Coronavirus im Norden: Zwei Patienten sterben auf UKE-Krebsstation

Hamburg/Kiel/Schwerin/Bremen/Hannover - Das Coronavirus bestimmt seit Wochen das Leben in Norddeutschland. Hier gibt es die bisherigen Auswirkungen auf die Menschen in einer Ticker-Übersicht.

Ein Coronatest wird im Labor beschriftet.
Ein Coronatest wird im Labor beschriftet.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Mittlerweile sind erste Lockerungen in Kraft gesetzt worden, doch das seit dem 23. März geltende erweiterte Kontaktverbot wurde bis mindestens zum 3. Mai verlängert. 

Bestimmte Geschäfte dürfen inzwischen wieder öffnen. 

Außerdem gilt ab Montag fast in allen Bundesländern eine Maskenpflicht in Läden und dem öffentlichen Nahverkehr. 

Die Infektionszahlen gehen zurück, doch die Pandemie ist noch nicht vorbei. 

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es >> hier!

Update, 24. April, 21.20 Uhr: Werder-Boss Filbry: "Wir müssen Schulden aufnehmen"

Bremen - Fußball-Bundesligist Werder Bremen verhindert mit Krediten die drohende Zahlungsunfähigkeit. In den vergangenen Wochen sei es dem Verein gelungen, gemeinsam mit den Banken die Liquidität bis zum Frühherbst abzusichern, sagte Werder-Boss Klaus Filbry am Freitag in einem Podcast der Vereinsseite zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. 

Der Vorsitzende der Geschäftsführung erklärte: "Wir müssen dafür Schulden aufnehmen." Das ist das erste Mal seit der Ausgliederung der Profi-Abteilung.

Werder hat verschieden Szenarien durchgerechnet. Ein Verlust von deutlich mehr als 40 Millionen Euro drohe im schlechtesten Fall, sagte der Werder-Boss. Das wäre, wenn die aktuelle Spielzeit abgebrochen und bis Ende des Jahres ohne Zuschauer gespielt werden müsste. 

Für den Fall, dass die aktuelle Saison ohne Zuschauer zu Ende gespielt und die Hinrunde 2020/21 wieder mit Publikum läuft, sind es laut Filbry Mindereinnahmen von 20 Millionen Euro.

Update, 24. April, 19.34 Uhr: Corona-Patienten sterben auf UKE-Krebsstation

Zwei Patienten sind auf der Krebsstation am Coronavirus gestorben.
Zwei Patienten sind auf der Krebsstation am Coronavirus gestorben.  © Bodo Marks/dpa

Hamburg - Auf der Krebsstation des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) sind am Freitag zwei Menschen gestorben. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Krankenhauses hervor.

Demnach sei eine 59-jährige Patientin mit einer weit fortgeschrittenen Knochenmarkserkrankung (Myelom) und Covid-19-Infekt nach einem schweren Schlaganfall verstorben. Die Frau war in der vergangenen Woche positiv getestet worden.

Zudem starb am Freitagmorgen ein Mann an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Der 31-jährige Patient kam aus der ambulanten palliativen Versorgung in das UKE, wurde vor seiner Aufnahme im UKE positiv auf SARS-CoV-2 getestet und im UKE auf einer der speziellen Covid-19-Stationen versorgt. Auch er war letzte Woche positiv getestet worden.

Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob Covid-19 ursächlich für den Tod der Frau und des Mannes waren.

Update, 24. April, 19.20 Uhr: 720 bestätigte Fälle in Bremen

Bremen - Im Bundesland Bremen stieg die Zahl der bestätigten Fälle um 12 auf 720. Derzeit werden 55 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, neun von ihnen liegen auf Intensivstationen. 

Wie das Gesundheitsressort mitteilte, brauchen sechs der intensivmedizinisch behandelten Personen eine Beatmung. In Bremen gelten inzwischen 374 Menschen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, als genesen. 

Die Zahl der Toten liegt bei 27 und hat sich im Vergleich zum Vortag nicht verändert.

Update, 24. April, 19.05 Uhr: Zahl der Corona-Toten aus Pinneberger Altenheimen gestiegen

Elmshorn - Im Kreis Pinneberg hat sich die Zahl der Corona-Toten aus Altenheimen erneut erhöht. Wie Kreissprecher Oliver Carstens am Freitag mitteilte, sind seit Dienstag vier Bewohner in Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gestorben. Dazu kommen drei weitere tote Altenheimbewohner, die bereits Anfang April gestorben seien, aber erst vor kurzem den "Todesfällen aufgrund von Corona-Erkrankungen" zugerechnet worden seien.

Im Kreis Pinneberg sind den Angaben zufolge zwei Einrichtungen in Rellingen und ein Heim in Tornesch betroffen. Aktuell seien 68 Bewohner und 33 Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 

Nur zwei der insgesamt 26 Corona-Toten stammten laut Kreispressestelle nicht aus einem der drei Altenheime.

Update, 24. April, 19.01 Uhr: Auch wenn Familienmitglied Corona-Risiko hat: Lehrer müssen in Schule

Bettina Martin (SPD, rechts), die neue Kultusministerin von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt auf der Ministerbank im Landtag.
Bettina Martin (SPD, rechts), die neue Kultusministerin von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt auf der Ministerbank im Landtag.  © Jens Büttner/ZB/dpa

Schwerin - Im Unterschied zu Schülern müssen Lehrer auch dann in die Schule, wenn ein Familienmitglied zu Hause zur Corona-Risikogruppe zählt. Das hat das Bildungsministerium am Freitag klargestellt. Die Beschäftigten seien aus eigener Veranlassung ein Dienstverhältnis eingegangen, hieß es. 

Bei Schülern sehe das anders aus. Deren Schulpflicht stehe in einem stetigen Spannungsverhältnis zum Erziehungsrecht der Eltern. Schülern können nach der Möglichkeit zur Rückkehr in die Schule auf Antrag weiter zu Hause Fernunterricht erhalten, wenn ein Haushaltsangehöriger zur Corona-Risikogruppe gehört.

Lehrer hingegen sollen laut dem Hygieneplan des Bildungsministeriums nur dann bis Schuljahresende nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden, wenn sie selbst Vorerkrankungen haben, die einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Krebs, Diabetes und Herzleiden. Über 60-Jährige und Schwangere können freiwillig im Präsenzunterricht arbeiten.

Wie der NDR unter Berufung auf das Bildungsministerium berichtete, gehört etwa ein Drittel aller Lehrer aufgrund des Alters oder wegen Vorerkrankungen zur Corona-Risikogruppe. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sprach in diesem Zusammenhang von einer großen Herausforderung. 

"Wir haben weniger Lehrkräfte vor Ort. Wir brauchen mehr Räume, weil wir Lerngruppen trennen - das bedeutet, wir brauchen für eine Klasse vielleicht zwei Lehrer, manchmal sogar mehr", sagte sie dem NDR. Daher könnten nicht alle Schüler zu allen Zeiten in den Schulen sein und der Unterricht werde auch nicht in der gewohnten Weise stattfinden können.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte unterdessen, den freiwilligen Einsatz von Lehrkräften eindeutig zu regeln und verwies auf eine Vielzahl von Anfragen dazu. "Wir befürchten, dass es hier zu einem hohen Druck bei den Betroffenen kommt und diese sich, trotz berechtigter Sorge um ihre Gesundheit, zum Präsenzdienst melden", heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. 

Der zwischenzeitlich zurückgezogene Vordruck des Ministeriums habe keine Einschränkungen von Tätigkeiten und auch keine Widerrufsmöglichkeit zur Freiwilligkeit vorgesehen. Beides aber müsse möglich sein, wenn sich jemand freiwillig zum Präsenzdienst meldet, betonte der GEW-Landesvorsitzende Maik Walm. 

Die GEW empfahl Angehörigen von Risikogruppen ausdrücklich, sich mit dem Hausarzt oder einem Facharzt über einen freiwilligen Einsatz in der Schule zu beraten.

Update, 24. April, 18.58 Uhr: Mehrheit der niedersächsischen Amateurclubs für Saisonabbruch

Barsinghausen - Die im Niedersächsischen Fußballverband organisierten Vereine haben sich mehrheitlich für einen Abbruch der wegen der Corona-Pandemie derzeit unterbrochenen Saisons ihrer Amateurteams ausgesprochen. 

In einer Umfrage der vergangenen Tage hätten von den rund 2600 Vereinen im Zuständigkeitsbereich des NFV nur rund 448 für den Vorschlag des Verbands-Vorstands gestimmt, die Spielzeit 2019/20 ab Mitte August fortzusetzen, sofern dies erlaubt ist. 1119 Clubs sprachen sich dagegen aus. 1649 Vereine gaben ihre Stimme ab, wie der NFV am Freitag mitteilte.

Der Verbandsvorstand will sich am kommenden Dienstag erneut zu einem Austausch treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Update, 24. April, 18.43 Uhr: 210.000 Euro für Hamburger Sport aus Nothilfefonds

Hamburg - Hamburg hat aus dem Nothilfefonds bereits 20 Förderzusagen im Umfang von 210.000 Euro für den Sport gegeben. Darüber informierte am Freitag die SPD-Bürgerschaftsfraktion. Der Fonds umfasst fünf Millionen Euro. 

"Die Höhe der bereitgestellten Notförderung ist ein ganz klares Signal, dass Hamburg sich nicht nur an Sonnentagen, sondern auch in der Krise als Sportstadt versteht", sagte Juliane Timmermann, Sportexpertin der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

Über die Soforthilfe, den Förderkredit der IFB und den Nothilfefonds Sport seien bereits 12,65 Millionen Euro auf den Weg gebracht worden, betonte Timmermann. "Die unkomplizierte Hilfe von Seiten der Stadt sichert stabile Strukturen für die Zukunft." 

Die SPD-Politikerin forderte alle in Vereinen organisierten Sportler auf: "Halten wir unseren Vereinen die Treue und unterstützen wir, wo wir können. Dann wird es uns gelingen, dass der Sport auch nach der Krise ein starker Anker in Hamburg bleibt."

Update, 24. April, 18.17 Uhr: Bäckerei-Kette stellt Insolvenzantrag

Hamburg - Wegen der Einbußen durch die Corona-Krise hat die Hamburger Bäckereikette "Dat Backhus" einen Insolvenzantrag mit dem Ziel der Planinsolvenz gestellt. Die Umsätze seien um rund 40 Prozent zurückgegangen, teilte die Heinz Bräuer GmbH, die hinter dem bekannten Markennamen steht, am Freitag in Hamburg mit. 

Betroffen seien 120 Filialen mit 1300 Beschäftigten in der Metropolregion Hamburg. Alle Filialen bleiben geöffnet und die Beschäftigten erhalten für drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Anwalt Stefan Denkhaus bestellt. Er wird gemeinsam mit der Geschäftsführung ein Sanierungskonzept entwerfen, das bereits auf die Zeit nach der Corona-Krise ausgerichtet sein werde, hieß es in der Mitteilung. Nach der Planinsolvenz soll "Dat Backhus" noch in diesem Jahr wieder saniert an den Markt zurückkehren.

"Der Gastronomiebereich musste komplett geschlossen werden", sagte Geschäftsführer Svend Wöhr, der erst im Februar berufen worden war. "Menschen, die im Homeoffice arbeiten, reisen nicht, holen sich keinen Snack, und gehen auch nicht in die Kantine."

Der Rückgang habe bei dem harten Wettbewerb im Bäckereigeschäft nicht ausgeglichen werden können. Der Produktionsbetrieb im Stadtteil Rothenburgsort beliefert nicht nur die eigenen Filialen, sondern auch Hotels, Kantinen und Pflegeheime.

Update, 24. April, 17.55 Uhr: Fallzahlen in Hamburg weiter rückläufig

Hamburg - Wie die Gesundheitsbehörde am frühen Freitagabend mitteilte, ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Hamburg um 47 weitere Fälle auf nunmehr 4558 gestiegen.

Nach Berechnungen des Robert-Koch-Institutes können davon rund 3000 Personen als genesen betrachtet werden.

Das RKI geht davon aus, dass in Hamburg 122 Personen an einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind. Laut Angaben des Instituts für Rechtsmedizin konnte zum jetzigen Stand bei 116 Personen die Infektion als todesursächlich festgestellt werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Hamburger Krankenhäuser sehr gut für die Behandlung von Erkrankten mit einer Coronavirus-Infektion aufgestellt. 

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 197 Personen aufgrund einer Erkrankung in stationärer Behandlung, davon werden weiterhin 62 Personen intensivmedizinisch betreut. Damit sind die Fallzahlen im stationären Bereich seit Tagen rückläufig.

Update, 24. April, 17.41 Uhr: Zehn Millionen Euro für Schutzausrüstungen aus Schleswig-Holstein

Kiel - Die Landesregierung stellt in der Corona-Krise bis zu zehn Millionen Euro für Schutzausrüstung aus Schleswig-Holstein bereit. "Die weltweite Corona-Pandemie zeigt, dass wir heimische Produktionen stärken müssen, um auch im Krisenfall die notwendige Versorgung mit Medizinprodukten verlässlich und dauerhaft sicherstellen zu können", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag nach einer Kabinetts-Schalte mit dem entsprechenden Beschluss. 

"Schleswig-Holstein erleichtert mit dem Anreizprogramm heimischen Unternehmen, in die Produktion mit einzusteigen, indem konkrete Absatzperspektiven geboten werden."

So sollen Unternehmen, die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für die Versorgung des Gesundheitssystems in Schleswig-Holstein herstellen, durch garantierte Abnahmemengen zu festgelegten Preisen profitieren.

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sagte, dies sei ein wichtiger ergänzender Beitrag zur Deckung des großen Bedarfs an PSA im medizinischen Bereich. Nach wie vor gelte, dass Kliniken, Einrichtungen und Beteiligte des Gesundheitswesens ihre eigenen etablierten Beschaffungswege nutzen. "Wir erwarten, dass durch das Anreizprogramm zukünftig zusätzliche Möglichkeiten der Versorgung hinzukommen werden", betonte der Minister.

Das Wirtschaftsministerium will jetzt geeignete heimische Produzenten identifizieren, um mit ihnen die Möglichkeit einer Lieferzusage zu sondieren. Außerdem will das Ministerium interessierte Unternehmen bei der Klärung der rechtlichen und technischen Fragen unterstützen sowie vorhandene Produzenten bei der Schaffung neuer Kapazitäten.

Update, 24. April, 17.38 Uhr: Sechs neue Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern setzt sich der langsame Anstieg der Corona-Infektionen fort. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Freitag in Rostock mitteilte, wurden sechs Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert. Damit erhöhte sich die Zahl der bekannt gewordenen Fälle landesweit auf 665 (Stand Freitag, 16 Uhr). In den Vortagen war der Zuwachs noch geringer ausgefallen.

Nach Angaben des Landesamtes liegt die Zahl der Menschen, die im Nordosten im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, unverändert bei 16. Auch bei den Akutfällen gab es keine Veränderung. Landesweit müssen oder mussten 92 Menschen in Kliniken behandelt werden, 17 von ihnen auf einer Intensivstation.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sind 529 der positiv getesteten Menschen - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - in Mecklenburg-Vorpommern von einer Covid-19-Erkrankung genesen. Landesweit wurden den Angaben zufolge bislang rund 29.200 Corona-Tests analysiert.

Update, 24. April, 17.27 Uhr: Lockerungen an der Grenze freuen betagtes deutsch-dänisches Paar

Inga Rasmussen aus Dänemark (85) wird von Karsten Tüchsen Hansen (89) aus Nordfriesland bei ihrem täglchen Treffen an der deutsch-dänischen Grenze hochgehoben.
Inga Rasmussen aus Dänemark (85) wird von Karsten Tüchsen Hansen (89) aus Nordfriesland bei ihrem täglchen Treffen an der deutsch-dänischen Grenze hochgehoben.  © Carsten Rehder/dpa

Aventoft - Endlich kann er seine Partnerin wieder in die Arme schließen: Zur Freude des 89-jährigen Nordfriesen Karsten Tüchsen Hansen und der vier Jahre jüngeren Inga Rasmussen aus dem Nachbarland hat Dänemark die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen zugunsten von Paaren und Eheleuten gelockert. Es heiße, Dänemark öffne seine Grenzen für die, die sich liebten, sagte Hansen am Freitag bei seinem täglichen Treffen mit Rasmussen am gesperrten Grenzübergang bei Aventoft.

Seit dem 14. März fährt der Senior mit seinem E-Bike von Süderlügum zu den nachmittäglichen Verabredungen. Rasmussen kommt mit ihrem Auto an den Grenzübergang, der auf halber Strecke zwischen den Wohnorten der beiden liegt. Direkt an der rot-weißen Absperrung sitzen sie auf mitgebrachten Stühlen, trinken Kaffee und Punsch.

Als sie von der neuen Regelung hörten, hätten sie dies nicht glauben können und seien zu einem nicht gesperrten Grenzübergang in der Nähe gefahren, erzählt Hansen. Dort habe man ihnen gesagt, dass er nach Dänemark rüberfahren, aber Rasmussen nicht zu ihm nach Deutschland kommen dürfe. Eine Regelung, die Hansen nicht versteht. "Eigentlich muss Deutschland doch mitgehen", findet er.

Am Wochenende will Hansen mal über die Grenze zu seiner Inga fahren. Aber die regelmäßigen Treffen am gesperrten Grenzübergang in Aventoft bleiben erst einmal bestehen. Denn an der Grenze könne er immer noch abgewiesen werden, sagt Hansen. Ganz klar formuliert ist in der Tat nicht, wer einreiseberechtigt ist und wer nicht. Nach Angaben eines Sprechers des dänischen Einwanderungsministeriums muss dies immer von Fall zu Fall von der Polizei an der Grenze entschieden werden.

Rasmussen und Hansen gehen daher weiterhin auf Nummer sicher mit ihren Treffen in Aventoft. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", sagt Hansen. "Die Liebe ist stärker als alles andere."

Update, 24. April, 17.13 Uhr: Online-Plattform für heimische Händler und Käufer

Schwerin - Mit einem Dutzend heimischer Anbieter ist am Freitag der Digitale Marktplatz MV für Kunden geöffnet worden. Das Angebot war zu Beginn noch überschaubar und umfasste unter anderem Kunstschmuck sowie Geschenkartikel aus Straußeneiern und -federn. "Unter www.shop.digitalesmv.de kann ich bei meinem Händler vor Ort direkt online kaufen", erklärte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und warb für eine breite Nutzung. Jeder Einzelhändler in Mecklenburg-Vorpommern könne diese Infrastruktur des Landes im für den Handel sehr schweren Corona-Jahr 2020 kostenlos nutzen.

Als Reaktion auf die drastischen Handelsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte die Landesregierung am 17. März die Einrichtung der Online-Plattform für den heimischen Handel beschlossen. Zunächst sei es darum gegangen, eine schnelle Möglichkeit für Händler zu schaffen, sich im Internet sichtbar zu machen und auf neue Abhol- und Lieferdienste hinzuweisen. Mit dem nun eröffneten Online-Shop folge der nächste Schritt. Laut Pegel können Einzelhändler innerhalb weniger Minuten auf der Plattform ihre eigene Online-Filiale öffnen.

"Wir wollten eine Lösung, die es jedem ermöglicht, in wenigen Schritten den eigenen Online-Shop zu eröffnen. Ohne bestehende Infrastruktur, ohne vorher ein Warenwirtschaftssystem kaufen zu müssen, ohne Vorerfahrung im Internethandel", erklärte Pegel. Er appellierte an die Bevölkerung, den Einzelhandel im eigenen Land zu stärken. 

"Auch wenn heute die ganz große Produktvielfalt noch nicht gegeben ist, weil wir noch im Aufbau sind, so tummeln sich doch schon viele unser aller Lieblingsläden auf dem Portal. Wir wollen ihnen helfen, einen weiteren Absatzweg zu etablieren", sagte der Minister.

Update, 24. April, 17.09 Uhr: Lehrerverband kritisiert mangelnde Hygiene an Schulen

Hannover - Der Verband niedersächsischer Lehrkräfte hat den Hygieneplan des Kultusministeriums zur Wiederaufnahme des Unterrichts an den Schulen kritisiert. Ein sicherer Schulstart am Montag sei damit nicht zu gewährleisten, sagte der Vorsitzende des Verbands VNL/VDR, Torsten Neumann, am Freitag. An zahlreichen Schulen seien die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus "beim besten Willen in dieser kurzen Zeit" nicht umsetzbar gewesen.

"Es gibt Schulen, die in den Klassenzimmern gar keine Waschbecken mehr haben", sagte Neumann. "Von warmem Wasser selbst auf Toiletten können die meisten Schulen nur träumen." Den Verzicht auf Mund-und-Nasen-Bedeckungen für Schüler und Lehrer im Hygieneplan bezeichnete er als "nicht durchdacht".

Das Kultusministerium hat eigene Hygienepläne der Schulen mit einem landesweiten Rahmenplan zur Eindämmung des Virus ergänzt. Eine Maskenpflicht ist nicht vorgesehen und kann dem Ministerium zufolge auch nicht eigenverantwortlich von den Schulen angeordnet werden.

Update, 24. April, 16.40 Uhr: Nutzung der Notbetreuung in Hamburg steigt auf etwa zehn Prozent

Hamburg - In Hamburg werden mittlerweile etwa zehn Prozent der Kita-Kinder in der Notbetreuung versorgt. «Es sind natürlich Alleinerziehende, aber auch darüber hinaus nutzen weitere Berechtigte die Notbetreuung», sagte Hamburgs Familien- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Zuletzt lag der Anteil der Kinder, die das Angebot genutzt haben, bei drei bis fünf Prozent. 

Seit Mittwoch gehören auch Alleinerziehende zu den Bedarfsgruppen. Hamburgweit werden etwa 90.000 Kinder in den Krippen, Kindergärten und in der Kindertagespflege betreut.

In Hamburg wird die Notbetreuung nicht nach einer feststehenden Liste mit ausschließlich system- und infrastrukturrelevanten Berufen festgelegt. Zusätzlich gibt es die Chance auf Sonderlösungen. «Bei uns sind die Eltern in der Darlegungspflicht. Und die Eltern gehen sehr verantwortungsbewusst damit um», so Leonhard.

Gleichzeitig berichteten die Kita-Erzieherinnen und -Erzieher mittlerweile aber von zunehmend schwierigen Gesprächen mit den Eltern. "Das ist auch kein Wunder. Wir befinden uns in der siebten Woche von Notbetreuung. Die herausfordernde Lage der Eltern wird von Woche zu Woche größer, weil die Vereinbarkeit einfach schwieriger wird. Da sind Urlaub und Überstunden aufgebraucht und die Arbeitgeber werden auch ungeduldiger. Das verstehe ich sehr gut."

Update, 24. April, 16.35 Uhr: Ex-HSV-Profi nach sechs Wochen wieder coronafrei

Ex-HSV-Profi Albin Ekdal meldete sich wieder gesund.
Ex-HSV-Profi Albin Ekdal meldete sich wieder gesund.  © Screenshot/Instagram/albinekdal

Hamburg/Genua - Der ehemalige Profi des Hamburger SV, Albin Ekdal, hat seine Covid-19-Erkrankung überstanden. Wie der 30-Jährige auf seinem Instagram-Account erklärte, fielen die vergangenen zwei Tests negativ aus.

Damit konnte der Schwede nach sechs Wochen Quarantäne sein Haus wieder verlassen.

Ekdal, der inzwischen bei Sampdoria Genua spielt, hatte sich Anfang März mit dem Coronavirus infiziert.

Ab diesem Zeitpunkt lebte der Mittelfeldspieler von seiner Familie getrennt. Frau Camilia und Tochter Alma (18 Monate alt) kehrten früh nach Ausbruch der Pandemie in ihre schwedische Heimat zurück.

Als sich Ekdal in einem Video-Chat einer Fragerunde stellte, schaltete sich plötzlich Klima-Aktivistin Greta Thunberg dazu und wollte wissen, wie er sich in der Krise fit halte.

"Wir erhalten vom Klub ein Fitness-Programm, sie wollen nicht, dass wir nur auf dem Sofa sitzen und Eis essen", antwortete Ekdal überrascht.

Update, 24. April, 16.27 Uhr: Deutlich mehr Kunden: Hamburger Tafel gehen die Lebensmittel aus

Hamburg - Der Hamburger Tafel gehen die Lebensmittel aus. Wegen der Corona-Krise stehen an manchen Ausgabestellen 20 Prozent mehr Kunden an, wie Vorstandsmitglied Julia Bauer am Freitag erklärte. "Es sind Menschen und oft ganze Familien, die zuvor noch durch Minijobs oder Aushilfstätigkeiten über die Runden gekommen sind, jetzt aber tatsächlich in Schwierigkeiten sind", teilte Bauer mit. 

Zu den bereits vorhandenen 30.000 Tafelkunden kämen Woche für Woche mehr hinzu. Auch die Warteschlangen bei den fünf Ausgabestellen des Arbeiter-Samariter-Bundes in Hamburg seien länger als je zuvor.

Um eine möglichst kontaktarme Warenausgabe zu ermöglichen, würden zurzeit überwiegend gepackte Lebensmitteltaschen mit haltbaren Produkten ausgegeben. Die Hamburger Tafel zeigt sich besorgt: Es würden seltener Nudeln, Reis oder Konserven gespendet, weil diese Lebensmittel gegenwärtig vermehrt gekauft würden. 

Der Nahrungsmittelhersteller "Barilla" habe eine Lkw-Ladung von 20 Tonnen Nudeln bereitgestellt.

Update, 24. April, 16.20 Uhr: Mehr als 130 Corona-Infektionen in Bremer Erstaufnahmeeinrichtung

Bremen - Aus der unter Quarantäne stehenden Erstaufnahmeeinrichtung in Bremen-Vegesack ist erstmals ein Bewohner mit einer coronabedingten Atemwegsinfektion in eine Klinik gebracht worden. Das teilte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Freitag mit. Bislang seien 133 der 374 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Die übrigen Krankheitsverläufe seien bislang durchweg mild oder symptomfrei. In der Einrichtung ist die Erstaufnahme aufgrund der Corona-Infektionen gestoppt. Neuankömmlinge werden in einer Außenstelle in Bremen Obervieland untergebracht.

Update, 24. April, 16.12 Uhr: SPD kritisiert Gottesdienstverbot in Schleswig-Holstein

Kiel - Die SPD-Landtagsfraktion hat das andauernde Verbot von Gottesdiensten und religiösen Zeremonien kritisiert. Der kirchenpolitische Sprecher der Fraktion, Martin Habersaat, verwies am Freitag auf andere Bundesländer. Sachsen erlaube seit Montag bereits wieder Gottesdienste mit bis zu 15 Teilnehmern. In Thüringen dürfen seit Donnerstag maximal 30 Gläubige in Kirchen zusammenkommen. In Berlin werden ab dem 4. Mai wieder Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern möglich sein.

"Solange bestimmte Auflagen wie das Abstandsgebot eingehalten werden, ist es für mich schwer erklärbar, dass Baumärkte in Schleswig-Holstein während der Corona-Wochen dauerhaft geöffnet waren, aber Kirchen und andere religiöse Stätten dauerhaft geschlossen bleiben", sagte Habersaat. Spätestens nach der Beratung von Bund und Ländern am 30. April sollte es auch eine Perspektive für die Glaubensgemeinschaften in Schleswig-Holstein geben.

Wie die Christen zu Karfreitag und Ostern müssen jetzt auch die Muslime im Fastenmonat Ramadan, der am Freitag begann, auf gemeinsame Gebete verzichten.

Update, 24. April, 16.03 Uhr: Friseure sollen Kundendaten sammeln

Hannover - Friseursalons, die in Niedersachsen vom 4. Mai an wieder öffnen wollen, müssen die Kontaktdaten ihrer Kunden sammeln und für drei Wochen aufbewahren. Das soll es ermöglichen, etwaige Infektionsketten nachzuvollziehen, wie aus einer geänderten Corona-Verordnung der Landesregierung vom Freitag hervorgeht. 

Kunden, die mit der Speicherung ihrer Daten nicht einverstanden sind, sollen demnach nicht bedient werden dürfen. Zudem gilt, dass zwischen den Kunden ein Mindestabstand von 1,50 Meter gewährleistet sein muss. Die Friseurinnen und Friseure sind darüber hinaus verpflichtet, einen Mundschutz zu tragen und sich nach jedem Haarschnitt die Hände zu desinfizieren. 

Bundesweit sind Friseurgeschäfte seit dem 23. März geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Update, 24. April, 15.45 Uhr: Hamburger Heiligengeistfeld: Autokino auch für Konzerte in Planung

Hamburg - Kein Theater, kein Kino, kein Konzert - da ist das gute alte Autokino letzter Hoffnungsträger der Kulturliebhaber. Seit Wochen geht es um eine Genehmigung für ein Autokino auf dem Hamburger Heiligengeistfeld. Noch gibt es kein grünes Licht. "Entscheiden muss das die Gesundheitsbehörde. Das passiert frühestens nach dem Gipfel der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten", teilte die Behörde für Wirtschaft und Verkehr mit, wo die Nutzung des Heiligengeistfeldes angesiedelt ist.

Das letzte Autokino in Hamburg schloss 1993. In Corona-Zeiten ist das Modell von einst wieder ein Renner. "Das ist ein ganz heißes Thema", sagte Thorsten Weis, Geschäftsführer der Agentur Bergmanngruppe, die in Kooperation mit den Zeise-Kinos eine Veranstaltungserlaubnis beantragt hat. Bis zu 500 Autos pro Filmabend sieht das Nutzungskonzept vor.

Knackpunkt sind die sanitären Einrichtungen - gerade in Corona-Zeiten. "Wir haben ausreichend Toilettenkabinen. Die werden nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert", sagte Weis. Das Konzept geht weit über Filme hinaus. "Es sind Live-Auftritte möglich, z.B. Johannes Oerding oder Udo Lindenberg. Sido gibt jetzt ein Konzert im Autokino in Düsseldorf."

Lärmbelästigung entsteht demnach nicht. Der Ton wird wie auch beim Film via Transmitter auf einer UKW-Frequenz direkt über die Lautsprecher der Autoradios ausgeben. Das Konzert spielt sich optisch auf der Bühne, akustisch aber im vollständig geschlossenen Auto ab. Die Abstandsgebote werden optimal eingehalten. "Selbst Gottesdienste können so abgehalten werden", betonte Weis.

Update, 24. April, 15.31 Uhr: Verkäufer, Kinder und Vorerkrankte von Maskenpflicht ausgenommen

Hannover - Die angekündigte Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr gilt in Niedersachsen nicht für Verkäufer, Kinder bis 6 Jahre und Vorerkrankte. Das geht aus der neuen Corona-Verordnung der Landesregierung hervor, die am Freitag vorgestellt wurde. 

Demnach müssen von Montag an nur Kunden und Fahrgäste eine einfache Alltagsmaske tragen. Bußgelder sollen in der kommenden Woche noch nicht verhängt werden. Als Vorerkrankte werden Menschen mit schweren Herz- oder Lungenerkrankungen genannt, denen das erschwerte Atmen durch eine Maske nicht zuzumuten sei. 

Als Alltagsmasken ausdrücklich akzeptiert werden auch Schals und Tücher.

Update, 24. April, 15.15 Uhr: Inzwischen elf Covid-19-Tote in Pflegeheim in Rümpel

Bad Oldesloe - Nach dem Ausbruch von Covid-19 in einem Pflegeheim in Rümpel bei Bad Oldesloe sind inzwischen elf Bewohner gestorben. Dies bestätigte Heimleiter Daniel Schöneberg am Freitag. Zuvor hatten die «Lübecker Nachrichten» berichtet. Die Pflegeeinrichtung für Demenzkranke und psychisch auffällige Menschen steht seit dem 9. April unter Quarantäne. 

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Epidemie in dem Haus lebten dort 68 Menschen. Die verbliebenen 57 Bewohner würden weiterhin im Heim betreut. Aktuell seien zehn Bewohner ohne Covid-19-Befund. 25 Mitarbeiter seien positiv getestet worden, es müsse aber niemand stationär behandelt werden.

Unterdessen sind zwei Bewohner aus einem Altenheim in Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Wie die Kreispressestelle am Freitag mitteilte, starben beide Mittwochnacht in einem Krankenhaus. 

Insgesamt seien in dem Altenheim zehn Bewohner und sechs Mitarbeiter positiv getestet worden.

Update, 24. April, 14.59 Uhr: Fast jeder zweite Corona-Tote in Pflegeheimen

Kiel - Fast die Hälfte der Corona-Toten in Schleswig-Holstein wurden nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur aus Alten- und Pflegeheimen gemeldet. Mindestens 31 Heimbewohner starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus, wie die dpa-Umfrage mit Stichtag 21. April in den elf Kreisen und vier kreisfreien Städten ergab. Weitere 6 Todesfälle wurden am Freitag bekannt: So stieg die Zahl der Toten in einem Heim in der Gemeinde Rümpel von zuletzt 7 auf inzwischen 11. Und in einem Altenheim in Lauenburg starben 2 Bewohner.

Am Stichtag 21. April verzeichnete die offizielle Statistik 79 Corona-Tote in ganz Schleswig-Holstein. Die zehn Kreise und drei kreisfreien Städte, die sich an der Umfrage beteiligten, meldeten insgesamt 67 Corona-Tote. Damit machen die 31 Corona-Toten in Heimen der befragten Kreise und kreisfreien Städte einen Anteil von 46 Prozent aus.

Update, 24. April, 14.55 Uhr: Wenn der Roboter Zucchini, Milch und Sushi bringt

Kundin Leonie Gehrckens steht mit ihren bestellten Lebensmittel vom Bioladen "Bio.lose" neben einem Lieferroboter.
Kundin Leonie Gehrckens steht mit ihren bestellten Lebensmittel vom Bioladen "Bio.lose" neben einem Lieferroboter.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Er fährt selbstständig über die Gehwege von Hamburg-Eimsbüttel und wird von den Passanten bestaunt: Der kleine sechsrädrige Lieferroboter der Firma Starship bringt Lebensmittel von Händlern oder Gastronomen zu Kunden. Gerade in Corona-Zeiten eine sinnvolle Alternative, anstatt selbst unter Atemschutzmaske und langwierigem Schlangestehen den Einkauf zu erledigen, finden die Macher.

Das dreiachsige Vehikel kann zehn Kilo befördern und ist maximal sechs Kilometer pro Stunde schnell. Passanten werden von dem Gefährt nicht angerempelt. "Unsere Roboter sind mit Sensoren und Kameras ausgerüstet, haben GPS und Radar an Bord", sagte Einsatzkoordinator Jan Werum. Die Hinterachse ist flexibel, kann sogar 15 Zentimeter hohe Bordsteine erklimmen.

Der kleine Roboter war in Hamburg schon vor einigen Jahren zu sehen gewesen, aber damals immer begleitet von einem Aufpasser. Erst ab 2019 darf er frei fahren. In Großbritannien seien die Fahrzeuge ein Renner, sagt Werum. Weltweit seien es inzwischen Tausende.

"Wir fahren alles aus: Obst, Gemüse, Pizza, Sushi - was gewünscht wird." Bestellt wird über eine App auf Handy oder Tablet. "Heute hat mir Milch gefehlt. Ich dachte, ich probiere das mal aus", sagte Kundin Leonie Gehrckens. "Wenn man gerade zu Hause im Homeoffice arbeiten muss, ist es eine gute Sache."

In Eimsbüttel sind die 35 Kilo schweren Roboter erst seit drei Tagen wieder im Einsatz. Werum: "Wenn es gut läuft, wollen wir das auf die ganze Stadt ausweiten." Das größte Einsatzgebiet waren bislang Firmen, wo auf dem Gelände Werkzeuge oder Ersatzteile von einer Stelle zur nächsten transportiert werden.

Langfinger haben übrigens kaum Chancen. Die gelieferten Waren sind verschlossen im Bauch des Roboters. Kameras erfassen den Dieb, eine Alarmanlage ertönt, die Zentrale wird benachrichtigt. Dort kann die Steuerung des Roboters übernommen werden.

Update, 24. April, 14.51 Uhr: 9720 bestätigte Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 9720 gestiegen. Das sind 121 mehr als am Tag zuvor, wie die Landesregierung am Freitag mit Stand 13 Uhr mitteilte. Geschätzt 6630 Menschen - mehr als zwei Drittel - sind inzwischen genesen. 376 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, sind gestorben. 

867 Infizierte werden derzeit in niedersächsischen Kliniken behandelt, davon 193 intensivmedizinisch. 128 Patienten werden künstlich beatmet.

Update, 24. April, 14.49 Uhr: Bremer Senat führt offiziell Maskenpflicht ein

Bremen - Die Landesregierung von Bremen hat die angekündigte Maskenpflicht für Geschäfte, Busse und Bahnen im Nahverkehr ab Montag offiziell beschlossen. Nötig sei aber keine zertifizierte Maske für Mund und Nase, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitag. "Man kann auch ein Tuch von zuhause nehmen oder einen Schal." Zumindest am Anfang solle bei Verstößen kein Bußgeld verhängt werden.

Bovenschulte erinnerte daran, dass Bremen es eigentlich bei einer Empfehlung belassen wollte, eine Maske zu tragen. Dann hätten andere Bundesländer dies zur Pflicht gemacht. "Wir brauchen da eine einheitliche Regelung insbesondere mit Niedersachsen", sagte er. 

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) rief dazu auf, sich nicht einer "trügerischen Sicherheit" hinzugeben, nur weil man eine Maske trägt.

Update, 24. April, 14.29 Uhr: Fridays for Future mit "stillem Protest" vor Rathäusern im Norden

Zahlreiche Schilder und Plakate liegen während einer Aktion von Fridays for Future auf dem Rathausmarkt.
Zahlreiche Schilder und Plakate liegen während einer Aktion von Fridays for Future auf dem Rathausmarkt.  © Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg - Mit "stillen Protestaktionen" haben Aktivisten von Fridays for Future vor Rathäusern im Norden für einen besseren Klimaschutz demonstriert. Zum fünften globalen Klimastreik legte eine Gruppe von Umweltaktivisten am Freitag mehrere Hundert Schilder und Plakate in einem abgesperrten Bereich auf dem Hamburger Rathausmarkt ab. 

Auf einem zentralen Banner war der Schriftzug "Klimastreik" zu lesen. Ähnliche Aktionen gab es auch vor dem Kieler Rathaus und dem Landtag.

Wegen des in der Corona-Krise geltenden Versammlungsverbotes konnten sich die Schüler und Studenten nicht zu ihrer Freitagsdemonstration und Kundgebungen treffen. 

"Wir streiken unter besonderen Umständen. Corona fordert von uns einen harten Sprint zur Eindämmung der Pandemie, derweil bleibt die Klimakrise für alle der Marathon", sagte Arnaud Boehmann, Sprecher von Fridays for Future Hamburg. 

Trotz der aktuellen Lage müsse die Klimakrise beim Start der Koalitionsverhandlungen in Hamburg im Blick behalten werden. Die Konjunkturpakete der neuen Regierung müssten jetzt die Weichen für wirksamen Klimaschutz stellen.

In einem bundesweiten Livestream mit Musik, Reden sowie Schalten an verschiedene Orte wurden die alternativen Protestformen via Youtube ins Internet übertragen. Mit einem Foto und ihrem Standort konnten sich Streikende auf einer Website eintragen. 

"Ich freue mich, dass die vielen Aktiven von Fridays for Future auch in den Zeiten der Einschränkungen durch die Coronakrise mit phantasievollen Aktionen ihre Arbeit fortsetzen", sagte Bernd Voß, energie- und klimapolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein.

Update, 24. April, 14.22 Uhr: 240 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt

Schwerin – Einen Monat nach Einführung der Corona-Soforthilfe für Klein- und Mittelständler in Mecklenburg-Vorpommern sind 240 Millionen Euro an die Antragsteller ausgezahlt worden. 

Pro Antrag sind es im Schnitt 10.000 Euro, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Freitag mitteilte.

Die Landesregierung hatte am 24. März in einer Kabinettssitzung die Soforthilfe für Soloselbstständige sowie Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten beschlossen. Die Hilfen können je nach Größe des Unternehmens bis zu 60.000 Euro betragen. Sie müssen versteuert, aber nicht zurückgezahlt werden. Anträge können noch bis zum 31. Mai gestellt werden.

Die Auszahlungen dürften noch beträchtlich steigen, denn von den aktuell vorliegenden 37.500 Anträgen sind dem Ministerium zufolge erst 24 000 beschieden worden. 

Und noch immer gehen weitere Anträge ein: Von Donnerstag zu Freitag stieg die Zahl um etwa 500. Am ersten Tag (25. März) waren es mehr als 3000 gewesen. "Auch wenn beim Landesförderinstitut inzwischen weniger Anträge ankommen, wird weiter intensiv bewilligt und ausgezahlt", versicherte Glawe.

Die Landesregierung hatte am 24. März einen Schutzfonds im Umfang von insgesamt 1,1 Milliarden Euro beschlossen, um existenzgefährdete Firmen über die nächsten Monate hinweg zu retten. Neben den Soforthilfe-Zuschüssen stellte das Kabinett unter anderem 200 Millionen Euro für zinsfreie oder niedrig verzinste Überbrückungsdarlehen für alle Unternehmen bereit. 

Der Bürgschaftsrahmen des Landes wurde um 400 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro erhöht. Weitere 100 Millionen Euro stellte das Kabinett für zeitweilige Landesbeteiligungen an Unternehmen bereit, um diese zu stabilisieren.

Update, 24. April, 14.12 Uhr: Zugverkehr zwischen Berlin und Stralsund wieder hochgefahren

Schwerin – Im Zugverkehr zwischen Berlin und Stralsund soll wieder Normalität einkehren: Ab 4. Mai fahren die RE 5-Züge auf der Strecke Berlin-Neustrelitz wieder regulär, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin am Freitag mit. 

Die Deutsche Bahn setze dann auch die sogenannten Verdichterzüge wieder ein, mit denen das zweistündliche Angebot zwischen Neustrelitz und Stralsund teilweise auf einen Stundentakt angehoben werde. 

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Bahn diese Zusatzzüge Ende März gestrichen. Auch die Züge der RE3 zwischen Stralsund und Berlin über Pasewalk fahren laut Ministerium wieder wie gewohnt.

Bis auf weiteres eingeschränkt bleibt der Verkehr jedoch auf der Strecke der RE4 Lübeck-Ueckermünde/Stettin. Wegen der geschlossenen Grenze nach Polen fahren die Züge nur von beziehungsweise bis Löcknitz. Aus demselben Grund starten und enden die Züge der RB23 Züssow-Swinemünde in Ahlbeck auf Usedom. 

Auf der Strecke RB25 Velgast-Barth setzt die DB Regio jetzt zwischen 6 und 14 Uhr wie gewohnt Züge ein, außerhalb dieser Zeiten fahren weiterhin Busse.

Update, 24. April, 14.08 Uhr: Präsident Macron dankt dem Norden für Aufnahme von Covid-19-Patienten

Kiel/Paris – Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat Schleswig-Holstein für die Aufnahme und Behandlung französischer Covid-19-Patienten gedankt. 

"Den betroffenen Personen, bei denen ein schwerer Verlauf der Krankheit festgestellt wurde, konnte auf diese Weise die bestmögliche medizinische Versorgung zuteilwerden", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Brief Macrons an Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). "Ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses beispiellose Engagement, mit dem Schleswig-Holstein Frankreich in einer schwierigen Lage beisteht, die uns alle auf eine harte Probe stellt."

Günther sprach von einer "sehr schönen Geste" und reichte den Dank an die Ärzte und Pfleger weiter: "Das Dankeschön gilt in allererster Linie dem gesamten medizinischen und pflegerischen Personal im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein." Die Klinik hatte Ende März sechs beatmungspflichtige Patienten aus Frankreich übernommen und in Kiel und in Lübeck behandelt. 

Die ersten Patienten konnten den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen entlassen und in ihre Heimat zurückgebracht werden.

Update, 24. April, 14.04 Uhr: CDU: Mehr Geld für Sozial-Einrichtungen - SPD: Länger Corona-Hilfen

Kiel – Schleswig-Holstein stellt sozialen Einrichtungen, die sich um Menschen in Notlagen kümmern, wegen der Corona-Krise drei Millionen Euro zur Verfügung. 

Sie "können ab sofort bei den Kreisen und kreisfreien Städten Förderungen beantragen", erklärte der familien- und seniorenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Werner Kalinka, am Freitag. 

Dies komme besonders den Tafeln und der Hilfe für Obdachlose zugute. "Aber auch andere Hilfen (...) können aus dem Fonds zur Abdeckung sozialer Härten unterstützt werden", betonte Kalinka. Die Richtlinie trete rückwirkend zum 15. März 2020 in Kraft und sei bis zum 31. Dezember befristet.

Die SPD-Opposition forderte unterdessen ein Nachsteuern der Landesregierung bei den Hilfen für Unternehmer und Selbstständige. "Es ist absehbar, dass die Folgen der Corona-Krise unsere Wirtschaft über den Sommer hinaus belasten werden.

 Deshalb sollte bereits jetzt die Antragstellung für die Soforthilfen auch über den 31. Mai hinaus ermöglicht werden", erklärten der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Thomas Hölck, SPD-Landesschatzmeister Stefan Bolln sowie der Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD, Guenther Hansen.

"Noch immer haben viele Unternehmer und Selbstständige Probleme mit der Kreditvergabe bei ihren Banken", klagten die SPD-Politiker. Obwohl meist KfW-Kredite mit geringem Risiko vergeben würden, verlangten Hausbanken hohe Zinsen. 

"Auch von vereinfachten Prüfungen bei der Kreditvergabe ist nichts zu spüren." Die Corona-Hilfe dürfe nicht zu einem Sanierungsprogramm für Banken werden, sondern müsse direkt bei den Unternehmen ankommen.

Update, 24. April, 13.33 Uhr: Opposition dringt auf raschere Lockerungen

Schwerin – Angesichts niedriger Infektionszahlen und bevorstehender Maskenpflicht dringen Oppositionsparteien in Mecklenburg-Vorpommern auf raschere Lockerungen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Epidemie. 

"Wenn Bürger schon Masken kaufen und an immer mehr Orten tragen sollen, sollten wenigstens Nagelstudios und Außenterrassen der Gastronomie wieder öffnen dürfen", forderte der Generalsekretär der FDP Mecklenburg-Vorpommerns, David Wulff. 

In einer am Freitag in Schwerin verbreiteten Mitteilung warf er der Landesregierung zudem vor, dass sie bei der Festlegung von Öffnungsregeln willkürlich und intransparent vorgehe.

Von Montag an ist in Nahverkehr und Handel Mecklenburg-Vorpommerns das Tragen von Schutzmasken Pflicht. Diese Maßgabe geht einher mit dem Ende der Zwangsschließung von Geschäften und der bevorstehenden Öffnung der Schulen. 

Am Donnerstag hatte die Regierung zudem erste, leichte Lockerungen für den Tourismus zum 1. Mai angekündigt, die Entscheidung über die Wiedereröffnung von Gaststätten aber auf den 5. Mai vertagt.

Das zögerliche Vorgehen rief auch bei der AfD Kritik hervor. "Die Entscheidung der Landesregierung ist eine einzige Enttäuschung und dürfte viele Hotels und Gaststätten in die Pleite treiben", erklärte AfD-Landeschef Leif-Erik Holm. Mecklenburg-Vorpommern habe die niedrigsten Infektionszahlen bundesweit. 

"Es spricht also überhaupt nichts dagegen, den Tourismus in MV schnell und dennoch vorsichtig wieder zu öffnen", argumentierte Holm. Er schlug vor, zunächst der heimischen Bevölkerung Urlaub im eigenen Bundesland zu erlauben.

Update, 24. April, 13.08 Uhr: Auch wenn Familienmitglied Coronarisiko hat - Lehrer müssen in Schule

Schwerin – Im Unterschied zu Schülern müssen Lehrer auch dann in die Schule, wenn ein Familienmitglied zu Hause zur Corona-Risikogruppe zählt. 

Das hat das Bildungsministerium am Freitag klargestellt. Die Beschäftigten seien aus eigener Veranlassung ein Dienstverhältnis eingegangen, hieß es. Bei Schülern sehe das anders aus.

Deren Schulpflicht stehe in einem stetigen Spannungsverhältnis zum Erziehungsrecht der Eltern. Bei Schülern seien die Schutzvorkehrungen deshalb ausgeweitet worden. 

Sie können nach der Möglichkeit zur Rückkehr in die Schule auf Antrag weiter zu Hause Fernunterricht erhalten, wenn ein Haushaltsangehöriger zur Corona-Risikogruppe gehört.

Lehrer hingegen sollen laut dem Hygieneplan des Bildungsministeriums nur dann bis Schuljahresende nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden, wenn sie selbst Vorerkrankungen haben, die einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf begünstigen. 

Dazu gehören zum Beispiel Krebs, Diabetes und Herzleiden. Über 60-Jährige und Schwangere können freiwillig im Präsenzunterricht arbeiten.

Update, 24. April, 13 Uhr: Kubicki hält einheitliche Corona-Auflagen für nicht mehr zulässig

Kiel/Berlin – FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki hat ein sofortiges Ende bundesweit einheitlicher Corona-Auflagen verlangt. 

Infektionsrechtlich sei das Argument einer bundesweiten Einheitlichkeit nicht tragbar, sagte Kubicki in einem Interview des "Donaukurier" (Freitag). "Wenn wir feststellen, dass die Infektionswahrscheinlichkeit in Bayern etwa viermal so hoch ist wie in Schleswig-Holstein, dürfen aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht in beiden Ländern die gleichen Maßnahmen angewendet werden."

Die massiven Grundrechtsbeeinträchtigungen, die zuerst ins Werk gesetzt worden seien, könnten nicht mehr aufrechterhalten werden. "Die Begründung war ja, eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Diese Gefahr besteht derzeit nicht." 

Der Staat könne niemanden davor bewahren, dass er sich infiziere. "Er kann nur garantieren, dass Patienten bestmöglich behandelt werden. Soweit das gewährleistet ist, sind massive Grundrechtseinschränkungen verfassungsrechtlich nicht mehr zulässig."

Kubicki erneuerte seine Kritik an Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Frau Merkel kann und sollte gern an öffentlichen Debatten teilnehmen. Aber den Eindruck zu erwecken, wenn die Kanzlerin A sagt, müssen alle anderen folgen, das ist falsch." Die Kompetenz liege bei den Ländern. "Es geht nicht, dass nur das umgesetzt wird, was die Bundeskanzlerin ihren CDU-Ministerpräsidenten nahelegt - das ist kein infektionsrechtliches Argument."

Der Bundestagsvizepräsident sprach sich für eine Öffnung sämtlicher Geschäfte aus, "soweit sie den Mindestabstand und die Hygieneauflagen einhalten können". 

