24 Uhr: Grote empfiehlt Absage von Sitzungen der Gemeindevertetung

Hans-Joachim Grote (CDU), Innenminister von Schleswig-Holstein spricht auf einer Pressekonferenz.
Hans-Joachim Grote (CDU), Innenminister von Schleswig-Holstein spricht auf einer Pressekonferenz.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Kiel – Wegen der Corona-Pandemie hat Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) zur Absage von Sitzungen der Kommunalvertretungen geraten. 

"In der gegenwärtigen Situation ist zu empfehlen, Sitzungen - auch Ausschüsse - bis auf Weiteres nur in solchen Fällen durchzuführen, in denen eine zeitnahe Befassung und Entscheidung durch die Vertretung zwingend notwendig ist", sagte Grote am Dienstag. 

Die Entscheidung liegt in der Hand der Gremien. Sitzungen von Gemeindevertretungen oder Kreistagen fallen nicht unter das Verbot öffentlicher Veranstaltungen.

Das Innenministerium hat aufgrund der Corona-Lage keine Bedenken, wenn durch Absagen die für Sitzungen der Gemeindevertretungen oder der Kreistage geltende Vierteljahresfrist überschritten wird. Sollten Sitzungen dennoch stattfinden müssen, müssten die Empfehlungen über Mindestabstände eingehalten werden.

"Um einen ausreichenden Abstand zwischen den Teilnehmern der Sitzungen gewährleisten zu können, ist auch ein Ausweichen in Sporthallen, Schulen oder Gaststätten möglich, wenn dort keine Speisen oder Getränke serviert werden", sagte Grote. 

Im Falle von Erkrankungen seien auch sogenannte Pairingabsprachen möglich, um in diesem Fall die Mehrheitsverhältnisse zu wahren.

Update, 24. März, 12.18 Uhr: Blutspenden weiterhin möglich

Lütjensee – Blutspenden sind trotz der verschärften Kontaktregeln möglich. 

Das Blutspendewesen gelte als systemrelevante Einrichtung in der Krankenversorgung, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Dienstag mit. 

Auch in den nächsten Wochen werde es daher weiter regelmäßig Blutspendetermine in Schleswig-Holstein und Hamburg geben. Das Terminangebot wird hierbei auf einzelne ausgewählte Spendeorte konzentriert, welche die Einhaltung notwendiger Hygiene- und Abstandsregeln zum Schutz der Spender und des Personals ermöglichen.

Zu den Hygienemaßnahmen gehört nach Angaben einer Sprecherin, dass Personen mit Erkältungssymptomen, Fieber und Durchfall nicht zur Blutspende zugelassen werden. Spendewillige sollten sich tagesaktuell auf der Website des DRK-Blutspendedienstes über stattfindende Termine informieren. 

Nach Möglichkeit sollte für die einzelnen, ausgewählten Spendeorte eine Terminreservierung im Internet genutzt werden. Dies helfe, die Anzahl von Anwesenden auf Terminen zu steuern und die Abstandsregeln einhalten zu können, sagte die Sprecherin.

Update, 24. März, 12.17 Uhr: Erstkommunionsfeiern müssen verschoben werden

Hamburg – Die eigentlich für die kommenden Wochen geplanten Erstkommunionsfeiern der katholischen Kirche in Schleswig-Holstein, Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und Hamburg müssen aufgrund der Corona-Krise verschoben werden. 

Bis zum 30. April werden im Erzbistum Hamburg alle Gottesdienste, Versammlungen, Veranstaltungen und Sitzungen jeglicher Art abgesagt, teilte das Erzbistum mit. Dazu gehören auch Feiern der Erstkommunion und Firmungen.

Aber auch traditionsreiche Veranstaltungen wie der Lübecker Kreuzweg, zu dem sich am Karfreitag alljährlich mehrere Hundert Christen verschiedener Konfessionen treffen, müssen den Angaben zufolge entfallen. Historiker halten den 1.493 angelegten Lübecker Kreuzweg für den ältesten in Deutschland, der noch begangen wird. 

Er soll an den Weg erinnern, den Jesus gemäß der Überlieferung nach seiner Verurteilung bis zum Ort seiner Kreuzigung in Jerusalem gegangen ist.

Update, 24. März, 10.53 Uhr: 544 bestätigte Fälle in Schleswig-Holstein

Eine Straßenkreuzung ist wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus leer.
Eine Straßenkreuzung ist wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus leer.  © Frank Molter/dpa

Kiel – Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 544 Fälle gestiegen. 

Berücksichtigt sind dabei die bis einschließlich Montag gemeldeten Fälle, wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte. Damit waren im nördlichsten Bundesland 77 Menschen mehr mit Covid-19 infiziert als einen Tag zuvor.

Im Norden befinden sich mittlerweile 50 Patienten in klinischer Behandlung. Am Montag hatte die Landesregierung die Zahl dieser Fälle mit 36 angegeben. 

Weiterhin sind zwei Todesfälle in Schleswig-Holstein im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet.

Update, 24. März, 10.50 Uhr: Bundeswehr verteilt Lebensmittel

Wilhelmshaven – Mit dem Einkauf und der Verteilung von Lebensmitteln unterstützt die Bundeswehr in der Corona-Krise die Bevölkerung in Wilhelmshaven. 

Zwölf Soldaten stehen dafür im Schichtdienst bereit, wie ein Marinesprecher am Dienstag auf Anfrage sagte. Die Soldaten kaufen in Supermärkten ein und verteilen die Lebensmittel dann in sechs Autos an Menschen, die sich nicht selbst versorgen könnten. 

Wer Bedarf hat, kann sich seit Montag an eine Hotline der Stadt wenden. Bisher seien drei ältere Menschen versorgt worden, sagte der Marinesprecher. Am Dienstag habe es zunächst keine neuen Anfragen gegeben. 

Zumindest in Niedersachsen gibt es den Angaben zufolge keine vergleichbaren Aktionen mit Beteiligung der Bundeswehr.

Update, 24. März, 10.40 Uhr: Kommunen wollen Kita-Beitrag für April erstatten

Hannover – Eltern in der Region Hannover sollen nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" den Kita-Beitrag für April zurückbekommen. 

Darauf hätten sich die Bürgermeister im Umland und die Landeshauptstadt am Montag in einer Telefonkonferenz verständigt, sagte Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt der Zeitung (Dienstagsausgabe). 

Der CDU-Politiker ist Sprecher der Bürgermeister in der Region. Dem Bericht zufolge muss der Beschluss noch in jeder Stadt und Gemeinde umgesetzt werden. Wie schnell das möglich ist, war zunächst unklar. Wegen der Corona-Krise finden auch Ratssitzungen nicht mehr wie gewohnt statt.

Die Erstattung gilt demnach für Eltern von Krippen- und Hortkindern. Kindergärten sind in Niedersachsen beitragsfrei. Dem Bericht zufolge soll der gesamte Monat April erstattet werden, auch wenn die Kitas wie geplant am 20. April wieder öffnen. 

Nach der Überlegung der Bürgermeister soll so ausgeglichen werden, dass Eltern auch für März-Tage Beiträge zahlten, obwohl die Kitas geschlossen waren. Ob neben der Region Hannover noch weitere Städte und Kommunen eine Erstattung planen, war zunächst unklar.

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus sind derzeit bundesweit Schulen und Kitas geschlossen. In Niedersachsen und Bremen gibt es seit dem 16. März nur noch eine Notbetreuung.

Update, 24. März, 8.14 Uhr: Schnelleres Bauen auf Autobahnen nicht möglich

Fahrzeuge passieren die Warnschilder einer Autobahnbaustelle an der Auffahrt zu A7 in Hamburg Stellingen.
Fahrzeuge passieren die Warnschilder einer Autobahnbaustelle an der Auffahrt zu A7 in Hamburg Stellingen.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg – Die Corona-Krise könnte demnächst auch die Bauarbeiten auf den Hamburger Autobahnen verzögern. 

Zurzeit liefen noch alle Maßnahmen wie geplant, sagte der Sprecher der Autobahn GmbH Nord, Christian Merl. Allerdings fürchteten die Baufirmen um ihre Arbeitskräfte. 

Fraglich sei auch, ob polnische Arbeitskolonnen weiter über die Grenze kommen und in Hamburg untergebracht werden könnten. Wegen der Schließung von Hotels überlege man, Wohncontainer aufzustellen.

Alle Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 24. März, 8.05 Uhr: Aktion: "Hoffnungsbrief" für Senioren

Hamburg – Bei der Aktion "Hoffnungsbrief" der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit werden die Hamburger dazu aufgerufen, Senioren in Alten- und Pflegeheimen einen Brief zu schreiben. 

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus soll so ein Zeichen der Verbundenheit und Hoffnung gesetzt werden, wie die Stiftung am Montag mitteilte. Die Menschen in den Heimen dürfen derzeit keinen Besuch empfangen.

Es könnten Wünsche weitergegeben werden, Gedanken oder Gedichte, hieß es. Kindern sei es möglich, auch ein Bild malen. Die Briefe könnten anonym oder mit Absenderadresse an die Stiftung gesendet werden. 

Diese leite sie weiter an die Menschen in den Hamburger Pflegeeinrichtungen der Diakonie.

Update, 24. März, 7.55 Uhr: Hamburger wollen Obdachlosen mit Gabenzaun helfen

Tüten mit Lebensmitteln stehen an einem sogenannten Gabenzaun im Stadtteil Eimsbüttel.
Tüten mit Lebensmitteln stehen an einem sogenannten Gabenzaun im Stadtteil Eimsbüttel.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Mit einem Gabenzaun wollen Menschen in Hamburg-Eimsbüttel Obdachlosen helfen.

"Liebe Nachbarn, aufgrund der Corona-Krise erleben wir derzeit eine schwierige Situation", heißt es in einem Schreiben an dem Zaun. "Doch noch nie war es wichtiger, dass wir einander helfen."

Gerade in der jetzigen Krisensituation kämen vor allem obdachlose Menschen noch schwerer an Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung und ähnliches. 

Wer möchte, könne diese Artikel nun in eine Plastiktüte packen und an den Zaun hängen. Ein Stift, um die Tüten zu beschriften und aufzuschreiben, was sich in der Tüte befindet, hängt auch aus.

Am Anfang der Woche hingen bereits viele Tüten mit Zahnpasta, Äpfeln, Schokoriegeln und Kleidung an dem Zaun. Eine ähnliche Aktion gibt es seit einigen Jahren am Hamburger Hauptbahnhof.

Update, 24. März, 7.50 Uhr: Einsatz in Obdachlosenunterkunft missglückt

Der infizierte Obdachlose steigt in einen Rettungswagen.
Der infizierte Obdachlose steigt in einen Rettungswagen.  © Blaulicht-News.de / Sebastian Peters

Hamburg – Nach dem Einsatz in einer Obdachlosenunterkunft in Hamburg befinden sich die eingesetzten Sanitäter und der Notarzt in Quarantäne. 

Die Rettungskräfte waren aufgrund eines infizierten Obdachlosen im Winterprogramm mit Verdacht auf Herzinfarkt ausgerückt.

Ein Sicherheitsmann hatte die Rettungskräfte jedoch so gefährdet, dass sie sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben müssen. 

Alle Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 24. März, 7 Uhr: Corona Hot-Spot Altona

Hamburg – Laut Hamburger Tagesjournal liegt im westlichen Bezirk die Quote der mit dem Virus infizierten Menschen am höchsten. 

60,1 Infizierte werden dort pro 100.000 Einwohner aktuell gezählt. Damit stellen die Altonaer etwa ein Viertel aller Hamburger Fälle. 

Auf dem zweiten Platz folgt der Bezirk Nord mit 23,3 Prozent. Das könnte die These stützen, dass sich die meisten Fälle auf eine Reise in Risikogebiete zurückführen lassen, für die man ja Zeit und Geld braucht. 

In Harburg sind nur 2,7 Prozent der infizierten Hamburger ansässig.

Update, 24. März, 6.50 Uhr: Digitale Ausstellungen in Museen

Rostock – Zahlreiche Museen in Mecklenburg-Vorpommern richten wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen Online-Angebote für ihre Besucher ein. 

"Wir arbeiten an digitalen Ausstellungen, Führungen über Instagram, einem Blog und einem Podcast", sagte Janine Uhlemann vom Rostocker Schifffahrtsmuseum der Deutschen Presse-Agentur. 

Trotz der Schließung sei es ihr wichtig, ein kulturelles Angebot zu schaffen. "Wir hatten ohnehin vor, das Online-Angebot zu erweitern - und jetzt haben wir einen Anlass, alles in Gang zu bringen", ergänzt Uhlemann. 

Wenn alles nach Plan laufe, könnten die ersten Angebote kommende Woche online gehen.

Update, 24. März, 6.50 Uhr: Landesregierung berät über weitere Hilfen

Leere Stühle und Tische stehen in einem geschlossenen Straßencafe. 
Leere Stühle und Tische stehen in einem geschlossenen Straßencafe.   © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin – Die Folgen der Coronavirus-Pandemie bleiben das bestimmende Thema auch in der Landespolitik. 

So will das Kabinett von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag ab 10 Uhr über zusätzliche Hilfen für Unternehmen beraten, die durch wegbrechende Aufträge und massive Umsatzrückgänge in Not geraten. 

Die Unterstützung soll dem Vernehmen nach deutlich über das bereits in der Vorwoche verkündete 100-Millionen-Euro-Paket des Landes hinausgehen und aus den Rücklagen finanziert werden.

Die bislang bewilligten Mittel sind vor allem zur Besicherung kurzfristiger Kredite gedacht. Doch wird der Ruf nach direkten staatlichen Zuschüssen immer lauter. Insbesondere Gastronomen und Hotelbetreiber sehen sich nach den angeordneten Zwangsschließungen vor existenziellen Problemen.

Der Bund will nach den Worten Schwesigs kleinste Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern mit 9.000 Euro unterstützen, Firmen mit sechs bis zehn Mitarbeitern mit 15.000 Euro für drei Monate.

Das Land wolle nun am Dienstag weitere Maßnahmen für Firmen mit mehr Mitarbeitern beschließen, kündigte sie an. Für den Fall konjunktureller Einbrüche seien finanzielle Polster angelegt.

Update, 24. März, 6.45 Uhr: Nur wenige Grundschüler in Notfallbetreuung

Schwerin – Die Familien in Mecklenburg-Vorpommern haben sich offenbar gut auf die seit einer Woche wegen der Corona-Pandemie geltenden Schulschließungen eingestellt. 

Wie das Bildungsministerium in Schwerin mitteilte, wurden am Montag landesweit lediglich 747 Grundschüler in Schulen betreut. Das sei weniger als ein Prozent der 85.600 Jungen und Mädchen, die sonst die Klassen 1 bis 6 besuchen, hieß es. Die sogenannte Notfallbetreuung greift bei Eltern mit Tätigkeiten, die für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens notwendig sind. 

Als Beispiele gelten unter anderem Polizisten, Mediziner, Pflegekräfte und Mitarbeiter im Lebensmittelhandel oder bei Stadtwerken. Erhebungen, wie viele schulpflichtige Kinder in solchen Familien leben, gibt es nicht.

Update, 24. März, 6.45 Uhr: Landtag prüft virtuelle Sitzungen per Video

Hannover – Der niedersächsische Landtag prüft wegen der Corona-Krise die Möglichkeiten, seine Plenumssitzungen künftig virtuell im Netz auszutragen. 

Allerdings gilt das noch nicht für die kommende Sitzung am Mittwoch. "Für eine virtuelle Landtagssitzung fehlt es aktuell an den technischen Möglichkeiten, zum Beispiel, um rechtssicher Abstimmungen durchzuführen", sagte Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Zudem seien verfassungsrechtliche Voraussetzungen nicht gegeben.

Die Verfassung sehe die Gleichheit des Zugangs für alle Abgeordneten, den freien Zugang der Landesregierung und den Zugang der Öffentlichkeit vor. Für die Zukunft wolle sie virtuelle Sitzungen nach einer verfassungsrechtlichen Anpassung aber nicht ausschließen, sagte Andretta. "Wir werden die Voraussetzungen prüfen, auch im Netz per Videokonferenz zusammenzukommen."

Am Mittwoch kommen die Abgeordneten zu einer Landtagssitzung ins Leineschloss, bei der vor allem über das Hilfspaket von 4,4 Milliarden Euro in der Corona-Krise entschieden werden soll. Allerdings sind dabei keine Besucher zugelassen. Stattdessen können Abgeordnete auch auf die Besuchertribüne ausweichen, um den Abstand zueinander zu wahren.

Update, 24. März, 6.40 Uhr: Tierheime leiden unter Corona-Krise

Bremen – Auch Tierheime sind stark betroffen von der Corona-Krise und müssen ihren Publikumsverkehr einstellen. Die Heime in Bremen, Wolfsburg und Bremerhaven beispielsweise sind bereits geschlossen, wie sie auf dpa-Anfrage mitteilten. 

Durch die Schließung sollen die Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus geschützt werden; gleichzeitig werde so die Pflege der Tiere gesichert.

Die Tierheime bereiten sich zudem auf eine höhere Aufnahme von Tieren vor, auch wenn die Zahl der abgegebenen Tiere bislang nicht gestiegen ist, wie die Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, Hester Pommerening, sagte. Besitzer von Haustieren fragten bereits öfter nach, ob sie von ihren Schützlingen angesteckt werden können oder ob diese selbst durch den Coronavirus gefährdet seien.

Die Pressesprecherin des Bremer Tierheimes, Gaby Schwab, zeigte sich zuversichtlich: "Zum Glück sind die Bremer sehr tierfreundlich und geben selten Tiere ab. Aber Menschen können auch krank werden und sich dann nicht mehr um die Tiere kümmern können." Wer mit dem Coronavirus infiziert sei, könne sein Haustier im Tierheim abgeben, sagte sie. 

Auch Vermittlungen von Heimtieren an Haushalte sowie die Abgabe von Fundtieren seien weiter möglich. Wichtig dabei: Man solle vorher anrufen und einen Termin ausmachen, um niemanden zu gefährden.

Update, 24. März, 6.35 Uhr: Flüchtlingsheime mit strengen Vorkehrungen

Hannover/Bremen – Unter erschwerten Bedingungen wird in den Flüchtlingsunterkünften in Niedersachsen und Bremen versucht, eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. 

In verschiedenen Sprachen, mit Piktogrammen und im Gespräch werden die oft auf wenig Raum zusammenlebenden Flüchtlinge über die Epidemie und die Einschränkungen informiert, wie die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen mitteilte.

Bislang ist in den Aufnahmeeinrichtungen beider Länder nach eigenen Angaben noch kein infizierter Flüchtling oder Mitarbeiter festgestellt worden. 

Bei jedem Verdachtsfall auch bei neu eintreffenden Flüchtlingen erfolgt unverzüglich ein Test und eine Absonderung der Betroffenen, um ein Übertragungsrisiko zu reduzieren.

Update, 24. März, 6.15 Uhr: "Elbschlosskeller" wird zur Suppenküche

"Essensausgabe von 1200 bis 1400" steht auf den Holzplatten vor den verbarrikadierten Fenstern der Kultkneipe "Elbschlosskeller". 
"Essensausgabe von 1200 bis 1400" steht auf den Holzplatten vor den verbarrikadierten Fenstern der Kultkneipe "Elbschlosskeller".   © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Wenige Tage nach der Zwangsschließung wegen des sich immer weiter ausbreitenden Coronavirus hat sich die Hamburger Kultkneipe "Elbschlosskeller" in eine Suppenküche und Kleiderkammer für Obdachlose verwandelt. 

"Abgefahrene Situation, das ist ganz neu für mich", sagte "Elbschlosskeller"-Wirt Daniel Schmidt dazu in einem Video, das er auf Facebook online gestellt hatte.

Am Wochenende hatte er gemeinsam mit Freunden und Spenden von vielen Menschen aus dem Stadtteil St. Pauli Essen, Trinken und Kleidung an Bedürftige ausgeteilt. "Der Kiez hält zusammen", sagte Schmidt dazu. Schon zu Beginn waren etwa 220 Kilogramm Lebensmittel zusammengekommen, hieß es weiter. 

Während der Ausgabe der Lebensmittel, Jacken, Decken, Kissen und Schlafsäcke hatte Schmidt zufolge zeitweise auch die Polizei kontrolliert, ob die zwei Meter Sicherheitsabstand eingehalten wurden.

Update, 23. März, 22.09 Uhr: Erster Corona-Fall in Hamburger Vollzug

Ein Justizbeamter geht durch einen Gang in der Justizvollzugsanstalt Glasmoor.
Ein Justizbeamter geht durch einen Gang in der Justizvollzugsanstalt Glasmoor.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – In der Justizvollzugsanstalt Glasmoor in Norderstedt ist die erste Coronavirus-Infektion im Hamburger Vollzug aufgetreten. 

"Der etwa 30 Jahre alte Gefangene befindet sich in seinem Haftraum in Quarantäne. Er zeigt keine Symptome", teilte Dennis Sulzmann, Sprecher der Justizbehörde, am Montag mit und bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Die Behörde will keine weiteren Informationen zu dem Patienten herausgeben. Die JVA Glasmoor ist eine Einrichtung, in der Gefangene überwiegend im offenen Vollzug untergebracht sind.

"Die Justizvollzugsanstalten in Hamburg haben auch aufgrund früherer Grippefälle Erfahrungen im Umgang mit meldepflichtigen Infektionen", so der Sprecher. "Die entsprechenden Pandemiepläne wurden sehr frühzeitig aktualisiert und die Bediensteten umfassend über Maßnahmen zum Gesundheitsschutz informiert."

In Verdachts- bzw. Krankheitsfällen greifen in den Hamburger Justizvollzugsanstalten Quarantänemaßnahmen, um andere Menschen, darunter Gefangene und Bedienstete, zu schützen. Einen weiteren bestätigten Corona-Fall gibt es zurzeit nicht im Hamburger Vollzug, hieß es aus der Behörde. Ob es der erste Fall in Deutschland ist, könne man nicht sagen, da einige Bundesländer dies nicht mitteilten, erklärte Sulzmann.

Erhebliche Einschränkungen müssen Häftlinge in vielen Gefängnissen wegen der Pandemie hinnehmen. So seien zur Verhinderung einer Infektion unter anderem sämtliche Frei- und Ausgänge gestrichen und Besuche massiv eingeschränkt worden, hatte die Behörde zuletzt mitgeteilt.

Update, 23. März, 21.30 Uhr: Hannover-Profi meldet sich nach positivem Corona-Test

Hannover - Fußballprofi Jannes Horn von Hannover 96 hat sich von seiner Coronainfektion gut erholt. "Mittlerweile geht es mir wieder gut, die ersten drei bis vier Tage war ich echt fertig und hatte Fieber. Es hat sich angefühlt wie eine Grippe. Seitdem ging es jeden Tag bergauf, mir geht es wieder super", sagte der 23-Jährige in einem Skype-Interview, das am Montagabend auf der Internetseite des Zweitliga-Clubs veröffentlicht wurde. 

Horn war am 12. März der zweite deutsche Fußball-Profi und nach Timo Hübers auch der zweite Spieler von Hannover 96, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. 

Seitdem befindet sich die komplette Mannschaft in einer zweiwöchigen häuslichen Quarantäne, die an diesem Mittwoch endet. 

"Es kribbelt schon wieder sehr in den Beinen, man möchte unbedingt zurück auf den Platz", sagte der Abwehrspieler. "Aber man weiß auch, dass es noch nicht geht. Klar ist: Es gibt aktuell sehr viel wichtigere Themen als den Fußball."

Update, 23. März, 21.03 Uhr: Fußball-Profis verzichten auf Gehalt

Bremen - Die Fußball-Profis und Verantwortlichen von Bundesliga-Abstiegskandidat Werder Bremen haben dem Verein wegen der drohenden Einnahmeverluste in der Coronakrise einen freiwilligen Gehaltsverzicht angeboten. 

"Der Mannschaftsrat ist auf uns zugekommen, proaktiv", sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann am Montagabend in einer Telefonkonferenz mit mehreren Bremer Medien. "Wir haben Spieler, die sich mit Werder, den Mitarbeitern und den Fans absolut identifizieren – gerade in schwierigen Zeiten. Deswegen kann jeder davon ausgehen, dass Spieler, Trainerteam und Geschäftsführung mit gutem Beispiel vorangehen und den Verein und vor allem die Mitarbeiter unterstützen."

Konkrete Zahlen nannte Baumann aber nicht. "Zu den Dimensionen werde ich nichts sagen, das kann ich auch noch nicht, weil es noch nicht final verabschiedet wurde", sagte der 44-Jährige. 

"Aber auch wenn das besprochen wurde, werden wir das nicht in Zahlen nach außen geben."

Update, 23. März, 18.45 Uhr: Fluggäste warten zu dicht beieinander

Menschen stehen an einem Check-In-Schalter für einen Flug nach Vilnius (Litauen) neben- und hintereinander. 
Menschen stehen an einem Check-In-Schalter für einen Flug nach Vilnius (Litauen) neben- und hintereinander.   © Bodo Marks/dpa

Hamburg - Wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es derzeit kaum Flüge und wenig Passagiere am Hamburger Flughafen. 

Und trotzdem scheint es einigen Fluggästen nicht so ernst mit der Abstandsregelung zu sein. 

So war zum Beispiel am Check-In-Schalter eines Fluges nach Vilnius (Litauen) am Montag eine dichte Schlange zu beobachten. Die Menschen warteten gedrängt neben- und hintereinander an der Gepäckaufgabe. 

Wie die Bundespolizei mitteilte, arbeiten Flughafen und Polizei eng zusammen, um die Einhaltung der Regelungen sicherzustellen und einzuschreiten, falls es nötig ist.

