Coronavirus in Baden-Württemberg: FDP-Mann Rülke gegen bundesweite Verschärfungen

Stuttgart - Die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg ist wieder etwas angespannter. Die Infektionszahlen steigen. 

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Mittlerweile gibt es 42.918 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Etwa 37.494 davon sind schätzungsweise bereits  genesen. 1864 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. (Stand 3. September)

Alle News der letzten Zeit haben wir hier für Euch zusammengefasst. 

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Krise findet Ihr >>> HIER <<< in unserem Live-Ticker!

Update, 27. August, 15.01 Uhr: Rolls-Royce Power Systems spürt Zurückhaltung der Kunden

Angesichts eines Nachfrageeinbruchs hat der Antriebssysteme- und Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems im ersten Halbjahr deutlich schlechtere Geschäfte gemacht. Das Tochterunternehmen des britischen Triebwerksbauers Rolls-Royce verbuchte nur noch einen um Währungsdifferenzen und Sondereffekte bereinigten Vorsteuergewinn von 22 Millionen Pfund (rund 25 Millionen Euro). 

Das waren 79 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die in Friedrichshafen ansässige Firma am Donnerstag weiter mitteilte. Zum Nettogewinn machte das Unternehmen keine Angaben.

Auch der bereinigte Umsatz zwischen Januar und Juni sackte ab - um 11 Prozent auf 1,25 Milliarden Pfund (rund 1,4 Milliarden Euro). Finanzchefin Louise Öfverström begründete den Einbruch mit einer "spürbaren Zurückhaltung" der Kunden bei Neuinvestitionen infolge der Corona-Pandemie. Deutlich schlechter gelaufen seien beispielsweise die Geschäfte im Bereich von Personenschiffen und Yachten. Auch hätten sich Anlagen für die Öl- und Gasindustrie und Industrieantriebe schlechter verkauft.

Unter der Marke MTU vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge und zur Energieerzeugung. Das Unternehmen trägt etwa ein Fünftel zu den Umsätzen des britischen Rolls-Royce-Konzerns bei.

Angesichts der Corona-Krise hatte das Unternehmen unter anderem die meisten Dienstreisen eingestellt, laufende Projekte auf den Prüfstand gestellt und einen Einstellungsstopp verhängt. Gehaltserhöhungen wurden für das laufende Geschäftsjahr ausgesetzt, für die US-Werke wurde eine dreiwöchige unbezahlte Produktionspause angeordnet. 

Rolls-Royce Power Systems beschäftigt inzwischen weltweit rund 10.000 Mitarbeiter, gut 1000 weniger als im Vorjahr.

Update, 27. August, 13.15 Uhr: FDP-Mann Rülke gegen bundesweite Verschärfungen

Trotz wieder steigender Corona-Infektionszahlen hält Baden-Württembergs FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke wenig von bundesweit schärferen Auflagen für Feiern oder Veranstaltungen, wie sie die Bundesregierung in Betracht zieht. "Eine Pandemie muss man regional und lokal bekämpfen", sagte Rülke am Donnerstag in Stuttgart.

Es sei nicht sinnvoll, Einschränkungen in Konstanz durchzusetzen, wenn die Zahlen am anderen Ende der Republik in Flensburg eine kritische Marke überschritten. "Man sollte die Reaktion auf ein Infektionsgeschehen abhängig machen vom Infektionsgeschehen vor Ort", betonte Rülke.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) möchte unter anderem durchsetzen, dass bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro erhoben wird. Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals oder Dorf-Schützenfeste sollen nach Vorstellungen der Regierungschefin bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben.

Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag hervor. Vorgeschlagen wird zudem, Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer zu beschränken.

Erstmals seit Juni beraten am Donnerstag die Ministerpräsidenten der Länder wieder mit der Kanzlerin über eine Neuausrichtung der Corona-Strategie. Grundsätzlich stand vorab die Frage im Raum, ob man wieder zu einheitlichen Regeln gelangen kann, nachdem die Länder in den vergangenen Wochen jeweils eigene Maßnahmen ergriffen hatten.

FDP-Mann Hans-Ulrich Rülke.
FDP-Mann Hans-Ulrich Rülke.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 27. August, 6.10 Uhr: Strobl will einheitliches Bußgeld

In der Corona-Pandemie sollten sich die Bundesländer und die Bundesregierung nach Ansicht von Innenminister Thomas Strobl (CDU) auf eine bundesweit einheitliche Regelung für Bußgelder und andere wichtige Auflagen einigen. 

Detailfragen sollten dagegen vor Ort und abhängig vom Infektionsaufkommen entschieden werden. "Da hat sich der Föderalismus bewährt", sagte Strobl der dpa. "Da muss nicht überall alles gleich gemacht werden." Da die Infektionszahlen unterschiedlich ausfielen, brauche man auch unterschiedliche Regeln.

Bund und Länder müssten allerdings auch bald ein Regelwerk erstellen, das über eine längere Zeit aufrechterhalten werden könne und nicht fortwährend geändert werden müsse. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass uns die Pandemie eine längere Zeit begleiten wird. So, wie die Lage ist, dürfen wir uns noch nicht auf ein Leben ohne Corona einstellen, sondern müssen unser Leben mit Corona organisieren", sagte Strobl.

Bei einer Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder soll am Donnerstag unter anderem über die künftige Corona-Strategie beraten werden. Vorab gab es bereits Forderungen nach bundeseinheitlichen Regelungen, etwa zur zulässigen Personenzahl bei privaten Feiern.

Diskutieren wollen Merkel und die Länderchefs auch über das Vorgehen bei Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte am Mittwoch seinen Vorschlag, für Rückkehrer nach der Sommerreisesaison keine kostenlosen Tests mehr anzubieten, die Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abzuschaffen und stattdessen stärker auf die Quarantäneregel zu setzen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dagegen erneuerte am Mittwoch seine Kritik an den Plänen.

Innenminister Strobl zeigte Verständnis für Spahns Vorschlag: "Den Fokus von den Rückkehrern wieder wegzuschieben und beispielsweise mehr in Altenheime zu gehen, das kann ich schon nachvollziehen", sagte er der dpa. Es sei wichtig, so viel zu testen wie möglich. "Aber wir müssen uns auch immer fragen, wo es sinnvoll ist."

Die Gespräche Merkels mit den Länderchefs sind die ersten Beratungen in dieser Runde seit Juni. Bei der letzten Konferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise vor dem Sommer war angesichts sinkender Ansteckungszahlen noch über Lockerungen geredet worden. Jetzt wird wegen steigender Zahlen darüber diskutiert, ob die Corona-Maßnahmen streng genug sind.

Innenminister Thomas Strobl.
Innenminister Thomas Strobl.  © Marijan Murat/dpa

Update, 26. August, 19.20 Uhr: 277 neue Infektionen in Baden-Württemberg

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden 277 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit sind seit Pandemie-Beginn insgesamt 40.964 Menschen an Covid-19 erkrankt, davon sind inzwischen 36.240 genesen. Ein weiterer Mensch starb in Folge des Virus, sodass die Anzahl der Verstorbenen auf 1863 anstieg. 

Update, 26. August, 14.15 Uhr: SAP-Mitarbeiter sollen Dienstautos länger fahren

Europas größter Softwarehersteller SAP appelliert angesichts der Corona-Pandemie an seine Mitarbeiter in Deutschland, die eigenen Dienstautos länger als gewöhnlich zu fahren. Das sagte ein Sprecher am Mittwoch in Walldorf. Zunächst hatte die "Rhein-Neckar-Zeitung" darüber berichtet.

Der Sprecher begründete den internen Vorstoß mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die SAP-Geschäfte. Wenn zumindest einige Beschäftigte ihre Dienstfahrzeuge nun länger als angepeilt nutzten, könne der Konzern den Kauf neuer Autos aufschieben. Das spare kurzfristig Geld und helfe, die gesteckten Finanzziele zu erreichen.

In Deutschland genießt ein Großteil der 21.000 SAP-Mitarbeiter das Privileg, einen Dienstwagen gestellt zu bekommen. Den Anspruch darauf erwirken die meisten spätestens mit dem dritten Dienstjahr, wie der Sprecher sagte. Die Beschäftigten nutzten die Fahrzeuge in der Regel vier Jahre, danach hätten sie Anspruch auf ein neues Auto.

Der jetzige Appell richte sich konkret an Mitarbeiter, die ihr Auto jetzt schon vier Jahre oder länger fahren. Diese müssten der Bitte der Firma, die Bestellung eines neuen Fahrzeugs aufzuschieben, aber nicht nachkommen. Es handle sich um keine Vorschrift. Zu Rückmeldungen eigener Mitarbeiter sagte der Sprecher nichts.

SAP least seine Dienstautos den Angaben zufolge nicht, sondern kauft sie an. Die spendable Dienstwagen-Regelung gilt vor allem als Entgegenkommen an die Mitarbeiter am Hauptstandort Walldorf, der abgelegen von größeren Metropolen liegt. 

Viele Mitarbeiter wohnen nicht in der unmittelbaren Umgebung und haben daher oft eine längere Strecke zu ihrem Arbeitsplatz zurückzulegen.

Die Unternehmenszentrale von SAP in Walldorf.
Die Unternehmenszentrale von SAP in Walldorf.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 26. August, 12.39 Uhr: 23,7 Millionen Masken für Lehrer

Baden-Württemberg stattet seine Lehrer in der Corona-Krise mit 23,7 Millionen Masken aus. 

Ab Ende August werden die Mund-Nasen-Bedeckungen an 2800 weiterführende Einrichtungen wie Gesamtschulen, Berufsschulen und Gymnasien geliefert. Auch Hausmeister und Sekretariatsmitarbeiter sollen versorgt werden. 

Die Anzahl der Masken orientiert sich am Personal der Schule, wie eine Sprecherin des Kultusministeriums am Mittwoch mitteilte. Grundschulen werden nicht ausgestattet, dort gilt allerdings auch keine Maskenpflicht. Zuerst hatte die "Heilbronner Stimme" darüber berichtet.

In einem Schreiben des Ministeriums an die Schulen wird darüber informiert, dass einem Lehrer maximal drei Masken pro Tag zustehen. Bis zum Ende des Jahres soll der Bestand nach Einschätzung des Ministeriums reichen. Die Schülerschaft wird nicht mit Masken vom Land unterstützt, denn jeder habe aufgrund der geltenden Corona-Regeln im Nahverkehr und im Handel schon einen Schutz für Mund und Nase.

Derzeit sind noch Sommerferien in Baden-Württemberg. Ab dem Schulbeginn am 14. September sollen die Schülerinnen und Schüler regulär unterrichtet werden. 

An weiterführenden Schulen soll nach den Ferien zwar eine Maskenpflicht gelten - aber nicht im Unterricht, sondern auf Fluren, Pausenhöfen sowie in Treppenhäusern und Toiletten.

Millionen Masken stellt das Land bereit. (Symbolbild)
Millionen Masken stellt das Land bereit. (Symbolbild)  © bartoshd/123rf

Update, 26. August, 10.25 Uhr: Wirtschaftsministerin begrüßt Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

Dass sich die Bundesregierung dazu entschlossen hat, das Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 zu verlängern, begrüß Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

"Die Entscheidung, sowohl die Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld als auch die Überbrückungshilfe zu verlängern, ist absolut richtig", wird die CDU-Politikerin in einer Mitteilung am Mittwoch zitiert. "Für beide Maßnahmen hatte ich mich auf Bundesebene stark gemacht, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung und unterstützen Unternehmen in ihrem Weg aus der Krise."

Die Verlängerung der Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld auf 24 Monate gebe Unternehmen mehr Zeit zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen. "So bekommen die Unternehmen Planungssicherheit, und genau darauf kommt es jetzt an. Zudem haben Unternehmen damit mehr Luft, sich hinsichtlich der strukturellen Herausforderungen neu zu orientieren und betriebsinterne Anpassungen vorzunehmen."

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.  © Bernd Weißbrod/dpa

Update, 25. August, 18.32 Uhr: Corona-Lage in Heilbronn weiter angespannt

Die Lage in Heilbronn bleibt angesichts einiger Corona-Neuinfektionen angespannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt lag am Dienstag (Stand: 16 Uhr) nach Angaben des baden-württembergischen Landesgesundheitsamtes bei knapp 40,4 Fällen auf 100.000 Einwohner. Tags zuvor hatte der Wert, der die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner angibt, sogar bei 41,2 gelegen.

Heilbronn hatte als erste baden-württembergische Kommune seit Monaten zuletzt wieder die Marke von 35 Infektionen auf 100.000 Einwohner überschritten; ab diesem Wert gilt eine Vorwarnstufe bei den Corona-Neuinfektionen. Drastischere Schritte, die bis hin zur weiten Einschränkung des öffentlichen Lebens reichen können, werden aber erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 ergriffen.

Update, 25. August, 17.48 Uhr: 327 neue Infektionen

Die Zahl der bestätigten Fälle steigt auf 40.687. Das sind 327 neue Infektionen in BadenWürttemberg. Davon sind 111 weitere Genesene dem Landesgesundheitsamt gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Genesenen auf 36.135 Menschen. Die Zahl der Verstorbenen wird auf 1862 Menschen und damit  minus ein Fall korrigiert. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde - wie am Vortag - mit 1,21 angegeben. Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Der Anstieg der Fallzahlen sei nach wie vor größtenteils auf Reiserückkehrer zurückzuführen, hieß es.