Merkels Einwand, dass Deutschland erst am Anfang der Pandemie stehe und die Infektionszahlen wieder steigen könnten, ließ er nicht gelten. "Wenn wir nach dieser Logik vorgehen, werden wir nie Maßnahmen aufheben, weil diese Gefahr immer wieder bestehen könnte."

Update, 24. April, 12.40 Uhr: Kontrollierte Öffnung der Spielplätze?

Hamburg – Der Ruf nach Öffnung der Kinderspielplätze wird lauter. 

Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft fordert "eine kontrollierte und maßvolle Nutzung" der Spielplätze. "Der Stress in den Familien steigt aufgrund von Kita- und Schulschließung, Homeschooling, Homeoffice, finanzieller Sorgen und der fortwährenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen stark an", heißt es in einer Mitteilung am Freitag. 

Für Familien müssten dringend Entlastungsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Kinder könnten auf freiwilliger Basis von Fachkräften aus Kitas oder privaten Initiativen, die nicht zur Risikogruppe gehören, betreut werden.

Die CDU-Politiker raten, an Kinder und Betreuer Bänder zu vergeben, um die Zahl der Anwesenden pro Spielplatz zu beschränken. Eine Tragepflicht von Mund-Nasen-Schutzmasken, auch für Kinder über drei Jahre, wäre denkbar, heißt es. 

Zudem sollten Schilder auf die Abstands- und Verhaltensregeln hinweisen.

Update, 24. April, 12.26 Uhr: Kurzarbeit bei Hamburger Spediteuren

Hamburg – Die Hamburger Spediteure müssen wegen der Corona-Krise erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen und haben deshalb oft Kurzarbeit angemeldet. 

Entlassungen seien jedoch für 95 Prozent der Betriebe zur Zeit noch keine Option, ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Vereins Hamburger Spediteure bei seinen Mitgliedsunternehmen. 

Danach verzeichnen die Spediteure einen Rückgang von 32,5 Prozent im Export und von 36 Prozent bei den Importgeschäften. 40 Prozent der befragten Unternehmen hätten deshalb Kurzarbeit angemeldet.

"Wir hoffen, dass die Wirtschaft bald wieder ins Rollen kommt", sagte der Vereinsvorsitzende Willem van der Schalk. "Spätestens in der zweiten Hälfte des Jahres rechnen wir mit einer Produktionssteigerung im internationalen Bereich, insbesondere im fernöstlichen Teil der Erde." 

Dann würden die Importe anziehen. Wie sich der Export verhalte, sei schwer einzuschätzen, da eine Vielzahl an innerdeutschen Produktionsstätten gänzlich gen Null fahren musste.

Update, 24. April, 12.20 Uhr: Kritik an Kurzarbeit in Krankenhäusern

Hannover – Die niedersächsische Pflegekammer hat es als paradox bezeichnet, dass einige Krankenhäuser in der Corona-Krise Berichten zufolge Kurzarbeit angemeldet haben. 

"Pflegefachpersonen müssen in Kurzarbeit gehen und Gehaltseinbußen hinnehmen, obwohl andere Bereiche der Pflege vor Arbeit untergehen", kritisierte Kammerpräsidentin Nadya Klarmann am Freitag. 

Die Pflegekammer hat wegen Personalmangels aus dem Beruf ausgestiegene Fachkräfte dazu aufgerufen, sich als Freiwillige zu melden. Sogar die Bundeswehr helfe inzwischen in Pflegeheimen aus.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Kurzarbeit in Kliniken sei "kein flächendeckendes Phänomen". Die Gesellschaft habe von einzelnen Fällen in Kliniken gehört, die eventuell Kurzarbeit planten, sagte ein Sprecher. 

Zuvor hatte der NDR über Kliniken berichtet, die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt haben.

Update, 24. April, 12.11 Uhr: Schließung von Kirchen, Moscheen und Freizeitparks rechtens

Lüneburg – Die Schließung von Kirchen und Moscheen sowie Tier- und Freizeitparks ist nach einer Entscheidung des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in der aktuellen Lage rechtens. 

Der Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung sei derzeit dem Recht auf freie Religionsausübung übergeordnet, entschied das Gericht in Lüneburg mit Blick auf die Maßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie getroffen wurden.

Wie eine Gerichtssprecherin am Freitag mitteilte, habe es der 13. Senat abgelehnt, das Verbot von Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen und Synagogen einstweilig außer Vollzug zu setzen. Das hatte ein Verein beantragt, der sich für die Rechte von Muslimen einsetzt.

Mildere Mittel wie etwa bloße Zugangsbeschränkungen stünden in einem geschlossenen Raum nicht zur Verfügung, hieß es zur Begründung. Zudem blieben die individuelle Glaubensausübungsfreiheit und religiöse Versammlungen unter freiem Himmel möglich, auch wenn der Eingriff schwer wiege. Der Beschluss vom Donnerstag ist nicht anfechtbar.

Auch einen Antrag, die Schließung von Tier- und Freizeitparks außer Vollzug zu setzen, lehnte der Senat am Donnerstag ab. Die Richter sahen darin eine notwendige Schutzmaßnahme. Auch diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Update, 24. April, 12.07 Uhr: Theater Kiel beendet Spielzeit vorzeitig

Kiel – Das Theater Kiel hat seine Spielzeit wegen der Corona-Krise vorzeitig beendet. 

Bis zum 30. Juni seien alle Veranstaltungen abgesagt, teilte das Theater am Freitag in Kiel mit. 

Wenn die Landesregierung am kommenden Donnerstag seinen Stufenplan mit möglicherweise weiteren Lockerungen vorlege, werde die Bühne prüfen, ob eventuell doch künstlerische Live-Erlebnisse bis zu den Theaterferien ermöglicht werden können. Außerdem werde dann der Spielplan für die kommende Saison 2020/21 angepasst.

Da das Theater Kiel in der Zeit von Mitte März bis zum Ende der Spielzeit Ticketeinnahmen in Millionenhöhe verliere, unternehme die Bühne alles, um die Corona-Krise auch wirtschaftlich zu bewältigen. 

"Denn das Theater Kiel ist nicht nur der kulturelle Grundversorger für alle Menschen der Landeshauptstadt und der Umgebung, sondern darüber hinaus auch ein wichtiger Arbeitgeber, besonders für viele Künstlerinnen und Künstler aus der freien Szene", erklärte das Theater.

Update, 24. April, 12.03 Uhr: Hamburgs Schulen sollen behutsam öffnen

Hamburg – Schulsenator Ties Rabe (SPD) will Hamburgs Schulen behutsam wieder öffnen. 

"Meine Sorge ist schon, dass wir viele Schülerinnen und Schüler zuhause überfordern", sagte Rabe am Freitag dem Sender NDR 90,3. "Und dass wir auch nicht verlangen können von Eltern, dass sie jetzt alle plötzlich zum Chemielehrer oder zur Französischlehrerin geworden sind, die das alles begleiten können." 

Er sei schon angetan davon, wie engagiert sich Hamburgs Eltern dieser Aufgabe stellen und wie Lehrer und Schüler offen mit den neuen Techniken umgehen. "Aber machen wir uns nichts vor: Das alles zusammen ist zwar ein großer Schritt, aber es wird das Lernen in einem Klassenverbund nicht ersetzen."

Daher müsse man jetzt die Daumen drücken, dass die Krankheit nicht weiter eskaliert, "sondern wir die Chance haben, Schritt für Schritt auch andere Klassenstufen wieder in die Schule zu lassen".

Update, 24. April, 11.07 Uhr: Stark gestiegene Kreditnachfrage bei Sparkassen

Schwerin – Die Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen in der Corona-Krise eine deutlich stärkere Kreditnachfrage. 

In den ersten drei Monaten dieses Jahren vergaben die neun Sparkassen im Nordosten für Unternehmen und Selbstständige neue Kredite in Höhe von rund 172 Millionen Euro, wie der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) am Freitag in Berlin mitteilte. 

Das seien 9,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Allein im März wurden demnach Kredite in Höhe von 76 Millionen Euro zugesagt - ein Plus von 18,2 Prozent im Vergleich zu vor einem Jahr.

Auch bei Privatpersonen stieg der Kreditbedarf. Im ersten Quartal nahm das Volumen der zugesagten neuen Kredite um 16,5 Prozent auf 229 Millionen Euro zu. Im März habe der Wert bei 82 Millionen Euro gelegen und damit 18,1 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Auch in den anderen Ost-Ländern stiegen die Kreditvergaben stark an, wie es hieß. Im ersten Quartal vergaben die 45 Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt zusammen neue Kredite in Höhe von 1,6 Milliarden Euro an Unternehmen und Selbstständige - 24,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Die Zahlen beweisen, dass wir auch in der momentanen Krise an der Seite unserer Kunden stehen", betonte der Präsident des OSV, Michael Ermrich. Aufgrund der Corona-Krise beobachteten die Sparkassen insbesondere eine hohe Nachfrage nach KfW-Förderprogrammen.

Für Privatpersonen genehmigten die Sparkassen im Osten in den ersten drei Monaten neue Kredite in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. 

Das waren 23,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im März bewilligten sie den Angaben zufolge 528 Millionen Euro und damit 19,2 mehr als im März 2019.

Update, 24. April, 10.41 Uhr: 2557 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 88 Tote

Kiel – Die Zahl der in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Virus ist auf 2557 gestiegen. 

Wie die Landesregierung am Freitag mitteilte, waren dies bis Donnerstagabend 27 Fälle mehr als nach der Meldung des Vortags. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 4 auf 88. Zwei Tote meldete der Kreis Herzogtum Lauenburg, jeweils einen die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Stormarn.

103 Menschen sind derzeit in klinischer Behandlung und damit 4 weniger als nach der Vortagsmeldung. 

Rund 1900 Corona-Infizierte sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts mittlerweile genesen, wie die Landesregierung mitteilte.

Update, 24. April, 10.39 Uhr: Kostenloses Essen für Kita-Kinder

Hamburg – In Hamburg muss künftig auch in der Corona-Zeit kein Kita-Kind mehr auf warmes Mittagessen verzichten. 

Viele Mädchen und Jungen würden wegen des eingestellten Regelbetriebes der Kindertagesstätten derzeit kein warmes Mittagessen mehr bekommen, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. 

"Auch in der Corona-Krise müssen wir alle Kinder im Blick behalten. Neben einer vernünftigen Notbetreuung sorgen wir nun dafür, dass Kinder, die das benötigen, in ihrer Kita ein Mittagessen bekommen - so wie sie es üblicherweise während der beitragsfreien fünfstündigen Betreuung auch bekommen würden", so die Politikerin.

Schon jetzt würden viele Kitas in Hamburg diesen Service anbieten, vom 15. Mai an soll diese Dienstleistung flächendeckend in allen Kitas möglich sein. Die Eltern können die Mahlzeit dann direkt in ihrer Kita abholen, wenn sie ihren Bedarf vorher in den Einrichtungen angemeldet haben.

Von dem Angebot könnten bis zu 90.000 Kinder profitieren, die in Hamburgs Krippen, Kindergärten und Tagespflegestellen betreut werden. Für das Essen muss nicht zusätzlich bezahlt werden. 

Zudem müssen Eltern bis zunächst 6. Mai weiterhin keine Gebühren für die Betreuung über die fünf kostenfreien Stunden hinaus zahlen.

Update, 24. April, 7.10 Uhr: Klinik kümmert sich um geheilte Covid-19-Patienten

In der Median Klinik findet eine Atemgymnastik statt.
In der Median Klinik findet eine Atemgymnastik statt.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Heiligendamm – Wer eine schwere Lungenentzündung nach einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus und die anschließende Zeit auf einer Intensivstation überstanden hat, ist noch lange nicht gesund. 

Die Möglichkeit zur Nachtherapie bietet sich für meist sehr geschwächten Patienten unter anderem in der Median Klinik in Heiligendamm. Sie ist auf die Rehabilitationstherapie von Lungenkranken und nun auf die Nachbehandlung von Covid-19-Patienten spezialisiert. Derzeit sind sechs Patienten im Alter von 40 bis 60 Jahren aus ganz Deutschland in der Klinik direkt am Ostseestrand.

Der Fokus der mindestens dreiwöchigen Behandlung liegt den Angaben zufolge auf der Verbesserung der Atemnot, der Atemmuskelkraft und der Belastbarkeit der Lunge. Das werde durch Atemgymnastik, Atemmuskeltraining und Physiotherapie erreicht. 

Ein wesentlicher Teil der Therapie seien die psychologischen Aspekte, um den Menschen aus ihren Tal herauszuhelfen, durch das sie gegangen sind.

Update, 24. April, 7.08 Uhr: Gastronomie unzufrieden mit langsamem Hochfahren des Tourismus

Rostock – In der Corona-Krise hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns einige Lockerungen angekündigt - jedoch nicht für Gastronomie und Hotellerie. 

Die Branche fordert ein baldiges Ende der Zwangsschließung gastronomischer Einrichtungen und eine Gleichbehandlung mit dem Einzelhandel. Die Geschäfte dürfen unter strengen Hygieneauflagen und Zugangsbeschränkungen seit Montag wieder öffnen. Viele Gastwirte verstehen nicht, warum sie von den Lockerungen ausgenommen sind, wo doch regelmäßiges Desinfizieren und die Einhaltung von Sicherheitsabständen auch in Gaststätten, zumal im Freien, gut machbar seien.

Während die AfD im Land glaubt, das Festhalten an der Schließung gastronomischer Einrichtungen werde viele Gastronomen in die Pleite treiben, mahnt die SPD-Landtagsfraktion, nicht auf Kosten der Gesundheit von Gästen und Einheimischen dieselben Fehler wie andernorts in Europa zu machen. 

Konkrete Schritte für Gastronomie und Hotellerie sollten daher erst nach einem erneuten Bewerten der Situation am 5. Mai diskutiert werden. Dann sei schon abzusehen, welche Auswirkungen etwa die Lockerungen in der Kinderbetreuung und im Schulbetrieb auf das Infektionsgeschehen haben.

Ein am Donnerstag veröffentlichter Fahrplan von Landesregierung und Tourismuswirtschaft für den Tourismus sieht fünf Phasen vor: Die erste Lockerung ist die Rückkehr auswärtiger Besitzer von Ferienwohnungen und von einheimischen Dauercampern vom 1. Mai an. Schritt zwei soll eine vorsichtige Wiedereröffnung der Gastronomie sein, Schritt drei Übernachtungen für Urlauber aus MV. 

In einem vierten Schritt sollen Gäste aus anderen Bundesländern im Nordosten übernachten dürfen. Der Tagestourismus und der internationale Tourismus sollen zuletzt zugelassen werden.

Angesichts des langsamen Anlaufens kritisiert die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) die geplante Anhebung des Kurzarbeitergeldes erst ab dem vierten Bezugsmonat. Sie fordert Soforthilfen für die Tourismusbranche und die rund 50.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus am Donnerstag um zwei auf 659 (Stand 16 Uhr) gestiegen. Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zufolge starben im Nordosten bislang 16 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Schätzungsweise 519 der positiv Getesteten sind genesen.

Update, 24 April, 6.59 Uhr: Senator Steffen will die Justiz langsam wieder hochfahren

Till Steffen (Bündnis 90/Die Grünen), Justizsenator von Hamburg, und Angela Biermann, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Glasmoor, sprechen bei einem Presse-Rundgang im Neubau Haus 3 der JVA.
Till Steffen (Bündnis 90/Die Grünen), Justizsenator von Hamburg, und Angela Biermann, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Glasmoor, sprechen bei einem Presse-Rundgang im Neubau Haus 3 der JVA.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Hamburgs Justiz soll nach wochenlangem Minimalbetrieb wegen der Corona-Krise im Mai wieder hochgefahren werden. 

Wie das gehen soll, will Justizsenator Till Steffen (Grüne) am Freitag in einer Telefonkonferenz (13 Uhr) erläutern. Grundsätzlich sollen schrittweise und unter Einhaltung sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen zum Infektionsschutz bei Gericht wieder mehr Verhandlungen stattfinden. Dabei werde verstärkt auch auf neue digitale Formate wie die Verhandlung per Videokonferenz gesetzt.

Am Donnerstag hatten SPD und Grüne zwei Monate nach der Bürgerschaftswahl am Donnerstag ihre Koalitionsverhandlungen aufgenommen. Die erste Gesprächsrunde habe ganz im Zeichen der durch die Corona-Krise veränderten finanziellen Möglichkeiten gestanden, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Die Finanzierung der Corona-Hilfen machten "erhebliche Millionen bis Milliardensummen" aus. Zudem werde es höhere Belastungen in den Sozialsystemen geben. Und mit der Steuerschätzung im Mai würden erhebliche Mindereinnahmen deutlich werden.

Unabhängig von den Koalitionsverhandlungen hatte Sozialsenatorin - und Hamburgs SPD-Chefin - Melanie Leonhard zuvor auf die vielfältigen Hilfsangebote für belastete Familien verwiesen. Sie nannte unter anderem das Sozialschutzpaket. Auch helfe ein Notfall-Kinderzuschlag mit bis zu 185 Euro monatlich pro Kind zusätzlich zum Kindergeld, wenn kleine Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reichen. Weitere Leistungen könnten Familien aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beziehen, bei Verdienstausfällen wegen Kinderbetreuung während der Pandemie unter Umständen auch nach dem Infektionsschutzgesetz.

Zudem betonten Sozialbehörde, dass die Stadt die Kindertagesstätten während der Notbetreuung in der Corona-Krise weiterhin vollständig finanziere. So werde eine lückenlose Notbetreuung gewährleistet, und die Einrichtungen würden keinen finanziellen Schaden nehmen. Es sei geregelt, dass für den Zeitraum der Notbetreuung die Elternbeiträge von der Stadt erstattet werden. Die Notbetreuung ist nach derzeitigem Stand bis zum 6. Mai angesetzt.

Ob große Geschäfte in der Corona-Krise vielleicht doch noch öffnen dürfen, entscheidet sich kommenden Donnerstag. Dann will das Hamburgische Oberverwaltungsgericht über das Öffnungsverbot für Läden mit mehr als 800 Quadratmetern endgültig urteilen. In einer Zwischenverfügung hatte das Gericht jedoch die von einem Sportgeschäft verlangte Erlaubnis bereits verweigert.

Die Zahl der positiv auf das neue Sars-Cov-2-Virus getesteten Hamburgerinnen und Hamburger stieg derweil seit Mittwoch um 62 auf 4511. Bei 105 in Hamburg Gestorbenen stellte das Institut für Rechtsmedizin bisher Covid-19 als Todesursache fest, wie die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mitteilte. Das waren 10 Tote mehr als am Vortag. 

Insgesamt befänden sich derzeit 205 Hamburger wegen Covid-19 in stationärer Behandlung, davon 62 auf Intensivstationen. Das waren sieben beziehungsweise fünf weniger als am Mittwoch.

Update, 24. April, 6.47 Uhr: Schleswig-Holstein will Nutzung von Zweitwohnungen wieder erlauben

Blick auf die Balkone von Ferienwohnungen.
Blick auf die Balkone von Ferienwohnungen.  © Carsten Rehder/dpa

Kiel – Schleswig-Holstein will sich in einem ersten Schritt für den komplett auf Null gefahrenen Tourismus vom 4. Mai an wieder behutsam öffnen. 

Zweitwohnungen sollen dann auf den Inseln, Halligen und dem Festland von ihren Besitzern selbst genutzt werden dürfen - unter Auflagen und Beschränkungen. 

Entscheidend sei aber, ob das Infektionsgeschehen diese Lockerung überhaupt zulasse, teilte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag nach einer Telefonkonferenz der Landesregierung mit Landräten und Oberbürgermeistern mit.

Mitte nächster Woche soll das Infektionsgeschehen bewertet werden. Die Zahl der in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Virus ist nach Angaben vom Donnerstag auf 2530 gestiegen. Vor einer Woche waren es 2294 gewesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg in der Woche von 55 auf 84. Im Krankenhaus wurden vor einer Woche noch 137 Covid-19-Patienten behandelt, zuletzt nur noch 107.

Ein Regierungssprecher erläuterte, Zweitwohnungsbesitzer dürften - wenn es zur angestrebten Lockerung kommt - ihren im selben Hausstand lebenden Partner und Kinder mitnehmen, nicht aber Freunde.

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, sind Touristen in Schleswig-Holstein seit Mitte März unerwünscht. Dies gilt auch für Zweitwohnungsbesitzer. Allein in Nordfriesland - unter anderem mit der Insel Sylt und St. Peter Ording - gibt es 14.000 Zweitwohnungen. Insbesondere viele Hamburger Zweitwohnungsbesitzer hatte das Nutzungsverbot verärgert.

Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen, Andreas Tietze, erklärte: "Wir begrüßen die Initiative von Ministerpräsident Daniel Günther, die Eigennutzung von Zweitwohnungen wieder zuzulassen." Wichtig sei, wie das geschehe, denn eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus müsse strikt vermieden werden. "Das könnte über eine konsequente Meldepflicht geschehen, damit eventuell auftretende Infektionsketten schnellstmöglich unterbrochen werden können."

Für Menschen mit einer Hauptwohnung auf einer Insel oder Hallig soll es auch eine Lockerung geben. So sollen deren Ehegatten, Geschiedene, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Geschwister und in gerader Linie Verwandte Inseln und Halligen wieder betreten dürfen.

Update, 24. April, 6.25 Uhr: Fridays for Future-Demonstration trotz Corona

Schwerin – Trotz Corona-Krise wollen Klima-Aktivisten in Schwerin am weltweiten Klimastreiktag der Bewegung Fridays for Future an diesem Freitag (16 Uhr) demonstrieren. 

Bis zu 50 Demonstranten wollen sich am Ufer des Pfaffenteichs im Stadtzentrum von Schwerin unter Einhaltung der Mindestabstände zu einem stillen Protest treffen, wie das Klimabündnis der Landeshauptstadt mitteilte. 

Mehr Menschen dürfen sich bei einer Demonstration derzeit nicht unter freiem Himmel versammeln, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. In Rostock soll auf einer zentralen Grünfläche in der Stadt ein Wald aus Plakaten mit Forderungen aufgebaut werden. 

Ansonsten soll der Fridays for Future-Klimastreik im Internet stattfinden.

Demonstranten halten einen Luftballon mit Globusaufdruck hoch, der mit einem Pflaster und unglücklichen Gesichtszügen beklebt ist.
Demonstranten halten einen Luftballon mit Globusaufdruck hoch, der mit einem Pflaster und unglücklichen Gesichtszügen beklebt ist.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 24. April, 6.15 Uhr: Online-Aktionen im Norden beim globalen Klimastreik

Kiel – Online-Aktionen statt Protest auf der Straße: Wegen der Corona-Pandemie rufen Klimaschützer in Schleswig-Holstein beim fünften globalen Klimastreik am Freitag zu alternativen Protestformen auf. 

Auf der Website www.fridaysforfuture.de/netzstreikfuersklima könnten sich alle Streikenden mit Foto und Standort eintragen, teilten die Veranstalter mit. Auf dem Fridays for Future Deutschland Youtube-Kanal geht den Angaben zufolge am Freitag ein Video der Kieler Ortsgruppe zum Thema Kreuzfahrtschiffe und deren Klimabelastung online. 

Zudem sollen vor dem Kieler Rathaus Plakate aufgestellt werden. Auch der Landesverband Schleswig-Holstein des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland protestiert online. Er fordert für das nördlichste Bundesland die Klimaneutralität bis spätestens 2040.

Update, 23. April, 21.58 Uhr: Wirtschaftsminister suchen nach Exit-Strategie

Bremen - Die Bundesländer haben noch keine gemeinsame Exit-Strategie für die massiv unter Druck geratene Wirtschaft aus der Corona-Krise. Bei einer Sonderkonferenz der Wirtschaftsminister von Bund und Ländern verständigten sich die Ressortchefs aber am Donnerstagabend auf ein abgestimmtes Vorgehen in dieser Frage, wie Kai Stührenberg, Sprecher der Bremer Wirtschaftssenatorin und Konferenzvorsitzenden Kristina Vogt (Linke), nach der Schaltkonferenz der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Zunächst sollten die unterschiedlichen Konzepte der Länder über mögliche Lockerungen in einer Übersicht zusammengefasst werden, die dann als Entscheidungsgrundlage dienen solle. "Wir werden relativ schnell zu einer Einschätzung kommen", sagte Stührenberg. Vogt setzte sich in der Konferenz für weitere Hilfen für Solo-Selbstständige ein, auf deren "dramatische Lage" sie vor dem Gespräch hingewiesen hatte.

Zahlreiche Solo-Selbstständige litten unter erheblichen Umsatzeinbrüchen bis hin zum Totalausfall, könnten aber fast keine betrieblichen Sach- und Finanzaufwendungen geltend machen. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte für ein "Optionsmodell" geworben, bei dem Solo-Selbstständige wählen können, ob sie zur Sicherung ihrer Lebenshaltungskosten das Soforthilfeprogramm oder die Grundsicherung nutzen. 

Dies wolle Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) besprechen, hieß es am Donnerstag.

Update, 23. April, 21.07 Uhr: Marine muss große Übung auf der Ostsee absagen

Rostock - Auch die Bundeswehr ist vom Coronavirus betroffen. 

Das geplante Groß-Manöver der Marine "Northern Coasts" im Herbst wurde abgesagt

Update, 23. April, 19.41 Uhr: Neue Zahlen aus Bremen

Bremen - Im Bundesland Bremen wurden 35 neue Infektionen registriert, die Gesamtzahl stieg auf 708 (Stand 14 Uhr). Wie am Vortag ging der hohe Anstieg auf Reihenteste in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge zurück, wie das Gesundheitsressort mitteilte. 

Die Zahl der Corona-Toten in Bremen blieb bei 28. Stationär versorgt wurden 52 Menschen, davon 8 auf Intensivstationen. Sieben Patienten werden beatmet. 

Die Zahl der Genesenen stieg auf 362, was gut die Hälfte aller Fälle ausmacht.

Update, 23. April, 19.29 Uhr: Mundschutz auch beim Arzt Pflicht?

Schwerin - Die Landesregierung erwägt, die vom 27. April an geltende Mundschutzpflicht in Mecklenburg-Vorpommern auf Arztbesuche auszudehnen. Wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in Schwerin sagte, gibt es dazu vermehrt Anfragen aus der Ärzteschaft des Landes. 

Deshalb habe sein Ministerium Kontakt zu Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung aufgenommen. Es zeichne sich ab, dass Ärzte es befürworteten, wenn Patienten bei Eintritt in die Praxis einen Mundschutz trügen.

Mecklenburg-Vorpommern hatte in der Vorwoche als zweites Bundesland nach Sachsen eine Maskenpflicht beschlossen. Sie galt zunächst für die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs, wurde später aber auf das Einkaufen erweitert. 

Wann eine Entscheidung fällt, ob auch Arztbesuche unter die Mundschutzpflicht fallen, ließ Glawe zunächst offen.

Update, 23. April, 18 Uhr: Theater Lübeck sagt Spielbetrieb ab

Lübeck - Im Theater Lübeck wird es bis zum Ende der Spielzeit am 28. Juni keinen regulären Vorstellungsbetrieb mehr geben. Das Theater gehe aber davon aus, dass die Landesregierung am 30. April einen Stufenplan für Kulturveranstaltungen vorstellen werde, der das Musizieren und Theaterspielen auf der Bühne nicht mehr grundsätzlich verbiete, sagte der Geschäftsführende Theaterdirektor Christian Schwandt, am Donnerstag. 

Das Theater werde intern prüfen, wie ein solcher Stufenplan umgesetzt werden könne, sagte er.

Durch die bereits mehr als fünf Wochen dauernde Schließung des Hauses wird das Theater nach Angaben Schwandts bis zum Ende der Spielzeit Einnahmen in Millionenhöhe verlieren. 

Da das Theater trotzdem seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen müsse, werde er einen Antrag auf Hilfe des Landes Schleswig-Holstein stellen, sagte Schwandt.

Update, 23. April, 17.14 Uhr: Nur zwei neue Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Mecklenburg-Vorpommern um zwei auf 659 (Stand Donnerstag, 16 Uhr) gestiegen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte, sind im Nordosten bislang 16 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. 

Zuletzt starb ein 68-jähriger Mann mit chronischen Vorerkrankungen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die meisten Infektionen melden die Landkreise Vorpommern-Greifswald mit 124 und Mecklenburgische Seenplatte mit 108 Fällen.

Landesweit müssen oder mussten 92 Menschen in Kliniken behandelt werden, 17 von ihnen auf einer Intensivstation. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sind 519 der positiv getesteten Menschen - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - in Mecklenburg-Vorpommern von einer Covid-19-Erkrankung genesen. 

Landesweit wurden den Angaben zufolge bislang rund 28.600 Corona-Tests analysiert.

Update, 23. April, 16.25 Uhr: Zweitwohnungen in Schleswig-Holstein bald wieder nutzbar

Kiel - Zweitwohnungen in Schleswig-Holstein sollen vom 4. Mai an wieder von ihren Besitzern genutzt werden dürfen. 

Das teilte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag nach einer Telefonkonferenz der Landesregierung mit Landräten und Oberbürgermeistern mit.

Update, 23. April, 16.12 Uhr: Aufatmen für Besitzer von Ferienwohnungen

Schwerin - Besitzer von Ferienwohnungen dürfen vom 1. Mai an wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Zudem können heimische Dauercamper auf die Campingplätze zurückkehren. 

Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag nach einer Telefonkonferenz von Branchenvertretern und der Landesregierung bekannt.

Update, 23. April, 16.05 Uhr: Hamburg Harley Days 2020 abgesagt

Normalerweise kommen hunderttausende Besucher zu den Hamburger Harley Days. (Archivbild)
Normalerweise kommen hunderttausende Besucher zu den Hamburger Harley Days. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg - Nach dem gescheiterten Versuch einer Verschiebung sind die Hamburger Harley Days wegen der Corona-Krise nun für dieses Jahr abgesagt worden. Das traditionelle Motorradtreffen wird voraussichtlich erst 2021 wieder in der Hansestadt über die Bühne gehen. 

"Es ist de facto für 2020 abgesagt", sagte Veranstalter Uwe Bergmann der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Hamburg.

Lediglich für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein zeitgleich geplantes Harley-Davidson-Event in Österreich abgesagt werden sollte, gebe es "eine minimale Chance" darauf, dass es die Hamburger Harley Days doch vom 10. bis 12. September stattfinden könnten. "Aber wir gehen im Moment nicht davon aus", sagte Bergmann.

Ursprünglich war das dreitägige Festival auf dem Hamburger Großmarkt, das zuletzt etwa 400.000 Menschen besucht hatten, für den 26. bis zum 28. Juni geplant. 

Die Veranstaltung gilt als eines der größten Motorradtreffen Europas. 

Update, 23. April, 15.42 Uhr: Arbeitsagentur mahnt Firmen weiter auszubilden

Hamburg - Die Hamburger Arbeitsagentur hat an Firmen und Handwerksbetriebe appelliert, auch in der Corona-Krise an der Ausbildung festzuhalten und in diesem Jahr neue Azubis einzustellen. Gleichzeitig forderte Agenturchef Sönke Fock die Schulabsolventen am Donnerstag auf, sich von ihrem Berufswunsch nicht abbringen zu lassen. 

Viele Betriebe informierten über soziale Medien über ihre Ausbildungsangebote und berieten auch online. "Daher besteht kein Grund zur Verunsicherung, zumal fast alle Wirtschaftsbereiche weiterhin Nachwuchs brauchen und suchen: Handwerk, Logistik, IT, Gesundheitswesen, der öffentliche Dienst oder Industrie."

Der Agenturchef hofft, dass trotz Wirtschaftskrise die hohe Ausbildungsbereitschaft Hamburger Unternehmen bestehen bleibe. "Ob sich coronabedingt das Gesamtangebot freier Lehrstellen zum Herbst verringert, bleibt abzuwarten." Es gebe derzeit mehr als 5000 freie Ausbildungsplätze. 2019 wurden laut Agentur mehr als 14.000 Ausbildungsverträge unterschrieben. 

Über alle drei Jahrgänge werden derzeit rund 41.000 Nachwuchskräfte qualifiziert. Die "Fachkräfte von Morgen" würden benötigt, weil sie ausscheidende Spezialisten ersetzen müssen. 

173.000 Beschäftigte in Hamburger Unternehmen seien zwischen 55 und 65 Jahre alt, teilte die Agentur mit.

Update, 23. April, 15.37 Uhr: Keine Elternbeiträge für Kita-Notbetreuung

Hamburg - Die Stadt Hamburg wird die Kindertagesstätten während der Notbetreuung in der Corona-Krise auch weiterhin vollständig finanzieren. Diese Vereinbarung trafen Sozialbehörde und Kitaverbände laut Mitteilung vom Donnerstag. 

So werde eine lückenlose Notbetreuung gewährleistet, und die Einrichtungen würden keinen finanziellen Schaden nehmen, teilte die Behörde mit. Es sei geregelt, dass für den Zeitraum der Notbetreuung die Elternbeiträge von der Stadt erstattet werden. Die Notbetreuung ist nach derzeitigem Stand bis zum 6. Mai angesetzt. 

"Die Covid-19-Pandemie und ihre Auswirkungen stellen die Stadt und die sozialen Einrichtungen vor viele Herausforderungen, die nur solidarisch bewältigt werden können. Dies gilt auch und gerade für die Kindertagesbetreuung", hieß es.

Update, 23. April, 15.32 Uhr: Keine Maskenpflicht an Niedersachsens Schulen

Hannover - Die Landesregierung gibt Niedersachsens Schulen keine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer vor. In den Pausen könne zwar ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, dieser müsse aber selbst mitgebracht werden und werde nicht von der Schule gestellt, heißt es in einem Hygieneplan des Kultusministeriums vom Donnerstag. Das zehnseitige Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll schuleigene Hygienepläne ergänzen.

Im Unterricht ist das Tragen von Masken demnach nicht erforderlich, da der Sicherheitsabstand gewährleistet sei. Sicherstellen soll das unter anderem die Vorgabe, dass maximal 16 Schüler gleichzeitig in einen Klassenraum dürfen. Händedesinfektion ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Der Sportunterricht fällt weiter aus, da es derzeit keine Regelungen gebe, die den Infektionsschutz gewährleisteten.

"Mit dem Rahmenhygieneplan geben wir den Schulleitungen ein praxistaugliches Werkzeug beim schrittweisen Wiederhochfahren an die Hand", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Er ist die Grundlage für das Durchführen von Prüfungen und Unterricht unter Corona-Bedingungen." 

Priorität habe es, die Gesundheit zu schützen, Infektionen zu verhindern und die Hygiene zu gewährleisten. Den Schulträgern sei die notwendige Unterstützung dabei zugesagt, sagte der Minister.

Update, 23. April, 15.22 Uhr: Keine Sonntagsöffnung im Nordosten

Schwerin/Kiel - Anders als das Nachbarland Schleswig-Holstein will Mecklenburg-Vorpommern dem Einzelhandel in der Corona-Krise keine zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntage gewähren. Eine Lockerung der Ladenschlussregelungen sei bislang nicht vorgesehen, sagte am Donnerstag in Schwerin ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. 

In den zurückliegenden Wochen war Geschäften und Supermärkten erlaubt worden, Lebensmittel auch an Sonntagen zu verkaufen. Diese Ausnahmeregelung wurde aber mit der seit Montag wirksamen allgemeinen Ladenöffnung wieder zurückgenommen.

In Schleswig-Holstein dürfen nach der wochenlangen Schließung wegen der Corona-Pandemie viele Geschäfte am 26. April und am 3. Mai in der Zeit von 11 bis 17 Uhr ausnahmsweise öffnen. Das sei ein Beitrag zur Entzerrung der Kundenströme, kein Aufruf zum Shopping, betonte am Donnerstag der Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Unterschiedliche Regelungen zur Sonntagsöffnung und unterschiedliche Feiertage führten in der Vergangenheit häufig zu verstärkter Reisetätigkeit in Grenzregionen, wie etwa im Raum Lübeck. 

Von der aktuellen Sonntagsöffnung in Schleswig-Holstein profitieren den Angaben zufolge Bau- und Gartenmärkte, nicht aber Bekleidungs- und Elektronikgeschäfte.

Update, 23. April, 15.15 Uhr: Rekord-Hilfe für MV Werften

Schwerin - Die in der Corona-Krise in schweres Fahrwasser geratenen MV-Werften können auf 600 Millionen Euro Staatshilfen bis Jahresende hoffen. Diese Summe nannte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses des Landtags. 

Offen ist demnach noch, ob die Unterstützung als Kredit, Bürgerschaft oder in anderer Form gewährt wird. "Wir verhandeln mit dem Gesellschafter, Bund und Banken weiter. Mit einem Ergebnis rechnen wir in den kommenden Wochen", sagte Glawe nach der Ausschusssitzung. 

Die Zulieferer sollen wegen unbezahlter Lieferungen an die MV-Werften mit bis zu 50 Millionen Euro unterstützt werden. Diese Hilfen müssen später zurückgezahlt werden.

Update, 23. April, 14.48 Uhr: Narkosemittel Propofol stark nachgefragt

Kiel/Lübeck - Die Corona-Pandemie führt zu einer verstärkten Nachfrage nach dem Narkosemittel Propofol. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) habe aber Vorräte des Mittels für mindestens einen Monat, sagte der Sprecher des UKSH, Oliver Grieve, am Donnerstag in Kiel. 

Die Ware sei kontingentiert, aber grundsätzlich ausreichend, sagte er. "Wir bestellen das Mittel auch regelmäßig nach", sagte er. Propofol wird unter anderem zur Sedierung von Patienten während der künstlichen Beatmung verwendet. Zuvor hatten die Lübecker Nachrichten berichtet. Das UKSH hat Standorte in Kiel und Lübeck.

"Die Corona-Pandemie führt weltweit zu einem gestiegenen Bedarf an Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Behandlung und damit auch zu einer Verknappung dieser Arzneimittel", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. 

Bund und Länder überwachten die Qualität der Arzneimittelversorgung kontinuierlich und stimmen sich über notwendige Steuerungsmaßnahmen ab. "Zudem sind die Krankenhäuser bestrebt, die Versorgungsqualität durch eine risikoorientierte Priorisierung dieser Arzneimittel zu optimieren und können sich in Notfällen untereinander aushelfen", sagte der Sprecher.

Kliniksprecher Grieve sagte zudem, es sei auch geplant, Propofol in den Krankenhaus-Apotheken selbst herzustellen. "Außerdem stehen mehrere alternative Narkosemittel zur Verfügung."

Update, 23. April, 14.28 Uhr: 9599 bestätigte Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen - 363 Tote

Hannover/Bremen - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen ist auf 9599 gestiegen. Das sind 162 mehr als am Tag zuvor, wie das Gesundheitsministerium in Hannover am Donnerstag mit Stand 13 Uhr mitteilte. Im Lauf eines Tages starben 20 infizierte Patienten, so dass die Gesamtzahl auf 363 Todesfälle stieg (Stand 10 Uhr). 

Ein Schwerpunkt der tödlichen Krankheitsverläufe lag in und um Osnabrück. In der Stadt starben vier weitere Menschen, im Landkreis neun weitere Menschen. Geschätzt 6371 Menschen - etwa zwei Drittel - gelten inzwischen als genesen.

In niedersächsischen Kliniken wurden 891 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt. 681 Erwachsene lagen auf Normalstationen, 206 von ihnen benötigten intensivmedizinische Behandlung. 135 Erwachsene mussten beatmet werden. Vier Kinder befanden sich in normaler stationärer Behandlung.

Update, 23. April, 14.11 Uhr: Sozialsenatorin weist auf Hilfen für coronabelastete Familien hin

Hamburg - Angesichts starker Belastungen der Familien in der Corona-Krise hat Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard auf vielfältige Hilfsangebote der Stadt hingewiesen. Viele Familien seien von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie betroffen, erklärte die SPD-Politikerin am Donnerstag. Neben Fragen der Existenzsicherung infolge von Einkommensverlusten stünden dabei die Themen Erziehung, Hilfe bei Konflikten sowie die Kinderbetreuung im Mittelpunkt. Hier könne die Stadt Unterstützung leisten.

"Hamburg verfügt über ein breit aufgestelltes System der Familienförderung, das sich in kürzester Zeit den aktuellen Bedingungen angepasst hat und allen Familien offen steht", sagte Leonhard und verwies auf das Sozialschutzpaket, das Familien verschiedene Leistungen anbiete. Auch helfe ein Notfall-Kinderzuschlag mit bis zu 185 Euro monatlich pro Kind zusätzlich zum Kindergeld, wenn kleine Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reichen.

Weitere Leistungen könnten Familien aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beziehen, bei Verdienstausfällen wegen Kinderbetreuung während der Pandemie unter Umständen auch nach dem Infektionsschutzgesetz. Bei Fragen der Erziehung und Problemen in der Familie stünden beispielsweise Elternschulen, Erziehungsberatungsstellen und Familienteams zur Verfügung.

Update, 23. April, 13.57 Uhr: Linke fordert mehr Platz auf Hamburgs Straßen für Fußgänger

Hamburg - Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert während der Corona-Pandemie mehr Platz auf Hamburgs Straßen für Radfahrer, Fußgänger oder spielende Kinder. Um mindestens 1,50 Meter Abstand halten zu können, seien die Gehwege oft zu schmal, teilte die Fraktion am Donnerstag mit. 

Die vermehrte Nutzung von Fahrrädern statt Bussen und Bahnen führe zu überfüllten Radwegen. Deshalb will die Linke mit einem Antrag zur nächsten Bürgerschaftssitzung erreichen, zumindest während der Dauer der Corona-Beschränkungen mehr Platz auf Hamburgs Straßen zu schaffen. Vorbild seien Städte wie Berlin, Wien oder Brüssel. 

"Der Senat muss seinen Kopf und die Straßen für neue Ideen öffnen. Bewegung und Gesundheitsschutz sind vielfältig und auf allen Wegen nötig", sagte die Abgeordnete Heike Sudmann.

Update, 23. April, 13.41 Uhr: 120 Corona-Infektionen in Bremer Erstaufnahmeeinrichtung

Die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge im Lande Bremen (ZASt) im Stadtteil Vegesack.
Die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge im Lande Bremen (ZASt) im Stadtteil Vegesack.  © Sina Schuldt/dpa

Bremen - In der unter Quarantäne stehenden Erstaufnahmeeinrichtung in Bremen-Vegesack sind 120 der insgesamt 374 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Bei 69 stehe das Ergebnis noch aus, teilte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Donnerstag mit. Allen positiv Getesteten gehe es gut. Keiner liege krank im Bett oder sei im Krankenhaus. "Es gibt Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, die aber nichts spüren."

In der Einrichtung in der Lindenstraße ist die Erstaufnahme aufgrund der Corona-Infektionen gestoppt. Neuankömmlinge werden in einer Außenstelle in Bremen Obervieland untergebracht. Stahmann zeigte Verständnis für Kritik an den Bedingungen in der Lindenstraße, mahnte aber zur Sachlichkeit. 

Das vierstöckige Gebäude in Vegesack sei 2016 umgebaut worden und baulich in gutem Zustand. Der Begriff "Lager" sei nicht passend. Die Einrichtung lasse sich keineswegs vergleichen mit den "slumartige Verhältnissen" in Lagern in Griechenland, der Türkei oder anderen Ländern, wo Zehntausende Menschen zusammengepfercht leben müssten, obwohl nur Platz für 3000 sei.

In dem für 750 Menschen ausgelegten Gebäude in Vegesack soll das W-LAN-Netz verstärkt, die Lüftungsanlage in eine Klimaanlage umgewandelt und bis Ende nächste Woche ein Konzept für ein neutrales Beschwerdesystem erarbeitet werden. In Bremen werden alle Bewohner von Erstaufnahmeeinrichtungen getestet, auch wenn sie keine Symptome aufweisen. 

Das sollte aus Sicht Stahmanns bundesweit Schule machen und unter anderen für Menschen in Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften und Krankenhäusern gelten. Das sei wichtig, da den Betroffenen nicht bewusst sei, dass sie infiziert seien und andere anstecken könnten.

Update, 23. April, 13.39 Uhr: CDU: Koalitionsvertrag muss sich auf Corona-Folgen konzentrieren

Hamburg - Die Hamburger CDU hat SPD und Grüne aufgefordert, die Folgen der Corona-Krise ins Zentrum ihrer Koalitionsverhandlungen zu stellen. "Es ist jetzt nicht die Zeit für grüne 'Nice-to-have-Maßnahmen', für die in den kommenden Jahren tatsächlich auch kaum finanzielle Spielräume da sind", sagte Fraktionschef Dennis Thering am Donnerstag. Die Corona-Krise mit all ihren Folgen müsse das entscheidende Kapitel in den Koalitionsverhandlungen sein.

"Die Hamburgerinnen und Hamburger wollen in absehbarer Zeit Klarheit haben, wo die Reise hingehen soll", sagte Thering. "Es geht jetzt eben nicht um die Wohlfühlthemen einer unbeschwerten Zeit, sondern um die harten Themen wie Wirtschaft wiederbeleben, Arbeitsplätze sichern, Wohlstand erhalten und die Gesundheit der Hamburger schützen."

Zwei Monate nach der Bürgerschaftswahl hatten SPD und Grüne am Donnerstag ihre zuvor wegen der Corona-Krise mehrfach verschobenen Koalitionsverhandlungen aufgenommen.

Update, 23. April, 13.20 Uhr: Hoteliers fordern vor Staatskanzlei Ende der Zwangsschließungen

Ein Demonstrant trägt bei einer Demonstration für finanzielle Hilfen und Steuererleichterungen zur Rettung der geschlossenen Betriebe im Tourismusgewerbe einen Mundschutz und ein Schild mit der Aufschrift "Sealounge Haus am See - Uns steht das Wasser bis zum Hals".
Ein Demonstrant trägt bei einer Demonstration für finanzielle Hilfen und Steuererleichterungen zur Rettung der geschlossenen Betriebe im Tourismusgewerbe einen Mundschutz und ein Schild mit der Aufschrift "Sealounge Haus am See - Uns steht das Wasser bis zum Hals".  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin - Hoteliers aus der Mecklenburger Seenplatte haben vor der Staatskanzlei in Schwerin für ein baldiges Ende der Zwangsschließung gastronomischer Einrichtungen demonstriert. Mehrere Sprecher forderten am Donnerstag eine Gleichbehandlung mit dem Einzelhandel, der unter strengen Hygieneauflagen und Zugangsbeschränkungen seit Montag wieder öffnen darf. 

Regelmäßiges Desinfizieren und die Einhaltung von Sicherheitsabständen seien auch in der Gastronomie gut machbar. "Wir brauchen keine Hysterie sondern Pragmatismus", sagte Birgit Bauer vom Waldrestaurant "Johannesruh" bei Wesenberg.

Katja Jedwillat vom Hotel "Goldene Kugel" in Waren/Müritz verwies auf die wachsende finanzielle Not der Unternehmen und forderte unter dem Beifall der Demonstranten einen Neustart für Hotellerie und Gastronomie zum 4. Mai. Die vom Staat angebotenen Kredite würden die Probleme bestenfalls in die Zukunft verschieben. "Wir verdienen unser Geld lieber selber, statt Bittsteller zu sein", sagte sie. 

Ähnlich äußerte sich Kati Strasen, Inhaberin des Hotels "Kleines Meer" in Waren: "Wir brauchen keine neuen Kredite. Wir brauchen Gäste."

Zu der Protestaktion hatte die Waren/Müritz Hotelgemeinschaft e.V. aufgerufen. Die Demonstration war mit der Auflage von maximal 49 Teilnehmern genehmigt worden. Auf Transparenten machten sie auf ihre existenziellen Nöte aufmerksam. Dort hieß es unter anderem: "Keine Gäste, keine Gastgeber", "Kein Umsatz, keine Rücklagen, keine Zukunft" oder "Soforthilfe hießt sofort helfen".

Für den frühen Nachmittag war ein Spitzengespräch zwischen Tourismus- und Hotellerieverbänden sowie Landesregierung geplant. Dabei sollten Möglichkeiten für eine schrittweise Öffnung gastronomischer Einrichtungen erörtert werden. Die Verbände hatten dazu ein detailliertes Konzept vorgelegt.

Update, 23. April, 12.56 Uhr: Amelinghausen kürt keine neue Heidekönigin: Heideblütenfest fällt aus

Die 19-jährigen Leonie Laryea (Mitte) bekommt nach ihrer Wahl zur neuen Heidekönigin von ihrer Vorgängerin Mona Otto (rechts) einen Kuss.
Die 19-jährigen Leonie Laryea (Mitte) bekommt nach ihrer Wahl zur neuen Heidekönigin von ihrer Vorgängerin Mona Otto (rechts) einen Kuss.  © Philipp Schulze/dpa

Amelinghausen - Das Heideblütenfest von Amelinghausen im Landkreis Lüneburg fällt in diesem Jahr aus. Damit werde es dort auch keine Wahl einer neuen Heidekönigin geben, sagte am Donnerstag Christian Kremer, Vorsitzender des Amelinghausener Festblütenvereins. "Das hat es seit der ersten Wahl 1949 noch nicht gegeben. In über 70 Jahren haben wir das Fest nicht ausfallen lassen müssen."

Die amtierende Regentin werde ihr Amt ein Jahr länger bis Sommer kommenden Jahres ausüben, sagte Kremer. Im vergangenen August war die Erzieherin Leonie Laryea gekrönt worden. Die Krönung samt anschließendem Festumzug ist jedes Jahr Höhepunkt der neuntägigen Feierlichkeiten. Das 71. Heideblütenfest sollte vom 15. bis 23. August laufen.

"Das derzeit bis zum 31. August geltende Verbot von Großveranstaltungen und die entsprechenden Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie lassen eine neuntägige Festwoche mit tausenden Besuchern nicht zu", sagte Kremer. 

Unter den Zuschauern seien viele ältere Menschen, die zu den Risikogruppen zählten. Auch sei an einen gemeinschaftlichen Wagenbau für den Umzug nicht zu denken.

Bewerberinnen zur Wahl der neuen Königin können sich üblicherweise während des Festes am Veranstaltungsort melden und müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Bewertet werden allgemeines Auftreten, sprachliche Gewandtheit und Aussehen. Die bekannteste Königin ist bis heute die von 1990 - Schauspielerin Jenny Elvers (47).

Update, 23. April, 12.48 Uhr: Weinhändler Hawesko: Boom im Privatgeschäft - Einbußen im Großhandel

Weinflaschen stehen in einem Geschäft der Filialkette Jacques Wein-Depot, das zum Weinhändler Hawesko gehört.
Weinflaschen stehen in einem Geschäft der Filialkette Jacques Wein-Depot, das zum Weinhändler Hawesko gehört.  © picture alliance / dpa

Hamburg - Beim Weinhändler Hawesko boomt in der Corona-Krise das Online-Geschäft, während der Großhandel durch die geschlossene Gastronomie Umsatzeinbußen spürt. "Wir sind hier nicht besonders optimistisch und glauben an eine Normalisierung eher in 18 Monaten als in 12", sagte der Vorstandschef der Hawesko Holding AG, Thorsten Hermelink, am Donnerstag in Hamburg bei einer Telefonkonferenz zur Bilanz 2019.