Update, 23. März, 18.32 Uhr: Organisatoren halten an Reit-Derby fest

Das Spring-Derby feiert seinen 100. Geburtstag.
Das Spring-Derby feiert seinen 100. Geburtstag.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg - Die Macher des deutschen Spring- und Dressur-Derbys wollen die diesjährige Auflage des traditionsreichen Reitturniers in Hamburg trotz der Corona-Pandemie noch retten. 

"Natürlich setzen wir alles daran, das Derby stattfinden zu lassen", schrieb Chef-Organisator Volker Wulff am Montag.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne er aber noch nicht sagen, in welcher Form dies geschehen werde. "Momentan laufen alle Vorbereitungen für den 100. Geburtstag wie geplant, jedoch befinde ich mich in stetigem Kontakt mit den zuständigen Behörden."

In diesem Jahr feiert das für den 20. bis 24. Mai geplante deutsche Spring-Derby auf der legendären Anlage in Hamburg-Klein Flottbek sein Jahrhundert-Jubiläum. 

Update, 23. März, 18.31 Uhr: HSV-Spieler trainieren weiter zu Hause

Hamburg - Fußball-Zweitligist Hamburger SV wird auch in dieser Woche wegen der Corona-Pandemie nicht das Training aufnehmen. 

Die nächste geplante Einheit im Volkspark sei nun für den 31. März angesetzt, teilte der Club am Montag mit. Die Spieler von Trainer Dieter Hecking würden sich daher weiterhin individuell daheim fit halten. 

Die Saison ist vorerst bis zum 2. April ausgesetzt. Es wird aber damit gerechnet, dass die Unterbrechung wegen der Ausbreitung des Coronavirus noch wesentlich länger dauern wird.

Seit einer Woche ist das Team des Tabellendritten im Home-Training. 

Zuvor hatten die Hamburger Behörden öffentliche und private Sportanlagen in der Hansestadt zur Eindämmung der Corona-Pandemie gesperrt.

Update, 23. März, 18.17 Uhr: Rund 200 Infizierte in MV

Rostock - Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Mecklenburg-Vorpommern auf nunmehr 201 angewachsen. 

Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Montag mitteilte, waren das 34 mehr als am vergangenen Freitag. Inzwischen würden 13 der Patienten im Krankenhaus behandelt, drei davon seien auf einer Intensivstation untergebracht.

Im Vergleich zu den Vortagen fiel der Anstieg der Infektionsnachweise eher moderat aus. 

Allerdings waren nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Wochenende nicht in allen Testzentren des Landes Abstriche vorgenommen worden.

Update, 23. März, 17.49 Uhr: Arzthotline in Schleswig-Holstein lahmgelegt

Kiel - Die Arzthotline 116117 ist in Schleswig-Holstein am Sonnabend zeitweise nicht zu erreichen gewesen. Grund war der Hardware-Ausfall einer technischen Komponente, wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung am Montag der sagte. 

Deswegen sei die Leitstelle telefonisch für etwa viereinhalb Stunden nicht erreichbar gewesen. "Das Problem wurde am Sonnabend behoben." Kursierende Warnungen seien nicht mehr aktuell. 

Allein am Sonntag registrierte die KVSH 2299 Anrufe, am Freitag waren es 1720 gewesen.

Update, 23. März, 17.44 Uhr: Schleswig-Holstein fehlen tausende Erntehelfer

Erntehelfer arbeiten auf einem Spargelfeld. 
Erntehelfer arbeiten auf einem Spargelfeld.   © picture alliance / dpa

Kiel - Wegen der Reiseeinschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben Landesregierung, Bauernverband und Arbeitsagentur eine Kampagne zur Hilfe bei der Ernte gestartet. 

In den kommenden Wochen fehlten tausende Erntehelfer, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Der Appell richtet sich an Mitarbeiter aus Einzelhandel und Gastronomie, die derzeit wegen geschlossener Läden nicht arbeiten können sowie an Beschäftigte in Kurzarbeit und Studenten.

Die Landesregierung beschloss am Montag ein Eckpunktepapier zur Unterstützung der Landwirtschaft. "Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass die Betriebsabläufe funktionieren und die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln gewährleistet ist", sagte Agrarminister Jan Philipp Albrecht (Grüne).

Beim Spargel brauchen die Betriebe ab Anfang April Hilfe. Derzeit sind den Angaben zufolge etwa 200 ausländische Saisonarbeitskräfte im Norden, es würden aber allein in diesem Sektor weitere 1200 Arbeitskräfte benötigt. 

Auch beim Erdbeeranbau gibt es demnach den Bedarf von 4000 Saisonarbeitskräften.

Update, 23. März, 17.32 Uhr: Marathon in Hannover abgesagt

Hannover - Wegen den Auswirkungen des Coronavirus ist der Hannover Marathon erwartungsgemäß abgesagt worden. 

"Wir haben seit heute die Untersagungsverfügung der Region Hannover in den Händen", wird die Veranstalterin Stefanie Eichel in einer Mitteilung am Montag zitiert. 

"Auch aus unserer Sicht ist die Entscheidung der Absage in jeder Hinsicht alternativlos. Wir unterstützen damit auch aus Überzeugung die Aktion des Bundesministeriums für Gesundheit #wirbleibenzuhause." Das eigentlich für den 26. April geplante Lauf-Event soll nun am 18. April 2021 ausgetragen werden. 

Die Großveranstaltung soll dann zum 30. Mal stattfinden.

Update, 23. März, 17.02 Uhr: Weiterer Verdachtsfall in Seniorenheim

Am Montag wurde ein weiterer Bewohner ins Krankenhaus gebracht. 
Am Montag wurde ein weiterer Bewohner ins Krankenhaus gebracht.   © Hamburg News/Christoph Seemann

Hamburg - In dem Hamburger Seniorenheim "Alstertal" hat es offenbar einen weiteren dringenden Verdachtsfall auf einen mit dem Coronavirus infizierten Bewohner gegeben. Am Montagmittag rückte ein Rettungswagen an, Sanitäter mit Sicherheitskleidung brachten den Patienten ins Krankenhaus. 

Vor einer Woche hatte das Heim bereits einen Todesfall gemeldet, der im Zusammenhang mit dem Virus stand (TAG24 berichtete). 

Dabei handelte es sich zwar um den ersten Menschen, der im Norden an den Folgen der neuen Covid-19-Krankheit gestorben ist, aber nicht um das erste Todesopfer aus Hamburg oder Schleswig-Holstein.

Bereits am 8. März war ein 60-jähriger Mann aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg an Covid-19 gestorben, allerdings während eines Urlaubs in Ägypten. 

Der Mann, der bei der Hamburger Feuerwehr gearbeitet hatte, gilt als erster deutscher Corona-Toter.

Update, 23. März, 16.29 Uhr: Norderney geräumt

Norderney - Das Coronavirus-bedingte Verbot von Touristen auf der Nordseeinsel Norderney ist vollständig durchgesetzt. 

Die letzten Feriengäste seien wie vorgesehen am Sonntag abgereist, sagte Bürgermeister Frank Ulrichs. Ab Montag hätten deswegen Strafen verhängt werden können. "Dieses Risiko ist niemand eingegangen", sagte Ulrichs. 

Auch die 26 auswärtigen Polizisten, die die Durchsetzung der Verfügung kontrollieren sollten, verließen Berichten von der Insel zufolge Norderney am Montag.

Die Ferieninsel ist selbst von mehreren Infektionen mit dem Virus Sars-Cov-2 betroffen. In der Pandemie hatte der Landkreis Aurich verfügt, dass die Feriengäste nicht erst bis Mittwoch, sondern bis Sonntag abreisen müssen. 

Auf der größten ostfriesischen Insel Borkum, die zum Kreis Leer gehört, haben die Touristen bis Mittwoch Zeit mit der Rückreise.

Update, 23. März, 16.18 Uhr: Landesregierung ruft zu Kurzarbeit auf

Schwerin - Landesregierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften haben gemeinsam alle Unternehmen aufgerufen, das "außerordentlich flexible und vorteilhafte Instrument der konjunkturellen Kurzarbeit" auch vorbeugend in Anspruch zu nehmen. 

Ziel der neu geschaffenen, niederschwellig beantragbaren und ausgezahlten Fördermittel sei es, Kündigungen zu vermeiden und Arbeitsplätze zu erhalten, teilten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (VDU), der DGB-Nord-Vorsitzende Uwe Polkaehn und Arbeitgeberpräsident Thomas Lambusch am Montag mit. "Wir werden in der Zeit nach der Pandemie in den Betrieben jede Arbeitskraft benötigen." 

Sie betonten ausdrücklich, dass diese Instrumente auch für Klein- und Kleinstunternehmen bereitstünden.

Update, 23. März, 15.42 Uhr: Rund 100 neue Fälle in Hamburg bestätigt

Hamburg - In der Hansestadt wurden am Montag 102 weitere Fälle von Erkrankungen mit dem Coronavirus bestätigt. Damit ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf nunmehr insgesamt 989 angestiegen.

Nach wie vor gingen die berichteten Krankheitsverläufe in der Regel mit leichten bis mittleren grippeähnlichen Symptomen einher, heißt es in der Mitteilung der Behörde. Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 55 Personen mit Wohnort Hamburg in stationärer Behandlung, davon werden 14 Personen intensivmedizinisch betreut. 

Hamburg treffe aktuell Vorkehrungen, um einen Anstieg stationärer und intensivpflichtiger Erkrankungsfälle gut zu bewältigen. 

Update, 23. März, 15.35 Uhr: Neue Lieferdienste durch Corona-Krise

Rostock - Die Online-Lebensmittelservices in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbands MV wegen der aktuellen Kontaktbeschränkung gut ausgelastet. 

Dabei sei zu beobachten, dass aktuell viele kleinere Restaurants versuchen, mit viel Kreativität einen Service in Gang zu bringen, sagte Dehoga-Präsident Lars Schwarz am Montag. 

Dies zeigten die vielen neuen Angebote aus der Gastronomie, die derzeit im Internet zu beobachten sind. Bevor die Wirte nichts täten und das Essen wegschmeißen, würden sie das Essen ausliefern. Schwarz ging davon aus, dass Probleme mit der Infrastruktur wie Auto oder Verpackung vergleichsweise schnell zu lösen sind.

Dabei sei davon auszugehen, dass es die klassischen Lieferdienste mit ihren etablierten Strukturen einfacher haben werden, durch die Krise zu kommen, sagte Schwarz. Sie hätten das Personal und auch die Stammkundschaft. 

Update, 23. März, 15.29 Uhr: Betrug mit Atemschutzmasken

Bremen - Mit einem vorgetäuschten Angebot von Atemschutzmasken und anderen Medizinartikeln haben Betrüger knapp 200.000 Euro ergaunert. 

Mehrere Großabnehmer hätten bei dem angeblich in Bremen ansässigen Händler bestellt, es sei aber trotz Vorkasse keine Ware geliefert worden. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Bremen am Montag mit. 

Die Medizinartikel, die in der Corona-Krise vielerorts Mangelware sind, seien im Internet angeboten worden. Zugleich suchten die Betrüger bundesweit telefonisch nach Kunden. Die geprellten Abnehmer erstatteten Strafanzeige. 

Nachforschungen der Polizei ergaben, dass die Firmenadresse in Bremen nur eine Scheinanschrift war.

Update, 23. März, 15.20 Uhr: Asklepios schafft 500 neue Intensivbetten

Hamburg - Die Asklepios-Kliniken wollen bis Ende Mai 500 zusätzliche Intensivbetten mit Beatmungsgeräten für Corona-Patienten einrichten. 

Der Krankenhaus-Konzern habe Beatmungsgeräte und andere Technik für 37 Millionen Euro gekauft und setze bei der Anschaffung auch auf die angekündigte Hilfe der Bundesregierung, teilte das Unternehmen am Montag in Hamburg mit. 

Die Auslieferung soll in der nächsten Woche beginnen, je nach Bedarf und Freigabe der Fördermittel durch die Länder. Zum Aufbau der neuen Kapazitäten nutze der Konzern auch Ersatzgeräte aus eigenen Beständen.

Massive Kritik übte Asklepios an dem geplanten Krankenhaus-Finanzierungsgesetz. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei vor dem Bürokratiewahn der Krankenkassen eingeknickt. "Mit dem aktuellen Gesetzentwurf sind Kurzarbeit, Massenentlassungen und Insolvenzen in vielen Krankenhäusern unabwendbar", sagte der Asklepios-Vorstandsvorsitzende Kai Hankeln.

Der Gesetzentwurf berücksichtige auch die Rehakliniken nicht, die derzeit mit der Absage vieler Behandlungen zu kämpfen hätten. 

Die Rehakliniken könnten aber in der Corona-Krise die Akutkrankenhäuser unterstützen und leichtere Patienten versorgen. "Dazu muss der Bund dringend ein Reha-Sicherungs-Paket auf den Weg bringen", forderte Hankeln.

Update, 23. März, 15.06 Uhr: Einzelne Tafeln geben weiter Lebensmittel aus

Ehrenamtliche Helfer des Hamburger Tafel und des Arbeiter-Samariter-Bunds packen im Zentraldepot Kisten mit Lebensmitteln.
Ehrenamtliche Helfer des Hamburger Tafel und des Arbeiter-Samariter-Bunds packen im Zentraldepot Kisten mit Lebensmitteln.  © Markus Scholz/dpa

Hamburg/Kiel - Die Coronakrise macht sich auf unterschiedliche Weise bei den Tafeln im Norden bemerkbar. 

In Schleswig-Holstein sind mittlerweile die meisten Lebensmittelausgaben aus Mangel an Helfern geschlossen worden. Von den 57 Ausgabestellen seien nur noch etwa ein Dutzend geöffnet, sagte der Vorsitzende des Landesverbands Tafeln Schleswig-Holstein und Hamburg, Frank Hildebrandt, am Montag. 

Hauptgrund dafür sind der Schutz der vorwiegend der älteren Helfer und die Schwierigkeit, die Abstandsregeln einhalten zu können.

In der Hansestadt dagegen hat ein Aufruf der Hamburger Tafel viele neue Helfer beschert. Zudem haben nun auch einige Ausgabestellen in der City dank bereits vorgepackter Tüten wieder geöffnet. "Es haben tatsächlich drei Ausgabestellen wieder auf, die vorher zu waren", sagte Sprecherin Julia Bauer. 

Die Hamburger Tafel liefert Lebensmittel an 130 Ausgabestellen. Von denen haben derzeit nur etwa 30 geöffnet.

Update, 23. März, 14.23 Uhr: Tschentscher: Ernst der Lage ist auch beim Letzten angekommen

Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, informiert während einer Landespressekonferenz im Rathaus zur aktuellen Lage durch das Coronavirus in Hamburg.
Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, informiert während einer Landespressekonferenz im Rathaus zur aktuellen Lage durch das Coronavirus in Hamburg.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg – Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich erleichtert gezeigt, dass die Hamburger die weiteren Kontakteinschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie befolgen. 

Die Menschen nähmen die Maßnahmen ernst, sagte der SPD-Politiker am Montag dem Sender NDR 90,3. "Auf den öffentlichen Straßen und Plätzen, in den Parks ist überall erkennbar, dass die Abstandsregeln eingehalten werden (…) Ich glaube, wir sind jetzt in einer Situation, in der es auch bei dem Letzten angekommen ist."

Gegen Verstöße werde eingeschritten, so dass es auch "zu Bußgeldern und echten Sanktionen" komme, sagte der Bürgermeister. "Das ist jetzt eine Aufgabe, die unsere Polizeibeamten wahrnehmen. Und sie machen das auch wirklich mit Augenmaß, aber auch eben mit der nötigen Konsequenz."

Weitergehende Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie wie eine generelle Ausgangssperre hält Tschentscher derzeit nicht für nötig. "Sollten wir erkennen, dass es noch drastischerer Maßnahmen bedarf, dann müssen wir sie einleiten. Aber wir sollten sie nicht ohne Not noch einmal verschärfen."

Polizisten patrouillieren vor dem Eingang zu einem Supermarkt auf einer Einkaufsstraße in Hamburg. 
Polizisten patrouillieren vor dem Eingang zu einem Supermarkt auf einer Einkaufsstraße in Hamburg.   © Axel Heimken/dpa

Update, 23. März, 14.14 Uhr: Beiersdorf spendet Desinfektionsmittel an Feuerwehr und UKE

Ein Mitarbeiter der Feuerwehr verpackt auf dem Betriebsgelände der Beierdorf AG Paletten mit Desinfektionsmitteln auf einem Einsatzfahrzeug. 
Ein Mitarbeiter der Feuerwehr verpackt auf dem Betriebsgelände der Beierdorf AG Paletten mit Desinfektionsmitteln auf einem Einsatzfahrzeug.   © Axel Heimken/dpa

Hamburg – Der Kosmetik-Konzern Beiersdorf hat der Hamburger Feuerwehr und dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) 6.000 Liter Desinfektionslösung gespendet. 

Angesichts der durch die Coronakrise ausgelösten Knappheit hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche angekündigt, die Produktion von Desinfektionsmitteln in Hamburg-Eimsbüttel, Waldheim (Sachsen) und Tres Cantos bei Madrid hochzufahren. Die ersten 500 Tonnen sollen öffentlichen Einrichtungen und Einsatzkräften gespendet werden.

"Für uns ist das praktische und direkte Nachbarschaftshilfe", erklärte der Werksleiter der Beiersdorf Manufacturing Hamburg (BMH), Frank Labahn, am Montag bei der Übergabe. 

Damit würden die Kollegen an den Feuer- und Rettungswachen ausgestattet, "die in der ersten Reihe stehen, um den Bürgerinnen und Bürgern in dieser besonderen Situation zu helfen", hieß es von der Feuerwehr.

Das UKE stehe vor "einer kritischen Entwicklung in der Beschaffung von Material, was die Verfügbarkeit und die Preise anbelangt", sagte der Leiter der Krankenhausapotheke, Michael Baehr. "Umso mehr wissen wir das Engagement von Beiersdorf zu schätzen, uns auf diesem Weg schnell und unkompliziert mit Desinfektionsmittel zu unterstützen."

Update, 23. März, 14.12 Uhr: "Hamsterkäufe unnötig"

Rendsburg – In Schleswig-Holstein sind Produktion von Lebensmitteln und Versorgung mit Lebensmitteln vorerst gesichert. 

Das gilt auch für den Absatz der landwirtschaftlichen Produkte, wie die Landwirtschaftskammer am Montag auf Anfrage mitteilte. Danach haben sich die landwirtschaftlichen Märkte in Schleswig nach der ersten Unruhe "gut auf die aktuelle Corona-Situation eingestellt. Kurzfristige Engpässe seien lediglich durch Hamsterkäufe entstanden. "Diese konnten jedoch schnell wieder beseitigt werden", sagte Kammersprecherin Daniela Rixen. 

"Die Preise im Lebensmitteleinzelhandel und für den Landwirt sind stabil geblieben, da insgesamt genügend Ware da ist."

Update, 23. März, 14.08 Uhr: Schüler startet Petition zur Absage aller Abiturprüfungen

Hamburg – Zwei Hamburger Schüler haben angesichts der Corona-Pandemie eine Petition zur bundesweiten Absage der Abitur-Prüfungen gestartet. 

Stattdessen soll in diesem Jahr jede Schülerin und jeder Schüler deutschlandweit ein sogenanntes Durchschnittsabitur erhalten, heißt in der unter anderem an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und zahlreiche Bildungsminister der Länder gerichteten Petition. 

Dabei soll ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Semesterergebnisse der vergangenen vier Halbjahre errechnet und als Abiturnote festgelegt werden. Die beim Internetportal "change.org" veröffentlichte Petition haben bis Montagmittag gut 18.000 Unterstützer unterzeichnet.

Aus Sicht der beiden Hamburger Schüler sind Abiturprüfungen für die in diesem Jahr rund 350.000 betroffenen Schülerinnen und Schüler gesundheitlich, psychologisch und gesellschaftlich nicht tragbar. Gesundheitlich, weil ein bei der Prüfung ausgetauschter Stift, ein Berühren des Nachbartisches, die Benutzung der Toiletten reichen könnten, um die Epidemie fortschreiten zu lassen. 

Psychologisch, weil viele Jugendlichen Angst hätten. "Unsere Familien geraten in Existenznot und wir mit unseren Prüfungsvorbereitungen mittendrin." Darüber hinaus seien die Lernbedingungen alles andere als optimal.

Aber auch gesellschaftlich würden viele angehende Abiturienten für anderes gebraucht. "Wir beschäftigen kleinere Geschwister, facetimen mit den Großeltern, gehen einkaufen, organisieren Dinge und unterstützen unsere Eltern und Nachbarschaften." 

Wenn 350.000 kluge Köpfe neben diesen Aufgaben Zeit für kreative Projekte hätten - beispielsweise die Teilnahme an dem Hackathon der Bundesregierung #WirVsVirus und allem, was daraus folgt - dann nützte das der Gesellschaft in dieser Situation mehr als Abiprüfungen.

Update, 23. März, 13.58 Uhr: Ex-Profi Klasnic zu Coronakrise: Menschen sollen "Regeln befolgen"

 Ex-Fußballprofi Ivan Klasnic appelliert an die Menschen. 
 Ex-Fußballprofi Ivan Klasnic appelliert an die Menschen.   © Markus Scholz/dpa

Bremen – Der frühere Fußball-Profi Ivan Klasnic hat während der Corona-Pandemie zum Schutz von kranken und alten Menschen aufgerufen. 

Der 40-Jährige hat bereits drei Nierentransplantationen hinter sich. Zunächst postete der langjährige Stürmer von Werder Bremen deshalb bei Instagram ein Krankenhaus-Foto aus dem Jahr 2017 von sich und schrieb dazu: "Ich bin einer von denen, die man Risikogruppe nennt." 

In einem Interview des "Weser-Kuriers" (Montag) sagte Klasnic nun dazu: "Viele Menschen unterschätzen das Virus noch immer." Und: "Die Menschen sollen sehen, dass es kranke Menschen auf der Welt gibt. Und sie sollen sich die Frage stellen, was wäre, wenn sie krank wären. Jeder soll die Regeln achten und befolgen."

Update, 23. März, 13.35 Uhr: Infizierter Patient stirbt im Kreis Plön

Kiel –Im Kreis Plön hat es einen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Der Erkrankte habe aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und seiner Vorerkrankungen zu der Hochrisikogruppe gehört, teilte die Kreisverwaltung am Montag mit. 

Genauere Angaben zu Alter und Geschlecht machte die Kreisverwaltung nicht. Demnach starb die an Covid-19 erkrankte Person am Wochenende. 

Es ist der zweite Todesfall im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit im nördlichsten Bundesland.

Weitere Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 23. März, 13.33 Uhr: Zweiter Corona-Fall in der Landesunterkunft für Flüchtlinge

Kiel – In der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster gibt es einen zweiten Fall von Covid-19. 

Der junge Mann sei am Samstag direkt nach seiner Aufnahme zum ärztlichen Dienst in der Erstaufnahmeeinrichtung gebracht worden, teilte ein Sprecher der Landesunterkunft am Montag mit. Die Mediziner hätten dort den Verdacht auf Covid-19 festgestellt. Daraufhin sei der Mann umgehend im Isolationshaus untergebracht worden. Er zeige einen milden Krankheitsverlauf. Eine stationäre Behandlung sei derzeit nicht notwendig. Sonntagabend bestätigte sich der Verdacht.

Einen ersten Covid-19-Fall in der Landesunterkunft hatte es vor einer Woche gegeben. Der Betroffene war am 16. März nach Angaben des Landesamts für Ausländerangelegenheiten direkt nach seiner Aufnahme zum ärztlichen Dienst der Einrichtung gebracht und nach Diagnose eines Coronaverdachts isoliert worden. Am 17. März kam die Bestätigung der Infektion.

Ein Mitarbeiter des privaten Wachdienstes hatte bei der Begleitung eines Infizierten zum ärztlichen Dienst den gebotenen Sicherheitsabstand zeitweise unterschritten. Er habe sich sofort in seiner Wohnung selbst isoliert und stehe in Kontakt mit dem Fachdienst Gesundheit der Stadt Neumünster.

Der Betrieb in der Landesunterkunft läuft nach Angaben des Sprechers normal weiter. Man achte allerdings auf eine geringere Belegung und sei dazu mit den Kreisen und kreisfreien Städte in Kontakt. Im übrigen lasse seit der Abschottung der EU-Außengrenzen die Zahl der neu eintreffenden Flüchtlinge nach.

Update, 23. März, 12.55 Uhr: Nordkirche schaltet Seelsorge-Hotline für Alte und Kranke

Schwerin/Hamburg – Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) richtet eine kostenlose Seelsorge-Hotline ein. 

Damit wolle man besonders alten, kranken und sozial isolierten Menschen in der Corona-Krise Ansprechpartner bieten, teilte die Nordkirche am Montag mit. Unter der Nummer 0800 4540106 werden insgesamt 35 ausgebildete Seelsorger täglich von 14 bis 18 Uhr als Gesprächspartner erreichbar sein. 

Das Hilfsangebot parallel zur klassischen bundesweiten Telefonseelsorge richte sich an jeden, unabhängig von Glaube oder Religionszugehörigkeit, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Die seit Sonntag geltenden weitreichenden Beschränkungen sozialer Kontakte seien zur Begrenzung der Corona-Pandemie zwar notwendig, würden aber besonders allein lebende Menschen besonders belasten, sagte die Bischöfin. "Damit Herz und Seele leichter werden in schwerer Zeit, kann all das in der Seelsorge-Hotline zur Sprache kommen», sagt sie.

