Coronavirus im Norden: Schnelltests in Apotheken weiter knapp

Hamburg/Kiel/Hannover/Bremen/Schwerin – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als anderthalb Jahren fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen zeitweise wieder an.

Das Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen wurde Ende August geschlossen.
Das Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen wurde Ende August geschlossen.  © Coronavirus in Hamburg: Krankenhäuser sollen planbare Operationen absagen

In Hamburg sind mittlerweile 119.162 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 101.019 Fälle bekannt, in Bremen 40.950 in Mecklenburg-Vorpommern 77.675 und in Niedersachsen 392.042 Covid-19-Fälle (Stand 7. Dezember, 21.29 Uhr).

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen.

Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen. Teilweise gilt eine 2G-Regelung.

Coronavirus in Berlin: Omikron-Variante inzwischen dreimal nachgewiesen
Coronavirus Coronavirus in Berlin: Omikron-Variante inzwischen dreimal nachgewiesen

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 8. Dezember, 6.42 Uhr: Corona-Schnelltests in Apotheken weiter knapp

Ein Mann hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. Die Apotheker in Hamburg und Schleswig-Holstein klagen weiterhin über Lieferengpässe bei den Schnelltests.
Ein Mann hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. Die Apotheker in Hamburg und Schleswig-Holstein klagen weiterhin über Lieferengpässe bei den Schnelltests.  © Fabian Strauch/dpa

Hamburg/Kiel - Die Apotheker in Hamburg und Schleswig-Holstein klagen weiterhin über Lieferengpässe bei Corona-Schnelltests. Es gebe aktuell kaum Nachschub und vor allem auch keine festen Liefertermine, sagte Thomas Friedrich, Geschäftsführer der Apotheker-Vertretungen in Hamburg und Schleswig-Holstein, der Deutschen Presse-Agentur.

Man warte jeden Tag auf Lieferungen. Von den Schwierigkeiten sind demnach sowohl Selbsttests für einzelne Kunden als auch Großpackungen für Testzentren betroffen.

Hintergrund des Engpasses: Nach Ende der kostenlosen Bürgertests und der kurzzeitigen Normalisierung der Corona-Zahlen war die Nachfrage nach Tests deutlich gesunken. Nun steigt sie wieder. Viele Hersteller können laut den Apothekern aber wegen Herstellungs- und Logistikproblemen nicht liefern.

Coronavirus in Frankfurt und Hessen: Mehr als 3400 neue Corona-Infektionen, 17 weitere Tote
Coronavirus Coronavirus in Frankfurt und Hessen: Mehr als 3400 neue Corona-Infektionen, 17 weitere Tote

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen spielen Corona-Tests eine zunehmend wichtige Rolle in vielen Lebensbereichen. So dürfen etwa nur Geimpfte, Genesene oder Menschen mit negativem Corona-Test an ihren Arbeitsplatz oder mit Bahn und Bus fahren.

Zudem müssen auch Geimpfte und Genesene immer häufiger einen negativen Test vorzeigen, etwa wenn sie Diskotheken oder Clubs besuchen wollen.

In Hamburg lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 244,2. In Schleswig-Holstein waren zuletzt 146,7 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche gemeldet worden.

Update, 8. Dezember, 6.34 Uhr: Landesweiter Aktionstag in Schleswig-Holstein zu 3G-Regeln in Bussen und Bahnen

Lübeck - Mit einem landesweiten Aktionstag wollen Schleswig-Holsteins Bahn- und Busunternehmen am Mittwoch überprüfen, ob die 3G-Regeln im Nahverkehr eingehalten werden.

Mehr dazu lest ihr im Artikel "3G-Regeln werden bei Aktionstag in Bussen und Bahnen kontrolliert".

Update, 7. Dezember, 21.29 Uhr: Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt weiter - auf 148,6

Kiel - Die Corona-Wochen-Inzidenz ist in Schleswig-Holstein am Dienstag leicht weiter gestiegen. Sie lag bei 148,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche.

Am Montag hatte der Wert 146,7 betragen; am Dienstag vergangener Woche 152,7. Es wurden 916 Neuinfektionen im Land gemeldet, wie aus den Daten der Landesmeldestelle hervorgeht (Stand: 18.42 Uhr). Am Dienstag vor einer Woche waren es 907 Neuansteckungen gewesen, an allen Tagen danach weniger.

Es wurden zwei weitere Corona-Todesfälle gemeldet. Die Zahl der registrierten Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 1821. 200 Corona-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt - also 4 mehr als am Montag. 56 (-4) lagen auf Intensivstationen; 36 (-2) dieser Schwerkranken mussten beatmet werden.