Für das erste Quartal erwartet er dennoch ein Umsatzwachstum von 3,3 Prozent und «ein gutes Ergebnis auf Vorjahresniveau». Für das Gesamtjahr könnten die Belastungen durch den Großhandel durch die Privatkundengeschäfte nur zum Teil kompensiert werden. 

Hawesko sei als Konzern stabil und gut finanziert, ergänzte Hermelink. Er gehe derzeit von einem Gewinn für 2020 aus. Im Vorjahr war das operative Ergebnis (EBIT) um 5,1 Prozent auf rund 29 Millionen Euro gestiegen. Der Konzernumsatz legte um 6,0 Prozent auf 556 Millionen Euro zu. Die Holding AG will bei der Hauptversammlung im Herbst für 2019 eine unveränderte Dividende von 1,30 Euro pro Aktie vorschlagen.

Das Wachstum des E-Commerce beträgt in der Corona-Pandemie nach Angaben des Vorstands je nach Unternehmen (Hawesko, Vinos) zwischen 50 und 80 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. "Logistisch sind wir am Anschlag", sagte Hermelink. Die Kunden nähmen aber Lieferzeiten von 5 bis 7 Tagen in Kauf. 

Der höhere Konsum - auch durch Mehrfachbestellungen und Neukunden - resultiere sicherlich aus den Kontaktbeschränkungen und den Gastro-Schließungen, sagte Hermelink. "Auf die Masse gesehen, kann ich den Drang, sich in der Krise Besseres zu gönnen, nicht bestätigen."

In der Beschaffung unter anderem aus Südeuropa gibt es nach Angaben des Holding-Chefs keine grundsätzlichen Lieferprobleme. Er sprach von "wahnsinnigen Angeboten", weil Winzer gerade aus Südeuropa wegen der ausfallenden Gastronomie als Abnehmer unter einem enormen Druck stünden.

Von den 320 stationären Jacques' Weindepots, die zu Hawesko gehören, seien zeitweise 80 geschlossen gewesen. Dennoch weise der Bereich derzeit einen sehr positiven Geschäftsverlauf auf, erläuterte der Vorstandschef. Nach den sieben Neueröffnungen 2019 solle diese Zahl auch in diesem Jahr mindestens erreicht werden. Der Konzern beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter.

Update, 23. April, 12.40 Uhr: Täglich Hunderte neue Anträge auf Soforthilfe für Wirtschaft

Schwerin - Die Nachfrage nach dem Corona-Soforthilfeprogramm für die Wirtschaft ist ungebrochen. Noch immer gehen täglich Hunderte Anträge beim Landesförderinstitut ein, wie aus den regelmäßigen Veröffentlichungen des Schweriner Wirtschaftsministeriums hervorgeht. Seit dem Start des Programms im März bis Donnerstag waren es demnach rund 37.000. Einen Tag zuvor war ein Stand von rund 36.000 Anträgen gemeldet worden und noch einen Tag davor 35.250.

Zugleich werden täglich im Schnitt 1250 Anträge bearbeitet und beschieden, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Bis Donnerstag waren es rund 23.000 mit einem Gesamtvolumen von 231 Millionen Euro. Das heißt: Im Schnitt erhalten die Antragsteller rund 10.000 Euro.

"Fast zwei Drittel der Anträge für die Soforthilfe sind inzwischen bewilligt und ausgezahlt", erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Die Anträge würden weiter mit Hochdruck durch das Landesförderinstitut bearbeitet, versicherte er. Der Nordkurier (Donnerstag) berichtete von drei- bis vierwöchigen Bearbeitungszeiten. Das Blatt zitierte Ralf Pfoth von der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern mit den Worten: "Die Bearbeitung dauert definitiv zu lang."

Anträge für das Soforthilfeprogramm für Solo-Selbstständige sowie Klein- und Mittelständler mit bis zu 100 Beschäftigten können bis zum 31. Mai gestellt werden. Die Auszahlung soll bis spätestens 31. Juli erfolgen. Es soll Liquiditätsengpässe für drei Monate abmildern. Berücksichtigt werden Sach- und Finanzkosten, zum Beispiel Mieten, Ausgaben für Telekommunikation, Kredite und Versicherungen.

Update, 23. April, 11.55 Uhr: Sozialsenatorin fordert mehr Corona-Tests

Bremen - Menschen in Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften und Krankenhäusern sollen nach Ansicht von Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) auch ohne Symptome bundesweit auf das Coronavirus getestet werden. 

Diese Standardtestung müsse deutschlandweit strukturell hochgefahren werden auch bei Menschen, die im sozialen Bereich tätig seien oder mit Kunden zu tun hätten, sagte Stahmann am Donnerstag. "Gerade wenn wir mehr Lockerungen durchführen, brauchen wir mehr Tests."

In dem kleinsten Bundesland werden grundsätzlich alle Bewohner von Erstaufnahmeeinrichtungen getestet. In einer Einrichtung seien 120 der insgesamt 374 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Update, 23. April, 11.47 Uhr: 1,5 Millionen Schutzmasken angekommen

Rostock - Am Flughafen Rostock-Laage ist am Donnerstagmorgen ein Sonderflug mit 1,5 Millionen Corona-Schutzmasken gelandet.

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns hatte die Ware aus Vietnam geordert. "Danke an alle, die an der Umsetzung geholfen haben", bedankte sich das Ministerium bei Twitter. 

Update, 23. April, 11.41 Uhr: Polizei vertreibt 100 Jugendliche von Spielplatz

Hannover - Trotz der derzeitigen Kontaktbeschränkungen haben sich rund 100 Jugendliche und junge Erwachsene auf einem Spielplatz in Hannover getroffen. 

Mit zahlreichen Einsatzkräften sei die Polizei gegen die Ansammlung vorgegangen, teilte die Polizeidirektion Hannover am Donnerstag mit. Anwohner hatten die Beamten alarmiert, nachdem sie am Mittwochabend die Versammlung im Stadtteil Ricklingen bemerkt hatten. 

Mit Lautsprecherdurchsagen forderte die Polizei die Heranwachsenden auf, den Platz zu verlassen - was diese auch taten.

Am späten Mittwochabend dann wurden rund 30 Menschen nahe des Ricklinger Kreisels gemeldet. Diese flüchteten, als die Polizei eintraf. Trotzdem gab es einige Kontrollen. 

Bei beiden Einsätzen leitete die Polizei 15 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein und sprach zwölf Platzverweise sowie 30 Verwarnungen aus. Warum sich die Menschen trafen, war zunächst unklar.

Update, 23. April, 11.34 Uhr: 62 neue Infektionen in Hamburg, 105 Todesfälle

Hamburg - In der Hansestadt wurden am Donnerstag 62 weitere Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 gemeldet. Damit liegt die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle nun insgesamt bei 4511. 

Laut Robert Koch-Institut (RKI) können aber bereits rund 2.900 der zuvor mit dem Sars-Cov-2-Virus positiv getesteten und gemeldeten Personen als genesen betrachtet werden. Die Gesundheitsbehörde geht demnach von rund 1.600 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgern aus. 

Damit nimmt die Zahl der Genesenen weiter kontinuierlich zu und übersteigt bereits seit einiger Zeit die Zahl der aktiv infizierten Personen. 

In Hamburg sind 113 Personen mit einer Covid-19-Infektion verstorben. Der deutliche Anstieg der Todesfallzahlen seit der gestrigen Meldung lasse sich auf einen Meldeverzug der vergangenen Tage zurückführen.

Update, 23. April, 11.20 Uhr: Länderinitiative für weitere Lockerungen in Gastronomie und Handel

Hannover - Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wollen gemeinsam eine Lockerung der Corona-Vorgaben für Gastronomie und Hotels sowie den Einzelhandel vorantreiben. Ein entsprechendes Konzept solle bis zur nächsten Runde der Regierungschefs von Bund und Ländern am 30. April stehen, teilten die Wirtschaftsministerien der drei Länder am Donnerstag mit. 

In einer Ministerkonferenz am Donnerstagnachmittag solle zudem bei den übrigen Bundesländern für die Pläne geworben werden. Zuvor hatten mehrere Medien über die Initiative berichtet.

"In unseren Bundesländern haben Tourismus, Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie eine besondere Bedeutung", hieß es in der Erklärung der Minister. Zahlreiche Betriebe dieser Branchen seien existenziell bedroht. "Deshalb benötigen wir jetzt schnell eine wohlüberlegte, differenzierte und zwischen unseren Bundesländern abgestimmte Vorgehensweise, zumal der Öffentlichkeit in Hotellerie und Gastronomie eine uneinheitliche Strategie kaum vermittelbar ist."

Update, 23. April, 11 Uhr: Kiel erlaubt bis Mai zwei Sonntags-Öffnungen im Einzelhandel

Kiel - Die Kieler Landesregierung hat dem Einzelhandel in Schleswig-Holstein erlaubt, an den nächsten beiden Sonntagen zu öffnen. Nach der wochenlangen Schließung der Geschäfte wegen der Corona-Pandemie dürfen sie am 26. April und am 3. Mai in der Zeit von 11 bis 17 Uhr ausnahmsweise öffnen, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. 

Das sei ein Beitrag zur Entzerrung der Kundenströme, kein Aufruf zum Shopping, betonte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Für den 1. Mai selbst gelte die Ausnahmeregelung nicht.

Der Erlass des Wirtschaftsministeriums muss noch von den Kreisen und kreisfreien Städte umgesetzt werden. Danach dürfen unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen Lebens- und Futtermittelgeschäfte, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Poststellen, Zeitungs- und Zeitschriftenläden, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, Lebensmittelausgabestellen (Tafeln), der Großhandel, Kraftfahrzeughändler, Fahrradhändler und Buchhandlungen an den beiden nächsten Sonntagen geöffnet sein.

"Ich verbinde damit die Hoffnung und den Appell, dass sich die Kunden nicht alle an den beiden Sonnabenden in die Geschäfte bewegen, sondern sich überlegen, was man auch genauso gut und in Ruhe im Verlauf des Sonntags noch besorgen oder erledigen kann", sagte Buchholz.

Update, 23. April, 10.58 Uhr: Gastgewerbe in MV drängt auf baldigen Neustart

Rostock/Schwerin - Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern sieht in der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer für die Branche einen ersten Schritt, den Unternehmen über die Corona-Krise zu helfen, vermisst aber weiterhin ein klares Signal für den Neubeginn. 

"Wir warten auf ein Startzeichen, wann und wie es in Gaststätten und Hotels weitergehen soll", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV, Lars Schwarz, am Donnerstag. Unmittelbar vor einem Spitzengespräch zwischen Tourismus- und Hotellerieverbänden sowie Landesregierung appellierte er an die Politik, die Möglichkeiten für eine rasche Wiederöffnung von Hotels und Gaststätten zu nutzen.

"Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern die bundesweit geringste Infektionsquote. Es gibt keine nachvollziehbaren Argumente dagegen, die Häuser unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften schrittweise zu öffnen, zunächst etwa für die heimische Bevölkerung", sagte Schwarz. Er verwies auf ein 21 Seiten umfassendes Konzept dazu, das beide Verbände der Landesregierung übermittelt hatten. 

"Wir erwarten, dass man unsere Vorschläge ernsthaft prüft und mit uns einen Ausweg aus der Krise findet. Unternehmer und Mitarbeiter brauchen endlich eine Perspektive", betonte Schwarz. Die bisherigen Reaktionen der Regierung seien aber ernüchternd gewesen, beklagte er.

Update, 23. April, 10.43 Uhr: Kultusminister Tonne hält an Abi-Prüfungen in Niedersachsen fest

Hannover - Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält trotz Kritik an der Durchführung des Abiturs während der Corona-Krise in Niedersachsen fest. "Die Prüfungen werden unter strengen Hygienebedingungen stattfinden: In kleineren Gruppen und in größeren Räumen sowie in ausreichendem Abstand der Schüler untereinander", sagte der SPD-Politiker. 

Nach einer intensiven Vorbereitung sollten die Schülerinnen und Schüler auch die Chance haben, ihre Leistungen zu zeigen. Die Abiturklausuren werden vom 11. bis 30. Mai geschrieben und damit rund drei Wochen später als geplant. Die Abschlussarbeiten der 9. und 10. Klassen beginnen am 20. Mai.

Tonne reagierte damit auf die Forderung nach einer Absage der Prüfungen. "Ich fände es auch ein merkwürdiges Signal, wenn Niedersachsen als einziges von 16 Bundesländern erklären würde, wir sehen uns nicht in der Lage, unter diesen herausfordernden Bedingungen ein Abitur zu schreiben", sagte der Minister.

Update, 23. April, 10.35 Uhr: Weil "tief erleichtert" über Verlauf der Pandemie

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigt sich über den Verlauf der Pandemie erleichtert.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigt sich über den Verlauf der Pandemie erleichtert.

Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich zufrieden mit der bisherigen Eindämmung des Coronavirus gezeigt. Er sei "tief erleichtert" über die Entwicklung, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag. 

Seit Beginn der Einschränkungen sei es gelungen, "das Blatt zu wenden". "Heute haben wir das Infektionsgeschehen nicht beseitigt, aber vorerst unter Kontrolle." Das sei eine gewaltige Leistung.

Noch vor einem Monat sei zu befürchten gewesen, dass Hunderte Menschen sterben müssen, weil sie nicht versorgt werden können. Das sei nicht eingetreten. Es bestehe aber weiter die Gefahr einer neuen Infektionswelle. 

Lockerungen müssten daher "vorsichtig und gewissermaßen tastend" vorgenommen und alle 14 Tage neu bewertet werden, betonte Weil. Auch eine Rücknahme von Lockerungen sei nicht auszuschließen, wenn die Fallzahlen wieder steigen.

Mit Blick auf die nächste Bund-Länder-Schalte am 30. April sagte Weil: "Ich hoffe sehr, dass es danach weitere Fortschritte geben wird, zum Beispiel beim Sport, bei der Kultur oder beim Angebot für unsere Kinder." 

Zudem seien die Gespräche über eine Wiederaufnahme von Gottesdiensten auf einem guten Weg.

Update, 23. April, 10.10 Uhr: 2530 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 84 Tote

Kiel - Die Zahl der in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Virus ist auf 2530 gestiegen. Wie die Landesregierung am Donnerstag mitteilte, waren dies bis Mittwochabend 34 Fälle mehr als nach der Meldung des Vortags. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 5 auf 84. Jeweils zwei Tote meldeten die Kreise Pinneberg und Stormarn, der Kreis Rendsburg-Eckernförde meldete einen weiteren Toten im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus.

107 Menschen sind derzeit in klinischer Behandlung und damit 7 weniger als nach der Vortagsmeldung. Rund 1900 Corona-Infizierte sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts mittlerweile genesen, wie die Landesregierung mitteilte.

Update, 23. April, 10.01 Uhr: Günther: Kleine Veranstaltungen mitnichten schon genehmigt

Kiel - Für Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) ist noch völlig offen, ob angesichts der Corona-Krise kleinere Veranstaltungen vor dem 31. August wieder stattfinden können. "Wichtig ist, dass wir in einem ersten Schritt, um erstmal Klarheit zu schaffen, gesagt haben, bis 31. August keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern." 

Diese Klarheit bräuchten etwa Veranstalter des Wacken-Open-Air oder der Kieler Woche, sagte der Regierungschef am Donnerstag auf NDR Welle Nord. Das Heavy-Metal-Festival ist abgesagt, die Kieler Woche soll im September nur als Segel-Event stattfinden.

Günther betonte jedoch: "Das heißt mitnichten, dass Veranstaltungen darunter schon genehmigt sind." Darüber werde derzeit in der Politik diskutiert, die Landesregierung wolle bis zum 30. April eine Verordnung dazu erlassen. Dabei werde es auch um die Frage gehen, ob etwa private Hochzeiten mit 80 Gästen im Juli/August wieder stattfinden können.

Wenig Hoffnung machte Günther den Veranstaltern von Sommerfesten in den Gemeinden: "Jedem muss klar sein, ein Dorffest mit Party und Engtanz, 'Moskau, Moskau', alle liegen sich in den Armen, das halte ich nicht für denkbar."

Update, 23. April, 9.47 Uhr: Tschentscher: OVG entscheidet kommende Woche über Ladenöffnung

Hamburg - Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) wird voraussichtlich am Donnerstag kommender Woche über das Öffnungsverbot großer Läden in der Corona-Krise entscheiden. Das sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Donnerstag bei NDR 90,3. Bis dahin bleibe es dabei, dass nur Läden mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmeter öffnen dürfen. Einem entsprechenden Eilantrag des Senats habe das OVG zugestimmt, sagte er.

Am Mittwoch hatte das Verwaltungsgericht Hamburg die Regelung für unzulässig erklärt und damit einem Eilantrag eines Sportgeschäfts in der Hamburger Innenstadt stattgegeben. Nach Ansicht des Gerichts ist ein Infektionsschutz in größeren Läden "ebenso gut wie oder sogar besser als in kleineren Einrichtungen" zu erreichen, hieß es. 

Der Senat hatte umgehend Beschwerde gegen die Entscheidung beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht eingereicht.

Update, 23. April, 9.43 Uhr: Rostocks Bürgermeister Madsen spricht seine Stadt Corona-frei

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) steht gut gelaunt vor dem Rathaus.
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) steht gut gelaunt vor dem Rathaus.  © Danny Gohlke/dpa

Rostock - Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat Rostock als Corona-frei erklärt. Der 47-Jährige erklärte, dass es keine aktuellen Fälle mehr gebe. "Der letzte zurzeit an Covid-19 erkrankte Rostocker konnte jetzt aus der Quarantäne entlassen werden."

Weiter erklärte Madsen: "Dies bestätigt, dass die von der Hanse- und Universitätsstadt frühzeitig ergriffenen Maßnahmen vollen Erfolg gehabt haben. Durch sehr schnelle Entscheidungen und resolutes Handeln konnte verhindert werden, dass sich das Virus ausbreiten konnte."

Trotz des Erfolges schränkte der Bürgermeister ein: "Es wird sicher wieder zu einem Ausbruch des Virus im Land oder auch in Rostock kommen. Es gilt, dann wieder resolut zu handeln und entsprechend nachzusteuern."

Bisher wurden in Rostock nach Angaben der Gesundheitsbehörde des Landes 75 Corona-Infektionen nachgewiesen.

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Update, 23. April, 9.05 Uhr: Sozialverband öffnet seine Beratungszentren in Niedersachsen wieder

Hannover - Die rund 60 niedersächsischen Beratungszentren des Sozialverbands Deutschland (SoVD) sollen ab Montag wieder öffnen. Unter strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen seien dann auch persönliche Gespräche mit Hilfesuchenden wieder möglich, teilte der Landesverband am Donnerstag mit. Im März hatte der Sozialverband aufgrund der Corona-Pandemie seine Beratung auf Telefon und E-Mail umgestellt.

"Im Vordergrund steht selbstverständlich die Gesundheit – die unserer Mitglieder und die unserer Kolleginnen und Kollegen", sagte SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke. Das Tragen von Schutzmasken sei daher während des Gesprächs verpflichtend. Zudem erfolge eine Beratung nur nach vorheriger Terminvereinbarung.

Update, 23. April, 6.15 Uhr: Polizeipräsident: Weitergabe von Corona-Daten an Polizei notwendig

Hannover - Niedersachsens Landespolizeipräsident Axel Brockmann hat die Weitergabe der Daten von Coronavirus-Patienten an die Polizei verteidigt. "Wir sprechen von Listen, aus denen ersichtlich ist, ob in einem Haushalt Quarantäne behördlich angeordnet worden ist", sagte er. 

"Das dient der Eigensicherung der Beamten, die dort im Einsatz sind, aber es hat auch ganz praktische Gründe: Stellen Sie sich vor, Sie müssen jemanden wegen aktuell verübter häuslicher Gewalt der Wohnung verweisen, und diese Person steht unter Quarantäne. Das muss man wissen und zum Beispiel ein besonderes Fahrzeug oder eine Quarantäneunterkunft besorgen."

Die Weitergabe der Daten aus dem Gesundheitsministerium war vielfach kritisiert worden. Die Angaben zu Patienten und Kontaktpersonen entbehrten der Notwendigkeit und verstießen gegen den Datenschutz, sagte etwa der Co-Landeschef der Grünen, Hanso Janßen, am Montag. Er forderte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) auf, den Erlass an die Gesundheitsämter zurückzunehmen.

Zuvor hatte dies bereits die Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel gefordert. Eine Weitergabe an die Polizei sei nach dem Infektionsschutzgesetz nicht vorgesehen, sagte sie Anfang April.

Das Innenministerium hatte die Datenübermittlung verteidigt. So würden die Angaben nur zum Schutz der Beamten in Einsatzsituationen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht. Gesundheitsdaten oder ärztliche Befunde würden nicht übermittelt.

Update, 22. April, 21.13 Uhr: 48 neue Infektionen in Bremen

Bremen - Im Land Bremen stieg die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen um 48 auf 673. 

Wie die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz am Mittwochabend mitteilte, gab es einen weiteren Todesfall. 

Damit sind bislang im Land Bremen 27 Menschen gestorben, bei denen eine Infektion mit dem Virus festgestellt wurde. 

Aktuell müssen 43 Patienten stationär versorgt werden, davon 9 auf Intensivstationen - und fast alle von ihnen werden beatmet.

Update, 22. April, 21.09 Uhr: Travemünder Woche abgesagt

Segelboote fahren ein Regattarennen im Rahmen der Travemünder Woche.
Segelboote fahren ein Regattarennen im Rahmen der Travemünder Woche.

Lübeck - Auch die Travemünder Woche muss wegen der Corona-Pandemie die Segel streichen. 

Nach Informationen der "Lübecker Nachrichten" kann das vom 17. bis 26. Juli vorgesehene Segel-Spektakel nicht stattfinden. 

Auch eine zunächst in Erwägung gezogene Verlegung der Veranstaltung in den Oktober ist den Angaben zufolge vom Tisch. 

"Wir haben das nach einer intensiven Beratung mit Bürgermeister Jan Lindenau entschieden - und das schweren Herzens", sagte Geschäftsführer Frank Schärffe der Zeitung. Im nächsten Jahr soll die Travemünder Woche vom 23. Juli bis 1. August stattfinden, hieß es weiter.

Seit 1947 war die Veranstaltung nicht ausgefallen. Für die 131. Auflage waren für Juli Welt- und Europameisterschaften sowie deutsche Titelkämpfe in insgesamt zwölf Bootsklassen geplant gewesen. 

Zudem hätte es mit der "Hanse Baltic Challenge" erstmals eine Langstreckenregatta über 300 Seemeilen von Travemünde nach Rügen und zurück geben sollen.

Update, 22. April, 20.15 Uhr: Drei neue Corona-Fälle in MV

Rostock - Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Mecklenburg-Vorpommern um drei auf 657 gestiegen. 

Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte, sind im Nordosten bislang 15 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Zahl veränderte sich im Vergleich zum Vortag nicht.

Landesweit müssen oder mussten 91 Menschen in Kliniken behandelt werden, 17 von ihnen auf einer Intensivstation. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge gelten im Nordosten 504 Menschen als genesen. 

Landesweit seien bislang rund 27.800 Corona-Tests analysiert worden.

Update, 22. April, 20.02 Uhr: AfD fordert Obduktion von Corona-Toten

Kiel - Die AfD-Landtagsfraktion fordert, in Schleswig-Holstein alle Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus zu obduzieren. 

So ließen sich wichtige epidemiologische Erkenntnisse gewinnen, sagte Claus Schaffer, gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, am Mittwoch. Ferner müssten die Corona-Tests in Schleswig-Holstein massiv ausgeweitet werden. Schaffer warf Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) Versäumnisse vor.

"Alle Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die die Landesregierung zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus in Schleswig-Holstein verhängt, müssen stets verhältnismäßig sein – so verlangt es das Grundgesetz", sagte Schaffer. 

Update, 22. April, 18.51 Uhr: Infektionswelle in Asyl-Erstaufnahmeheimen flacht ab

Schwerin/Nostorf - Die Corona-Infektionswelle in den beiden Asylbewerber-Erstaufnahmeheimen des Landes flacht ab. 

In Nostorf/Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde am Mittwoch die Quarantäne für 74 Bewohner aufgehoben, wie das Innenministerium in Schwerin mitteilte. In Schwerin sei noch eine Person in häuslicher Quarantäne. 

Diese wird für 14 Tage verhängt, wenn jemand Kontakt zu einem mit Covid-19 infizierten Menschen hat. So soll eine weitere Ausbreitung verhindert werden.

Infizierte Bewohner der beiden Erstaufnahmeheime wurden in den vergangenen Wochen in eine separate Unterkunft in Parchim gebracht. Dort seien derzeit noch 18 Betroffene und sieben nichtinfizierte Familienmitglieder, hieß es.

Das Innenministerium schließt trotz der eingeleiteten Hygienemaßnahmen neue Infektionen nicht aus. Eine weitere Ausweichunterkunft sei angemietet worden, erklärte ein Sprecherin. Dabei handele es sich um einen Teil einer Reha-Einrichtung im Ostseebad Rerik. 

Diese Unterkunft könne mit maximal 50 Corona-Kontaktpersonen für die Quarantäne belegt werden. Nachweislich Infizierte würden nicht dorthin gebracht.

Update, 22. April, 17.46 Uhr: Weitere französische Corona-Patienten verlassen Lübecker Klinik

Lübeck - Zwei weitere Covid-19-Patienten aus Frankreich sind aus dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) als geheilt entlassen worden. 

Der Mann und die Frau hätten am Mittwoch die Klinik auf dem Campus Lübeck verlassen können, teilte das UKSH mit. Sie wurden vom Klinikum zum Flughafen Lübeck gebracht und traten von hier aus ihre Heimreise an. 

Er freue sich sehr, dass zwei weitere Patienten aus Frankreich genesen seien, sagte der Vorstandsvorsitzende des UKSH, Jens Scholz. 

Das UKSH hatte in Kiel und Lübeck insgesamt sechs beatmungspflichtige Corona-Patienten aus Frankreich übernommen. 

Update, 22. April, 17.14 Uhr: Hamburger Gericht hält Corona-Schließung großer Läden für unzulässig

Auch Filialen der Möbelkette Ikea bleiben vielerorts noch geschlossen.
Auch Filialen der Möbelkette Ikea bleiben vielerorts noch geschlossen.

Hamburg - Das Verwaltungsgericht Hamburg hat die vom Senat zur Eindämmung der Corona-Pandemie aufrechterhaltene Schließung von Läden mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für unzulässig erklärt. 

Mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss habe das Gericht einem Eilantrag eines Sportgeschäfts in der Hamburger Innenstadt stattgegeben, teilte ein Sprecher mit. 

Der Senat habe aber bereits Beschwerde dagegen beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht eingereicht und beantragt, dass es bis zu einer Entscheidung bei der Reglung bleiben solle.

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts verstößt die seit Montag geltende Lockerung bei der Ladenöffnung gegen das Recht auf Berufsfreiheit. 

Denn die in der Verordnung getroffene Unterscheidung zwischen Läden mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern, die öffnen dürfen, und größeren, die lediglich mit reduzierter Fläche öffnen dürfen, "ist nach Auffassung des Verwaltungsgerichts nicht geeignet, dem mit der Rechtsverordnung verfolgten Zweck des Infektionsschutzes zu dienen", teilte das Gericht mit. 

Vielmehr sei dieser Schutz in großen Geschäften "ebenso gut wie oder sogar besser als in kleineren Einrichtungen" zu erreichen.

Auch die Befürchtung des Senats, dass die Öffnung aller Läden zu einer vollen Innenstadt und engen Kontakten in Bussen und Bahnen führen könnte, teilte das Gericht nicht.

Update, 22. April, 16.26 Uhr: Bundeswehr unterstützt Hamburger Pflegeheime

Hamburg - Angesichts vieler Corona-Fälle in Hamburger Pflegeheimen werden die Einrichtungen ab sofort von der Bundeswehr personell unterstützt. 

Wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Strocks (SPD) am Mittwoch mitteilte, stehen dafür bis zu 52 Soldatinnen und Soldaten bereit. 

Sie seien im Rahmen der Amtshilfe angefordert worden. Zehn Soldaten hätten eine spezielle Sanitätsausbildung, die anderen würden als "Helfer in Uniform" nicht-pflegerische Aufgaben übernehmen und auf diese Weise das Pflegepersonal spürbar entlasten, hieß es.

Aktuell sind nach Behördenangaben in 32 der rund 150 Hamburger Pflegeheime insgesamt 325 Bewohner positiv getestet worden. In 14 Einrichtungen gibt es jeweils mehr als fünf Covid-19-Erkrankungen.

"Auf den Hamburger Pflegeeinrichtungen liegt momentan unser ganzes Augenmerk, da vor allem pflegebedürftige und ältere Menschen durch das Coronavirus besonders gefährdet sind", sagte die Senatorin. 

Update, 22. April, 16.11 Uhr: 9437 bestätigte Infektionen in Niedersachsen

Hannover/Bremen- Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 9437 gestiegen. 

Das sind 162 mehr als am Tag zuvor, wie Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Mittwoch mitteilte. Geschätzt 6096 Menschen - fast zwei Drittel - sind inzwischen genesen. 343 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, sind gestorben.

Reimann bezeichnete die Zahl der Neuinfektionen als erfreulich niedrig. Allerdings sei die Ansteckungsgefahr weiter hoch. Daher sei weiter Wachsamkeit geboten: "Wir sind noch nicht über den Berg."

Den Angaben nach werde zurzeit 934 Menschen in den Kliniken Niedersachsens behandelt, 204 davon benötigen intensivmedizinische Behandlungen. 137 Menschen müssten beatmet werden.

Update, 22. April, 15.54 Uhr: Zahl der Hamburger Corona-Infizierten steigt um 48

Hamburg - Die Zahl der positiv auf das neue Sars-Cov-2-Virus getesteten Hamburgerinnen und Hamburger ist seit Dienstag um 48 auf 4449 gestiegen. 

Bei 95 in Hamburg Gestorbenen stellte das Institut für Rechtsmedizin bisher Covid-19 als Todesursache fest, wie die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte.

 Das waren 11 Tote mehr als am Vortag. Das Robert Koch-Institut zählte den Angaben zufolge bisher dagegen nur 91 Corona-Tote in Hamburg.

Die RKI-Zahl beinhaltet alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben. Deshalb lag die Zahl bisher immer über der der Hamburger Rechtsmediziner, die nur Fälle auflisten, in denen Covid-19 tatsächlich auch Todesursache war.

Laut RKI können rund 2800 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1650 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es.

Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 212 Hamburger wegen Covid-19 in stationärer Behandlung, davon 67 auf Intensivstationen. Das waren acht beziehungsweise ein Patient weniger als am Dienstag.

Update, 22. April, 14.44 Uhr: Bezahlte Reisen müssen erstattet werden

Kiel - Angesichts zahlreicher Beschwerden von Kunden hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Reiseunternehmen daran erinnert, dass sie die Kosten für bezahlte, aber wegen Corona stornierte Reisen erstatten müssen. 

Mehrere Unternehmen beriefen sich zu Unrecht auf die geplante Gutscheinregelung der Bundesregierung und verschwiegen dabei, dass diese noch nicht gültig und damit für Verbraucher nicht bindend sei, erklärte die Verbraucherzentrale am Mittwoch in Kiel.

Pauschalreisenden stehe die Erstattung des gesamten bereits gezahlten Reisepreises innerhalb von 14 Tagen zu - unabhängig davon, ob der Anbieter oder der Kunde selbst storniert habe. 

Mit der Schließung der Grenzen und dem Verbot touristischer Reisen in Deutschland haben Verbraucher nach Auffassung der Verbraucherzentrale auch bei einzeln gebuchten Leistungen wie Flügen oder Unterkünften ein Recht auf kostenfreie Stornierung, zumindest dann, wenn sie nach deutschem Recht gebucht haben.

Der Bundestag wollte am Mittwoch über die von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung debattieren. Die Verbraucherzentrale rief dazu auf, mit Briefen an Abgeordnete gegen die angestrebte Regelung zu protestieren.

Update, 22. April, 14.23 Uhr: Maskenpflicht bald in allen Bundesländern - Auch Bremen dabei

Bremen - In Deutschland wird bundesweit in den nächsten Tagen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft treten. Als letztes Bundesland kündigte auch Bremen am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss an. 

Die Regelung solle am Freitag beschlossen werden und ab Montag für den Öffentlichen Personennahverkehr und das Einkaufen in Geschäften gelten, wie ein Sprecher der Landesregierung am Mittwoch mitteilte.

Update, 22. April, 13.46 Uhr: Neumeier: "Wichtige Errungenschaften unserer Gesellschaft bedroht"

Hamburg - Hamburgs Ballett-Intendant John Neumeier (81) sieht durch die weltweite Corona-Pandemie auch die Kultur bedroht. "Die Einschränkungen durch die weltweite Pandemie reichen jedoch weit tiefer: Sie bedroht nicht nur unser aller Gesundheit, sondern auch wichtige Errungenschaften unserer Gesellschaft", sagte Neumeier am Mittwoch in Hamburg. 

Er sehe es als Aufgabe der Politik, "die sinn- und gemeinschaftsstiftende Funktion von Kultur gerade in Krisenzeiten im Auge zu behalten und den einzelnen Akteuren möglichst große Freiräume zur Entfaltung zu bieten."

Das Hamburg Ballett hat alle verbleibenden Vorstellungen der laufenden Saison abgesagt. Damit folge die weltbekannte Compagnie der behördlichen Anordnung der Stadt Hamburg, die eine Schließung der Theater und Opernhäuser bis zum 30. Juni vorgibt.

"In den 47 Jahren meiner Intendanz beim Hamburg Ballett muss ich zum ersten Mal die geplanten Hamburger Ballett-Tage und die Nijinsky-Gala absagen", sagte Neumeier. Dies bedeute für alle einen historischen Einschnitt. Auch das Gastspiel des Polish National Ballet sowie die Premiere "The Winter's Tale" von Christopher Wheeldon müssten abgesagt werden. Eventuell soll diese Premiere in der kommenden Spielzeit nachgeholt werden.

Die Rückerstattung von Eintrittskarten werde über ein Online-Rückerstattungsformular geregelt. Bis zum Ende der Spielzeit werden zudem Online-Angebote bereitgestellt. Der Start des Einzelkartenvorverkaufs für die kommende Saison werde auf Anfang August verschoben.

Update, 22. April, 13.34 Uhr: Weil: Maskenpflicht unterstützt zukünftige Lockerungen

Hannover - Die von Montag an geltende Maskenpflicht im Nahverkehr und Einzelhandel in Niedersachsen soll einen Weg zurück zu mehr Normalität ebnen. "Wir unterstützen damit auch zukünftige Lockerungen, die zu einer weiteren Belebung führen können", erklärte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch. 

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte: "Je besser die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind, desto schneller können wir Fortschritte erzielen, die uns schrittweise wieder mehr Lockerungen im Alltag bringen können."

Die Menschen sollten jedoch auch nicht zu große Erwartungen an die Alltagsmasken knüpfen, sagte Weil. Diese schützten vor allem andere Menschen vor einer Ansteckung. "Am wichtigsten ist und bleibt eine strikte Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften." 

Weil hob zudem hervor, dass Niedersachsen die Einführung mit anderen Ländern abgestimmt habe. Auch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland kündigten am Mittwoch eine Maskenpflicht an.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) bezeichnete das Tragen von Alltagsmasken als "ein sichtbares Zeichen der Solidarität untereinander". Insbesondere in engen Räumen könnten die Masken einen Beitrag zum Schutz vor Infektionen leisten.

Update, 22. April, 12.42 Uhr: Regierung macht Rückzieher: Autokino in MV wieder erlaubt

Schwerin/Güstrow - Nach heftiger Kritik an der Schließung der Autokinos in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Corona-Pandemie hat die Landesregierung einen Rückzieher gemacht. Sie dürfen wieder öffnen, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Mittwoch mitteilte. "Rückmeldungen zeigen uns, dass notwendige Auflagen erarbeitet sind." 

Erst am Dienstag hatte die Landesregierung "Anbieter von Freizeitaktivitäten" auf eine rote Liste mit Unternehmen gesetzt, die wegen Corona geschlossen bleiben müssen.

Der Veranstalter müsse nun eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt zusammenarbeiten und Einlasskontrollen machen. In den Autos dürften sich Personen nur allein oder mit im selben Haushalt lebenden Menschen und einer weiteren Person aufhalten. Auf dem Gelände dürften keine Speisen verkauft werden.

Update, 22. April, 12.21 Uhr: Fridays for Future: Globaler Klimastreik geht online

Hamburg/Kiel/Lübeck - Wegen der Corona-Pandemie rufen die Aktivisten von Fridays for Future am Freitag (24. April) zu alternativen Protestaktionen gegen den Klimawandel auf. Auf der Website www.fridaysforfuture.de/netzstreikfuersklima können sich alle Streikenden mit Foto und Standort eintragen, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Hamburg mit. Zudem werde ein bundesweiter Livestream mit Musik, Reden sowie Schalten an verschiedene Orte via Youtube übertragen. In Hamburg werde es darüber hinaus eine kleine Aktion des stillen Protestes mit ausgelegten Demo-Schildern geben.

"Wir streiken unter besonderen Umständen. Corona fordert von uns einen harten Sprint zur Eindämmung der Pandemie, derweil bleibt die Klimakrise für alle der Marathon", sagte Arnaud Boehmann, Sprecher von Fridays for Future Hamburg.

Wenn SPD und Grüne in Hamburg ihre Koalitionsverhandlungen "jetzt starten, müssen sie trotz der aktuellen Lage die Klimakrise im Blick behalten", forderte er. Die Konjunkturpakete der neuen Regierung müssten die Weichen für wirksamen Klimaschutz jetzt stellen. Die nach der Bürgerschftswahl am 23. Februar wegen der Corona-Krise mehrfach verschobenen Koalitionsverhandlungen sollen am Donnerstag beginnen.

In Kiel planen die Aktivisten eine Fahrradtour auf der B404. Die Strecke verläuft von der Alten Meierei entlang eines Abschnittes der B404 stadtauswärts zum Karlsburger Dreieck. Hier werde dann gewendet und auf der Gegenfahrbahn bis zum Hauptbahnhof zurückgefahren, teilten die Veranstalter mit. In Lübeck ruft Fridays for Future dazu auf, bis Freitag Plakate und Banner zu gestalten und diese an Fenstern anzubringen. 

Zum Schutz von Risikogruppen und zur Eindämmung von Covid-19 hatten die Aktivisten ihren Protest seit März ins Netz verlegt und rufen seither zum #NetzstreikFürsKlima auf.

Update, 22. April, 12.07 Uhr: Fast 100.000 Anträge auf Corona-Hilfen in Niedersachsen bewilligt

Hannover - In Niedersachsen hat die landeseigene NBank Unternehmen und Selbstständigen in inzwischen fast 100.000 Fällen staatliche Hilfen im Kampf gegen die Corona-Krise bewilligt. "Soforthilfe" in Form von Zuschüssen ging bis Mittwochmorgen an 95.000 Antragsteller, berichtete das Institut in Hannover. 

Hinzu kommen 2570 Genehmigungen für Kredite zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit. Die Fördersumme beträgt insgesamt bisher 740 Millionen Euro - davon entfallen 627 Millionen Euro auf die Zuschüsse und 113 Millionen Euro auf Darlehen. Zu einer möglichen Ausweitung der Programme, die derzeit auf Bundesebene diskutiert wird, machte die Bank keine Angaben.

"Unsere Bewilligungen bewegen sich kontinuierlich nach oben", erklärte ein Sprecher der niedersächsischen Investitions- und Förderbank. Die Gesamtzahl der Anträge liege mittlerweile bei 122.000 für die Corona-"Soforthilfe" und 6750 für die Liquiditätskredite.

Update, 22. April, 12.05 Uhr: Hansa Rostocks virtueller Ticket-Verkauf vielversprechend angelaufen

Rostock - Der Ball rollt nicht, doch der Ticketverkauf läuft dennoch blendend: Fußball-Drittligist Hansa Rostock verkauft derzeit virtuelle Karten für ein Spiel im Ostseestadion, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzumildern - mit großem Erfolg. In der ersten Stunde der Aktion "Rette dich, wer kann" sind im Online-Ticketshop 3000 Karten zu einem Preis von je fünf Euro verkauft worden. Mittlerweile sind es über 15.000 und die rund 29.000 Zuschauer fassende Arena virtuell bereits mehr als halb gefüllt.

Die überwältigende Hilfsbereitschaft der Anhänger hat die Chefetage des finanziell arg limitierten Clubs hoch erfreut und Überlegungen zur Aufstockung des Kontingents über die Stadionkapazität hinaus geweckt. "Vorher müssen wir noch Fragen der Stadionstatik prüfen", sagte Vorstandschef Robert Marien mit einem Augenzwinkern.

Nach Vereinsangaben wird Investor Rolf Elgeti für jede Karte die gleiche Summe dazugeben, so dass der Ertrag aus der Aktion am Ende verdoppelt wird. Mehr als 150.000 Euro Hilfe sind Hansa damit schon sicher. Der in Potsdam lebende gebürtige Mecklenburger hatte Hansa 2015 mit dem Kauf der Stadionkredite vor der Insolvenz bewahrt.

Hansa hat in den vergangenen Wochen angesichts der Pandemie bereits ein umfangreiches Maßnahmenpaket in die Wege geleitet. So gab es vor Ostern einen Aufruf zu "Hamsterkäufen", um den Fanshop leerzukaufen. Dazu wurden die Versandkosten und der Mindestbestellwert reduziert. Auch diese Aktion fand bei den Fans große Resonanz und brachte dem einstigen Bundesligisten rund 250.000 Euro ein.

Update, 22. April, 12.03 Uhr: Musical-Kostümschneider nähen Stoffmasken für Gasversorger

Hamburg - Stoffmasken statt opulenter Kostüme: Die Musical-Schneiderei vom "König der Löwen" hat rund 1200 Gesichtsmasken für den städtischen Hamburger Gasversorger genäht. Weil FFP2-Masken, die die rund 150 Mitarbeiter auf Baustellen und im direkten Kundenkontakt trügen, für die übrige Belegschaft derzeit kaum zu bekommen seien, wandte sich das städtische Unternehmen nach Angaben eines Sprechers bereits kurz vor Ostern an die Schneiderei. 

"Wir schützen unsere Belegschaft, damit die sichere Versorgung unserer Stadt geschützt bleibt", teilte der technische Geschäftsführer bei Gasnetz Hamburg, Udo Bottlaender, am Mittwoch mit. Er dankte dem Team um Kostümschneiderin Irene Abele für die "ungewöhnliche Leistung".

Damit sei die Belegschaft auf die vom kommenden Montag an in Hamburg geltende Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen bestens vorbereitet, hieß es. Wegen der Corona-Pandemie sind auch die Musical-Theater in Hamburg geschlossen.

Update, 22. April, 11.55 Uhr: Kritik an Verbot von Autokino in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin/Güstrow - Bundesweit boomen in der Corona-Krise die Autokinos als letzte Bastion der Unterhaltungsindustrie - in Mecklenburg-Vorpommern hingegen sind sie gerade geschlossen worden. Sie wurden als "Anbieter von Freizeitaktivitäten" auf eine zuletzt am Dienstag aktualisierte rote Liste der Landesregierung mit Unternehmen gesetzt, die wegen Corona geschlossen bleiben müssen. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Die Betreiber des Autokinos in Güstrow hoffen auf ein Einlenken des Landes. "Wir befinden uns aktuell in der Klärung der gesamten Situation und hoffen, dass wir so schnell wie möglich das Kino wieder öffnen und den Betrieb wieder aufnehmen können", schrieben sie am Mittwoch im Internet.

In den sozialen Medien überwiegt Unverständnis für das Verbot durch die Landesregierung. "Jetzt ist im Auto sitzen auch schon verboten?", schrieb eine Besucherin auf der Facebook-Seite des Autokinos. Ein anderer schrieb: "So sehr ich die bisherigen Maßnahmen befürworte - das hier empfinde ich nun aber auch als willkürlich und überzogen. Es kommt doch niemand in Kontakt zum anderen, man sitzt ja in den Autos." 

Auch die Linken-Landtagsabgeordnete Karen Larisch äußerte dort Kritik: "Mich hat das genauso überrumpelt. Das ist uns als Abgeordnete so nicht mitgeteilt worden."

Bundesweit gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur derzeit so viele Anträge auf die Erteilung von Funkfrequenzen für die Tonübertragung in Autokinos wie nie zuvor. Seit Anfang März habe die Behörde bundesweit mehr als 40 solcher Rundfunkfrequenzen zugeteilt, hieß es von der Behörde.

Update, 22. April, 11.31 Uhr: Darts: Mannschaft-Weltmeisterschaft in Hamburg wird verschoben

Hamburg - Die Mannschafts-Weltmeisterschaft der besten Darts-Spieler wird verschoben. Wie der internationale Dachverband PDC am Mittwoch mitteilte, kann das vom 18. bis 21. Juni in Hamburg geplante Turnier wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Es bestehe Hoffnung, "das Event auf einen späteren Termin in 2020 zu legen", hieß es in der PDC-Mitteilung. 

Im vergangenen Jahr hatte sich erstmals Schottland mit Gary Anderson und Peter Wright den Titel geholt.

Update, 22. April, 11.26 Uhr: Bremens Innensenator sorgt sich bei Geisterspielen um Fan-Aufläufe

Bremen - Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sorgt sich im Zuge von möglichen Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga um Fan-Aufläufe vor den Stadien. "Das bereitet Probleme. Ich kann mir kein Sonderrecht für den Fußball vorstellen, das am Ende so aussieht, dass sich Hunderte von Fans an einem Ort versammeln", sagte Mäurer der Bild (Mittwoch).

Daher hatte der 68 Jahre alte Politiker um ein Gespräch mit Ultra-Fangruppierungen in Bremen gebeten. Die Antwort war allerdings negativ. "Ansammlungen von größeren Menschenmengen sind unzulässig. Daher habe ich versucht, mit den Ultras in einen Dialog zu kommen. Die Antwort war: 'Nein, danke. Mit Ihnen reden wir nicht.'", sagte Mäurer. Demnach habe auch Werder-Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald um ein Gespräch mit den Ultras gebeten - noch ohne Ergebnis.

Mehrere Ultra-Gruppierungen hatten sich bereits vergangene Woche eindringlich gegen Spiele ohne Zuschauer ausgesprochen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ruht der Ball in der 1. und 2. Bundesliga bis zum 30. April. Eine Rückkehr ist für die Zeit ab dem 9. Mai im Gespräch.

Update, 22. April, 11.05 Uhr: Niedersachsen führt nun doch Maskenpflicht ein

Hannover - Auch in Niedersachsen soll nun eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt werden. 

Vom kommenden Montag an soll das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch, nachdem zuvor mehrere Medien darüber berichtet hatten.

Alle Informationen dazu findet Ihr >>>hier<<<.

Update, 22. April, 11 Uhr: Rostocks OB Madsen mit umfangreichen Lockerungsvorschlägen

Rostock/Schwerin - Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat sich mit umfangreichen Vorschlägen zur Lockerung der Kontaktbeschränkungen an die Landesregierung gewandt. Mit Blick auf das für Donnerstag anberaumte Spitzengespräch von Landesregierung, Gewerkschaften und Branchenvertretern regte Madsen die Ermöglichung von Outdoor-Gastronomie-Angeboten an, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Dies könne auch unter Ausweitung von Flächen, zum Beispiel durch kostenlose Nutzung kommunalen Grunds, geschehen. 

Die Nutzung von Zweitwohnungen müsse ebenso schnell wieder möglich sein wie die Nutzung von Dauercampingplätzen, sagte Madsen. Auch die Vermietung von Ferienwohnungen sollte kurzfristig wieder ermöglicht werden, wenn die Möglichkeit einer Selbstversorgung mit Speisen und Getränken besteht und Speisen auch entsprechend zubereitet werden können.

Darüber hinaus könnte die Bäderregelung zeitweise ausgeweitet werden. Dadurch könnten den vom Tourismus partizipierenden, in ihrem Bestand gefährdeten klein- und mittelständischen Betrieben eine Überlebensperspektive gegeben werden, betonte Madsen.

Update, 22. April, 10.45 Uhr: Ministerin lobt Hochschulen für digitalen Aufbruch

Kiel - Die Hochschulen in Schleswig-Holstein haben sich nach Einschätzung von Wissenschaftsministerin Karin Prien in der Corona-Krise in sehr kurzer Zeit digital neu aufgestellt. "Die Hochschulen engagieren sich sehr, um die Studierenden bestmöglich zu unterrichten und zu betreuen", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Kiel. "Unser gemeinsames Ziel ist es, dass dieses Sommersemester 2020 von möglichst allen Studierenden erfolgreich absolviert werden kann." Dies verlange den Ausbau digitaler Lehrformate. Dafür stelle das Land den Hochschulen fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Für die Studenten seien besondere Regelungen geplant, kündigte Prien an. So solle dieses Sommersemester hochschulrechtlich nicht als Fachsemester gelten. Um Nachteile bei BAföG-Anrechnungen zu vermeiden, erhalten Studenten auf Antrag von ihrer Hochschule eine Bescheinigung, dass pandemiebedingt Leistungsnachweise oder Prüfungsleistungen nicht erbracht werden konnten. Studenten mit einem Stipendium nach der Stipendiumsverordnung können dieses um bis zu sechs Monate verlängern.

"Es soll keine Nachteile bei der Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen geben", sagte Prien. Auch der Zugang zu einem Masterstudium sei vorläufig ohne Bachelorabschluss befristet möglich.

Der Landeszuschuss von fünf Millionen Euro soll in die Modernisierung und Professionalisierung des IT-Services der staatlichen Hochschulen und der Stiftungsuniversität Lübeck fließen. Das Geld stehe für kurzfristige Investitionen zur Verfügung, erläuterte Prien.

Update, 22. April, 10.27 Uhr: Udo Lindenberg sagt Tour ab: Musiker will Fans "gesund wiedersehen"

Hamburg – Rockmusiker Udo Lindenberg (73) hat nach dem Verbot von Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie seine Tour komplett abgesagt. Die Konzertreise, die am 21. Mai in Kiel starten sollte, werde nicht verschoben, teilten Lindenberg und Veranstalter Roland Temme am Mittwoch in Hamburg mit. Für die Fans gibt es das Geld zurück – und noch eine gute Nachricht: Für nächstes Jahr wird eine komplett neue Tournee geplant.