Zahl der Infizierten erhöht sich um 327 Fälle.
Zahl der Infizierten erhöht sich um 327 Fälle.  © Marijan Murat/dpa

Update, 25. August, 16.41 Uhr: CDU-Fraktionschef Reinhart ist gegen Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart hält schärfere Maskenregeln am Arbeitsplatz nicht für notwendig. "Das kann ich mir nicht vorstellen und lehne eine solche Pflicht ab", sagte Reinhart der Heilbronner Stimme und dem Mannheimer Morgen (Mittwoch). "Für so eine pauschale Regelung sind die Arbeitsplätze zu unterschiedlich. Hier muss man im Einzelfall entscheiden." CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte eine allgemeine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ins Spiel gebracht, allerdings hatte sich bereits Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dagegen in Stellung gebracht.

Reinhart forderte vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag zudem ein einheitlicheres Vorgehen in der Corona-Politik. "Ich habe den Eindruck, dass es bei der Koordinierung der Corona-Politik der Bundesländer noch erheblich Luft nach oben gibt", sagte er. Vom Treffen Merkels mit den Länderchefs werden weitreichende Entscheidungen erwartet.

CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart hält schärfere Maskenregeln am Arbeitsplatz nicht für notwendig.
CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart hält schärfere Maskenregeln am Arbeitsplatz nicht für notwendig.  © Felix Kästle/dpa

Update, 25. August, 16.28 Uhr: Fördergeld für Laptops fast komplett ausgezahlt - aber Lieferprobleme

300.000 Laptops und Tablets sollen für Schüler in Baden-Württemberg angeschafft werden - und knapp drei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg sind fast alle Fördermittel für diese Digitalausstattung der Schulen ausgezahlt worden. Es seien bislang 95 Prozent der Mittel an die Landkreise und Schulträger überwiesen worden, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Insgesamt stehen für den Kauf der Geräte, Zubehör und Lehrerfortbildung 130 Millionen Euro zur Verfügung. Bund und Land teilen sich die Kosten zu gleichen Teilen. Das Sonderausstattungsprogramm des Bundes für Laptops hat ein Volumen von einer halben Milliarde Euro. Die Geräte sollen nach früheren Angaben des Kultusministeriums ausgeliehen werden können, damit kein Kind benachteiligt wird, weil es zu Hause keinen Computer zur Verfügung hat.

Nach einer Umfrage der Stuttgarter Zeitung kaufen Kommunen zwar in großem Stil Laptops und Tablets für die Schüler. Von den sechs größten Städten im Südwesten werde am ersten Schultag allerdings nur eine Kommune ihre Geräte schon verteilen können, berichtet die Zeitung. So heißt es zum Beispiel in Stuttgart: "Eine Inbetriebnahme und Nutzung direkt zum Schulbeginn ist unwahrscheinlich." Rund 10.000 Tablets habe die Stadt bislang bestellt, 13.000 sollen es insgesamt werden. Mit einer Lieferung werde Mitte September gerechnet. "Allerdings müssen die Geräte dann noch konfiguriert werden", teilte die Stadtverwaltung mit.

In Ulm hieß es, zum Schulstart werde "nur ein kleiner Teil der notwendigen mobilen Endgeräte zur Verfügung stehen". Nur Heidelberg geht davon aus, dass die Schulen zum Schulbeginn alle Geräte einsetzen können, sollten diese rechtzeitig geliefert werden.

Update, 24. August, 17.23 Uhr: 184 neue Infektionen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg haben sich weitere 184 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, teilt das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Montag mit. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf 40.360.  Die Zahl der Genesenen wird auf 36.024 beziffert, wobei 84 weitere Menschen genesen sind. Weitere Todesfälle sind nicht bekannt. 

Update, 24. August, 11.16 Uhr: Bald wieder flächendeckend Corona-Testzentren im Land

Schrittweise sollen wieder alle Landkreise im Südwesten über eine Anlaufstelle für Corona-Tests verfügen. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) am Montag in Stuttgart mitgeteilt. Neben diesen sogenannten Corona-Abstrichstellen der KVBW gibt es zudem mehr als 700 Corona-Schwerpunktpraxen für Patienten mit Corona-Symptomen. Hinzu kommen die Teststationen an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen, die sich in erster Linie an Reiserückkehrer richten.

KVWB-Chef Norbert Metke richtet trotz der großflächigen Versorgung einen Appell an die Menschen im Land. Die niedergelassenen Ärzte engagierten sich enorm, aber: "Bitte tragen Sie insbesondere selbst mit Ihrem verantwortungsbewussten Verhalten dazu bei, dass die Infektionszahlen nicht weiter ansteigen." Der wichtigste Baustein in der Pandemie-Bekämpfung sei die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln und hier insbesondere das Tragen von Masken.

Wer symptomfrei ist, kann sich in bestimmten Fällen trotzdem kostenfrei testen lassen. Das gilt etwa für Reiserückkehrer und Lehrkräfte oder auch dann, wenn man über die Corona-Warn-App eine Meldung erhält, dass ein "erhöhtes Risiko" bestehe. Wer sich aber aus anderen Gründen ohne Symptome testen lassen will, zum Beispiel vor einer Reise oder Familienfeier oder auch einfach zur Absicherung, der muss die Kosten selber tragen.

Bei Symptomen wie Fieber, Husten oder Geruchs- und Geschmacksverlust muss der Betreffende telefonisch einen Termin bei einem Hausarzt vereinbaren und wird dann gegebenenfalls an eine Corona-Schwerpunktpraxis verwiesen, heißt es bei der KVBW.

Update, 23. August, 17 Uhr: 142 Neu-Infektionen

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, wurden 142 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus (Covid-19) gemeldet, sodass die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 40.176 anstieg. Davon sind 35.965 Menschen wieder genesen. Es gab keine weiteren Todesfälle. 

Update, 23. August, 15.28 Uhr: Studie: Corona verändert die Mobilität im Land

Die Menschen in Baden-Württemberg sind in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie wesentlich weniger unterwegs gewesen als üblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag von Bund und Land, die das Mobilitätsverhalten angesichts von Schulschließungen, Kurzarbeit, Homeoffice und anderen Folgen der Krise untersucht. 

Vor allem Bus und Bahn wurden demnach deutlich weniger genutzt, dafür setzten sich die Menschen häufiger aufs Fahrrad oder gingen zu Fuß - und das vor allem in ihrer Freizeit. Das Auto wurde hingegen nur geringfügig weniger genutzt. Allerdings sank die Zahl derer, die bei anderen im Auto mitfahren, etwa in Fahrgemeinschaften zur Arbeit, auch recht deutlich.

Die Studie, die am Sonntag vom Verkehrsministerium veröffentlicht wurde, vergleicht die Ergebnisse einer Erhebung im Mai und Juni dieses Jahres mit den Werten einer Mobilitätsstudie aus dem Jahr 2017. Zuvor hatte am Samstag bereits die "Südwest Presse" berichtet.

Den Angaben zufolge legten die Baden-Württemberger ab 16 Jahren im untersuchten Zeitraum insgesamt jeden Tag knapp 17 Prozent weniger Strecke zurück als üblicherweise. Im öffentlichen Verkehr waren es fast 42 Prozent weniger, beim Fahrrad dagegen war es ein Drittel mehr. Die Zahl der zu Fuß zurückgelegten Kilometer stieg sogar um fast drei Viertel.

Die Ergebnisse basieren auf einer ersten Erhebungswelle, zwei weitere sind noch geplant. Parallel zu der bundesweiten Untersuchung gibt es in Baden-Württemberg eine regionale Vertiefung.

Durch Corona steigen die Menschen im Ländle wieder häufiger aufs Fahrrad.
Durch Corona steigen die Menschen im Ländle wieder häufiger aufs Fahrrad.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 23. August, 7.17 Uhr: 202 neue Infektionen, insgesamt mehr als 40.000

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg hat die Marke von 40.000 überschritten. 

202 neue bestätigte Fälle erhöhten die Gesamtzahl auf 40.034, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes von Samstag hervorgeht. Etwa 35.896 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen Fall auf 1863. 

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,44 angegeben. Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 40.034 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1863 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 40.034 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1863 starben.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 22. August, 11.56 Uhr: Land fördert Forschung zum digitalen Unterricht

Digitaler Unterricht ist spätestens seit den coronabedingten Schulschließungen überall ein Thema - und künftig soll er an den Pädagogischen Hochschulen im Land auch intensiv erforscht werden. 

Das Land hat dafür ein weiteres "Forschungs- und Nachwuchskolleg" ins Leben gerufen und stellt für Projekte zum Thema "Didaktik des digitalen Unterrichts" bis zu 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. Bis Mitte September können sich die Pädagogischen Hochschulen - auch gemeinsam mit Universitäten - mit ihren Konzepten bewerben, wie das Wissenschaftsministerium am Samstag mitteilte.

"Die Schulen und Lehrkräfte sind aufgrund der Corona-Pandemie mit einer abrupten Umstellung auf den digitalen Unterricht konfrontiert worden", sagte Ministerin Theresia Bauer (55, Grüne). "Die Ausnahmesituation bietet aber auch eine große Chance, die Erkenntnisse und Möglichkeiten der digitalen Didaktik weiter zu erforschen und weiterzuentwickeln."

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (55, Grüne).
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (55, Grüne).  © Uli Deck/dpa

Update, 22. August, 8.50 Uhr: Corona-Krise kostet Tourismus im Südwesten Milliarden

Die Einbußen durch die Corona-Krise in der Tourismusbranche im Südwesten gehen einer Studie zufolge schon jetzt in die Milliarden - und die Erholung wird selbst im besten Fall noch lange dauern. Für die Monate März bis Mai, in denen es die bisher schärfsten Beschränkungen gab, summiere sich der Umsatzverlust für die Branche in Baden-Württemberg auf etwa 5,5 Milliarden Euro, haben Experten des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) im Auftrag des Justiz- und Tourismusministeriums berechnet.

"Das ist ein enormer Schaden, mit dem leider zu rechnen war, der sich nun aber erstmals konkret beziffern lässt", sagte Minister Guido Wolf (58, CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Eine erste Bilanz hatte kürzlich ergeben, dass im ersten Halbjahr 2020 nicht einmal halb so viele Gäste wie sonst in diesem Zeitraum in den Südwesten gekommen sind.

Und das hat der Studie zufolge herbe finanzielle Folgen: Selbst im besten Fall, das hieße bei einer raschen weiteren Normalisierung der Lage, könnte die Branche im gesamten Jahr 2020 nur mit einem Umsatz von etwa 13,4 Milliarden Euro rechnen. Im Jahr 2019 hatten Touristen mehr als 25 Milliarden Euro in Baden-Württemberg ausgegeben.

Das Szenario setzt voraus, dass es außer den üblichen saisonalen Schwankungen keine weiteren Einbrüche mehr gibt. Dann, so die Annahme, könnte das Normalniveau im letzten Quartal 2021 zumindest annähernd wieder erreicht werden. Und dann stünde für 2021 immerhin wieder ein Umsatz von rund 23 Milliarden Euro in Aussicht. "Das setzt natürlich unbedingt voraus, dass wir jetzt ein Wiedererstarken des Virus abwenden", sagte Minister Wolf.

Klappt das nämlich nicht, dauert die Erholung also deutlich länger und gibt es womöglich eine zweite große Corona-Welle, dann dürfte das Normalmaß erst im Laufe des Jahres 2022 wieder erreicht werden, heißt es in den Ergebnissen der Studie. Für 2020 könnte die Branche dann lediglich mit einem Umsatz von etwa 8,4 Milliarden und für 2021 mit etwa 14,4 Milliarden Euro rechnen.

Gute Chancen auf eine rasche Erholung räumen die Experten vor allem Campingplätzen, Reisemobilanbietern und den Vermietern von Ferienhäusern und -wohnungen ein. Auch Teilen der Hotellerie gelinge es, vom Trend zum Inlandstourismus und Naherholung zu profitieren. Wer mit seinem Betrieb stark auf Geschäftsreisende, Tagungen und Messen oder - wie Jugendherbergen - auf Gruppenreisen angewiesen sei, habe es deutlich schwerer.

"Der Tourismus in Baden-Württemberg muss möglichst schnell wieder auf sein Vor-Krisen-Niveau kommen", sagte Wolf. Die Branche sei ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und ein Jobmotor vor allem auch im ländlichen Raum. Neben Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistern profitierten davon auch die Kommunen durch Steuern und Abgaben, heißt es auch in der Studie.

Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU).
Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 21. August, 17.33 Uhr: Über 330 neue Corona-Fälle

Am Freitag hat das Landesgesundheitsamt 336 neue, bestätigte Corona-Fälle gemeldet. Damit beträgt die Zahl der Infizierten nun 39.832. Davon sind 35.821 Menschen wieder genesen.

Die Zahl der Toten wurde um eins korrigiert, beträgt somit insgesamt 1862.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist auch am Freitag weiter angestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist auch am Freitag weiter angestiegen. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 21. August, 17.10 Uhr: Wirtschaftsministerin will Hilfe für Kleidungs- und Schuhgeschäfte

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) fordert angesichts der Corona-Pandemie Sonderhilfen des Landes explizit für stationäre Kleidungs- und Schuhgeschäfte. 

Sie wolle sich in der grün-schwarzen Landesregierung dafür einsetzen, diese Branche zusätzlich mit insgesamt 40 Millionen Euro zu unterstützen, sagte Hoffmeister-Kraut den Zeitungen Heilbronner Stimme und Mannheimer Morgen (Samstag).