Update, 23. März, 12.51 Uhr: FDP will medizinische Gutachter in Corona-Teststellen einsetzen

Schwerin – Zur Sicherung der medizinischen Versorgung sollen nach dem Willen der FDP in Mecklenburg-Vorpommern Ärzte aus der Verwaltung vorübergehend wieder zum Dienst am Patienten eingesetzt werden. 

"Es steht zu befürchten, dass auch unser Gesundheitssystem vom Coronavirus an seine Belastungsgrenze geführt werden wird. Daher ist es absolut geboten, gerade jetzt vorausschauend medizinisches Personal von Bürokratie freizustellen und für Arbeit an der medizinischen Front heranzuziehen", erklärte der Generalsekretär der Nordost-FDP, David Wulff, am Montag in Schwerin.

Als Beispiel nannte er Ärzte, die für den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen Gutachten erstellen. Im Regelfall sei deren Arbeit zur Sicherstellung der Qualität in der Gesundheitswirtschaft zwar sehr sinnvoll. Doch würden aktuell knapp 2300 Ärzte an anderer Stelle dringend benötigt. 

"Zum Beispiel als Bemannung der von den Krankenkassen betriebenen Corona-Teststellen", begründete Wulff seinen Vorschlag. Auf diese Weise könne Klinikpersonal von dieser zusätzlichen Aufgabe entlasten und werden und das zur Verfügung stehende Personal deutlich effizienter eingesetzt werden.

Laut Wulff bieten Krankenkassen Ärzten teilweise bis zu 200 Euro pro Einsatzstunde in einem Testzentrum. Dadurch hätten Kliniken schon ernsthafte Schwierigkeiten, externes Personal für Nebenzeiten und Notarzteinsätze zu finden. 

Es sei nicht die Zeit, um sich gegenseitig das Personal abzuwerben, sondern um die Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst zeitweilig auszusetzen, mahnte Wulff.

Update, 23. März, 12.48 Uhr: Polizei kontrolliert Kontaktverbot: "Zu 99,9 Prozent ganz prima"

Hannover – Die Polizei in Niedersachsen hat damit begonnen, das Kontaktverbot und weitere Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu kontrollieren. 

"Wie in den letzten Tagen auch, sind wir heute mit erhöhter Präsenz unterwegs", sagte eine Sprecherin der Polizei Hannover am Montag. Auch in Kommunen wie Oldenburg, Braunschweig, Goslar oder Göttingen werden die am Sonntag beschlossenen Regelungen kontrolliert, wie die jeweiligen Sprecherinnen und Sprecher mitteilten.

"Die Kollegen fahren Streife, um die verschärften Regelungen zu kontrollieren", sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Oldenburg. "Aber die Straßen sind deutlich leerer und die Menschen halten auch beim Spazierengehen Abstand. Wo sich aber Menschen nicht an die Regeln halten, da sprechen wir sie an."

Auch aus anderen Städten meldeten die Behörden kaum grobe Verstöße - meistens genüge eine Lautsprecherdurchsage, um größere Ansammlungen aufzulösen. "Das klappt in 99,9 Prozent der Fälle ganz prima", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Braunschweig. In Bad Bentheim musste die Polizei am Sonntag hingegen eine Geburtstagsfeier mit etwa 20 Menschen auflösen.

Bundesweit sind am Sonntag Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten worden. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Schließen müssen zudem alle Restaurants sowie Dienstleistungsbetriebe mit enger körperlicher Nähe wie Friseure, Massagepraxen oder Kosmetikstudios. 

Die verschärften Regeln sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

Update, 23. März, 12.45 Uhr: Bremen verlegt Corona-Ambulanz in die Messehallen

Bremen – Die Stadt Bremen hat eine Corona-Ambulanz in die Messehallen an der Bürgerweide verlegt. 

Die Ambulanz in den Hallen 5 und 6 nahm am Montag den Betrieb auf, wobei zunächst nur wenige Testpersonen kamen. Die Ambulanz am Klinikum Bremen-Mitte werde wieder geschlossen, um mehr Platz für stationäre Behandlungen zu bekommen, teilte das Gesundheitsressort der Hansestadt mit.

Diese erste Anlaufstation für Tests auf das Virus Sars-Cov-2 war in Bremen am 9. März eingerichtet worden. Die Corona-Ambulanz am Klinikum Bremen-Ost arbeite weiter. Die Ambulanzen können nur mit einer Überweisung des Hausarztes zu einem vereinbarten Termin besucht werden.

Im Bundesland Bremen einschließlich der Stadt Bremerhaven wurden mit Stand Sonntag 173 bestätigte Corona-Infektionen gezählt.

Update, 23. März, 12.36 Uhr: Mindestabstand in der Rushhour nur schwer einzuhalten

Kaum Reisende sind auf den Bahnsteigen im Hamburger Hauptbahnhof unterwegs.
Kaum Reisende sind auf den Bahnsteigen im Hamburger Hauptbahnhof unterwegs.  © Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg – Der Mindestabstand zu anderen Menschen ist in der Rushhour beim Bahnverkehr nur schwer durchgängig einzuhalten. 

So kamen sich die Menschen am Montagmorgen am Hamburger Hauptbahnhof beim Ein- und Aussteigen ziemlich nahe - obwohl die Fahrgastzahlen massiv zurückgegangen sind. 

"Wir zeigen am Hauptbahnhof Präsenz und werden Menschen, die die Regeln nicht einhalten, auch ansprechen", sagte Thomas Hippler, Sprecher der Bundespolizei, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 

Außerdem solle es Lautsprecherdurchsagen mit "Achtung, Abstand halten" geben. Auch die Händler am Bahnhof werden von den Beamten gebeten, die Regeln einzuhalten bzw. die hierfür hilfreichen Markierungen anzubringen.

Hippler wies aber darauf hin, dass in der Allgemeinverfügung der Stadt Hamburg Ansammlungen zulässig sind, wenn sie bei der Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs entstehen.

Update, 23. März, 12.33 Uhr: Gemeinsamer Appell zum Arbeitsplatzerhalt im Handwerk

Hamburg – Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Handwerkskammer haben die Hamburger Unternehmen aufgefordert, trotz Corona-Krise Arbeitsplätze zu erhalten und die Zukunft des Handwerks zu sichern. 

In einem gemeinsamen Appell riefen sie Arbeitgeber und Betriebsräte dazu auf, die angebotene Instrumente und Mittel auszunutzen. "Sichern Sie die Arbeitsplätze Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zahlen Sie die Löhne weiter", erklärte der Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer, Karl-Heinz Westphal. 

Zuvor geleistete Mehrarbeit könne nun abgeschmolzen werden. Zudem könnten mit den neuen Regelungen zum Kurzarbeitergeld vorzeitige Entlassungen vermieden werden.

Hanwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann betonte, dass die Handwerksbetriebe "erheblich zur Beschäftigungssicherung, zur Versorgungssicherheit und zur Ausbildung von Nachwuchskräften" in der Stadt beitrügen. In der derzeitigen – in dieser Form noch nie dagewesenen – Ausnahmesituation müssten jetzt vor allem die Banken unbürokratisch helfen.

"In diesen schwierigen Zeiten für unsere Gesellschaft und vor allem für die Betriebe und deren Beschäftigten ist es wichtig, gemeinsam an einem Strang zu ziehen", erklärte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger. 

Mit den neuen Regelungen zum Kurzarbeitergeld und weitere Unterstützungsmaßnahmen hätten Betribe die Möglichkeit, Fachkräfte an das Unternehmen zu binden und Beschäftigung zu sichern. "Mit Menschlichkeit und sozialer Verantwortung füreinander meistern wir gemeinsam diese historische Krise."

Update, 23. März, 12.15 Uhr: Spendenparlament vergibt Rekordsumme

Hamburg – Das Hamburger Spendenparlament will erstmals seit seiner Gründung im Jahr 1996 ohne vorherige Abstimmung Fördermittel in Höhe von mehr als 400.000 Euro vergeben. 

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus müsse die Sitzung, bei der normalerweise über die Vergabe der Gelder entschieden wird, zum ersten Mal ausfallen, teilte der Verein am Montag mit. 

"Außergewöhnliche Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Präsidium, Vorstand und Finanzkommission haben entschieden, dass die 18 von der Finanzkommission vorgeschlagenen Projekte ohne Parlamentssitzung Fördermittel erhalten", erklärte Vorstandsvorsitzender Uwe Kirchner.

Ausgezahlt würden zunächst die Mittel für diejenigen Projekte, die auch während der Corona-Krise Maßnahmen durchführen können. Die anderen erhielten ihre Fördermittel dann, wenn sie ihre Tätigkeit wieder aufnehmen dürfen. Das Hamburger Spendenparlament hat nach eigenen Angaben seit 1996 rund 1350 Projekte in Hamburg gegen Obdachlosigkeit, Armut und Isolation mit rund 13 Millionen Euro unterstützt. 

Dreimal jährlich entscheiden die 3200 Mitglieder auf öffentlichen Sitzungen, welche gemeinnützigen Projekte Spenden erhalten. Stimmberechtigt sind alle, die ab 5 Euro Mitgliedsbeitrag im Monat zahlen. Das Spendenparlament ist weder politisch, weltanschaulich noch konfessionell gebunden.

Update, 23. März, 11.40 Uhr: Arbeitsagentur berät Abiturienten per Videochat

Lübeck – Abiturienten, die noch zwischen Studium und Ausbildung schwanken, können in einem Internet-Chat der Bundesagentur für Arbeit Entscheidungshilfen bekommen. 

Am 25. März von 16 Uhr bis 17.30 Uhr informieren Fachleute über verschiedene Ausbildungswege und beantworten in Echtzeit die Fragen der Teilnehmer. 

Das bundesweite Angebot der Bundesanstalt gebe es bereits seit mehreren Jahren, sei aber wegen der aktuellen Schulschließungen von besonderer Aktualität, sagte die Pressesprecherin der Arbeitsagentur Lübeck am Montag. 

Interessierte können sich ab 16 Uhr unter http://chat.abi.de/ einloggen und ihre Fragen im Chatraum stellen.

Update, 23. März, 11.30 Uhr: Landesregierung startet Corona-Hotline für Landwirte

Schwerin – Die Landesregierung hat eine Corona-Hotline für Landwirte gestartet. 

Ab sofort ist eine Hotline freigeschaltet, bei der Betroffene ihre Fragen zu den Themen Landwirtschaft, Ernährung, Lebensmittelsicherheit, Forst, Jagd und Fischerei im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus stellen können, wie das Landwirtschaftsministerium am Montag in Schwerin mitteilte. 

Unter der Telefonnummer +49 385 5886599 können Landwirte von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr ihre Fragen stellen, hieß es weiter.

Update, 23. März, 11.19 Uhr: Tschentscher: Wir müssen auf Einhaltung der Corona-Regeln bestehen

Hamburg – Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Kontakteinschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie unbedingt einzuhalten. 

"Wir dürfen mit der Gesundheit und dem Leben von Menschen nicht leichtfertig umgehen und müssen deshalb drauf bestehen, dass sich alle an die Regeln halten", sagte er in einem am Sonntagabend in Sozialen Medien verbreiteten Video. Zuvor hatten sich Bund und Länder auf eine umfassende Beschränkung sozialer Kontakte geeinigt.

Maximal zwei Personen, die nicht miteinander verwandt sind oder zusammenleben, dürfen sich in der Öffentlichkeit noch versammeln. Familien oder Wohngemeinschaften sind ausgenommen. Ferner wurde festgelegt, dass Handwerke und Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, ebenfalls untersagt werden. Dies gilt unter anderen für Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios. Diese müssen schließen.

Die Maßnahmen seien auf Grundlage der Empfehlungen von Gesundheitsexperten ergriffen worden, sagte Tschentscher. Durch sie werde das öffentliche Leben "und auch das persönliche Leben von uns allen" stark eingeschränkt. "Auf vieles, das unsere Lebensqualität in Hamburg ausmacht, müssen wir für eine gewisse Zeit verzichten." 

Es komme nun drauf an, "dass wir so gut es geht zuhause bleiben und den direkten Kontakt mit anderen vermeiden." Die meisten Hamburgerinnen und Hamburger verhielten sich "verantwortungsvoll", sagte der Bürgermeister.

Update, 23. März, 10 Uhr: 467 bestätigte Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel – Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein weiter gestiegen. 

Nach Angaben der Landesregierung vom Montag wurden bis einschließlich Sonntag 467 Fälle gemeldet. Das sind 31 gemeldete Covid-19-Fälle mehr als einen Tag zuvor. Mittlerweile befinden sich im nördlichsten Bundesland 36 Patienten in klinischer Behandlung. Das sind drei Menschen mehr als einen Tag zuvor.

Nach Angaben des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein vom Wochenende wurden in den Kliniken in Kiel und Lübeck zwei Personen auf die Intensivstationen gebracht. 

Weiterhin wurde seit Beginn der Pandemie ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung in Schleswig-Holstein registriert.

Update, 23. März, 8.45 Uhr: Corona-Kontrollen in Garagen und Gärten

Neubrandenburg/Stralsund/Rostock – Die Kontrolle von zu großen Menschenansammlungen in der Corona-Pandemie hat die Polizei im Nordosten am Wochenende stark beschäftigt. 

Die Beamten mussten knapp 380 Mal zu "Corona-Kontrollen" ausrücken, wie Sprecher der beiden Präsidien in Rostock und Neubrandenburg am Montag erklärten. Dabei seien unter anderem Garagenpartys und größere Treffen in Gartenanlagen aufgelöst sowie eine kurzfristig anberaumte Mitarbeiterversammlung einer Firma in Neustrelitz mit Hilfe des zuständigen Ordnungsamtes verhindert worden.

Das Rostocker Präsidium, das für die westliche Landeshälfte zuständig ist, registrierte knapp 230 Einsätze, im Osten des Landes wurden 150 solcher Kontrollen veranlasst. Meist hätten Hinweise besorgter Bürger zu den Ansammlungen in Garagen und Gärten geführt. Die Angesprochenen hätten sich "kooperativ" gezeigt und seien auseinandergegangen, fast immer ohne Platzverweis.

Mit den Einsätzen "zur Gefahrenabwehr" wollen die Behörden die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus zurückdrängen. Die neue Regelung, wonach nur noch zwei Bürger im Freien zusammen angetroffen werden dürfen, ließe sich für Ordnungshüter einfacher umsetzen, begrüßten die Polizeisprecher die Regelung, die Bund und Länder am Sonntag vereinbart hatten. 

Im Nordosten sind bisher 182 Infektionen bekannt, zehn Menschen werden in Kliniken betreut.

Update, 23. März, 8 Uhr: Maßnahmen bereits umgesetzt

Nur wenige Fußgänger gehen am Hafen spazieren.
Nur wenige Fußgänger gehen am Hafen spazieren.  © Markus Scholz/dpa

Kiel/Hamburg – Auf die Bevölkerung im Norden kommen weitere Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu. 

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzen die in der Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossenen Maßnahmen umgehend um. In Hamburg sind sie bereits in Kraft.

Der Bund und die Länder hatten sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf eine umfassende Beschränkung sozialer Kontakte geeinigt. 

Ansammlungen von mehr als zwei Personen werden grundsätzlich verboten. Ferner wurde festgelegt, dass Handwerke und Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, ebenfalls untersagt werden. Dies gilt unter anderen für Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios. Diese müssen schließen.

Ministerpräsident Günther sah sich nach den Beratungen mit Merkel und seinen Amtskolleginnen und -kollegen in seinem Kurs gegen den Coronavirus bestätigt. "Wir haben uns in weiten Teilen darauf verständigt, dass das, was wir in Schleswig-Holstein an Regelungen haben, jetzt Standard in ganz Deutschland wird", sagte er.

Auch Tschentscher begrüßte die Linie. "Wir haben die Vorgaben dazu noch einmal verschärft und auf eine einheitliche Linie in ganz Deutschland gebracht", sagte er.

Update, 23. März, 7.43 Uhr: Zwei Jahre Coronakrise?

Hamburg – Hamburgs Bürgermeister Tschentscher glaubt, dass der Kampf gegen den Virus noch zwei Jahre dauern kann.

"Ich halte die Einschätzungen der Experten für realistisch, was den Gesamtverlauf der Epidemie angeht", sagte der ehemalige Laborarzt am UKE in Hamburg der Tageszeitung "Die Welt" am Montag. 

"Das heißt aber nicht, dass alle Maßnahmen über diesen gesamten Zeitraum andauern müssen. Wir halten sie nur so lange aufrecht, wie es nötig ist."

Update, 23. März, 6.30 Uhr: Kontaktverbot wird ab Montag kontrolliert

Weil gab bekannt, dass das Kontaktverbot von der Polizei kontrolliert werde.
Weil gab bekannt, dass das Kontaktverbot von der Polizei kontrolliert werde.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover Das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot soll in Niedersachsen nach Angaben von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ab Montag kontrolliert werden. 

Ab Montag gehe die Polizei überall im Land herum und sorge dafür, dass die Menschen sich auch wirklich trennten, sagte er in der Fernsehsendung "Hallo Niedersachsen" im NDR. 

Und weiter sagte er: "Es wird jetzt drauf ankommen, dass wir drei, vier Wochen ganz diszipliniert sind." Wenn das gelinge, gebe es eine gute Chance, mit Corona fertig zu werde.

Bund und Länder hatten am Sonntag ein Kontaktverbot beschlossen. Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Schließen müssen zudem alle Restaurants sowie Dienstleistungsbetriebe mit enger körperlicher Nähe wie Friseure, Massagepraxen oder Kosmetikstudios. Die verschärften Regeln sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

In Niedersachsen haben sich 1586 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert (Stand Sonntag, 14 Uhr). Dies ist nach Angaben des Landesgesundheitsamtes ein Anstieg von 134 Fällen im Vergleich zum Vortag. Am Samstag waren die ersten Todesfälle von Covid-19-Patienten in Niedersachsen bekanntgeworden.

Update, 23. März, 6.20 Uhr: "Eindeutig historisches Ereignis"

Am UKE wurde der erste Corona-Fall in Hamburg bekannt.
Am UKE wurde der erste Corona-Fall in Hamburg bekannt.  © Bodo Marks/dpa

Osnabrück – Als "eindeutig historisches Ereignis" wertet Medizinhistoriker Philipp Osten die Corona-Krise. 

"Das, was wir erleben, ist historisch. Wir können unseren Kindern nicht sagen, dass wir so etwas schon einmal erlebt hätten", sagte der Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik in der Medizin beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 

Für viele Menschen sei die Corona-Krise einschneidend, sie würden sich künftig ein Leben lang daran erinnern. Am ehesten sei die Situation mit dem Reaktor-Unglück von Tschernobyl zu vergleichen.

Mit Blick auf die teils drastischen Schilderungen der Lage in überfüllten italienischen Krankenhäusern sagte Osten: "Die Situation, jemanden, der eigentlich rettbar ist, von der Maschine zu nehmen, weil jemand anderes da ist, der nach gewissen Kriterien bessere Überlebenschancen hat - auf so etwas können Sie keinen Mediziner vorbereiten."

Wichtig sei, bei den Beurteilungen eine Art von Gerechtigkeit herzustellen. "Der 80-jährige Bankdirektor darf nicht besser behandelt werden als der 30-jährige Bankräuber. Es darf nur um medizinische Kriterien gehen." 

Selbst dann seien solche Entscheidungen den Angehörigen aber "nicht vermittelbar". Osten sagte, "fast sicher" lösten solch belastende Situationen beim medizinischen Personal Traumata aus.

Update, 23. März, 6.10 Uhr: Neue Woche beginnt mit weiteren Einschränkungen

Schwerin – Die neue Woche beginnt auch in Mecklenburg-Vorpommern mit weiteren Einschränkungen im Alltag. 

In der Öffentlichkeit dürfen nicht mehr als zwei Personen zusammen sein. Ausgenommen sind Familien. Außerdem müssen zusätzlich zu den meisten Geschäften und Restaurants nun auch Friseure, Kosmetik- und Massagesalons sowie Tattoo-Studios schließen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen außerdem die Baumärkte geschlossen werden. Darüber werde das Kabinett am Montag um 10 Uhr in einer Telefonkonferenz beraten. 

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kündigte weitere Wirtschaftshilfen des Landes an. Vergangene Woche war zunächst ein Hilfspaket über 100 Millionen Euro geschnürt worden. Nun will das Kabinett am Dienstag über weitergehende Hilfen für die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beraten.

Update, 22. März, 21.58 Uhr: MV schließt Baumärkte

Schwerin - In Mecklenburg-Vorpommern werden nun auch die Bau- und Gartenbaumärkte wegen der Corona-Pandemie geschlossen. 

Die Schließung soll ab Montagabend, 20 Uhr, gelten, wie die Staatskanzlei am Sonntagabend mitteilte. So könnten sich die betroffenen Unternehmen vorbereiten. 

Die nötigen Beschlüsse werde das Kabinett in einer telefonischen Sitzung am Montagvormittag treffen.

"Wir sind sehr dankbar, dass sich die meisten Bürgerinnen und Bürger an die bisher beschlossenen Regeln halten", erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). "Es sind jetzt aber weitere Maßnahmen nötig, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern und zu verlangsamen." 

Sie appellierte "dringend" an die Bürger, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Familien auf ein absolut nötiges Minimum zu beschränken.

Update, 22. März, 20.32 Uhr: Hamburg schließt sich Regelungen an

Auch in Hamburg wurden die Regeln noch einmal verschärft. 
Auch in Hamburg wurden die Regeln noch einmal verschärft.   © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Der Hamburger Senat hat sich den bundesweit abgestimmten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus am Sonntag angeschlossen und damit die Regeln in der Stadt ein weiteres Mal verschärft. 

Wie in anderen Bundesländern werden Friseure, Kosmetik- und Tattoo-Studios geschlossen und Versammlungen ab drei Personen untersagt. "Es bleibt unser oberstes Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Anschluss an die Senatssitzung. 

"Wir haben die Vorgaben dazu noch einmal verschärft und auf eine einheitliche Linie in ganz Deutschland gebracht." Tschentscher dankte den Bürgern, dass sie sich mehrheitlich verantwortungsvoll verhielten.

Auch die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) betonte die Notwendigkeit der Regeln. "Die neuen Vorgaben schränken unser Leben weiter ein", sagte sie. "Wir sind fest davon überzeugt, dass sie nötig sind, um besonders schwache, alte und kranke Menschen sowie uns alle bestmöglich zu schützen." 

Die neuen Maßnahmen treten ab sofort in Kraft und sollen mindestens zwei Wochen lang gelten.

Update, 22. März, 19.43 Uhr: Neue Infektionen in Bremen

Bremen - Im Land Bremen waren am Sonntag 173 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt, davon 15 in Bremerhaven, wie der Gesundheitssenat mitteilte. 

Dies waren fünf mehr als am Vortag. Drei Patienten seien inzwischen genesen. 

Update, 22. März, 19.01 Uhr: Transporte zum Festland eingeschränkt

Aurich - Der Landkreis Aurich schränkt den Zugang von den Inseln Norderney, Juist und Baltrum zum Festland ein. 

Ab Montag um 6 Uhr dürfen Fährbetriebe von dort aus keine Menschen mehr zum Festland befördern, die ihren ersten Wohnsitz auf einer dieser Inseln haben, wie der Landkreis Aurich am Sonntagnachmittag mitteilte. 

Bewohner dürfen ihre Wohnungen zudem nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Zwei entsprechende Allgemeinverfügungen gelten vorerst bis zum 18. April.

Beförderungsregeln umfassen demnach auch die private Beförderung, insbesondere mit dem Boot oder Flugzeug. Ausnahmen gelten für Menschen, die auf den Inseln kritische Infrastruktur sichern, also etwa die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas, sowie für Menschen, die im medizinischen, geburtshelfenden oder pflegerischen Bereich tätig sind oder die Versorgung der Inselbewohner mit Gütern des täglichen Bedarfs sicherstellen. 

Urlauber und alle anderen Menschen sollen dagegen unverzüglich abreisen.

Update, 22. März, 18.32 Uhr: Günther mit vereinbarten Regeln zufrieden

Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein unterstützt die neuen Verordnungen.
Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein unterstützt die neuen Verordnungen.  © Frank Molter/dpa

Kiel - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich zufrieden über die Ergebnisse der Telefonkonferenz der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Corona-Krise geäußert. 

"Wir haben uns in weiten Teilen darauf verständigt, dass das, was wir in Schleswig-Holstein an Regelungen haben, jetzt Standard in ganz Deutschland wird", sagte er am Sonntag. 

Die Festlegungen, die bei der Konferenz getroffen wurden, würden nun in Schleswig-Holstein präzisiert.

Ansammlungen von mehr als zwei Personen werden grundsätzlich verboten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. 

Schon seit Freitag sind in Schleswig-Holstein Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen nicht erlaubt.

Update, 22. März, 18.10 Uhr: Schutzmaterial aus Uniklinik gestohlen

Hannover - Unbekannte haben aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Sonntag nach Angaben des Wissenschaftsministeriums große Mengen an Schutzmasken und Desinfektionsmitteln gestohlen. 

Die MHH habe daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht und den Diebstahl zur Anzeige gebracht. Konkret handele es sich um 40 Liter Flächendesinfektionsmittel, 100 Masken der Schutzklasse FFP2, 500 Mund-Nasenschutz-Masken sowie 150 Schutzbrillen.

Zu dem Diebstahl sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler: "Die Medizinische Hochschule Hannover leistet in dieser Zeit wie alle Krankenhäuser in Niedersachsen hervorragende Arbeit." 

Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte arbeiteten Tag für Tag Seite an Seite daran, Menschenleben zu retten. 

Der CDU-Politiker betonte: "Dieser feige Diebstahl gefährdet die Menschen, die ihre eigene Gesundheit für unser aller Gesundheit jeden Tag aufs Neue aufs Spiel setzen. Und er gefährdet die Gesundheit der Patientinnen und Patienten."

Update, 22. März, 17.37 Uhr: Kontaktverbot für mindestens zwei Wochen

Hamburg - Auch in Norddeutschland gilt ab sofort und für zwei Wochen das von Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündete Kontaktverbot.

Alle weiteren Informationen findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Update, 22. März, 17.02 Uhr: St.-Pauli-Coach Luhukay bleibt zuversichtlich

St. Paulis Trainer Jos Luhukay kann seinen Job aktuell kaum ausüben. 
St. Paulis Trainer Jos Luhukay kann seinen Job aktuell kaum ausüben.   © Axel Heimken/dpa

Hamburg - Jos Luhukay sieht sich angesichts der gegenwärtigen Corona-Pandemie in einer schwierigen Situation. 

Er könne seinen Beruf "im Prinzip gerade nicht ausüben", sagte der Trainer des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli in einem Interview, das am Sonntag auf der Vereins-Homepage veröffentlicht wurde. 

Der Kontakt zum Trainerteam erfolge derzeit nur telefonisch: "Das ist nicht einfach, aber wir machen das Beste daraus", sagte der 56-jährige Niederländer.

Die Spieler würden sich professionell verhalten und sehr intensiv arbeiten. 

"Davor habe ich sehr großen Respekt, gerade weil sie eigentlich viel lieber auf dem Platz stehen würden", sagte Luhukay, der sich intensiv auf den Tag X, an dem die Liga eventuell weiterspielen kann, vorbereitet.

Update, 22. März, 16.59 Uhr: Infektionen in MV nur leicht gestiegen

Rostock/Schwerin - Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen ist am Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern nur leicht von 167 am Freitag auf 187 am Sonntagnachmittag gestiegen. 

Das sei aber kein Grund zum Aufatmen, hieß es aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock. 

Viele Testzentren im Nordosten seien am Wochenende geschlossen - es wird also schlicht weniger getestet.

Von Freitag zu Samstag war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern um 15 auf 182 gestiegen. 

Am stärksten betroffen ist den veröffentlichten Zahlen vom Sonntag zufolge die Landeshauptstadt Schwerin mit 38 Fällen, gefolgt vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 28 Fällen und der Hansestadt Rostock mit 27 Fällen. 

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind es demnach 26 Fälle.

Update, 22. März, 16.22 Uhr: 119 neue Infektionen in Hamburg gemeldet

Hamburg - In Hamburg wurden am Sonntag 119 weitere Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 bestätigt. Damit ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf nunmehr insgesamt 887 angestiegen.

Der weiterhin deutliche Anstieg der Fallzahlen werde durch einen hohen Anteil durch Urlaubsrückkehrer verursacht, sowie durch Personen, die Kontakt zu den erkrankten Personen hatten, heißt es in der Mitteilung der Gesundheitsbehörde. 

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 51 Infizierte in Hamburg in stationärer Behandlung, davon werden zehn Personen intensivmedizinisch betreut. Damit liege Hamburg aktuell im Durchschnitt der bundesweit gemeldeten Spannweite der positiv getesteten Fälle mit intensivmedizinischer Betreuung.

Update, 22. März, 15.56 Uhr: Hamburger nehmen Verfügungen ernst

Bei Sonnenschein gehen nur wenige Hamburger am Baumwall spazieren.
Bei Sonnenschein gehen nur wenige Hamburger am Baumwall spazieren.  © Markus Scholz/dpa

Hamburg - Nachdem sich die Großzahl der Hamburger bereits am Samstag an die erlassene Allgemeinverfügung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus gehalten hat, sind die Hanseaten am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein erneut auf die Probe gestellt worden. 

"Bisher mussten wir noch überhaupt nicht tätig werden", sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. "Weder gab es größere Ansammlungen noch sogenannte Corona-Partys".

Im Stadtpark sowie an Elbe und Alster seien zwar einige Spaziergänger unterwegs, aber dabei handele es sich in erster Linie um Einzelne, Pärchen oder kleine Familien. 

Dementsprechend sei die Situation im Rahmen der neuen Regeln: "Die Leute halten Abstand". An den Hamburger Landungsbrücken waren ebenfalls nur vereinzelte Menschen unterwegs, vor allem das Ausbleiben der Touristen fiel auf. 

Auch in der Innenstadt blieben die Straßen am Sonntag leer.

Update, 15.11 Uhr: Weiterer Anstieg der Infektionen in Niedersachsen

Hannover - In Niedersachsen haben sich 1586 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dies ist nach Angaben des Landesgesundheitsamtes ein Anstieg von 134 Fällen im Vergleich zum Vortag. 

Die meisten Infektionen gibt es demnach weiterhin in der Region Hannover, nämlich 341 (plus 34). Wie viele Covid-19-Patienten inzwischen wieder genesen sind, konnte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Sonntag nicht sagen. Dies werde nicht in allen Fällen übermittelt, sagte er.

Am Samstag waren die ersten Todesfälle von Covid-19-Patienten in Niedersachsen bekanntgeworden. 

Update, 22. März, 14.46 Uhr: Warnung vor Sicherheitslücken im Home-Office

Home-Office könnte für viele Unternehmen zum Sicherheits-Problem werden.
Home-Office könnte für viele Unternehmen zum Sicherheits-Problem werden.  © Sebastian Gollnow/dpa

Schwerin - IT-Sicherheitsexperten der Landesverwaltung warnen vor einer zunehmenden Bedrohung durch Hacker in der Corona-Krise. 

IT-Kriminelle nutzten offenbar die deutlich gestiegene Nutzung von Home-Office mit Verbindungen über öffentliche Telefon- und Datenleitungen zu Firmenservern, um die Systeme in Unternehmen und Verwaltungen anzugreifen, warnte Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) am Sonntag.

So habe sich die Zahl der eingehenden E-Mails auf den Servern der Landesverwaltung binnen einer Woche verdoppelt. Die IT-Sicherheitssysteme würden 95 Prozent davon als Spam oder als potenziell schädlich herausfiltern.

Es spreche vieles dafür, dass IT-Kriminelle versuchten, Sicherheitslücken aufgrund der aktuellen Situation auszunutzen.

Pegel äußerte die Befürchtung, dass dies nicht nur die Computer des Landes, sondern auch die IT-Systeme vieler Unternehmen betreffe. 

Er appellierte an die Wirtschaft, auch in der aktuellen Ausnahmesituation die IT-Sicherheit nicht zu vernachlässigen.

Update, 22. März, 14.30 Uhr: Polizei räumt Norderney

Einheiten der Bereitschaftspolizei unterstützen die Räumung der Nordsee-Insel. 
Einheiten der Bereitschaftspolizei unterstützen die Räumung der Nordsee-Insel.   © Volker Bartels/dpa

Norderney  - Bei der Räumung der ostfriesischen Insel Norderney unterstützen seit Sonntag Beamte vom Festland die Inselpolizei. 

26 Polizisten trafen am Morgen mit der Fähre auf der Insel ein. Alle Urlaubsgäste müssen den Landkreis Aurich und seine Inseln Norderney, Juist und Baltrum wegen der Corona-Pandemie spätestens am Sonntag verlassen, drei Tage früher als zunächst geplant. 

Die schnelleren Rückreisen seien nötig, um die Bevölkerung zu schützen, hieß es in der entsprechenden Allgemeinverfügung des Landkreises.

Am Montag werden die Polizisten auf Norderney dann verstärkt kontrollieren, wie eine Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund am Sonntag sagte. "Falls sich dann noch Gäste auf der Insel aufhalten, werden Strafverfahren eingeleitet." 

Die Urlauber würden dann kostenpflichtig von der Insel verwiesen - in Polizeibegleitung.

Update, 22. März, 14.10 Uhr: Hotline für gestresste Eltern

Schwerin - Der Kinderschutzbund Mecklenburg-Vorpommern sieht aufgrund des weitgehend lahmgelegten öffentlichen Lebens Spannungen auf viele Familien zukommen. 

Ab Montag bietet die Organisation deshalb ein "Elternstresstelefon" an. Unter der Nummer 0385 4791570 stünden von montags bis freitags zwischen 14 Uhr und 17 Uhr Telefonberater für Eltern bereit, die aufgrund der Schutzmaßnahmen mit familiären Belastungssituationen fertig werden müssten.

"Wir müssen davon ausgehen, dass die Belastungen, Anspannungen und Stresssituationen innerhalb vieler Familien im Laufe der Zeit erheblich zunehmen werden", sagte Landesgeschäftsführer Carsten Spies am Sonntag. 

Aufgrund von Schul- und Kitaschließungen müssten die Kinder und Jugendlichen für lange Zeit zu Hause bleiben, alternative Freizeitmöglichkeiten stünden nicht zur Verfügung. Immer mehr Eltern verlagerten ihre Arbeit ins Homeoffice. Gleichzeitig bauten sich möglicherweise finanzielle Einschränkungen auf, hieß es mit Blick auf Kurzarbeit und mögliche Entlassungen. 

Zusätzlich stehe den Eltern das bundesweite Elterntelefon des Kinderschutzbundes unter 0800 1110550 zur Verfügung: montags bis freitags von 9 Uhr bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17 Uhr bis 19 Uhr.

Kinder und Jugendliche könnten die "Nummer gegen Kummer" - 116 111 - wählen, ebenfalls ein bundesweites Sorgentelefon des Kinderschutzbundes. Diese sei montags bis samstags jeweils von 14 bis 20 Uhr besetzt.

Update, 22. März, 13.25 Uhr: Wiro stundet in Not geratenen Mietern in Corona-Krise die Miete

Rostock – Das Rostocker kommunale Wohnungsunternehmen Wiro stundet Mietern, die infolge der Corona-Krise nicht zahlen können, die Miete. 

Allerdings gebe es ausschließlich Einzelfallentscheidungen für akute Notfälle, stellte der Geschäftsführer der größten Vermieterin der Hansestadt, Ralf Zimlich, am Sonntag klar. Einen pauschalen Verzicht gebe es nicht.

Möglich sind demnach Stundungen der Gesamtmiete für gewerbliche und Wohnungsmieter zunächst bis Mitte Mai. Dabei müsse nachgewiesen werden, dass die Mieter infolge der aktuellen Krise in finanzielle oder soziale Schwierigkeiten geraten sind. Wichtig sei aber auch, dass Mieter zügig staatliche Hilfen wie das Wohngeld sowie Unterstützung aus Sonderprogrammen beantragen. 

Die Wiro vermietet nach eigenen Angaben rund 36.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten.

Update, 22. März, 13.30 Uhr: SPD-Fraktionschef appelliert an Banken und Vermieter

Hamburg – Banken und Vermieter stehen nach Ansicht der SPD-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft in der Verantwortung, in der Corona-Krise private Haushalte, Selbstständige und Unternehmen zu unterstützen. 

"In der Finanzkrise haben die Menschen mit ihren Steuern den Banken mit riesigen Milliardensummen geholfen. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Banken revanchieren", sagte Fraktionschef Dirk Kienscherf am Sonntag. Die Banken müssten intensiv und individuell beraten und schneller entscheiden sowie alle denkbaren Spielräume bei Kreditvergabe, Stundungen und Dispos nutzen.

Gleiches gelte für die Immobilienwirtschaft, die in den vergangenen Jahren an steigenden Mieten gut verdient habe. Unabhängig von den auf Bundesebene angekündigten Änderungen im Mietrecht erwarte er, dass ab sofort auch private Gesellschaften ihren Mietern in Notlagen entgegenkommen, sagte Kienscherf. 

Private Haushalte, Gewerbetreibende und Kulturschaffende dürften nicht Gefahr laufen, ihre Wohn- oder Arbeitsorte zu verlieren. Eine vorübergehende Aussetzung oder Verringerung von Mietzahlungen könne hier zu der dringend gebotenen Entlastung führen.

Update, 22. März, 13.17 Uhr: Hamburger Zweitligisten trotzen spielfreiem Wochenende

Hamburg – Auch am zwangs-spielfreien Wochenende haben die Hamburger Fußball-Zweitligisten für Unterhaltung für ihre Fans gesorgt. 

Der HSV übertrug das E-Sport-Duell mit Arminia Bielefeld live auf seinem Youtube-Kanal, der FC St. Pauli legte für allem für die jüngsten Anhänger ein Malbuch auf.

Mehr zu dem Thema findet Ihr >>>hier<<<!

Update, 22. März, 12.40 Uhr: Gesundheitsminister steht hinter Kliniken

Gesundheitsminister Harry Glawe verteidigt die Kliniken.
Gesundheitsminister Harry Glawe verteidigt die Kliniken.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin –  Im Streit um die Finanzierung der Krankenhäuser in der Corona-Krise hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hinter die Kliniken gestellt. 

Vom Bund sei die bestmögliche Unterstützung nötig, mahnte Glawe am Sonntag. "Das war bislang so besprochen und das soll auch so bleiben! Die Hilfe vom Bund darf kein Sparprogramm sein."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Milliardenhilfen für Krankenhäuser angekündigt, weil sie Intensivbetten für Coronavirus-Patienten frei machen und planbare Operationen verschieben, die aber Umsätze bringen. Den Kliniken ist das zu wenig, sie fühlen sich hintergangen. Nach ihrer Ansicht werden nach den bisher veröffentlichten Plänen Defizite bei ihnen bleiben.

Am Samstagabend kündigte Spahn Nachbesserungen an, nannte aber keine Details. Glawe stellte am Sonntag klar: "Defizite aufgrund von Covid-19 darf es nicht geben." Es müsse beispielsweise zusätzlich einen Bonus für jedes Intensivbett geben, das zusätzlich provisorisch geschaffen werde.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Intensivbetten in den vergangenen Tagen von 215 auf 512 mehr als verdoppelt worden.

Update, 22. März, 12.40 Uhr: Tourismus drängt bei Staatshilfen auf Tempo

Rostock – Die Tourismuswirtschaft drängt bei den angekündigten Staatshilfen für die schwer getroffene Branche auf Tempo. 

Die Banken wüssten noch nicht, wie die Auszahlung funktionieren solle, Vieles sei noch unklar, sagte der Vorsitzende des Tourismusvereins Rostock und Warnemünde, Frank Martens, am Sonntag. "Geld fließt noch nicht."

Die Hotels im Nordosten dürfen wegen des grassierenden Coronavirus keine Touristen beherbergen. Außerdem sind seit Samstagabend sämtliche Restaurants geschlossen. Der Tourismus ist ein Hauptarbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Zeit dränge, so Martens weiter. Die Liquiditätsreserven besonders der kleinen und mittleren Betriebe seien unter den aktuellen, dramatischen Umständen ganz schnell aufgebraucht. Vielen dürfte aus seiner Sicht auch nicht mit Kreditbürgschaften und Überbrückungskrediten geholfen sein. Sie benötigten nicht rückzahlbare Zuschüsse. Viele der mehr als 15.000 Tourismus-Beschäftigten allein in der Region Rostock fürchteten um ihren Arbeitsplatz.

Vom Bund sind bislang nicht rückzahlbare Zuschüsse für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen verkündet worden. Das Land hat in der vergangenen Woche ein Hilfspaket über 100 Millionen Euro in Form von Bürgschaften und zinslosen Krediten beschlossen.

Update, 22. März, 12.35 Uhr: Segel-Weltmeister Buhl für Olympia-Verschiebung

Kiel – Segel-Weltmeister Philipp Buhl plädiert angesichts der Corona-Pandemie für eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Japan. 

"Wenn die Hälfte der Athleten sich nicht mehr vernünftig qualifizieren und nicht mehr zielführend trainieren kann, sind das schwerwiegendere Probleme als Event-Überschneidungen oder mediale Engpässe", sagte der aktuelle Laser-Weltmeister am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. 

"Olympia hat eine höhere Mission als nur die Medaillenvergaben. Olympia soll die Welt zusammenbringen und auch das ist aktuell kaum mehr möglich. Aus diesen Gründen plädiere ich für eine Verschiebung", erklärte der 30 Jahre alte Sportsoldat aus Sonthofen, der in Kiel lebt. 

Die Sommerspiele sollen vom 24. Juli bis 9. August in Tokio stattfinden.

Update, 22. März, 11.53 Uhr: Polizei warnt vor Betrügern in der Coronakrise

Stade – Die Coronakrise bringt Betrüger offenbar auf neue Ideen.

Wie die Beamten mitteilten, waren am Freitagabend zwischen 19 und 19.30 Uhr drei bisher unbekannte Männer in weißen Anzügen in Buxtehude unterwegs und hatten an mindestens einer Haustür geklingelt. Beim Öffnen behaupteten sie, vom Gesundheitsamt zu sein und das Gebäude aufgrund des Coronavirus begutachten zu müssen.

Der aufmerksame Bewohner erkannte den vorgezeigten Ausweis als Fälschung und ließ die Männer nicht ins Haus, woraufhin diese die Flucht ergriffen. Eine  Fahndung blieb leider bisher ohne Erfolg.

Polizei und Gesundheitsamt weisen in diesem Zusammenhang daraufhin, dass es keine "Hausbesuche" von Gesundheitsamtsmitarbeitern gibt. Das Gesundheitsamt des Landkreis Stade stellt klar: "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen grundsätzlich keine Hausbesuche. Wir untersuchen keine Wohnungen auf Coronaviren. Erkrankte oder Menschen, die möglicherweise mit Coronaviren infiziert sind, werden schriftlich oder telefonisch kontaktiert."

Die Polizei gibt folgende Tipps: Lasst Euch nicht verunsichern, lasst keine Fremden in die Wohnung, schließt im Zweifelsfall die Tür und ruft umgehend die Polizei unter der Nummer 110.

Update, 22. März, 11.43 Uhr: Patricia Blanco und Andreas Ellermann beenden Portugalurlaub

Patricia Blanco und Andreas Ellermann stehen am Hamburger Flughafen.
Patricia Blanco und Andreas Ellermann stehen am Hamburger Flughafen.  © André Lenthe Fotografie

Hamburg – Patricia Blanco und ihr Freund Andreas Ellermann kehren aus einem dreiwöchigen Urlaub in der Nähe von Faro in der portugiesischen Algarve zurück nach Hamburg. Ihr Robinson Club muss wegen des Coronavirus schließen. 

Während des Lufthansa-Fluges aus Portugal über München nach Hamburg mussten die beide Promis eine Atemschutzmaske tragen. "Jetzt gehen die beiden erstmal in Quarantäne", wie sie berichten. 

"Ich werde zur Köchin", spekuliert Patricia Blanco . Ein Taxi brachte sie vom Hamburger Airport zurück nach Schwarzenbek.

Update, 22. März, 11 Uhr: Drastischer Anstieg der Zahlen in Hamburg

Hamburg  – Am Samstag gab der Hamburger Senat bekannt, dass 768 Menschen am neuartigen Coronavirus erkrankt seien.

Deutschlandweit bedeutet das in der totalen Zahl Platz acht. Doch in fast keinem anderen Bundesland ist die Anzahl der Infizierten im Verhältnis zur Einwohnerzahl so hoch wie in Hamburg.

Und die kommenden Tage versprechen kaum Besserung. Wie die Gesundheitsbehörde in einer Mitteilung am Samstag erklärte, rechne sie weiterhin mit einem deutlichen Anstieg der positiv getesteten Fälle.

Den Grund für den drastischen Anstieg in Hamburg lest Ihr >>>hier<<<!

Update, 22. März, 10.55 Uhr: Bahnverkehr auf einzelnen Strecken ausgedünnt

Schwerin/Neustrelitz/Stralsund – Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Bahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern auf einzelnen Strecken eingeschränkt. Betroffen sind nach Angaben des Verkehrsministeriums in Schwerin von Dienstag an zunächst zwei Strecken im Osten des Landes.

Auf der RE 5-Linie verkehren die Züge zwischen Neustrelitz und Stralsund sowie in der Gegenrichtung in der Regel nur alle zwei Stunden, wie es hieß. Bisher habe es teilweise einen Ein-Stunden-Takt gegeben. Die sogenannten Verdichterzüge seien nun gestrichen worden, so das Ministerium.

Auch auf der RE 3-Strecke Berlin - Angermünde - Pasewalk - Stralsund gebe es ab Dienstag ein verringertes Angebot: Der Zug von Stralsund nach Berlin um 4.05 Uhr beziehungsweise von Pasewalk um 5.18 Uhr falle aus, in der Gegenrichtung der Zug von Angermünde nach Pasewalk um 23.40 Uhr.

Die Einschränkungen gelten der Sprecherin zufolge zunächst bis zum 19. April. Weitere Zugstreichungen für die kommenden Tage und Wochen seien aufgrund des grassierenden neuen Coronavirus nicht auszuschließen.

Update, 22. März, 10.50 Uhr: Krankenhäuser fühlen sich im Stich gelassen

Hannover – Die Krankenhäuser in Niedersachsen fühlen sich in der Corona-Krise im Stich gelassen und werfen der Bundesregierung Wortbruch vor. 

"Wir sind fassungslos und empört", sagte der Vorsitzende der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), Hans-Heinrich Aldag, am Sonntag. Der am Samstag vorgelegte Gesetzentwurf breche das gegebene Versprechen, die Krankenhäuser nicht auf den Kosten sitzen zu lassen. 

Es werde zudem kein einziger Euro für die hohen Mehrkosten für die persönliche Schutzausrüstung der Mitarbeiter als Finanzierungspauschale bereitgestellt. Gegen den Entwurf protestieren Kliniken bundesweit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte daraufhin am Samstagabend Nachbesserungen an.

Auch der Verband der Privatkliniken Niedersachsen und Bremen nennt den Gesetzentwurf "ein Desaster". Derzeit setzten Rehabilitationskliniken nicht dringend notwendige Behandlungen aus oder brechen sie sogar ab, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen. 

"Viele Kliniken werden aufgrund dieser Rahmenbedingungen zumindest Kurzarbeit beantragen müssen, betriebsbedingte Kündigungen und schließlich Insolvenzen sind zu erwarten", kritisierte Verbandsgeschäftsführer Detlef Bätz.

Update, 22. März, 10.45 Uhr: 436 bestätigte Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel – Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus steigt in Schleswig-Holstein weiter. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kiel vom Sonntag wurden bis einschließlich Samstag 436 Fälle gemeldet, 33 Patientinnen und Patienten werden klinisch behandelt. 

In den Standorten Kiel und Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein wurden am Wochenende nach Angaben des Klinikums zwei Personen auf die Intensivstationen gebracht.

Bislang wurde seit Beginn der Pandemie ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung in Schleswig-Holstein registriert. 

Am Samstag hatte das Ministerium die Zahl der Sars-CoV-2-Fälle bis einschließlich Freitag mit 383 angegeben, 29 Personen waren zur Behandlung in Kliniken.

Update, 22. März, 9.05 Uhr: Grüne befürworten Verzicht auf Ausgangssperre

Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg spricht sich gegen eine Ausgangssperre aus.
Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg spricht sich gegen eine Ausgangssperre aus.  © Moritz Frankenberg/dpa

Hannover – Im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung befürworten die Grünen in Niedersachsen den vorläufigen Verzicht auf eine Ausgangssperre. 

"Wir unterstützen die Richtschnur von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), eine generelle Ausgangssperre möglichst zu verhindern", sagte Fraktionschefin Julia Willie Hamburg. "Sie wäre hochproblematisch und kaum zu kontrollieren." 

Es gelte nun, die bisherigen Maßnahmen durchzusetzen. "Viele verhalten sich ja sehr verantwortungsbewusst." Weitere Beschränkungen sollten nur gezielt wirken, sagte Hamburg. 

"Eine landesweit Ausgangssperre wäre ein schwerer Eingriff in Grundrechte. Es muss immer Ausnahmen geben zum Einkaufen oder um einfach mal an die frische Luft zu gehen."

Update, 22. März, 9 Uhr: Tschentscher appelliert an Freiwillige

Hamburg – Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher appelliert via Twitter an alle Freiwilligen mit beruflichem Hintergrund aus medizinischen oder pflegerischen Bereichen.

Wer seine Hilfe anbieten will, soll sich unter der angegebenen E-Mailadresse melden.

Update, 22. März, 7.23 Uhr: Balkonpartys in Hamburg

Auf ihrem Balkon feierten die Männer eine Party.
Auf ihrem Balkon feierten die Männer eine Party.  © JOTO

Hamburg – Wie viele andere haben vier Männer passend zur aktuellen Ausgangsbeschränkung wegen des Coronavirus auf ihren Balkonen im Hamburger Osten eine Party gefeiert. 

Gegen 21.30 Uhr beobachtete ein Reporter die Männer, wie sie zu lauter Musik aus mobilen Boxen auf ihren Balkonen tanzten. Dazu tranken sie Bier und Cocktails. 

Nachbarn leuchteten mit bunten Lichtern aus ihren Fenstern und einige Passanten auf der Straße tanzten ebenfalls.

Update, 21. März, 21 Uhr: Allabendlicher Applaus ertönt in den Straßen

Hamburg - Der Applaus wird immer lauter! Wie in den letzten Tagen versammelten auch am Samstag wieder zahlreiche Menschen um 21 Uhr auf ihren Balkonen, um den unzähligen Helfern und Helferinnen ihren Dank auszusprechen.

Updatw, 21. März, 20.35 Uhr: Griechisches Lokal verschenkt Toilettenpapier

Hamburg - Weil die Toiletten in seinem Restaurant derzeit nicht genutzt werden können, verschenkt ein griechischer Gastwirt im Hamburger Stadtteil sein Toilettenpapier.