19 Konzerte wollte der Deutschrocker bis Anfang Juli geben, unter anderem in Berlin, Zürich und Wien. "Ich bin tieftraurig, diesen Schritt gehen zu müssen", sagte Lindenberg. Doch es sei die einzige und richtige Entscheidung, alles abzusagen – "es geht um unser aller Leben", betonte er. "Zuhause bleiben ist gerade die einzige Lösung."

Im nächsten Jahr wird der in Hamburg lebende Musiker 75 – und will es auf der Bühne krachen lassen. "2021 wird es eine neue Tour geben, ihr werdet es erleben", kündigte er an. "Und es wäre cool, wenn wir uns dann nächstes Jahr ohne dieses Fuckvirus gesund wiedersehen."

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Großveranstaltungen in Deutschland bis Ende August verboten. Nach Angaben von Veranstalter Temme waren die Konzerte nahezu ausverkauft. Die Ticketpreise werden an den Vorverkaufsstellen vom 1. Juni an rückerstattet.

Update, 22. April, 10.10 Uhr: 2496 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 79 Tote

Kiel - Die Zahl der in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Virus ist auf 2496 gestiegen. Wie die Landesregierung am Mittwoch mitteilte, waren dies bis Dienstagabend 50 Fälle mehr als nach der Meldung des Vortags. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 7 auf 79. Allein im Kreis Stormarn kamen 6 Tote dazu.

114 Menschen sind derzeit in klinischer Behandlung und damit 5 weniger als nach der Vortagsmeldung. 1800 Corona-Infizierte sind mittlerweile genesen.

Update, 22. April, 7.30 Uhr: Forscher entwickeln schnelles Händedesinfektionssystem

Greifswald - Greifswalder Forscher haben eine Desinfektionsanlage entwickelt, mit der sich 18 Personen gleichzeitig die Hände desinfizieren können. Sie arbeitet mit einem Wirkstoff, der innerhalb von 30 Sekunden sowohl gegen hartnäckige Bakteriensporen als auch gegen widerstandsfähige Viren wirkt, teilte das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald am Mittwoch mit. 

Das Desinfektionssystem wurde demnach von der Firma Nebula Biocides GmbH entwickelt, einer Ausgründung des Greifswalder Leibniz-Institutes.

Die Anlage erlaubt Händedesinfektionen an hochfrequentierten Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen oder Krankenhäusern, erläuterten die Geschäftsführer des Unternehmens, Jörn Winter und Ansgar Schmidt-Bleke. Bisherige Desinfektionsmittel basierten meist auf Alkohol, seien teuer und leicht entzündlich. Das neue Mittel sei preiswert, nicht entflammbar und biologisch abbaubar.

Zugelassen sind Mittel und Verfahren jedoch noch nicht. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) habe auf die vor mehr als einem Jahr gestellte Anfrage mitgeteilt, dass sie "die Bewertung aufgrund begrenzter Kapazitäten nicht übernehmen kann", sagte Schmidt-Bleke. Nun werde zusammen mit den zuständigen Landesministerien geprüft, wie das Desinfektionssystem möglichst noch in der Corona-Krise eingesetzt werden könnte. 

Die Entwicklung des Spendersystems war im Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft des Landes gefördert worden und ist einer der Preisträger 2020.

Update, 22. April, 7.05 Uhr: Große Städte fordern Rettungsschirm für Kommunen

Kiel - Die fünf größten Städte in Schleswig-Holstein befürchten massive finanzielle Ausfälle in der Corona-Krise und fordern daher einen finanziellen Rettungsschirm für die Kommunen. Die Landeshauptstadt Kiel rechnet mit mindestens 100 Millionen Euro weniger Einnahmen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

Flensburg befürchtet ein Minus in Höhe eines ein- bis zweistelligen Millionenbetrags. Lübeck, Neumünster und Norderstedt haben noch keine bezifferbaren Prognosen, sehen aber dringenden Handlungsbedarf.

Update, 22. April, 6.55 Uhr: SPD-Poltitiker Stegner fordert europäischen Wiederaufbaufonds

Ralf Stegner, SPD-Fraktionsvorsitzender, stellt weitere Forderungen an die Landesregierung zum Umgang mit der Corona-Krise.
Ralf Stegner, SPD-Fraktionsvorsitzender, stellt weitere Forderungen an die Landesregierung zum Umgang mit der Corona-Krise.

Kiel - Der SPD-Politiker Ralf Stegner hat von Deutschland mehr europäische Solidarität in der Corona-Krise verlangt. "Wir brauchen am Ende einen EU-Wiederaufbaufonds", sagte der Kieler Landtagsfraktionschef. "Das darf nicht an Deutschland scheitern." 

Es wäre völlig falsch, andere Länder abschmieren zu lassen. Das widerspräche auch den Werten der EU. Deutschland dürfe auch nicht ständig unsere südeuropäischen Nachbarn belehren wollen. Dies bezog Stegner auch auf die SPD-Seite in der Bundesregierung.

Im Kampf gegen das Coronavirus müsse der Gesundheitsschutz der besonders Gefährdeten höchste Priorität behalten. "Wir müssen aber auch stärker Hilfen für jene in den Vordergrund rücken, die besonders viel schuften und leiden." 

Dies gelte auch für Familien mit Kindern. "Da gibt es noch keine vernünftige Debatte, sie zu entlasten." Er habe kein Verständnis dafür, die Spielplätze nicht zu öffnen.

Stegner verlangte praktische Lösungen, um den Bewohnern von Pflege- und Behindertenheimen Besuche zu ermöglichen. "Die Totalisolation muss überwunden werden." Wo es möglich ist, müssten organisatorische Lösungen gefunden werden, ohne Risiken zu vergrößern. "Dass Kinder ihre Eltern nicht besuchen dürfen, ist ein großes Problem." 

Stegner bekräftigte die Forderung, Pflegekräfte, Supermarktkassierer und Lastwagenfahrer besser zu bezahlen und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zudem müssten Bund und Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken.

Stegner setzte sich auch dafür ein, zügig den von der Corona-Krise besonders betroffenen Restaurants eine Perspektive zu geben. So könnten am Anfang Wiederöffnungen an Reservierungen gekoppelt werden. Das würde die Einhaltung von Abstandsregeln erleichtern. 

Der Bildungsministerin Karin Prien (CDU) warf Stegner vor, zu wenig den Dialog mit Eltern und Arbeitnehmervertretern zu führen. Als Beispiel nannte er Priens Vorstoß für Samstagsunterricht bis zum Sommer.

Update 22. April, 6.48 Uhr: Rostocker Tafel erleichtert über finanzielle Hilfe

Mitarbeiter der Rostocker Tafel laden Lebensmittel um.
Mitarbeiter der Rostocker Tafel laden Lebensmittel um.

Rostock - Die Rostocker Tafel zeigt sich erleichtert angesichts der Hilfe aus dem Sozialfonds der Landesregierung. "Wir werden davon ganz bestimmt Gebrauch machen", sagte Beate Kopka von der Rostocker Tafel. 

In Corona-Zeiten würden viele zusätzliche Kosten entstehen wie etwa durch Desinfektionsmittel, Schutzmasken und Verpackungsmaterial. Die Einnahmen durch eine Art Eintrittsgeld der Bedürftigen seien zuletzt um etwa ein Drittel gesunken. 

Viele würden zu Hause bleiben, da sie zur Risikogruppe gehören, berichtete Kopka weiter.

Für Frauenhäuser, Schullandheime, Freizeitzentren und andere soziale Einrichtungen hatte die Landesregierung am Dienstag einen millionenschweren Schutzschirm in der Corona-Krise aufgespannt. Das Kabinett habe einen Sozialfonds in Höhe von 20 Millionen Euro am Dienstag in einer Telefonkonferenz beschlossen, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) im Anschluss sagte.

Demnach seien die 20 Millionen Euro zusätzlich und nicht aus dem sogenannten MV-Schutzfonds, der 1,1 Milliarden Euro schwer ist. Diesen hatte die Landesregierung vor einigen Wochen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus aufgelegt. Er wird größtenteils über neue Schulden finanziert.

Der Sozialfonds ist den Angaben zufolge in fünf verschiedene Säulen unterteilt, die jeweils zwischen 500 000 und 5 Millionen Euro bekommen sollen. Zudem gibt es eine sechste Säule als Reservesumme, diese umfasst vier Millionen Euro. 

Gemeinnützige Vereine wie die Tafeln und Kleiderbörsen Mecklenburg-Vorpommerns sollen mit 5 Millionen Euro die höchste Summe erhalten. "Die Gelder sind mehr als hilfreich, um überhaupt weiter existieren zu können", sagte Kopka.

Update, 22. April, 6.18 Uhr: Gastro-Lieferservices helfen nur bedingt - hohe Pleitegefahr

Zahlreiche Gastronomen lassen ihr Essen während der Corona-Krise ausliefern. (Symbolbild)
Zahlreiche Gastronomen lassen ihr Essen während der Corona-Krise ausliefern. (Symbolbild)

Hannover - Das Gastgewerbe in Niedersachsen setzt wegen der nur begrenzten Abhilfe durch eigene Lieferangebote und der wachsenden Pleitegefahr vieler Betriebe auf weitere Unterstützung der Politik.

Die meisten Betriebe könnten die Folgen der anhaltenden Schließungen nicht allein etwa über alternative Geschäftsmodelle abfedern, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Land, Rainer Balke. 

28 Prozent der Mitglieder betrieben im März und April einen Außer-Haus-Verkauf - zahlreiche davon hätten dies aber auch schon vor der Corona-Pandemie getan. Bei nicht hierauf spezialisierten Gastronomen dürften damit gerade einmal 10 bis 20 Prozent der sonstigen Umsätze mit Speisen erzielt werden.

Balke schätzt, dass sich ein Drittel der Betriebe im Nordwesten in einer akut existenzbedrohenden Lage befindet: "Viele schildern, dass trotz der Inanspruchnahme staatlicher Förderungen das Eigenkapital im Verlauf des März und April komplett aufgezehrt sein wird." 

Für Kooperationen mit Vermittlungsplattformen wie Lieferando zahlen Gastronomen zudem zum Teil zweistellige Provisionen. Es müsse bald Klarheit über Perspektiven zur Wiedereröffnung geben. "Je länger die Krise mit Betriebsschließungen oder -beschränkungen andauert, desto schwieriger wird ein Wiedereinstieg", sagte Balke. Die Bundesagentur für Arbeit stelle sich auf eine Insolvenzzunahme im Mai und Juni ein.

Vor dem Ausbruch der Virus-Krise lief es für etliche Gastronomen noch gut, bundesweit war - Preiseffekte eingeschlossen - im Februar ein Umsatzplus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat geblieben. Aktuell könne er keine Prognose zur Entwicklung abgeben, sagte der niedersächsische Dehoga-Chef. Absehbar sei aber, dass "die regionale Betroffenheit in Niedersachsen sehr unterschiedlich ausfallen" wird.

"Ob zum Beispiel das Messegeschäft 2020 noch einmal anläuft oder vollständig ausfällt, ist unsicher", sagte Balke. Ein Großteil des Geschäftsreiseverkehrs in den Hotels hänge an Ausstellungen wie der in diesem Jahr abgesagten Hannover Messe. "Auch in den touristischen Kerngebieten besteht höchste Unsicherheit, ob und von wann an das Anlaufen erhofft werden darf", meinte der Dehoga-Chef mit Blick auf Urlaubsregionen wie Harz, Lüneburger Heide oder Nordseeküste.

Die Gewährung staatlicher Zuschüsse und Kredite über die Förderbanken sei "nach holperigem Start" inzwischen aber gut eingespielt. So habe die NBank Firmen der Branche bisher 93.000 Anträge mit einem Volumen von 700 Millionen Euro bewilligt. "Auch die Arbeitsverwaltungen mit dem Kurzarbeitergeld arbeiten lobenswert", betonte Balke.

Eine Mehrwertsteuer-Senkung hielten viele Betriebe in Niedersachsen in längerer Frist für sinnvoll - entsprechend niedrigere Belastungen könnten dann etwa das Abzahlen von Schulden erleichtern, die während der Schließungen aufliefen. 

Aktuell brächte das jedoch eher wenig, schätzt Balke. Nun benötige das Gastgewerbe vor allem "die von der Politik zugesagte Liquidität. Je länger die Betriebsschließungsphase andauert, desto größer werden die zu füllenden Finanzlöcher."

Update, 21. April, 22.23 Uhr: Hamburg sagt Sommer-Halbmarathon ab

Hamburg - Hamburgs Läufer und Läuferinnen müssen eine weitere Absage einer Großveranstaltung verkraften. 

Am Dienstag gab der Organisator des für den 28. Juni terminierten Halbmarathons bekannt, dass die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden ist. 

Die 26. Auflage des Rennens, das von der Reeperbahn aus rund um die Außenalster führt, soll nun am 27. Juni 2021 ausgetragen werden.

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht, respektieren aber die Entscheidung der Behörden. Die Gesundheit der Menschen hat eindeutig Vorrang", sagte Steven Richter, Geschäftsführer vom Veranstalter BMS Die Laufgesellschaft. 

Update, 21. April, 21.44 Uhr: Festival in Jamel abgesagt

Jamel - Das Festival gegen Rechtsextremismus, "Jamel rockt den Förster", ist wegen der Corona-Pandemie für dieses Jahr abgesagt worden. 

"Wir sehen es als realistisch an, dass Ende August noch lange keine Normalität eingekehrt sein wird und verzichten schweren Herzens und voller Verantwortung für die Gesundheit aller Beteiligten auf das 14. 'Jamel rockt den Förster'", teilte das Festival am Dienstag auf seiner Homepage mit. 

Ursprünglich sollte das Festival am 21. und 22. August in Jamel bei Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) stattfinden.

Update, 21. April, 21.32 Uhr: Gestorbene Corona-Patienten hatten alle Vorerkrankungen

Hamburg - Obduktionen bei 65 gestorbenen Corona-Patienten durch den Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel haben ergeben, dass alle Vorerkrankungen hatten. 

Demnach litten die Verstorbenen vor allem an Bluthochdruck, Herzinfarkten, Arteriosklerose oder Herzschwäche. In 46 Fällen hätten zudem Vorerkrankungen der Lunge vorgelegen, 28 hätten andere Organschäden oder transplantierte Organe gehabt.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hatte am 16. April gemeldet, dass nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin bis dahin 65 Menschen in der Hansestadt an Covid-19 gestorben seien. Bis zum Dienstag stieg diese Zahl auf 87.

Update, 21. April, 19.34 Uhr: 18 neue Infektionen in Bremen

Bremen - Im Bundesland Bremen stieg die Zahl der bestätigten Infektionen um 18 auf 625. Derzeit liegen 42 an Covid-19 Erkrankte im Krankenhaus, elf davon auf Intensivstationen. 

Acht der intensivmedizinisch behandelten Menschen müssen beatmet werden. In Bremen sind bislang 26 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. 

Die Zahl der Genesenen gab das Gesundheitsressort am Dienstag mit 334 an.

Update, 21. April, 17.53 Uhr: Erste französische Corona-Patientin geheilt entlassen

Kiel - Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat seine erste Covid-19-Patientin aus Frankreich geheilt nach Hause entlassen. 

Sie wurde am Dienstagmittag vom Campus Kiel über den Flughafen Hohn auf ihre Heimreise nach Frankreich verabschiedet, wie das Klinikum mitteilte. "Wir freuen uns sehr, dass wir in diesen herausfordernden Zeiten unseren französischen Freunden helfen können und sind glücklich über diesen europäischen Behandlungserfolg", sagte UKSH-Chef Jens Scholz.

Das Klinikum war einem Aufruf von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) gefolgt und hatte am 31. März sechs Intensivpatienten aus Frankreich übernommen, die beatmet werden mussten. 

Das Nachbarland war aufgrund der Coronavirus-Pandemie an Kapazitätsgrenzen bei der Behandlung solcher Intensivpatienten gestoßen. "Diese Hilfe war und ist für uns ein Gebot der Menschlichkeit", sagte Scholz.

Update, 21. April, 17.02 Uhr: Ein weiterer Corona-Fall in MV

Rostock - Die Anzahl der Menschen mit einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern ist leicht um einen Fall gestiegen. 

Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte, stieg die Gesamtzahl bis Dienstag auf 654. Die Zahl der Sterbefälle im Land liege weiterhin bei 15.

Landesweit müssen oder mussten 90 Menschen in Kliniken behandelt werden, 16 von ihnen auf einer Intensivstation, wie es hieß. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge gelten im Nordosten 495 Menschen als von der Covid-19-Erkrankung genesen. 

Landesweit seien mehr als 27.200 Corona-Tests analysiert worden.

Update, 21. April, 16.36 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt auf 9275

Hannover - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Corona-Virus ist in Niedersachsen am Dienstag auf 9275 gestiegen. 

Das waren 125 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Demnach sind 331 an Covid-19 erkrankte Frauen und Männer gestorben. 

Nach einer Hochrechnung sind rund 62 Prozent der gemeldeten Infizierten inzwischen genesen. Derzeit werden 993 mit dem Virus infizierte Menschen in Kliniken behandelt, darunter ist ein Kind. 

235 Erwachsene brauchen eine intensivmedizinische Behandlung. Eine Beatmung ist bei 165 Frauen und Männern nötig.

Update, 21. April, 16.33 Uhr: Bremer Senat entscheidet über Maskenpflicht

Bremen - Trotz dringender Empfehlung hat laut Ordnungsamt nur etwa jeder Fünfte am Montag beim Einkaufen oder im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine Mund- und Nasenbedeckung getragen. 

Das Ergebnis sei nicht berauschend, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Dienstag. Der Wert resultiert aus Beobachtungen des Ordnungsamtes. Der Senat will noch bis Freitag abwarten und dann über eine Maskenpflicht entscheiden, die am Montag in Kraft treten könnte.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) betonte, beim Tragen der Mund- und Nasenbedeckung gehe es um den Schutz des jeweils anderen. Es sei unbestritten, dass die Masken einen positiven Effekt hätten. 

Sollte man bis Freitag feststellen, dass sich 90 Prozent freiwillig an die Empfehlung hielten, dann wäre das Ziel ohne Verpflichtung erreicht. "Das wäre das Allerschönste, wenn das bei uns aus schierer Einsicht erfolgen würde." Er habe die Hoffnung, dass dies freiwillig umgesetzt werden könne.

Update, 21. April, 15.20 Uhr: Tschentscher kündigt Regierungserklärung an

Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, informiert über die aktuelle Lage in Hamburg.
Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, informiert über die aktuelle Lage in Hamburg.

Hamburg - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat für die Bürgerschaftssitzung am Mittwoch eine Regierungserklärung zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise angekündigt. 

Sie trage den Titel "Aktuelle Corona-Lage - Erste Schritte in ein normales Leben", teilte die Bürgerschaft am Dienstag mit. Danach wollen sich die Abgeordneten unter anderem mit dem wegen der Corona-Krise aus den Fugen geratenen Haushalt für das Jahr 2020 befassen.

Die dritte Bürgerschaftssitzung seit der Wahl am 23. Februar findet wegen der Corona-Pandemie erneut unter besonderen Schutzmaßnahmen im Großen Festsaal des Rathauses statt. 

Update, 21. April, 14.52 Uhr: Bei Verstoß gegen Maskenpflicht drohen 25 Euro Bußgeld

Schwerin - Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ab kommenden Montag im Nahverkehr und in Taxis in Mecklenburg-Vorpommern sollen Passagiere von der Mitfahrt ausgeschlossen werden. 

Auch ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro sei möglich, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin. Fahrer von Schulbussen sollen mit einem Vorrat an Masken ausgestattet werden, um Schülern ohne entsprechenden Schutz ein Exemplar verkaufen zu können.

"Wir wollen keinen Schüler am Schulbus stehen lassen", sagte Schwesig.

Update, 21. April, 14.50 Uhr: 33 neue Infizierte in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Hamburger ist seit Montag um 33 auf 4401 gestiegen. 

Die Zahl der Menschen, die an der Lungenerkrankung gestorben sind, hat sich um fünf auf 87 erhöht, wie die Gesundheitsbehörde am Dienstag in Hamburg mitteilte. Das Robert Koch-Institut (RKI), das dagegen alle Fälle zählt, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben, meldet für Hamburg weiterhin 91 Corona-Tote.

Laut RKI können rund 2700 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1700 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es.

Insgesamt befanden sich nach Behördenangaben am Montag wie schon am Sonntag 220 Menschen in Hamburg wegen des neuartigen Coronavirus in stationärer Behandlung. 

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen liegt bei 68, das sind sieben weniger als am Vortag.

Update, 21. April, 13.18 Uhr: Tschentscher kündigt Maskenpflicht in Hamburg ab Montag an

Hamburg – Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat von Montag an eine Maskenpflicht im Einzelhandel, auf Wochenmärkten und im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. 

Die bisherigen Empfehlungen zum Tragen von Masken gegen die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie hätten nicht ausreichend gefruchtet, sagte Tschentscher am Dienstag in Hamburg.

Update, 21. April, 13.09 Uhr: Hamburger Tennisturnier: Verlegung in den September geplant

Hamburg – Die Organisatoren der Hamburg European Open planen einen neuen Termin für des Tennis-Turnier am Rothenbaum: "Unsere Wunschvorstellung wäre eine Verlegung in den September", sagte Turnier-Direktorin Sandra Reichel am Dienstag. 

Ursprünglich sollte die 114. Auflage des Sandplatzturniers vom 11. bis 19. Juli stattfinden. Aufgrund des Verbots von Großveranstaltungen in Deutschland bis zum 31. August ist eine reguläre Durchführung des ATP-Turniers der 500er-Kategorie zu diesem Termin aber ausgeschlossen.

Die ATP wollte den neuen Termin noch nicht bestätigen: "Aktuell behalten die Hamburg European Open ihre bisherige Kalender-Position im Juli. Wir arbeiten eng mit den Turnierveranstaltern zusammen, um alles zu tun, um ein erfolgreiches Turnier auf die Beine zu stellen", wurde ATP-Europachef David Massey in einer Mitteilung der Hamburger Organisatoren zitiert. Eine Entscheidung soll Mitte Mai fallen.

Sandra Reichel und ihr Team wollen die Veranstaltung in der Hansestadt in jedem Fall stattfinden lassen: "Wir haben mit allen Partnern sehr vertrauensvolle Gespräche geführt und wollen alles dafür tun, um eine Austragung der Hamburg European Open in diesem Jahr zu ermöglichen", sagte die Österreicherin.

Update, 21. April, 13.04 Uhr: Günther kündigt Maskenpflicht auch für Schleswig-Holstein an

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein kommt mit einer Schutzmaske zu der Sondersitzung des Landtags.
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein kommt mit einer Schutzmaske zu der Sondersitzung des Landtags.  © Carsten Rehder/dpa

Kiel – Im Kampf gegen das Coronavirus führt auch Schleswig-Holstein eine Maskenpflicht ein. 

Dies kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag an. 

Das Kabinett werde am Mittwoch beschließen, das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln vom 29. April an zur Pflicht zu machen.

Update, 21. April, 12.47 Uhr: Bremens Maximilian Eggestein: Werder fitter als vor der Corona-Pause

Bremen – Aus Sicht von Werder Bremens Mittefeldspieler Maximilian Eggestein hat der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga die Corona-Zwangspause bislang gut genutzt. 

"Wir als Spieler fühlen uns auf jeden Fall fitter, als es vor der Pause war", sagte der 23-Jährige in einem über das Vereins-TV verbreiteten Interview am Dienstag. "Ich glaube, dass ich nicht das Top-Level an Spritzigkeit hatte. Dafür hat die Pause gut getan."

Eggestein würde sich freuen, wenn die Saison bald fortgesetzt wird. "Gerade wir haben etwas gutzumachen, und das möchten wir auch", sagte er. Ein Neustart, der nach derzeitigem Stand wohl frühestens am 9. Mai erfolgen könnte, müsse aber gesellschaftlich vertretbar sein. "Da darf der Fußball keine Extrarolle einnehmen."

Werder bereitet sich derzeit wie die Bundesliga-Konkurrenz mit Kleingruppentraining auf den möglichen Wiederbeginn der Spielzeit vor.

Update, 21. April, 12.46 Uhr: Drägerwerk besorgt sich frisches Geld für Auftragsboom

Lübeck – Der Medizintechnik-Konzern Drägerwerk hat neue Vorzugsaktien erfolgreich platziert. 

Der Preis für die eine Million Anteilscheine habe bei 76,50 Euro je Stück gelegen, teilte das Unternehmen am späten Montagabend in Lübeck mit. Brutto fließen dem Unternehmen damit 76,5 Millionen Euro zu. 

Drägerwerk produziert stark nachgefragte Beatmungsgeräte und Schutzmasken und gehört deshalb zu den Profiteuren der Coronavirus-Pandemie. 

Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, den Erlös vor dem Hintergrund des derzeitigen Auftragsbooms zur Stärkung seiner Liquidität und der Eigenkapitalbasis zu verwenden.

Update, 21. April, 12.17 Uhr: Wegen Corona: Anlaufstelle für Unternehmen mit Lieferproblemen

Hamburg – Hamburger Unternehmen, die wegen der Corona-Krise von Lieferproblemen betroffen sind, können sich ab sofort an eine zentrale Anlaufstelle wenden. 

Unter der Telefon-Nummer 040 42841 2233 erhalten Betriebe, die von Ausfällen oder anderen Schwierigkeiten in ihren internationalen Lieferbeziehungen betroffen sind, Beratung und Hilfe. Das teilte die Hamburger Wirtschaftsbehörde am Dienstag mit. Ziel der neuen Kontaktstelle sei es, gestörte Lieferbeziehungen wiederherzustellen.

"Wir haben ein hohes Interesse daran, dass die Herstellung und Lieferung benötigter Zulieferprodukte, wo möglich, wieder reibungslos erfolgt", sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos). Funktionierende internationale Lieferketten seien essenziell für den Industrie- sowie Hafen- und Logistikstandort Hamburg. Vielfach sei es zu Produktionsproblemen oder Stillstand gekommen, weil wesentliche Komponenten nicht geliefert wurden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten am 15. April beschlossen, dass die Wirtschaftsministerien entsprechende Kontaktstellen einrichten. 

Das Referat Außenwirtschaft der Hamburger Wirtschaftsbehörde verfügt nach eigenen Angaben über ein enges Netz an Ansprechpartnern weltweit. Darüber ließen sich Probleme in Lieferländern identifizieren.

Update, 21. April, 12.11 Uhr: FDP-Fraktionschef fordert klare Kante bei Zweitwohnungen

Kiel – Im Kompetenzstreit zwischen Landesregierung und Kreisen um eine Öffnung der Zweitwohnungen verlangt die FDP im Kieler Landtag einen zügigen Durchbruch. 

"Die Diskussion um die Zweitwohnungsnutzungsverbote einiger Landkreise muss ein schnelles Ende finden", sagte Fraktionschef Christopher Vogt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Land habe aus guten Gründen nur die Nutzung von Zweitwohnungen untersagt, die auf Inseln oder Halligen liegen. 

"Für die weitergehenden Verbote sind einzelne Landkreise verantwortlich, die jetzt öffentlich auf eine Anweisung des Landes hoffen", sagte Vogt. "Das ist zwar etwas schräg, aber das Land sollte den beteiligten Landkreisen diesen Gefallen tun."

Das Image des Landes dürfe nicht weiter von einigen Landräten aufs Spiel gesetzt werden, sagte Vogt. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Ausbreitung müssen verhältnismäßig und sinnvoll sein." Deshalb müsse es vor allem um Kontaktreduzierung und nicht um die Einschränkung der Bewegungsfreiheit gehen.

"Diese Diskussion nimmt mittlerweile wirklich skurrile Züge an", befand der FDP-Fraktionschef. "Nordfriesland definiert mal eben Grenzen innerhalb unseres Bundeslandes, während Ostholstein lieber erst Hotels öffnen will, anstatt die Menschen zu ihrem Eigentum zu lassen. Dieses merkwürdige Schauspiel darf nicht weiter die Akzeptanz unserer Corona-Maßnahmen gefährden." 

Die Landesregierung habe einen sinnvollen Fahrplan für den Tourismus skizziert: Im ersten Schritt die Nutzung von Zweitwohnungen zulassen, dann Ferienwohnungen und Hotels öffnen. "Es kann jetzt nicht um Eitelkeiten gehen, sondern nur um eine behutsame Rücknahme von Maßnahmen, um die wirtschaftliche Existenz von tausenden Schleswig-Holsteinern zu sichern."

Als letzten Schritt will die Regierung den Tagestourismus wieder zulassen. Einen Zeitplan für die genannten Schritte gibt es noch nicht.

Update, 21. April, 11.23 Uhr: FDP fordert parlamentarische Beteiligung an Corona-Beschlüssen in MV

Berlin/Rostock – Der Rostocker FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold hat eine stärkere Beteiligung des Schweriner Landtags an den Beschlüssen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gefordert. 

"In dieser Woche tagt der Bundestag. In der sitzungsfreien Zeit finden wöchentlich Ausschusssitzungen statt, wenn auch als Telefonkonferenzen", sagte Reinhold am Dienstag. Auch in Schleswig-Holstein habe es vergangene Woche eine Sondersitzung des Plenums gegeben, parallel berieten die Fachausschüsse.

"Nur in Mecklenburg-Vorpommern werden einschneidende Eingriffe in das private und öffentliche Leben am Parlament vorbei getroffen", kritisierte Reinhold, dessen Partei nicht im Landtag vertreten ist. 

"Das ist hochgradig befremdlich, zumal nicht mal die parlamentarische Opposition aufschreit." Das Parlament trete nach seiner jüngsten Sitzung am 1. April erst Mitte Mai wieder zusammen. 

Dies sei in diesen Zeiten zu spät. "Die Landesregierung kann nicht tun, was sie will und hochherrschaftlich ohne Parlament regieren."

Update, 21. April, 11.20 Uhr: Bislang sieben Covid-19-Tote in Pflegeheim in Rümpel

Bad Oldesloe – Nach dem Ausbruch von Covid-19 in einem Pflegeheim in Rümpel bei Bad Oldesloe sind bislang sieben Bewohner an der Krankheit gestorben. 

Unter den vier jüngsten Todesfällen seien drei Bewohnerinnen im Alter von über 90 Jahren und ein über 70-Jähriger, sagte ein Sprecher des Kreises Stormarn am Dienstag. Mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind nach Angaben der Einrichtung derzeit 58 Bewohner und 24 Mitarbeiter.

Die Pflegeeinrichtung für Demenzkranke und psychisch auffällige Menschen steht seit dem 9. April unter Quarantäne. Das Heim bietet Platz für 70 Bewohner. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Epidemie in dem Haus lebten dort 68 Menschen, eine weitere Frau lag im Krankenhaus.

Die infizierten Pflegekräfte seien unterschiedlich stark von Symptomen betroffen, sagte Heimleiter Daniel Schöneberg. Einige arbeiteten weiter. Ein Personaldienstleister habe auch neue Pflegekräfte zur Verfügung gestellt. "Es geht, wir kriegen die Dienste besetzt", sagte Schöneberg.

Es sei aber eine sehr angespannte Situation. Jeder, der in dem Heim arbeite, stehe auch zu Hause unter Quarantäne und dürfe seine Wohnung nicht mal zum Mülleimer leeren verlassen. Auch die Familien der Mitarbeiter seien von der häuslichen Isolation betroffen. "Wir kämpfen von Tag zu Tag. Das ist heldenhaft, was unsere Mitarbeiter leisten", sagte der Leiter.

Update, 21. April, 10.43 Uhr: Bessere Luft wegen Corona-Einschränkungen in Hamburg

Hamburg – Wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise verbessert sich die Luftqualität in Hamburg. 

So sei ein Rückgang bei der Stickoxidbelastung messbar, erklärte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Dienstag. Grund sei das gesunkene Verkehrsaufkommen durch mehr Arbeit im Homeoffice, weniger Freizeitfahrten und die Kontaktbeschränkungen. "An den verkehrsnahen Messstationen können wir im Vergleich zum März beobachten, dass die Stickstoffdioxidbelastung gesunken ist."

Dies habe aber keine Auswirkungen auf die bestehenden Dieselfahrverbote an der Stresemannstraße und der Max-Brauer-Allee. "Hier gilt, was auch vor Corona galt: Es zählt der Jahresmittelwert", sagte der Senator. 

Wenn das laufende Jahr im kommenden Jahr ausgewertet sei, könne man entscheiden, "ob zum Beispiel die Beschränkung an der Stresemannstraße wieder aufgehoben werden kann".

Update, 21. April, 10.42 Uhr: Hamburger Polizei zeigt wegen Corona-Krise Präsenz auf dem Kiez

Keine Prostituierten sitzen in den Fenstern eines Bordells neben einem Geldautomaten in der legendären Herbertstraße auf St. Pauli.
Keine Prostituierten sitzen in den Fenstern eines Bordells neben einem Geldautomaten in der legendären Herbertstraße auf St. Pauli.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Angesichts vieler geschlossener Clubs, Theater, Bars und Restaurants zeigt die Hamburger Polizei auf St. Pauli verstärkt Präsenz. 

In der Corona-Krise müsse das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen beachtet werden, "gerade in diesen Zeiten, wo wir über gesundheitliche Gefahren und wirtschaftliche Existenzängste sprechen", sagte der Revierleiter der Davidwache, Ansgar Hagen, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen ansprechbar sein. Der Bürger soll merken, wir sind da."

Da viel weniger Menschen auf dem Kiez unterwegs seien, habe sich die Kriminalität verändert. "Vor der Corona-Krise lag ein polizeilicher Schwerpunkt in der Bekämpfung der Gewaltkriminalität - gefährliche Körperverletzung, einfache Körperverletzung, aber auch Eigentumsdelikte rund um Raubstraftaten, ganz viel Taschendiebstahlsdelikte." Das stehe derzeit nicht im Fokus.

Rund um die Reeperbahn gebe es Ladenbesitzer, die ihre Fenster zum Schutz vor Einbrüchen mit Holzplatten gesichert hätten. "Das macht etwas mit dem Stadtteil", sagte Hagen und versprach: "Dieser Stadtteil wird weiter sicher sein." Dafür sorgten auch seine Zivilfahnder, die auf dem Kiez nach wie vor im Einsatz seien. "Wir sind weiter im Stadtteil unterwegs und schauen, dass sich alle an Recht und Gesetz halten."

Probleme mit der Durchsetzung der Kontakt- und Abstandsregeln gebe es nicht. "Wir hatten von Anfang an eine sehr hohe Akzeptanz hinsichtlich der Allgemeinverfügungen", sagte Hagen. "Wir müssen kaum einschreiten." 

Für ihn sei der Zusammenhalt im Stadtteil maßgeblich. "Da gibt es einfach eine große Solidarität, die Menschen helfen sich. Das ist das, was den Kiez schon vorher ausgemacht hat, und jetzt stellt es sich noch mal unter Beweis."

Update, 21. April, 10.40 Uhr: Fridays for Future kündigt Protest mit Livestream und Plakaten an

Hannover – Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future will ihren Protest trotz der Corona-Einschränkungen am Freitag fortsetzen. 

In Hannover sind Unterstützer aufgerufen, von 10 bis 14 Uhr am Trammplatz vor dem Neuen Rathaus Plakate abzulegen. Zudem soll es zusammen mit Musikern einen Livestream sowie Statements auf den Social-Media-Kanälen der Bewegung geben, wie Fridays for Future Hannover am Dienstag mitteilte. 

"Während das Coronavirus das ganze Land lahmlegt, machen wir das, was wir am besten können: Wir verlegen unseren Protest ins Netz", sagte Aktivist Simon Braun. Die Aktionen sind Teil des fünften globalen Klimastreiks von Fridays for Future.

Update, 21. April, 10.23 Uhr: Vor Corona-Ausbreitung Hamburg im Tourismusboom

Hamburg – Einen Monat vor Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat der Hamburger Tourismus im Februar noch satte Zuwächse verzeichnet. 

Die Zahl der Übernachtungen stieg verglichen mit dem Vorjahresmonat um 17,8 Prozent auf 1,09 Millionen, wie das

Statistikamt Nord am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Gäste legte um 14,3 Prozent auf 559.000 zu. Für die Statistik wurden die Angaben von 415 Hotels, Pensionen und weiteren Betrieben mit 72.706 Betten berücksichtigt.

Vor allem Geschäftsreisende und Touristen aus anderen Bundesländern waren in der Hansestadt vermehrt zu Gast: Sie buchten 862 000 Übernachtungen, ein Zuwachs von 21,8 Prozent. 

Von Reisenden aus dem Ausland wurden 230.000 Übernachtungen gebucht, ein Plus von 5,0 Prozent.

Update, 21. April, 9.55 Uhr: 2446 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 72 Tote

Kiel – Die Zahl der in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Epidemie gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Virus ist auf 2446 gestiegen. 

Wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte, waren dies bis Montagabend 20 Fälle mehr als nach der Meldung des Vortags. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 5 auf 72 .

119 Menschen sind derzeit in klinischer Behandlung und damit 9 weniger als nach der Vortagsmeldung. 1700 Corona-Infizierte sind mittlerweile genesen.

Update, 21. April, 9.22 Uhr: Gerichte kündigen Verhandlungen per Videoschalte an

Celle – Die Gerichte im Bezirk Celle wollen in der Corona-Krise vermehrt auf Verhandlungen per Videokonferenz setzen. 

Ziel sei es, so in Zivil- und Familienverfahren "langsam wieder an ein Normalmaß" des Geschäftsbetriebs heranzukommen, sagte die Präsidentin des Oberlandesgerichts Celle, Stefanie Otte, laut einer Mitteilung vom Dienstag für die 48 Gerichte in dem Bezirk. 

Verfahrensbeteiligte, Zeugen und Sachverständige müssen demnach nicht im Gericht erscheinen, sondern können sich dazuschalten. So sei denkbar, dass die Richterin oder der Richter die einzige Person im Sitzungssaal ist. 

Den Angaben zufolge hat das Landgericht Hannover bereits mehr als 50 Zivilsachen per Videokonferenz verhandelt.

Update, 21. April, 6.41 Uhr: Hamburg bietet Kita-Notbetreuung nun auch für Alleinerziehende

Ein Flipchart mit der Aufschrift "Anmeldung Notbetreuung" steht auf dem Gelände der Grundschule Hoheluft.
Ein Flipchart mit der Aufschrift "Anmeldung Notbetreuung" steht auf dem Gelände der Grundschule Hoheluft.  © Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg – In Hamburg können von Mittwoch an auch Alleinerziehende ihre Kleinkinder in die Kita-Notbetreuung geben. 

Ein Antrag sei dafür nicht nötig, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde der Deutschen Presse-Agentur. An den übrigen bisherigen Regeln zur Notbetreuung ändere sich dagegen nichts. 

So dürfen das Angebot weiterhin nur Eltern nutzen, deren Arbeit als systemrelevant eingestuft worden ist. Dazu gehören Polizisten, Klinikmitarbeiter, Pflegepersonal und Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen. Auch Kinder mit einem dringlichen sozialpädagogischen Förderbedarf werden betreut.

Über die Änderung der Regelung waren die Kitas der Behörde zufolge am Montag informiert worden. Die Notbetreuung soll zunächst bis zum 6. Mai aufrecht erhalten werden. In Hamburg werden rund 90.000 Kinder in den Kitas betreut.

Zuletzt wurden in Hamburg durchschnittlich etwa drei bis höchstens fünf Prozent von ihnen in der Notbetreuung in den Kitas versorgt. Bereits am Montag war die Zahl bereits auf sechs Prozent angestiegen, wie der Behördensprecher weiter sagte.

Update, 21. April, 6.23 Uhr: Lehrerverband: Sechste Klassen so schnell wie möglich zur Schule

Schwerin – Die Sechstklässler sollen nach Auffassung der Lehrergewerkschaft VBE am 4. Mai zusammen mit den Viertklässlern in die Schulen zurückkehren. 

Nicht nur für die Viertklässler stehe nach dem Sommer ein Schulwechsel an, sondern auch für viele Sechstklässler, sagte der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Michael Blanck. Möglicherweise sei das übersehen worden.

In Mecklenburg-Vorpommern gehen die Kinder nach der vierten Klasse zunächst für zwei Jahre auf eine Regionale Schule, um eine für alle gleiche Orientierungsstufe zu absolvieren. Danach wechseln nach Blancks Worten mehr als 30 Prozent des Jahrgangs auf die Gymnasien.

Dort müssen ein neuer Lernstil vermittelt und auch teils erhebliche Unterschiede im Wissensstand der Schüler ausgeglichen werden. Könnten die Sechstklässler nicht schnell in die Schulen zurückkehren, würden die Abstände zwischen den Kindern noch weiter auseinanderklaffen, sagte Blanck. Das sei eine große Herausforderung.

"Die Kinder werden mit sehr unterschiedlichen Wissensständen zurückkommen", sagte Blanck. Der Zugang zu den für den Fernunterricht nötigen digitalen Medien und die Unterstützung durch die Eltern seien sehr unterschiedlich. 

Es sei zu befürchten, dass einzelne Schüler mit demselben Wissen in die Schule zurückkehren, den sie zum Zeitpunkt der Schulschließungen Mitte März hatten.

Update, 21. April, 6.22 Uhr: Corona-Krise beschäftigt Landesregierung weiter - Sozialfonds geplant

Schwerin – Nach den Hilfen für Wirtschaft und Kultur sollen in der Corona-Krise nun auch Vereine und soziale Einrichtungen Unterstützung vom Land bekommen. 

Auf seiner Sitzung am Dienstag (10.30 Uhr) will das Kabinett die Einrichtung eines Sozialfonds beschließen. Im Gespräch ist ein Volumen von 20 Millionen Euro. Das Hilfsprogramm richtet sich dem Vernehmen nach an ehrenamtlich Engagierte, gemeinnützige Organisationen, Vereine und soziale Einrichtungen der Daseinsvorsorge und Wohlfahrtspflege.

Die zusätzlichen Mittel sind für Angebote vorgesehen, die nicht über gesetzliche Regelungen finanziert werden und deren Bestand durch die Auswirkungen der Corona-Krise gefährdet ist. Gelder aus dem Sozialfonds sollen unter anderem an Familienzentren, Tafeln oder auch an Sportvereine gehen. 

Der Landtag hatte als Reaktion auf die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Epidemie einen mit 1,1 Milliarden Euro ausgestatteten MV-Schutzfonds aufgelegt. Dafür macht das Land erstmals seit 15 Jahren wieder Schulden.

Update, 21. April, 6.20 Uhr: FDP für Maskenpflicht in Bereichen ohne Ausweichmöglichkeit

Hannover –Die FDP in Niedersachsen hat sich in der Corona-Krise für eine Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen ohne Ausweichmöglichkeiten ausgesprochen. 

"Sicherlich ist das schon eine Einschränkung der persönlichen Freiheit, ohne Frage. Doch sie hat einen guten Grund: Wir wollen wegkommen von den pauschalen Verboten und allen Bereichen mehr Lebensmöglichkeiten eröffnen", sagte Fraktionschef Stefan Birkner der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (Dienstag).

Dies gehe aber nur mit Einschränkungen. Deshalb sei es der richtige Schritt, Masken in Bereichen wie dem öffentlichen Personennahverkehr anzulegen oder in anderen Bereichen, wo man schnell ins Gedränge komme. "Dann kann man auch das öffentliche Leben wieder langsam hochfahren - in Vereinen, in Geschäften, in Betrieben", sagte Birkner der Zeitung.

Nach Wolfsburg hatte kürzlich Braunschweig als zweite Großstadt in Niedersachsen angekündigt, eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken einzuführen. Die Regelung greift ab Samstag (25.04.), eine zugehörige Verordnung wird vorbereitet. In Wolfsburg wurde eine Maskenpflicht im Einzelhandel sowie in öffentlichen Gebäuden, Bussen, Arztpraxen und medizinischen Einrichtungen beschlossen. 

Die Stadt erließ eine Allgemeinverfügung, deren Regeln mit einer Übergangsfrist von einer Woche zunächst bis zum 6. Mai gelten. Ausgenommen sind kleine Kinder.

Update, 21. April, 6.17 Uhr: Mundschutz gut, aber Pflicht nur bei "besonderem Bedarf"

Hannover – Die Kommunen in Niedersachsen halten eine Ausweitung des freiwilligen Mundschutz-Tragens für sinnvoll - verpflichtende Regeln sollten aber nur unter speziellen Umständen erlassen werden. 

"Es ist sinnvoll dort, wo sich der Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht sicher einhalten lässt", sagte der Sprecher des Städte- und Gemeindebunds (NSGB), Thorsten Bullerdiek, der dpa mit Blick auf eine häufigere Abdeckung von Mund und Nase aus eigenem Antrieb. Verbindliche Vorgaben seien jedoch nur angezeigt, falls Gemeinden dies für sich selbst so entscheiden.

"Wenn einzelne Städte einen besonderen Bedarf vor Ort für eine Maskenpflicht sehen, kann eine entsprechende Regelung erfolgen", sagte Bullerdiek. Die Bürger sollten auch in solchen Fällen aber nicht leichtsinnig werden: "Damit nehmen diese Städte den Menschen nicht die Verantwortung ab. Es sollte jeder Einzelne daran denken, dass der Mundschutz kein Freibrief für unvorsichtiges Verhalten ist." Deutlich wichtiger sei es etwa, den Sicherheitsabstand einzuhalten, sich häufiger die Hände zu waschen und in die Armbeuge zu husten.

Nach Wolfsburg hatte kürzlich Braunschweig als zweite Großstadt in Niedersachsen angekündigt, eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken einzuführen. Die Regelung greift ab Samstag (25.04.), eine zugehörige Verordnung wird vorbereitet. In Wolfsburg wurde eine Maskenpflicht im Einzelhandel sowie in öffentlichen Gebäuden, Bussen, Arztpraxen und medizinischen Einrichtungen beschlossen. 

Die Stadt erließ eine Allgemeinverfügung, deren Regeln mit einer Übergangsfrist von einer Woche zunächst bis zum 6. Mai gelten. Ausgenommen sind kleine Kinder.

Update, 21. April, 6.14 Uhr: Abiturprüfungen beginnen im Norden unter strengen Auflagen

Kiel – In Schleswig-Holstein beginnen am Dienstag die schriftlichen Abiturprüfungen. 

Dafür gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Auflagen. Die Tische der Schüler müssen zur Prüfung zwei Meter voneinander entfernt stehen. Hinzu kommen strenge Hygienemaßnahmen. 

Insgesamt wollen 14.000 Schüler an 160 Schulen im Land die Hochschulreife erwerben. Darunter sind 99 Gymnasien und 43 Gemeinschaftsschulen.

Update, 20. April, 22.20 Uhr: Hamburger Abiturienten beginnen mit Prüfungen

Eine Lehrerin sitzt am Pult im Klassenraum.
Eine Lehrerin sitzt am Pult im Klassenraum.  © Fabian Strauch/dpa

Hamburg - Unter strikten Hygieneregeln beginnen am Dienstag die schriftlichen Abiturprüfungen an den Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen. 

Abstände und Desinfektionsmittel gehören zum Mindeststandard. Mutmaßlich infizierte Schüler dürfen nicht teilnehmen, auch wenn sie keine Covid-19-Symptome zeigen. Im Vergleich zu anderen Jahren werde es zusätzliche Termine geben, um die Klausuren nachzuschreiben, teilte die Schulbehörde mit.

Am ersten Prüfungstag werden rund 2300 potenzielle Abiturienten ihre Klausuren im Fach PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft) schreiben. 

Am Mittwoch geht es weiter mit Geschichte und dann folgen die verschiedenen Fächer bis zum geplanten Abschluss der Abiturprüfungen am 6. Mai.

Update, 20. April, 22.15 Uhr: Schulen fehlt es an Desinfektionsmitteln

Schwerin - Der Hygieneplan des Bildungsministeriums für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern steht in der Kritik. 

So sollen die Schulen nicht mit Handdesinfektionsmitteln für die Schultoiletten versorgt werden, wie der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, am Montag. "Das hat uns überrascht. Das sieht in anderen Bundesländern anders aus."

Das Bildungsministerium hält - nach Konsultation mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales sowie Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Rostock - eine Hände-Desinfektion in der Schule nicht für notwendig. Die Experten hätten erklärt, dass die Gefahren die Vorteile überwiegen würden, sagte Ministeriumssprecher Henning Lipski. 

Der Hygieneplan des Ministeriums sieht unter anderem vor, dass die Pausen der einzelnen Klassen versetzt stattfinden sollen und dass Lehrer den Zugang zur Toilette kontrollieren. 

Update, 20. April, 20.21 Uhr: Warnbrief des Gastgewerbes

Schwerin - Nach mehrwöchiger Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie haben seit Montag auch in Mecklenburg-Vorpommern viele Läden des Einzelhandels wieder geöffnet. 

Das Interesse der Kunden war an einigen Einkaufsstraßen und Shopping-Centern allerdings eher verhalten. Die Umsatzausfälle während der mehrwöchigen Schließung sind jedoch enorm. 

Der Handelsverband Nord schätzte für den Einzelhandel im Nordosten einen Umsatzausfall von rund 21 Millionen Euro pro geschlossenem Tag.

Von einer Öffnung kann die Gastronomie derzeit nur träumen. Deshalb hat sich der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit einem "Hilferuf des Gastgewerbes" an die Landesregierung gewandt und vor einem Ruin der Branche gewarnt. "Kein Unternehmen verkraftet es, wenn der Umsatz für mehrere Monate zu 100 Prozent wegfällt", heißt es dort. 

Der Dehoga-Landesverband fordert ein sofortiges Rettungspaket, das neben einer Senkung der Mehrwertsteuer für alle gastronomischen Umsätze auf sieben Prozent auch direkte Finanzhilfen umfassen soll.

Update, 20. April, 18.29 Uhr: Beate-Uhse-Website profitiert von Krise

Veendam - Der Eigentümer der Internetseite von Beate Uhse verkauft wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Produkte. 

"Infolge der Corona-Krise stieg der Verkauf in Deutschland um durchschnittlich 94 Prozent, wobei täglich bis zu 800 Bestellungen mehr eingehen als an einem regulären Werktag", teilte die niederländische EDC Retail am Montag mit Blick auf die Ergebnisse für das erste Quartal 2020 in Veendam mit. 

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr nach der zweiten Insolvenz des Erotikkonzerns Beate Uhse dessen Online-Geschäft übernommen. 

"Am bisher umsatzstärksten Tag des Jahres 2020 konnte sogar ein Wachstum von 162 Prozent verzeichnet werden", hieß es weiter.

Update, 20. April, 18.27 Uhr: Erneut Coronatote aus Altenheimen im Kreis Pinneberg

Elmshorn - Die Zahl der Coronatoten aus Pinneberger Altenheimen hat sich auf 17 erhöht. Wie der Kreissprecher Oliver Carstens am Montag mitteilte, starben seit Samstag vier weitere Bewohner im Zusammenhang mit dem Virus. 