Die Hospitalisierungsinzidenz betrug am Dienstag weiterhin 3,09. Der Wert besagt, wie viele Corona-Kranke innerhalb einer Woche je 100.000 Menschen in Kliniken kamen.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hat erneut der Kreis Herzogtum Lauenburg (197,8), danach folgen Lübeck (191,3) und der Kreis Stormarn (176,7). Im Kreis Nordfriesland liegt der Wert nun mit 87,9 am niedrigsten. Danach folgt der Kreis Dithmarschen mit 99,8, der lange den kleinsten Inzidenzwert im Land hatte.

Update, 7. Dezember, 18 Uhr: 1440 neue Corona-Infektionen - Tendenz in MV leicht sinkend

Rostock - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Dienstag erwartungsgemäß zum Vortag wieder nach oben geschnellt, erneut aber unter dem Wert der Vorwoche geblieben. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock meldete 1440 neue Ansteckungen und damit 132 weniger als vor Wochenfrist.

Am Montag waren 639 Neuinfektionen gemeldet worden. An Wochenenden wird weniger getestet, so dass die Zahlen erfahrungsgemäß ab Dienstag wieder deutlich ansteigen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag - auf 434,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Vor einer Woche hatte sie im Nordosten bei 393,1 gelegen.

Die für Sicherheitsmaßnahmen wichtige Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen - also die Zahl der Menschen je 100.000 Einwohner und Woche, die in eine Klinik gebracht werden mussten - stieg wieder an, von 7,8 am Montag auf nunmehr 8,1. Da der Schwellenwert von 9,0 nicht überschritten wird, steht die landeseigene Corona-Ampel weiter auf Orange.

In fünf der acht Landkreise und kreisfreien Städte gilt inzwischen aber Warnstufe Rot: Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald sowie Landkreis und Hansestadt Rostock.

In den Regionen, die schon länger im roten Bereich verharren, gelten weitergehende Beschränkungen. Dort bleiben Museen, Theater und Kinos geschlossen. Fitnessstudios dürfen ab Donnerstag aber auch dort wieder öffnen, nachdem die Corona-Landesverordnung geändert wurde.

Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorbenen Menschen erhöhte sich im Land um 4 auf 1362. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten stieg ebenfalls um 4 auf 93. Insgesamt befanden sich den Lagus-Angaben zufolge 388 Covid-Patienten in den Krankenhäusern des Landes, 15 mehr als am Montag.

Gegen das Coronavirus vollständig geimpft sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 67,4 Prozent der Bevölkerung im Nordosten. Den Anteil der mindestens einmal Geimpften gab das Institut mit 70,3 Prozent an. 16,2 Prozent der Menschen im Bundesland haben inzwischen auch eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Update, 7. Dezember, 17.15 Uhr: Erster bestätigter Omikron-Fall in Hamburg

Hamburg - Erstmals ist auch in Hamburg die neue Omikron-Variante des Coronavirus entdeckt worden.

Die als besorgniserregend eingestufte Variante sei durch Genomsequenzierung bei einer Person aus dem Stadtteil Eimsbüttel nachgewiesen worden, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Es handele sich nicht um einen Reiserückkehrer. Die Person sei nicht gegen Corona geimpft.

Derzeit werde versucht, Umfeld und Infektionsweg aufzuklären.

Update, 7. Dezember, 12.45 Uhr: Corona-Inzidenz fast unverändert - Hospitalisierungsrate gesunken

Hamburg - Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist minimal gesunken. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche am Dienstag mit 244,2 an. Am Montag hatte der Wert 245,5 betragen, vor einer Woche 243,1. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz betrug laut Robert Koch-Institut (RKI) 432,2.

Die Gesundheitsbehörde meldete am Dienstag für Hamburg 614 neue Fälle. Das sind 194 Fälle mehr als am Montag, aber 24 Fälle weniger als vor einer Woche. Seit Februar 2020 haben sich in der Hansestadt damit mindestens 119.162 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 103.300 davon gelten nach RKI-Schätzungen als genesen. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben sind, gab das Institut unverändert mit 1903 an.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden am Montagvormittag (Stand 12.05 Uhr) laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 73 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 54 invasiv beatmet werden mussten - 3 beziehungsweise 2 mehr als am Vortag. Die Gesundheitsbehörde gab die die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken der Hansestadt Stand Montag mit 249 an, davon 69 Intensivpatienten.

Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in Krankenhäusern aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner und Woche, sank laut RKI in Hamburg von 3,08 auf 2,75. Bundesweit stieg der Wert von 5,32 auf 5,45.

Die Hospitalisierungsinzidenz spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen.

77,4 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger sind nach Angaben des RKI Stand Montag mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft - als vollständig geimpft gelten 75,1 Prozent. 276.976 Hamburger haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten, was einer Quote von 15,0 Prozent entspricht.