Bei jeder Bestellung per Lieferservice gibt es nun statt eines Ouzo, eine Rolle Toilettenpapier.

Update, 21. März, 20 Uhr: CDU-Landeschef für weitergehende Ausgangsbeschränkung

Hannover - Niedersachsens CDU-Vorsitzender Bernd Althusmann hat sich für eine Verschärfung der Auflagen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus ausgesprochen. "Eine weitergehende Ausgangsbeschränkung angelehnt an Bayern erscheint mir notwendig", schrieb Althusmann am Samstagabend auf Twitter. 

Er sprach sich dabei auch für eine bundesweit einheitliche Regelung aus. "Die Menschen in unserem Land wären meines Erachtens bereit, diese Einschränkung auf Zeit zu akzeptieren", schrieb Althusmann.

Er will damit eine weitergehende Regelung als Stephan Weil (SPD), der die bisher in Niedersachsen geltenden Maßnahmen als ausreichend empfindet, wie er am Samstag bekräftigte. Seit Samstag, 18Uhr, müssen beispielsweise alle Restaurants im Land geschlossen bleiben. 

Bayern war am Freitag mit weitreichenden Ausgangsbeschränkungen vorgeprescht. So ist das Verlassen der eigenen Wohnung dort nur noch erlaubt, wenn triftige Gründe vorliegen.

Update, 21. März, 19.37 Uhr: Gastronomen kochen für Helfer

Hamburg - Zahlreiche Hamburger Gastronomen haben sich zusammengeschlossen und wollen die Helden in der Coronavirus-Krise unterstützen, obwohl sie selbst zurzeit um ihre Existenz bangen müssen.

Wer alles dabei ist und was sie genau machen, lest Ihr >>>hier<<<!

Update, 21. März, 18.58 Uhr: Eltern erhalten Kita-Beiträge zurück

Kiel - Eltern in Schleswig-Holstein können wegen der Corona-bedingten Kita-Schließungen mit einer Rückerstattung der Gebühren rechnen. Die Kommunen sollen dafür 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm erhalten. Dies beschlossen die Koalitionsfraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bei einer Kabinettssitzung am Samstag gemeinsam mit der SPD-Fraktion und dem SSW im Landtag.

Mit dem Geld sollen die Beiträge für die Betreuung von kleinen Kindern in den Tagesstätten für zwei Monate erstattet werden. Die genauen Einzelheiten würden kurzfristig mit den kommunalen Spitzenverbänden vereinbart, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landtagsfraktionen.

Schulen und Kitas sind in Schleswig-Holstein wegen der Corona-Pandemie ebenso wie in allen anderen Bundesländern derzeit geschlossen. Dies gilt vorerst bis zum 19. April.

Auf Vorschlag von Familienminister Heiner Garg (FDP) soll zudem die Kita-Reform um ein halbes Jahr verschoben werden. Sie war im vergangenen Dezember im Landtag beschlossen worden und sollte am 1. August in Kraft treten.

Die Kommunen erhielten mehr Zeit, um die Verträge mit den Kita-Trägern auszuhandeln und zu beschließen, hieß es in der Mitteilung. Die Gesetzesänderung zur Verschiebung der Kita-Reform solle noch vor der Sommerpause vom Parlament beschlossen werden. Zu den Kernpunkten der Reform gehört die Deckelung der Elternbeiträge. Zudem soll der Betreuungsschlüssel verbessert werden.

Update, 21. März, 18.54 Uhr: Krankenhäuser in MV fühlen sich von Spahn im Stich gelassen

Schwerin - Mit heftiger Kritik haben die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern auf den Entwurf eines Eilgesetzes aus dem Bundesgesundheitsministerium zur Corona-Krise reagiert. Die Finanzierung der Krankenhäuser darin reiche nicht aus, heißt es in einer Mitteilung der Landeskrankenhausgesellschaft vom Samstag. 

Minister Jens Spahn (CDU) habe in den vergangenen Wochen versprochen, die Krankenhäuser für ihre wichtige Aufgabe in der Corona-Krise von jeglichem finanziellen Schaden freihalten zu wollen. Nun solle es lediglich eine Finanzierung der Fixkosten für leerstehende Betten geben.

Krankenhäuser haben planbare Operationen abgesagt, um Behandlungskapazitäten für Corona-Patienten zu schaffen. Dadurch entgehen ihnen Einnahmen. Während die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern ihre Hausaufgaben zum Aufbau von Beatmungsbetten gemacht hätten, habe das Bundesministerium für Gesundheit völlig versagt, meinte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, Uwe Borchmann. Er forderte die Landesregierung sowie die Bundestagsabgeordneten aus MV dazu auf, gegenüber dem Bund im Sinne der Krankenhäuser Position zu beziehen.

Spahn will im Eilverfahren ein großes Paket an Hilfs- und Schutzgesetzen auf den Weg bringen. Es soll bereits kommende Woche beschlossen werden.

Zuvor hatten bereits Hamburger Krankenhäuser ihre Kritik an den Plänen des Gesundheitsministers geäußert. Alle Infos dazu findet Ihr >>>hier>>>!

Update, 21. März, 18 Uhr: Vierter Todesfall in Niedersachsen

Leer - Ein 66-jähriger Mann aus dem Kreisgebiet Leer starb am Samstag an den Folgen des Coronavirus im Krankenhaus, wie ein Kreissprecher mitteilte. Der Mann habe eine schwere Vorerkrankung gehabt. 

Laut Angaben des Landesgesundheitsamtes vom Samstag wurden bisher in Niedersachsen 1452 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, im Vergleich zum Vortag ein Zuwachs um 190.

Update, 21. März, 17.50 Uhr: Zahl der Coronavirus-Infektionen in MV steigt auf 182

Rostock/Schwerin - Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist bis Samstagnachmittag auf 182 gestiegen. Das sind 15 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Schwerin mitteilte. 

Damit wurden am Samstag weniger als halb so viele neue Fälle bestätigt wie am Freitag. Den stärksten Anstieg gab es in der Landeshauptstadt Schwerin. Dort wuchs die Zahl der bestätigten Fälle um 5 auf 38. Dies ist die höchste Zahl landesweit. 

Nach wie vor wurden landesweit 10 Personen im Krankenhaus behandelt.

Update, 21. März, 17.17 Uhr: Erster Todesfall im Landkreis Harburg

Harburg - Nach zwei Todesfällen in der Region Hannover ist auch im Landkreis Harburg eine Person an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung verstorben.

Die der Landkreis erklärte, starb in der Nacht zum Samstag ein 87-Jähriger. Er hatte eine Vorerkrankung und wurde seit einigen Tagen in einem Krankenhaus behandelt.

Laut Angaben des Landesgesundheitsamtes vom Samstag wurden bisher in Niedersachsen 1452 Infektion mit dem Coronavirus bestätigt, im Vergleich zum Vortag ein Zuwachs um 190.

Update, 21. März, 16.07 Uhr: Zahl der Infizierten steigt in Hamburg auf 768 an

Hamburg - Die Zahl der mit Covid-19 infizierten Menschen ist in Hamburg um 104 weitere Fälle auf nun 768 angestiegen, wie der Senat mitteilte.

Nach wie vor hänge der Anstieg mit dem hohen Anteil an Urlaubsrückkehrern zusammen. Die Krankheitssymptome traten bei ihnen erst mit Verzögerung auf.

Der Senat rechnet damit, dass die Zahl der Infizierten in den kommenden Tagen weiter ansteigen werde. Die zuständigen Gesundheitsämter ergreifen bei allen positiv getesteten Personen die notwendigen Maßnahmen.

Nach derzeitigen Stand befinden sich laut Senat 32 Personen in stationärer Behandlung, sechs davon werden intensivmedizinisch betreut.

Update, 21. März, 16 Uhr: Erste Todesfälle in Niedersachsen nach Infektion

Hannover - In Niedersachsen sind die ersten beiden Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die beiden Männer im Alter von 70 und 84 Jahren seien am Freitag gestorben, sagte eine Sprecherin der Region Hannover am Samstag.

Update, 21. März, 15.45 Uhr: Kieler Virologe sieht keine Chance auf Fußball vor September

Kiel - Das werden Fußballfans nicht gerne hören! Der Kieler Virologe Alexander Kekulé hat sich in der ARD-Sportschau zu Großveranstaltung, wie etwa Fußballspielen, während der Coronakrise geäußert.

"Großveranstaltungen, bei denen man 60.000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr nicht", ist sich der Experte sicher. "Wenn ich jetzt Berater des Fußballs wäre, dann würde ich sagen, im September irgendwann könnte es sich bessern, aber vorher höchstwahrscheinlich nicht."

Zuvor hatte sich bereits Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe im Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, ähnlich zu Wort gemeldet. Er gehe sogar davon aus, dass in diesem Jahr gar kein Fußball mehr gespielt werde.

Update, 21. März, 15.25 Uhr: Schleswig-Holsteins Polizei: Menschen halten sich an Verfügungen

Kiel - Die Menschen in Schleswig-Holstein halten sich nach Angabe der Polizei an die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Allgemeinverfügungen. "Die Appelle sind angekommen, wie es scheint", sagte ein Sprecher am Samstagnachmittag. "Wir sind glücklich und zufrieden, dass die Leute so besonnen reagieren."

Die Landesregierung hatte am Freitag noch einmal ihre Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus verschärft. Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Grillabende oder ähnliche Veranstaltungen sowie Ansammlungen von Personen im öffentlichen Raum mit mehr als fünf Teilnehmern waren untersagt worden. Einzige Ausnahme ist, wenn Verwandtschaftsverhältnisse ersten Grades bestehen.

Der Polizeisprecher berichtete insgesamt von nur wenigen Einsätzen. Die Beamten versuchten stets, die Menschen darauf hinzuweisen, wenn sie sich nicht korrekt verhielten. Die meisten Angesprochenen seien einsichtig. Auch von sogenannten Corona-Partys war nichts bekannt.

Viele Strände an der Nord- und Ostsee waren trotz des Sonnenscheins zum Frühlingsanfang weitgehend menschenleer, ebenso gingen nur vereinzelt Menschen durch die Innenstädte in Lübeck und der Landeshauptstadt Kiel. Zwischen Timmendorfer Strand und Scharbeutz überwachte die Polizei in Richtung Scharbeutz den Verkehr. 

Von 90 kontrollierten Fahrzeugen wurden laut Polizei 30 zurückgewiesen. Bei den Insassen hatte es sich um Ausflugstouristen gehandelt, die derzeit nicht nach Schleswig-Holstein reisen dürfen.

Update, 21. März, 15.16 Uhr: Kleine Verlage und Buchhändler hoffen auf Erfolg von #Indiebookday

Daniel Beskos, Mitveranstalter des Indiebookday, einem Aktionstag zur Unterstützung kleiner unabhängiger Verlage, steht im Schanzenviertel vor einer Buchhandlung.
Daniel Beskos, Mitveranstalter des Indiebookday, einem Aktionstag zur Unterstützung kleiner unabhängiger Verlage, steht im Schanzenviertel vor einer Buchhandlung.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg - In Zeiten geschlossener Buchläden und abgesagter Buchmessen wegen des sich ausbreitenden Coronavirus haben viele kleine Verlage und Buchhändler Hoffnung auf den diesjährigen Indiebookday gesetzt. 

"Es gibt viele kreative Aktionen, um die Aufmerksamkeit nun online zu bekommen", sagte Daniel Beskos vom Hamburger Mairisch-Verlag. Der Verlag hatte den Indiebookday 2013 ins Leben gerufen, um die Aufmerksamkeit auf inhabergeführte Verlage und Buchhändler lenken zu können. 

Die Idee dahinter: Gewünschtes Buch eines kleinen Verlages beim Buchhändler um die Ecke kaufen, Foto vom Werk machen und mit dem Hashtag #indiebookday in den sozialen Netzwerken posten.

Der Aktionstag ist seitdem eine Erfolgsgeschichte - im In- und im Ausland. Mehrere hundert Verlage und Buchhändler hatten sich zuletzt an der Aktion beteiligt, so Beskos. In diesem Jahr fand der Indiebookday wegen der Corona-Krise ausschließlich im Netz statt.

In den sozialen Netzwerken posteten die Buchhandlungen, Verlage und Autoren ihre Lieblingsbücher außerhalb der Bestseller-Listen und stellten Lesetipps vor. "Lest mehr Bücher", forderte die Autorin Alizee Korte auf Twitter. "Und kauft diese am besten direkt bei den Autorinnen und Autoren oder in fairen Online-Shops. Ihr unterstützt damit Menschen, deren Existenzgrundlage im Moment akut gefährdet ist." 

Viele Leser zeigten gekaufte Bücher vor geschlossenen Buchhandlungen oder in ihren Wohnungen - manchmal auch auf einem elektronischen Lesegerät.

Beskos hoffte, dass der Indiebookday auch 2020 wieder viel Aufmerksamkeit für die Verlage und Buchhändler bringt. "Alle Verlage haben ja in den letzten Jahren einige Brocken zu schlucken gehabt. Dazu kam die allgemeine Entwicklung, dass die Leute ihre knappe Freizeit mit anderen Dingen als mit Lesen verbringen. Und nun macht Corona diese Situation doppelt schwer für alle."

Die Idee des Indiebookdays dürfe deshalb auch gern in den nächsten Wochen weiter genutzt werden. "Einfach die Buchhandlung Ihres Vertrauens anrufen - die machen momentan sehr gern Telefonberatung - und sich etwas empfehlen lassen und es dann einfach bestellen", so Beskos. Viele Buchhändler würden mittlerweile in ihrem Stadtteil Lieferdienste anbieten.

Update, 21. März, 15.04 Uhr: Polizeikontrollen an Landesgrenzen: Jedes zwölfte Auto abgewiesen

Rostock - Bei den Polizeikontrollen zur Einhaltung der Einreiseverbote für Touristen nach Mecklenburg-Vorpommern ist am ersten Tag jedes zwölfte Auto abgewiesen worden. Am Freitag seien 4141 Fahrzeuge kontrolliert und davon 355 abgewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag.

Seit Dienstag sind touristische Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern untersagt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Einheimische dürfen sich bislang frei bewegen, sollen aber auch möglichst zu Hause bleiben. Die Kontrollen von Autos mit auswärtigen Kennzeichen sollen auch am Wochenende stattfinden, wie es hieß. Das Land hat nach eigenen Angaben zehn Kontrollpunkte an großen Zufahrtsstraßen nach MV eingerichtet.

Zusätzlich fahre die Polizei seit Freitag durch die touristischen Hotspots und informiere über Lautsprecher letzte noch nicht abgereiste Touristen, teilte das Polizeipräsidium Rostock mit. 

Menschen, die in Gruppen unterwegs seien, würden gezielt angesprochen, um Ansammlungen aufzulösen. Außerdem würden Flyer verteilt, um auf den Ernst der Lage hinzuweisen.

Update, 21. März, 14.40 Uhr: Verwaltungsgericht lehnt Eilantrag gegen Ladenschließung ab

Hamburg - Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die Allgemeinverfügung des Senats zur Schließung von Einzelhandelsgeschäften in einem ersten Verfahren bestätigt. 

Das Gericht lehnte am Freitagabend den Eilantrag einer Besitzerin von mehreren Geschäften ab, die sich gegen die Schließung ihrer Filialen juristisch zur Wehr gesetzt hatte (Az.: 10 E 1380/20). 

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sei dem Schutz der Gesundheit der gesamten Bevölkerung als überragend wichtigem Gemeinschaftsgut der Vorzug vor den wirtschaftlichen Interessen der Antragstellerin zu geben, teilte ein Sprecher des Gerichts am Samstag mit.

Update, 21. März, 14.37 Uhr: Wenig los an Stränden und auf Promenaden im Nordosten

Rostock/Kühlungsborn/Binz - Trotz teilweise sonnigen Wetters sind am Samstag viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern wie empfohlen zu Hause geblieben. An Ostseestränden und auf Strandpromenaden waren nur wenige Ausflügler unterwegs, wie dpa-Reporter aus Warnemünde und Graal-Müritz berichteten. In Kühlungsborn, Binz auf Rügen und Heringsdorf auf Usedom war ebenfalls wenig los, wie Mitarbeiter von Strandhotels sagten.

Hotels in Mecklenburg-Vorpommern dürfen wegen des grassierenden Coronavirus schon seit mehreren Tagen keine Touristen mehr aufnehmen. Die Restaurants mussten ab Samstag, 18 Uhr, bis auf Weiteres schließen. Urlauber von außerhalb des Bundeslandes sollten nach Hause fahren. Die Polizei kontrolliert Autos mit auswärtigen Kennzeichen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind die Menschen aufgefordert, ihre sozialen Kontakte so weit wie möglich einzuschränken und zu Hause zu bleiben. Bis Freitagnachmittag wurden in Mecklenburg-Vorpommern 167 Infektionen gemeldet. Zehn Menschen mit der Krankheit Covid-19 lagen zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus.

Am Sonntag wollen die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auswerten, wie die bisherigen Maßnahmen wirken. Und sie wollen überlegen, ob weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wie etwa Ausgehverbote nötig sind.

Update, 21. März, 14.25 Uhr: Urlauber haben Norderney verlassen

Norderney - Die vorgezogene Abreise der Urlauber von den ostfriesischen Inseln lief auch am Samstag. "Auf Norderney hat ein Großteil der Besucher unsere Insel verlassen", sagte Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos). 

"Wir haben wahrscheinlich noch einige Hundert Urlauber auf der Insel", schätzte er am Samstag. "Die eindringlichen Appelle haben offenbar geholfen."

Alle Urlaubsgäste müssen den Landkreis Aurich und seine Inseln Norderney, Juist und Baltrum wegen der Corona-Pandemie spätestens bis Sonntag verlassen, drei Tage früher als zunächst geplant. 

Die schnelleren Rückreisen seien nötig, um die Bevölkerung zu schützen, hieß es in der entsprechenden Allgemeinverfügung des Landkreises.

Ab Sonntag sollen 26 Polizeibeamte vom Festland die Inselpolizei auf Norderney bei der Räumung unterstützen. 

Trotz eindringlicher Warnungen reizten manche Touristen die Frist fürs Verlassen der Inseln zunächst aus, das sorgte für Unmut.

Update, 21. März, 13.54 Uhr: Hamburger halten sich an Verfügung

Ein kleines Flugzeug fliegt mit einem Banner mit der Aufschrift "Stay at Home!" (Bleibt zu Hause!) über Hamburg. 
Ein kleines Flugzeug fliegt mit einem Banner mit der Aufschrift "Stay at Home!" (Bleibt zu Hause!) über Hamburg.   © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Nachdem Hamburg am Freitag mit einer neuen Allgemeinverfügung das öffentliche Leben in der Hansestadt weiter eingeschränkt hat, halten sich die meisten Bürger an die Regeln. 

Insgesamt sei das öffentliche Leben sehr ruhig geworden, teilte ein Polizeisprecher am Samstagmittag mit. 

Bis dahin habe die Polizei nur in verschwindend geringer Zahl tätig werden müssen, wenn etwa Läden trotz Verfügung noch geöffnet waren, weil manche das Verbot noch nicht mitbekommen hätten. 

Größere Menschenansammlungen oder sogenannte Corona-Partys mussten demnach zunächst nicht aufgelöst werden.

"An Elbe und Alster ist bei dem Wetter natürlich viel los, aber die meisten treiben für sich alleine Sport oder sind mit der Familie unterwegs. Alles im Bereich des Zulässigen", sagte ein Polizeisprecher. 

Update, 21. März, 13.13 Uhr: Kliniken rüsten auf

Schwerin - In den Akutkliniken Mecklenburg-Vorpommerns laufen laut Krankenhausgesellschaft die Vorbereitungen auf steigende Zahlen von Corona-Patienten auf Hochtouren. 

"Prinzipiell schaffen wir gerade in allen Krankenhäusern Isolationsmöglichkeiten für Corona-Patienten. Diese können vielerorts bis zur Größe ganzer Stationen ausgeweitet werden", teilte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Uwe Borchmann, am Samstag mit.

Alle Kliniken hätten ihre stillen Reserven gehoben und zusätzliche Beatmungsplätze auf ihren Intensivstationen geschaffen. 

Derzeit könnten dafür 512 Betten genutzt werden. Der Krankenhausplan des Landes, gemacht für normale Zeiten, sieht lediglich 215 vor. 

"Sollten diese Kapazitäten nicht reichen, stehen auch Beatmungsgeräte der Operationssäle zu Verfügung", so Borchmann weiter. 

Update, 21. März, 13.04 Uhr: Kontaktlose Paketannahme bei Hermes

Das Logistikzentrum des Dienstleistungsunternehmens Hermes in Billbrook. 
Das Logistikzentrum des Dienstleistungsunternehmens Hermes in Billbrook.   © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg - Der Versandlogistiker Hermes hat wegen der Gefahren durch das Coronavirus ein neues Verfahren bei der Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt. 

Das teilte Hermes am Samstag in Hamburg mit. Der Empfänger muss nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. 

Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist. 

Damit könnten Zusteller und Kunde auf Abstand bleiben und seien besser geschützt. 

Zudem könnten die Kunden schon bisher die Zustellung an Ablageorten wie auf der Terrasse oder vor der Wohnungstür wählen.

Update, 21. März, 11.41 Uhr: Zeitung kann gedruckte Ausgabe nicht garantieren

Rostock  - Die "Ostsee-Zeitung" (Rostock) kann nach Worten von Chefredakteur Andreas Ebel in nächster Zeit nicht garantieren, dass den Lesern die gedruckte Ausgabe zur Verfügung steht. 

"Wir bemühen uns nach Kräften", versicherte Ebel in der Samstag-Ausgabe des Blattes. 

Für den Fall der Fälle bat er die Leser um ihre E-Mail-Adresse, um ihnen auf diesem Weg aktuelle Beiträge und Informationen über Alternativen zur gedruckten Zeitung zukommen zu lassen.

Update, 21. März, 11.20 Uhr: "Wir stehen erst am Anfang"

Heiner Garg möchte keine Versprechungen machen. 
Heiner Garg möchte keine Versprechungen machen.   © Frank Molter/dpa

Kiel - Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg will angesichts der Corona-Pandemie noch keine Vorhersagen machen, wann sich das öffentliche Leben wieder normalisiert. 

"Der nächste Schritt bei der Bekämpfung ist – wie auch im Pandemieplan vorgesehen – die angesprochene Fokussierung auf die Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten und auf den Schutz besonders gefährdeter Gruppen", sagte der FDP-Politiker den "Kieler Nachrichten" am Samstag.

Das könne und solle einhergehen mit einem kontrollierten Hochfahren des öffentlichen Lebens. "Den Zeitpunkt dafür kann ich heute aber noch nicht versprechen, dafür ist die Situation zu dynamisch und das Virus zu neu."

Er rechnet damit, dass die Zahl der Corona-Infizierten in seinem Bundesland noch deutlich nach oben geht. "Wir stehen erst am Anfang, das muss allen klar sein", betonte Garg. Man müsse bedenken, dass aufgrund der Inkubationszeit "wir mit den gemeldeten Erkrankungsfällen immer etwa zehn Tage hinter der eigentlichen Infektion zurückliegen".

Im Moment seien in Schleswig-Holstein mehr als 1000 Menschen in Quarantäne. "Wir gehen davon aus, dass ein großer Teil von diesen noch erkrankt", meinte Garg.

Update, 21. März, 10.49 Uhr: "Wer Partys feiert, begeht eine Straftat"

Hamburg - Im Interview mit Radio Hamburg hat sich Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) noch einmal eindringlich an alle Bürger gewendet. 

"Haltet euch an die Regeln", bat er die Zuhörer am Samstagmorgen. "Nur die wenigsten Wege im öffentlichen Raum sind jetzt zulässig. Partys sind leichtsinniges Verhalten. Wer gegen die Allgemeinverfügung verstößt, begeht eine Straftat."

Außerdem erklärte er, dass es keine Reihenuntersuchung geben werden. Auch in Zukunft werde ausschließlich auf ärztliche Anordnung auf das Coronavirus getestet. 

"Wenn wir alle testen würden, wäre für die wirklich Erkrankten die medizinische Kapazität nicht mehr ausreichend da", so Tschentscher weiter. 

Update, 21. März, 10.42 Uhr: 383 bestätigte Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus steigt in Schleswig-Holstein weiter. 

Bis einschließlich Freitag waren 383 Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Kiel am Samstag mitteilte. 29 Personen sind in klinischer Behandlung. Bislang wurde ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung registriert. 

Am Freitag hatte das Ministerium die Zahl der Sars-CoV-2-Fälle bis einschließlich Donnerstag mit 321 angegeben.

Update, 21. März, 9.13 Uhr: Polizei kontrolliert Jungfernstieg zu Pferd

Polizisten kontrollieren auf Pferden den Jungfernstieg.
Polizisten kontrollieren auf Pferden den Jungfernstieg.  © TV News Kontor

Hamburg - Die Polizei in Hamburg hat in den letzten Tagen verstärkt die Einhaltung der Corona-Verrdnungen auf den Straßen kontrolliert. 

Beamte waren vor allem an den beliebten Hotspots der Hansestadt unterwegs, kontrollierten den Jungfernstieg oder die Reeperbahn, wo sich am Wochenende normalerweise Tausende Menschen zum Feiern treffen.

Am Jungfernstieg patrouillierten Polizisten zu Pferd die vereinzelten Fußgänger.

Auch auf der Großen Freiheit und am Hans-Albers-Platz hielten sich die meisten Menschen an die Verordnung, in den Straßen herrschte gähnende Leere. 