Sie begründete den Vorstoß damit, dass vor allem Kleidungs- und Schuhläden vom Corona-Lockdown und den Folgen stark betroffen gewesen seien, da sich das Kaufverhalten vieler Menschen in den vergangenen Monaten in den Onlinehandel verlagert habe. "Das Geld soll dem Handel gezielt für Marketingmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden, damit die stationären Geschäfte erhalten bleiben. Wenn wir attraktive Innenstädte wollen, müssen wir den Einzelhandel jetzt gezielt unterstützen, sonst droht ein Ladensterben."

Hoffmeister-Kraut warnte trotz steigender Corona-Infektionen vor neuerlichen Schließungen von Geschäften, wie es im Frühjahr angeordnet worden war. "Ein zweiter Lockdown hätte in besonderer Weise für Baden-Württemberg mit seiner Wirtschaftsstruktur dramatische Auswirkungen. Es droht eine massive Insolvenzwelle ganz besonders in den Branchen, die bereits vom ersten Lockdown stark betroffen waren."

Die Südwest-Wirtschaftsministerin dringt beim Bund auch auf eine Ausweitung der sogenannten Corona-Überbrückungshilfe für Unternehmen, damit vor allem die schwer von der Krise getroffene Messe- und Veranstaltungswirtschaft stärker profitieren könne.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.  © Bernd Weißbrod/dpa

Update, 21. August, 14.40 Uhr: Rund 270 Hinweise auf Missbrauch des Kurzarbeitergelds

Die Behörden im Südwesten gehen zurzeit rund 270 Hinweisen auf mögliche Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit der Zahlung von Kurzarbeitergeld nach. 

Das sagte eine Sprecherin der baden-württembergischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Stuttgart auf Anfrage. Inzwischen sei man auf einzelne "sehr konkrete" mutmaßliche Betrugsfälle gestoßen, zu denen man aber aus ermittlungstechnischen Gründen keine weiteren Angaben machen könne. 

Die Sprecherin betonte, bei den bisher bekannten möglichen Missbrauchsfällen sei kein Schwerpunkt auf bestimmte Branchen erkennbar. Die Hinweise seien meist anonym abgegeben worden.

Die Zeitungen Mannheimer Morgen und Heilbronner Stimme (Freitag) hatten zunächst über das Thema berichtet.

Angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatten viele Betriebe Kurzarbeit eingeführt. Nach aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur haben seit März rund 125.000 Unternehmen im Südwesten zumindest zeitweise Kurzarbeit mehr als zwei Millionen Beschäftigte angemeldet.

Update, 21. August, 9.39 Uhr: Zahl der Verkehrstoten in Corona-Monaten deutlich gesunken

In den Monaten der Corona-Pandemie sind in Baden-Württemberg deutlich weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. 

Auf den Straßen im Südwesten starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr insgesamt 149 Menschen, das sind 65 weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Getötet und verletzt wurden 18.293 Menschen, das entspricht einem Rückgang um fast ein Fünftel (minus 19 Prozent), wie das Amt am Freitag weiter mitteilte.

Insgesamt starben zwischen Januar und Ende Juni 1281 Menschen bei Unfällen in Deutschland, das sind 195 weniger als im ersten Halbjahr 2019. "Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden von Januar bis Juni weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt", teilte das Bundesamt mit.

In den Monaten der Corona-Pandemie sind in Baden-Württemberg deutlich weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.
In den Monaten der Corona-Pandemie sind in Baden-Württemberg deutlich weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 20. August, 18.15 Uhr: Drei weitere Todesfälle

In Baden-Württemberg gibt es am Donnerstag 266 weitere Corona-Fälle. Insgesamt nun 39.496. Außerdem gibt es drei weitere Patienten die an oder mit Corona verstorben sind (insgesamt 1863). 

Genesen sind mittlerweile rund 35.734 Erkrankte. 

Update, 20. August, 12.45 Uhr: Mobile Teststation für alle Vollzugsbedienstete

Das Gefängnispersonal im ganzen Land kann sich von nun an dank einer mobilen Corona-Teststation freiwillig testen lassen. Eine fast zweimonatige Testphase mündet damit in den Regelbetrieb. 

"Das mobile Labor hat seinen ersten Praxistest erfolgreich bestanden", sagte Justizminister Guido Wolf (CDU) am Donnerstag in Stuttgart. Alle 242 auf freiwilliger Basis getesteten Mitarbeiter der Pilot-Justizvollzugsanstalten in Mannheim und Bruchsal seien nicht infiziert gewesen.

Die Teststation auf einem 40-Tonnen-Sattelschlepper ist von der Baden-Württemberg Stiftung gemeinsam mit den medizinisch-diagnostischen Instituten an der Universitätsmedizin Mannheim entwickelt worden. Das Fahrzeug geht beginnend mit der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim zu allen 17 Anstalten im Land auf Tour. 

Die freiwilligen Abstriche sollen laut Ministerium verhindern, dass Bedienstete das Virus in die Anstalten hineintragen. Die Ergebnisse werden noch am Tag der Abnahme übermittelt. Pro Tag sind mehrere Hundert Tests möglich.

Für Häftlinge ist das Angebot nicht gedacht. Neue Gefangene werden nach weiteren Ministeriumsangaben zunächst isoliert untergebracht. Gefängnisse gehören zu den Einrichtungen, die durch einen Infektionsausbruch besonders empfindlich getroffen werden könnten. Auf engem Raum sind die Abstandsregeln schwer einzuhalten.

Seit März ist laut dem Justizministerium bei einer mittleren zweistelligen Zahl von Mitarbeitern das Virus nachgewiesen worden. Bislang erhielten sieben Häftlinge einen positiven Befund, sechs davon kamen aus dem Mannheimer Gefängnis.

Update, 20. August, 8 Uhr: Auch im neuen Schuljahr keine Präsenzpflicht für Schüler

Schüler, die in Baden-Württemberg wegen der Corona-Epidemie nicht in die Schule gehen wollen, dürfen auch im neuen Schuljahr ausschließlich zu Hause lernen. 

"Wir hatten zuletzt keine Präsenzpflicht für die Schülerinnen und Schüler. Stand heute haben wir das auch nicht für das kommende Schuljahr vorgesehen", sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der Rhein-Neckar-Zeitung (Donnerstag)."Die Schulpflicht gilt aber!"

Wer nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könne, der müsse zuhause den Unterrichtsstoff lernen und Aufgaben erledigen. 

Laut Kultusministerium lag vor den Sommerferien der Anteil der Schüler, die dem Unterricht fernblieben, weil sie selbst ein erhöhtes Risiko für einen besonders schlimmen oder tödlichen Verlauf einer Corona-Infektion haben oder in einem Haushalt mit einer gefährdeten Person leben, unter einem Prozent. 

Bei Lehrerinnen und Lehrern, die sich vom Präsenzunterricht befreien lassen wollen, gilt nach wie vor eine Attestpflicht.

Schüler, die wegen Corona nicht in die Schule wollen, müssen das auch im neuen Schuljahr nicht. (Symbolbild)
Schüler, die wegen Corona nicht in die Schule wollen, müssen das auch im neuen Schuljahr nicht. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Update, 19. August, 18.14 Uhr: Mehr als 200 neue Infektionen

In Baden-Württemberg wurden am Mittwoch 259 neue Fälle gemeldet. Insgesamt sind es nun 39.230. Die Zahl der Genesenen erhöhte sich auf geschätzt 67 (insgesamt rund 35.633). 

Die Zahl der Toten mit und an Covid-19 starben, blieb bei 1860.

Update, 19. August, 14.30 Uhr: Hilfe für Veranstaltungsbranche

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will im September mit Vertretern der Veranstaltungsbranche über Auswege aus der Corona-Krise beraten. 

"Wir müssen gemeinsam Wege finden, wie Sie trotz Kontaktbeschränkungen Einnahmen und Umsätze erzielen können", sagte sie am Mittwoch laut Ministerium in einer an die Teilnehmer einer Demonstration in Stuttgart gerichteten Videobotschaft. Es gehe darum, über mögliche Kooperationen und neue Geschäftsmodelle, aber auch über die Möglichkeit weiterer Hilfsprogramme zu sprechen, sagte Hoffmeister-Kraut.

Die Branche macht derzeit wöchentlich bundesweit mit Kundgebungen auf ihre Situation aufmerksam. Vielen Eventmanagern, Agenturen, Messebauern, Caterern und anderen ist in den vergangenen Monaten ein großer Teil, wenn nicht das komplette Geschäft weggebrochen.

Wie Hoffmeister-Kraut verwies auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Video-Grußbotschaft auf schon existierende Hilfen. "Dennoch: Alle Hilfsmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass Sie nun mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte Kretschmann laut Staatsministerium. 

Es gehe um die Existenz von Arbeitsplätzen, Unternehmen und Familien. "Ich kann Ihnen versichern: Ihr Hilferuf ist angekommen", betonte er.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.  © Bernd Weißbrod/dpa

Update, 19. August, 10.25 Uhr: Lucha kann sich keine Straßenfastnacht während Corona vorstellen

Eine Straßenfastnacht in Baden-Württemberg kann sich Gesundheitsminister Manne Lucha angesichts von Corona nicht vorstellen. 

"Die Fasnet, die wir alle kennen, mit rumjucken, anbusserln, Glühwein trinken – die seh‘ ich aktuell nicht", sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Das funktioniert während einer globalen Pandemie und in Zeiten steigender Infektionszahlen leider nicht."

Viele Treffen seien bereits abgesagt worden, obwohl niemand vorhersehen könne, wie sich die Lage weiter entwickle. "Das ist vernünftig, weil solche Zusammenkünfte nicht steuerbar sind", sagte Lucha. In einem vertretbaren Rahmen seien höchsten Sitzungen denkbar.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval oder Fastnacht stattfinden könne. Unter anderem hat die Große Karnevalsgesellschaft Rastatt bereits beschlossen, 2021 keine Kampagne anzubieten.

Gesundheitsminister Manne Lucha.
Gesundheitsminister Manne Lucha.  © Felix Kästle/dpa

Update, 19. August, 9 Uhr: Corona-Regeln in der Gastronomie werden von Gästen akzeptiert

Die allermeisten Gastro-Gäste akzeptieren Corona-Maßnahmen wie den Mindestabstand und die Erfassung der Kontaktdaten. 

Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Baden-Württemberg hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach gaben 90,5 Prozent der Befragten an, dass die Gäste großes oder überwiegendes Verständnis für die Maßnahmen hätten. An der Umfrage hatten sich im Südwesten fast 2400 Betriebe beteiligt.

In fast jedem vierten Betrieb (23,5 Prozent) hatten zum Zeitpunkt der Umfrage Anfang August schon Kontrollen stattgefunden. Die Branche nehme den Infektionsschutz sehr ernst, nicht zuletzt, um einer zweiten Welle im Herbst oder Winter vorzubeugen, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl. 

Der einzige Punkt, den die Gastronomen kritisch sehen, ist die Maskenpflicht für Servicekräfte in der Außengastronomie. "Hier leiden die Mitarbeiter wirklich - es ist heiß und sie können nicht gut atmen." 

Ob diese schwere Beeinträchtigung im Außenbereich notwendig sei, werde von Verbandsmitgliedern immer wieder hinterfragt. "Wir plädieren dafür, wenigstens zu prüfen, ob diese Maßnahme wirklich notwendig ist", hieß es beim Dehoga.

Über 90 Prozent der Befragten haben Verständnis für die Regeln. (Symbolbild)
Über 90 Prozent der Befragten haben Verständnis für die Regeln. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 18. August, 17.27 Uhr: 239 Neu-Infektionen, ein Todesfall

Die Zahl der Corona-Infektionen ist weiter gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag mitteilt.

Demnach wurden erneut weitere 239 Fälle gemeldet, die Gesamtzahl steigt damit auf 38.971. Davon seien 35.566 Menschen wieder von ihrer Covid-Infektion genesen.

Die Zahl der Toten stieg um einen auf 1860.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 38.971 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1860 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 38.971 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1860 starben.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 17. August, 17.21 Uhr: 221 neue Corona-Infektionen, kein Todesfall

Die Zahl der Corona-Infektionen ist weiter gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt am Montag mitteilt.

Demnach wurden erneut weitere 228 Fälle gemeldet, die Gesamtzahl steigt damit auf 38.732. Davon seien 35.491 Menschen wieder von ihrer Covid-Infektion genesen.

Die Zahl der Toten bleibt unverändert bei 1859.

Update, 17. August, 17.11 Uhr: Personal an Kitas und Schulen kann sich auf Coronavirus testen lassen

Wie das baden-württembergische Sozialministerium mitteilte, können sich Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Personal der Kindertagespflege sowie das nicht-pädagogische Personal an Schulen und Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg seit heute auf das Coronavirus testen lassen. 

Dies gehe auf einen Beschluss der Landesregierung zurück, wonach die genannten Personengruppen zwischen dem 17. August und 30. September die Möglichkeit haben sollen, sich zweimal auf das Virus testen zu lassen, um vor allem nach den Sommerferien Ausbrüche in den Kindertageseinrichtungen und Schulen zu verhindern.

"Ich freue mich sehr, dass unser Partner, die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg angekündigt hat, neben den mittlerweile über 600 gelisteten Coronaschwerpunktpraxen auch die Fieberambulanzen schrittweise wiederzueröffnen. Dadurch gibt es für symptomatische Patienten und auch für die Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erziehern weitere fixe Anlaufpunkte, um einen Abstricht machen zu lassen. Das entlastet die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne) am in Stuttgart.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) gab an: "Dass wir freiwillige Tests für das Personal an Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie für die Kindertagespflege anbieten, ist mir sehr wichtig. Wir können damit nicht nur eventuelle Ausbrüche verhindern, sondern den Beschäftigten auch eine gewisse Sicherheit geben. Zwar bietet ein Test nur eine Momentaufnahme, aber so können unsere pädagogischen Fachkräfte und zum Beispiel Hausmeister oder Schulsozialarbeiter mit einem besseren Gefühl in die Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege oder Schule gehen und sich dort um die Kinder kümmern."

Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Personal der Kindertagespflege sowie das nicht-pädagogische Personal an Schulen und Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg können sich auf das Coronavirus testen lassen.
Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Personal der Kindertagespflege sowie das nicht-pädagogische Personal an Schulen und Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg können sich auf das Coronavirus testen lassen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 17. August, 6.30 Uhr: Corona-Krise schweißt Grün-Schwarz zusammen

Die Bewältigung der Corona-Krise hat die grün-schwarze Koalition aus Sicht von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ein Stück weit geeint. "Man ist beansprucht von der Krise und weiß: Jetzt muss man liefern und kann keine Faxen machen. Das würden die Menschen einem zu recht übel nehmen", sagte Kretschmann der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. In Krisen erwarteten die Leute keine Parteipolitik, sondern dass man Probleme löst. Alle stünden unter Stress. "Jeder Fehler, den man macht, hat schwerwiegende Folgen. Dazu kommen die Gerichte, die Sachverhalte öfter anders bewerten als die Politik. Das schweißt auch irgendwie zusammen - obwohl es nach außen gar nicht so erscheint."

Zum Jahresende hatte Kretschmann kritisiert, CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann befinde sich bereits im Wahlkampfmodus. Derzeit spüre man zwar den Vorwahlkampf, sagte Kretschmann nun mit Blick auf die Stimmung und Häkeleien zwischen Grünen und CDU. "Aber paradoxerweise wird umso produktiver in der Sache gearbeitet."

Als enorme Herausforderung nach der parlamentarischen Sommerpause bezeichnete er für die Koalition die Aufstellung des Nachtragshaushalts. "Es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn man denkt, die 45 Milliarden Schulden, die wir bereits haben, sind in Jahrzehnten aufgelaufen." Jetzt folge mit den neuen Schulden ein Riesenbruch. Aber Kretschmann sagte: "Man kann nicht gegen eine Krise ansparen, das zieht die Wirtschaft immer weiter runter." Zuvor hatte er angekündigt, dass das Land wegen der Corona-Krise Schulden in einer Größenordnung von mehr als zehn Milliarden Euro machen müsse.

Kretschmann, der seit 2011 Ministerpräsident ist, tritt bei der Landtagswahl im März 2021 für eine dritte Amtszeit an. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will ihn aus dem Amt jagen. Seit dem Antritt von Grün-Schwarz 2016 hatte die Koalition mehrere Krisen erlebt.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. August, 17.17 Uhr: 32 Neu-Infektionen, kein Todesfall

Die Zahl der Corona-Infektionen ist weiter gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag mitteilt.

Demnach wurden erneut weitere 32 Fälle gemeldet, die Gesamtzahl steigt damit auf 38.515. Davon seien 35.445 Menschen wieder von ihrer Covid-Infektion genesen.

Die Zahl der Toten bleibt unverändert bei 1859.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 38.515 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1859 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 38.515 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1859 starben.  © Marijan Murat/dpa

Update, 16. August, 12 Uhr: Europa-Park öffnet bis November

Der Europa-Park im badischen Rust will in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie seine Saison bis November verlängern. 

Aufgrund der beschränkten Besucherzahl erwartet das Freizeit-Unternehmen 2020 allerdings rote Zahlen. "Geld können wir unter diesen Umständen allerdings nicht verdienen. 2020 werden wir einen Bilanzverlust schreiben", sagte der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter von Deutschlands größtem Freizeitpark, Roland Mack, der Welt am Sonntag. 

Das sei verkraftbar, weil das Unternehmen gut gewirtschaftet und einen geringen Schuldenstand habe. "Langfristig können wir mit den aktuellen Gegebenheiten aber nicht überleben." 

Die Zahl der Besucher sei aufgrund von Hygieneregeln auf 15.000 pro Tag beschränkt. Üblich seien an Sommertagen zwischen 30.000 und 40.000 Gäste. 

Besucher im holländischen Themenbereich des Parks.
Besucher im holländischen Themenbereich des Parks.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 15. August, 18.16 Uhr: Weitere Corona-Infektionen in Baden-Württemberg

Die Zahl der Corona-Infektionen ist weiter gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt am Samstag mitteilt.

Demnach wurden erneut weitere 58 Fälle gemeldet, die Gesamtzahl steigt damit auf 38.483. Davon seien 35.396 Menschen wieder von ihrer Covid-Infektion genesen.

Die Zahl der Toten bleibt unverändert bei 1859.

Die Zahl der Infektionen ist auf inzwischen 38.483 gestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der Infektionen ist auf inzwischen 38.483 gestiegen. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 14. August, 18.15 Uhr: 152 weitere Infektionen!

Am Freitag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 152 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 38.425 an", so das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 35.322 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1244 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."   

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt weiterhin 1859. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,18 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Freitag wurden über 150 weitere Corona-Fälle gemeldet. (Symbolbild)
Am Freitag wurden über 150 weitere Corona-Fälle gemeldet. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 14. August, 13.22 Uhr: Fast 1000 Verstöße gegen Maskenpflicht in Bussen und Bahnen

Bei Kontrollen in Bussen und Bahnen haben Polizisten des Polizeipräsidiums Aalen am Donnerstag fast 1000 Verstöße gegen die Maskenpflicht registriert. In fast allen Fällen hätten die Verweigerer einer vorgeschriebenen Mund-Nase-Bedeckung einsichtig reagiert und die Masken ordentlich angezogen, teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart mit.

In sieben Fällen jedoch seien Fahrgäste wegen Ordnungswidrigkeiten angezeigt worden, in einem weiteren Fall wurde ein Busfahrer beleidigt und daraufhin eine Strafanzeige aufgegeben, wie es hieß. Insgesamt seien rund 1000 Polizistinnen und Polizeibeamte im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis und im Landkreis Schwäbisch Hall eingesetzt worden. Ohne Maske wird seit dem 1. Juli ein Bußgeld von bis zu 250 Euro fällig.

Update, 14. August, 13.13 Uhr: Auch Heilbronn verbietet die Sexarbeit komplett

Nach Städten wie Karlsruhe und Stuttgart hat nun auch Heilbronn nachgezogen und die Prostitution in aller Form verboten - für die Anbieterinnen ebenso wie für die Freier. Rechtlich sei dies durch das Infektionsschutzgesetz abgesichert, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag. Werde das Verbot missachtet, könne das Prostituierte wie Kundschaft teuer zu stehen kommen.

Mit der Bekanntmachung schließt Heilbronn eine Lücke in der Corona-Verordnung des Landes. Nach dieser ist der Betrieb von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen sowie jede sonstige Ausübung des Prostitutionsgewerbes zwar verboten. Kommunen hatten das aber als Komplettverbot ausgelegt – und saßen damit einem Missverständnis auf. Denn das Verbot in der Verordnung gilt nicht für selbstständig und allein tätige Prostituierte. Grund für den jüngsten Schritt der Stadt Heilbronn sei die steigende Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus, sagte die Stadtsprecherin.

Nach Karlsruhe als Vorreiterin hatte die Stadt Stuttgart die Sexarbeit wegen Corona bereits vor einigen Wochen in einer Allgemeinverfügung in jeder Form untersagt und gleichzeitig auch den sogenannten Sexkauf verboten. Die Branche hatte das zuletzt stark kritisiert. Es gebe keine wirksamen Hilfen für die Betroffenen, die vornehmlich selbstständig seien und kaum finanzielle Rücklagen hätten. Dabei seien Sexarbeiter Experten in Sachen Gesundheitsschutz, heißt es auch beim Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen.

Stuttgart: Eine Teilnehmerin hält während einer Demonstration zum Arbeitsverbot von Sexarbeiterinnen während der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Rotlicht an" in der Hand.
Stuttgart: Eine Teilnehmerin hält während einer Demonstration zum Arbeitsverbot von Sexarbeiterinnen während der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Rotlicht an" in der Hand.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 14. August, 7.42 Uhr: Neue Teststation auf Autobahn-Parkplatz hat Betrieb aufgenommen

Corona-Tests am Straßenrand: Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen hat nach Teststationen an Flughäfen und Bahnhöfen nun auch eine Station an der Autobahn im Schwarzwald ihren Betrieb aufgenommen. "Die ersten Autofahrer sind durch, die Tests wurden genommen", sagte Karin Bundschuh, Sprecherin des Badischen Roten Kreuzes, das das Testcenter auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) an der Autobahn A5 führt.

Nach DRK-Angaben von Freitag stehen drei Container auf dem Parkplatz, in denen Testmaterialien gelagert werden und Daten weiterverarbeitet werden. Die Abstriche werden direkt an den Autofenstern der Reiserückkehrer genommen. Vorerst soll die Station bis zum Ende der Sommerferien betrieben werden. Der Test ist gratis, die Kosten trägt das Land.

Seit Donnerstagmorgen können sich Reisende bereits am Stuttgarter Hauptbahnhof auf das Coronavirus testen lassen. Teststationen an den drei Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden sind bereits seit einigen Tagen geöffnet. Abhängig von zur Verfügung stehenden Ärzten sind weitere Stationen an einzelnen Autobahnparkplätzen und Bahnhöfen vorgesehen.

Die Einrichtung der neuen Teststationen im Land ist nötig, weil Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zur Zeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen müssen. Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet zurückkehren, können sich ebenfalls kostenlos testen lassen.

Update, 13. August, 18.24 Uhr: 108 weitere Corona-Infektionen

Am Donnerstag  wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 108 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 38.273 an", so das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 35.221 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1193 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."   

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach liegt die Zahl der Todesfälle weiterhin bei 1859. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,97 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Donnerstag wurden 108 weitere Corona-Fälle bekannt. (Symbolbild)
Am Donnerstag wurden 108 weitere Corona-Fälle bekannt. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 13. August, 10.10 Uhr: Tourismus in Baden-Württemberg bricht in Corona-Krise heftig ein

Die Coronavirus-Pandemie mit Lockdowns und Reisebeschränkungen in der ganzen Welt hat dem Tourismus im Südwesten drastische Einbußen beschert. Bis Ende Juni kamen nur rund 4,9 Millionen Gäste in Baden-Württemberg an und damit nicht einmal halb so viele wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Die Zahl der Übernachtungen ging um knapp die Hälfte auf rund 13,3 Millionen zurück. Nach dem absoluten Tiefpunkt im April lässt die Statistik inzwischen aber auch einen ersten, wenngleich nur leichten Erholungseffekt erkennen - vor allem mit einheimischen Urlaubsgästen als treibender Kraft.

Baden-Württemberg, Langenargen: Sonnenhungrige sitzen am sogenannten Malereck unter ihren Sonnenschirmen.
Baden-Württemberg, Langenargen: Sonnenhungrige sitzen am sogenannten Malereck unter ihren Sonnenschirmen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 13. August, 7.52 Uhr: Bilfinger mit deutlichem Verlust

Die Corona-Pandemie und der Ölpreisverfall haben den Industriedienstleister Bilfinger im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. 

Der Verlust betrug von April bis Juni 60 Millionen Euro, wie der SDax-Konzern am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte hier ein Minus von sechs Millionen gestanden. Der Umsatz brach im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 793 Millionen Euro ein.

Auch operativ lief es für die Mannheimer deutlich schlechter. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebita) wies Bilfinger ein Minus von 35 Millionen Euro aus, nach einem operativen Gewinn von 17 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Jahresziele bestätigte das Unternehmen.

Update, 12. August, 17.33 Uhr: 187 weitere Infektionsfälle gemeldet

Am Mittwoch wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 187 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 38.165 an", schreibt das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 35.152 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1154 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurde am Mittwoch kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle weiterhin 1859. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,99 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Mittwoch wurden 187 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)
Am Mittwoch wurden 187 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 12. August, 15.05 Uhr: Polizei kontrolliert Maskenpflicht im ÖPNV

Um die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen durchzusetzen und Verweigerer zu bestrafen, werden von Donnerstag an auch Polizisten eingesetzt. 

Die Beamten sollten zunächst vor allem im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Schwäbisch Hall kontrollieren, ob die Masken wie vorgeschrieben getragen werden, teilten das Innenministerium und das Polizeipräsidium Aalen am Mittwoch mit. 

"Wer den Infektionsschutz missachtet, handelt unverantwortlich und gefährdet sich und andere", warnte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Akzeptanz der Maskenpflicht nehme derzeit ab, die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Wochen dagegen zu.

Ohne Maske wird seit dem 1. Juli ein Bußgeld von bis zu 250 Euro fällig. Die Polizeibeamten sollen die Summe aber nicht gleich kassieren, sondern die Verweigerer nur anzeigen. Das Geld müsse dann ähnlich wie beim Schwarzfahren später gezahlt werden. Das Polizeipräsidium gab allerdings nicht an, wie viele Beamten eingesetzt werden sollen.

"Mit Augenmaß wird die Polizei dafür sorgen, dass die Regeln der Corona-Verordnung eingehalten werden", sagte Strobl. Wer allerdings unverbesserlich die Regelungen missachte, müsse mit Folgen rechnen.

Fahrgäste verlassen eine Straßenbahn und tragen Mundschutz.
Fahrgäste verlassen eine Straßenbahn und tragen Mundschutz.  © Oliver Berg/dpa

Update, 12. August, 8.47 Uhr: Bechtle verdient überraschend viel - Prognosen stehen

Der IT-Dienstleister Bechtle hat im zweiten Quartal trotz der Corona-Krise überraschend viel Gewinn gemacht. Vor Steuern kletterte das Ergebnis im Jahresvergleich um 4,2 Prozent auf 58,1 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Mittwoch in Neckarsulm mitteilte. Das war mehr, als Analysten dem Konzern zuvor zugetraut hatten.