Neuinfektionen gebe es aber keine. Laut Kreispressestelle haben sich auch 31 Pflegekräfte angesteckt. 

Betroffen sind zwei Einrichtungen in Rellingen und eine in Tornesch.

Update, 20. April, 17.41 Uhr: Nur zwei neue Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Die Anzahl der Menschen mit einer Corona-Infektion in Mecklenburg-Vorpommern ist leicht um zwei Fälle gestiegen. 

Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte, stieg die Gesamtzahl bis Montag auf 653. Die Zahl der Sterbefälle im Land liege weiterhin bei 15.

Landesweit müssen oder mussten 90 Menschen in Kliniken behandelt werden, 16 von ihnen auf einer Intensivstation, wie es hieß. 

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge gelten im Nordosten 464 Menschen als von der Covid-19-Erkrankung genesen.

Update, 20. April, 17.39 Uhr: Hamburgs Sportsenator hält Geisterspiele für vorstellbar

Hamburg - Die Sportminister der Länder haben sich bei ihrer Telefonkonferenz am Montag auf eine baldige Lockerung der strengen Beschränkungen im Sport verständigt. 

"Unser Ziel ist, dass es in der ersten Maiwoche wieder startet, auf jeden Fall mit dem Individualsport unter freiem Himmel. Möglicherweise auch in anderen Sportarten", sagte Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote und betonte: "Aber nur outdoor und wenn die Abstände und die Kontaktfreiheit eingehalten werden können."

Ein weiterer Diskussionspunkt seien Geisterspiele gewesen. Auch diese seien "im Laufe des Mai" vorstellbar. "Und zwar für alle Profiligen, nicht nur für den Fußball", sagte Grote. 

Update, 20. April, 16.17 Uhr: 9150 bestätigte Infektionen in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist auf 9150 gestiegen. 

Das sind 183 mehr als am Tag zuvor, wie die Landesregierung am Montag mitteilte. Geschätzt 5578 Menschen - rund 61 Prozent - sind inzwischen genesen. 

Allerdings sind auch 303 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, gestorben. Die Zahl der Erkrankten, die in einer Klinik behandelt werden, liegt bei 934. 

Insgesamt benötigen 232 Erwachsene intensivmedizinische Behandlung, 148 davon müssen künstlich beatmet werden.

Update, 20. April, 16.08 Uhr: 200.000 Schutzmasken in MV eingetroffen

Kartons voll mit Masken lagern in einem Container.
Kartons voll mit Masken lagern in einem Container.  © Uwe Anspach/dpa

Schwerin - Eine erste größere Lieferung von 200.000 Schutzmasken, die das Land Mecklenburg-Vorpommern zentral bestellt hat, ist eingetroffen. 

"Ich bin froh, dass wir nach einigen kleineren Lieferungen die erste größere Lieferung aus der Landesbeschaffung im zentralen Lager haben", sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Montag in Schwerin. 

Er gehe davon aus, dass sich die Verfügbarkeit von Schutzausstattung bald etwas entspannen werde. Vor allem aus dem Pflegebereich gab es zuletzt Klagen, dass Schutzausrüstungen knapp seien.

Zusätzlich zu den Lieferungen des Bundes hat das Land bisher für rund 39 Millionen Euro Schutzausrüstungen bestellt. Dazu gehörten 5,6 Millionen FFP-2-Schutzmasken, fünf Millionen OP-Masken, 1,5 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken, 440.000 Schutzanzüge und -kittel, sowie 614.000 Schutzhandschuhe. 

Die Aufträge umfassten außerdem Artikel wie Schutzbrillen, Überziehschuhe sowie Hand- und Flächendesinfektionsmittel.

Update, 20. April, 16.06 Uhr: UKE weist Kritik weiter zurück

Hamburg - Nach der Häufung von Covid-19-Fällen im Krebszentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat die Klinikleitung Kritik an der Informationspolitik zurückgewiesen. 

Die Gesundheitsbehörden seien von Anfang an über jeden Einzelfall informiert worden, sagte der auch für die Onkologie zuständige Klinikdirektor Carsten Bokemeyer am Mittwoch. 

Das UKE sei sehr professionell mit den Fällen umgegangen und habe die Situation "sehr gut gemanaget".

Wie der Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Joachim Prölß, sagte, waren die ersten sieben Patienten einer onkologischen Station am Abend des 5. April positiv getestet worden, nachdem zuvor bei einem Klinikmitarbeiter eine Infektion festgestellt worden war. 

Im Laufe der vergangenen Woche seien dann weitere Patienten positiv getestet worden, "ungefähr 20 waren es", sagte er. Auch bei rund 20 Klinikmitarbeitern wurde das Virus festgestellt.

Update, 20. April, 15.44 Uhr: Auch Hamburger Sommerdom wird abgesagt

Nach dem Hamburger Frühlingsdom ist nun auch der Sommerdom abgesagt worden.
Nach dem Hamburger Frühlingsdom ist nun auch der Sommerdom abgesagt worden.  © Markus Scholz/dpa

Hamburg - Nach dem Hamburger Frühlingsdom ist nun auch der Sommerdom wegen des sich ausbreitenden Coronavirus abgesagt worden. 

Da Großveranstaltungen bis Ende August verboten sind, könne auch der Sommerdom am 24. Juli nicht starten, sagte Anna Nitzsche vom Veranstalterteam am Montag in Hamburg.

Der Hamburger Dom gilt als eines der größten Volksfeste in Norddeutschland. Der Sommerdom sollte bis zum 23. August stattfinden. Im vergangenen Jahr hatten rund zweieinhalb Millionen Menschen den Sommerdom besucht.

Die Zulassungen für die bis zu 250 einzelnen Geschäfte des Sommerdoms seien zuletzt vorsichtshalber zurückgehalten worden, sagte Nitzsche. 

Update, 20. April, 14.48 Uhr: Zehn Spezialpraxen in Hamburg

Hamburg - Mit der Einführung sogenannter Infektpraxen will die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) mit der Hamburger Gesundheitsbehörde ihre Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausbauen. 

Zehn bereits bestehende Hamburger Arztpraxen werden von Mittwoch an ihren Normalbetrieb auf ein Minimum herunterfahren und schwerpunktmäßig Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus behandeln. Das teilten die KVH und Gesundheitsbehörde am Montag mit.

Durch die Lockerungen der Kontakteinschränkungen rechnet die KVH mit einem "dynamischeren Infektionsgeschehen" und "einer Steigerung von an Covid-19 erkrankten Patienten", wie Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender der KVH, erläuterte. 

Ziel der Infektpraxen sei es, den Hamburger Arztruf und die ambulante ärztliche Versorgung zu entlasten. 

Update, 20. April, 14.46 Uhr: Hamburger Abiturienten beginnen mit Prüfungen

Hamburg - Für die Hamburger Abiturientinnen und Abiturienten beginnen am Dienstag die schriftlichen Prüfungen. 

Am ersten Prüfungstag werden rund 2300 potenzielle Teilnehmer ihre Klausuren im Fach PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft) schreiben, teilte die Schulbehörde am Montag mit. Am Mittwoch geht es weiter mit Geschichte und dann folgen die verschiedenen Fächer bis zum geplanten Abschluss der Abiturprüfungen am 6. Mai.

Insgesamt gibt es in Hamburg nach Angaben der Behörde rund 9800 Abitur-Prüflinge, die in drei Fächern schriftlich und in einem Fach mündlich (klassische mündliche Prüfung oder Präsentationsprüfung) geprüft werden.

Update, 20. April, 14.04 Uhr: 21 neue Corona-Infizierte in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Hamburger ist seit Sonntag um 21 auf 4368 gestiegen. 

Die Zahl der Menschen, die am Coronavirus gestorben sind, hat sich um drei auf 82 erhöht, wie die Gesundheitsbehörde am Montag in Hamburg mitteilte. Das Robert Koch-Institut (RKI), das dagegen alle Fälle zählt, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben, meldet für Hamburg 91 Corona-Tote. 

Die Gesundheitsbehörde weist darauf hin, dass die aktuellen Zahlen aufgrund von Meldeverzögerungen von Laboren am Wochenende zunächst nur vorläufig sind.

Laut RKI können rund 2600 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1800 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es.

Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 220 Menschen in Hamburg wegen des neuartigen Coronavirus in stationärer Behandlung. 

Das sind 12 weniger als am Vortag. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen liegt bei 75, einer weniger als noch am Sonntag.

Update, 20. April, 13.37 Uhr: Positive Resonanz auf Öffnung des Rostocker Zoos

Rostock – Die Öffnung der Zoos in Mecklenburg-Vorpommern ist in Rostock auf eine positive Resonanz gestoßen. 

Wie Zoodirektor Udo Nagel am Montag berichtete, wurden bis zur Mittagszeit rund 600 Besucher gezählt, bis zum Abend würden mehr als 1000 erwartet. "Dies sind allerdings insgesamt weniger als an einem normalen April-Tag der Vorjahre, an denen durchschnittlich 2000 Besucher gezählt wurden."

Noch gebe es für die Besucher nur ein begrenztes Angebot, sagte Nagel. So seien die Spielplätze abgesperrt und Tierhäuser wie das Darwineum geschlossen. Wichtig sei aber auch für Mitarbeiter, dass sie nun wieder eine Perspektive sähen. 

Interessant sei, wie positiv etwa die Pinguine oder Eisbären auf die Besucher reagierten. Nach den Wochen ohne Gäste sei das für sie nun "großes Kino".

Update, 20. April, 13.36 Uhr: Nordost-CDU uneins über Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Schwerin – In der CDU Mecklenburg-Vorpommern gehen die Meinungen über die Erhöhung des Kurzarbeitergelds weit auseinander. 

Während sich CDU-Landeschef Eckhardt Rehberg in seiner Funktion als haushaltspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion skeptisch gegenüber der Idee zeigte, befürwortete der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Torsten Renz, eine befristete Anhebung der staatlichen Lohnhilfe. 

"Dadurch, dass viele Menschen bei uns in Branchen beschäftigt sind, in denen die Löhne ohnehin eher niedrig sind - etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe - können die Lohneinbußen dramatische Folgen haben", begründete Renz seine Haltung. "Wer soll das bezahlen?", fragte hingegen Rehberg in der "Passauer Neuen Presse" (Montag).

Mit Kurzarbeit können Unternehmen einige Wochen oder Monate einer Wirtschaftsflaute überbrücken, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Die Beschäftigten erhalten dann 60 Prozent - mit Kindern 67 Prozent - des Nettoverdiensts von der Bundesagentur für Arbeit. 

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich hinter Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gestellt, das Kurzarbeitergeld für die Monate Mai, Juni und Juli auf 80 Prozent (87 Prozent bei Arbeitnehmern mit Kindern) aufzustocken.

Update, 20. April, 13.35 Uhr: Rund 194 Millionen an Corona-Soforthilfen ausgezahlt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat bislang rund 194 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen an Selbstständige und Unternehmen ausgezahlt. 

Etwa 19.000 Anträge seien bis Samstagabend bewilligt worden, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag in Schwerin mit. Rund 35.000 Anträge seien bislang beim Landesförderinstitut eingegangen. Das Antragsformular sei rund 179 000 Mal heruntergeladen worden.

"Inzwischen sind mehr als die Hälfte der bisher eingegangenen Anträge bewilligt und ausgezahlt. Es wird weiter intensiv an der Bewilligung durch das Landesförderinstitut gearbeitet", sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in einer Mitteilung. Die Antragsnachfrage habe deutlich nachgelassen.

Die Höhe der Soforthilfen richtet sich jeweils nach der Zahl der Beschäftigten. Solo-Selbstständige und Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten können laut Ministerium maximal 9.000 Euro bekommen. Bei Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten gibt es höchstens 15.000 Euro. Dabei geht das Land in Vorleistung. 

Denn für Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern gewährt der Bund die Hilfen. Größere Firmen werden vom Land unterstützt. Für Zuschüsse, Darlehen und Kreditbürgschaften hatte die Landesregierung einen MV-Schutzfonds über 1,1 Milliarden Euro aufgelegt, der zum Großteil über neue Schulden des Landes finanziert wird.

Update, 20. April, 13.28 Uhr: Stiftungen legen Soforthilfen für Künstler auf

Hannover – Freiberufliche Kulturschaffende in Niedersachsen können in der Corona-Krise Soforthilfen von 2000 Euro beantragen. 

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die VGH-Stiftung haben dazu nach Angaben vom Montag Sonderfonds eingerichtet. 

Zum Umfang der Fonds wurden keine Angaben gemacht. "Wir wollen erst einmal sehen, wie hoch der Bedarf ist", sagte in Hannover die stellvertretende Geschäftsführerin beider Stiftungen, Martina Fragge.

Die Anträge können gestellt werden für Bereiche, in denen die Stiftungen tätig sind. Bei der Sparkassenstiftung sind das Bildende Kunst, Musik, Museen und Denkmalpflege. Die VGH-Stiftung fördert Denkmalpflege, Literatur, Kunstvermittlung, Museumspädagogik, Wissenschaft und Mildtätigkeit.

Zugleich blieben frühere Förderzusagen gültig, selbst wenn Projekte sich wegen der Corona-Pandemie verzögern oder gar nicht möglich sein sollten, teilten die Stiftungen mit. Ungeachtet der Krise würden auch Förderanträge für neue Projekte angenommen.

Update, 20. April, 13.27 Uhr: Sommersemester startet digital

Hannover/Bremen – Videokonferenzen und Podcasts statt volle Hörsäle: Die Hochschulen in Niedersachsen und Bremen sind am Montag digital in das Sommersemester gestartet. 

An der Universität Hildesheim herrschte auf dem Campus gähnende Leere. Der Lehrbetrieb begann im Internet - so verfolgten zum Beispiel 40 Studierende die digitale Vorlesung "Physikalische Chemie I". 

Dies sei eine sehr gute Beteiligung, sagte Dozentin Jacqueline Claus, die mit einer studentischen Hilfskraft einen Versuch präsentierte und darüber mit den Studierenden online diskutierte. Das niedersächsische Wissenschaftsministerium unterstützt den digitalen Semesterstart mit Fördermitteln von insgesamt 1,25 Millionen Euro.

Die Fraktionen von Grünen und FDP im Landtag forderten von der Landesregierung mehr Unterstützung für Studierende, die ihr Studium oft über Mini-Jobs in Einzelhandel oder Gastronomie finanzieren. Diese fallen wegen der Corona-Pandemie derzeit weg. 

Der Asta, die studentische Selbstverwaltung der Hochschule Hannover, plädierte für einen Sozialfonds für Studierende, die jetzt unverschuldet in einer finanziellen Notlage sind.

Auch in den bremischen Hochschulen werden die meisten Lehrveranstaltungen in digitaler Form abgehalten. Vom 4. Mai an sollen in Bremen dem Wissenschaftssenat zufolge auch wieder zum Beispiel Laborpraktika aufgenommen werden - allerdings mit weniger Studierenden und unter Beachtung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen.

Update, 20. April, 13.24 Uhr: "Erstes rasches Lecken" am Eis erlaubt

Hannover – Mit einem Augenzwinkern hat Niedersachsens Landesregierung die Corona-Regeln zum frühlingshaften Eisverzehr erläutert. 

Eigentlich ist es derzeit in einem Umkreis von 50 Metern zu Restaurants und Cafés untersagt, zu essen und zu trinken. Mit Blick auf Eisdielen dürfe aber "durch erstes rasches Lecken an einer Eiskugel während des zügigen Sichentfernens von der Eisdiele ein Heruntertropfen des Eises auf Kleidung oder Fußboden verhindert werden", erklärt die Landesregierung in einem Frage-Antwort-Stück online. 

Für den "Verzehr des Resteises" gelte dann jedoch der 50-Meter-Abstand, heißt es abschließend mit einem Zwinkersmiley.

Update, 20. April, 13.23 Uhr: Schwangere in Corona-Krise separat behandeln

Kiel – Frauenärzte und Hebammen sollen Schwangere in Schleswig-Holstein in der Corona-Zeit von nun an getrennt vom allgemeinen Praxisbetrieb behandeln. 

Die Hygienepläne sollten entsprechend ergänzt werden, teilte das Sozialministerium am Montag mit. Das Ressort informierte gemeinsam mit den Verbänden der Frauen-, Kinder- und Jugendärzte sowie der Hebammen und der Frauenklinik am Uniklinikum über veränderte Abläufe. Damit solle unter den aktuellen Bedingungen die bestmögliche Versorgung sichergestellt werden.

Sars-CoV-2-infizierte Schwangere könnten zu Hause überwacht werden, sofern sie nur leichte Symptome haben, gab das Ministerium vor. Verschlechtere sich ihr Gesundheitszustand akut, müssten Schwangere stationär aufgenommen werden.

In den Kreißsaal dürfen Schwangere nur von einer gesunden, vertrauten Person begleitet werden, hieß es. Wer in den Kreißsaal mit hinein darf, entscheide im Einzelfall das Klinikpersonal. 

Die Begleitperson müsse die Klinik nach der Geburt verlassen. Sie darf derzeit nicht im Familienzimmer untergebracht werden. Auch Besuche nach der Geburt sind derzeit nicht gestattet. Mutter und Kind sollten nur bei Müttern mit schweren Covid-19-Symptomen voneinander getrennt werden.

Corona-Tests asymptomatisch Schwangerer durch einen Nasen-Rachenabstrich seien nicht sinnvoll, hieß es außerdem. Ein negativer Test sage nicht aus, dass keine Infektion vorliegt: Diese könne nach Ansteckung während der Inkubationszeit jeden Tag auftreten, so dass der Test später positiv ausfallen könne.

Update, 20. April, 13.20 Uhr: Minister verteidigt Tourismus-Pläne zur behutsamen Lockerung

Kiel – Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat seinen Appell an die Landkreise erneuert, bei einer Lockerung der Tourismus-Beschränkungen im Land stufenweise mit der Öffnung der Wohnungen von Zweitwohnungsbesitzern zu beginnen. 

"Dort hat man auch einen überschaubaren Anteil an Menschen, die wieder in Bäderorte gelassen werden", sagte Buchholz am Montag in Kiel. Wann der Bezug von Zweitwohnungen möglich werden soll, ließ der Minister offen.

In einer zweiten Stufe könnten Ferienwohnungen, Hotels und gegebenenfalls gastronomische Betriebe mit Auflagen wieder geöffnet werden. 

Den Hotels könnten Auflagen gemacht werden - zum Beispiel eine Beschränkung der Belegung auf maximal die Hälfte der Betten, "damit man auch in den Bäderorten auf den öffentlichen Flächen die Gesamtanzahl der Menschen im Blick behalten kann. Wir wollen Ansammlungen von Menschen möglichst vermeiden", sagte der FDP-Minister.

Die Öffnung Schleswig-Holsteins für den Tagestourismus werde noch dauern. Wenn an einem schönen Sonntag Menschen aus Norddeutschland alle in einen bestimmten Bäderort fahren, seien sie auf einer Promenade "fast nicht mehr voneinander zu separieren", sagte er. "Da werden wir uns noch etwas einfallen lassen müssen. Bis wir das wieder ganz und gar freigeben, wird sicher noch eine gewisse Zeit vergehen."

Beim Landkreistag stoßen die Kieler Pläne auf Kritik. Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, der auch Präsident des Deutschen Landkreistages ist, plädiert für eine schrittweise Öffnung von Hotels und Gaststätten, um den Tourismus wieder anzufahren.

Update, 20. April, 13 Uhr: Viele Studenten in MV in finanzieller Notlage

Rostock – Viele Studenten in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Einschätzung des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) wegen der Corona-Pandemie in einer finanziellen Notlage. 

In einer Umfrage unter 3000 Studenten der Universitäten und Hochschulen im Land bezeichneten sich knapp 40 Prozent selbst in finanzieller Bedrängnis, teilte der Asta der Uni Rostock am Montag mit. So sei etwa der Nebenerwerb von 45,5 Prozent der Studierenden wegen der Corona-Krise ausgesetzt worden. 

15 Prozent arbeiteten weniger, etwa gleich vielen sei gekündigt worden. Die internationalen Studierenden treffe diese Situation besonders hart, da bei ihnen der Anteil von Bafög-Beziehern nur bei 5,6 Prozent liege.

Als Konsequenz forderte der Asta schnelle und unbürokratische Hilfen. "Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden und wirklich alle Studierenden in finanzieller Not mit einschließen. Ansonsten werden einige ihr Studium aus der Not heraus abbrechen müssen", sagte AStA-Sozialreferentin Charlotta Sieve.

Update, 20. April, 12.44 Uhr: Offene Sportanlagen in MV - Golfer und Tennisspieler dabei

Schwerin – Die Sportanlagen im Freien haben in Mecklenburg-Vorpommern seit Montag unter strengen Auflagen wieder geöffnet. 

Alle sechs Tennisplätze seien belegt, hieß es etwa vom Tennis-Club Kühlungsborn. Das Vereinshaus sei aber weiterhin geschlossen. Auch die Golfanlage in Warnemünde freute sich über eine rege Nachfrage. Die Sportanlagen mussten wegen der Corona-Pandemie zuvor geschlossen bleiben.

Bei der Golfanlage in Gneven bei Schwerin seien die ersten Spieler wieder auf dem Platz, die strengen Auflagen würden eingehalten, hieß es. Demnach dürfen maximal zwei Spieler zur selben Zeit starten.

Die eingeschränkte Öffnung der Sportanlagen im Freien ist Teil des sogenannten MV-Plans, worin Maßnahmen zur schrittweisen Erweiterung des öffentlichen Lebens festgehalten sind. Dort heißt es, Sportanlagen für Einzel- und Paarsport dürfe unter Einhaltung von Auflagen wie der Abstandspflicht sowie Zugangsbeschränkungen wieder öffnen. 

Fitnessstudios dürfen aber weiterhin nicht öffnen, bekräftigte das Sozialministerium.

Update, 20. April, 12.43 Uhr: Gastronomie-Verband in MV fordert sofortiges Rettungspaket

Rostock/Schwerin – Mit einem "Hilferuf des Gastgewerbes" hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Hotel- und Gaststättenverband an die Landesregierung gewandt und vor einem Ruin der Branche gewarnt. 

"Kein Unternehmen verkraftet es, wenn der Umsatz für mehrere Monate zu 100 Prozent wegfällt", heißt es in dem an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gerichteten vierseitigen Brief. Darin fordert der Dehoga-Landesverband ein sofortiges Rettungspaket, das neben einer Senkung der Mehrwertsteuer für alle gastronomischen Umsätze auf sieben Prozent auch direkte Finanzhilfen umfassen soll.

"Nur so lässt sich eine Insolvenzwelle und Massenarbeitslosigkeit verhindern", mahnt Verbandspräsident Lars Schwarz in dem von ihm unterzeichneten Brief. Die 6000 gastgewerblichen Betriebe mit ihren 55.000 direkt Beschäftigten seien einer der regionalen Wirtschaftsmotoren, die Branche existenziell und systemrelevant für das gesamte Wirtschaftsgefüge Mecklenburg-Vorpommerns. 

Für Donnerstag ist nach Angaben der Staatskanzlei ein Spitzengespräch zwischen Vertretern der Tourismusbranche und der Regierung geplant.

Update, 20. April, 12.42 Uhr: Corona-Pandemie bremst Transplantationsmedizin aus

Rostock – Die Transplantationsmedizin wird nach Einschätzung von Rostocker Medizinern durch die Corona-Pandemie stark ausgebremst. 

Dies gelte auch für Spenden von Gewebe wie etwa Augenhornhäute, teilte die Gesellschaft für Transplantationsmedizin MV (GTM-V) am Montag in Rostock mit. Eingriffe an Augenhornhäuten gelten bis auf wenige Notfalloperationen als aufschiebbar und sind entsprechend deutlich zurückgefahren worden, wie GTM-V-Geschäftsführer Frank-Peter Nitschke am Montag sagte. Viele Patienten seien verunsichert. 

Dabei gehe es eher um das vermeintlich höhere Ansteckungsrisiko in Ambulanzen und Kliniken. "Wir gehen deshalb von einer enormen Bugwelle an aufgeschobenen Operationen in der Augenheilkunde zum Ende des Jahres aus."

Nitschke betonte, dass alle GTM-V-Gewebespender auf mögliche Kontakte zu Corona-infizierten Patienten beziehungsweise Symptome einer Infektion geprüft werden. Allerdings gebe es keine Hinweise auf eine Übertragung der Corona-Viren durch Implantation, Transplantation, Infusion oder Transfer von menschlichen Zellen oder Gewebe. 

Neben den Hornhäuten kämen bei Gewebespenden vor allem Herzklappen und Blutgefäße in der Notfallmedizin lebensrettend zum Einsatz.

Update, 20. April, 12.41 Uhr: Keine Hand-Desinfektionsmittel für Schultoiletten vorgesehen

Schwerin – Der Hygieneplan des Bildungsministeriums für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Auffassung der Lehrergewerkschaft VBE lückenhaft. 

So sollen die Schulen nicht mit Handdesinfektionsmitteln für die Schultoiletten versorgt werden, wie der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin sagte. "Das hat uns überrascht. Das sieht in anderen Bundesländern anders aus."

Der Hygieneplan des Ministeriums sieht unter anderem vor, dass die Pausen der einzelnen Klassen versetzt stattfinden sollen und dass Lehrer den Zugang zur Toilette kontrollieren. So soll vermieden werden, dass sich zu viele Schüler in den Toilettenräumen aufhalten. 

Vorgeschrieben sind Spender mit Flüssigseife und Einmalhandtücher. Blank wundert sich: "Wenn Ladengeschäfte Handdesinfektionsmittel für ihre Kunden bereitstellen, muss das ja einen Sinn haben", sagte er.

Für die Schulbusse forderte Blanck Begleitpersonen. Sie müssten darauf achten, dass die Schüler den geforderten Mindestabstand zueinander einhalten. Das könne man dem Busfahrer nicht aufbürden, der auf den Verkehr achten müsse.

Update, 20. April, 12.38 Uhr: Pflegeheim in Seevetal evakuiert

Seevetal – Alle Bewohner eines Altenpflegeheims in Seevetal (Kreis Harburg) müssen wegen eines hohen Zahl an Coronavirus-Infektionen in Krankenhäuser verlegt werden. 

20 wurden bereits am Samstag auf Kliniken in Winsen und Buchholz verteilt. Die restlichen 27 Bewohnerinnen und Bewohner sollten im Laufe des Montags ebenfalls verlegt werden, teilte eine Sprecherin des Landkreises Harburg mit. 

Bei 30 Bewohnern und 20 Mitarbeitern der Einrichtung bestätigte sich den Angaben zufolge eine Infektion mit dem Coronavirus. 

Die Bewohner seien meist stark pflegebedürftig. Eine ordnungsgemäße Pflege und Behandlung sei unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistest, hieß es.

Update, 20. April, 12.36 Uhr: Hamburg legt Zusatzprogramm für Startups auf

Hamburg – Die Stadt Hamburg legt zusätzlich zu den bisherigen Finanzhilfen für Unternehmen in der Corona-Krise ein Programm für innovative Startups auf. 

Sie können unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 100.000 Euro als pauschalen, bedingt rückzahlbaren Zuschuss erhalten, teilte die Wirtschaftsbehörde am Montag in der Hansestadt mit. Die Höhe des Betrags richtet sich nach der Zahl der Mitarbeiter.

Zu den Bedingungen gehört unter anderem, dass die Unternehmen nicht älter als acht Jahre sind, eine innovative Eigenentwicklung verfolgen und höchstens 50 Mitarbeiter beschäftigen. Die Hilfe kann zusätzlich zu bereits gewährten staatlichen Unterstützungsleistungen in Anspruch genommen werden.

"Wir zeigen damit, dass wir auch in der Krise in die Zukunft der Hamburger Wirtschaft investieren", sagte Wirtschaftsenator Michael Westhagemann (parteilos). Die jungen Unternehmen hätten in der Regel eine dünne Eigenkapitaldecke und seien noch nicht oder gerade eben in der Gewinnzone. 

Sie finanzieren sich primär über Risikokapitalinvestoren und sind meist nicht kreditwürdig bei einer Hausbank. Die Anträge können bis zum 31. Mai gestellt werden.

Update, 20. April, 11 Uhr: Geschäfte in Mecklenburg-Vorpommern wieder geöffnet

Schwerin – Nach mehrwöchiger Zwangsschließung haben am Montagmorgen in Mecklenburg-Vorpommern viele Läden des Einzelhandels wieder geöffnet. 

Die von der Landesregierung in der Vorwoche beschlossenen Lockerungen der Corona-Schutzvorkehrungen erlauben im Nordosten nahezu allen Geschäften, Kunden einzulassen, auch den Ladenstraßen der Einkaufscenter. Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte waren von den Schließungen zuvor ausgenommen.

Die nutzbare Verkaufsfläche je Geschäft wurde auf maximal 800 Quadratmeter beschränkt. Deshalb mussten größere Handelsunternehmen unter Hinweis auf technische Umbauten ihre Kunden am Vormittag zum Teil auf spätere Öffnungen vertrösten. 

An vielen Eingangstüren wachten Mitarbeiter darüber, dass nur eine begrenzten Anzahl von Kunden Zutritt bekam, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Bau- und Gartenmärkte hatten im Nordosten vorfristig schon am Samstag wieder ihre Türen öffnen dürfen, was Heimwerker und Gartenfreunde ausnutzten. Der Andrang war enorm.

Update, 20. April, 11 Uhr: Einzelhandel in Hamburg teils wieder geöffnet

Eine Frau mit Mundschutz geht in der Europa Passage Hamburg.
Eine Frau mit Mundschutz geht in der Europa Passage Hamburg.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Die ersten Geschäfte im Hamburger Einzelhandel sind nach mehrwöchigen Schließungen wieder geöffnet. 

Zunächst durften am Montag Läden mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern ihre Türen aufmachen. Die meisten von ihnen ließen von 10 Uhr an wieder Kunden herein.

In der Europa-Passage - dem Verbindungsglied zwischen der Shoppingmeile Mönckebergstraße und dem Jungfernstieg - wurde noch am Morgen geputzt und gewienert, bevor es auch hier wieder losging. Häufig wiesen Aufkleber den Kunden den Weg in und durch die Geschäfte. Für Fahrradläden, Buchhandlungen und Autohäuser gilt die Größenbegrenzung nicht.

Das Tragen von Schutzmasken beim Einkaufen ist in der Corona-Krise in der Hansestadt jedem selbst überlassen. "In Hamburg setzen wir im Moment auf eine dringende Empfehlung. Das Wichtigste sind nach wie vor der Abstand und die Einhaltung der Hygieneregeln wie häufiges Händewaschen", hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gesagt.

Update, 20. April, 10.59 Uhr: Tier- und Wildparks wieder geöffnet

Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen, l-r) und Verena Kaspari, Zoodirektorin, öffnen gemeinsam das Tor des Tierparks Neumünster für die Besucher.
Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen, l-r) und Verena Kaspari, Zoodirektorin, öffnen gemeinsam das Tor des Tierparks Neumünster für die Besucher.  © Gregor Fischer/dpa

Neumünster – Die wegen der Corona-Pandemie zuletzt geschlossenen Tier- und Wildparks in Schleswig-Holstein sind seit Montag wieder geöffnet. 

"Ich freue mich, dass es gelungen ist, die Tierparks unter den strengen Hygiene-Auflagen und Abstandsregeln wieder zu öffnen", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht bei der symbolischen Wiedereröffnung des Tierparks Neumünster.

"Das ist sowohl für die Parks enorm wichtig, die ansonsten vor existenziellen Nöten stünden. Und auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit, so gerade für Familien auch tatsächlich einmal rauszukommen aus dem schwierigen Homeoffice und der Situation zuhause", sagte Albrecht. Dies sei eine der wichtigen Lockerungen - "bei aller notwendigen Restriktion, die wir immer noch vor uns haben".

Albrecht verwies außerdem auf ein spezielles Förderprogramm des Landes für Einrichtungen im Umwelt- und Naturschutzbereich in Höhe von fünf Millionen Euro, das auch für Tierparks gilt. 

Das Programm sei jetzt auf den Weg gebracht worden, "damit gerade dort, wo eben nicht große Gewinne erzielt werden, dann auch trotzdem der Weiterbetrieb organisiert werden kann und kein Tierpark zumachen muss und auch ansonsten keine Einschränkungen vorgenommen werden müssen."

Den Einrichtungen sollte noch am Montag das Antragsformular mit Erläuterungen zugeleitet werden. Die Soforthilfe des Ministeriums wird für maximal drei Monate als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Anträge müssen bis spätestens 31. Mai gestellt werden.

Auf dem Tagesprogramm Albrechts standen nach Neumünster noch Besuche des Wildparks Eekholt in Großenaspe (Kreis Segeberg) und des Tierparks Gettorf.

Update, 20. April, 10.54 Uhr: Einzelhandelsgeschäfte im Norden wieder geöffnet

Kiel – Nach mehrwöchiger Schließung wegen der Corona-Krise haben in Schleswig-Holstein am Montag Einzelhandelsgeschäfte wieder geöffnet. 

Sie dürfen eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern haben und müssen strikte Abstands- und Hygienevorgaben einhalten. Für Fahrradläden, Buchhandlungen und Autohäuser gilt die Größenbegrenzung nicht. 

Auf jeweils zehn Quadratmetern Fläche darf sich höchstens ein Kunde aufhalten. Boutiquen, Schuh- und Schmuckläden begrüßten wieder erste Kunden. 

Auch mobile Verkaufsstände wie Hähnchengrill- oder Kaffeewagen sind wieder gestattet.

Update, 20. April, 10.52 Uhr: 2426 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 67 Tote

Kiel – Die Zahl der in Schleswig-Holstein gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist auf 2426 gestiegen. 

Wie die Landesregierung am Montag mitteilte, waren dies bis Sonntagabend 9 Fälle mehr als nach der Meldung des Vortags. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 5 auf 67.

128 Menschen sind derzeit in klinischer Behandlung und damit einer weniger als nach der Vortagsmeldung. 1700 Corona-Infizierte sind mittlerweile genesen.

Update, 20. April, 9.42 Uhr: Bildungsministerin Prien: Schulunterricht "auch mal samstags"

Karin Prien (CDU), Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, trägt zu Beginn der Sondersitzung des Landtags eine Schutzmaske.
Karin Prien (CDU), Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, trägt zu Beginn der Sondersitzung des Landtags eine Schutzmaske.  © Carsten Rehder/dpa

Kiel – Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will vermeiden, dass einzelne Jahrgänge in diesem Schuljahr nicht mehr in die Schule kommen. 

Es sei denkbar, dass unter den coronabedingten Umständen Unterricht bis zu den Sommerferien auch mal an einem Samstag stattfinden könnte, sagte Prien am Montag im Deutschlandfunk. "Das muss jetzt besprochen werden." 

Es sei schwierig, wenn einzelne Jahrgänge bis zu den Sommerferien nicht mehr in die Schule kämen. Das wolle sie möglichst vermeiden. Auch Schüler aus schwierigen Stadtteilen müssten wieder erreicht werden. Um Lernrückstände aufzuholen, schlug die Ministerin zudem vor, mehr Lernangebote als bisher für die Sommerferien zu machen.

Die schriftlichen Abiturprüfungen starten in Schleswig-Holstein wie geplant am Dienstag; andere Schüler dürfen wegen der Corona-Gefahr erst nach und nach die Schulen betreten. Von Mittwoch an beginnen die Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen zum Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und Mittleren Schulabschluss (MSA). 

Die Teilnahme an den Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen sind für alle Schüler in den Räumen der Schule verpflichtend, sofern sie nicht zur Risikogruppe gehören.

Erst am 4. Mai soll in den vierten Grundschulklassen und den Abschluss-Jahrgängen des kommenden Schuljahres der Unterricht wieder beginnen. Ein entsprechender Erlass steht noch unter dem Vorbehalt der Kultusministerkonferenz am 29. April. 

Bis zum 4. Mai will die Bildungsministerin in Schleswig-Holstein unter anderem mit den Bildungsträgern, Elternbeiräten, Gewerkschaften und Nahverkehrsdienstleistern die neuen Schulkonzepte abstimmen. Dabei geht es unter anderem um zeitversetzten Unterricht von kleineren Gruppen, die Auswahl der Fächer sowie die Beförderung der Schüler im Land.

Update, 20. April, 9.12 Uhr: Bahn setzt Personaloffensive wegen Corona-Krise online fort

Hannover/Bremen – Die Deutsche Bahn setzt ihre Personaloffensive im Norden trotz der Corona-Epidemie uneingeschränkt fort. 

Statt im persönlichen Vorstellungsgespräch werden die neuen Mitarbeiter nun aber digital rekrutiert, sagte der Leiter der Personalgewinnung in der Region Nord, Fabian Wylenzek. "Die Bahn hat weiterhin einen hohen Personalbedarf, daran ändert auch die Corona-Krise nichts." 

An den geplanten Einstellungen und dem Ausbildungsstart Anfang September werde festgehalten. Junge Leute, die ihr Abschlusszeugnis wegen der Schulunterbrechung nicht rechtzeitig erhielten, könnten das vorangegangene Zeugnis einreichen.

Die Bahn will in diesem Jahr in Niedersachsen und Bremen rund 2600 neue Mitarbeiter einstellen. Gesucht werden unter anderem 170 Lokführer, 300 Fahrdienstleiter und 550 sogenannte Fahrweginstandhalter. "Die Einstellungen und Bewerbungszahlen sind konstant hoch", sagte Wylenzek. 

Binnen kurzer Zeit habe die Bahn ihre Personalgewinnung vom persönlichen auf ein virtuelles Vorstellungsgespräch umgestellt. Nicht nur die Bewerber sondern auch die beteiligten Eisenbahner-Kollegen hätten sich darauf einstellen müssen. "Das hat sehr gut geklappt."

Auch Vorträge, Mitarbeiter-Castings und Info-Tage, bei denen die Bahn klassischerweise das Interesse für einen der rund 500 Berufe im Konzern versucht zu wecken, werden nach Möglichkeit online organisiert und um neue Formate ergänzt. Auch angesichts der wirtschaftlichen Verwerfungen wegen der Corona-Krise sei das Bewerberinteresse hoch. "Die Bahn ist ein sicherer Arbeitgeber, was in der aktuellen Lage für die Bewerber besonders wichtig ist", sagte Wylenzek.

Bundesweit will das Unternehmen dieses Jahr 25.000 neue Mitarbeiter einstellen. Hintergrund ist einerseits, dass viele Mitarbeiter aus Altersgründen das Unternehmen verlassen, andererseits wird in die Bahn als klimafreundliches Verkehrsmittel investiert.

Update, 20. April, 6.42 Uhr: Lebensmittelspenden von Schiffsausrüster sorgen für volle Tafel-Lager

Mitarbeiterinnen der Tafel, die aufgrund der Corona-Pandemie Mundschutzmasken tragen, bereiten Lebensmittel für die Ausgabe vor
Mitarbeiterinnen der Tafel, die aufgrund der Corona-Pandemie Mundschutzmasken tragen, bereiten Lebensmittel für die Ausgabe vor  © Sina Schuldt/dpa

Bremerhaven – Die Corona-Pandemie sorgt bei der Bremerhavener Tafel für volle Regale. 

Ein Schiffsausrüster aus dem Umland sei auf seinen Lebensmitteln für Kreuzfahrtreisen sitzen geblieben, sagte der Vorsitzende der Tafeln in Niedersachsen und Bremen, Manfred Jabs. Nun erhalte die Tafel von ihm im großen Stil Warenspenden. 

Es komme ständig Nachschub. "Wir dürfen sogar deren Kühlräume nutzen", sagte Jabs. Die Kühlkapazitäten der Tafel Bremerhaven würden für die vielen Spenden zurzeit nicht ausreichen. Diese reichten auch für die Ausgabestellen in Dorum, Loxstedt und Bad Bederkesa im Kreis Cuxhaven. 

Die Spendenbereitschaft sei zurzeit ebenfalls bei Supermärkten, Discountern und Produzenten hoch. "Es war noch nie so einfach, an Lebensmittel zu kommen", betonte Jabs. "Die Solidarität ist groß." 

Tafel-Mitarbeiterin Gaby Treschock freut sich, dass ihre Kunden nun zwischen Obst- und Gemüsesorten sogar auswählen könnten. "Vorher musste das genommen werden, was da war." 

Unterstützung bekommt die Tafel Bremerhaven von Studierenden, die bei der Ausgabe helfen. Die Mehrzahl der sonst ehrenamtlich Tätigen gehöre zur Risikogruppe. "Die mussten wir nach Hause schicken", sagt Treschock.

Update, 20. April, 6.41 Uhr: Landkreis Aurich hat Corona-Reihentests gestartet

Aurich – Wie sich das Coronavirus in der gesamten Bevölkerung verbreitet, ist nicht wirklich klar. 

Die Fallzahlen geben nur die laborbestätigten Fälle wieder - und nicht jeder wird getestet. Der Landkreis Aurich führt nun Reihenuntersuchungen durch und will damit Licht auch in die Dunkelziffer bringen. 

Wohl mehr als 2000 Menschen sollen dazu in zwei Schritten getestet. Seit Donnerstag bis in die folgende Woche hinein sollen im Landkreis Aurich und der Stadt Emden bei mindestens 1000 Freiwilligen Rachenabstriche gemacht werden.

Der Fokus liege auf Mitarbeitern von Kliniken und Pflegeeinrichtungen, sagte der Gesundheitsdezernent des Kreises, Frank Puchert (parteilos). Für eine Vergleichsgruppe seien Firmen angeschrieben worden, deren Mitarbeiter sich testen lassen können. 

In dem erst nachträglich beschlossenen zweiten Schritt sollen voraussichtlich im Mai auch mindestens 1000 Bürger auf das Sars-CoV-2-Virus getestet werden. Dabei soll ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung erreicht werden.

Update, 20. April, 6.39 Uhr: Hochschulen starten Semester digital

Hannover/Bremen – Angesichts der Corona-Epidemie startet das Sommersemester an den Universitäten und Hochschulen in Niedersachsen und Bremen an diesem Montag digital. 

Die Hörsäle und Vorlesungsräume werden zunächst verwaist bleiben. Nach Angaben der Landeshochschulkonferenz in Niedersachsen sollen die Lehrveranstaltungen der 20 staatlichen Hochschulen des Landes verstärkt online angeboten werden. 

Lehrmaterialien seien in Datenbanken abrufbar und geprüft werden könne per Videoschalte via Skype. Ähnlich sieht es auch in Bremen aus.

Die niedersächsischen Hochschulen seien auf digitale Lehrangebote gut vorbereitet, die Angebote seien auf Online-Lehre umgestellt, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU). 

Es werde aber sicher "Geruckel" geben. Dies sei eine Chance, die digitalen Möglichkeiten stärker zu nutzen, auch Online-Prüfungen werde es geben. Zum Start reichten die Server-Kapazitäten aus, sagte er. "Ich glaube, das ist eine wirkliche Chance, den Hochschulbereich ins 21. Jahrhundert zu bringen."

Update, 20. April, 6.34 Uhr: Neuer Spielplan für Musicals der Stage Entertainment ab September

Hamburg – Mit einem neuen Spielplan will Marktführer Stage Entertainment am 1. September den Betrieb in seinen Musicaltheatern wieder aufnehmen - sollten die Corona-Beschränkungen bis dahin aufgehoben sein. 

"Wir haben einen neuen Spielplan verabschiedet, damit unsere Kunden sehen können, was wir ab September anbieten", sagte Uschi Neuss, Deutschland-Chefin der Stage Entertainment, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. 

Dabei gibt es einige Änderungen: So wird die Laufzeit des Tina-Turner-Musicals, das eigentlich nur bis September in Hamburg gezeigt werden sollte, um ein Jahr bis Oktober 2021 verlängert. Dadurch kommt es jetzt erst später nach Stuttgart.

Das Musical "Mamma Mia!" mit den Hits von Abba soll wie geplant im Herbst 2020 nach Hamburg kommen, dafür feiert die neue Stage-Inszenierung von "Wicked - die Hexen von Oz" erst im Frühjahr 2021 Premiere in Hamburg. 

Das Musical "Tanz der Vampire" bleibt länger in Stuttgart, "Mamma Mia!" kommt ein Jahr später nach Berlin zurück, wo "Ich war noch niemals in New York" nun Anfang September Premiere feiert und die "Blue Man Group" nahtlos wieder anknüpft. "Die Eiskönigin" kommt wie geplant im März 2021 nach Hamburg, der Dauerbrenner "König der Löwen" läuft weiterhin im Theater im Hafen.

Im Moment versucht das Unternehmen, das die Mehrzahl seiner rund 1700 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und das Kurzarbeitergeld aufgestockt hat, bereits gekaufte Tickets umzubuchen. 

"Das ist ein wesentlicher Punkt. Das Wichtigste wird sein, wie schnell die Menschen auch wieder Tickets für die Zukunft kaufen", sagte Neuss. Die Stage Entertainment betreibt neun Theater in Hamburg, Berlin und Stuttgart. Der Umsatz lag 2017/2018 bei rund 300 Millionen Euro.

Update, 20. April, 6.30 Uhr: Handball-Ligachef Schwenker: "Die meisten haben die Saison abgehakt"

Uwe Schwenker, Präsident des Ligaverbandes der Handball-Bundesliga schaut nach der Pressekonferenz zum Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal in die Kamera des Fotografen.
Uwe Schwenker, Präsident des Ligaverbandes der Handball-Bundesliga schaut nach der Pressekonferenz zum Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal in die Kamera des Fotografen.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg – Uwe Schwenker hat sich festgelegt. "Irgendwie die Saison noch zu Ende spielen zu wollen, das macht doch keinen Sinn", sagte der Präsident der Handball-Bundesliga (HBL) der Deutschen Presse-Agentur. 

"Ich bin immer offen, wenn Ideen kreativ und lösungsorientiert sind. Aber sie müssen umsetzbar sein. Und das lassen die Bedingungen während der Corona-Krise nicht zu." Folglich könne es nur einen Abbruch geben, über den die Vereine abstimmen.

Es gebe Bundesliga-Clubs, die dürften noch Wochen keine Halle betreten, sagte Schwenker und fragte: "Wie sollen die trainieren?" Ideen zu einem mehrtägigen Turnier wurden verworfen. "Das ist alles nicht praktikabel", meinte der Liga-Präsident.

Die Clubchefs wollen am Dienstag ihr weiteres Vorgehen abstimmen. Die Stimmung unter den Erst- und Zweitligisten tendiere zu Abbruch, versicherte Schwenker. "Die meisten haben die Saison abgehakt. Das Augenmerk liegt auf der nächsten Saison." Die Crux sei jedoch: "Wir wissen nicht: Wann geht's los?"

Die angestrebte Quotientenregel (gewonnene Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele mal 100) bezeichnet der 61 Jahre alte Ex-Nationalspieler als ein "gerechtes Instrument" bei einer Abbruch-Wertung.

"Das ist eine Regel, an der man sich in Zukunft orientieren kann. Bisher hatten wir so etwas nicht." Schwenker rechnet mit Härten für den einen oder anderen. "Wir haben uns abgesichert und ein Gutachten von einem renommierten Sportrechtler erstellen lassen. Deshalb ist auch klar: Eine Annullierung der Saison kann es nicht geben."

Geisterspiele sind für Schwenker in der nächsten Saison keine Option. "Wir sind auf Zuschauer und die Einnahmen angewiesen." Als einen Orientierungspunkt, um mit Zuschauern planen zu können, nannte der Liga-Chef den 31. August. "Das wäre für die Clubs ein guter Anker. Damit könnten wir arbeiten."

Update, 20. April, 6.28 Uhr: Einzelhandel und Zoos im Norden öffnen wieder

Hamburg – Von Montag an wird es kleine Lockerungen der Corona-Auflagen in Schleswig-Holstein geben. 

Im Einzelhandel dürfen Geschäfte mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern wieder öffnen. Zudem ist eine langsame Teilaufnahme des Schulbetriebs beschlossen. 

Auch die Ausweitung der Kita-Notbetreuung auf Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden soll für Entlastung sorgen. 

Die schriftlichen Abiturprüfungen starten am Dienstag, andere Schüler dürfen wegen der Corona-Gefahr erst nach und nach die Schulen betreten. 

Anders als in Hamburg sind im nördlichsten Bundesland von Montag an Besucher in Tier- und Wildparks wieder willkommen.

Update, 20. April, 6.15 Uhr: Einzelhandel in Hamburg öffnet wieder

Ein Mann läuft vor dem geschlossenen Eingang eines Kaufhauses der Modekette H&M in der Innenstadt von Hamburg entlang.
Ein Mann läuft vor dem geschlossenen Eingang eines Kaufhauses der Modekette H&M in der Innenstadt von Hamburg entlang.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg – Von Montag an wird es minimale Lockerungen der Corona-Auflagen auch in Hamburg geben. 

Im Einzelhandel dürfen Geschäfte mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern wieder öffnen. Zudem ist eine langsame Teilaufnahme des Schulbetriebs beschlossen. 

Auch die Ausweitung der Kita-Notbetreuung auf Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden soll für Entlastung sorgen. Alle zwei Wochen will der Senat die Möglichkeit weiterer Lockerungen prüfen.

Die Stadt will zudem in einer Pressekonferenz (12 Uhr) die Einführung von sogenannten Infektpraxen vorstellen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg plant in Absprache mit der Gesundheitsbehörde eine Erweiterung ihrer Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 

Es soll das Konzept vorgestellt werden, mit dem Hamburg sich für den Fall rüstet, dass es zu einem dynamischeren Infektionsgeschehen und zu einer Steigerung der an Covid-19 erkrankten Patienten kommen könnte.

Update, 19. April, 20.54 Uhr: Schleswig-Holstein will Tourismus langsam hochfahren

Noch sind kaum Touristen an den Stränden wie hier in Dänisch-Nienhof an der Ostsee.
Noch sind kaum Touristen an den Stränden wie hier in Dänisch-Nienhof an der Ostsee.  © Frank Molter/dpa

Kiel - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will trotz der Corona-Krise das Sommergeschäft im Tourismus noch nicht abschreiben. 

Er glaube daran, "dass so viel Disziplin da ist, dass man auch im Restaurant, in den Gaststätten sich an die Regeln hält und es dann auch möglich ist, den Tourismus wieder hochzufahren", sagte der CDU-Politiker am Sonntag im "Bericht aus Berlin" der ARD. Er habe das Sommergeschäft "auf jeden Fall nicht abgeschrieben".

Einen festen Zeitpunkt für eine mögliche Lockerung der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie im Bereich Tourismus nannte Günther nicht. 

Dafür erklärte er, wie eine Lockerung in Schleswig-Holstein vonstatten gehen könnte - die Reihenfolge habe das Land bereits festgelegt: "Wir beginnen bei uns mit den Zweitwohnungen, die im Moment nicht betreten werden dürfen, dann kommen die privaten Vermietungen, dann die Hotels dran", erklärte der Regierungschef. 

Zuletzt würden dann Tagestouristen wieder zugelassen.