Update, 21. März, 7.58 Uhr: Kaum Einschränkungen für Obdachlose in MV

Rostock - Obdachlose in Mecklenburg-Vorpommern müssen anders als beispielsweise in Hamburg in der Corona-Krise bisher keine großen Einschränkungen fürchten. 

In den größeren Städten des Landes sind die Unterkünfte für wohnungslose Menschen weiterhin geöffnet. Das teilten die Sprecher mehrerer Städte auf Anfrage mit. In Rostock, Schwerin und Stralsund gelte in den Unterkünften allerdings ein Besuchsverbot.

In Hamburg sind mehrere Einrichtungen für Obdachlose nur eingeschränkt nutzbar oder sogar geschlossen worden. 

Update, 21. März, 7.17 Uhr: Freiwillige wollen in Krankenhäusern helfen

Kiel - Während der Corona-Pandemie verzeichnen die Gesundheitsbehörden große Hilfsbereitschaft. "Großartig ist, dass mehr als 1000 Freiwillige sich in nur zwei Tagen gemeldet haben", sagte der Sprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Oliver Grieve. 

An den beiden Klinik-Standorten Kiel und Lübeck herrsche "ein Klima von hohem Verantwortungsbewusstsein und großer Hilfsbereitschaft" - trotz der enormen Herausforderungen bei der Umstellung auf Corona-Infrastruktur und der gleichzeitig unterbrochenen Lieferkette von Schutzmaterialien.

Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) hatte Studenten angesichts der Corona-Krise am Mittwoch zur Mithilfe als Freiwillige im Uniklinikum aufgerufen. 

Dieses benötige Unterstützung nicht nur von Medizin-Studenten. "Auch wer zum Beispiel eine Rettungssanitäter-Ausbildung hat oder anderweitig etwas beitragen will, zum Beispiel auch im Bereich der Logistik, ist herzlich willkommen."

Am Uniklinikum selbst sind nach Angaben des Sprechers zehn Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Update, 21. März, 7.14 Uhr: Mehr Anrufe bei Telefonseelsorge

Eine ehrenamtliche Telefonseelsorgerin im Auftrag der Diakonie Hamburg telefoniert. 
Eine ehrenamtliche Telefonseelsorgerin im Auftrag der Diakonie Hamburg telefoniert.   © Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg - Die ehrenamtlichen Helfer der Telefonseelsorge in Hamburg haben in diesen Tagen sehr viel zu tun. 

Wegen der Corona-Krise rufen deutlich mehr Menschen bei der Hotline der Hansestadt an als sonst üblich, wie die Leiterin der Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg, Babette Glöckner, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. "Es schlägt voll durch. Wir haben bundesweit 50 Prozent mehr Anrufe."

Wegen des sich immer weiter ausbreitenden Coronavirus hätten viele Anrufer Ängste und fürchteten soziale und finanzielle Not. In den meisten Fällen müssten die Ehrenamtlichen vor allem "einfach zuhören, würdigen und wertschätzen", so Glöckner. 

Die Telefonseelsorge der Diakonie ist 24 Stunden am Tag besetzt. In Hamburg gibt es auch noch die katholische Telefonseelsorge der Caritas.

Update, 20. März, 21.45 Uhr: MV lässt wegen Corona-Krise mehr Sonntags- und Feiertagsarbeit zu

Schwerin - Wegen der Corona-Krise können Beschäftigte in etlichen Branchen in Mecklenburg-Vorpommern nun auch an Sonn- und Feiertagen eingesetzt werden. Die Lockerung der Arbeitszeitregelungen gilt für den Umgang mit Waren wie Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Medizinprodukten und Medikamenten, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Freitag mit. 

Aber auch, wer Patienten versorgt und behandelt oder mit Produkten arbeitet, die zur Bekämpfung der Pandemie durch das neuartige Coronavirus eingesetzt werden, kann künftig sonn- und feiertags arbeiten. Das gilt für die Produktion, die Verpackung, das Liefern, das Be- und Entladen und das Einräumen der genannten Waren. Die Regelungen gelten von diesem Samstag an bis zum 19. April.

Bereits Mitte der Woche hatte die Landesregierung beschlossen, dass Läden, die Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel verkaufen, nun auch am Sonntag öffnen dürfen. Viele andere Geschäfte hingegen müssen bis zum 19. April komplett geschlossen bleiben, um eine Ausbreitung des Coronavirus möglichst einzudämmen.

Update, 20. März, 21 Uhr: Tosender Applaus für die Helfer

Hamburg - Um Punkt 21 Uhr war es wieder so weit. Zahlreicher Hamburger versammelten sich auf ihren Balkonen und Fenstern und applaudierten für die Helfer, die während der Coronavirus-Krise unermüdlich ihr Bestes geben.

Update, 20. März, 20.43 Uhr: Udo Lindenberg will in Corona-Krise Mut machen

Hamburg - Panikrocker Udo Lindenberg (73) will den Menschen in der Corona-Krise Mut machen. "Weil hinter all den schwarzen Wolken wieder gute Zeiten warten", schrieb der Kultsänger am Freitag auf Facebook. "Durchhängen is nich." 

Wichtig sei in diesen schwierigen Zeiten zusammenzuhalten. "Ein Clan, ein Blut. Wie in einer grossen Family, unsre Panikfamily.» Nun müssten alle «zuhause bleiben, wenn es geht, volle Solidarität." Denn desto schneller sei alles vorbei und man könne das Leben wieder feiern. 

"Auf dass wir unser System neu durchchecken, (...) dass wir endlich die Menschen wertschätzen und anständig bezahlen, die den Laden am Laufen halten!! Ohne euch geht gar nix."

Update, 20. März, 19.48 Uhr: UKE und Senatorin rufen Medizinstudenten zur Mithilfe auf

Hamburg - Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und der Dekan der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Uwe Koch-Gromus, haben Medizinstudenten zur Mithilfe bei der Krankenversorgung am UKE aufgerufen. Die Studierenden sollen vornehmlich zur Unterstützung des Pflegedienstes in der Patientenversorgung eingesetzt werden, wie die Wissenschaftsbehörde und das UKE am Freitag mitteilten. 

Interessierte können sich ab sofort online im Pflegepool melden. Darüber hinaus könnten sich Medizinstudenten weiterhin in allen in Frage kommenden Bereichen um medizinische Praktika bewerben.

"Das UKE benötigt in Anbetracht der derzeitigen Situation dringend personelle Verstärkung für die Versorgung von Patienten", sagte Fegebank. Der Einsatz der Studierenden solle die seit Wochen stark beanspruchten Mitarbeiter des UKE entlasten.

Nach einem Aufruf von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) unterstützen Medizinstudenten bereits die Hamburger Gesundheitsämter. Zu ihren Aufgaben zählen beispielsweise das Identifizieren und Kontaktieren von Kontaktpersonen sowie die Betreuung und die medizinischen Kontrollen bei heimischer Isolation.

Update, 20. März, 19.45 Uhr: Noch immer Touristen in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin - Bis Donnerstag sollten alle Touristen Mecklenburg-Vorpommern verlassen haben - doch nicht alle wollen ihren Urlaub vorzeitig beenden. Es gebe Gäste, die noch immer nicht abgereist seien, kritisierte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitagabend. 

Viele Urlauber hätten die Notwendigkeit der Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus verstanden, "aber es gibt auch Gäste, die es nicht einsehen". Diese nähmen die Gesundheit der Bevölkerung nicht ernst, sondern erschwerten das Krisenmanagement.

Schwesig betonte, dass Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Zweifel hart durchgreifen werde und appellierte an alle auswärtigen Touristen abzureisen. "Es wäre schön, wenn wir uns alle diese unschönen Szenen ersparen und alle vernünftig sind."

Update, 20. März, 18.49 Uhr: Gastronomie wird in MV ab Samstagabend geschlossen

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern schließt wegen der Corona-Krise die Gastronomie im Land ab Samstagabend, 18 Uhr. 

Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag nach einer Beratung mit der Tourismuswirtschaft und dem Hotel- und Gaststättenverband mit.

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Update, 20. März, 18.45 Uhr: IC nach Coronavirus-Verdacht gestoppt

Hamburg - Ein Intercity der Deutschen Bahn musste auf der Fahrt von Köln nach Hamburg gestoppt werden. Eine Frau wies Symptome des Coronavirus auf.

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Update, 20. März, 18.36 Uhr: Private Regionalbahnen halten Fahrplan aufrecht

Uelzen - Die privaten Regionalbahnunternehmen Metronom, Erixx und Enno in Niedersachsen wollen trotz der Corona-Pandemie ihren Fahrplan vollständig einhalten, solange es geht. "Solange wir ausreichend gesunde Mitarbeiter haben, die die Züge zuverlässig und sicher fahren können, werden wir das auch tun", sagte Torsten Frahm, technischer Geschäftsführer des Metronom, am Freitag in Uelzen.

Mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover sei dies abgestimmt, sagte ein Erixx-Sprecher. Regionalverkehr sei Teil der Daseinsvorsorge, hieß es. Die Mitarbeiter von Kliniken, Polizei, Feuerwehr, Lebensmittelhandel und anderen wichtigen Bereichen sollten zuverlässig zur Arbeit und wieder nach Hause kommen. 

Die Fahrgäste wurden aber aufgerufen, in den leerer werdenden Zügen voneinander Abstand zu halten und unnötige Fahrten zu vermeiden. Die drei Unternehmen bedienen Strecken im Norden und Osten von Niedersachsen.

Update, 20. März, 17.55 Uhr: Rund 3000 MV-Betriebe beantragen Kurzarbeit wegen Corona-Krise

Kiel/Schwerin - Rund 3000 Betriebe aus Mecklenburg-Vorpommern haben in dieser Woche angesichts der Corona-Krise Kurzarbeit beantragt. Das teilte die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mit. "Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sind das erste Mal in Mecklenburg-Vorpommern mit Kurzarbeit konfrontiert", sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord. Wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, war zunächst unklar.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise treffen Mecklenburg-Vorpommern immer härter. Die MV Werften gaben am Freitag bekannt, dass ab Samstag an den drei Standorten Wismar, Rostock und Stralsund zunächst bis zum 19. April der Betrieb eingestellt wird. Die Werften zählen mit rund 3100 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern im Nordosten.

Die Bundesagentur übernimmt bei Kurzarbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Die Bundesregierung diskutiert mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung, wie eine Erweiterung möglich ist.

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete in der Corona-Krise bundesweit einen dramatischen Anstieg bei Anzeigen auf Kurzarbeit. In der laufenden Woche gingen demnach 76.700 Anzeigen ein, die von den Betrieben mit der Ausbreitung des Coronavirus begründet wurden.

Update, 20. März, 17.50 Uhr: Hamburg erweitert Kreis der hilfeberechtigten Unternehmen

Hamburg - Hamburg will einem größeren Kreis von Selbstständigen und Kleinunternehmern helfen, die durch den Kampf gegen das Coronavirus in Not geraten. Nicht nur unmittelbar betroffene Einzelhändler, Gaststätten oder Dienstleister sollen sich an die Stadt wenden können, sondern auch deren Lieferanten oder anders indirekt Betroffene, teilte der Senat nach einer Sitzung am Freitag mit. 

Zunächst hatte es geheißen, das Hamburger Hilfsprogramm sei beschränkt auf diejenigen Betriebe, die in den Allgemeinverfügungen des Senats genannt sind, weil der Senat sich für sie verantwortlich fühle. "Wir werden allen helfen, die dieser Hilfe bedürfen", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Damit steigt auch das geschätzte Finanzvolumen für die Hilfsprogramme. Hatte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Vortag noch von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag gesprochen, so nannte er am Freitag einen dreistelligen Millionenbetrag als Rahmen für die Finanzhilfen. 

Letztlich sei das aber kaum vorherzusehen, da nicht absehbar sei, wie viele Unternehmen welche Hilfen in Anspruch nehmen würden und wie lange die Einschränkungen dauern. "Wir sind für diese Situation gerüstet, auch finanzpolitisch", sagte Tschentscher. Dazu trage bei, dass die Stadt in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet habe.

Die maßgeblichen Senatoren hatten bereits am Vortag den Entwurf für ein Hilfsprogramm vorgelegt, das am Freitag vom Senat beschlossen wurde. Selbstständige und Kleinunternehmer erhalten demnach gestaffelte Zuschüsse von 2500 Euro für Ein-Mann-Betriebe und bis zu 25.000 Euro für Unternehmen mit 51 bis 250 Mitarbeitern. 

Das Zehn-Punkte-Programm enthält zudem weitere Maßnahmen wie Kredite und Stundungen von Steuern, Gebühren und Gewerbemieten in städtischen Gebäuden. Während die Stadt so auf Einnahmen vorläufig verzichtet, will sie umgekehrt offene Rechnungen schnell bezahlen, um so Liquidität bei den Unternehmen zu sichern. 

Update, 20. März, 17.45 Uhr: Rund 1400 Betriebe in Schleswig-Holstein beantragen Kurzarbeit

Kiel - Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben in Schleswig-Holstein in den vergangenen Tagen rund 1400 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. "Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sind das erste Mal in Schleswig-Holstein mit Kurzarbeit konfrontiert", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann, am Freitag. 

Wie sich die Zahlen in den kommenden Tagen entwickeln, sei schwer zu prognostizieren. "Jedoch ist Kurzarbeit immer besser als zu entlassen."

Die Arbeitsagentur will ihre Beratungsteams deshalb verstärken. Bundesweit stünde genug Geld zur Verfügung, um trotz der sehr stark steigenden Zahlen das Kurzarbeitergeld zu finanzieren. "Für dieses Jahr haben wir bundesweit 255 Millionen Euro für Kurzarbeitergeld eingeplant - noch vor Ausbruch der Corona-Krise. Bei Bedarf greifen wir auch auf unsere Konjunkturreserve - diese liegt im Moment bei 26 Milliarden Euro - zurück."

Update, 20. März, 17.27 Uhr: Straßenverkauf von Hempels eingestellt

Kiel - Das soziale Straßenmagazin für Schleswig-Holstein, Hempels, stellt angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Zeitungsvertrieb ein. Verkäufer erhalten die Möglichkeit, bereits erworbene Hefte gegen Erstattung des Einkaufspreises zurückzugeben, wie der Verlag am Freitag mitteilte. Die Maßnahme diene dem Schutz aller Beteiligten. Bereits seit dem 14. März war die Ausgabe der Zeitung an Verkaufende nur noch eingeschränkt möglich gewesen.

Man sei sich bewusst, dass die Einstellung des Zeitungsverkaufs zu einer dramatischen Verschärfung der Notlagen der Verkäufer führe, sagte Geschäftsführer Lukas Lehmann. Jedoch müsse im Augenblick der Schutzgedanke im Vordergrund stehen. "Wir bitten deshalb unsere Leser um Spenden in Form von Geld oder Lebensmitteln."

Die Suppenküche werde den Betrieb aufrechterhalten, um insbesondere Menschen in akuter Obdachlosigkeit sowie Mittellose mit Essen zu versorgen. An diesen Personenkreis werde in der Kieler Einrichtung am Samstag, 21. März, sowie am Sonntag, 22. März, jeweils zwischen 12 und 13.30 Uhr Suppe kostenlos ausgegeben.

Update, 20. März, 17 Uhr: MV Werften stellen ihren Betrieb vorübergehend ein

Wismar - Die MV Werften stellen wegen der Corona-Krise ab Samstag für zunächst gut einen Monat ihren Betrieb ein. Die Regelung gelte für die rund 3100 Mitarbeiter an den Werft-Standorten Wismar, Rostock und Stralsund zunächst bis zum 19. April, teilten die MV Werften am Freitag mit.

Die Belegschaft werde zunächst Zeitkonten abbauen, beziehungsweise Urlaub nehmen und vom 1. April an in Kurzarbeit gehen, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung sei notwendig geworden, da es aufgrund der Corona-Epidemie massive Einschränkungen im Betriebsablauf gebe. 

Nicht alle Auflagen könnten erfüllt werden, wie etwa der geforderte Sicherheitsabstand in der Fertigung. Zudem würden Engpässen in externen Lieferketten und geschlossene Grenzen eine Weiterführung der Produktion verhindern.

Update, 20. März, 16.55 Uhr: Hamburg schränkt das öffentliche Leben weiter ein

Hamburg - Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte. 

Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

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Update, 20. März, 16.35 Uhr: 45 Jugendherbergen in Norddeutschland schließen

Hamburg/Kiel/Cuxhaven - Wegen der Corona-Krise schließen 45 Jugendherbergen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen bis Mitte April. Das teilte der für diese Region zuständige Landesverband Nordmark des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) am Freitag in Hamburg mit. 

Grund sei, dass touristische Übernachtungen ab sofort untersagt seien. Alle Gäste hätten inzwischen die Häuser verlassen. Das Team der Jugendherbergen und der Hamburger Geschäftsstelle arbeiten unter Hochdruck daran, für Buchungen Terminverschiebungen möglich zu machen, hieß es.

Schon jetzt seien weitreichende Konsequenzen für den Landesverband spürbar: «Die Schließungen sind für unseren Fortbestand bedrohlich. Wir verzeichnen Umsatzrückgänge in Höhe eines halben Jahresumsatzes», sagte Geschäftsführer Stefan Wehrheim. 2019 verzeichnete der Landesverband den Angaben zufolge noch mehr als eine Million Übernachtungen in seinen knapp 8000 Betten.

Der Landesverband Nordmark ist einer von 14 Landesverbänden im DJH. Er betreibt 39 Jugendherbergen in Schleswig-Holstein, zwei Jugendherbergen in Hamburg und vier Jugendherbergen im nördlichen Niedersachsen (Landkreise Cuxhaven und Stade).

Update, 20. März, 16.20 Uhr: Beginn der Kreuzfahrtsaison in Kiel verschoben

Kiel - Wegen der Corona-Krise ist der Start der Kreuzfahrtsaison in Kiel vorerst bis zum 19. April verschoben worden. Als erstes Schiff hätte ursprünglich die "Viking Star" in Kiel festmachen sollen, sagte der Sprecher des Kieler Hafens, Ulf Jahnke, am Freitag.

Bis zum 19. April, dem Ende der Osterferien in Schleswig-Holstein, seien insgesamt lediglich fünf Anläufe geplant gewesen. Erst danach soll die Saison richtig Fahrt aufnehmen. Zurzeit ist Schleswig-Holstein für Touristen bis 19. April gesperrt.

Update, 20. März, 16.18 Uhr: Zahl der Coronavirus-Infektionen in MV steigt auf 167

Rostock/Schwerin - Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist bis Freitagnachmittag auf 167 gestiegen. Die nachgewiesenen Fälle stiegen seit dem Vortag um 34, wie das Gesundheitsministerium in Schwerin mitteilte. 

Damit wurden am Freitag etwa so viele neue Fälle bestätigt wie am Vortag. Zehn Personen werden demnach aktuell im Krankenhaus behandelt. 

Den stärksten Anstieg im Vergleich zum Vortag gab es in der Landeshauptstadt Schwerin. Dort stieg die Zahl der bestätigten Fälle um elf auf 33.

Update, 20. März, 16.10 Uhr: Medizintechnik-Unternehmen im Norden weiten Produktion aus

Hamburg/Lübeck - Medizintechnik-Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein weiten in der Corona-Krise ihre Produktion aus. So arbeiteten die Beschäftigten der Firma Weinmann Emergency in Henstedt-Ulzburg im Kreis Segeberg bereits seit Anfang des Jahres 2020 auch an Samstagen, um die gestiegene Nachfrage nach Beatmungsgeräten zu befriedigen, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, André Schulte, am Freitag. Ziel sei es, die Produktion zu verdoppeln. Genaue Zahlen nannte Schulte nicht.

Das mittelständische Unternehmen mit rund 230 Mitarbeitern weltweit macht nach eigenen Angaben gut die Hälfte seines Umsatzes mit Beatmungsgeräten und Defibrillatoren für die Notfallmedizin. Kunden sind unter anderem Rettungsdienste, Kliniken und militärische Sanitätsdienste im In- und Ausland. 

Auch der Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Dräger hat seine Produktion massiv ausgeweitet. "In der Medizintechnik produzieren wir aktuell fast doppelt so viele Beatmungsgeräte wie vorher", sagte Konzernchef Stefan Dräger. 

Derzeit arbeite das Unternehmen, das vor Kurzem von der Bundesregierung einen Großauftrag über 10 000 Beatmungsgeräte erhalten hat, mit Hochdruck an einem weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten. 

"Mit den Mitarbeitern haben wir innovative Arbeitsorganisations- und Arbeitszeitmodelle vereinbart. Dies gibt uns die nötige Flexibilität, auf das hohe Auftragsvolumen zu reagieren", sagte Dräger.

Update, 20. März, 16.02 Uhr: Besitzer von Zweitwohnungen sollen Schleswig-Holstein verlassen

Kiel - Die Landesregierung hat Besitzer von Zweitwohnungen in Schleswig-Holstein zur Abreise aufgefordert. Zudem verbiete sich angesichts der Corona-Pandemie eine Anreise zu einer Zweitwohnung in den Norden, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag. Ziel aller Maßnahmen müsse es sein, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.

Jede Nutzung einer Zweitwohnung im Norden unterlaufe die derzeitigen Anstrengungen der Regierung, das Reiseaufkommen drastisch zu verringern und die Gesundheitssysteme in den Tourismusregionen bestmöglich zu entlasten, sagte Günther. 

Von der Nutzung der Zweitwohnungen sei im Moment dringend abzuraten. Am meisten betroffen sind nach Angaben der Landesregierung die Kreise Nordfriesland und Ostholstein.

Update 20. März, 15.55 Uhr: Hamburger Versorger verzichten auf Sperrung von Anschlüssen

Hamburg - Wer in Hamburg seine Wasser-, Strom- oder Gasrechnung nicht bezahlt hat, soll wegen der Corona-Krise erst einmal nicht vom Versorgungsnetz abgeschnitten werden. Darauf haben sich die Leitungs- und Versorgungsunternehmen in Hamburg verständigt, teilte die Umweltbehörde am Freitag mit. 

Zum Teil würden auch laufende Mahnverfahren gegen Kunden im Zahlungsverzug vorübergehend ausgesetzt. Unzumutbare soziale Härten sollen so vermieden und die Belieferung der Haushalte mit Trinkwasser, Strom, Gas und Wärme gewährleistet werden.

"Es ist gut, dass die Leitungs- und Versorgungsunternehmen in diesen Zeiten einen kulanten Umgang zusagen, um unzumutbare Härten für die Bevölkerung zu vermeiden", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Das sei eine vernünftige Maßnahme und gleichzeitig eine Botschaft der Solidarität.

Verantwortlich für Stromsperren ist nicht das Netzunternehmen, sondern der Stromversorger, der die Sperrung beantragt. Darauf hat die Stadt keinen Einfluss, außer bei dem stadteigenen Versorger Hamburg Energie. "Die Verhältnismäßigkeit gebietet es jedoch aus unserer Sicht, aktuell von Sperrungen abzusehen", sagte Thomas Volk, Geschäftsführer Stromnetz Hamburg. Das helfe dem Kunden in dieser besonderen Lage und gleichzeitig den Mitarbeitern, die hierdurch enge Kontakte vermeiden. 

Auch private Energieunternehmen wie Eon haben bereits angekündigt, auf Stromsperren zunächst zu verzichten. Bei Wasser und Gas stellt sich das Problem weniger, weil die Rechnungen bei Bedürftigen von den Sozialbehörden bezahlt werden.

Update, 20. März, 15.36 Uhr: Kein Fahrschulunterricht mehr durch Coronavirus in MV

Schwerin - Fahrschüler in Mecklenburg-Vorpommern müssen durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorerst auf den Fahrschulunterricht verzichten. Fahrschulen können zunächst bis zum 19. April weder theoretischen noch praktischen Unterricht anbieten, teilte das Verkehrsministerium am Freitag in Schwerin mit. 

Prüfungstermine finden den Angaben zufolge ebenfalls nicht statt. Auch die Ausbildungsstätten für Fahrlehrer bleiben demnach vorerst geschlossen. 

Im vergangenen Jahr versuchten sich nach Zahlen des Verkehrsministeriums unter Berufung auf den Prüfkonzern Dekra 19.159 Frauen und Männer am Führerschein.

Update, 20. März, 15.13 Uhr: Polizei plant Touristen-Kontrollen auf Norderney

Aurich - Die Polizei bereitet auf der Nordsee-Insel Norderney einen Großeinsatz vor. Die Räumung von Touristen soll laut Mitteilung konsequent vorangetrieben werden.

Nach Informationen der Inselgemeinde Norderney hält sich immer noch eine größere Anzahl von Touristen auf der Insel auf und will diese, entgegen der Allgemeinverfügung, nicht vor dem 22. März verlassen. Daher wird die Polizei ihre Präsenz deutlich erhöhen.

Ab Montag können Urlauber, aber auch Vermieter, die sich gegen die Verfügung stellen, strafbar gemacht werden.

Laut Polizei werden Lautsprecherdurchsagen auf das Verbot hinweisen, Beamte werden allerdings auch Kontrollen in Ferienwohnungen durchführen und bei Verstößen Strafanzeige stellen.

Wer dann noch auf der Insel ist, wird kostenpflichtig der Insel verwiesen, erklärt die Polizei Aurich. Gleiches gilt auch für Campingplätze.

Bis zu 2000 Urlaubsgäste hielten sich nach Angaben des Bürgermeisters, Frank Ulrichs (parteilos), am Freitag noch auf Norderney auf.