Der Umsatz stieg dank des Wachstums bei den Geschäften rund ums Management von IT-Systemen insgesamt um 3,9 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro und fiel damit wie erwartet aus. Unter dem Strich lag der Nettogewinn mit 40,8 Millionen Euro 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert. 

Die Prognosen bestätigte das Management. Es geht weiter von einer Normalisierung im weiteren Jahresverlauf aus.

Update, 11. August, 17.57 Uhr: 79 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 37.978 gestiegen. Das sind 79 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Dienstag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 35.070 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 1049 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde mit 1859 an - das war einer mehr als am Montag. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg weiterhin mit 0,9 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Update, 11. August, 11.44 Uhr: Curevac plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien

Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits. Neben den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. 

Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht wegen seines laxen Umgangs mit der Pandemie seit langem in der Kritik. Er bezeichnete die Lungenkrankheit Covid-19 als "leichte Grippe" und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. 

Aber Brasilien verfügt auch über hervorragende Forschungsinstitutionen und war bei Gesundheitskrisen etwa durch HIV oder Zika ein Vorreiter unter den Schwellenländern.

Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen.
Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 11. August, 6.59 Uhr: Labore im Land haben noch viel Luft für Corona-Tests

Die Labore im Südwesten sind zu Beginn der Reisezeit nur zur Hälfte mit Corona-Tests ausgelastet. Zurzeit würden rund 78.000 Corona-Tests pro Woche durchgeführt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Bei voller Auslastung könnten sie etwa 150.000 Tests pro Woche vornehmen. 

Es sei aber gut, dass so viele freie Kapazitäten zur Verfügung stünden. "Wir rechnen nicht damit, dass das so bleibt", sagte die Sprecherin mit Blick auf Zehntausende Reiserückkehrer in den kommenden Wochen und auf die Lehrer im Land, die sich zum Ende der Ferien testen lassen können.

Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zurzeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - müssen sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Dafür gibt es zum Beispiel Teststationen an den Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden. 

Rückkehrer können den Test aber auch binnen 72 Stunden nach der Ankunft bei einem niedergelassenen Arzt oder einer Corona-Ambulanz nachholen. Tun sie dies nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro.

Für die Tests an den Flughäfen im Land ist die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg zuständig. Am Stuttgarter Flughafen wurden demnach allein Samstag 1100 Tests durchgeführt, am Sonntag waren es 1400.

Mannheim: Zwei Mitarbeiterinnen demonstrieren die Arbeit im Labor der mobilen Corona-Teststation.
Mannheim: Zwei Mitarbeiterinnen demonstrieren die Arbeit im Labor der mobilen Corona-Teststation.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 10. August, 18 Uhr: Elfter Corona-Befund nach Abi-Party-Urlaub in Kroatien

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind inzwischen elf Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus dem Raum Donzdorf (Kreis Göppingen) bestätigt. Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Bei den erkrankten Abiturienten waren bereits während der Heimreise vom Urlaub erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer und 50 Kontaktpersonen wurden daraufhin für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Die Reise auf die kroatische Insel Pag war bundesweit von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter organisiert worden. Auch in anderen Landkreisen und Bundesländern soll es infizierte Teilnehmer geben.

Update, 10. August, 17.27 Uhr: 147 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 37.899 gestiegen. Das sind 147 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Montag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 34.987 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 1054 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde weiterhin mit 1858 an.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,9 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Update, 10. August, 14.05 Uhr: Ballett und Musik in Baden-Baden zunächst vor kleinem Publikum

Das Festspielhaus Baden-Baden startet am 8. Oktober mit dem Hamburg Ballett John Neumeier und deutlich verminderter Platzzahl in die Spielzeit 2020/2021. 

Wegen der Corona-Pandemie können maximal 500 Zuschauer pro Vorstellung das Stück "Ghost Light" ansehen, teilte Intendant Benedikt Stampa am Montag mit. "Die Kunst ist es, mit Maß und Mitte zu einem neuen Miteinander zu finden." 

Das Festspielhaus gibt sein Programm in mehreren Stufen bekannt - zunächst bis zum 1. November. Mitte September möchte Stampa weitere Programme des Herbstes 2020 bekannt geben.

Update, 10. August, 9.23 Uhr: Bertrandt wagt wegen Corona weiter keine Prognose

Beim Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtbranche Bertrandt belastet die Corona-Krise wie erwartet Umsatz und Gewinn. Der Erlös sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Ehningen mitteilte. 

Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug der Rückgang 58 Prozent auf 19,4 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern sank um knapp 70 Prozent auf rund 9,1 Millionen Euro.

Viele Industrien und Unternehmen seien gezwungen gewesen, die wirtschaftliche Aktivität spürbar zu reduzieren oder einzustellen, hieß es. Temporäre Projektverzögerungen und -unterbrechungen sowie vereinzelte Projektabbrüche hätten das Dienstleistungsgeschäft belastet.

Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich Bertrandt weiterhin nicht zu. "Eine hinreichende Bewertung der konkreten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ist zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin nicht möglich", heißt es im Bericht zum dritten Quartal. "Unter den gegenwärtig dynamischen Umständen sieht der Vorstand davon ab, eine neue Prognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 abzugeben."

Der Erlös von Bertrandt sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro.
Der Erlös von Bertrandt sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro.  © Franziska Kraufmann/dpa

Update, 9. August, 11 Uhr: Thomas Berthold tritt bei "Querdenken 711"-Demo auf

Fußballweltmeister Thomas Berthold ist am Samstag bei einer Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart als Redner aufgetreten.

Der "Bild am Sonntag" sagte der frühere Nationalspieler: "Ich mache mich weder mit Verschwörungstheoretikern noch mit Rechtspopulisten gemein, habe nur meine Meinung über die Maßnahmen der Regierung gesagt." 

Der 55 Jahre alte Berthold spielte in seiner aktiven Karriere unter anderem für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart. Als Verteidiger absolvierte er 62 Länderspiele, 1990 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister in Italien. 

Auf Twitter sorgte sein Auftritt für jede Menge Wirbel.

Die ganze Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

Ex-VfB-Mann Thomas Berthold.
Ex-VfB-Mann Thomas Berthold.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 9. August, 7.15 Uhr: Behörden appellieren an Touristen, Corona-Regeln zu beachten

Die Nachfrage nach Urlaub in den beliebten Ferienregionen im Südwesten ist groß - entsprechend wächst bei den Behörden die Sorge vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionen. 

"Neben den Einreisenden aus dem Ausland dürfen natürlich auch durch inländischen Tourismus keine Infektionsherde entstehen", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Ein allzu leichtsinniger Umgang mit dem Virus im Sommer werde sich durch steigende Fallzahlen und eine mögliche zweite Welle sonst bitter rächen. "Umso mehr appellieren wir an die Menschen, sich an die Corona-Regeln zu halten", sagte der Sprecher.

Auch im Bodenseekreis beobachtet man die Tourismus-Entwicklung aufmerksam, wie ein Sprecher des Landratsamtes sagt. "Wenn viele Menschen zusammenkommen, ist auch die Möglichkeit, dass sich das Virus schnell verbreiten kann, theoretisch groß." 

Das hänge natürlich stark davon ab, wie gut die Menschen die Hygieneregeln befolgten. "Wir raten also nicht per se davon ab, Urlaub zu machen, sondern appellieren daran, die Regeln zu befolgen."

Kommen viele Menschen zusammen, steigt das Infektionsrisiko... (Symbolbild)
Kommen viele Menschen zusammen, steigt das Infektionsrisiko... (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 8. August, 12.25 Uhr: Polizei löst Corona-Party mit 200 Jugendlichen auf

Rund 200 Jugendliche haben in der Nacht auf Samstag in Ulm eine Corona-Party gefeiert, dann rückten die Ordnungshüter an. 

Eine Polizeistreife entdeckte gegen 23.30 Uhr in der Friedrichsau eine feiernde Gruppe, so die Polizei. Dort hatten sich etwa 200 Jugendliche versammelt. Einige davon verließen bereits beim Erblicken des Streifenwagens den Ort. 

"Andere blieben sitzen und zeigten sich unkooperativ, provokant und respektlos gegenüber den Beamten", heißt es in einer Pressenotiz weiter. Daraufhin wurden starke Polizeikräfte, darunter auch Hundeführer, zusammengezogen. Die Party wurde beendet und aufgelöst.

Update, 8. August, 8.45 Uhr: Meersburg markiert Liegewiese in Corona-Zeiten

Damit in Corona-Zeiten auch beim Baden und Sonnen die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können, hat sich die Stadt Meersburg etwas Ungewöhnliches einfallen lassen: Mit weißer Kalk-Farbe hat die Kommune eine öffentliche Liegewiese am Bodenseeufer in vier mal vier Meter große Quadrate eingeteilt. 

Die Idee sei entstanden, um eine Sperrung der Badefläche zu verhindern, sagte der Meersburger Bürgermeister Robert Scherer.

Bis zur Umsetzung habe es dann nur anderthalb Tage gedauert. Mithilfe eines Streuwagens vom Fußballverein wurden die Liege-Quadrate sowie schmale Wege dazwischen mit Kalk-Farbe aufgetragen. Bislang müssten die Linien noch alle paar Tage nachgezogen werden, sagte Scherer. Künftig solle aber eine länger haltende, umweltfreundliche Farbe verwendet werden.

Aber halten sich die Menschen an die vorgegebenen Wege und Quadrate? "Ja, es hilft wirklich", sagte Scherer. "Selbst bei leerer Liegewiese laufen die Leute an den Linien entlang." Er habe viele positive Rückmeldungen bekommen. "Die Menschen finden es gut." 

Geplant sei, die Markierungen im Sommer weiterzuführen und eventuell sogar im nächsten Jahr noch zu nutzen. "Solange es aus unserer Sicht hilfreich ist, werden wir es anwenden."

Auch andere Gemeinden beschäftigt der große Andrang am Bodenseeufer zu Corona-Zeiten. So hatte Sipplingen seine Uferanlagen teilweise geschlossen, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Das Landratsamt Bodenseekreis hielt die Maßnahme allerdings für nicht verhältnismäßig und drängte die Gemeinde, sie zurückzunehmen. 

Sipplingen kündigte daraufhin an, einen Teil der Parkplätze am Wochenende zu sperren, um den Andrang zu verringern.

Die Uferpromenade von Meersburg.
Die Uferpromenade von Meersburg.  © Felix Kästle/dpa

Update, 7. August, 22.15 Uhr: Große Mehrheit besorgt über Umgang mit Corona

Eine große Mehrheit der Menschen über 18 Jahren in Baden-Württemberg macht sich nach einer Umfrage Sorgen um einen zu leichtfertigen Umgang mit der Corona-Pandemie. 

85,6 Prozent der Befragten im Südwesten gaben an, besorgt zu sein, dass einige Menschen durch Missachtung der Corona-Regeln die Gesundheit der Allgemeinheit gefährden. Das Ergebnis der Umfrage von "Schwäbischer Zeitung" und dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey für Bayern fällt mit 83,2 Prozent etwas geringer aus. Bundesweit äußerten sich 84,1 Prozent besorgt. 

 Gefragt wurde: "Sind Sie aktuell besorgt, dass einige Menschen durch die Missachtung der Corona-Maßnahmen die Gesundheit der Allgemeinheit gefährden?" 

 Bei den Befragten über 65 Jahren liegt der Anteil derer, die angesichts des Verhaltens der Corona-Verweigerer besorgt sind, bei knapp 92 Prozent - so hoch wie in keiner anderen Altersgruppe.

Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 7. August, 17.16 Uhr: Sechs weitere Tote und 105 Infektionen

Am Freitag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 105 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.752 an", so das Ministerium am Freitagabend. "Davon sind ungefähr 34.844 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1050 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute sechs weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus aus dem Ostalbkreis (fünf Fälle) und von der Stadt Stuttgart (ein Fall) gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1858. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,89 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Freitag wurden 105 neu eInfektionsfälle bekannt. (Symbolbild)
Am Freitag wurden 105 neu eInfektionsfälle bekannt. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 7. August, 17 Uhr: In Ausnahmefällen dürfen Ermittler Kontaktdaten nutzen

Die Polizei in Baden-Württemberg darf keine Corona-Kontaktdaten von Restaurantbesuchern zur Strafverfolgung verwenden, aber die Staatsanwaltschaft kann dies im Ausnahmefall anordnen. 

"Ob die Voraussetzungen der Strafprozessordnung ausnahmsweise vorliegen, muss jeweils im Einzelfall geprüft werden", erklärte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Stuttgart. Eine Beschlagnahme und Auswertung wäre aber nicht bei jedem Anfangsverdacht erlaubt. 

Die Polizisten fungierten dabei als Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft, deren Anordnung sie Folge zu leisten hätten. Zunächst hatte die "Rhein-Neckar-Zeitung" darüber berichtet.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte zuletzt Ende Juli den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: "Eine Verwendung etwa von der Polizei, um Straftaten zu verfolgen, ist unzulässig." Eine entsprechende Praxis in mehreren Bundesländern hatte für Kritik gesorgt. 

Die Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Fall einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen finden können.

Strobls Sprecher sagte, daraus ergebe sich in Baden-Württemberg eine strenge Zweckbindung der Daten. Auch in der Begründung zu dem einschlägigen Paragrafen in der Verordnung heiße es, dass weder der zur Erhebung der Daten Verpflichtete noch die Gesundheitsbehörden die Daten zu anderen Zwecken verwenden dürfen. 