Update, 19. April, 19.10 Uhr: Sportstaatsrat hofft auf kleine Schritte

Hamburg - Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein (SPD) plädiert beim Umgang des Sports mit der Coronavirus-Pandemie für die Politik der kleinen Schritte. "Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr den üblichen tollen Sportsommer in Hamburg erleben werden können", sagte der 57-Jährige im Interview von NDR 90,3. "Aber man muss ehrlich sein, die Lage ist nach wie vor dynamisch."

Am Montag konferieren die Sportminister der Länder und beraten das weitere Vorgehen im Breiten- und Spitzensport. "Wir hoffen, dass wir mit kleinen Schritten kontinuierlich zurück in den Normalzustand kommen", sagte Holstein. 

"Aber wir müssen aufmerksam bleiben und uns genau ansehen, was passiert. Es gibt keine Garantie, dass jetzt alles ununterbrochen in eine positive Richtung geht." In Hamburg soll der Sport ab dem 4. Mai schrittweise wieder erlaubt werden.

Zur Konferenz von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch, als für den Sport noch keine Entscheidungen getroffen wurden, sagte Holstein: "Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass der Sport in der Runde der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin (...) noch keine größere Rolle gespielt hat."

Update, 19. April, 18.15 Uhr: HSV erstattet Tickets zurück

Hamburg - Wer Karten für wegen der Corona-Pandemie abgesagter HSV-Spiele gekauft hat, kann sich den Ticketpreis nun erstatten lassen

Dazu hat der Verein ein Online-Formular geschaltet.

Update, 19. April, 17.33 Uhr: Polizei räumt Hansaplatz

Hamburg - Die Polizei hat am Samstagabend den Hansaplatz im Stadtteil St. Georg geräumt. Fünf Männer spielten dort Karten, tranken Alkohol und hielten den Mindestabstand nicht ein, teilte die Polizei mit. Als die Beamten die Männer überprüfen wollten, sollen sie bedroht worden sein. Ein 17-jähriger Eritreer kam daraufhin in Polizeigewahrsam. 

Im Umfeld versammelten sich zwischenzeitlich etwa 100 Menschen. Einzelne sollen teilweise den Einsatz gestört haben. Ein 32-jähriger Pole leistete bei seiner Überprüfung ebenfalls Widerstand und wurde zeitweise vorläufig festgenommen.

Schließlich räumte die Polizei den Hansaplatz. Dazu waren knapp 20 Funkstreifenwagen im Einsatz. 

Update, 19. April, 17.13 Uhr: Etliche Verstöße gegen die Corona-Verordnungen

Rotenburg/Aurich/Friesland/Emsland/Osnabrück - Die Polizei hat am Wochenende in Niedersachsen etliche Verstöße gegen die Corona-Verordnungen verzeichnet. Im Landkreis Rotenburg verhängte die Polizei am Wochenende insgesamt zwölf Bußgelder, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die Beamten mussten zudem vielerorts verbotene Gruppentreffen und Partys auflösen.

Die Polizei ging in Bremervörde (Landkreis Rotenburg) gegen eine Gruppe von fünf Menschen zwischen 18 und 29 Jahren vor, die zusammen feierten. Die Polizei löste die Party am Freitagabend auf, jedoch meldeten Anwohner wenig später eine weitere Ruhestörung. Die Bewohner behaupteten diesmal, nur noch zu zweit zu feiern. 

Doch die Beamten fanden die drei weiteren Partygäste in einem Kleiderschrank, unter einem Bett und im Abstellraum. Am gleichen Tag ermahnten die Beamten in Visselhövede eine Gruppe von vier Jugendlichen und drei Heranwachsenden auf einem Spielplatz.

Auf einer verbotenen Corona-Party in Südbrookmerland im Landkreis Aurich kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Männern, bei der zwei 38 und 48 Jahre alte Männer leicht verletzt wurden. Ein 19-Jähriger stand unter Alkoholeinfluss und wollte ohne Führerschein mit einem Auto von der Feier wegfahren. 

Als die beiden Männer ihn daran hinderten, wurde der 19-Jährige handgreiflich. Die Polizei löste die Party am frühen Sonntagmorgen schließlich auf und zeigte die Ordnungswidrigkeiten an.

Drei Menschen sind in der Nacht zu Sonntag in Jever (Landkreis Friesland) bekifft Auto gefahren - und haben sich somit auch nicht an das Kontaktverbot gehalten. Die Beamten beschlagnahmten Cannabis bei den beiden 22 und 23 Jahre alten Männer und der 23-jährige Frau.

Auch im Landkreis Emsland gab es zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Verordnungen. Polizisten lösten am Samstag eine Grillparty auf, mehrere Menschen wurden von einem Spielplatz verwiesen und zahlreiche Gruppen wurden getrennt, die zusammen Alkohol konsumierten. 

In Ostercappeln (Landkreis Osnabrück) saßen zwei Menschen am Freitagabend in einem gemieteten Lamborghini zu dicht beieinander und hielten somit nicht den gesetzlichen Mindestabstand ein.

Update, 19. April, 17.03 Uhr: Neue Zahlen aus Niedersachsen und Bremen

Hannover - Die Zahl der Corona-Infizierten in Niedersachsen ist am Sonntag (13 Uhr) im Vergleich zum Vortag um 104 auf 8967 gestiegen. Die Zahl der Toten stieg um 3 auf 294, wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte. 5426 der Betroffenen gelten inzwischen als genesen, das entspricht 60,7 Prozent. 

Schwerpunkte des Infektionsgeschehens sind weiterhin die Region Hannover (1694 Fälle), der Landkreis Osnabrück (835), der Landkreis Göttingen (506) sowie die Kreise Harburg (426) und Osnabrück (410).

Im Bundesland Bremen erhöhte sich die Zahl der Corona-Infizierten am Sonntag (14 Uhr) auf 601, das waren 19 mehr als am Vortag. 301 von den Betroffenen gelten inzwischen als genesen. 

Die Zahl der Toten lag unverändert bei 25, wie der Gesundheitssenat mitteilte.

Update, 19. April, 16.45 Uhr: Neue Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Die Anzahl der Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist nur leicht gestiegen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) und das Gesundheitsministerium mitteilten, gab es zwei bestätigte Neuinfektionen. Damit stieg die Gesamtzahl bis Sonntag (16 Uhr) auf 651. Die Zahl der Sterbefälle im Land liegt weiterhin bei 15.

Landesweit müssen oder mussten unverändert 91 Menschen in Kliniken behandelt werden, 16 von ihnen auf einer Intensivstation, wie es weiter hieß. 

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge gelten im Nordosten 459 Menschen als von der Covid-19-Erkrankung genesen.

Update, 19. April, 16.39 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern legt Hygieneplan für Schulen vor

Schwerin - Mithilfe eines Hygieneplans will das Bildungsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Wiedereröffnung der Schulen vorbereiten. "Voraussetzung für die Öffnung der Schulen sind klare Vorgaben für den Gesundheits- und Infektionsschutz vor Ort", sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Sonntag. 

"Dem Bildungsministerium war es vor diesem Hintergrund zentral wichtig, dass es einen einheitlichen Hygieneplan im Land für die Schulen gibt." Mecklenburg-Vorpommern will die Schulen vom 27. April an schrittweise öffnen.

Der Hygieneplan enthält Aussagen zur persönlichen Hygiene, zur Raumhygiene, Hygiene im Sanitärbereich, Infektionsschutz in den Pausen, zum Sportunterricht und zur Wegeführung in den Schulen. So soll in den Klassen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. 

Sportunterricht wird nicht stattfinden. Der Einsatz von Lehrern, die älter als 60 Jahre sind, erfolgt auf freiwilliger Basis.

Update, 19. April, 15.32 Uhr: Dressel: Bereits mehr als eine Milliarde Euro Steuernachlässe gewährt

Hamburg – Die Stadt Hamburg hat in der Corona-Krise bereits deutliche Steuernachlässe gewährt. 

"In rund 36 700 Fällen wurden Vorauszahlungen in Höhe von rund 1,175 Milliarden Euro herabgesetzt und in rund 5500 Fällen Stundungen in Höhe von insgesamt 215 Millionen Euro ausgesprochen. Macht rund 1,4 Milliarden Euro mehr aktuell wirksame Liquidität", twitterte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Sonntag. 

Insgesamt nutze die Steuerverwaltung im Sinne der Unternehmen alle Möglichkeiten der Unterstützung, hieß es zuvor aus der Behörde.

Update, 19. April, 15 Uhr: Gesundheitsminister Glawe will weiter telefonische Krankschreibungen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) will sich für eine Fortsetzung von telefonischen Krankschreibungen einsetzen. 

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, diese während der Corona-Pandemie eingeführte Möglichkeit wieder rückgängig zu machen, sei "zum gegenwärtigen Zeitpunkt kontraproduktiv", sagte Glawe am Sonntag. Er würde das Bemühen, Infektionsketten zu unterbrechen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und eine Balance zwischen Gesundheitswesen, Ökonomie und gesellschaftlichem Leben herzustellen gefährden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, hatte am Freitag entschieden, dass von Montag an wieder ein Arztbesuch samt körperlicher Untersuchung für eine Krankschreibung notwendig ist. 

Glawe hat sich bereits an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewandt und um eine Klärung gebeten.

Update, 19. April, 14.58 Uhr: Absage von Großveranstaltungen bringt Hilfsdienste in die Klemme

Hannover – Angesichts der Corona-Epidemie leisten viele Hilfsdienste in Niedersachsen gerade wichtige Unterstützung, die Absage von Großveranstaltungen und anderen Aktivitäten aber bringt die Helfer finanziell in die Klemme. 

Durch fehlende Einnahmen und hohe Ausgaben für Schutzmaterial rutschten die Hilfsdienste in Schieflage, teilte die Johanniter-Unfall-Hilfe am Sonntag in Hannover mit. Die Problematik betreffe ihrer Einschätzung nach auch andere Hilfsorganisationen. Nötig sei ein Hilfsfonds, wie ihn die SPD bereits für die Stadt Hannover beantragt hat.

Die Hilfsorganisationen seien starke Säulen der Daseinsvorsorge, durch wegfallende Schwimmkurse, Erste-Hilfe-Kurse oder abgesagte Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen fehlten nun die üblichen Einnahmen, erklärten die Johanniter. Absagen etwa des Maschseefestes und des Schützenfestes in Hannover sowie vieler Konzerte rissen ein Loch in die Kassen der Hilfsdienste, sie erwarteten Verluste im hohen sechsstelligen Bereich. 

Für Schutzkittel und Desinfektionsmittel müsse bereits seit Wochen bisweilen das Zehnfache der sonst üblichen Preise bezahlt werden. Finanzielle Hilfe für die Helfer sei daher dringend nötig, forderten die Hilfsorganisationen in einer gemeinsamen Erklärung.

Update, 19. April, 14.57 Uhr: Abi am Dienstag in Schleswig-Holstein - Schulen öffnen langsam

Kiel – Die schriftlichen Abiturprüfungen starten in Schleswig-Holstein wie geplant am Dienstag, andere Schüler dürfen wegen der Corona-Gefahr erst nach und nach die Schulen betreten. 

Darauf wies die Landesregierung in Kiel am Sonntag hin. Von Mittwoch an beginnen die Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen zum Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und Mittleren Schulabschluss (MSA). 

Die Teilnahme an den Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen sind für alle Schülerinnen und Schüler in den Räumen der Schule verpflichtend, sofern sie nicht zur Risikogruppe gehören. Inwiefern Lehrerinnen und Lehrer ab Montag in der Schule oder im Homeoffice arbeiten, erfahren diese durch ihre Schulleitungen.

Die Notbetreuung wird zudem ausgeweitet. Unter anderen berufstätige Alleinerziehende, die keine Alternativbetreuung organisieren können, sind nun auch berücksichtigt. Das Bildungsministerium wies besonders darauf hin, dass Eltern sich melden, bevor sie ihr Kind zur Notbetreuung bringen. 

Zur Organisation der Hygieneregeln sei es wichtig, dass Kinder nicht unangekündigt gebracht werden. "Wichtig ist, dass die Notfallbetreuung auch weiterhin eine Betreuung nur für den Notfall ist", sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). "Für die Lehrkräfte im Land ist der Hinweis wichtig, dass sie auch einen Anspruch auf Notfallbetreuung für ihre Kinder haben, sofern sie in den Schulen gebraucht werden."

Erst am 4. Mai soll in den vierten Grundschulklassen und den Abschluss-Jahrgängen des kommenden Schuljahres der Unterricht wieder beginnen. Ein entsprechender Erlass steht noch unter dem Vorbehalt der Kultusministerkonferenz am 29. April. Stattfinden sollen von Montag an die Prüfungen an den Hochschulen.

Update, 19. April, 14.55 Uhr: Meister Flensburg-Handewitt: "Fortsetzung der Saison nicht möglich"

Der Flensburger Geschäftsführer, Dierk Schmäschke, sitzt vor einem Mikrofon.
Der Flensburger Geschäftsführer, Dierk Schmäschke, sitzt vor einem Mikrofon.  © Frank Molter/dpa

Flensburg – Meister SG Flensburg-Handewitt sieht einen Abbruch der Saison in der Handball-Bundesliga als einzige realistische Möglichkeit an. 

"Man kann sich das doch an fünf Fingern abzählen. Unter den derzeitigen Umständen ist eine Fortsetzung der Saison nicht möglich", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. 

In diesem Sinn wird sich der Meister auch bei der gegenwärtig laufenden Abstimmung aller 36 Vereine der 1. und 2. Liga entscheiden. "Das mache ich am Montag", sagte Schmäschke. Am Dienstag gibt es die nächste Videoschalte der Bundesliga-Clubchefs.

Dass die Mannschaft ihren zweimal nacheinander gewonnenen Titel nach Lage der Dinge nicht verteidigen kann, sei zwar bitter, betonte Schmäschke. 

"Aber solche Gedanken sollten höchstens an dritter oder vierter Stelle stehen. Hier geht es um die Existenz der Vereine, um den Handball schlechthin. Wir müssen einheitlich solidarisch auftreten und unsere Strukturen bewahren." Das betreffe nicht nur die deutsche Liga. "Auch die internationalen Verbände IHF und EHF müssen sich Gedanken machen."

Als kleinen Trost sieht Schmäschke, dass sich die SG Flensburg-Handewitt bei einem wahrscheinlichen Abbruch der Saison als Tabellenzweiter erneut für die Champions League qualifiziert hat. "Das ist ein Riesenerfolg. Darüber freuen wird uns", sagte der Geschäftsführer.

Update, 19. April, 13.54 Uhr: 50 neue Corona-Infizierte in Hamburg

Hamburg – Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Hamburger ist seit Samstag um 50 auf 4347 gestiegen. 

Die Zahl der Toten habe sich nach Zählung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Zeitraum um eine Person auf 91 erhöht, teilte die Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Laut Institut für Rechtsmedizin konnte bisher bei 79 verstorbenen Hamburgern eine Covid-19-Erkrankung als Todesursache festgestellt werden. Das RKI zählt hingegen alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben.

Laut RKI können rund 2500 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1800 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es. 

Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 232 Hamburger wegen des neuartigen Coronavirus in stationärer Behandlung. Das sind 19 weniger als am Vortag. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen liegt bei 76.

Update, 19. April, 13.05 Uhr: Grüne fordern Beteiligung des Landtags bei Corona-Beschränkungen

Hannover – Die niedersächsischen Grünen haben eine Beteiligung des Landtags beim Festlegen der Corona-Beschränkungen gefordert. 

In einem Gesetzentwurf für die Sondersitzung des Landtags am Donnerstag fordern die Grünen vor Inkrafttreten neuer Verordnungen eine Unterrichtung des Parlaments und die Möglichkeit zur Stellungnahme. 

Die Beratung in Landtagsgremien müsse nicht zu großen Verzögerungen führen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Helge Limburg, am Sonntag. Sie führe aber zu mehr Sorgfalt bei den Corona-Maßnahmen und zu mehr demokratischer Kontrolle und Transparenz für die Öffentlichkeit. Beides sei gerade in den Zeiten von massiven Einschränkungen für Freiheitsrechte besonders geboten.

"Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Wochen einschneidende Eingriffe in alle Lebensbereiche der Bevölkerung nötig gemacht", sagte Limburg. Alle Maßnahmen seien jedoch ohne vorherige Beteiligung oder Information des Parlaments erfolgt. 

"Dies mag normalerweise bei Verordnungen formal völlig korrekt sein. Politisch ist es bei solchen gravierenden Eingriffen aus mehreren Gründen auf Dauer fragwürdig, wenn nicht sogar falsch." Fachlich hätten sich etliche Ungenauigkeiten eingeschlichen. "Auch die neueste Verordnung mit einer ganzen Reihe von Lockerungen und Veränderungen lässt es in vielen Punkten an Klarheit und Sorgfalt fehlen", sagte Limburg.

Mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Epidemie werden die Verordnungen, etwa mit Blick auf Kontaktbeschränkungen, Quarantäne-Regelungen und Beschränkungen für Tourismus und Gastronomie regelmäßig angepasst. So ist die Verordnung, die am Montag in Niedersachsen in Kraft tritt, bis zum 6. Mai gültig.

Update, 19. April, 13.02 Uhr: Hamburger Kulturbehörde unterstützt Stadtteile mit 1,36 Mio Euro

Hamburg – Die Hamburger Stadtteilkultur erhält aus dem Corona-Hilfspaket 1,36 Millionen Euro. 

Damit sollen die Auswirkungen von Schließungen kultureller Einrichtungen abgefedert werden, hieß es in einer Mitteilung der Kulturbehörde am Sonntag. "Die kulturellen Angebote in den Stadtteilen sind wichtiger denn je. Sie fördern den Zusammenhalt, die Solidarität und den Gemeinsinn. Dafür lohnt es sich, gemeinsam gute Lösungen zu finden", sagte Kultursenator Carsten Brosda laut Mitteilung. Der Gesamtetat der Kulturbehörde zur Unterstützung kultureller Einrichtungen war um 25 Millionen Euro erhöht worden.

"In der gegenwärtigen Krise droht der dauerhafte Komplettverlust des kulturellen Lebens und der kulturellen Teilhabe in den Stadtteilen, denn langfristig geschlossene Kultureinrichtungen können meist nicht wieder aufgebaut werden", sagte Corinne Eichner von der Geschäftsführung des Dachverbandes Stadtkultur e.V. "Wir sind sehr froh, dass Hamburg sich mit dieser wichtigen Rettungsmaßnahme zur Bedeutung der Stadtteilkultur für unsere Stadt bekennt."

Die Kultureinrichtungen der Stadtteile können Unterstützung bei den Bezirksämtern beantragen. Die Höhe bemisst sich an dem jeweils nachzuweisenden Liquiditätsengpass, der durch die Schließung entsteht.

Update, 19. April, 13 Uhr: Ex-Champion Brähmer erbost: Fußball-Profis dürfen, andere nicht

Hamburg – Der frühere Boxweltmeister Jürgen Brähmer beklagt sich als Trainer und Inhaber eines Box-Gyms in Schwerin über Benachteiligungen im Vergleich zu Fußball-Profis. 

"Dass die Fußballer schon trainieren dürfen, finde ich gegenüber den anderen Sportarten sehr ungerecht. Was für den Fußball erlaubt ist, sollte für alle Sportarten und Olympia-Stützpunkte gelten", sagte der 41 Jahre alte Ex-Champion "bild.de" am Sonntag.

Es gehe insbesondere um "Institutionen und Vereine, die keine Millionenbudgets und gut dotierten TV-Verträge im Rücken haben", betonte Brähmer und ergänzte: "Meine Tochter Jasmin betreibt zum Beispiel Rhythmische Sportgymnastik. Sie darf bis heute nicht zum Training."

Wegen der Corona-Pandemie darf Brähmer derzeit mit einer Ausnahmegenehmigung nur mit einem Boxer trainieren. Er plant jedoch einen Kampf ohne Zuschauer in seinem Gym und möchte diesen als Livestream im Internet übertragen. Das wird ihm jedoch untersagt.

Update, 11.39 Uhr: Stegner für Öffnung von Spielplätzen und Gastronomie

Hamburg – Der SPD-Politiker Ralf Stegner hat sich in der Coronavirus-Krise für weitere Lockerungen ausgesprochen. 

Für Familien wäre die Öffnung von Kinderspielplätzen - mit Auflagen und elterlicher Vernunft - möglich und sinnvoll, auch die gebeutelte Gastronomie könne wieder geöffnet werden, wenn die Abstandsregel eingehalten werde, twitterte der SPD-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag am Sonntag.

Zudem forderte Stegner eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes: "Damit die Arbeitnehmerfamilien mit ihren gravierenden Einkommensverlusten nicht die Leidtragenden der Coronakrise werden."

Update, 19. April, 11.33 Uhr: Verstoß gegen Kontaktverbot in Rostock

Rostock – Die Polizei hat Freitagnacht eine Gruppe in einer Rostocker Wohnung aufgelöst. 

Wie die Polizei mitteilte, hatten die Beteiligten gegen das geltende Kontaktverbot verstoßen. Anwohner hätten sich über Lärm in einer Wohnung in der Koßfelderstraße beschwert. Vor Ort hätten die Beamten fünf Menschen angetroffen - vier von ihnen seien keine Anwohner gewesen. 

Die Polizei habe die Gruppe aufgelöst und Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Kontaktverbot erstattet.

Update, 19. April, 11.30 Uhr: Krebspatient mit Covid-19-Infekt im UKE gestorben

Der 80-jährige Krebspatient starb im Hamburger UKE.
Der 80-jährige Krebspatient starb im Hamburger UKE.  © Bodo Marks/dpa

Hamburg – Ein 80 Jahre alter Krebspatient ist im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gestorben. 

Wie das UKE am Sonntag mitteilte, starb der Mann am Samstagabend mit fortgeschrittener, bösartiger Blutkrebserkrankung und Covid-19-Infekt. 

Er gehörte zu den Patientinnen und Patienten, die in der vergangenen Woche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob Covid-19 ursächlich für den Tod des Mannes war.

Nach dem Corona-Ausbruch auf der Krebsstation des UKE war der Hamburger Senat nach Informationen des "Spiegel" auf Distanz zur Klinikleitung gegangen. 

Der Sprecher der Zweiten Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erklärte auf Anfrage des Nachrichtenmagazins: "Die Senatorin war über die zuletzt berichtete Häufung der Fälle nicht informiert." 

Dabei habe sie, auch in Sachen Corona, "in laufendem Austausch mit dem Ärztlichen Direktor des UKE" gestanden. Die Klinikleitung hatte Kritik an der Informationspolitik zurückgewiesen.

Update, 19. April, 11.27 Uhr: Hamburger Kinderschutzbund macht sich große Corona-Sorgen

Hamburg – Geschlossene Spielplätze, Kindertagesstätten und Schulen: Der Hamburger Kinderschutzbund macht sich Sorgen, wie die Kinder durch die gegenwärtige Corona-Pandemie kommen.

"Es kann in den Familien zu großem Stress kommen, wenn die Kinder nicht nach draußen können", sagte Geschäftsführer Ralf Slüter am Samstag im "Hamburg Journal" des NDR. Auch wenn es zu Streit zwischen den Eltern komme, sei das eine große Belastung für Kinder.

Kinder bräuchten Bewegung, sagte Slüter weiter. Selbstverständlich gehe es um eine gute Balance zwischen den Gefahren und dem Spaß. Es müsse aber "vorsichtig darüber nachgedacht werden, dass Kinder sich wieder mehr draußen bewegen können. Da geht es um Spielplätze, um Kitas und natürlich auch um Schulen." Als erstes sollen in der Hansestadt vom 27. April an die Schulen wieder langsam geöffnet werden. Für Slüter steht fest: "Kinder, egal ob sie in sozialen Schwierigkeiten stecken oder nicht, brauchen Bewegung, um sich entwickeln zu können."

Der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes hat in den vergangenen Tagen den Kontakt zur Polizei und den Jugendämtern gesucht. Dort habe er erfahren, dass es aktuell nicht mehr Meldungen von häuslicher Gewalt gegen Kinder gibt. Slüter: "Das heißt aber nicht, dass nicht mehr stattfindet. Wenn Schwierigkeiten da sind, isolieren sich Familien." 

Und das sei in der aktuellen Phase sehr schwierig. Wegen der Kontaktbeschränkungen würden die Menschen nicht da sein, denen die Probleme auffallen und die die Betroffenen dazu bringen könnten, sich Hilfe zu suchen.

Update, 19. April, 11.25 Uhr: HSV bedankt sich bei Fans für Verzicht auf Ticketerstattungen

Hamburg – Fußball-Zweitligist Hamburger SV hat das Prozedere für die Erstattung gekaufter Eintrittskarten bekanntgegeben. Diese muss online beantragt werden, teilte der Verein am Sonntag mit. 

"Der HSV möchte sich an dieser Stelle bei den zahlreichen Anhängern bedanken, die sich bereits in den vergangenen Wochen schriftlich an den HSV gewandt und ihre Unterstützung durch den Verzicht auf eine Rückerstattung zugesichert haben. Dafür ist der HSV sehr dankbar", heißt es auf der Homepage des Vereins.

Die Erstattung betrifft zunächst gekaufte Einzeltickets. Inhaber von Saisonkarten bittet der HSV um Geduld. Die Abwicklung wird erst nach Abschluss der Einzelkarten-Rückerstattungen vorgenommen.

Wegen des ausgesetzten Spielbetriebs aufgrund der Corona-Pandemie sind zunächst drei Heimspiele und drei Auswärtspartien bis zum 3. Mai abgesagt worden. Wie es in den Ligen weitergeht, berät die Deutsche Fußball Liga am kommenden Donnerstag.

Update, 19. April, 10.04 Uhr: Weitere Erntehelfer zum Spargelstechen aus Rumänien eingeflogen

Erntehelfer aus Rumänien steigen nach ihrer Ankunft am Flughafen Hamburg in bereitstehende Reisebusse.
Erntehelfer aus Rumänien steigen nach ihrer Ankunft am Flughafen Hamburg in bereitstehende Reisebusse.  © Christian Charisius/dpa

Hoyerhagen/Hamburg – Weitere auf den Feldern in Niedersachsen dringend benötigte Erntehelfer sind am Wochenende per Flugzeug aus Rumänien eingetroffen. 

Eine Maschine landete am Samstagabend auf dem Hamburger Flughafen. 84 Arbeitskräfte wurden mit Masken ausgestattet, auf Covid-19 getestet und auf drei Busse verteilt, die sie auf den niedersächsischen Spargelhof Paul in Hoyerhagen bringen sollten. 

Wegen der Corona-Krise war die Einreise von Saisonarbeitskräften zunächst untersagt gewesen, nun dürfen im April und Mai jeweils 40.000 Erntehelfer einreisen. 

Die Bauern müssen ihren Bedarf bei einem Portal anmelden und Flugreise und Transfer zum Betrieb bezahlen.

Update, 19. April, 9.56 Uhr: 2417 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 62 Tote

Die Seebrücke am Schönberger Strand in Schleswig-Holstein ist wegen der Coronapandemie gesperrt.
Die Seebrücke am Schönberger Strand in Schleswig-Holstein ist wegen der Coronapandemie gesperrt.  © Frank Molter/dpa

Kiel – Die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 2417 gestiegen. 

Wie die Landesregierung am Sonntag mitteilte, waren das bis Samstagabend 30 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung um einen auf 62.

Derzeit werden 129 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, ein Minus von drei zum Vortag.

Wie die Landesregierung unter Berufung auf Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter mitteilte, sind seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein 1600 Menschen genesen.

Update, 19. April, 8.13 Uhr: Erste Geschäfte öffnen in Niedersachsen

Hannover – Die Öffnung von Geschäften in Niedersachsen soll ab diesem Montag den Handel trotz Corona-Krise in Gang bringen. 

"Mit der Wiedereröffnung der Läden vollziehen wir einen ersten vorsichtigen Schritt, unser wirtschaftliches Leben wiederhochzufahren", sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Nach der am Freitag vorgestellten neuen Corona-Verordnung des Landes dürfen Geschäfte öffnen, wenn sie über nicht mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen.

Größere Läden können auch öffnen, wenn sie ihre Verkaufsfläche entsprechend reduzieren. "Das werden alle in Anspruch nehmen, die es können", erwartete Mark Alexander Krack vom Handelsverband Niedersachsen-Bremen. Auch Geschäfte in Einkaufszentren dürfen ebenfalls wieder öffnen. Diese müssen aber den Besucherandrang und den Abstand der Menschen auf den Gängen kontrollieren.

Für Minister Althusmann ist klar, dass die Schritte der Lockerungen kontrolliert gegangen werden müssen, weil die Gesundheit aller nach wie vor an allererster Stelle stehe. "Im Einzelhandel haben wir gute Möglichkeiten, dieses unter den nötigen Hygiene- und Abstandsregelungen zu steuern", begründete er. 

Eine Einschätzung, die auch in den Kommunen geteilt wird. "Die Öffnung der Läden sichert zudem die Arbeitsplätze und den Fortbestand der Unternehmen", sagte Thorsten Bullerdiek vom niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes.

Dass bei der Öffnung der Schutz der Beschäftigen vor finanziellem Interesse stehe, forderte die Gewerkschaft Verdi. Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Belange müsse die Gesundheit der Mitarbeiter oberster Priorität haben, sagte Verdi-Handelsexpertin Sabine Gatz der dpa. 

Unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche sollten Geschäfte den Schutz durch Plexiglasscheiben und Kleidung sicherstellen. "Verantwortungsbewusste Inhaber sollten nur dann öffnen, wenn alle Gesundheitsschutzmaßnahmen eingehalten werden", forderte Gatz.

Viele Händler sind dem Handelsverband zufolge bereits sehr darauf bedacht, die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen vorzubereiten. Geschäftsführer Krack bemängelte allerdings, dass es für den Infektionsschutz kaum konkrete Vorgaben von der Politik gebe. "Der Inhaber oder die Inhaberin muss entscheiden, wie das zu lösen ist." Denkbar seien zum Beispiel Abstandsmarkierungen am Boden sowie eigenes Personal, das draußen darauf achte, dass sich keine Warteschlangen bilden.

Für die Kontrollen sieht Verdi die Behörden in der Pflicht. Die Kommunen müssten aktiv kontrollieren. Die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigten zudem, dass sich Sicherheitsdienste bewährt hätten. Von der Einhaltung der Schutzmaßnahmen hängt für Gewerkschaft der Erfolg der Wiedereröffnung ab. "Ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen wäre fatal für den Handel", sagte Gatz.

Update, 19. April, 7.38 Uhr: Internationaler Fischhandel ist zum Erliegen gekommen

Kröslin – Die Corona-Krise beschleunigt dem Verband der Kutter- und Küstenfischer zufolge den Niedergang des Fischereihandwerks. 

Größere Mengen Fisch ließen sich derzeit nicht verkaufen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommerns, Michael Schütt. "Der internationale Fischhandel ist zum Erliegen gekommen."

Bislang habe zum Beispiel die Fischereigenossenschaft in Freest (Landkreis Vorpommern-Greifswald) als größter Fischereistandort im Land Fisch nach Polen geliefert. Dort werde zurzeit nichts abgenommen. Da keine Touristen im Land sind, lohne es sich auch kaum, Fisch in Häfen anzubieten. Gaststätten sind geschlossen. 

Die Touren mit Räucherware für Märkte bis nach Sachsen mussten eingestellt werden.

Update, 19. April, 7.36 Uhr: CDU-Politiker Amthor für Zulassen von Gottesdiensten

Schwerin/Berlin – Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat sich dafür ausgesprochen, Gottesdienste trotz der Corona-Pandemie wieder zu ermöglichen. 

"Auch mit den derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsvorschriften sind Gottesdienste möglich. Dazu gibt es kluge Vorschläge, etwa aus der Bischofskonferenz", sagte Amthor der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. So könnte man etwa in größeren Gemeinden die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Sitzplätze im Gottesdienst über eine App oder hilfsweise über das Telefon zu vergeben.

Mit Blick auf sein Heimatland Mecklenburg-Vorpommern sagte der CDU-Politiker: "Gerade angesichts der hier vielerorts ohnehin leider recht geringen Zahl an Gottesdienstbesuchern erscheinen mir die pauschalen Beschränkungen für die Religionsausübung übrigens besonders unverhältnismäßig." Amthor kritisierte: "Dass in den vergangenen Tagen etwa für Friseure und Baumärkte sinnvolle und notwendige Perspektiven aufgezeigt wurden, für Gottesdienste derzeit aber noch nicht, ist für mich nicht nachvollziehbar."

Amthor begrüßte zugleich, dass sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) derzeit mit den Religionsgemeinschaften um eine Lösung bemühe. "Das ist sinnvoll und notwendig."

Vertreter von Religionsgemeinschaften und Kirchen wollen in den kommenden Tagen gemeinsam mit Bund und Ländern ein Konzept erarbeiten, wie Gottesdienste in Deutschland bei Einhaltung der Hygieneregeln zum Schutz vor Corona schrittweise wieder möglich werden. Sachsen will schon ab diesem Montag unter bestimmten Bedingungen wieder öffentliche Gottesdienste erlauben. Teilnehmen dürfen daran maximal 15 Gläubige.

Update, 19. April, 7.34 Uhr: Schwesig fordert Hilfe für Kinder armer Eltern bei digitalem Lernen

Mecklenburg Vorpommern – Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat vor einer Benachteiligung von Kindern aus armen Familien beim digitalen Lernen während der Corona-Krise gewarnt. 

"Wir brauchen Lösungen, wie wir Kinder aus sozial benachteiligten Familien besser unterstützen können", sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". 

Kinder, deren Familien keinen Computer oder Laptop haben, könnten am Lernen via Internet nicht teilnehmen. "Diese Kinder dürfen wir nicht verlieren", betonte Schwesig.

Update, 19. April, 7.19 Uhr: Coronavirus in rund 80 Senioren- und Pflegeheimen nachgewiesen

Hannover/Wolfsburg – Das Coronavirus ist inzwischen in rund 80 Senioren- und Pflegeheimen in Niedersachsen nachgewiesen worden. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind damit etwa vier Prozent der rund 2000 Pflegeheime betroffen. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen sind durch das Virus besonders gefährdet. 

Nach Daten des Ministeriums mit Stand Donnerstag lebten rund 40 Prozent der bislang mit dem Virus gestorbenen Menschen in einem Senioren- oder Pflegeheim. Hunderte Bewohner sowie Mitarbeiter sind erkrankt. 

Die Lage in den Pflegeheimen sei sehr unterschiedlich, sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler. Für die strengen Besuchsregeln will die Landesregierung künftig Ausnahmen ermöglichen.

Update, 19. April, 7.16 Uhr: Wegen Corona: "Kurzarbeit" für Schleswig-Holsteins Krabbenfischer

Pellworm – Wegen der Corona-Pandemie ist bei Schleswig-Holsteins Krabbenfischern "Kurzarbeit" angesagt. 

"Die Erzeugergemeinschaften und die Händler haben sich geeinigt, dass die Kutter nur 48 Stunden in der Woche auf See sein dürfen", sagte Krabbenfischer Birger Zetl von der nordfriesischen Insel Pellworm. Hintergrund sei, dass der Krabbenmarkt um zwei Drittel geschrumpft ist. 

Weil Hotels und Restaurants geschlossen und die Kühlhäuser der Großhändler voll sind, sei das "Gold der Nordsee" derzeit kaum gefragt. "Die Vermarktung läuft jetzt hauptsächlich über die Discounter - als fertig gepulte und abgepackte Krabben oder als Krabbensalat", sagte Zetl.

"Die Fischer können fischen, kein Problem. Aber die Nachfrage stagniert dadurch, dass die Restaurants geschlossen haben", erklärte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Küstenfischer der Nordsee, Günter Klever. Auch in Belgien - Hauptabnehmer der Nordseegarnelen - gebe es ja Beschränkungen.

Update, 18. April, 20.15 Uhr: Altenheim in Seevetal schwer betroffen

Seevetal - In der Gemeinde Seevetal bei Hamburg wurden 30 von 47 Bewohnern eines Alten- und Pflegeheims positiv auf das Coronavirus getestet. Auch 20 Pfleger sollen infiziert sein. 

Der Krisenstab des Landkreises Harburg brachte 20 erkrankte Bewohner in Krankenhäuser.

Update, 18. April, 18.30 Uhr: Neue Zahlen aus Bremen

Bremen - Im Land Bremen nahm die Zahl der Infizierten am Samstag um 18 auf 582 zu. Die Zahl der genesenen Personen blieb bei 301, die der Verstorbenen stieg um eine Person auf 25, wie die Gesundheitssenatorin mitteilte. 

Aktuell müssen in dem kleinsten Bundesland 41 Personen stationär versorgt werden, 13 davon auf Intensivstationen. Neun von ihnen werden beatmet.

Update, 18. April, 17 Uhr: Neue Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Die Anzahl der Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter leicht gestiegen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) und das Gesundheitsministerium mitteilten, gab es im Vergleich zum Vortag fünf bestätigte Neuinfektionen. 

Damit stieg die Gesamtzahl bis Samstag (16 Uhr) auf 649. Eine 75-Jährige, die unter chronischen Vorerkrankungen gelitten habe und an der Lungenkrankheit Covid-19 laborierte, starb der Mitteilung zufolge. Somit erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle im Land auf 15.

Landesweit müssen oder mussten 91 Menschen in Kliniken behandelt werden, 16 von ihnen auf einer Intensivstation, wie es weiter hieß. 

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge gelten im Nordosten 457 Menschen als von der Covid-19-Erkrankung genesen.

Update, 18. April, 16.46 Uhr: Neue Zahlen aus Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten in Niedersachsen ist am Samstag im Vergleich zum Vortag um 181 auf 8863 gestiegen (Stand 13 Uhr). Die Zahl der Todesfälle stieg um 8 auf 2291, wie das Sozialministerium mitteilte.

Im Moment werden 900 mit dem Virus Infizierte in Krankenhäusern behandelt, 217 Erwachsene befinden sich auf Intensivstationen. 152 von ihnen müssen beatmet werden. Fünf Kinder sind in stationärer Behandlung, aber nicht auf der Intensivstation. 

Von den bislang gemeldeten laborbestätigten Corona-Fällen sind 5257 genesen, was einem Anteil von 59,3 Prozent der Infektionsfälle entspricht.

Update, 18. April, 16.05 Uhr: Bürgermeister reagiert auf Kritik von Unternehmer

Bürgermeister Peter Tschentscher hat im Radio Stellung zu Vorwürfen genommen.
Bürgermeister Peter Tschentscher hat im Radio Stellung zu Vorwürfen genommen.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg - Bürgermeister Peter Tschentscher hat Verständnis für die Sorgen der Gastronomie-Betriebe und Hotels geäußert, sieht in der Corona-Krise derzeit aber keine Alternative für die starken Beschränkungen. 

"Wirtschaftliche Erwägungen müssen in dieser Zeit zurückstehen. Ich verstehe, dass es für die Gastronomie und Hotellerie schwer ist, aber auch andere Branchen wie Friseure und Gesellschaftsgruppen wie Behinderteneinrichtungen oder Familien mit kleinen Kindern sind sehr betroffen. Wir müssen das gemeinsam durchstehen", sagte der SPD-Politiker am Samstag bei Radio Hamburg.

Zuvor hatte der Hamburger Unternehmer Eugen Block die Bundesregierung massiv für ihre Corona-Politik kritisiert. 

"Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht", sagte er dem Nachrichtenmagazin Spiegel. "Ich warte immer noch auf den seit langem angekündigten Corona-Peak. Noch immer stehen die Krankenhäuser halb leer", monierte der 79-jährige Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Restaurantkette Block House. 

"Herr Block hat angekündigt, dass er zunächst den Bund verklagen will. Wir sind in einer Sondersituation, müssen Leib und Leben schützen. Wir wissen, wie schlimm die Lage in Italien war", sagte Tschentscher dazu.

An Hilfen für Hamburger Unternehmer seien inzwischen 363 Millionen Euro bewilligt worden. Das solle über die ersten 2-3 Monate helfen. Eine Lockerung der Gastronomie hänge von der weiteren Entwicklung der Infektionsraten ab. 

"Ich kann mir aber vorstellen, dass wir zunächst die Außengastronomie für mögliche Lockerungen in den Blick nehmen", kündigte Tschentscher an.

Update, 18. April, 15.51 Uhr: THW verteilt 2000 Desinfektionsmittel-Spender

Kiel - Das Technische Hilfswerk (THW) hilft bei der Vorbereitung auf rückkehrende Schüler in Schleswig-Holstein: Am Samstag wurden 2000 Desinfektionsmittel-Spender aus dem Kieler Bildungsministerium abgeholt und zwischengelagert. 

Die Spender werden nach einer THW-Mitteilung im Auftrag des Ministeriums am Montag an die Schulämter der Landkreise und kreisfreien Städte weiterverteilt. Am Dienstag beginnen in Schleswig-Holstein die Abiturprüfungen. 

Die weitere Öffnung der Schulen ist dann vom 4. Mai an vorgesehen.

Update, 18. April, 15.07 Uhr: Drei neue Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft Neumünster

Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr steht in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster.
Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr steht in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster.  © Bodo Marks/dpa

Neumünster – Drei weitere Bewohner eines Quarantänehauses in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster sind positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 

Wie das Landesamt für Ausländerangelegenheiten am Samstag mitteilte, gehören sie zu einer iranischen Familie. In dem Quarantäne-Haus seien neun Personen untergebracht, darunter sechs positiv getestete Fälle. In der vergangenen Woche konnten zwei bereits genesen entlassen werden, ein weiterer am Freitag.

"Wenn wir Covid-19-Infektionen feststellen, isolieren wir immer die ganze Familie, weil eine Ansteckung hier sehr wahrscheinlich ist. Das hatten wir auch bei dieser Familie gemacht", wird André Kröncke, Leiter des ärztlichen Dienstes in der Landesunterkunft, in der Mitteilung zitiert. Durch die neuen Fälle bestehe kein Infektionsrisiko für die anderen Bewohner der Landesunterkunft.

Am Freitag war es zu einem Großeinsatz der Polizei nach einem Tumult in der Landesunterkunft gekommen, als Flüchtlinge aus der Corona-Quarantäne entlassen werden wollten. Die Quarantäne für die gesamte Unterkunft war nach zwei Wochen aufgehoben worden - bis auf zwei Gebäude mit Infizierten und Angehörigen beziehungsweise Kontaktpersonen. 

In dem Gebäude mit Kontaktpersonen seien rund 60 Menschen untergebracht.

Update, 18. April, 15 Uhr: Hamburger Fahrrad-Sternfahrt wegen Corona abgesagt

Hamburg – Die für den 7. Juni geplante Fahrrad-Sternfahrt des Vereins "Mobil ohne Auto" fällt angesichts der Corona-Pandemie aus. 

"Eine zuverlässige Planung und klare Absprachen mit allen Partnern sind zur Zeit leider für den Rest des Jahres 2020 nicht mehr möglich", sagte Vereinsvorstand Ulf Brüggmann am Samstag. Deshalb habe man sich für eine Absage entschieden.

Im vergangenen Jahr hatte es nach Angaben des Vereins 30.000 Teilnehmer gegeben, die von insgesamt 80 Startpunkten in Hamburg und der Region losgefahren waren, um für eine Verkehrswende zu demonstrieren. Alleine 4.500 Personen waren über die sonst für sie gesperrte Köhlbrandbrücke im Hafen gefahren.

Die nächste Sternfahrt soll nun am 20. Juni 2021 stattfinden. Bis dahin hofft "Mobil ohne Auto", dass bei den bislang verschobenen Koalitionsverhandlungen in Hamburg das Thema Ausbau der Fahrradinfrastruktur "ganz oben auf der Agenda steht".

Update, 18. April, 14.45 Uhr: Schleswig-Holstein plant Aufbau einer Corona-Biobank

Kiel – Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) will eine Corona-Biobank aufbauen. 

Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sollen möglichst alle Schleswig-Holsteiner, die eine Corona-Infektion überstanden haben, über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren gründlich nachuntersucht werden sowie Blutproben abgeben. 

"Wir vermuten, dass Covid-19 nicht nur zu fürchterlichen Akutschäden, sondern auch zu Folgeerkrankungen führt", sagte Joachim Thiery, Vorstand für Forschung und Lehre am UKSH.

Befürchtet werde, dass auch Jahre nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten könnten: "Die überschießende Entzündung verursacht bei manchen Patienten schwere Schädigungen der inneren Aderhaut, die Mikrogerinnsel auslösen könnten", sagte Thiery. 

Auch der Blutdruck und die Funktion der Leber können betroffen werden. Der Aufbau einer Corona-Biobank ist auch an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main geplant.

Das schleswig-holsteinische Projekt soll - koordiniert von der Berliner Charité - in enger Zusammenarbeit mit allen deutschen Universitätskliniken laufen. Über die Kosten sagte Joachim Thiery: "Verglichen mit den unübersehbaren Kosten von Corona-Folgeerkrankungen - möglicherweise in Milliardenhöhe, wenn wir zu spät kommen - liegt unser Projekt im Bereich weniger Millionen pro Jahr."

Update, 18. April, 14.17 Uhr: Forscher untersuchen mögliche Langzeitfolgen

Kiel - Wissenschaftler vermuten, dass nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus schwere Folgeerkrankungen möglich sind. 

Daher will das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eine Corona-Biobank aufbauen. Mehr dazu lest Ihr hier.

Update, 18. April, 13.33 Uhr: Fegebank stimmt Studierende auf digitales Semester ein

Hamburg – Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hat die Studierenden vor dem Beginn des Sommersemesters am Montag auf ein digitales Semester eingestimmt. 

"Es wird anders, kreativ, maximal flexibel & unsere Hochschulen leisten hier Großartiges in dieser Zeit. Wir sind auf dem Weg in eine neue Normalität", verkündete Fegebank am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Das Sommersemester an den Hamburger Hochschulen startet am Montag - der Großteil der Vorlesungsveranstaltungen werde digital stattfinden.

Wie die Wissenschaftsbehörde am Freitagabend mitteilte, sollen Prüfungen und Veranstaltungen unter Voraussetzungen wieder möglich sein. Nach Angaben der Behörde sollen schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen sowie Praxisveranstaltungen in speziellen Arbeitsräumen erlaubt sein - insofern ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Gleiches gelte für die Öffnung von Bibliotheken und Archiven. Auch hier müssten geeignete Schutz- und Hygienemaßnahmen sichergestellt sein. Die Umsetzung läge bei den jeweiligen 

Update, 18. April, 13.20 Uhr: 102 neue Corona-Infizierte in Hamburg

Hamburg – Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Hamburger ist seit Freitag um 102 auf 4.297 gestiegen. 

Die Zahl der Toten habe sich nach Zählung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Zeitraum um 6 auf 90 erhöht, teilte die Gesundheitsbehörde am Samstag mit. 

Laut Institut für Rechtsmedizin konnte bisher bei 74 verstorbenen Hamburgern eine Covid-19-Erkrankung als Todesursache festgestellt werden. Das RKI zählt hingegen alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben.

Laut RKI können rund 2400 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1900 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es. 

Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 251 Hamburger wegen des neuartigen Coronavirus in stationärer Behandlung, einer weniger als am Vortag. 

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen liegt bei 79. Damit ist die Fallzahl insbesondere auf den Intensivstationen seit mehr als einer Woche stabil.

Update, 18. April, 13.18 Uhr: Landesregierung verlängert Unterstützung für polnische Berufspendler

Schwerin – Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat die Unterstützung für polnische Berufspendler bis zum 3. Mai verlängert. 

Wie die Staatskanzlei am Samstag mitteilte, wurde damit auf die Verlängerung der Quarantäne-Verordnung des polnischen Gesundheitsministeriums reagiert.

"Bisher wurden 93 gestellte Anträge für 466 Beschäftigte und elf Angehörige mit insgesamt 290 355 Euro bewilligt. Davon sind 61 Tages- und 405 Wochenpendler", sagten der parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, und Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Rudolph. 

Mit der jetzigen Verlängerung hätten sowohl die Betriebe als auch die polnischen Arbeitnehmer Planungssicherheit.

Dahlemann und Rudolph hoffen auf eine baldige Lockerung seitens der polnischen Regierung. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern befinde sich gemeinsam mit den Ländern Brandenburg und Sachsen sowie dem Auswärtigen Amt in einem engen Austausch.

Update, 18. April, 13.16 Uhr: Schwache Schüler sollen nicht unter Corona-Nachteilen leiden

Hannover – Schwache Schüler sollen nicht unter dem Unterrichtsausfall wegen der Corona-Krise leiden. 

Das Land habe an die Schulen die klare Botschaft gerichtet, dass es nicht "Business as usual" geben solle, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Samstag auf NDR 1 Niedersachsen. 

Normalerweise müssen im April bei versetzungsgefährdeten Schülern "Blaue Briefe" verschickt werden. Es gebe die Bitte an Lehrer und Schulen, bei der Leistungsbewertung die derzeit besondere Situation zu berücksichtigen. Schülerinnen und Schüler hätten auch Anspruch, mit Nachprüfungen und zusätzlichen Leistungen ihre Noten zu verbessern.

In Niedersachsen sind die Schulen seit Mitte März geschlossen. Vom kommenden Mittwoch an sollen Schüler Online-Unterricht erhalten. Ab 4. Mai sollen die Klassen schrittweise wieder in die Schulen zurückkehren. 

Für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 beginnt der Unterricht bereits am 27. April.

Update, 18. April, 13.15 Uhr: HSV-Supporters wollen keine Geisterspiele: "Horrorvorstellung"

Hamburg – Geisterspiele sind für die Anhänger des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV keine Lösung: "Fußball ohne Fans ist für mich grundsätzlich unvorstellbar", sagte Timo Horn, Abteilungsleiter des HSV-Supporters-Clubs, in einem Podcast des "Hamburger Abendblatts".

Besonders trifft das auf den Fall zu, dass die Hamburger nach zwei Jahren Abstinenz die Rückkehr in die Bundesliga schaffen würden. 

"Es wäre eine Horrorvorstellung zu denken, dass wir seit Jahrzehnten mal wieder einen richtigen Grund zum Feiern hätten, und dann sitzt man alleine auf dem Sofa", sagte Horn.

Update, 18. April, 13.14 Uhr: SPD-Landtagsfraktion will das Bafög ausweiten

Kiel – Die SPD-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein will die finanzielle Unterstützung der Studierenden an den Universitäten und Hochschulen des Landes ausweiten. 

"Die Corona-Krise stellt viele Studierende vor kaum zu bewältigende Probleme bei der Finanzierung ihrer Lebenshaltungskosten und ihres Studiums, da zahllose Nebenjobs weggefallen sind, auf die sie angewiesen sind", sagte der hochschulpolitische Sprecher Heiner Dunckel in einer Pressemitteilung von Samstag.