Bei den Quoten der erst- und vollständig Geimpften belegt Hamburg unter den Bundesländern Platz drei hinter Bremen und dem Saarland. Bei den Booster-Impfungen liegt die Hansestadt dagegen unter dem Bundesdurchschnitt von 17,5 Prozent.

Update, 7. Dezember, 12 Uhr: Corona-Inzidenz und Auslastung der Intensivbetten steigen weiter an

Hannover - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen steigt weiter. Das Land gab die Inzidenz am Dienstag mit 206,3 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Zum Wochenstart hatte der Wert noch bei 204,6 gelegen.

Die Auslastung der Intensivbetten nahm erneut leicht zu: Mit 10,6 Prozent (Vortag: 10,5 Prozent) überschritt ein weiterer Indikator die Schwelle für die Warnstufe 2, die bereits in weiten Teilen des Landes gilt.

Die Hospitalisierungsrate sank hingegen leicht von 5,9 auf 5,8. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in eine Klinik kamen.

Die regional höchste Neuinfektionsinzidenz wies weiter der Landkreis Cloppenburg aus, dort sank der Wert aber von 386,4 am Montag auf 327,9 am Dienstag. Einzige Kommune mit einer Inzidenz unter 100 war am Dienstag der Landkreis Stade mit 97,4.

Update, 7. Dezember, 11.40 Uhr: Ministerpräsident Weil sieht Liefermängel bei Corona-Tests

In Niedersachsen werden pro Woche sechs Millionen Corona-Tests bestellt.
In Niedersachsen werden pro Woche sechs Millionen Corona-Tests bestellt.  © Tom Weller/dpa

Hannover - Bei Corona-Tests sieht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil vereinzelt Liefermängel. Dies gelte in ganz Deutschland, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Landtag.

Nach Aussagen des Bundes und der Industrie fahren die Unternehmen ihre Produktion jedoch hoch und sind lieferfähig. Niedersachsen bestellt laut Weil rund sechs Millionen Tests pro Woche. Die Zahl der Corona-Teststellen im Bundesland wachse täglich.

Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind zusätzlich zu einer Corona-Schutzimpfung oder Genesung von einer Covid-Infektion Tests notwendig, etwa für den Besuch eines Restaurants. Wer eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, benötigt allerdings keinen negativen Test.

Update, 7. Dezember, 10.14 Uhr: MV nimmt vorerst keine Corona-Patienten mehr aus anderen Ländern auf

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern nimmt vorerst keine weiteren Corona-Intensivpatienten aus anderen Bundesländern auf. Mit rund 90 Covid-Patienten seien die Intensivstationen in den Krankenhäusern des Landes bereits recht voll, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Schwerin am Dienstag.

Gut 100 Plätze seien für derartige Patienten vorgesehen. Der Nordosten hat bisher vier Intensivpatienten aus überfüllten Kliniken in Sachsen aufgenommen.

Mecklenburg-Vorpommern hat in Norddeutschland die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen. Zu Wochenbeginn lag sie bei 441. Im Schleswig-Holstein betrug der Wert 146,7 und in Hamburg 245,5. Die Impfquoten sind in den beiden Nachbar-Bundesländern höher als in MV.

Update, 6. Dezember, 20.47 Uhr: Erneut mehr Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen in Rostock

Auf ihren Plakaten machen die Demonstranten ihrem Unmut Luft.
Auf ihren Plakaten machen die Demonstranten ihrem Unmut Luft.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Rostock - Die Zahl der Teilnehmer an der montäglichen Demonstration in Rostock gegen Corona-Maßnahmen ist erneut deutlich gestiegen. Nach Polizeischätzungen setzten sich am Abend zunächst etwa 1600 Menschen im Rahmen eines Protestzugs durch die Innenstadt in Bewegung.

"Wir fordern die sofortige Beendigung und Aufhebung aller Corona-Maßnahmen", hieß es zuvor in einem Redebeitrag.

Kritik übte der Redner an den vermeintlich gefährlichen Corona-Impfstoffen. Auf zahlreichen Plakaten wurde vor einer Impfpflicht gewarnt, aber auch Medien wurden für ihre Berichterstattung kritisiert.

Schon am Montag vor einer Woche war die Demonstration mit 850 Menschen nach Polizeiangaben fast siebenmal so groß wie in der Vorwoche gewesen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben ihr Personal entsprechend aufgestockt. Schon zu Beginn kam es zu Sperrungen für den Verkehr.

Nach Aussage einer Polizeisprecherin verlief die Demonstration zunächst ruhig. Die Organisatoren bemühten sich, den Protestzug zu entzerren, um Mindestabstände einzuhalten. Sie wiesen immer wieder auf die Maskenpflicht hin, die bei Unterschreitung des Mindestabstandes drohe.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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