"Eine Verarbeitung oder Übermittlung der Daten von Gaststättenbesuchern zu anderen Zwecken als der Nachverfolgung von möglichen Infektionswegen durch die Gaststättenbetreiber oder die Gesundheitsbehörden würde folglich gegen die Regelungen der Corona-Verordnung verstoßen." Auch eine Verwendung etwa von der Polizei sei unzulässig.

In Ausnahmefällen dürfen Ermittler auf Corona-Daten von Restaurantbesuchern zugreifen. (Symbolbild)
In Ausnahmefällen dürfen Ermittler auf Corona-Daten von Restaurantbesuchern zugreifen. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 7. August, 14.20 Uhr: Zehnter Corona-Befund nach Abi-Party-Urlaub in Kroatien

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind inzwischen zehn Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus dem Raum Donzdorf (Kreis Göppingen) bestätigt. Nach Angaben einer Sprecherin des Göppinger Landratsamtes vom Freitag kam nach zunächst neun Fällen nun ein weiterer Befund dazu. Die meisten hätten grippeähnliche Symptome, respiratorische Symptome wie Atemnot und Geschmacksstörungen. "Alle befinden sich aktuell in häuslicher Isolation", teilte die Behördensprecherin mit.

Mehr Infos dazu hier. 

Update, 7. August, 13.23 Uhr: Corona-Krise bringt ZF Verluste: Hoffnung auf zweites Halbjahr

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben für deutliche Verluste beim Autozulieferer ZF gesorgt. Das bereinigte operative Minus (Ebit) belief sich auf 177 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Friedrichshafen am Bodensee mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern noch bei rund 650 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 911 Millionen Euro. Auch beim Umsatz musste der Konzern Einbußen hinnehmen: Im ersten Halbjahr lagen die Erlöse bei 13,5 Milliarden Euro - rund 27 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019.

Beim Ausblick bleibt der Autozulieferer verhalten. Die Lage der Weltwirtschaft bleibe angespannt, sagte Vorstandschef Wolf-Henning Scheider. "Wir erwarten keine Erholung des Marktes auf das Niveau von 2019 in den nächsten drei Jahren." Für das zweite Halbjahr gebe es zwar Erholungstendenzen. Sehr unsicher sei aufgrund der momentan sehr hohen Covid-19-Infektionszahlen aber die weitere Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent. "China und Asien entwickeln sich aktuell am vielversprechendsten."

Trotz des negativen Ergebnisses in den ersten sechs Monaten hofft ZF im Gesamtjahr auf ein Plus vor Steuern und Zinsen. Allerdings sei dieses Ziel sehr ambitioniert und mit erheblichen Risiken behaftet, sagte Finanzvorstand Konstantin Sauer. Der erwartete Jahresüberschuss von ZF werde jedoch negativ sein.

Um Kosten zu senken, hatte ZF vor einigen Wochen angekündigt, in den nächsten Jahren bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen zu wollen. Die rund 50.000 Tarifbeschäftigten seien bis Ende 2022 jedoch vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Zudem treibt das Unternehmen die Transformation hin zur E-Mobilität voran. Erst kürzlich gab ZF bekannt, künftig keine Antriebskomponenten mehr zu entwickeln, die nur für Fahrzeuge mit reinen Verbrennungsmotoren geeignet sind.

Aus den bisherigen zwei Divisionen Pkw-Antriebstechnik und E-Mobility soll ein einziger Bereich werden, in dem für die Elektrifizierung von Auto-Antrieben alle Kompetenzen gebündelt werden. Man wolle mit dieser Änderung der Konzernstruktur den Wandel hin zum Plug-in-Hybrid und zu elektrischen Antrieben vorantreiben.

Update, 7. August, 8 Uhr: Stuttgart rechnet wegen Corona mit mehr Briefwählern bei OB-Wahl

Die Stadt Stuttgart rechnet wegen der Corona-Pandemie mit deutlich mehr Briefwählern bei der Oberbürgermeister-Wahl im November. Sie ändert deshalb nach Angaben der «Stuttgarter Zeitung» ihre Wahlbezirke und reduziert die Zahl der Wahllokale. Das aufwendige Verfahren gelte als Pilotprojekt für die Landtags- und Bundestagswahlen im kommenden Jahr, berichtet die Zeitung am Freitag und zitiert Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) sowie den Leiter des Statistischen Amts, Thomas Schwarz. Beide gingen davon aus, dass sich bei der OB-Abstimmung die Zahl der Briefwähler im Vergleich zur letzten Kommunalwahl von einem Drittel auf 50 Prozent erhöhen könnte.

Dann allerdings würden viele der bislang etablierten Säle für die Auszählung zu klein sein, weil die Corona-Verordnung Abstandsregeln vorgibt. Deshalb werde dezentralisiert und komprimiert, berichtet die Zeitung. Jedem Wahllokal werde ein Briefwahlbezirk zugeordnet, in den bei der Wahl am 8. November die vorsortierten Briefwahlunterlagen gebracht und separat ausgezählt würden. Die Zahl der Wahllokale werde von 350 auf 261 verringert.

Bislang treten zwölf Kandidaten an, um die Nachfolge von OB Fritz Kuhn (Grüne) zu übernehmen. Das amtierende Stadtoberhaupt hatte im Januar überraschend erklärt, nicht für eine zweite Amtszeit antreten zu wollen.

Update, 7. August, 7.53 Uhr: Daimlers Mercedes-Absatz auch im Juli noch knapp im Minus

Der Autobauer Daimler ist im Juli knapp an einem Pkw-Absatzplus bei der Stammmarke Mercedes-Benz vorbeigeschrammt. Die Stuttgarter verkauften 185.836 Autos an Händler und direkt an Endkunden, das waren noch 2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie am Freitag einer Webseite des Dax-Konzerns zu entnehmen war. Daimler hat dennoch in jedem Jahresmonat weniger Mercedes-Benz Pkw abgesetzt, in den ersten sieben Monaten beläuft sich der Rückgang nun auf 16,2 Prozent. Den Tiefpunkt hatte Mercedes-Benz in der Corona-Krise im April mit einem Absatzminus von fast der Hälfte Prozent markiert, danach besserte sich der Trend kontinuierlich.

Bei der Kleinwagenserie Smart stehen schon das ganze Jahr hohe prozentual zweistellige Rückgänge zu Buche, im Juli waren es minus 61 Prozent auf 3539 Stück. Die Marke wird komplett auf Elektroantriebe umgestellt, künftig wird mit Großaktionär Geely in China produziert, die alten Modelle laufen aus. Bei den Vans konnte sich Daimler im Juli deutlicher ins Plus vorkämpfen als im Vormonat, hier wurde das Unternehmen mit 38.970 Transportern 8,5 Prozent mehr los.

Update, 7. August, 6.18 Uhr: Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigsburg fallen aus

Die Corona-Krise zwingt auch die Veranstalter der für Januar geplanten Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigburg zur Absage. Während die Ausstellung in Ludwigsburg komplett ausfällt, soll es in Stuttgart zumindest ein virtuelles Ersatzangebot geben, teilten die Veranstalter gemeinsam mit.

Die Messe zu antiquarischen Büchern und Graphiken in der Landeshauptstadt, die vom 29. bis 31. Januar im Württembergischen Kunstverein am Schloßplatz stattfinden sollte, sei mit den derzeitigen Abstands- und Hygieneanforderungen des Staates nicht umsetzbar, sagte Sibylle Wieduwilt, Vorstandsvorsitzende des Verbands Deutscher Antiquare (VDA), in einer Mitteilung. Der VDA ist Veranstalter der Antiquariatsmesse, die im vergangenen Jahr bei etwa 75 Ausstellern gut 2500 Besucher hatte.

Petra Bewer, Organisatorin der Antiquaria in der Musikhalle Ludwigsburg (28. bis 30. Januar), sieht "keine für uns realistisch umsetzbaren Möglichkeiten einer Durchführung", die annähernd den Vorstellungen für die Messe entspräche. Denn die sehe neben dem Verkauf auch Kommunikation und Austausch vor. Die Antiquaria hatte zuletzt etwa 60 Aussteller und 2000 Besucher angezogen. Wie in Stuttgart soll es in Ludwigsburg zumindest einen gedruckten Katalog geben. 

Besucher gehen in der Musikhalle bei der Antiquariatsmesse an den Messeständen vorbei.
Besucher gehen in der Musikhalle bei der Antiquariatsmesse an den Messeständen vorbei.  © picture alliance / dpa

Update, 6. August, 18.15 Uhr: 68 weitere Infektionsfälle gemeldet

Am Donnerstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 68 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.647 an", so das Ministerium. "Davon sind ungefähr 34.767 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1028 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."   

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute aus dem Landkreisen Biberach ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1852. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,89 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Donnerstag wurden 68 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)
Am Donnerstag wurden 68 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 6. August, 14.09 Uhr: Gewerkschaft warnt vor nachlassender Masken-Disziplin auf dem Bau

Zu wenig Händewaschen, keine Masken, kein Abstand: Nach Beobachtung der IG Bauen-Agrar-Umwelt sinkt die "Corona-Disziplin" auf dem Bau. "Viele Baufirmen nehmen die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auf die leichte Schulter. Das ist fatal", kritisierte der Vorsitzende der IG Bau Nordbaden, Wolfgang Kreis, am Donnerstag in einer Mitteilung. Bei ihren Baustellen-Visiten stößt die Gewerkschaft demnach auf grobe Corona-Fehltritte: "Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich. Ein Waschbecken mit Seife und fließendem Wasser - Fehlanzeige. Von Desinfektionsmittel-Spendern ganz zu schweigen." 

Sammeltransporte seien längst wieder an der Tagesordnung, genauso wie Frühstücks- und Mittagspausen "dicht an dicht im Bauwagen".

Update, 6. August, 14.02 Uhr: Wegen Corona ist die Zahl der Verkehrsunfälle auf Rekordtief

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Baden-Württemberg ist wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 auf einen historischen Tiefstand gesunken. "So niedrige Zahlen hatten wir seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953 nicht", wurde Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Donnerstag in einer Mitteilung zitiert. Vor allem während der Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie war auf den Straßen zwischen Main und Bodensee deutlich weniger los.

Die Zahl der Unfälle, die zwischen Januar und Juli passierten, sank im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf rund 126.200. Die Zahl der Unfalltoten ging um 31,8 Prozent auf 146 Menschen zurück. Einzig die Zahl der Fahrradunfälle stieg der Statistik zufolge um 7,4 Prozent auf rund 5400 Fälle.

Update, 6. August, 13.48 Uhr: Wegen Corona ist die Zahl der Verkehrsunfälle auf Rekordtief

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Baden-Württemberg ist wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 auf einen historischen Tiefstand gesunken. 

"So niedrige Zahlen hatten wir seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953 nicht", wurde Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Donnerstag in einer Mitteilung zitiert. Vor allem während der Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie war auf den Straßen zwischen Main und Bodensee deutlich weniger los.

Die Zahl der Unfälle, die zwischen Januar und Juli passierten, sank im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf rund 126.200. 

Die Zahl der Unfalltoten ging um 31,8 Prozent auf 146 Menschen zurück. Einzig die Zahl der Fahrradunfälle stieg der Statistik zufolge um 7,4 Prozent auf rund 5400 Fälle.

Update, 6. August, 12.37 Uhr: Keine Corona-Gnade beim Finanzamt

Die Finanzämter im Südwesten werden wohl auch in Zeiten der Corona-Pandemie keine Nachsicht bei der Prüfung der Steuererklärungen walten lassen. "Augen zudrücken ist nicht unsere Art», sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart bei der Vorstellung der Leistungsbilanz der Oberfinanzdirektion für 2019. Steuergerechtigkeit sei weiterhin das wichtigste Ziel, an dem man sich orientiere. "Die Hoffnung, dass alles durchgewunken wird, ist fehl am Platze", sagte auch Oberfinanzpräsident Hans-Joachim Stephan.

Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, hatte Mitte Juli gesagt, dass er es für möglich hält, dass die Finanzämter nach dem Sommer bei der Bearbeitung der Steuererklärungen ein Auge zudrücken werden - auch weil viele Finanzbeamten im Homeoffice gearbeitet hätten und mit Steuer-Stundungen und anderen Corona-Regelungen beschäftigt seien.

Die Steuererklärungen werden auch in Corona-Zeiten geprüft.
Die Steuererklärungen werden auch in Corona-Zeiten geprüft.  © Armin Weigel/dpa

Update, 6. August, 8.13 Uhr: Hoffmeister-Kraut will Ausbildungsprämie auch für größere Firmen

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will auch größeren Firmen, die mit der Corona-Krise zu kämpfen haben, eine sogenannte Ausbildungsprämie zahlen. Sie werde sich in der Koalition dafür einsetzen, dass das vom Bund aufgelegte Programm mit einem eigenen Landesprogramm erweitert wird, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die Prämien bekommen bisher Firmen mit bis zu 249 Mitarbeitern, die wegen der Pandemie große Umsatzeinbrüche verbucht haben oder ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken mussten, aber trotzdem die Zahl ihrer Ausbildungsplätze nicht reduzieren. Hoffmeister-Kraut will die Obergrenze auf 500 Mitarbeiter erhöhen.