Dunckel übte Kritik an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), die "den Vorschlag der Kultusminister, den Kreis der Bezugsberechtigten auszuweiten, mit Verweis auf die personelle Ausstattung der Bafög-Ämter vom Tisch fegt". 

Das Bafög sei das wichtigste staatliche Instrument der Studienförderung und sollte ausgeweitet werden.

Update, 18. April, 12.16 Uhr: Handys für einige Hamburger Häftlinge

Hamburg – Wegen der eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten in Corona-Zeiten können manche Hamburger Häftlinge ausnahmsweise Mobiltelefone nutzen. 

In den Justizvollzugsanstalten sollen schrittweise insgesamt rund 470 Handys ausgegeben werden, teilte die Justizbehörde am Samstag mit. Diese befristete technische Lösung solle dabei helfen, dass Gefangene weiterhin den sozialen Kontakt zu ihren Angehörigen halten können.

Gefangene in den Anstalten Billwerder und Fuhlsbüttel sowie in der Sozialtherapeutischen Anstalt könnten die Prepaid-Handys für jeweils 20 Euro erwerben. In der Untersuchungshaftanstalt und in der JVA Hahnöfersand würden keine Telefone ausgegeben. Die benötigten Sim-Karten inklusive Guthaben müssen von Angehörigen oder Bekannten an die Gefangenen geschickt oder in der jeweiligen Anstalt abgegeben werden, hieß es in der Mitteilung. Die Prepaid-Handys hätten keine Kamera und seien nicht internetfähig.

Wie die Behörde weiter mitteilte, werden die Geräte und Sim-Karten vor der Ausgabe registriert. Es gelten strenge Nutzungsbedingungen, die von den Anstalten erarbeitet wurden. Die Handys dürften nur im eigenen Haftraum genutzt und nicht an andere Gefangene übergeben werden. 

Die Geräte könnten kontrolliert, ausgelesen und bei Missbrauch eingezogen werden. Kontakt- und Gesprächslisten dürften nicht gelöscht werden. Den Verlust oder die Beschädigung müssen die Gefangenen sofort anzeigen.

Sobald Besuche wieder möglich sind, werde die Zulassung der Mobiltelefone zurückgenommen. Die Handys und Sim-Karten würden zur Habe der Gefangenen gegeben und ihnen bei der Entlassung ausgehändigt.

Update, 18. April, 11.41 Uhr: Corona-Krise zeigt Auswirkungen auf Fundbüros in MV

Schwerin – Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf die Fundbüros in Mecklenburg-Vorpommern.

In Greifswald etwa wurden in den vergangenen Wochen weniger Fundsachen abgegeben als sonst üblich, wie Pressesprecherin Andrea Reimann mitteilte. Finder können sich ihren Angaben zufolge telefonisch oder per Email an das Fundbüro richten. Je nach Dringlichkeit würde dann entschieden werden, ob das Gefundene zunächst beim Finder verbleiben oder ins Fundbüro gebracht werden soll.

Auch in Schwerin landeten weniger Gegenstände im städtischen Fundbüro. Dies war nach Angaben von Kathrin Hoffmann von der Pressestelle der Landeshauptstadt allerdings insbesondere darauf zurückzuführen, dass das Stadthaus angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorübergehend geschlossen wurde. 

Da sich in diesem Gebäude auch das Fundbüro befindet, blieb dieses ebenfalls geschlossen. Finder würden gebeten, sich Zeit und Ort ihres Fundes zu merken und auf die Öffnung des Fundbüros zu warten. Einige wenige Fundsachen, die in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs liegen blieben, würden zwar noch abgegeben werden, eine tägliche Übergabe erfolge derzeit jedoch nicht.

In den Hansestädten Wismar und Stralsund blieben die Fundbüros zunächst geschlossen. In dringenden Fällen - wie etwa beim verlorenen Papieren oder Bankkarten - werde jedoch mit dem Besitzer eine Möglichkeit zur Übergabe besprochen, teilte die Pressestelle der Hansestadt Wismar mit.

In der Hansestadt Rostock blieb die Anzahl der Einlieferungen und Abholungen hingegen zunächst in etwa normal. Das Fundbüro war nach wie vor geöffnet. "Dabei achten wir aber natürlich auf Standards wie den Abstand. Es darf auch nur eine Person zur Zeit rein", erklärte eine Sprecherin der Stadt.

Update, 18. April, 11.41 Uhr: Aus Solidarität: Linksfraktion will auf Diätenerhöhung verzichten

Schwerin – Die Linksfraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern will auf die nächste Erhöhung der Abgeordneten-Diäten verzichten. 

Aufgrund der erheblichen wirtschaftlichen Eintrübungen und drohenden Steuerausfälle wegen der Corona-Krise sei dieses Vorgehen geboten, sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg in einer Pressemitteilung von Samstag: "Das wäre auch ein Zeichen der Solidarität, des politischen Anstandes und der Unterstützung."

Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und die Mitglieder der Landesregierung sollten darüber nachdenken, ob "ebenfalls ein Verzicht auf die Erhöhung der Bezüge erfolgen kann", sagte Oldenburg weiter: "Meine Fraktion wird mit diesem Thema zeitnah auf die Koalitionsfraktionen zukommen."

Update, 18. April, 11.39 Uhr: Junge Flüchtlinge in Hannover gelandet

Athen/Hannover – Auf dem Flughafen Hannover sind am Samstagvormittag 47 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelandet, die zuletzt in Lagern auf den griechischen Insel gelebt hatten. 

Sie sollen zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne im Landkreis Osnabrück untergebracht werden, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden. Wie das niedersächsische Innenministerium und das Bundesinnenministerium mitteilten, handelt es sich um 42 Kinder und um 5 Jugendliche, von denen 4 in Begleitung jüngerer Geschwisterkinder sind. 4 der Minderjährigen sind Mädchen.

"Ich freue mich, dass wir heute die ersten unbegleiteten Kinder empfangen könne - trotz der schweren Belastungen durch die Corona-Krise", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bezeichnete die Ankunft der Flüchtlingskinder als einen Anfang.

Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen waren in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Chios untergebracht. Sie stammen aus Afghanistan, Syrien und Eritrea.

Im Migrationsministerium in Athen war nach dem Start zunächst von 49 Minderjährigen die Rede gewesen. An Bord befanden sich nach Angaben der deutschen Ministerien neben den 47 aber auch 2 Kinder, die von ihrem Vater nach Griechenland entführt waren und zu ihrer in Deutschland lebenden Mutter zurückgeführt wurden.

Update, 18. April, 11.29 Uhr: Kultusminister Tonne hält nichts von Debatte über Sommerferien

Hannover – Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält nichts von einer Debatte über die Verkürzung der Sommerferien wegen der Corona-Krise. 

"Bei allem, was wir machen, bemühen wir uns derzeit, die Eckdaten, die man kennt, die verlässlich sind, sie auch zu halten", sagte der Minister am Samstag auf NDR 1 Niedersachsen. Es sei wichtig, nicht noch mehr Unsicherheit und Unklarheit hervorzurufen. Der Termin der Sommerferien sei wichtig für die weiteren Planungen, etwa für Prüfungen. "Ich finde, diese Debatte braucht im Moment keiner", sagte Tonne.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte eine Verkürzung der Sommerferien ins Gespräch gebracht, dafür aber umgehend eine Absage aus vielen Ländern erhalten. 

"Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", hatte Schäuble der Augsburger Allgemeinen (Freitag) gesagt.

Update, 18. April, 11.24 Uhr: Elbphilharmonie bleibt bis Ende Juni geschlossen

Eine Möwe fliegt bei Sonnenuntergang über der Elbe vor der Elbphilharmonie.
Eine Möwe fliegt bei Sonnenuntergang über der Elbe vor der Elbphilharmonie.  © Christophe Gateau/dpa

Hamburg – In ganz kleinen Schritten will Hamburg seine Kulturszene wieder öffnen. 

Theater, Oper und Elbphilharmonie sollen bis 30. Juni geschlossen bleiben, dafür werden die Bücherhallen ihre Türen öffnen, kündigte Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien (SPD), dem NDR an. 

"Wir gehen ehrlicherweise alle davon aus, dass wir im Laufe dieser Spielzeit nicht mehr in eine Situation kommen, in der wir in einem Saal gemeinsam sitzen und jemandem zugucken, der auf der Bühne spielt, singt, tanzt oder musiziert. Deshalb haben wir gesagt, die Theater, die Elbphilharmonie, die Oper und die Musikclubs bleiben bis zum 30. Juni geschlossen", sagte Brosda. "Das gibt den Häusern Planungssicherheit, weil sie nicht mehr auf eine Premiere, von der sie ahnen, dass sie sie absagen müssen, hin proben müssen."

Ob die neue Spielzeit als normale Spielzeit beginnen kann, oder unter Restriktionen, werde in den kommenden Wochen und Monaten erarbeitet werden. "Wichtig ist mir zu sagen: Wir als Stadt stehen zu unserem Wort, dass wir dabei helfen, durch diese Zeit zu kommen. Wenn jemand nun länger schließen muss, werden wir darüber reden, wie wir mit unseren Hilfen auf den Platz kommen, damit sichergestellt ist, dass die Institutionen das auch bewältigen können", betonte der Senator.

In der nächsten Woche soll der Publikumsverkehr in den Bücherhallen beginnen. "Das wird nicht auf einen Schlag geschehen, sondern es beginnt damit, dass am Dienstag an zehn Stellen in der Stadt wieder Rückgabestellen geöffnet werden, was in der letzten Zeit stark nachgefragt wurde. Geplant ist, in der Woche darauf in den Stadtteilbüchereien wieder mit dem Leihgeschäft anzufangen", sagte Brosda. Im Laufe des Mais soll die Zentralbibliothek öffnen.

Dann habe man Gespräche mit den Museen aufgenommen, um zu erörtern, wie Konzepte für einen Betrieb aussehen könnten. "Die Ministerpräsidenten hatten angekündigt, darüber beim nächsten Treffen Ende April sprechen zu wollen. Da wollen wir dann vorbereitet sein, um schnell wieder anfangen zu können."

Die Zoos bleiben unterdessen geschlossen. Auch da werde man am 30. April sehen, ob eine vorsichtige Öffnung möglich sei, meinte Brosda. In Schleswig-Holstein sind von Montag an Besucher in Tier- und Wildparks wieder willkommen.

Update, 18. April, 11.20 Uhr: 2387 Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein - 61 Tote

Kiel – Die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 2387 gestiegen. Wie die Landesregierung am Samstag mitteilte, waren das bis Freitagabend 38 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. 

Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung von 59 auf 61.

Derzeit werden 132 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, ein Minus von vier zum Vortag. Wie die Landesregierung unter Berufung auf Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter mitteilte, sind seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein 1.600 Menschen genesen.

Update, 18. April, 11.12 Uhr: Weniger Verkehr auf Hamburgs Straßen

Hamburg – Auch auf den Hamburger Verkehr hat das Kontaktverbot deutliche Auswirkungen: Verglichen mit 2018 ist der Verkehr auf den Hauptstraßen um 25 Prozent zurückgegangen. Dies erklärte die Hamburger Verkehrsbehörde auf Anfrage am Freitag.

Besonders der Verkehr im Elbtunnel hat im Zuge der Coronakrise abgenommen. Durchquerten im Februar noch täglich 90.000 Fahrzeuge den Tunnel, so sind es Mitte April nur noch 60.000, teilte die Behörde weiter mit. Der Lkw-Verkehr sei davon nicht betroffen: Weiterhin führen 20.000 Laster durch den Elbtunnel.

Auf den städtischen Hauptstraßen sähe es ähnlich aus: Zu Beginn der Kontaktsperre seien im Vergleich zu 2018 über ein Drittel weniger Fahrzeuge unterwegs gewesen. Die Straßen würden jedoch allmählich wieder voller. Auf dem Jungfernstieg und Neuen Wall sei der Verkehr verglichen mit 2018 um 30 Prozent zurückgegangen. Auf der Wilstorfer Straße / Moorstraße gäbe es hingegen kaum einen Unterschied.

Nach Angaben der Verkehrsbehörde laufen die Arbeiten auf Baustellen in der Hansestadt weiter wie geplant. Die Annahme, dass aufgrund des gesunkenen Verkehrsaufkommens schneller gearbeitet werden könne, sei falsch. 

Schließlich seien die Arbeitsabläufe nicht allein vom Verkehr abhängig. Teilweise können aber Bauarbeiten vorgezogen werden, sagte ein Behördensprecher.

Update, 18. April, 9.44 Uhr: Weniger Verkehr und Staus auf den Autobahnen

Hannover – Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Corona-Krise haben auf vielen Straßen in Niedersachsen zu einer beruhigten Verkehrslage geführt. 

"Wir merken auch hier, dass der Verkehr auf den Autobahnen spürbar zurückgegangen ist", sagte die Pressesprecherin des Verkehrsministeriums, Laura Gosciejewicz. "Dementsprechend haben sich auch die Staus, die auf große Verkehrsmengen zurückzuführen sind, reduziert." 

Auch der ADAC berichtete, dass es durch die derzeitige Situation deutlich weniger Staus gebe. "Nach der Kontaktsperre waren und sind die Autobahnen fast leer gefegt", hieß es Anfang April.

Inzwischen gibt es seit rund vier Wochen weitreichende Kontakt- und Reiseeinschränkungen, zahlreiche Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Von diesem Montag an soll es eine vorsichtige und schrittweise Lockerung der Einschränkungen geben.

Auch wenn deutlich weniger Fahrzeuge auf den Straßen sind - Unfälle und Verkehrsbehinderungen auf Autobahnen in Niedersachsen hat es in den vergangenen Wochen dennoch gegeben. So musste die A2 am Donnerstag nach einem Zusammenstoß von mehreren Fahrzeugen zwischen Hannover-Herrenhausen und Wunstorf-Kolenfeld in Richtung Dortmund vorübergehend gesperrt werden.

Mitunter führten auch Bauarbeiten zu Behinderungen - wie jüngst auf der A7, als ein Autobahnabschnitt bei Hildesheim für mehrere Stunden in Fahrtrichtung Nord gesperrt wurde. Einen tödlichen Unfall gab es Anfang April auf der A7, als ein Lastwagen an einem Stauende auf einen anderen Sattelzug auffuhr und ein Mann starb. 

Mitte April wurden bei einem Auffahrunfall auf der A28 bei Oldenburg fünf Menschen verletzt.

Update, 18. April, 7.58 Uhr: Digitaler Lehrbetrieb an Unis startet - Hochschulen haben ihn schon

Jakob Diel, wissenschaftlicher Mitarbeiter, steuert die Aufnahme einer digitalen Vorlesungen von Michael Schleicher, stellvertretender Rektor der Hochschule Wismar, in einem Studio des E-Learning-Zentrums.
Jakob Diel, wissenschaftlicher Mitarbeiter, steuert die Aufnahme einer digitalen Vorlesungen von Michael Schleicher, stellvertretender Rektor der Hochschule Wismar, in einem Studio des E-Learning-Zentrums.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wismar/Rostock/Greifswald – An den Universitäten Mecklenburg-Vorpommerns beginnt am Montag (20. April) drei Wochen nach dem offiziellen Start des Sommersemesters der Lehrbetrieb. 

Wegen der Corona-Krise waren die Lehrveranstaltungen noch nicht begonnen worden. Das Sommersemester erlaubt jedoch vorerst nur den digitalen Unterricht. Der Rektor der Universität Rostock, Prof. Wolfgang Schareck, sagte, es seien viele Vorbereitungen nötig gewesen. 

Die Lehrenden hätten sich erst mit den Medien und der Technik vertraut machen müssen. Wesentlich schneller ging es an der Hochschule Wismar. Deren stellvertretender Rektor, Prof. Michael Schleicher, sagte, der Lehrbetrieb sei nach dem Semesterstart Anfang März gar nicht unterbrochen worden. 

Die Hochschule ist eine Vorreiterin bei digitalen Lehrformaten: Von den 8.200 Studierenden sind 5.000 Fern- und Online-Studenten und nur 3200 klassische Präsenzstudenten.

Update, 18. April, 7.56 Uhr: Amthor: Trotz Corona eine Perspektive für Tourismus-Saison aufzeigen

Schwerin – In Zeiten der Corona-Krise gibt es nach Ansicht von CDU-Politiker Philipp Amthor noch eine Perspektive für eine Tourismus-Saison in Mecklenburg-Vorpommern. 

"Nach einer Aufhebung des Einreiseverbots wird zwar nicht alles auf einen Schlag wieder so sein wie zuvor, aber ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass es in den nächsten Wochen und Monaten unter Wahrung der veränderten hygienischen Bedingungen immerhin auch wieder touristischen Verkehr geben kann", sagte Amthor der Deutschen Presse-Agentur.

Es brauche ein abgestimmtes Vorgehen der Bundesländer mit Blick auf den Tourismus. "Wir erleben derzeit insbesondere in den touristischen Regionen unseres Landes gravierende wirtschaftliche Einschnitte." Es müsse aber berücksichtigt werden, dass das Gesundheitssystem Mecklenburg-Vorpommerns lediglich für die rund 1,6 Millionen Einwohner konzipiert sei.

Seit Mitte März gilt für Touristen aus anderen Bundesländern ein Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern. Dies hatte die Landesregierung diese Woche zunächst bis zum 3. Mai verlängert.

Amthor hatte Anfang Februar seine Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz angekündigt. Der für März geplante Landesparteitag wurde angesichts der Corona-Pandemie abgesagt. Jetzt sei nicht die Stunde der Parteipolitik, betonte er. 

Einen neuen Termin gebe es noch nicht. Amthor hat seinen Wahlkreis (Mecklenburgische Seenplatte I - Vorpommern-Greifswald II) im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Er zog 2017 mit 24 Jahren als direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag ein.

Update, 18. April, 7.55 Uhr: Dutzende Eheschließungen in Corona-Zeiten verschoben

Schwerin – Dutzende Paare haben in Zeiten der Corona-Krise ihre Termine bei den Standesämtern in Mecklenburg-Vorpommern verschoben. 

In der Landeshauptstadt Schwerin wurden mehr als 15 Eheschließungen verschoben oder abgesagt, die bis Ende Juni geplant waren, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. In Rostock wurden allein in den ersten April-Tagen 21 von 37 Eheschließungen abgesagt, hieß es. In Stralsund wurden Angaben der Stadt zufolge bislang mehr als 15 Termine abgesagt, die bis Mai geplant waren. 

Die meisten Absagen seien durch das Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern begründet. In Wismar haben bislang vier Paare ihre Hochzeit verschoben, in Neubrandenburg waren es etwa zehn, in Greifswald drei, wie die Städte mitteilten. 

Eheschließungen seien in den Städten weiterhin möglich, jedoch müsse auch hier der gebotene Mindestabstand eingehalten werde.

Update, 18. April, 7.55 Uhr: Live-Tour durch Clubs in MV beginnt am Samstag

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Clubs sollen in der Corona-Krise mit regelmäßigen Livestreams im Bewusstsein ihrer Besucher bleiben und zudem bekannter werden. 

Die erste gemeinsame Ausgabe werde am Samstag ab 20 Uhr im Rostocker M.A.U. Club produziert, sagte Rainer Lemmer, Vorsitzender des neugegründeten Landesverbands für Clubs und Livespielstätten - das Kulturwerk MV - der Deutschen Presse-Agentur. Als musikalischer Gast sei der DJ Jan Oberlaender dabei.

Im Livestream werde zudem auch ein Blick hinter die Kulissen der Clubs ermöglicht, sagte Lemmer: "Für Gäste, die sonst nur vor der Bühne stehen, ist das sicher interessant. Sie bekommen die Gelegenheit, die Räumlichkeiten und Abläufe in den Clubs kennenzulernen." Auch Interviews mit den Betreibern der Häuser seien geplant.

Die Livestreams werden den Angaben zufolge auf den Facebookseiten des Kulturwerks MV und der jeweiligen Veranstalter zu sehen sein. Jeden Samstag werde die Veranstaltungsreihe aus einem anderen Club in Mecklenburg-Vorpommern übertragen.

Update, 18. April, 7.53 Uhr: Bau- und Gartenmärkten in Mecklenburg-Vorpommern wieder offen

Schwerin – Nach dreieinhalbwöchiger Zwangsschließung dürfen Bau- und Gartenmärkte in Mecklenburg-Vorpommern von diesem Samstag (8 Uhr) an wieder für alle öffnen. 

Damit endet für diese Handelssparte die wegen der Corona-Epidemie verhängte Kundensperre früher als für andere Einzelhändler, die erst von Montag an ihre Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Als eines von wenigen Ländern hatte Mecklenburg-Vorpommern am 23. März verfügt, dass zwar gewerbliche Kunden in Garten- und Baumärkten weiterhin bedient werden durften, für Privatkunden aber Liefer- und Abholdienste eingerichtet werden mussten. Damit sollten soziale Kontakte weiter reduziert und die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

Die Wiederöffnung der Baumärkte ist an Bedingungen geknüpft: Es darf nur eine begrenzte Anzahl von Käufern gleichzeitig im Markt sein und Kunden sind gehalten, Schutzmasken zu tragen. Ab Montag können im Nordosten wieder alle Geschäfte öffnen.

Update, 18. April, 7.52 Uhr: Zoo und Stadtbibliothek in Stralsund öffnen

Stralsund – Unter Berücksichtigung der Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie öffnet der Stralsunder Zoo ab Montag seinen Außenbereich wieder für Besucher. 

Im Laufe der Woche solle dann auch die Stadtbibliothek unter Einschränkungen den Betrieb wieder aufnehmen, teilte die Stadt Stralsund am Freitag mit. Beim Zoorundgang sind demnach Verhaltensregeln zu beachten. Über diese werde vor Ort informiert, hieß es. 

Die Gebäude und die Gastronomie auf dem Zoogelände bleiben weiterhin geschlossen. Über die Details der Bibliotheksöffnung will die Stadt in den kommenden Tagen informieren.

Update, 18. April, 7.49 Uhr: Niedersachsens CDU-Chef lobt Spahns Krisenmanagement

Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU Niedersachsen, spricht während eines Interviews mit Journalisten.
Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU Niedersachsen, spricht während eines Interviews mit Journalisten.  © Peter Steffen/dpa

Hannover – Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann hält Personaldebatten zur verschobenen Wahl des Bundesparteivorsitzenden in der Corona-Krise für fehl am Platz. 

"Spekulationen über die Stärken und Schwächen der Kandidaten verbieten sich derzeit, weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren müssen", sagte Althusmann der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Gleichzeitig lobte er das Krisenmanagement von Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich an der Seite von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet als Parteivize bewirbt. Spahn sei neben der Kanzlerin sowie dem Wirtschafts- und dem Finanzminister im Moment "der Dreh- und Angelpunkt der deutschen Politik", sagte Althusmann. 

"Jens Spahn erfüllt seine Aufgabe als Krisenmanager und hält die Fäden zwischen Bund und Ländern beim Gesundheitsschutz zusammen." Schon im Februar hatte Althusmann dem Duo Laschet/Spahn seine Unterstützung signalisiert.

Der ursprünglich für April geplante Sonderparteitag der CDU wurde wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. "Der Bundesparteitag wird voraussichtlich im Dezember stattfinden, bis dahin wird sich noch eine Menge bewegen", sagte Althusmann. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir am Jahresende eine Entscheidung haben werden."

Im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union hat indes auch CSU-Chef Markus Söder in der Corona-Krise gepunktet. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von Mitte April zufolge wünschten sich 27 Prozent der Befragten, dass Söder für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel antritt. 

Der frühere Bundestags-Fraktionschef Friedrich Merz (12 Prozent), Laschet (8 Prozent) und Spahn (7 Prozent) lagen deutlich dahinter. Vor Beginn der Krise Ende Februar hatte Merz noch vorne gelegen.

Update, 18. April, 7.47 Uhr: Ministerpräsident Weil: Geisterspiele wie unaufgetaute Tiefkühlkost

Hannover – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist kein Anhänger von Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga. 

"Dass diese Frage wirtschaftlich für die Vereine von existenzieller Bedeutung ist, ist offenkundig. Persönlich als Fan kann ich mich allerdings kaum für Spiele ohne Zuschauerinnen und Zuschauer erwärmen. Das ist wie der Genuss von unaufgetauter Tiefkühlkost", sagte der SPD-Politiker in einem Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Wochenendausgabe). 

"Aber dass darüber geredet werden muss, ist klar, denn auch Fußball ist eine Form von Berufsausübung. Ein wichtiger Bereich des Leistungssports würde andernfalls eingehen, und das will auch niemand." Die Fußball-Bundesliga pausiert aufgrund der Corona-Krise noch bis mindestens 30. April. Die Clubs wollen die Saison mit Hilfe von Geisterspielen bestenfalls bis zum 30. Juni abschließen.

Niedersachsens Ministerpräsident macht sich aber "vor allem Sorgen um Sportarten, die nicht von den Fernsehrechten leben, wie etwa der Handball. Was ist mit den Recken der TSV Hannover-Burgdorf, eine Spitzenmannschaft, die derzeit keine Einnahmen hat? Wenn diese Mannschaft auseinandergehen müsste, wäre das jammerschade. Es muss unser Ziel sein, so etwas zu verhindern."

Ein Abbruch der Saison in der Handball-Bundesliga ist seit Freitag näher gerückt. Die Entscheidung fällt in einer Abstimmung unter den 36 Clubs der 1. und 2. Liga möglicherweise am kommenden Dienstag.

Update, 18. April, 7.35 Uhr: Hamburgs Handwerker in Corona-Krise unter Druck

Hamburg – In der Corona-Krise gibt es im Hamburger Handwerk nach Angaben von Kammerpräsident Hjalmar Stemmann derzeit mehr Verlierer als Gewinner. 

"Die Betriebe leiden unter Auftragsrückgängen und Umsatzeinbußen", sagte Stemmann der Deutschen Presse-Agentur. Er appellierte an die Hamburger, Solidarität mit den Betrieben zu zeigen und schon länger geplante Umbauten, Reparaturen oder Renovierungen in Auftrag zu geben. Derzeit sei die Chance auf eine zügige Erledigung besonders hoch.

Bislang hat die Kammer rund 5.000 Handwerksbetriebe zu den Anträgen auf Kurzarbeit oder die Bund-Länder-Programme beraten, wie der Präsident berichtete. 

Das ist ein Drittel der Betriebe, die die Kammer in der Hansestadt vertritt. Sie beschäftigen insgesamt rund 120.000 Mitarbeiter.

Update, 18. April, 7.30 Uhr: Hamburg geht bei Corona-Lockerung auf Nummer sicher

Eine Kordel schützt den Kassenbereich zur Einhaltung der Abstandsregeln im "Stoffkontor" in der Innenstadt.
Eine Kordel schützt den Kassenbereich zur Einhaltung der Abstandsregeln im "Stoffkontor" in der Innenstadt.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Bei den Lockerungen der Corona-Auflagen geht der Hamburger Senat auf Nummer sicher. 

Bis auf die Bereiche Einzelhandel, Bildung und Kindernotbetreuung würden die bisherigen Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie in der Hansestadt zumindest bis zum 4. Mai weiter gelten, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag nach stundenlangen Beratungen des Senats. Großveranstaltungen bleiben bis Ende August untersagt.

Vorerst wurde nur die Wiedereröffnung von Geschäften mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern ab kommendem Montag und ein langsames Wiederanfahren des Schulbetriebs beschlossen. Eine Ausweitung der Kita-Notbetreuung auch auf Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden war bereits am Donnerstag verkündet worden.

In allen Punkten ging Rot-Grün in Hamburg - anders als andere Bundesländer - nicht über den am vergangenen Mittwoch von den Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossenen Rahmen zur Lockerung der Maßnahmen hinaus.

Unter Hinweis auf den bisherigen Verlauf der Pandemie sagte Tschentscher, dass man sich die eine oder andere Lockerung zutraue, "allerdings in dem Bewusstsein, dass der Spielraum, den wir in Deutschland sehen, bisher noch sehr, sehr klein ist". Die Bevölkerung werde wohl noch einige Monate mit der Pandemie und Einschränkungen leben müssen. Alle zwei Wochen will der Senat die Möglichkeit weiterer Lockerungen prüfen.

Von Montag an dürfen Läden bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen, auch solche "in Einkaufszentren, Malls, Passagen", sagte Tschentscher. In Einkaufszentren müsse aber auch zwischen den Geschäften die Abstandsregelung eingehalten werden. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) wies darauf hin, dass größere Geschäfte auch Ladenflächen abtrennen können, um so unter 800 Quadratmetern zu kommen.

Der Schulbetrieb wird ab dem 27. April wieder hochgefahren. Damit folge man dem Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin, zunächst die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen auf ihren Schulabschluss vorzubereiten, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Ab dem 4. Mai sollen die 4. Klassen der Grundschulen, die 6. Klassen der Gymnasien sowie die Oberstufen von Stadtteilschule und Gymnasium folgen. Schon ab Dienstag kommender Woche sollen aber bereits die schriftlichen Abiprüfungen beginnen.

Damit sich beim Wiederhochfahren des Unterrichts möglichst niemand infiziert, sollen alle Klassen in zwei Lerngruppen getrennt werden, die abwechselnd einen Klassenraum nutzen oder fernunterrichtet werden. Die Schulen sollen die entsprechenden Angebote bis zu den Maiferien aufbauen, sagte Rabe. "Es ist ein vorsichtiger erster Schritt (...) hier gilt für uns Sorgfalt vor Geschwindigkeit."

Angesichts einer steigenden Zahl von Covid-19-Kranken in Hamburger Alten- und Pflegeheimen wurden die Vorsichtsmaßnahmen dort weiter verschärft. Neben dem bereits geltenden Besuchsverbot seien die Einrichtungen verpflichtet worden, notwendige Vorbereitung auf einen Covid-19-Ausbruch zu treffen, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Auch wurden die Voraussetzungen für die Einweisung und Rücküberweisung von Patienten zwischen Pflegeeinrichtungen und Krankenhaus geregelt.

Einen ersten Praxistest gab es bereits am Freitagnachmittag: 30 Bewohner eines Seniorenzentrums in Hamburg-Wilhelmsburg seien in einem Großeinsatz der Feuerwehr zur Sicherheit in vier Krankenhäuser gebracht worden, nachdem sich in dem Heim rund 60 Senioren mit dem neuen Coronavirus infiziert hatten. 

"Hier sind 30 Patienten, die negativ getestet wurden, dann in Krankenhäuser verlegt worden", sagte Prüfer-Storcks. Mit dem neuen Fall stieg die Zahl der Infizierten Bewohner in den rund 150 Hamburger Pflegeeinrichtungen auf knapp 350.

Update, 18. April, 7.21 Uhr: Strenge Corona-Auflagen gelten auch an diesem Wochenende

Kiel – Schleswig-Holstein geht in das vorerst letzte Wochenende, an dem noch alle strengen Öffnungsverbote in der Corona-Krise gelten. 

Von Montag an dürfen Geschäfte bis 800 Quadratmetern sowie Tier- und Wildparks wieder öffnen. In einer Regierungserklärung hatte Ministerpräsident Daniel Günther am Freitag erneut dazu aufgerufen, weiterhin die strengen Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu befolgen. Nur die Einhaltung der Vorgaben ermögliche Lockerungen, sagte der CDU-Politiker in einer Sondersitzung des Landtags.

Die Spitzen der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP hatten sich auf ein Paket zur Umsetzung der am Mittwoch zwischen Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen geeinigt. Es beinhaltet Lockerungen in Teilbereichen, die bei einer deutlichen Zunahme der Corona-Infektionen aber wieder kassiert werden könnten.

Von Montag an dürfen Geschäfte bis 800 Quadratmeter Größe wieder öffnen, dazu auch Fahrradläden, Buchhandlungen und Autohäuser. Die Notbetreuung in den Kitas soll ausgeweitet werden. Lockerungen für Restaurants und den Tourismus sind noch nicht terminiert. Bis Ende des Monats will die Regierung definieren, inwieweit ab Anfang Mai Veranstaltungen schrittweise wieder zugelassen werden. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern bleiben bis 31. August in jedem Fall untersagt.

Die strengen Kontaktverbote gelten am Wochenende weiter, Die Restaurants bleiben geschlossen, die Inseln und Halligen dürfen nach wie vor nicht besucht werden. Die Landespolizei will zum Wochenende ihre Präsenz wieder erhöhen und mit zusätzlichen Streifen unterwegs sein. Das gilt besonders für die Übergänge zu den Inseln an Nord- und Ostsee sowie Naherholungsgebiete und touristisch interessante Ziele.

Die Grenzen zu anderen Bundesländern, also Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, sollen nicht kontrolliert werden. Die Polizei kündigte Augenmaß an. Unzulässige Gruppenausflüge und durch hohes Personenaufkommen bedingte Distanzunterschreitungen sollen aber unterbunden werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus war in Schleswig-Holstein bis Donnerstagabend auf 2349 gestiegen. Das waren 55 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung von 55 auf 59. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein 1600 Menschen genesen.

Update, 17. März, 22.25 Uhr: Universität Hamburg startet digital ins Semester

Hamburg - Die Universität Hamburg startet am Montag wegen der Corona-Pandemie fast nur digital ins Sommersemester. 

Erstmals in der 101-jährigen Geschichte der Hochschule werde die Lehre in allen der mehr als 170 Studiengänge fast ausschließlich in digitaler Form stattfinden, teilte die Universität am Freitag mit.

Die bisher beschränkte Anrechnung digitaler Lehre von 25 Prozent gelte nicht mehr. "Digitales Studium wird im Sommersemester 2020 also zu 100 Prozent anerkannt", hieß es. 

Für wegen der Corona-Krise in Not geratene Studierende aller Hochschulen der Hansestadt wurde zudem ein Notfalldarlehen aufgelegt.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) betonte, dass Hamburgs Hochschulen wegen der Corona-Pandemie weiter für den Publikumsverkehr geschlossen blieben. 

Update, 17. März, 21.19 Uhr: Bau- und Gartenmärkten in MV öffnen

Schwerin - Nach dreieinhalbwöchiger Zwangsschließung dürfen Bau- und Gartenmärkte in Mecklenburg-Vorpommern von Samstag an wieder für alle öffnen.

Damit endet für diese Handelssparte die wegen der Corona-Epidemie verhängte Kundensperre früher als für andere Einzelhändler, die erst von Montag an ihre Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Als eines von wenigen Ländern hatte Mecklenburg-Vorpommern am 23. März verfügt, dass zwar gewerbliche Kunden in Garten- und Baumärkten weiterhin bedient werden durften, für Privatkunden aber Liefer- und Abholdienste eingerichtet werden mussten. 

Damit sollten soziale Kontakte weiter reduziert und die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

Update, 17. März, 20.29 Uhr: Quarantäne-Verweigerer könnten in Gewahrsam kommen

Hamburg - Bei wiederholten Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie könnten Menschen in Hamburg demnächst im Ausreisegewahrsam am Flughafen landen. 

"Das könnte ein geeigneter Ort sein", sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter, am Freitag. Er sprach von einer Option und betonte zugleich: "Wir haben noch keinen Fall." 

Die Einrichtung sei dafür geeignet, weil sie kein Gefängnis, aber abgeschlossen und zurzeit nicht belegt sei. Wegen des nahezu eingestellten Flugverkehrs sind zurzeit keine Abschiebungen möglich.

Reschreiter erläuterte, dass die Polizei bei renitenten Verstößen in Amtshilfe für die Gesundheitsämter tätig werde. 

Eine Ingewahrsamnahme könne jedoch nur auf richterliche Anordnung erfolgen. 

Im Infektionsschutzgesetz heißt es, dass Ansteckungsverdächtige zwangsweise in einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses oder einer anderen geeigneten Einrichtung "abgesondert" werden können.

Update, 17. April, 19.58 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern führt Maskenpflicht ein

Schwerin - Nach Sachsen führt auch Mecklenburg-Vorpommern zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-Virus eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. 

Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin sagte, müssen Nutzer von Straßenbahn, Bus oder Taxi von Montag (27. April) an einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Verlangt werde eine Stoffmaske, alternativ könne auch ein Tuch als Schutz getragen werden, erklärte Schwesig. Für Einkäufe in Geschäften des Einzelhandels gelte hingegen weiterhin die dringende Empfehlung, eine sogenannte Alltagsmaske zu tragen, nicht aber eine Pflicht.

Die Maskenpflicht für den Nahverkehr sei nötig, weil mit der Ladenöffnung ab Montag und der Öffnung der Schulen kurze Zeit später auch die Nutzung der Nahverkehrsmittel wieder deutlich zunehme und in Bussen und Bahnen das Abstandsgebot kaum einzuhalten sei. 

Update, 17. April, 19.55 Uhr: Hamburg gegen Verkürzung der Sommerferien

Hamburg - Hamburg lehnt eine Verkürzung der Sommerferien wegen der Corona-Pandemie ab. Vom Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) halte er nichts, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Freitag. 

Bereits jetzt werde Eltern, Lehrkräften und Schülern durch Fernunterricht "allerhand" zugemutet.

Schule sei ein großes System, das eine "gewisse Klarheit und Ruhe" brauche. "250.000 Schüler, dahinter vermutlich 400.000 Sorgeberechtigte, fast 25.000 Beschäftigte an den Schulen - damit geht man nicht ohne Grund spielerisch um", sagte Rabe.

Er halte aber viel davon, über die Sommerferien Lernangebote zu machen, "solange die Beteiligung auf Freiwilligkeit basiert". Dazu würden auch bereits Angebote erarbeitet.

Update. 17. April, 19.50 Uhr: Hamburger Seniorenzentrum evakuiert

Einsatzkräfte besprechen sich vor dem Senioren-Zentrum "Am Inselpark".
Einsatzkräfte besprechen sich vor dem Senioren-Zentrum "Am Inselpark".  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg - Wegen des Ausbruchs des Coronavirus ist ein Seniorenzentrum in Hamburg-Wilhelmsburg am Freitagnachmittag evakuiert worden.

Rund 60 Senioren hätten sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, erklärte die Hamburger Gesundheitsbehörde. 

30 nicht Infizierte seien in verschiedene Hamburger Krankenhäuser verlegt worden, um eine strikte Trennung der positiv Getesteten und negativ Getesteten sicherzustellen, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. 

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde war die Hamburger Feuerwehr im Großeinsatz. 

Update, 17. April, 18.11 Uhr: Zahl der Coronatoten aus Pinneberger Altenheimen steigt weiter

Elmshorn - Vier weitere mit Corona infizierte Altenheimbewohner sind seit Ostersonntag im Kreis Pinneberg gestorben.

Zudem wurden neun weitere Pflegekräfte positiv getestet, teilte Kreissprecher Oliver Carstens am Freitag mit. Neuinfektionen unter den Bewohnern gebe es nicht. 

Aktuell seien 59 Bewohner mit dem neuartigen Virus infiziert, von denen elf im Elmshorner Krankenhaus sind. Insgesamt haben sich laut Kreispressestelle auch 31 Pflegekräfte mit Corona angesteckt.

Mit Blick auf die Infektionszahlen des Kreises zeigte sich der Fachdienst Gesundheit aber optimistisch: "Ich freue mich über die im Verhältnis relativ geringe Anzahl von Neuinfektionen und gehe davon aus, dass dies die ersten positiven Auswirkungen der kontaktreduzierenden Maßnahmen sind", sagte Leiterin Angelika Roschning. 

Die meisten Coronatoten stammten aus den drei betroffenen Einrichtungen. Nur einer der 14 Menschen, die im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gestorben sind, komme nicht aus einem Altenheim.

Update, 17. April, 18.02 Uhr: 644 Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Der Anstieg der Covid-19-Infektionen hat sich in Mecklenburg-Vorpommern weiter verlangsamt. 

Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) und das Gesundheitsministerium mitteilten, gab es im Vergleich zum Vortag zwei bestätigte Neuinfektionen. 

Damit stieg die Gesamtzahl bis Freitag auf nunmehr 644. Ein 59-jähriger Patient, der unter schwersten Vorerkrankungen gelitten habe und an der Lungenkrankheit Covid-19 laborierte, starb der Mitteilung zufolge. Somit erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle im Land auf 14.

Landesweit müssen oder mussten 90 Menschen in Kliniken behandelt werden, 16 von ihnen auf einer Intensivstation, wie es weiter hieß. 

Bislang seien etwa 25.600 Corona-Tests analysiert worden. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge gelten im Nordosten 444 Menschen als von der Covid-19-Erkrankung genesen.

Update, 17. April, 17.56 Uhr: Kleinere Hamburger Läden öffnen wieder

Hamburg - In Hamburg dürfen kleinere Läden auch in Einkaufszentren ab kommendem Montag wieder öffnen. 

Das teilte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag nach Beratungen des Senats über Lockerungen der Corona-Einschränkungen mit. 

Die Regelung gelte für alle Läden bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern und auch für Einzelläden "in Einkaufszentren, Malls, Passagen", sagte er. In den Zentren müsse auch in den allgemeinen Bereichen zwischen den Geschäften die Abstandsregelung eingehalten werden, betonte er. 

Auch in den Bereichen Bildung und Kindertagesbetreuung seinen Lockerungen der bisherigen coronabedingten Einschränkungen beschlossen worden.

Die weiteren Lockerungen der Corona-Regeln in Hamburg findet Ihr >>>hier<<<. 

Update, 17. April, 17.29 Uhr: Ärztin der Kinderkardiologie im UKE mit Corona infiziert

Hamburg - Eine Ärztin der Kinderkardiologie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist am Donnerstag positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden. 

Wie das Klinikum am Freitag weiter mitteilte, hat eine andere Ärztin im ambulanten Bereich des Instituts für Versorgungsforschung bereits am Montag die gleiche Diagnose bekommen. Alle Personen, die in engem Kontakt mit den beiden Medizinerinnen standen, seien umgehend isoliert und ebenfalls getestet worden. 

Es seien bislang aber keine weiteren Infektionen festgestellt worden.

Drei Kinder aus der Kardiologie und ihre Eltern müssten für 14 Tage auf einer separaten Station im UKE in Quarantäne bleiben, zwei weitere kleine Herzpatienten sollten noch am Freitag in die häusliche Isolation entlassen werden. 

Auch neun Mitarbeiter, die einen engen direkten Kontakt mit ihrer infizierten Kollegin hatten, befänden sich in häuslicher Quarantäne. Die infizierte Ärztin aus dem Institut für Versorgungsforschung habe keinen Kontakt zu stationären Patienten gehabt. 

Ihre ambulanten Patienten seien alle informiert worden, hieß es.

Update, 17. April, 17.28 Uhr: Weitere Menschen in Pflegeheim in Rümpel infiziert

Bad Oldesloe - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in einem Pflegeheim in Rümpel bei Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) ist weiter gestiegen. 

Das Gesundheitsamt habe sechs weitere Infektionen bestätigt, davon vier bei Bewohnern der Einrichtung, sagte der Leiter des Pflegeheims, Daniel Schöneberg, am Freitag. 

Damit habe sich die Zahl der infizierten Bewohner im Vergleich zum Donnerstag auf 61 erhöht. Die Zahl der infizierten Mitarbeiter stieg danach von 21 auf 23.

Weitere Todesfälle habe es in der Einrichtung nicht gegeben, sagte Schöneberg. Am Donnerstag war bekannt geworden, das ist 92 Jahre alte krebskranke, mit dem Virus infizierte Bewohnerin des Heims gestorben war.

Die Pflegeeinrichtung für Demenzkranke und psychisch auffällige Menschen steht seit dem 9. April unter Quarantäne.

Update, 17. April, 17.27 Uhr: Virtuelles Derby zwischen HSV und St. Pauli

Hamburg - Die Fußball-Zweitligisten Hamburger SV und FC St. Pauli tragen am Sonntag um 18 Uhr ein virtuelles Derby aus. 

Im Rahmen der "Bundesliga Home Challenge" findet das Duell auf der Spielekonsole mit dem Videospiel "FIFA 20" statt. Für den HSV treten Fußballprofi Tim Leibold und der eSportler Christoph Strietzel an. 

Für den FC St. Pauli sind Fußballprofi Luca Zander und eSportler Can Tuna dabei. Im realen Fußball gewann der FC St. Pauli beide Begegnungen der Saison 2019/2020 mit 2:0.

Update, 17. April, 17.25 Uhr: Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft geht in Kurzarbeit

Oldenburg/Papenburg - Der Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft an der Ems geht in der Corona-Pandemie ab Mai für zwei Monate in Kurzarbeit. 

Das teilte die Geschäftsführung am Freitag nach Gesprächen vor einer Einigungsstelle des Arbeitsgerichts Oldenburg mit. Im Streit über eine Begrenzung der Arbeit auf der Werft in Papenburg hatte der Betriebsrat das Arbeitsgericht angerufen. 

Die wöchentliche Arbeitszeit werde auf 30 Stunden reduziert, hieß es in der Mitteilung. Das Kurzarbeitergeld soll dieser Regelung nach aber nicht wie in anderen Betrieben aufgestockt werden.

Update, 17. April, 16.48 Uhr: Bremen lockert Regeln für Notbetreuung in Kindergärten

Bremen - Bei der Lockerung der Corona-Regeln weitet das Bundesland Bremen auch das Angebot der Notbetreuung in Kindertagesstätten aus. 

Die Betreuung solle allen Familien offenstehen, in denen beide Eltern berufstätig sind, oder alleinerziehenden Berufstätigen. Das sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitag.

Dies hänge nicht vom Beruf ab. Er hoffe aber, dass die Notbetreuung nicht so viel genutzt werde, "dass sie unter der Hand in einen Regelbetrieb übergeht". 

Sollten die Kitas an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, müsse die Notbetreuung wieder auf Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen beschränkt werden, sagte Bovenschulte.

Der Bremer Senat beschloss am Freitag Regeln, die weitgehend den zwischen Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen entsprechen. 

Geschäfte mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern dürfen ab Montag wieder öffnen. 

Für Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr und Käufer in Geschäften wird das Tragen einer einfachen Maske dringend empfohlen.

Update, 17. April, 16.14 Uhr: 8682 bestätigte Infizierte in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten in Niedersachsen ist am Freitag im Vergleich zum Vortag um 220 auf 8682 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle stieg um 11 auf 283, wie die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, in Hannover sagte.

922 Infizierte befinden sich demnach derzeit im Krankenhaus. 209 der Krankenhauspatienten liegen auf der Intensivstation. 154 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. 

4908 Betroffene gelten inzwischen als genesen, das entspricht 56,5 Prozent aller Infektionsfälle.

Update, 17. April, 16.05 Uhr: Corona-Testzentrum in Rostock schließt

Rostock - Eines der beiden Corona-Testzentren in Rostock hat den Betrieb mangels Nachfrage eingestellt. 

Dabei handele es sich um das Abstrichzentrum an der Stadthalle in der Südstadt, teilte das Gesundheitsamt der Hansestadt am Freitag mit. 

Geöffnet blieben das Corona-Testzentrum sowie das Fieberzentrum der Universitätsmedizin Rostock. Sie arbeiteten eng mit den Hausärzten und der stationären Krankenversorgung zusammen.

Corona-Tests werden bislang nur auf Anweisung eines Arztes in begründeten Verdachtsfällen vorgenommen. 

Die täglich gemeldete Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen mit dem Cortonavirus lag zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern nur noch im einstelligen Bereich.

Update, 17. April, 15.21 Uhr: Günther bittet Bürger um Geduld

Kiel - Ministerpräsident Daniel Günther hat den Schleswig-Holsteinern für die Befolgung der strengen Regeln in der Corona-Krise gedankt. 

"Nur auf diese Weise haben wir es gemeinsam geschafft, die Ansteckungskurve zu verflachen", sagte der CDU-Politiker am Freitag in einer Sondersitzung des Landtags. "Nur deshalb haben wir unser Gesundheitssystem nicht überfordert. 

Und nur darum können die Krankenhäuser allmählich den Normalbetrieb wiederaufnehmen", betonte Günther in seiner Regierungserklärung. Der Weg zurück ins vertraute Leben führe nur über kleinere Etappen in mehreren Schritten.

"Wir reden beim Zeitraum für die schrittweisen Erleichterungen nicht von Tagen oder Wochen. Wir sprechen hier von Monaten."

Günther rief die Bürger auf, sich weiterhin an die Kontaktverbote zu halten, die Hygienevorgaben zu befolgen und auf geselliges Freizeitvergnügen zu verzichten.

Update, 17. April, 14.47 Uhr: AfD fordert Corona-Gratisparken in Hamburg

Hamburg - Die AfD fordert Gratisparken in Hamburg, um das Corona-Infektionsrisiko beim Bedienen von Parkscheinautomaten zu umgehen. 

"Für die Gesundheit der Hamburger Bürger müssen alle Register gezogen werden", erklärte Fraktionschef Dirk Nockemann am Freitag. 

Es gelte daher, "die Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs zu erhöhen." Einen entsprechenden Antrag werde seine Fraktion bei der Bürgerschaftssitzung am kommenden Mittwoch stellen.

Anfang des Monats hatte die Hamburger AfD-Fraktion bereits ein Verzicht auf Park-Knöllchen für Autofahrer in der Corona-Krise gefordert.

Update, 17. April, 14.34 Uhr: Senat geht zu UKE auf Distanz

Hamburg - Nach dem Corona-Ausbruch auf einer Krebsstation im Universitätsklinikum Eppendorf geht der Hamburger Senat nach Medienberichten auf Distanz zur Klinikleitung. 

Der Sprecher der Zweiten Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erklärte auf Anfrage des Nachrichtenmagazins: "Die Senatorin war über die zuletzt berichtete Häufung der Fälle nicht informiert." 

Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte am Freitag der dpa, es gebe Anhaltspunkte dafür, dass die Corona-Fälle nicht so rechtzeitig gemeldet wurden, wie es das Infektionsschutzgesetz vorsehe. 

Update, 17. April, 14.02 Uhr: Landwirte bekommen Unterstützung

Ein Saisonarbeiter erntet Spargel. (Archivbild)
Ein Saisonarbeiter erntet Spargel. (Archivbild)  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Hannover - Die Landesregierung greift niedersächsischen Bauern, die in der Corona-Krise auf Saisonhelfer angewiesen sind, finanziell unter die Arme. Eine entsprechende Summe von vier Millionen Euro sei jetzt vom Finanzministerium an zusätzlichen Haushaltsmitteln zugewiesen worden, teilte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Freitag mit. 

Das Geld solle zur "Bewältigung der Auswirkungen des Coronavirus" eingesetzt werden, hieß es weiter. Landwirte, auf deren Höfen Saisonarbeitskräfte tätig sind, müssen etwa die Einhaltung spezieller Hygienevorschriften sicherstellen oder den Gästen Einzelzimmer anbieten, um Ansteckungsrisiken zu senken.

"Mit den bereitgestellten Mitteln wird sich das Land an den erforderlichen Mehrkosten beteiligen", erklärte das Ministerium in Hannover. Die Landwirtschaftliche Rentenbank stellt infrage kommenden Höfen außerdem Kredite zur Liquiditätssicherung zur Verfügung.