Update, 20. März, 14.45 Uhr: Gewerkschaften: Beschäftigungssicherung muss Priorität haben

Hamburg - Die Gewerkschaften haben den Hamburger Senat dazu aufgefordert, finanzielle Hilfen für Unternehmen in Zeiten der Corona-Krise an die sogenannte Beschäftigungssicherung zu koppeln. Hilfsgelder müssten prioritär dazu verwendet werden, Kündigungen zu vermeiden und das Einkommen der Beschäftigten zu sichern. 

"Alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen brauchen jetzt sichere Perspektiven und deswegen müssen finanzielle Hilfen für Unternehmen der Stadt an Beschäftigungssicherung gekoppelt sein", sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger am Freitag.

Der Senat sende grundsätzlich die richtigen Signale, um den Arbeitnehmern Unterstützung zukommen zu lassen, betonte Karger nach einer Telefonkonferenz mit Arbeitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos), die bereits am Donnerstag stattfand. Der dort präsentierte Hamburger Schutzschirm sei ein erster Schritt, um Beschäftigung zu sichern und Selbstständigen zu helfen.

Die Gewerkschaften forderten auch eine Nachbesserung des Kurzarbeitergeldes. "Über Nacht stehen viele Beschäftigte vor dem finanziellen Aus. Gerade für die prekär arbeitenden und die vielen Geringverdiener und Geringverdienerinnen in Hamburg ist das eine Katastrophe", sagte Karger. 

Nötig seien eine Entgeltfortzahlung für Beschäftigte, die wegen der Kinderbetreuung zuhause bleiben müssen, ein Schutzschirm für Geringverdiener und gute Arbeitsschutzmaßnahmen, etwa im Einzelhandel oder Sicherheitsgewerbe. 

"Löhne sinken oder brechen ganz weg, die hohen Mieten bleiben. Das reißt viele Beschäftigte in einen gefährlichen Strudel. Dem muss entgegengewirkt werden", sagte Karger.

Update, 20. März, 14.35 Uhr: Zahl der Infizierten steigt in Hamburg auf 664

Hamburg - Wie der Hamburger Senat am Freitag bekannt gab, ist die Zahl der Erkrankungen mit Covid-19 um 158 weitere Fälle gestiegen. Damit sind nun 664 gemeldete Fälle in der Hansestadt bekannt.

Der Senat sieht den deutlichen Anstieg weiterhin durch die Rückkehr zahlreicher Urlauber aus dem Ausland. Bei vielen Menschen traten die Erkrankungssymptome erst mit einiger Verzögerung auf.

In den kommenden Tagen wird bundesweit mit einem weiteren deutlichen Anstieg der positiv getesteten Fälle gerechnet. Die zuständigen Gesundheitsämter ergreifen bei allen positiv getesteten Personen die notwendigen Maßnahmen.

Nach wie vor gehen die berichteten Krankheitsverläufe in der Regel mit leichten bis mittleren grippeähnlichen Symptomen einher. 

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 26 Personen mit Wohnort Hamburg aufgrund einer Erkrankung mit COVID-19 in stationärer Behandlung, davon werden sechs Personen intensivmedizinisch betreut.

Update, 20. März, 14.30 Uhr: Ausgangssperre in Schleswig-Holstein bisher nicht geplant

Kiel - Eine allgemeine Ausgangssperre in Schleswig-Holstein wegen der Corona-Epidemie ist bisher offenbar nicht von der Landesregierung geplant. "Die Behörden des Landes sind dabei, alle bisher beschlossenen Maßnahmen umzusetzen", sagte Regierungssprecher Peter Höver. "Das muss seine Wirkung erzielen. Es gibt mildere Maßnahmen als eine pauschale Ausgangssperre."

Für Schleswig-Holstein hatte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstagabend eine Ausgangssperre nicht grundsätzlich ausgeschlossen. "Wenn sich die Menschen nicht an die bisher beschlossenen Maßnahmen halten, dann ist als allerletztes Mittel oder ein Mittel der Wahl auch eine Ausgangssperre denkbar", sagte Garg und fügte hinzu: "Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass wir solche Maßnahmen nicht brauchen und dass wir so gemeinsam daran arbeiten, unser Leben auch wieder zurückbekommen."

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein binnen eines Tages um rund ein Viertel auf 321 Fälle gestiegen. Erfasst sind die bis einschließlich Donnerstag gemeldeten Nachweise. 21 Patienten befinden sich mittlerweile in klinischer Behandlung, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Bislang wurde weiterhin ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. 

Am Donnerstag hatte das Ministerium die Zahl der Covid-19-Fälle bis einschließlich Mittwoch mit 253 angegeben.

Update, 20. März, 14.23 Uhr: Keine Gäste erlaubt - Trauungen in Hamburg in Zeiten von Corona

Hamburg - Den Bund fürs Leben schließen ohne Trauzeugen und Gäste: Wegen der Corona-Pandemie gibt es bei Trauungen in Hamburg derzeit Einschränkungen. Anwesend sein dürften nur das Brautpaar und der Standesbeamte, sagte der Sprecher des Bezirksamtes Harburg, Dennis Imhäuser. 

Dieses Bezirksamt ist federführend für die Hamburger Standesämter zuständig. Trotz dieser Auflage habe es nur vereinzelt Absagen gegeben, berichtete Imhäuser weiter. "Viele sind froh, dass sie noch heiraten können und zeigen sich sehr kooperativ."

Bis Anfang September seien in der Hansestadt für das Ja-Wort ohnehin nur noch Resttermine zu bekommen - diese würden auch weiterhin vergeben.

Update, 20. März, 14.18 Uhr: Bremen schränkt Gaststättenbetrieb ein - Keine Speisen im Lokal

Bremen - Bremen folgt dem Beispiel andere Bundesländer und untersagt wegen der Corona-Krise von Samstag an die Einnahme von Speisen in Gaststätten. Das kündigte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bremen an. Dies bedeute nicht, dass die Betriebe schließen müssten. 

"Es gibt nur keine Möglichkeit mehr, in den Lokalen zu speisen." Bislang war dies noch bis 18 Uhr möglich. Die Restaurants könnten weiter Speisen verkaufen und ausgeben. In der Praxis stelle er sich vor, im Lieblingsrestaurant anzurufen und die Speisen zu bestellen. Die Betriebe müssten dies nur organisieren.

Zurückhaltend äußerte sich Mäurer zu einem Vorstoß Bayerns für weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Er halte es für notwendig, dass derartige Entscheidungen im Konzert alle Länder organisiert würden und nicht ein einzelnes Land vorangehe.

Update, 20. März, 13.40 Uhr: Corona-Testbus in Schleswig-Holstein im Einsatz

Die Ärztin Annika Hempelmann (l) und Medizinstudentin Paula Wiens verpacken in einer mobilen Abstrichstation einen Corona-Schnelltest für den Versand ins Labor. 
Die Ärztin Annika Hempelmann (l) und Medizinstudentin Paula Wiens verpacken in einer mobilen Abstrichstation einen Corona-Schnelltest für den Versand ins Labor.   © Frank Molter/dpa

Flensburg – Neben den zehn Diagnosezentren für konkrete Corona-Verdachtsfälle ist in Schleswig-Holstein mittlerweile auch ein Corona-Testbus der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) im Einsatz. 

Das mobile Testzentrum steht seit Mittwoch in Flensburg, kann kurzfristig bei Bedarf aber auch an anderen Orten eingesetzt werden, wie ein KVSH-Sprecher am Freitag sagte. Vor dem zur Teststation umfunktionierten Bus ist eine Fläche markiert. 

Betroffene, die getestet werden sollen, müssen dort mit ihren Autos vorfahren. Weiter vorne stehen zwei junge Männer mit Masken vor einer Absperrung. Nur angemeldete Fahrzeuge kommen hier durch.

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Update, 20. März, 13.30 Uhr: Lüneburgs Oberbürgermeister ruft Vermieter zu Kulanz auf

Lüneburg – Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) hat in der Corona-Krise Vermieter von Geschäftsräumen zur Kulanz aufgerufen. 

Wegbrechende Einnahmen könnten "für viele, insbesondere kleinere Ladeninhaber oder Restaurantbetreiber den Ruin bedeuten", wird er in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Wenn es möglich ist, sollten Vermieter einräumen, dass in Notfällen verspätet gezahlt werde, oder Nachlässe gewähren. Zwar hoffe Mädge auch auf finanzielle Unterstützung von Land und Bund, doch diese Gelder flössen nicht so schnell. Eigentümern müsse bewusst sein, dass ihnen ihre normalen Einnahmen nichts nützen, wenn die Geschäfte schließen müssten und leere Flächen zurückblieben.

Neben Geschäftsleuten seien aber zum Teil auch private Mieter betroffen. "Kein Mieter wird, weil er unverschuldet durch die Corona-Pandemie in Zahlungsnot gerät, seine Wohnung verlieren", kündigte die Chefin der Lüneburger Wohnungsbau Gesellschaft (LüWoBau), Heiderose Schäfke, an.

Update, 20. März, 12.53 Uhr: Kontrollstellen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus

Beamte kontrollieren mehrere Fahrzeuge.
Beamte kontrollieren mehrere Fahrzeuge.  © Polizeipräsidium Rostock

Rostock – Das Polizeipräsidium Rostock führt Kontrollen des Reiseverkehrs an den Landesgrenzen durch. 

Damit sollen die Festlegungen der Landesregierung zur Verhinderung der Ausbreitung der Corona-Pandemie umgesetzt werden, insbesondere das Verbot von touristischen Reisen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock wurden vier stationäre Kontrollstellen an den Hauptzufahrtsstraßen eingerichtet. 

Am Donnerstag wurden an diesen Punkten in einem Zeitraum von 15.30 Uhr - 19 Uhr insgesamt 406 Fahrzeuge kontrolliert, davon mussten 79 abgewiesen werden.

Es werden vor allem Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen angehalten, we die Beamten mitteilten. Dann wird der Grund des Aufenthalts abgefragt und geklärt, ob eine Einreise gestattet ist. Diejenigen, die abgewiesen werden und sich diesem Verbot widersetzen, drohen Strafanzeigen.

Update, 20. März, 12.50 Uhr: Uni Kiel ruft Studierende im Ausland zur Heimreise auf

Kiel – Die Kieler Universität rät ihren Studierenden im Ausland dringend, jetzt nach Deutschland zurückzukehren. 

Man sollte einen Auslandsaustausch möglichst beenden, sagte die Leiterin des International Centers der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Martina Schmode. Sie begründete diesen Rat mit der zunehmenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, der Schließung von Hochschulen im Ausland sowie den erschwerten Rückreisebedingungen und der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Viele Anbieter von Austauschprogrammen stellt die Corona-Krise vor große Herausforderungen. Der Verein für internationale Jugendarbeit (VIJ) betreue Au-pair-Kräfte unter anderem in England, Frankreich und Spanien, wo sie bei ihren Gastfamilien für die Kinderbetreuung zuständig sind. Man stehe mit den Betroffenen in Kontakt und setze zusätzlich auf Partnerbüros vor Ort, sagte Martina Langkowski-Schier aus dem Hamburger VIJ-Büro. Bislang gebe es noch keine Wünsche, nach Deutschland zurückzukehren. Im Ernstfall müssten sich die Au-pairs, ihre Eltern oder Gasteltern aber selbst um den Rückflug kümmern.

Patricia Zimnik, Pressesprecherin im Landesbildungsministerium, sagte, in den meisten Fällen werde die Rückreise von den Anbietern betreut. Das gelte auch für Sprachreisen sowie Work-and-Travel-Programme.

In Schleswig-Holstein sind sämtliche Schüleraustauschprogramme und Klassenfahrten von Schulen seit dem 11. März für den Rest des Schuljahres abgesagt. Nach Angaben des Bildungsministeriums seien derzeit keine Schülerinnen und Schüler mehr auf Klassenfahrt. 

Ab dem 1. August finde eine Neubewertung der Lage statt, sagte Zimnik. Das neue Schuljahr beginnt in Schleswig-Holstein nach den Sommerferien am 10. August.

Update, 20. März, 12.47 Uhr: Tokio-Olympiasieger Holdorf: "Es wäre schlau, die Spiele zu verlegen"

Kiel – Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf ist angesichts der Corona-Pandemie für eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio. 

"IOC-Präsident Thomas Bach hängt zwar an den Spielen, aber es wäre schlau, sie um ein Jahr zu verlegen", sagte der 80-jährige am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der frühere Leichtathlet gewann 1964 bei den Spielen in Tokio Olympia-Gold. 

"Man weiß ja nicht, wie dramatisch es mit dem Coronavirus noch wird."

Update, 20. März, 12.40 Uhr: Landrat kritisiert Corona-Partys im Kreis Pinneberg

Rellingen – Jugendliche sollen in Rellingen und anderen Orten im Kreis Pinneberg in der Nacht zum Donnerstag sogenannte Corona-Partys unter freiem Himmel veranstaltet haben. 

"Das ist etwas, was ich absolut verwerflich finde", sagte Rellingens Bürgermeister Marc Trampe am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Im Ortskern der Gemeinde hätten am Mittwochabend fünf bis zehn Jugendliche Passanten mehrfach mit Umarmungen provoziert und auch Sperrschilder abgerissen.

Die Gemeinde Rellingen gehe gegen ähnliches Verhalten am Wochenende mit verstärkten Kontrollen vor, sagte Trampe. Dazu würden neben Mitarbeitern des Ordnungsamts auch externe Kräfte eingesetzt.

Der Pinneberger Landrat Oliver Stolz forderte Solidarität bei der Einhaltung von Auflagen im Zuge der Corona-Krise. Sowohl Ministerpräsident Daniel Günther als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) mahnten deutlich eine Reduzierung der sozialen Kontakte an, um die Ansteckungsrisiken zu minimieren. "Offensichtlich will das nicht jeder verstehen."

Nach Angaben der Kreisverwaltung gab es in der Nacht zum Donnerstag nicht nur im Rellinger Ortskern, sondern auch an mehreren Stellen im Kreis sogenannte Corona-Partys. "Umsichtiges Verhalten erwarte ich auch von Jugendlichen, die wir sonst gerne in den Städten sehen, die aber momentan lieber zu Hause bleiben sollten", sagte Stolz.

Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit, insbesondere bei vorheriger Verabredung in sozialen Netzwerken, müssten als öffentliche Veranstaltungen angesehen werden und seien deshalb derzeit verboten. "Dagegen werden wir mit der nötigen Konsequenz ordnungsrechtlich vorgehen und ich bin froh das wir hier Seite an Seite mit unseren örtlichen Polizeidienststellen stehen."

Update, 20. März, 12.30 Uhr: Michel in Zeiten von Corona: Virtuelle Andachten und TV-Gottesdienst

Hamburg – Mit virtuellen Andachten und Fernseh-Übertragungen von Gottesdiensten möchte der Hamburger Michel auch in Zeiten der Corona-Pandemie für seine Gläubigen Anlaufstelle sein.

 So soll es statt der täglichen Mittagsandacht um 12 Uhr nun jede Woche eine virtuelle Andacht aus dem Michel über die Internetseite der Gemeinde geben. Am kommenden Sonntag werde in Kooperation mit Hamburg 1 um 10 Uhr ein TV-Gottesdienst ohne Kirchengemeinde live ausgestrahlt, teilte Gemeinde am Freitag mit. 

Jeder könne per Post oder über die Website ein Foto oder eine persönliche Geschichte an den Hamburger Michel schicken. Diese würden ausgedruckt und auf den leeren Bänke verteilt, sodass die Gemeinde weiterhin präsent sei. Der morgendliche Choral des Michel-Türmers soll über Instagram abrufbar sein.

Unter dem Motto #verbundenbleiben gab die evangelisch-lutherische Gemeinde am Freitag die neuen Angebote und Formate bekannt, über welche die Gläubigen Zuhause regelmäßig mit Meditationen, Gebeten und Orgelmusik aus dem Michel versorgt werden. "Die Situation ist für alle Menschen bedrückend und für unsere Gemeinden gerade in dieser sehr geprägten Zeit der Passion und rund um Karfreitag und Ostern schwer und zugleich eine Herausforderung", sagte Hauptpastor Alexander Röder.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus waren für die nächsten Wochen alle Gottesdienste sowie Konzerte und sonstige Veranstaltungen abgesagt worden.

Update, 20. März, 12.09 Uhr: Viel los auf dem Hamburger Isemarkt - Menschen halten Abstand

 Ein Mitarbeiter bedient mit einem Mundschutz die Kunden auf dem Isemarkt.
 Ein Mitarbeiter bedient mit einem Mundschutz die Kunden auf dem Isemarkt.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg – Einkaufen an der frischen Luft scheint für viele Menschen in Corona-Zeiten eine gute Alternative zu sein. 

Auf den Wochenmärkten in Hamburg herrschte am Freitag reger Betrieb. "Ich gehe jetzt viel lieber auf dem Markt einkaufen, weil das Gemüse dort nicht so oft angefasst wird wie im Supermarkt", sagte Frauke Putensen, die auf dem Isemarkt unterwegs war. 

Die meisten Menschen hielten den Sicherheitsabstand in den Warteschlangen vor den Verkaufsständen ein, manche Händler hatten dafür extra Bereiche auf dem Boden markiert. 

Einige hatten ihre Stände umgebaut, um mehr Abstand zu den Kunden zu haben, einige trugen Atemschutzmasken.

Update, 20. März, 11.49 Uhr: Lebensmittelmärkte im Nordosten verkürzen Öffnungszeiten

Hagenow – Die Konsumgenossenschaft Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) verkürzt die Öffnungszeiten ihrer elf Lebensmittelmärkte und vier Getränkemärkte in Südwestmecklenburg. 

Sie schließen bis auf Weiteres bereits um 18 Uhr statt 20 Uhr, wie der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Jan-Michael Kappe, am Freitag sagte. Der Stress für die Mitarbeiter solle reduziert werden. 

Außerdem gebe es unter den zumeist älteren Beschäftigten einen erhöhten Krankenstand aufgrund von Erkältungskrankheiten sowie Kollegen mit Vorerkrankungen, die mit Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus vorsorglich zu Hause bleiben sollten.

Mit der Maßnahme soll die Handlungsfähigkeit der Märkte mittel- und längerfristig aufrechterhalten werden, sagte Kappe. Nach einer Phase erhöhter Umsätze durch Hamsterkäufe habe sich die Nachfrage wieder auf Normalniveau eingepegelt. 

Die leichte Verkürzung der Öffnungszeiten sei aus Sicht des Unternehmens sinnvoll und vernünftig. Zuvor hatte die "Schweriner Volkszeitung" berichtet.

Update, 20. März, 11.22 Uhr: MOIA stellt Betrieb ein

Die MOIA-Flotte tritt den Rückzug an.
Die MOIA-Flotte tritt den Rückzug an.  © TV News Kontor

Hamburg – Weil die Nachfrage nach Fahrten seit des Ausbruchs des Coronavirus akut gesunken ist, stellt der Sammeltaxi-Dienst MOIA seinen Betrieb in Hamburg und Hannover ab dem 1. April ein. 

"Auf Grundlage der Leitlinien der Bundesregierung zur weiteren Beschränkung sozialer Kontakte leisten wir damit einen Beitrag, die Belegschaft in dieser kritischen Phase der Pandemie zu schützen und die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Angebot von MOIA wird in den verbleibenden Tagen schrittweise reduziert", teilte das Unternehmen in einem Schreiben mit. 

MOIA werde kurzfristig reagieren, wenn das öffentliche Leben in Deutschland wieder Fahrt aufnimmt und der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Update, 20. März, 11 Uhr: Erster bestätigter Corona-Fall auf Sylt

Westerland – Auch auf der Insel Sylt gibt es jetzt einen ersten Corona-Fall. Eine Person sei positiv auf den SARS-CoV-2-Erreger getestet worden, sagte ein Sprecher des Kreises Nordfriesland am Freitag. 

Das Gesundheitsamt habe die notwendigen Maßnahmen getroffen, sagte er. Zuvor hatte die "Sylter Rundschau" darüber berichtet. Dem Bericht zufolge hatte die Person in einem Risikogebiet Urlaub gemacht und befindet sich nun in häuslicher Quarantäne. 

Im gesamten Kreis Nordfriesland gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein bis Donnerstagabend zwölf bestätigte Corona-Fälle, zwei mehr als am Vortag.

Update, 20. März, 10.27 Uhr: Indiebookday 2020: Aufruf zu Solidarität mit Buchhändlern

Hamburg – Der diesjährige Indiebookday an diesem Samstag findet angesichts der Corona-Pandemie gänzlich im Internet statt. 

Das teilten die Gründer der Initiative mit. Sie rufen zur Solidarität mit dem unabhängigen Buchhandel auf. Bücherfreunde sollen bei ihren örtlichen Buchhändlern Bücher von kleinen und unabhängigen Verlagen bestellen und anschließend ein Foto von sich und dem Werk unter dem Hashtag "indiebookday" in den sozialen Netzwerken veröffentlichen.

Der Indiebookday ist ein Aktionstag, mit dem die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vor allem auf die Arbeit kleiner Verlage gelenkt werden soll. Seit 2013 findet er jedes Jahr in mittlerweile mehreren Ländern statt.

Update, 20. März, 10.23 Uhr: 321 bestätigte Covid-19-Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel – Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein binnen eines Tages um rund ein Viertel auf 321 Fälle gestiegen. 

Erfasst sind die bis einschließlich Donnerstag gemeldeten Nachweise. 21 Patienten befinden sich mittlerweile in klinischer Behandlung, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Bislang wurde weiterhin ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. 

Am Donnerstag hatte das Ministerium die Zahl der Covid-19-Fälle bis einschließlich Mittwoch mit 253 angegeben.

Update, 20. März, 10.15 Uhr: Massentest bei Hamburger Feuerwehr

Zwei Beamte weisen die Fahrzeuge ein.
Zwei Beamte weisen die Fahrzeuge ein.  © Blaulicht-News

Hamburg – An der Akademie der Feuerwehr Hamburg werden am Freitagmorgen zwischen 9 und 11 Uhr hunderte Personen auf das Coronavirus getestet. 

Dazu zählen sowohl Beamte der Berufsfeuerwehr als auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. 

Die Abstriche werden im "Drive in" Verfahren gemacht. Vor der Feuerwehrakademie bilden sich Schlangen von Autos. 

Zwei Feuerwehrleute in Warnwesten und mit Mundschutz stehen vor dem Eingang und weisen die eintreffenden Kollegen ein. 

Alle Personen müssen in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben und dürfen nicht aussteigen.

Update, 20. März, 9.58 Uhr: Behindertenwerkstätten und Tagespflegen schließen ab Montag

Schwerin – Die Behindertenwerkstätten und Tagespflege-Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern sind ab Montag geschlossen. 

Eine Notbetreuung soll sichergestellt werden, wie ein Sprecher des Sozialministeriums am Freitag nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern des Bereiches Gesundheit, Pflege und Soziales vom Vorabend sagte. 

In den Behindertenwerkstätten sind mehr als 8000 Menschen beschäftigt. Einige Bereiche, zum Beispiel Wäschereien für Kliniken, sollen weiter arbeiten.

Update, 20. März, 9.49 Uhr: Hafenbetreiber HHLA erwartet 2020 Geschäftseinbruch

Hamburg – Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA stellt sich wegen der Coronavirus-Pandemie auf einen herben Geschäftsrückgang ein. 

Eine zuverlässige Prognose sei bisher nicht möglich, teilte das im SDax gelistete Unternehmen am Freitag in Hamburg mit. Allerdings geht der Vorstand davon aus, dass Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) im laufenden Jahr "stark unter den im Vorjahr erreichten Werten" liegen werden. So könnten die Mengen der am Hafen umgeschlagenen und der über Land transportierten Container zeitweise stark zurückgehen.

Trotz der großen Unsicherheit erwartet der Vorstand, dass die Liquidität der HHLA ungeachtet der Belastungen durch die Pandemie-Folgen ausreichen wird, um fälligen Zahlungsverpflichtungen "jederzeit" nachzukommen.

Im abgelaufenen Jahr hatte der Konzern seinen Umsatz nach vorläufigen Zahlen um knapp sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gesteigert. Der operative Gewinn legte sogar um neun Prozent auf 222 Millionen Euro zu. Den kompletten Geschäftsbericht will das Unternehmen am 25. März vorlegen.

Update, 20. März, 9.03 Uhr: Weniger Verstöße gegen Corona-Maßnahmen

Hamburg - Die vom Hamburger Senat beschlossenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus scheinen zumindest in der letzten Nacht weitgehend eingehalten worden zu sein. 

Die Polizei führe intensive Kontrollen durch, um die Einhaltung der Annordungen zu prüfen, teilte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen mit. Am Donnerstagabend und in der Nacht hätten die Beamten dabei nur wenige Verstöße festgestellt.

In Hamburg gelten seit Montag verschärfte Einschränkungen im öffentlichen Leben. Restaurants und Gaststätten dürfen nur noch von 6 bis 18 Uhr geöffnet werden, Spielplätze sind geschlossen. 

Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, Apotheken, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte und Banken dürfen weiterhin öffnen.

Update, 20. März, 8.19 Uhr: Urlauber müssen früher von Inseln abreisen

Die Frist für Insel-Urlauber wurde verkürzt. 
Die Frist für Insel-Urlauber wurde verkürzt.   © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Aurich - Urlauber müssen den Landkreis Aurich und seine Nordseeinseln wegen der Ausbreitung des Coronavirus spätestens bis Sonntag verlassen - drei Tage früher als bisher geplant. 

Bislang sei der 25. März - der kommende Mittwoch - Stichtag für die Abreise gewesen, teilte der Landkreis am Freitag mit. Die Kreisverwaltung habe dies per Allgemeinverfügung angeordnet. 