"Unser Ziel muss es sein, die Ausbildungslandschaft in Baden-Württemberg auch über die Corona-Krise hinweg zu sichern", sagte sie. Man dürfe nicht riskieren, dass Ausbildungsplätze verloren gingen, junge Menschen um ihre berufliche Zukunft bangen müssten und damit mittelfristig der Fachkräftemangel noch weiter verschärft werde. In Baden-Württemberg gebe es derzeit rund 1200 ausbildende Betriebe mit 250 bis 499 Beschäftigten, die in den vergangenen Ausbildungsjahren zusammen jeweils rund 9000 Neuverträge abgeschlossen hätten.

Der Bund zahlt pro erhaltenem Ausbildungsplatz einmalig 2000 Euro. Firmen, die die Zahl ihrer Plätze sogar aufstocken, bekommen 3000 Euro für jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz. Außerdem gibt es eine Prämie von 3000 Euro für Unternehmen, die Azubis von pandemiebedingt insolventen Betrieben übernehmen. Hoffmeister-Kraut schweben für das Landesprogramm ähnliche Summen vor. Details müssten aber noch geklärt werden, hieß es. Das Ganze werde voraussichtlich einen mittleren einstelligen Millionenbetrag kosten. Für die Übernahme von Azubis aus insolventen Unternehmen und bei Kurzarbeit gibt es bereits Landesförderprogramme mit der Obergrenze von 500 Beschäftigten.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 5. August, 22.15 Uhr: Abiturienten bringen Corona mit

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind mehrere Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Bereits neun Reisende aus dem Raum Donzdorf im Kreis Göppingen (Baden-Württemberg) hätten sich infiziert, teilte das Göppinger Landratsamt am Mittwochabend mit. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. 

Die Reise sei bundesweit organisiert worden von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter. Nach bisherigem Kenntnisstand gebe es auch in anderen Landkreisen und Bundesländern infizierte Teilnehmer. 

 Bei den erkrankten Abiturienten aus dem Kreis Göppingen seien bereits während der Heimreise erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer aus dem Kreis Göppingen und 50 Kontaktpersonen stehen nun für zwei Wochen unter Quarantäne.

Die ganze Story gibt's HIER.

Update, 5. August, 17.40 Uhr: Vier weitere Todesfälle

Am Mittwoch wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 57 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.579 an", schreibt das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 34.700 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1028 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute vier weitere Todesfälle aus den Landkreisen Esslingen, Konstanz und Reutlingen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1851. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,89 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Mittwoch wurden 57 weitere Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Mittwoch wurden 57 weitere Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. August, 17.09 Uhr: Corona-Krise beschert Nahverkehr große Verluste

Der Nahverkehr in Stuttgart und seiner Region hat im Zuge der Corona-Krise enorme Einnahmeverluste hinnehmen müssen. 

Wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) am Mittwoch in der Landeshauptstadt mitteilte, nahm der VVS bei den Tickets in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 202 Millionen Euro ein und damit etwa 56 Millionen Euro weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das sei ein Minus von rund 22 Prozent.

"Dass es finanziell nicht noch schlechter aussieht, haben wir unseren vielen treuen Stammkunden zu verdanken, die bislang ihre Abos nicht gekündigt haben", sagte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Das Minus im Berufsverkehr habe bei nur 12,3 Prozent gelegen. Zudem hätten sich die Ausgleichszahlungen der öffentlichen Hand nach der Tarifreform im vergangenen Jahr positiv ausgewirkt.

Mit geschätzten rund 128 Millionen Fahrten in Bussen und Bahnen gab es im ersten Halbjahr einen Rückgang von etwa 65 Millionen und damit knapp 34 Prozent. Im April seien während des Lockdowns sogar bis zu 80 Prozent der Fahrgäste weggeblieben, hieß es weiter.

Um seine Stammkunden weiter zu binden, beschloss der VVS ein "Aktionspaket". So gelten alle Abonnements und Jahrestickets des VVS seit dem 30. Juli und bis 13. September in allen Bussen und Bahnen des Nahverkehrs in ganz Baden-Württemberg. 

Zudem gibt es rückwirkend für Mai und Juni Vergünstigungen beim Schüler-Abo ("Scool-Abo"). 

Update, 5. August, 14.35 Uhr: Corona-Verordnung verlängert

In Baden-Württemberg gilt künftig die Maskenpflicht auch auf Wochen- und Jahrmärkten, sofern diese in geschlossenen Räumen stattfinden. 

Die grün-schwarze Landesregierung informierte am Mittwoch über eine entsprechende Veränderung der Corona-Verordnung. Zudem ist nun die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen nach den Sommerferien in der Verordnung festgehalten. Die soll aber nicht im Unterricht gelten, sondern vor allem auf den Fluren, Pausenhöfen sowie in Treppenhäusern und Toiletten. 

Bei Besuchen in Restaurants, im Schwimmbad oder in Hotels müssen künftig keine E-Mail-Adressen mehr in den Kontaktlisten hinterlassen werden, weil die Datenverarbeitung häufig nicht den Anforderungen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung genüge.

Die Geltungsdauer der Corona-Verordnung wurde bis zum 30. September verlängert. Die meisten Regelungen wären sonst zum 31. August außer Kraft getreten. Die neue Verordnung soll am Donnerstag (6. August) in Kraft treten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann warb schon vor Monaten für die Maskenpflicht. Jetzt gilt diese auch auf Wochenmärkten.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann warb schon vor Monaten für die Maskenpflicht. Jetzt gilt diese auch auf Wochenmärkten.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 5. August, 13.02 Uhr: Besucheransturm in Corona-Zeit im Nationalpark Schwarzwald

Wilder See statt Comer See: Während der Corona-Pandemie erlebt der Nationalpark Schwarzwald einen Besucheransturm. Im ersten Halbjahr seien rund 100.000 Gäste mehr gekommen als in den ersten sechs Monaten 2019, teilte das Umweltministerium am Mittwoch mit. Das sei ein Plus von fast 50 Prozent.

"Diese für alle herausfordernde Zeit hat auch die Sinne für die Schönheiten der Natur geschärft", kommentierte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) den Gästezuwachs. Für Kerstin Ensinger, die in der Nationalparkverwaltung für Tourismus und Erholung zuständig ist, hat die besondere Situation der Corona-Monate deutlich gemacht, wie wichtig die Natur als Erholungsort und Gesundheitsquelle für die Menschen sei.

Untersteller mahnte, nicht zu vergessen, dass Menschen auch eine Belastung für die Natur sein können. Sie hinterließen immer und in den allermeisten Fällen ohne böse Absicht naturfremde Spuren. So müsse das Rangerteam häufig wilde Camper ermahnen und größere Gesellschaften auflösen.

Der Umweltminister kündigte an, das neue Besucherzentrum des Nationalparks am Ruhestein solle Mitte Oktober übergeben werden. Die Nutzung werde wegen der Corona-Einschränkungen aber langsam beginnen. In einer Testphase würden einzelne Schulklassen und Kindergartengruppen sowie Fachleute aus dem Naturschutz und andere Gruppen eingeladen.

Für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll das Gebäude vom 1. März 2021 an, zunächst mit einer Begrenzung auf 400 Besucher täglich. Nach der aktuellen Planung ist der uneingeschränkte Betrieb ab Juni 2021 vorgesehen.

Bäume stehen im Nationalpark Schwarzwald.
Bäume stehen im Nationalpark Schwarzwald.  © Patrick Seeger/dpa

Update, 5. August, 11.22 Uhr: Corona-Krise kostet Maschinenbauer reichlich Aufträge

Die Corona-Krise hat die Maschinenbauer im Südwesten im ersten Halbjahr spürbar Aufträge gekostet. Ende Juni lag das Niveau der Auftragseingänge um 16 Prozent unter dem des Vorjahres, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch mitteilte. Dabei fiel das zweite Quartal deutlich schlechter aus als das erste, zum Ende hin allerdings schon wieder mit einer besseren Tendenz. Unterschiede gab es auch zwischen In- und Auslandsgeschäft: Aus dem Ausland brachen je nach Zeitraum teils deutlich mehr Aufträge weg als aus dem Inland.

Schaut man allein auf den Juni, gingen aus dem Inland sogar mehr Aufträge ein als im Vorjahr. Der VDMA führt das allerdings auf einen extrem schwachen Juni 2019 zurück. "Die Nachfrage bleibt das Sorgenkind der Unternehmen, die Impulse aus den in- und ausländischen Märkten schmerzlich vermissen", sagte der Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg, Dietrich Birk.

Update, 5. August, 6.11 Uhr: "Die Fallers" drehen mit Hygiene- und Abstandsregeln

Die wöchentliche Fernsehserie "Die Fallers" wird wegen des Coronavirus mit Abstands- und Hygieneregeln produziert. An den Drehorten gelte Mindestabstand und Maskenpflicht, teilte der Südwestrundfunk (SWR) am Rande von Dreharbeiten in Furtwangen im Schwarzwald mit. Auch die Schauspieler müssten Masken tragen. Abnehmen dürften sie diese nur, wenn Szenen aufgenommen werden. Geprobt werde generell mit Maske. Die Serie, die das Leben einer Schwarzwälder Bauernfamilie in heutiger Zeit erzählt, läuft sonntags um 19.15 Uhr im SWR Fernsehen. Hauptsendegebiete des SWR Fernsehens sind Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

"Die Fallers" sind nach Angaben des Senders eine der ersten Serien in Deutschland, die wieder produzieren. Wegen der Corona-Krise waren Dreharbeiten für Fernsehserien und Filme Mitte März gestoppt worden. Produziert werden kann seit Ende Juni wieder mit verschärften Hygiene- und Sicherheitsregeln. Gedreht wird an einem Bauernhof bei Furtwangen, an anderen Originalschauplätzen im Schwarzwald sowie in Fernsehstudios des SWR in Baden-Baden.

Im September wird die Serie 26 Jahre alt. Seit die «Lindenstraße» eingestellt ist, ist "Die Fallers" laut dem Sender die älteste noch laufende wöchentliche Serie im deutschen Fernsehen. Pro Folge schalten den Angaben zufolge mehr als eine Million Zuschauer ein.

Schauspieler und Filmcrew proben am Filmset und tragen dabei Mund-Nasen-Masken.
Schauspieler und Filmcrew proben am Filmset und tragen dabei Mund-Nasen-Masken.  © dpa/Philipp von Ditfurth

Update, 4. August, 18.42 Uhr: 59 neue Infektionen

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden weitere 59 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Damit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 37.522. Ungefährt 34.654 Menschen sind wieder genesen. Zirka 1021 Menschen sind aktuell mit Covid-19 noch infiziert. Es gab keine neuen Todesfälle. Insgesamt starben bereits 1847 Menschen in Baden-Württemberg infolge des Virus. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,68 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Update, 4. August, 6.09 Uhr: 146 neue Corona-Infektionen

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 37.463 gestiegen. Das waren 146 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Montag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 34 586 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 1030 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde weiter mit 1847 an.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,89 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

146 neue Infektionen wurden dem Gesundheitsamt gemeldet.
146 neue Infektionen wurden dem Gesundheitsamt gemeldet.  © Marijan Murat/dpa

Update, 3. August, 14.42 Uhr: Corona-Testzentrum am Stuttgarter Flughafen nimmt Betrieb auf

Ab sofort können sich Einreisende in Baden-Württemberg innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Ankunft in Deutschland auf das Corona-Virus testen lassen - auch dann, wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben. Am Stuttgarter Flughafen hat am Montag das Corona-Testzentrum seinen Dienst aufgenommen, wie der Airport mitteilte. Die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) stellt dafür die Fläche und organisatorische Unterstützung bereit; die medizinischen Aufgaben werden vom Airport Medical Center gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) übernommen.

Die KVBW werde für das ärztliche Personal und die Ausstattung mit dem notwendigen Material für die Proben sorgen. Über das Ergebnis des jeweiligen Tests werden die Passagiere über eine App informiert. Bis dahin müssen sie sich je nach Anreiseland in Quarantäne begeben. Positiv getestete Personen sollen außerdem direkt vom Gesundheitsamt informiert werden.

Mitarbeiter arbeiten im Corona-Testcenter am Stuttgarter Flughafen.
Mitarbeiter arbeiten im Corona-Testcenter am Stuttgarter Flughafen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 3. August, 14.13 Uhr: Berg an Sperrmüll wächst in der Corona-Krise

Durch die Corona-Krise ist der Berg an Sperrmüll in Baden-Württemberg nach Ansicht von Umweltminister Franz Untersteller spürbar größer geworden. "Die Menschen waren häufiger zu Hause. Diese Zeit haben viele genutzt, um ihren Keller mal ordentlich auszuräumen", sagte der Grünen-Politiker am Montag in Stuttgart. Er rechne mit zehn bis 15 Prozent mehr Sperrmüll in den ersten sechs Monaten des Jahres. Allerdings werde sich dieser Trend nicht fortsetzen oder der Müllberg insgesamt deutlich wachsen. "Die Restaurants und Geschäfte hatten geschlossen, die Industrie ist heruntergefahren worden. Das wird die Zahlen ausgleichen", sagte Untersteller bei der Vorlage der Abfallbilanz 2019.

Sorgen macht dem Minister vor allem der Umgang der Baden-Württemberger und auch ihrer Stadt- und Kreispolitiker mit der Biotonne. Im vergangenen Jahr wurde diese in 37 der 44 Stadt- und Landkreise angeboten. Das angestrebte Ziel von 60 Kilogramm Biomüll pro Kopf werde im laufenden Jahr nicht erreicht, im vergangenen Jahr lag der Wert bei 51 Kilo. "Noch immer wird zu viel über die Restmülltonne entsorgt", sagte Untersteller.