Viele Bauern brauchen Unterstützung, um in der aktuellen Lage den Betrieb aufrechterhalten zu können. Die Spargelernte ist angelaufen, zudem muss gesät und gepflanzt werden. Wegen der Corona-Krise war die Einreise ausländischer Saisonarbeitskräfte zunächst untersagt, dann aber doch unter bestimmten Bedingungen erlaubt worden. 

Im April und Mai sollen je 40.000 von ihnen nach Deutschland kommen. Auch Studenten oder Beschäftigte, die im Moment in Kurzarbeit sind, helfen in der Landwirtschaft aus.

Update, 17. April, 14.01 Uhr: Schleswig-Holstein Musik Festival abgesagt

Lübeck - Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Stattdessen werde es einen "Sommer der Möglichkeiten" mit ausgewählten Konzerten in besonderen Formaten geben, teilte das Festival am Freitag mit. 

Welche der ursprünglich für diesen Sommer eingeladenen Künstler auf welchen Kanälen präsentiert würden, wolle man in den nächsten Wochen bekannt geben, sagte Festivalintendant Christian Kuhnt.

Die geplanten Konzerte von Gregory Porter, Tom Jones und dem Porträtkünstler Xavier de Maistre gemeinsam mit Startenor Rolando Villazón würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. 

Das SHMF gilt mit mehr als 200 Konzerten, 126 Spielstätten und einem Kartenkontingent von fast 200 000 Tickets als Deutschlands größtes Klassik-Festival.

Update, 17. April, 13.47 Uhr: MV Werften verlängern Schließung

Wismar - Die Schließung der MV Werften infolge der Corona-Krise wird um zwei Wochen bis zum 3. Mai verlängert. Dies betrifft die drei Standorte in Wismar, Warnemünde und Stralsund, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. 

Betroffen davon seien rund 3000 Mitarbeiter. Ursprünglich sollte der Betrieb am Montag wieder aufgenommen werden. Eine effiziente Fertigung sei erst wieder möglich, wenn Lieferketten über offene Grenzen funktionieren, und die Abstände zwischen Kollegen "nicht mehr die entscheidende Bedeutung haben", hieß es auf der Homepage. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Die MV Werften brauchen infolge der Corona-Krise frisches Geld. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sprach am Mittwoch von einem "Liquiditätsbedarf", den er nicht näher bezifferte. 

"Gegenwärtig loten wir Unterstützungsmöglichkeiten mit allen Beteiligten aus", sagte Glawe. Es werde geprüft, wie Land, Bund und Banken die MV Werften in der aktuellen Situation unterstützen könnten. "Die Gespräche laufen." 

Die Einstellung der Arbeit habe laut Wirtschaftsministerium auch Folgen für die Zulieferer, da sich ihre geplanten Arbeiten dann nach hinten verschieben könnten.

Die Linke forderten einen Bericht der Landesregierung zur Lage der MV Werften bei der nächsten Sitzung des Finanzausschusses des Landtags.

Die MV Werften gehören zur malaysischen Genting-Gruppe. Sie bauen Kreuzfahrtschiffe für den asiatischen Markt. Vor gut einem Monat hatten die Werften ihren Betrieb vorübergehend eingestellt.

Update, 17. April, 13.32 Uhr: Hansa Rostock spendiert Tausende Freikarten

Rostock - Ungeachtet eigener wirtschaftlicher Sorgen setzt der FC Hansa Rostock ein Zeichen für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Der Fußball-Drittligist hat am Freitag angekündigt, für Pflegekräfte, Ärzte und viele andere Mitbürger, die derzeit Großes leisten, in der nächsten Saison 15.000 Karten für die Spiele im Ostseestadion zur Verfügung zu stellen.

"Sobald wir uns dann alle in unserem geliebten Ostseestadion wiedersehen können, wollen wir all jene in systemrelevanten Berufen sowie sozial Bedürftige in unser Ostseestadion einladen", heißt es in einem offenen Brief. "Als gesamte Hansa-Familie möchten wir auf diese Weise Danke sagen und die Verbundenheit unseres Vereins zu unserem Land zeigen."

Um die eigenen finanziellen Sorgen zu lindern, will der Club - wie andere deutsche Fußball-Vereine vor ihm - unter anderem virtuelle Tickets verkaufen. Details zu der Aktion sollen am kommenden Montag bekanntgeben werden.

Update, 17. April, 13.26 Uhr: RKI meldet vier neue Todesfälle in Hamburg

Die ersten Geschäfte in Hamburg machen sich bereit für die Lockerung der Corona-Maßnahmen.
Die ersten Geschäfte in Hamburg machen sich bereit für die Lockerung der Corona-Maßnahmen.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Hamburger ist seit Donnerstag um 131 auf 4195 gestiegen. Die Zahl der Toten habe sich nach Zählung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Zeitraum um 4 auf 84 erhöht, teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag mit. 

Laut Institut für Rechtsmedizin konnte bisher nur bei 70 verstorbenen Hamburgern eine Covid-19-Erkrankung als Todesursache festgestellt werden. Das RKI zählt hingegen alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben.

Laut RKI können rund 2300 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1900 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es. 

Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 252 Hamburger wegen Covid-19 in stationärer Behandlung, einer mehr als am Vortag. 

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen blieb unverändert bei 80.

Update, 17. April, 12.49 Uhr: Bildungsministerium gegen Verkürzung der Sommerferien

Kiel - An dem Zeitplan für die Sommerferien will Schleswig-Holstein nicht rütteln. Eine Verkürzung oder eine Verschiebung der Ferien stehe für das Bildungsministerium derzeit nicht zur Debatte, sagte ein Ressortsprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. 

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte angesichts der Corona-Krise eine Verkürzung der Sommerferien ins Gespräch gebracht. 

Diese sollen in Schleswig-Holstein am 29. Juni starten und am 8. August enden.

Update, 17. April, 13.20 Uhr: Unternehmen spendet Schutzmasken

Hamburg - Schutzmasken sind derzeit begehrt und rar. Daher hat das Chemieunternehmen Schill+Seilacher "Struktol" 50.000 Masken an die Gesundheitsbehörde der Stadt Hamburg gespendet. 

Die Behörde hat sie zu je einem Drittel an Pflegeheime, Krankenhäuser und weitere soziale und medizinische Einrichtungen weiterverteilt, teilte das Unternehmen mit.

"Während der Staat derzeit den Unternehmen mit Milliardenbeträgen unter die Arme greift, sehen wir es als unsere Pflicht an, dass wir, wenn wir die Möglichkeiten und die Kontakte haben, ebenfalls helfen, wo es möglich ist", sagte Rüdiger Ackermann, Geschäftsführer der Schill+Seilacher "Struktol". 

Das Unternehmen hat ein Werk in Hamburg-Billbrook und beschäftigt dort etwa 300 Mitarbeiter. 

Update, 17. April, 11.35 Uhr: Kaum Mietausfälle wegen Corona-Pandemie

Kiel - Die Mitglieder des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) haben bisher kaum Mietausfälle infolge der Corona-Pandemie festgestellt. Dies erbrachte eine Umfrage unter den 83 VNW-Mitgliedsunternehmen, die zwischen dem 9. und 14. April 2020 erhoben wurde. 

Wie der Verband am Freitag weiter mitteilte, gab es dagegen bei den Gewerbemieten schon Einbußen bei den Mietzahlungen. An der Umfrage beteiligten sich 21 Unternehmen aus Schleswig-Holstein. Sie vermieten insgesamt rund 73.000 Wohnungen. Das entspricht etwa elf Prozent des aktuellen Mietwohnungsbestandes.

Von diesen Mietverhältnissen sind der Umfrage zufolge 132 von Corona-bedingten Schwierigkeiten betroffen und damit rund 0,18 Prozent. Mit mehr als der Hälfte der betroffenen Mieter seien Vereinbarungen über eine Stundung oder eine Teilzahlung getroffen worden, hieß es. Im Durchschnitt betrage der Ausfall je Mietverhältnis bei 482 Euro.

Bei den Gewerbemieten sind von 598 erfassten Mietverhältnissen 54 von Zahlungsschwierigkeiten betroffen, also etwas mehr neun Prozent. Mit 38 Betroffenen wurden eine Stundung oder eine Teilzahlung vereinbart. Im Durchschnitt liegt beim Gewerbe der Mietausfall je Mietverhältnis bei 2824 Euro.

Bei den Wohnungsmieten laufe im Großen und Ganzen alles noch normal, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. "Ich sehe darin auch einen Erfolg der Sozialleistungen wie Wohngeld und Grundsicherung." 

Die VNW-Wohnungsunternehmen sagten zu, niemand werde wegen der Corona-Krise seine Wohnung verlieren.

Update, 17. April, 11.21 Uhr: Basketball-Supercup und Länderspiel abgesagt

Hamburg - Wegen des Verbots von Großveranstaltungen bis Ende August im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat der Deutsche Basketball Bund den Supercup in Hamburg und das Länderspiel gegen Puerto Rico in Bremen abgesagt. 

Das Traditionsturnier in Hamburg hatte eigentlich am 13./14. Juni stattfinden sollen, der Vergleich mit Puerto Rico am 17. Juni.

Die beiden Veranstaltungen waren ursprünglich als Vorbereitung auf das olympische Qualifikationsturnier Ende Juni geplant. Wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 war aber auch die Qualifikation um ein Jahr verlegt worden. 

Davon betroffen ist auch die Europameisterschaft mit einer Vorrunde in Köln und der Endrunde in Berlin, die nun 2022 stattfinden soll.

Update, 17. April, 10.53 Uhr: Gefängnisse ermöglichen Videotelefonie

Häftlinge in Niedersachsen dürfen per Videotelefonie Kontakt zu ihren Angehörigen halten. (Archivbild)
Häftlinge in Niedersachsen dürfen per Videotelefonie Kontakt zu ihren Angehörigen halten. (Archivbild)  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Hannover - Wegen des Besuchsverbots aufgrund der Corona-Pandemie dürfen die Häftlinge in niedersächsischen Gefängnissen vermehrt Videoanrufe nutzen. 

Inzwischen gibt es 38 Videotelefonie-Plätze in 12 der 13 Haftanstalten im Land - vor wenigen Wochen waren es erst 14. 

"Wir wollen den Gefangenen in diesen schwierigen Zeiten ermöglichen, dass sie ihre Angehörigen auch sehen können", sagte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) am Freitag. 

Zurzeit sind Besuche der Inhaftierten von Familien und Freunden nicht gestattet, Ausnahmen gelten zum Beispiel für Rechtsanwälte. Damit soll eine Ausbreitung des Coronavirus in den Haftanstalten verhindert werden. 

Bislang gibt es nach Angaben des Ministeriums noch keine einzige Corona-Infektion unter Gefangenen.

Update, 17. April, 10.30 Uhr: Sportvereine bekommen Millionenhilfe

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Sportführung hat mit Erleichterung auf die Ankündigung der Landesregierung reagiert, bis zu 3,5 Millionen Euro Strukturhilfe für die Milderung der Folgen der Corona-Pandemie zur Verfügung zu stellen. 

"Die gemeinnützig tätigen Vereine und Verbände haben kaum einen finanziellen Spielraum zur Überbrückung von wirtschaftlichen Engpässen beziehungsweise zur Deckung von unerwartet entstehenden Defiziten ihrer Vereinstätigkeit", sagte Andreas Bluhm, Präsident des Landessportbundes (LSB).

Ohne die angekündigten Hilfen des Landes würden den Vereinen und Verbänden Liquiditätsprobleme bis hin zu Insolvenzverfahren drohen, ergänzte Bluhm in einer Mitteilung.

Der LSB will umgehend darangehen, die Mittel umzusetzen. 

"Wir setzen alles daran, in kürzester Zeit eine faire, praktikable Lösung mit minimalem bürokratischen Aufwand für unsere von der Corona-Krise betroffenen Mitgliedsorganisationen zu finden", versprach LSB-Geschäftsführer Torsten Haverland. 

Update, 17. April, 10.05 Uhr: Land startet Corona-Kooperationsbörse

Schwerin - In der Corona-Krise rücken Hersteller, Vertreiber und Nutzer von Schutzutensilien im Nordosten virtuell enger zusammen. Auf dem Online-Portal "Corona-Kooperationsbörse Mecklenburg-Vorpommern", das am Freitag gestartet wurde, offerieren zahlreiche Unternehmen aus dem Land bereits Schutzmasken und Schutzbekleidung. 

"Die Kooperationsbörse trägt dazu bei, Versorgungsketten im Land aufzubauen. Wir sind durch die Beteiligung heimischer Unternehmen besser aufgestellt, um langfristig unabhängiger von internationalen Lieferketten sein zu können", erklärte der Gesundheits- und Wirtschaftsminister Harry Glawe. 

Das Portal sei in Zusammenarbeit seines Ministeriums mit dem Netzwerk der Gesundheitswirtschaft, BioCon Valley, entstanden.

Update, 17. April, 10 Uhr: Weniger Infizierte in Schleswig-Holstein

Kiel - Die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 2349 gestiegen. Wie die Landesregierung am Freitag mitteilte, waren das bis Donnerstagabend 55 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung von 55 auf 59.

Derzeit werden 136 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, ein Minus von 1 zum Vortag. 

Wie die Landesregierung unter Berufung auf Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter mitteilte, sind seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein 1600 Menschen genesen.

Update, 17. April, 8.58 Uhr: Niedersachsen vor Öffnung von Pflegeheimen für Besucher?

Hannover - Die niedersächsische Landesregierung diskutiert einem Bericht zufolge eine Lockerung des Besuchsverbots für Pflegeheime. 

Das Kabinett berate, "ob mit Genehmigung der kommunalen Behörde Ausnahmen möglich sein sollen und die Angehörigen unter Umständen die Heimbewohner oder Beschäftigten besuchen dürfen", berichtete das Politikjournal "Rundblick Niedersachsen" unter Berufung auf einen Entwurf der neuen Corona-Verordnung, die am Freitag erwartet wird. 

Die Leitung des Pflegeheims müsse dafür ein Hygienekonzept vorlegen und maximalen Schutz nachweisen. 

Eine Regierungssprecherin wollte die Pläne am Morgen nicht kommentieren.

Update, 17. April, 8.34 Uhr: Landesbischof hofft auf Wiederaufnahme von Gottesdiensten

Hannover - Hannovers evangelischer Landesbischof Ralf Meister hofft angesichts erster Lockerungen in der Corona-Krise auf eine Wiederaufnahme von Gottesdiensten. Er sei "zuversichtlich, dass es in naher Zeit stufenweise Möglichkeiten geben wird, wie in Kirchen unter den bestehenden hygienischen Bedingungen und Abstandsgeboten Gottesdienste mit einer überschaubaren Anzahl an Gottesdienstbesuchern gefeiert werden können", sagte Meister der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

An Ostern hätten die Kirchen sehr verantwortungsvoll agiert. "Das ist ein guter Ausgangspunkt für die kommenden Schritte, die wieder zu gottesdienstlichen Feiern führen werden", sagte Meister.

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Helge Limburg, machte sich für eine Lockerung stark. 

"Es kann nicht sein, dass Menschen Baumärkte und Autohäuser besuchen dürfen, aber jegliche religiöse Versammlung unterbunden wird", sagte er der Zeitung.

Update, 17. April, 7.51 Uhr: Schülerrat hat Zweifel an Fairness der Abiprüfungen

Hannover - Der niedersächsische Schülerrat sieht das Festhalten an den Schulabschlussprüfungen in der Corona-Krise kritisch. 

"Wir bezweifeln, dass eine wirklich faire Durchführung des Abiturs und anderer Abschlüsse möglich ist, respektieren jedoch die getroffenen Entscheidungen im Sinne eines bundesweiten Vorgehens", sagte der Vorsitzende Florian Reetz laut einer Mitteilung vom Donnerstagabend. 

Die Entscheidung, die Schulen am 27. April für die Abschlussjahrgänge zu öffnen, sei dann folgerichtig, um zumindest zwei Wochen Vorbereitungszeit zu bieten.

Die Abiturklausuren werden vom 11. Mai an geschrieben. Der Schülerrat hatte Anfang der Woche dafür geworben, dass dieses Jahr ein "Durchschnittsabschluss" der Standard sein solle. 

Die Abschlussnote hätte sich dann aus den Leistungen der letzten Halbjahre ergeben, die Abschlussprüfungen wären optional gewesen

Update, 17. April, 7 Uhr: Gewerkschaft fordert Gesichtsmasken für Polizisten

Ein Bundespolizist kontrolliert mit einer Schutzmaske ausgerüstet Autos an der Grenze.
Ein Bundespolizist kontrolliert mit einer Schutzmaske ausgerüstet Autos an der Grenze.  © Patrick Seeger/dpa

Hannover - Mit Blick auf die Corona-Krise hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen die dienstliche Anschaffung von Schutzmasken für alle Polizisten gefordert. 

Wegen der Infektionsgefahr müssten umgehend über ein Logistikzentrum Masken angeschafft und an alle Mitarbeiter der Polizei verteilt werden, sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. 

Obwohl es keine Tragepflicht gibt, müsse die Polizei alles tun, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. 

Die Ermittler und Beamten müssten weiterhin einsatzfähig bleiben.

Update, 17. April, 5.30 Uhr: Schulen öffnen in Mecklenburg-Vorpommern früher

Mecklenburg-Vorpommern will noch Ende April den Schulunterricht wieder aufnehmen. (Archivbild)
Mecklenburg-Vorpommern will noch Ende April den Schulunterricht wieder aufnehmen. (Archivbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Schwerin - Die ersten Lockerungsschritte in der Corona-Krise sollen an diesem Freitag in Verordnungen gegossen und danach auch veröffentlicht werden. Am Donnerstagabend hatte die Landesregierung in Schwerin ihre Beschlüsse nach einer mehrstündigen Telefonkonferenz vorgestellt. 

Danach dürfen von Montag an Geschäfte wieder öffnen, die Baumärkte schon ab Samstag. Dabei sind Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, denn das geltende Kontaktverbot bleibt zunächst bis zum 3. Mai bestehen.

Früher als in vielen anderen Bundesländern soll in Mecklenburg-Vorpommern schon am 27. April der Schulunterricht wieder aufgenommen werden, beginnend mit den Abschlussklassen an Regionalen Schulen, Gymnasien und Berufsschulen. 

Eine Woche später sollen die Schüler folgen, die im kommenden Jahr ihre Abschlussprüfungen schreiben: die 9. Klassen an den Regionalen Schulen und die 11. Klassen an den Gymnasien. Auch die Viertklässler sollen am 4. Mai in die Schule zurückkehren, weil bei ihnen der Wechsel auf die weiterführende Schule ansteht, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) erklärte.

In den nächsten Wochen sollen in allen 272 Pflegeheimen im Nordosten flächendeckende Test auf das Coronavirus stattfinden, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) ankündigte. Pflegeheime gehören neben den Krankenhäusern zu den am meisten gefährdeten Einrichtungen, in Mecklenburg-Vorpommern sind bereits mehrere Heime betroffen. Deshalb sei es wichtig, Klarheit beim Personal und auch bei den Bewohnern zu bekommen.

Tourismus und Gastronomie müssen auf Lockerungen noch warten, was zu Enttäuschung dort geführt hatte. Diese Branche werde in einem nächsten Schritt betrachtet, sagte Glawe. Wann Lockerungen vorgenommen werden können, sei von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängig. 

Denkbar sei zum Beispiel, dass Hotels und Gaststätten zunächst mit halber Kapazität starten. "Wir werden uns mit der Branche in der kommenden Woche zusammensetzen, um im Mai nach Möglichkeit erste Lockerungen zu erreichen", so Glawe. 

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten nach seinen Worten 131.200 Beschäftigte in Tourismus- oder tourismusnahen Unternehmen.

Update, 17. April, 5 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther plant Regierungserklärung

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) spricht am Freitagnachmittag im Kieler Landtag über den Umgang mit dem Coronavirus. (Archivbild)
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) spricht am Freitagnachmittag im Kieler Landtag über den Umgang mit dem Coronavirus. (Archivbild)  © Frank Molter/dpa

Kiel - Im Zeichen der Bekämpfung der Corona-Pandemie steht am Freitagnachmittag in Kiel eine Sondersitzung des Landtags. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will dort eine Regierungserklärung abgeben. Das Motto: "Unser Weg aus der Krise - Perspektiven für Schleswig-Holstein". 

Grundlage sind die am Donnerstag von den Jamaika-Koalitionsspitzen gefassten Beschlüsse. Diese hatten sich in sechseinhalbstündigen Beratungen auf ein Paket zur Umsetzung der am Mittwoch zwischen Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen geeinigt.

Günther betonte, dass viele Maßnahmen auf Sicht gefahren würden und bei einem Ansteigen der Corona-Zahlen auch revidierbar seien. Bisher sei die Verbreitung des Virus sehr erfolgreich eingedämmt worden. Teilbereiche des gesellschaftlichen Lebens könnten daher wieder angefahren werden. Die Landesregierung werde in den nächsten Monaten sehr klar mit der Bevölkerung kommunizieren. Der Regierungschef appellierte an die Menschen, sich weiter an die Regeln zu halten.

Zu den von Montag an vorgesehenen Lockerungen gehören die Öffnung von Geschäften bis 800 Quadratmeter Größe, dazu von Fahrradläden, Buchhandlungen und Autohäusern. Die Notbetreuung in den Kitas soll ausgeweitet werden auf berufstätige Alleinerziehende. Zudem dürfen Tierparks wieder aufmachen. 

Größere Veranstaltungen sollen ab dem 4. Mai schrittweise zugelassen werden, wobei die Höchstzahl der Besucher stufenweise neu festgelegt werden soll - entsprechend der Entwicklung der Corona-Krise. 

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern bleiben bis 31. August untersagt.

Update, 17. April, 3.30 Uhr: Hamburger Senat will Lockerungen beschließen

Hamburg - Gut einen Monat nach dem Shutdown bereitet sich Hamburg auf eine erste Lockerung der Corona-Auflagen vor. Am Freitag will der rot-grüne Senat zusammenkommen, um über die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Regelungen zu entscheiden. Einzelheiten sollen am Nachmittag vorgestellt werden.

Unter anderem sollen bereits ab Montag wieder kleinere Läden unter Auflagen öffnen dürfen. Der Schulbetrieb soll ab dem 4. Mai für einzelne Jahrgänge wieder aufgenommen werden. Grundsätzlich werden die Kontaktbeschränkungen aber bis mindestens zum 3. Mai verlängert. 

Großveranstaltungen sollen bis zum 31. August untersagt bleiben.

Update, 16. April, 22.31 Uhr: Landesbühne beendet vorzeitig Spielzeit

Anklam - Die Vorpommersche Landesbühne hat wegen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig die aktuelle Spielzeit beendet. Damit fallen auch alle für den Sommer geplanten Veranstaltungen aus, wie das Theater am Donnerstagabend mitteilte. 

Die Vineta-Festspiele auf Usedom können ebenso nicht stattfinden wie die Open Air-Veranstaltungen in Wolgast und in Barth. Auch das Theaterzelt "Chapeau Rouge" in Heringsdorf werde in diesem Jahr nicht aufgebaut.

"Dass diese nun nicht stattfinden können ist traurig, aber die Gesundheit der Menschen ist das oberste Gebot", sagte der Intendant der Vorpommerschen Landesbühne, Martin Schneider. Bereits gekaufte Tickets für die Sommersaison behalten nach Angaben der Veranstalter ihre Gültigkeit, können in Gutscheine umgewandelt werden oder werden erstattet. 

Die Sommerveranstaltungen unter freiem Himmel besuchen nach Angaben der Landesbühne jährlich etwa 50.000 Menschen.

Update, 16. April, 22.18 Uhr: Hamburger Cyclassics suchen nach Ausweichtermin

Das Hauptfeld beim Cyclassics-Rennen, passiert den Jungfernstieg an der Hamburger Binnenalster.
Das Hauptfeld beim Cyclassics-Rennen, passiert den Jungfernstieg an der Hamburger Binnenalster.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg - Die Hamburger Cyclassics finden in diesem Jahr wegen der verlängerten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht wie geplant am 16. August statt. 

Man arbeite jedoch mit Hochdruck daran, "einen neuen Renntermin bestätigen zu können", teilten die Veranstalter am Donnerstag mit.

"Die unvorhersehbaren und weltweit herausfordernden Zeiten" würden alle auf eine große Probe stellen. 

Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Beteiligten hätten jedoch höchste Priorität.

Im vergangenen Jahr hatte der italienische Sprintstar Elia Viviani das Rennen für sich entschieden - zum dritten Mal in Folge.

Update, 16. April, 21.17 Uhr: Erste Lockerungen für Mecklenburg-Vorpommern

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin - Die Landesregierung in Schwerin hat den Weg für erste Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern frei gemacht. 

Einen Tag nach der Bund-Länder-Verständigung beschloss das Kabinett am Donnerstag ein Maßnahmenpaket, mit dessen Hilfe das Leben wieder langsam in die Innenstädte zurückkehren soll. 

So dürfen bei begrenzter Verkaufsfläche und mit strengen Hygieneauflagen ab 20. April alle Geschäfte im Land öffnen, ebenso Zoos und Sportstätten. Bau- und Gartenmärkte dürfen schon von Samstag an wieder Kunden empfangen.

"Wir wollen dafür sorgen, dass Mecklenburg-Vorpommern wieder an Fahrt gewinnt, wirtschaftlich und sozial, aber gleichzeitig auch die Gesundheit der Bevölkerung geschützt wird", betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach einer mehrstündigen Beratung mit ihren Ministern.

Früher als in vielen anderen Bundesländern soll in Mecklenburg-Vorpommern schon am 27. April der Schulunterricht wieder aufgenommen werden, beginnend mit den Abschlussklassen an Regionalen Schulen, Gymnasien und Berufsschulen. 

Update, 16. April, 19.48 Uhr: Hamburger Corona-Hilfe wieder zugänglich

Hamburg - Das wegen eines Betrugsversuchs gestoppte Antragsverfahren für die Hamburger Corona-Soforthilfe ist ab sofort wieder zugänglich. 

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) habe den Antragsstopp wieder aufgehoben, teilte die Finanzbehörde am Donnerstag mit. 

Solo-Selbstständige und kleine Unternehmer könnten damit nun wieder Hilfsgelder beantragen. Mit den Auszahlungen soll voraussichtlich in der kommenden Woche wieder begonnen werden.

Wegen des Betrugsversuchs hat die IFB Hamburg nach Angaben der Finanzbehörde ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verstärkt und verlangt von den Antragstellern nun zusätzliche Dokumente. 

Update, 16. April, 18.57 Uhr: Hamburger Senat will Corona-Lockerungen beschließen

Hamburg - Gut einen Monat nach dem Shutdown bereitet sich Hamburg auf eine erste Lockerung der Corona-Auflagen vor. 

Am Freitag will der rot-grüne Senat zusammenkommen, um über die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Regelungen zu entscheiden. Einzelheiten sollen am Nachmittag vorgestellt werden.

Unter anderem sollen bereits ab Montag wieder kleinere Läden unter Auflagen öffnen dürfen. Der Schulbetrieb soll ab dem 4. Mai für einzelne Jahrgänge wieder aufgenommen werden. 

Grundsätzlich werden die Kontaktbeschränkungen aber bis mindestens zum 3. Mai verlängert. Großveranstaltungen sollen bis zum 31. August untersagt bleiben.

Update, 16. April, 18.44 Uhr: Hälfte der Intensivbetten in Schleswig-Holstein frei

Kiel - Schleswig-Holstein verfügt inzwischen über 885 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten. 

Davon seien fast die Hälfte frei, teilte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstag in Kiel nach Beratungen der Koalitionsspitzen von CDU, Grünen, und FDP zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise mit. 

Seit dem 1. März seien wie geplant mehr als 300 zusätzliche solcher Intensivbetten geschaffen worden. Angesichts der freien Kapazitäten könnten in Einzelfällen jetzt wieder nicht dringliche oder aufschiebbare Operationen gemacht werden. 

Ein wichtiges Kriterium dabei sei, dass solche Eingriffe möglichst keine Intensivkapazitäten beanspruchten, sagte Garg.

Update, 16. April, 18.19 Uhr: Schiffe im Hamburger Hafen lassen Hörner ertönen

Hamburg - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie lassen am Freitag die Schiffe im Hamburger Hafen ihre Hörner erklingen. 

"Ab 18 Uhr lassen alle Schiffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie ihre Hörner ertönen", twitterte der Hafen am Donnerstag. 

Mit der Aktion starte die Initiative #HornsofHope im Hamburger Hafen.

Update, 16. April, 18.07 Uhr: Zahl der Infizierten in Pflegeheim in Rümpel gestiegen

Bad Oldesloe - In einem Pflegeheim in Rümpel bei Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) hat sich die Zahl der positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Bewohner auf 57 erhöht. 

Das teilte Kreissprecher Michael Drenckhahn am Donnerstag mit. Am Mittwoch hatte die Zahl der positiv Getesteten noch bei 53 gelegen.

In der Pflegeeinrichtung für Demenzkranke und psychisch Auffällige leben insgesamt 70 Menschen. Auch bei 21 der 58 Beschäftigten war nach Drenckhahns Angaben das Ergebnis des Corona-Test positiv, das waren zwei Fälle mehr als am Mittwoch.

Es gebe bislang keine Erkenntnisse, dass die Betreuung der Bewohner nicht sichergestellt werden könne, sagte Drenckhahn. Unklar ist nach wie vor, wie das Virus in das Pflegeheim gelangt ist. 

Die Einrichtung steht bereits seit dem 9. April unter Quarantäne.

Update, 16. April, 17.39 Uhr: 642 Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Die Zahl der bestätigten Covid-19-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist bis Donnerstag um neun Fälle auf 642 gestiegen. 

Die Zahl der Toten blieb im Vergleich zum Vortag bei 13, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) und das Gesundheitsministerium mitteilten.

Im Krankenhaus in Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) seien sechs Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden. Betroffen sei insbesondere die Intensivstation der Klinik. Es sei ein vorübergehender Aufnahmestopp verhängt worden.

Landesweit müssen oder mussten 91 Menschen in Kliniken behandelt werden, 15 von ihnen auf einer Intensivstation, wie es hieß. Bislang seien mehr als 25.100 Corona-Tests analysiert worden. 

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge gelten 413 Menschen als von der Covid-19-Erkrankung genesen.

Update, 16. April, 17.37 Uhr: Abi-Prüfungen starten am 21. April in Schleswig-Holstein

Kiel - Die Abiturprüfungen starten in Schleswig-Holstein wie geplant am 21. April. 

Darauf haben sich die Koalitionspartner am Donnerstag verständigt. Außerdem soll auch der Unterricht der entsprechenden Abschluss-Jahrgänge wieder stattfinden, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag nach Beratungen der Spitzen von CDU, Grünen und FDP sagte. 

Einig sei sich die Koalition auch darin, dass am 4. Mai in den vierten Grundschulklassen und den Abschluss-Jahrgängen des kommenden Schuljahres der Unterricht wieder beginnen soll. Ein entsprechender Erlass sei in Vorbereitung, stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Kultusministerkonferenz am 29. April. 

Stattfinden sollen zudem bereits vom 20. April an Prüfungen an den Hochschulen.

Update, 16. April, 17.35 Uhr: Veranstaltungen bis 1000 Teilnehmer geplant

Kiel - Schleswig-Holstein will in der Corona-Krise Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern erlauben. 

Eine entsprechende Verordnung solle bis zum 30. April erarbeitet werden und vom 3. Mai an umgesetzt werden, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag in Kiel nach Beratungen der Koalitionsspitzen von CDU, Grünen FDP an. 

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sollen bis zum 31. August untersagt sein.

Update, 16. April, 16.59 Uhr: Tumult in Quarantänebereich von Asylbewerber-Erstaufnahme

Nostorf/Horst - Im Corona-Quarantänebereich der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf/Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist es am späten Mittwochabend zu einem Tumult gekommen, als sich ein Asylbewerber mit Fiebersymptomen nicht ausreichend medizinisch behandelt fühlte. 

Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung hätten den Kassenärztlichen Notdienst angerufen, als der 28-jährige Iraner über Fieber klagte, berichtete das Innenministerium in Schwerin am Donnerstag. 

Der Bereitschaftsarzt habe telefonisch angeordnet, den Mann innerhalb des Quarantänebereiches weiter zu separieren und zu beobachten. Das genügte dem Erkrankten offenbar nicht.

Auch weitere Mitbewohner verlangten laut Innenministerium von den Betreuern, den Mann sofort in ein Krankenhaus zu bringen. "Mit Tumulten, verschiedenen Sachbeschädigungen im Haus und an den außen angebrachten Absperrungen versuchten die Asylbewerber ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen." 

Schließlich musste die Polizei gerufen werden. Als der Kranke schließlich doch in ein Klinik gebracht wurde, habe sich die Lage wieder beruhigt. Die Asylbewerber hätten sich entschuldigt und die Schäden beseitigt.

Der Iraner sei im Krankenhaus auf eine Infizierung mit Covid-19 getestet worden. Das Ergebnis liege noch nicht vor. 

Bislang sind in der Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf/Horst dem Ministerium zufolge sieben Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 

Update, 16. April, 16.57 Uhr: 8462 bestätigte Corona-Infizierte in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten in Niedersachsen ist am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 245 auf 8462 gestiegen. 

Die Zahl der Todesfälle stieg um 24 auf 272, wie der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, in Hannover sagte. 

935 Infizierte befänden sich derzeit im Krankenhaus, 36 weniger als am Vortag. 237 der Krankenhauspatienten liegen demnach auf der Intensivstation, 14 mehr als am Vortag. 180 von ihnen müssten künstlich beatmet werden, ein Anstieg um 28 Patienten binnen eines Tages. 

4612 Betroffene gelten inzwischen als genesen, das entspricht 54,5 Prozent aller Infektionsfälle.

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Update, 16. April, 16.30 Uhr: Hamburger Fußball-Verband startet Crowdfunding-Aktion

Hamburg - Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) sammelt Geld für seine in Not geratenen Vereine. 

Mit einer Crowdfunding-Aktion ruft der HFV Unternehmen, Privatpersonen und staatliche Institutionen auf, den Amateurfußball der Stadt zu unterstützen. Die Vereine leiden aufgrund des ausgesetzten Spielbetriebes während der Corona-Pandemie unter den fehlenden Einnahmen.

Sämtliche Spendengelder gehen auf ein Treuhandkonto, bevor sie an den HFV weitergereicht werden. Förderbedürftige Vereine aus der Region erhalten anschließend Geld. 

"Jeder Verein und jedes Team, welches ein Förderprojekt auf der Fußball-Crowd anlegt und Mitglied im Hamburger Fußball-Verband ist, bekommt für sein Projekt einen Zuschuss aus dem Fördertopf", teilte der HFV am Donnerstag mit.

Update, 16. April, 15.58 Uhr: Mehr als 4000 Corona-Infizierte in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Hamburger ist seit Mittwoch um 86 auf 4064 gestiegen. 

Die Zahl der Toten habe sich nach Zählung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Zeitraum um 15 auf 80 erhöht, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. 

Der starke Anstieg bei den Todesfällen sei auf einen Meldeverzug des RKI wegen der Osterfeiertage zurückzuführen, hieß es. Laut Institut für Rechtsmedizin konnte bisher bei 65 verstorbenen Hamburgern eine Covid-19-Erkrankung als Todesursache festgestellt werden. 

Das RKI zählt hingegen alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben.

Laut RKI können rund 2200 positiv getestete Hamburger inzwischen als genesen betrachtet werden. "Die Gesundheitsbehörde geht demnach von noch rund 1800 mit dem Coronavirus infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern aus", hieß es. 

Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben derzeit 251 Hamburger wegen COVID-19 in stationärer Behandlung, davon 80 auf Intensivstationen. 

Am Vortag waren 267 Covid-19-Kranke in einer Klinik in stationärer Behandlung. Auf einer Intensivstation lagen 84 Corona-Patienten.

Update, 16. April, 15.46 Uhr: Hapag-Lloyd Cruises bringt Flotte nach Hamburg

Hamburg - Das Kreuzfahrtunternehmen Hapag-Lloyd Cruises wird während der Corona-Krise vier von fünf Schiffen seiner Flotte nach Hamburg bringen. 

Zunächst werde das Expeditionsschiff "Hanseatic nature" voraussichtlich am 20. April in Hamburg erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. 

Das Schwesterschiff "Hanseatic Inspiration" sowie die beiden Luxusschiffe "Europa" und "Europa 2" würden ebenfalls nach Hamburg zurückkehren. Alle drei Schiffe sollen am 2. Mai in den Hafen der Hansestadt einlaufen und dort vorerst liegen. 

Die "Bremen" verbleibe weiterhin vor Neuseeland.

Update, 16. April, 14.26 Uhr: US-Profi Sargent von Werder Bremen sorgt sich um Familie in Amerika

Bremen – Bundesliga-Profi Josh Sargent von Werder Bremen ist während der Corona-Krise ständig in Gedanken bei seiner Familie in den USA. 

"Ich mache mir auf jeden Fall Sorgen um meine Familie und meine Freunde zu Hause. In Amerika herrscht gerade keine sehr gute Situation. Ich halte so viel Kontakt zu ihnen, wie es geht", sagte der 20 Jahre alte Stürmer am Donnerstag in einer Online-Fragerunde, die live auf der Internetseite seines Vereins übertragen wurde.

Sargents Schwester arbeitet als Krankenschwester in der US-Stadt St. Louis. "Ich bin stolz auf sie, weil sie einen tollen Job macht", sagte er. "Ich habe sie gefragt, wie es ist, jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Sie werden immer auf Fieber getestet und müssen Schutzkleidung tragen. Ihr geht es aber gut. Sie geben ihr Bestes."

Sargent kam 2018 aus St. Louis nach Bremen und spielte dort zunächst in der zweiten Mannschaft von Werder. In der Bundesliga kam er bislang auf 18 Einsätze, bei denen er drei Tore schoss. In den USA gibt es aktuell die meisten Corona-Infektionen weltweit.

Update, 16. April, 14.20 Uhr: Hamburger Schlagermove wird auf September verschoben

Musiktrucks mit zahlreichen Feiernden darauf fahren während des Schlagermoves auf der Helgoländer Allee.
Musiktrucks mit zahlreichen Feiernden darauf fahren während des Schlagermoves auf der Helgoländer Allee.  © Georg Wendt/dpa

Hamburg – Der Hamburger Schlagermove wird wegen der Corona-Pandemie auf das erste September-Wochenende verlegt.

 Das teilte der Veranstalter, die Hossa-Hossa GmbH, am Donnerstag mit. Eigentlich war der Schlagermove für Juli geplant. "Wir gehen jetzt mit voller Kraft und Hoffnung die Umplanungen für das erste September-Wochenende an", sagte Geschäftsführer Frank Klingner. "Das Leben muss nach dieser außergewöhnlichen Krise so unbeschwert und fröhlich wie irgend möglich weitergehen. Hierzu können und wollen wir mit unseren Schlagermove OnTour-Partys sowie dem Schlagermove Hamburg gern beitragen."

Die Warm-Up-Party ist für den 4. September auf dem Heiligengeistfeld geplant, der Schlagermove dann für den 5. September. Bei der 23. Ausgabe des "Karnevals des Nordens" im Sommer 2019 zählten die Veranstalter eigenen Angaben zufolge rund 350.000 Besucher.

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch zwar auf erste vorsichtige Lockerungen in der Coronavirus-Krise verständigt. Großveranstaltungen aber sind den Beschlüssen zufolge bis zum 31. August grundsätzlich untersagt.

Update, 16. April, 13.39 Uhr: Achter Corona-Todesfall in Harburger Pflegeheim

Hamburg – In einem Harburger Altenpflegeheim ist ein weiterer Bewohner an Covid-19 gestorben. 

Damit kamen in der K&S Seniorenresidenz Harburger Sand seit Anfang des Monats bereits acht Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ums Leben, wie der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Dennis Krämer, am Donnerstag sagte. 37 weitere Bewohner und 15 Pflegekräfte sind infiziert. In dem Heim leben fast 200 Senioren. Das Gesundheitsamt sei vor Ort und helfe auch mit Personal aus, sagte Krämer.

Insgesamt gebe es in den Hamburger Alten- und Pflegeheimen 257 Infizierte. 29 von 150 Einrichtungen seien betroffen, davon 12 mit jeweils mehr als fünf Fällen.

Update, 16. April, 13.36 Uhr: Linke fordert Notfallbetreuung auch für Kinder von Alleinerziehenden

Schwerin – Der oppositionelle Linke fordert die Landesregierung auf, die Betreuung für Kinder in Krippen, Kitas und Horten Mecklenburg-Vorpommerns wieder deutlich auszuweiten. 

"Ebenso wie für die Schulen allmählich über Lockerungen nachgedacht wird, muss dies aus Sicht der Kinder auch für die Kita-Betreuung gelten", sagte am Donnerstag die familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Jacqueline Bernhardt. Nach ihrer Ansicht sollten auch Familien, die Hilfe vom Jugendamt erhalten, und Alleinerziehende von der Notfallbetreuung Gebrauch machen können.

Laut Bernhardt leben im Nordosten etwa 57.200 alleinerziehende Eltern, viele mit kleinen Kindern. "Gerade Alleinerziehende trifft die aktuelle Situation besonders hart. Neben Job- oder Existenzängsten, müssen sie die Betreuung von einem oder mehreren Kindern sicherstellen. Unterstützende Strukturen, wie die Großeltern, sind aufgrund des Kontaktverbotes nicht mehr erlaubt", begründete die Oppositionspolitikerin ihre Forderung. 

Die schrittweise Ausdehnung der Betreuung müsse aber mit dem erforderlichen Gesundheitsschutz einhergehen. Auch für die Schulen hatte die Linksfraktion Hygienepläne gefordert.

Update, 16. April, 13.35 Uhr: Größtes Bremer Reitturnier fällt aus

Bremen – Das renommierte Bremer Springturnier kann in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie nicht stattfinden. 

Der gastgebende Reit-Verein RC Rosenbusch-Oberneuland sagte die Veranstaltung am Donnerstag ab und folgte damit den Beschlüssen der Politik, wonach bis zum 31. August keine Großveranstaltungen erlaubt sind. "Gesundheit ist unser höchstes Gut, und die wollen wir auf keinen Fall gefährden", sagte Mit-Veranstalter Hergen Forkert. 

Das Reit-Event war vom 14. bis 17. Mai geplant. Die Organisatoren hatten mit rund 200 Teilnehmern gerechnet. Im vergangenen Jahr waren rund 5000 Zuschauer gekommen. 

"Ein Turnier ohne Zuschauer kommt für uns nicht in Frage", sagte der Erste Vorsitzende Jörn Forkert.

Update, 16. April, 13.33 Uhr: Landessportbund will wieder Sportbetrieb

Hannover – Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen in der Corona-Krise hofft der Landessportbund Niedersachsen darauf, dass in den kommenden Wochen und Monaten "auch ein begrenzter Sportbetrieb nach einheitlichen Standards wieder anlaufen kann". 

Der LSB fordert vor allem den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) dazu auf, bundesweit einheitliche Leitlinien für die Sportvereine zu erstellen. Die sollen "einen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen und Handhabungen" für die Vereine und ihre Mitglieder verhindern.

"Wir setzen darauf, dass Bund und Länder bei ihrem nächsten Treffen am 30. April über das wertvolle Sporttreiben in Vereinen entscheiden und angepasste Sportangebote möglich machen", werden der LSB-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach und der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung zitiert. 

Der DOSB müsse bis dahin "einen Handlungskatalog erarbeiten" und den "in das nächste Treffen auf Bundesebene am 30. April" einbringen.

Update, 16. April, 13.30 Uhr: Free Now baut um und streicht Jobs

Hamburg – Der Fahrdienst Free Now startet inmitten der Corona-Krise einen Unternehmensumbau, der auch Stellenstreichungen mit sich bringt. 

Auslöser ist die Integration des bisher separat betriebenen französischen Fahrdienst-Vermittlers Kapten in die App von Free Now. Bei der Umstrukturierung sollen Stellen "in einem unteren dreistelligen Bereich" abgebaut werden, wie Free Now am Donnerstag mitteilte.

Das früher unter dem Namen MyTaxi bekannte Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BMW hat in Europa rund 1.400 Mitarbeiter. Davon arbeiten 350 für Kapten, größtenteils in Frankreich. Künftig sollen vor allem die Bereiche Produkt- und Technologieentwicklung an den Standorten Hamburg, Berlin und Barcelona gebündelt werden.

Firmenchef Marc Berg verwies auch auf die Auswirkungen der Coronavirus-Krise. Free Now müsse "sowohl kurzfristig als auch strukturell" die Kosten senken, um das Geschäft profitabel aufzustellen.

Free Now hatte in der Krise eine Kooperation mit der Stadt Hamburg für Ersatzfahrten für den öffentlichen Nahverkehr gestartet und bietet über die App auch Kurierdienste an. Mit diesen Angeboten seien bisher mehr als 1.500 Touren gefahren worden, hieß es am Donnerstag.

Update, 16. April, 13.10 Uhr: Rund 158 Millionen an Corona-Soforthilfen für Firmen ausgezahlt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat bislang rund 158,2 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen an Selbstständige und Unternehmen ausgezahlt. 

15.112 Anträge seien bis Mittwochabend bewilligt worden, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Schwerin mit. Etwa 34.280 Anträge seien bislang beim Landesförderinstitut eingegangen. Das Antragsformular sei rund 174.000 Mal heruntergeladen worden.

"Ein großer Teil der Anträge ist seit dem Start vor drei Wochen ausgezahlt. Das sind bis heute im Durchschnitt über 5.000 Anträge pro Woche. Das Landesförderinstitut arbeitet mit Hochdruck weiter an der Bewilligung", sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in einer Mitteilung.

Die Höhe der Soforthilfen richtet sich jeweils nach der Zahl der Beschäftigten. Solo-Selbstständige und Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten können laut Ministerium maximal 9.000 Euro bekommen. Bei Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten gibt es höchstens 15.000 Euro. 

Dabei geht das Land in Vorleistung. Denn für Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern gewährt der Bund die Hilfen. Größere Firmen werden vom Land unterstützt. Für Zuschüsse, Darlehen und Kreditbürgschaften hatte die Landesregierung einen MV-Schutzfonds über 1,1 Milliarden Euro aufgelegt, der zum Großteil über neue Schulden des Landes finanziert wird.

Update, 16. April, 13.07 Uhr: Gastronomen: Schlimmste Befürchtungen sind wahr geworden

Rostock – Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert, dass die Branche nicht von den ersten Lockerungsmaßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie profitieren kann. 

Der Verband fordert daher ein sofortiges Rettungspaket. Die schlimmsten Befürchtungen der Hoteliers und Gastronomen seien wahr geworden, sagte der Präsident des Dehoga-Landesverbandes, Lars Schwarz, am Donnerstag. Das Gastgewerbe sei die am stärksten betroffene Branche in dieser Krise: "Nicht nur dass unsere Betriebe die ersten waren, die geschlossen wurden, nunmehr ist klar, dass wir auch die letzten sein werden, die wieder öffnen dürfen."

Die rund 6.000 Betriebe des Gastgewerbes mit ihren rund 55.000 direkt Beschäftigten hätten gehofft, dass der geschäftliche Alltag langsam und mit Auflagen wieder anlaufen kann. 

Umso notwendiger sei jetzt ein Rettungspaket, um eine Pleitewelle und Massenarbeitslosigkeit in der Branche zu verhindern.

Update, 16. April, 13.04 Uhr: Rund 4600 Kinder in Kita-Notfallbetreuung

Schwerin – Die Notfallbetreuung in Krippen, Kitas, Horten und bei Pflegeeltern wird in Mecklenburg-Vorpommern aktuell für etwa 4.600 Kinder genutzt. 

Wie das Sozialministerium am Donnerstag in Schwerin mitteilte, waren zu Wochenbeginn damit etwa 4,1 Prozent der landesweit rund 111.500 Kinder im Alter zwischen Null und Zehn Jahren trotz der coronabedingten Schließung der Betreuungseinrichtungen dort in Obhut. 

Die Ausnahmen gelten für Familien, in denen die Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, etwa in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, im Lebensmittelhandel, bei Stadtwerken, Polizei oder Feuerwehr.

Die Zahl der betreuten Kinder nahm laut Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) gegenüber der Woche vor Ostern um etwa 560 zu. Der Anstieg spiegele die neu eingeführte Härtefallregelung zu den humanmedizinischen Gesundheits- und Pflegeberufen wider. 

Danach sei es für die Inanspruchnahme der Notfallbetreuung ausreichend, wenn ein Elternteil in diesen Berufen tätig ist und keine andere Möglichkeit der Kinderbetreuung besteht. "Auf dieser Basis können wir nach meiner Einschätzung in den nächsten Wochen die Notfallbetreuung weiter ausdehnen", sagte Drese. Am Donnerstag wollte sich die Landesregierung auch mit diesem Thema befassen.

Laut Drese kam es in den Kindertageseinrichtungen des Landes und bei Pflegeeltern bislang nicht zu Corona-Infektionen. "Dies zeigt, dass die Maßnahmen der Jugendämter und der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen gemeinsam mit den Gesundheitsämtern bisher erfolgreich waren. Das ist ein sehr erfreuliches Zwischenfazit", konstatierte Drese.

Update, 16. April, 13 Uhr: Hamburgs City Management fordert schnell Klarheit zu Geschäftsöffnung

Hamburg – Angesichts der bevorstehenden Lockerungen bei den coronabedingten Ladenschließungen hat das Hamburger City Management schnelle Klarheit vom Senat gefordert. 

"Es gibt im Moment eine sehr große Unsicherheit bei den Händlern", sagte Brigitte Engler vom City Management der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, dass kleinere Läden mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern ab Montag wieder öffnen dürfen. "Der Senat hat die Möglichkeit, individuelle Lösungen zu finden", sagte Engler. Es gebe noch viele offene Fragen.

Unklar sei etwa, was mit den Geschäften in den Passagen in der Hamburger Innenstadt sei, berichtete Engler weiter. Oder ob auch größere Läden wieder öffnen dürften, wenn sie ihre Verkaufsfläche mit Hilfe von aufgestellten Wänden auf 800 Quadratmeter beschränken. 

Eine schnelle Antwort des Senats sei wichtig, um genug Zeit für die Vorbereitung auf Montag zu haben, sagte Engler. Das City Management repräsentiert eigenen Angaben zufolge mehr als 850 Unternehmen in der Hamburger Innenstadt und der HafenCity.

Wie die Beschlüsse in die bestehenden Hamburger Verordnungen eingebracht werden können, werden am Donnerstag zunächst die Behörden prüfen. Am Freitag will dann der Senat zusammenkommen, um die erforderlichen Beschlüsse zu fassen.

Was bisher geschah, findest Du >>> hier

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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