Die neue Regelung gelte sowohl für die Inseln wie Juist und Norderney als auch für das Binnenland - und für Zweitwohnungsbesitzer. Wegen der Ausbreitung des Erregers seien schnellere Rückreisen nötig, um die Bevölkerung zu schützen.

Der Landkreis kritisierte zudem, dass die Rückreisebereitschaft bei den Urlaubern "nicht im erforderlichen Maße vorliegt". So seien derzeit noch zahlreiche Feriengäste auf den Inseln - allein auf Norderney seien noch 4000 Touristen. Fährbetriebe durften schon niemanden mehr auf die Inseln transportieren.

Die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatten sich darauf verständigt, alle Inseln in der Nord- und Ostsee für Touristen zu sperren. Die Maßnahmen sind zunächst befristet bis zum 18. April.

Update, 20. März, 7.14 Uhr: Schwebefähre verschiebt Saisonstart

Die Schwebefähre über die Oste in Niedersachsen transportiert Fahrgäste an das andere Ufer. 
Die Schwebefähre über die Oste in Niedersachsen transportiert Fahrgäste an das andere Ufer.   © Christian Hager/dpa

Hemmoor-Osten - Die älteste Schwebefähre Deutschlands verschiebt wegen der Coronavirus-Ausbreitung ihren Saisonstart um einen Monat auf den 1. Mai. 

Reservierungen und Gruppenfahrten seien bis auf Weiteres gestrichen, um die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Gäste vor einer Infektion zu schützen, heißt es auf der Internetseite des Betreibers. 

Ursprünglich sollte die 110 Jahre alte Fähre Osten-Hemmoor im Kreis Cuxhaven ihren regulären Betrieb nach der Winterpause am 1. April wieder aufnehmen.

Die Fähre ist die einzige noch betriebsbereite ihrer Art in der Bundesrepublik. Nach einem technischen Defekt hatte sie Ende 2019 für drei Monate stillgestanden. 

Update, 20. März, 7.11 Uhr: Viel Zuspruch für Wochenmärkte

Rostock - Die Wochenmärkte in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesen Tagen geöffnet und erleben viel Zulauf. 

Sie hätten einen wichtigen Versorgungsauftrag, sagte die Geschäftsführerin von Großmarkt Rostock, Inga Knopse. Sie seien zudem Einkaufsmöglichkeiten unter freiem Himmel und damit mit wenig Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr verbunden. "Es gibt Gesundes und Regionales ohne direkten Kontakt zu Türgriffen, Geländern oder Einkaufswagen."

Die Stände auf den Märkten seien nun weiter auseinandergezogen, um mehr Abstand für die Kunden zu erhalten, berichtete Knospe. 

Tische und Stühle wurden entfernt und Selbstbedienung werde so weit es geht vermieden. 

Update, 20. März, 6.29 Uhr: Kein Fußball mehr in diesem Jahr?

Hamburg - Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erwartet, dass wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr kein Profifußball mehr gespielt werden kann. "Ich gehe fest davon aus, dass es erst wieder im nächsten Jahr stattfinden kann in dem Umfang", sagte der Mediziner des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg im "Sportclub" des NDR-Fernsehens.

Die Deutsche Fußball Liga hat die 1. und 2. Bundesliga vorerst bis zum 2. April ausgesetzt (TAG24 berichtete). Gerechnet wird aber damit, dass frühestens im Mai die Saison mit Spielen ohne Zuschauer fortgesetzt werden könnte. "Ich glaube, es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende geführt werden kann»", sagte dagegen Schmidt-Chanasit. "Wir sehen ja, wie die Situation ist in Europa und was uns noch bevorsteht.»"

Der Fußball werde erst ganz zum Schluss zurückkommen, "weil er einen starken Einfluss auf die Dynamik dieser Ausbreitung hat."

Update, 19. März, 22 Uhr: Fielmann stellt Verkauf wegen Corona auf Notbetrieb um

Hamburg - Die Optiker-Kette Fielmann wird ihren Verkauf in den Läden wegen der Corona-Pandemie auf einen Notbetrieb umstellen. Von Freitag an werde das Unternehmen in den Niederlassungen in Deutschland und der Schweiz den Regelbetrieb vorübergehend einstellen, teilte es am Donnerstagabend in Hamburg mit.

"Durch diese Begrenzung des Geschäftsbetriebes trägt Fielmann zum Infektionsschutz bei, kommt gleichzeitig durch eine Notfallversorgung der Bevölkerung seiner gesetzlichen Verpflichtung als Gesundheitsversorger nach: Der Notfalldienst, insbesondere für systemrelevante Berufsgruppen wie zum Beispiel Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Polizei, Feuerwehr, Lebensmittelversorgung etc., wird über eingeschränkte Öffnungszeiten und besondere Vorkehrungen gewährleistet", hieß es in der Mitteilung. 

Der normale Verkauf werde eingestellt. Fielmann verkaufte im vergangenen Jahr 8,28 Millionen Brillen. Das Unternehmen betreibt insgesamt 776 Niederlassungen im In- und Ausland und beschäftigt 20.400 Mitarbeiter.

Die Schließung der Niederlassungen sei mit einem erheblichen Geschäftsrisiko verbunden. "Wie lange und umfassend unsere Geschäfte geschlossen bleiben, ist derzeit nicht absehbar. Die weitere Entwicklung ist in hohem Maße von politischen Entscheidungen und deren Wirksamkeit abhängig", hieß es. 

Als Familienunternehmen stehe Fielmann zu seinen Mitarbeitern und habe für alle Augenoptiker und Hörakustiker eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen. Zudem werde man das beantragte Kurzarbeitergeld auf 100 Prozent aufstocken.

Update, 19. März, 21.30 Uhr: UKE-Arzt fordert sofortige Ausgangssperre

Hamburg - In der ARD-Sondersendung zum Coronavirus hat sich Prof. Dr. Stefan Kluge, Leiter der Intensivmedizin am UKE, eine sofortige Ausgangssperre in Deutschland ausgesprochen. "

"Es gibt keine Alternative mehr zur Ausgangssperre", sagte er. Kluge ist für eine "rigorose sofortige Ausgangssperre". 

Weiter sagte Kluge: "Wir haben noch genug Schutzmasken, auch für die nächste Woche." Eine deutschlandweite Verdopplung der Intensivbetten sei jedoch nicht möglich.

Update, 19. März, 21 Uhr: Erneuter Applaus für die zahlreichen Helfer in der Corona-Krise

Hamburg - Um Punkt 21 Uhr war es wieder so weit. In Hamburg versammelten sich zahlreiche Anwohner auf ihren Balkonen und spendeten den unzähligen Helfern, ihren Applaus. Dazu zählen Pflegepersonal und Ärzte, aber auch für Beschäftigte im Einzelhandel und alle Helfer, die ohne Pause gegen den Coronavirus im Einsatz sind.

Die Geste ist ein Zeichen ihres Danks für die unermüdliche Hilfe, die diese Berufsgruppen in der derzeitigen Zeit leisten.

Update, 19. März, 19.50 Uhr: Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in MV auf 142 gestiegen

Schwerin - Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist bis Donnerstagabend auf 142 gestiegen. Diese Zahl nannte der Infektiologe Emil Reisinger von der Universität Rostock bei einer Pressekonferenz in Schwerin. Am Tag zuvor waren noch 100 Fälle gemeldet worden.

Bei den Infizierten handele es sich inzwischen nicht mehr nur um Reiserückkehrer, sondern auch um Menschen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern angesteckt haben, sagte Reisinger. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden aktuell sieben Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt.

Von einer Steigerung der Patientenzahl wird ausgegangen. Vor zunächst vier großen Kliniken, beginnend in Greifswald, sollen sogenannte Fieberzentren errichtet werden. Dort sollen Corona-Patienten von Patienten mit anderen Viruserkrankungen, wie Grippe, getrennt werden, erklärte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Sie sollen auf getrennten Stationen behandelt werden.

Update, 19. März, 19.15 Uhr: Straßenverkauf von Hinz&Kunzt eingestellt

Hamburg - Das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt stellt angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Zeitungsvertrieb ein. Die meisten Verkäufer gehören zur Risikogruppe und sollen so vor einer Ansteckung geschützt werden, wie der gemeinnützige Verlag am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen seien die Magazine von den Wohnungs- und Obdachlosen nur noch durchs Fenster verkauft worden. 

"Das können wir nicht mehr verantworten", sagte der Geschäftsführer Jörn Sturm. Die April-Ausgabe soll deshalb nur online zu lesen sein. An einer Methode, wie die Zeitungsverkäufer an den Spenden für das Magazin beteiligt werden können, werde gearbeitet, erklärte Sturm.

Der politische Sprecher von Hinz&Kunzt, Stephan Karrenbauer, forderte zudem die Sicherstellung der medizinischen Versorgung für alle Obdach- und Wohnungslosen in Hamburg und auf die Stadt verteilte Unterkunftsplätze, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. 

Die Sozialarbeiter von Hinz&Kunzt blieben zudem telefonisch ansprechbar. 

Update, 19. März, 17.57 Uhr: Finanzhilfe für den Hamburger Sport wegen Corona

Hamburg - Um die finanziellen Folgen für den Hamburger Sport durch die Corona-Pandemie abzumildern, haben die Innen- und Finanzbehörde sowie die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) ein Unterstützungspaket geschnürt. Neben Krediten für Sportvereine und Organisatoren von Sportveranstaltungen beinhalten die Maßnahmen laut einer Mitteilung des Senats vom Donnerstag auch Zuschüsse für Freiberufler sowie kleinere und mittlere Unternehmen im Sport. Zuwendungen der Stadt für Veranstalter werden weiter ausgezahlt.

"In normalen Zeiten hilft uns der Sport, jetzt müssen wir dem Sport helfen", sagte Innensenator Andy Grote (SPD). "Wir stehen in einem engen Austausch mit dem Sport und nehmen die Sorgen ernst." Das umfangreiche Maßnahmenpaket sorge jetzt dafür, "dass der organisierte Sport die Sicherheit hat, die er braucht".

Sportvereine und Organisatoren können bei der IFB einen Kredit "von in der Regel bis zu 150.000 Euro in Anspruch nehmen", hieß es. Erste Anträge sollen voraussichtlich noch in dieser Woche gestellt werden können. Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro werden gestaffelt nach der der Zahl der Mitarbeiter an Unternehmen, aber auch an Freiberufler im Sport gezahlt.

Update, 19. März, 17.15 Uhr: Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in MV auf 133 gestiegen

Schwerin - Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist bis Donnerstagnachmittag auf 133 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Schwerin berichtete, nahm die Zahl der nachgewiesenen Fälle seit dem Vortag um 33 und damit um ein Drittel zu. Sieben Patienten mit Covid-19 würden im Krankenhaus behandelt.

Die bestätigten Infektionen sind den Angaben zufolge über alle Landkreise und kreisfreien Städte verteilt. Die stärksten Anstiege im Vergleich zum Vortag gab es in Schwerin (plus 8 Fälle) sowie in Rostock und im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit jeweils sieben neuen bestätigten Infektionen.

Update, 19. März, 16.50 Uhr: Flughafen Hamburg schickt Mitarbeiter in Kurzarbeit

Hamburg - Weil der reguläre Flugbetrieb nach und nach zum Erliegen kommt, hat der Hamburger Flughafen am Donnerstag für seine Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. "Wir stellen uns darauf ein, dass wir in den nächsten Wochen höchstens zehn Prozent des Normalbetriebes sehen werden", sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. 

Für Rückführungsflüge, Frachtflüge, medizinische Flüge und die restlichen Angebote der Fluggesellschaften sei Hamburg Airport weiter im Einsatz.

"Der Umsatzrückgang für den Flughafen liegt im zweistelligen Millionenbereich", sagte Eggenschwiler. Um den Schaden nach vielen bereits eingeleiteten Maßnahmen noch weiter zu begrenzen, werde die Hamburg Airport Gruppe Kurzarbeit anmelden. 

"Damit sichern wir alle Arbeitsplätze bei der Flughafen Hamburg GmbH und ihren Tochtergesellschaften. Wir werden den Flugbetrieb ab sofort im Sinne der stabilen Grundversorgung mit dem minimal notwendigen Personal sicherstellen."

Update, 19. März, 16.36 Uhr: Segel-Regatta "Kieler Woche" auf September verschoben

Kiel – Die 126. Auflage der "Kieler Woche" wird als Folge der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das Segel-Spektakel rückt von seinem angestammten Platz in der letzten vollen Juni-Woche auf den 5. bis 13. September. Das gaben die Veranstalter am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt.

"Diesen Schritt haben wir als Stadt gemeinsam mit den Veranstaltern der Segelregatten beschlossen", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen – sie ist mit Blick auf die aktuelle Entwicklung aber die beste Lösung."

Der sportliche Organisationsleiter Dirk Ramhorst sagte darüber hinaus: "Natürlich hätten wir mit der endgültigen Entscheidung noch etwas warten können. Da wir aber auch den internationalen Seglerinnen und Seglern ein Zeichen geben wollten, haben wir uns jetzt entschieden."

Im vergangenen Jahr hatten fast 4000 Aktive aus 50 Nationen an der 125. Kieler Woche teilgenommen. Die neuntägige Veranstaltung gilt mit zuletzt insgesamt 3,5 Millionen Besuchern in der Stadt Kiel und im Olympia-Zentrum Kiel-Schilksee als größte Regattawoche der Welt.

Update, 19. März, 16.15 Uhr: Spielplätze wie ausgestorben

Hamburg - Das Verbot zeigt Wirkung! Am Donnerstag waren zahlreiche Kinderspielplätze verlassen. Seit Montag hat die Stadt Hamburg eine Verordnung erlassen, die eine Sperrung erwirkte.

Einen Tag zuvor, bei deutlich besserem Wetter, waren die Spielplätze hingegen noch prall gefühlt. Da hatte sich niemand an die Sperrung gehalten.

Ein Schild weist auf die Sperrung eines Kinderspielplatzes hin.
Ein Schild weist auf die Sperrung eines Kinderspielplatzes hin.  © TAG24/Robert Stoll

Update, 19. März, 15.54 Uhr: Zahl der an Covid-19 erkrankten Hamburger weiter gestiegen

Hamburg - Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Hamburger ist seit Mittwoch weiter gestiegen. Insgesamt seien 92 neue Fälle von Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden, teilte der Senat am Donnerstag mit. Damit sei die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf nunmehr 506 gestiegen. 

Unter den Infizierten sind 18 in stationärer Behandlung, vier befinden sich auf einer Intensivstation. Am Vortag waren elf Personen in stationärer Behandlung, davon zwei auf einer Intensivstation. 

Der Senat rechnet wegen der deutlich steigenden Zahl an Tests auch vieler Rückkehrer aus Risikogebieten in den kommenden Tagen mit einem weiteren deutlichen Anstieg positiv getesteter Frauen und Männer.

Update, 19. März, 15.45 Uhr: Zehn Diagnosezentren für Corona-Verdachtsfälle im Land

Bad Segeberg - Die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) hat in Schleswig-Holstein an zehn Standorten Diagnosezentren für konkrete Corona-Verdachtsfälle errichtet. Weitere sind im Aufbau, wie die KVSH am Donnerstag mitteilte. Dort sollen Abstriche von Risikopersonen genommen werden, die sich über die Behördennummer 116117 gemeldet haben. Ziel ist es, Arztpraxen sowie Kliniken zu entlasten und gleichzeitig das Infektionsrisiko zu senken.

Die Kassenärztliche Vereinigung appellierte, die Diagnosezentren nicht auf eigene Initiative aufzusuchen. "Die Menge der Testkits und die Kapazitäten der Labore sind endlich, so dass nur medizinisch notwendige Testabstriche genommen werden können." Die Patienten werden nach einem Test telefonisch über das Ergebnis informiert. Dies kann bis zu zwei Tage dauern. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse sollten Patienten zuhause bleiben.

Nach Angaben der KVSH wurde die Leitstelle personell mittlerweile verstärkt. Dennoch könne es aufgrund der anhaltend hohen Zahl von Anrufen weiter Wartezeiten geben. 

Die 116117 soll nur bei konkreten gesundheitlichen Beschwerden angerufen werden. "Aktuell verzeichnen wir einen hohen Anteil von Anrufen mit lediglich allgemeinen Fragen."

Update, 19. März, 15.21 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern hebt Lkw-Sonntagsfahrverbot auf

Schwerin - Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw wird in Mecklenburg-Vorpommern angesichts der Coronakrise ab sofort bis zum 30. Juni aufgehoben. "Mit dieser Ausweitung der Möglichkeit, auch an Sonn- und Feiertagen jegliche Waren und Güter zu transportieren, tragen wir dazu bei, dass diese für die Bevölkerung und die Wirtschaft verfügbar bleiben", sagte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung in Schwerin.

Das Fahrverbot werde auf allen Straßen im Nordosten aufgehoben. "Damit erweitern wir unsere erste Verfügung der vergangenen Woche, die zunächst nur für Lebensmittel, Hygiene- und medizinische Produkte galt, die im Einzelhandel aufgrund der Corona-Krise untypisch stark nachgefragt werden, auf alle Waren", sagte Pegel weiter. Es müsse sichergestellt werden, dass alle benötigten Waren und Güter schnell und sicher an ihre Bestimmungsorte kommen könnten. Dies würde auf diese Weise sichergestellt.

Das Aussetzen des Sonntagsfahrverbots sei kein Dauerzustand, sondern bewusst zeitlich befristet. Sollte bei Beförderungen über die Landesgrenze hinaus eine Ausnahmegenehmigung erforderlich sein, müsse diese eingeholt werden, hieß es weiter.

Update, 19. März, 14.50 Uhr: Bis zu 3900 Hotels und Gaststätten schließen

Kiel - Bis zu 3900 Hotels und Gaststätten schließen in diesen Tagen in Schleswig-Holstein wegen der Corona-Krise. "Wir befürchten, dass bis zu rund 75 Prozent unserer 5200 Betriebe mit mehr als 80 000 Beschäftigten betroffen sind", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga, Stefan Scholtis, am Donnerstag in Kiel.

Hintergrund sei der Erlass der Landesregierung, dass alle Beherbungsstätten für touristische Zwecke sowie alle Restaurants wegen des neuartigen Coronavirus zunächst bis zum 19. April schließen müssen. Spätestens am Donnerstag mussten alle Touristen Schleswig-Holstein verlassen haben. Auch Tagestouristen dürfen derzeit nicht in das Land zwischen den Meeren.

Bei einer Telefonkonferenz mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Tourismus-Minister Bernd Buchholz (FDP) habe die Dehoga-Spitze am Donnerstag deutlich gemacht, dass staatliche Hilfen kurzfristig zur Verfügung gestellt werden müssten, die aber langfristig angelegt seien. "Eine denkbare Möglichkeit wären zins- und tilgungslose Darlehen über mehrere Jahre." 

Ein kurzfristiger Kredit würde überhaupt nicht helfen, sagte Scholtis, der mit Dehoga-Präsident Axel Strehl an der Telefonkoferenz teilnahm. Günther und Buchholz sei «die sehr ernste Lage» der Branche bewusst. Sie hätten auch mit Blick darauf, dass Ende März die Betriebe die Löhne zahlen müssen, Hilfsvorschläge in kurzer Zeit in Aussicht gestellt.

Regierungssprecher Peter Höver bestätigte das Gespräch. Über den Inhalt machte er keine Angaben, verwies aber auf die Regierungserklärung Günthers vom Vortag im Landtag. Günther sagte der Wirtschaft im Norden zu, sie schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Das Parlament beschloss ein 500 Millionen Euro Nothilfeprogramm, das im Detail noch nicht ausgestaltet ist.

Der touristische Umsatz in Schleswig-Holstein pro Jahr beträgt laut Dehoga brutto 5,2 Milliarden Euro. Davon entfallen 3,0 Milliarden Euro auf Übernachtungstourismus und 2,2 Milliarden auf den Tagesausflugstourismus. Das Hotel und Gaststättengewerbe sei ein typisches, gewachsenes mittelständisches Gewerbe, betonte Scholtis.

Update, 19. März, 14.36 Uhr: Zahl der Intensivbetten in Krankenhäusern mehr als verdoppelt

Schwerin - Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern haben die Zahl der Intensivbetten mehr als verdoppelt. Der Krankenhausplan sehe 215 Betten auf Intensivstationen (ITS) vor, teilte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag mit. Nach einer aktuellen Abfrage seien es aktuell mehr als 440. 

Weitere Aufstockungen seien kurzfristig möglich. "Die aktuelle Situation ist für alle eine Kraftanstrengung", sagte Glawe. 

Die Krankenhäuser im Land stellten sich auf den möglichen Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten ein.

Update, 19. März, 14.30 Uhr: Infektiologe: Coronawelle hat Mecklenburg-Vorpommern erreicht

Rostock - Die starke Steigerung der Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Ansicht des Tropenmediziners an der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, ein Zeichen dafür, dass die Corona-Krise den Nordosten erreicht hat. Am Mittwoch war die Zahl der bestätigten Fälle innerhalb von 24 Stunden deutlich um 31 auf 100 gestiegen.

Diese Entwicklung werde voraussichtlich weitergehen, sagte Reisinger. "Wir werden mit mehr Fällen zu rechnen haben." Deutschlandweit wurden am Donnerstag (10 Uhr) 10.999 Fälle vom Robert-Koch-Institut aufgeführt, 2801 mehr als am Vortag.

Dabei sei Mecklenburg-Vorpommern im wesentlichen bereit, die zu erwartende Vielzahl von Betroffenen korrekt zu behandeln. Es gebe allerdings in manchen Abstrichzentren Engpässe bei verifizierten Tests. Reisinger ging jedoch davon aus, dass diese Probleme in den Griff zu bekommen sind. So sollten tatsächlich nur die Menschen mit Symptomen getestet werden, die entweder in einem Risikogebiet waren oder oder mit Menschen zusammen waren, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. 

Der Mediziner widersprach gelegentlichen Einschätzungen, dass jeder Erkältete getestet werden sollte. Da die Tests nur Aussagekraft für den jeweiligen Moment hätten, würde das Gesamtsystem schnell überfordert. Die Kosten eines Tests lägen zwischen 60 bis 130 Euro.

Update, 19. März, 14.15 Uhr: Erstmals weniger Anrufe bei Arzthotline 116117

Hamburg - Die Zahl der Anrufe bei der durch die Coronakrise überlasteten Arzthotline 116117 ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg erstmals seit Tagen zurückgegangen. Am Mittwoch habe es mit gut 18.000 Anrufen zum ersten Mal seit fünf Tagen einen Rückgang gegeben, sagte ein Sprecher. Zuvor waren es etwa 23.000 Anrufe. Die Kassenärztliche Vereinigung hoffe, dass der Trend anhalte.

Bei dem Arztruf arbeiten den Angaben zufolge 11 Mitarbeiter, weitere 14 stünden in Reserve. Probleme bereite der Kassenärztlichen Vereinigung, dass sie noch auf Schutzanzüge für die Besatzung der Arztwagen warte, um diese aufzustocken. Die Teams bringen etwa Betroffenen die Tests auf den neuartigen Coronavirus.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte Anfang der Woche an die Bürger appelliert, sich nur in begründeten Fällen an den Arztruf zu wenden. Die Hotline sei sehr stark ausgelastet.

Update, 19. März, 14.10 Uhr: Coronavirus-Verdacht bei Hamburger Feuerwehr

Hamburg - Bei der Hamburger Feuerwehr ist es erneut zu einem Dekontaminationseinsatz gekommen. An der Hauptfeuerwache 22 am Berliner Tor ist es zu einem Coronavirus-Verdachtsfall eines Feuerwehrmannes gekommen.

Welche Abteilungen genau und wieviele Rettungskräfte betroffen sind, ist derzeit noch unklar.

Erst in der vergangenen Woche war es in einer Feuerwache im Stadtteil Altona zu einem Verdachtsfall gekommen.

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Update, 19. März, 13.30 Uhr: Hamburg hilft Selbstständigen und Unternehmen mit Zuschüssen

Hamburg – Hamburg legt in der Coronakrise ein eigenes Hilfeprogramm für Selbstständige und Kleinunternehmer auf. 

Sie sollen Zuschüsse von 2500 Euro für Ein-Mann-Betriebe und bis zu 25.000 Euro für Unternehmen mit 51 bis 250 Mitarbeitern erhalten, teilten die zuständigen Senatoren am Donnerstag in Hamburg mit. 

Anträge und Bewilligungen starten in der nächsten Woche.

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Update, 19. März, 12.50 Uhr: Polizei setzt bei Einreiseverbot im Norden auf Besonnenheit

Kiel – Die Polizei plant bislang keine gezielten Kontrollen des seit Mittwoch geltenden Einreiseverbots für Touristen nach Schleswig-Holstein. 

"Wir setzen nach wie vor auf die Besonnenheit der Menschen", sagte der Sprecher des Landespolizeiamts, Uwe Keller, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Diese sei bislang weitgehend vorhanden. "Wir hoffen deshalb, dass wir keine weiteren Maßnahmen ergreifen müssen." Ausnahme sind allerdings die Fehmarnsundbrücke und die Fähranleger zu den Inseln. Dort gebe es Sichtkontrollen der Polizei.

Mit Hinweisschildern an Autobahnen und Bundesstraßen weist Schleswig-Holstein Touristen mittlerweile auf das seit Mittwoch geltende Einreiseverbot hin. Die ersten Leucht-Warnschilder sind laut Wirtschaftsministerium an der A7 am Horster und Buchholzer Dreieck mit dem Hinweis "Schleswig-Holstein für Touristen gesperrt" bereits in Betrieb. 

Am Donnerstag