Viele Menschen nutzen die Zeit während der Corona-Krise offenbar zum Entrümpeln.
Viele Menschen nutzen die Zeit während der Corona-Krise offenbar zum Entrümpeln.  © Bernd Weißbrod/dpa

Update, 2. August, 7.19 Uhr: Covid-19 schließt eine Körperspende aus

Wer an einer Coronavirus-Infektion stirbt, kann seinen Leichnam nicht mehr als Körperspender zur Verfügung stellen. Bei meldepflichtigen Infektionskrankheiten lehnt das Institut für Klinische Anatomie der Universität Tübingen Körperspenden ab, teilte Direktor Bernhard Hirt mit. Auch bei extremer Dickleibigkeit oder einer Tumorerkrankung mit vielen Metastasen kommt eine Spende nicht infrage.

4000 Menschen sind derzeit an der Tübinger Anatomie als Körperspender eingetragen. Das bedeutet, sie stellen ihren Körper nach ihrem Tod der Ausbildung von Medizinstudenten und Chirurgen zur Verfügung. Laut Hirt werden rund 80 Leichname pro Jahr für die sogenannten Präparationskurse benötigt.

In den Kursen nehmen Medizinstudenten eine Zergliederung des Körpers vor - bis sie jedes Organ, jeden Muskel und jede Arterie einmal in den Händen gehalten haben. Ziel ist laut Hirt, realitätsnahe Bedingungen wie in einer Operation zu schaffen. Körperspenden sind an vielen Universitäten mit Medizinischer Fakultät möglich - in Baden-Württemberg auch in Freiburg und Ulm. Die Universität Heidelberg schließt nach eigenen Angaben wohl erst wieder ab 2021 neue Körpervermächtnisse ab.

Der Körperspendeausweis: Nach dem Tod wird der Körper der Anatomie zur Verfügung gestellt.
Der Körperspendeausweis: Nach dem Tod wird der Körper der Anatomie zur Verfügung gestellt.  © Marijan Murat/dpa

Update, 1. August, 17.56 Uhr: Lucha: Demo gegen Corona-Auflagen ist "zynisch und verantwortungslos"

Der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha ist mit den demonstrierenden Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin am Samstag hart ins Gericht gegangen. "Ich halte das in der derzeitigen Phase für zynisch und verantwortungslos", sagte der Grünen-Politiker der dpa. Das Demonstrationsrecht sei ein hohes Gut unserer Verfassung. "Aber es ist schon schwer vermittelbar, dass wir Badeseen sperren und den Menschen hohe Auflagen in ihrem Alltag zumuten, während Tausende von Menschen ohne Abstand gegen Regeln demonstrieren, die sie und uns alle vor einer zweiten Infektionswelle schützen sollen."

In Berlin hatten am Samstag nach Polizeiangaben etwa 20.000 Menschen auf der Straße des 17. Juni nahe des Brandenburger Tores trotz steigender Infektionszahlen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Sie forderten ein Ende aller Auflagen. Nach Polizeiangaben und laut Beobachtern wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten.

Zu den Demonstranten gehörten auch Anhänger der Initiative "Querdenken 711", die in Stuttgart bereits wiederholt demonstriert hatte. Michael Ballweg, Gründer der Stuttgarter Initiative, sagte zum Auftakt der später abgebrochenen Kundgebung in Berlin unter dem Jubel der Teilnehmer in der Hauptstadt: "Das Freiheitsvirus hat Berlin erreicht."

Unverständnis für die Demo gab es von politischer Seite. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schrieb auf Twitter: "Tausende #Covidioten feiern sich in #Berlin als "die zweite Welle", ohne Abstand, ohne Maske. Sie gefährden damit nicht nur unsere Gesundheit, sie gefährden unsere Erfolge gegen die Pandemie und für die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft. Unverantwortlich!" Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann schrieb auf Twitter: "Wieder 1000 Neuinfektionen/Tag und in Berlin wird gegen Coronaauflagen demonstriert? Diesen gefährlichen Blödsinn können wir uns nicht mehr leisten."

Baden-württembergischer Sozialminister Manne Lucha.
Baden-württembergischer Sozialminister Manne Lucha.  © Uli Deck/dpa

Update, 1. August, 8.03 Uhr: Sechs Prozent der Lehrer zählen sich zur Risikogruppe

Rund sechs Prozent der Lehrer bleiben angesichts der Coronakrise mit einem Attest dem Klassenzimmer fern. Das ergab eine Umfrage des Kultusministeriums im Juli unter öffentlichen Schulen im Land, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. 

Diese Lehrer zählen sich zum Beispiel wegen Vorerkrankungen zur Corona-Risikogruppe. Weniger als ein Prozent der Schüler seien auf Wunsch der Eltern zudem in den Wochen vor den Sommerferien nicht in die Schule gekommen. Beide Werte seien erfreulich gering, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Fast alle der knapp 4000 öffentlichen Schulen hätten an der Umfrage teilgenommen.

Eisenmann hatte vor drei Wochen gesagt, dass seit Einführung der Attestpflicht Ende Juni wieder mehr Lehrer am Präsenzunterricht teilnähmen. Vorher hätten sich 20 Prozent zur Risikogruppe gezählt und waren der Schule ferngeblieben. 

Sie haben allerdings nicht frei, sondern müssen im Fernunterricht lehren. Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos melden. Dann müssen die Kinder aus der Ferne mitlernen. Eine Attestpflicht für Schüler besteht nicht.

Update, 1. August, 7.10 Uhr: Mikromotoren helfen im Kampf gegen Corona

Seit Beginn der Corona-Pandemie läuft die Arbeit beim Familienunternehmen Faulhaber auf Hochtouren. Die Kleinstmotoren und -antriebe aus Schönaich in der Nähe von Stuttgart kommen unter anderem bei Beatmungsmaschinen, in Atemmasken, in Labors und beim Fiebermessen zum Einsatz. 

Faulhaber hat dafür Wochenendschichten gefahren und außerdem 60 neue Mitarbeiter eingestellt, heißt es bei dem Unternehmen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dafür gelangten Dankesschreiben aus der ganzen Welt nach Schönaich.

"Im ersten Halbjahr 2020 haben wir 16 Prozent Umsatzplus verzeichnet, der Auftragseingang stieg um 29 Prozent", sagen die Unternehmenschefs Gert Frech-Walter und Thomas Bertolini. Der weltweite Umsatzanteil mit neuen Kunden sei dabei während Corona um 22 Prozent gestiegen. 

Faulhaber profitiere jedoch nicht nur: So sei beispielsweise das Geschäft mit der Luft- und Raumfahrtindustrie komplett eingebrochen. Selbst die geschlossenen Tattoo-Studios schmerzen - in den Tätowiermaschinen werden die hochpräzisen Antriebe ebenfalls verbaut.

Doch Tätowiermaschinen sind im Moment auch nicht das Wichtigste. Die Mitarbeiter waren und sind vor allem hoch motiviert, die Sonderschichten gegen Corona zu fahren, sagt Frech-Walter. Trotz großer Nachfrage wolle man aber nicht über jedes Stöckchen springen. "Alle wollten plötzlich Corona-Testgeräte bauen, aber das geht nicht holterdipolter", sagt Thomas Bertolini. 

Man müsse gemeinsam mit den Kunden herausarbeiten, was erfolgversprechend sei. "Kostengünstige Motoren gibt es auch aus Asien. Das allein hilft aber nicht - wir geben bei der Gesamtkonstruktion Input, damit die Lösungen perfekt, zuverlässig und in Summe auch günstiger funktionieren."

Dabei kommt Faulhaber die Expertise im Bereich Medizin zugute. Vor 70 Jahren entwickelte das Unternehmen zunächst den ersten automatischen Filmtransport für Kameras. Herausforderung: Dass ein möglichst kleiner Antrieb das Bild nicht verwackeln möge. 

Später kamen Antriebe für die Medizin hinzu, etwa für gezieltes Röntgen mit mehreren Bleiplatten. Heute werden mit den winzigen Motoren sogar Röntgenkapseln angetrieben, die der Patient schluckt. "Wir haben eine ganze Reihe sehr innovativer, manchmal auch exotischer Anwendungen", sagt dazu Gert Frech-Walter.

Wie es angesichts Corona weitergeht? "Wir hoffen natürlich nicht auf eine zweite Pandemie. Aber weltweit ist der Präventionsbedarf sehr hoch, gerade in Asien und gerade im Bereich Lungenkrankheiten", sagt Frech-Walter. Der Bedarf sei riesig und noch längst nicht gedeckt.

Umsatz- und Ergebniszahlen nennt das Familienunternehmen traditionell nicht; mit rund 1900 Mitarbeitern weltweit, davon 600 am Standort Schönaich, gehört Faulhaber jedoch zu den größeren schwäbischen Mittelständlern. Und weltweit zu den sogenannten "Hidden Champions", wie nur auf wiederholte Nachfrage bescheiden eingestanden wird.

Schönaich: Blick auf die Firmenzentrale der Firma Faulhaber.
Schönaich: Blick auf die Firmenzentrale der Firma Faulhaber.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 31. Juli, 18.15 Uhr: 84 weitere Infektionen gemeldet

Am Freitag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 84 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.317 an", schreibt das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 34.448 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1022 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1847. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,04 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.  

Am Freitag wurden 84 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)
Am Freitag wurden 84 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Juli, 17.25 Uhr: Kinder mit Rotznase dürfen in Kita und Schule

Kinder mit laufender Nase sollen auch in Zeiten der Corona-Pandemie aus Sicht von Experten weiter in die Kita oder zur Schule gehen dürfen. 

"Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist, genauso wie leichter oder gelegentlicher Husten beziehungsweise Halskratzen, kein Ausschlussgrund", heißt es in einer Empfehlung des Landesgesundheitsamts, die das Gesundheitsministerium am Freitag veröffentlichte. 

Zu Hause bleiben müssen hingegen Kinder bei Fieber ab 38 Grad, trockenem Husten oder einer Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns. Erst nach einem ganzen Tag ohne solche akuten Symptome darf das Kind zurück in Kita und Schule.

Wird ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet, darf es erst nach 48 symptomfreien Stunden zurückkehren - aber frühestens 10 Tage nach Beginn der Symptome. Gesunde Geschwister dürfen weiter in die Kita oder die Schule gehen, solange keine Quarantäne verordnet wurde. 

Wie auch schon vor der Corona-Pandemie gilt, dass Kinder, die eindeutig krank sind, nicht in die Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Schule gebracht werden.

"Ohne panisch zu sein, müssen wir trotz dem alle ganz genau hinschauen, wenn bei Kindern und Jugendlichen im Herbst Erkältungssymptome auftreten", betonte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Trotz leichter Erkältungssymptome dürfen Kinder weiterhin in Kita und Schule. (Symbolbild)
Trotz leichter Erkältungssymptome dürfen Kinder weiterhin in Kita und Schule. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Update, 31. Juli, 13.15 Uhr: Stuttgarter Landgericht erwartet Berg an Corona-Klagen

Das Landgericht Stuttgart stellt sich auf einen Berg zusätzlicher Corona-Klagen ein - viele davon auf weitgehend unbekanntem Terrain. Erste Verfahren, die sich um sogenannte Betriebsunterbrechungsversicherungen drehten, gebe es schon, sagte Gerichtspräsident Andreas Singer am Freitag. Darin klagen vor allem Gastronomen und Hoteliers, die vorübergehend schließen mussten, gegen ihre Versicherungen, die ihnen die Einbußen nicht ersetzen wollen.

"Dies dürfte erst der Anfang einer Klagewelle sein", sagte Singer. Die Fälle seien komplex, und Entscheidungen höherer Instanzen, an denen man sich orientieren könne, gebe es nicht. "Das sind auch für unsere spezialisierten Versicherungskammern ganz neuartige rechtliche Fragestellungen", sagte Singer.

Auch eine erste Amtshaftungsklage gegen das Land sei schon anhängig. Die Betreiberin eines Yoga-Studios verlangt eine Entschädigung, weil sie wegen der Corona-Verordnung ihren Betrieb hatte schließen müssen. Hinzu kämen Zivilklagen wegen Zahlungsschwierigkeiten, Stornierungen und Insolvenzen sowie voraussichtlich auch Strafverfahren wegen unrechtmäßig beantragter Soforthilfen.

Das Landgericht rechnet mit KLagen.
Das Landgericht rechnet mit KLagen.  © Daniel Naupold/dpa

Update, 30. Juli, 20.05 Uhr: Zwei weitere Menschen sterben am Coronavirus

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden weitere 109 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Gesamtanzahl der seit Pandemie Infizierten im Land auf 37.233 an. Davon sind zirka 34.401 Menschen genesen. Zwei weitere Menschen starben an den Folgen des Virus, sodass die Zahl der Todesfälle auf 1847 anstieg. Die Reproduktionszahl in Baden-Württemberg beträgt aktuell 1,04. Sie stellt dar, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden. 

Update, 30. Juli, 17 Uhr: 84 Corona-Infizierte nach Trauerfeier im Ostalbkreis

Nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) ist die Zahl der Corona-Infizierten erneut gestiegen. Mittlerweile wurden 84 Menschen positiv auf das Virus getestet, wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte. 24 Erkrankte seien inzwischen wieder gesund, es gebe noch 69 aktive Fälle.

Zur Ermittlungen der Erkrankten nach der Trauerfeier habe es bislang rund 500 Tests gegeben. Einige Besucher der Feier stammten auch aus den Nachbarlandkreisen Rems-Murr-Kreis, Göppingen und Reutlingen.

Um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden, sollen künftig Verstöße gegen die häusliche Quarantäne mit "deutlichen Bußgeldern" geahndet werden, wie Landrat Klaus Pavel (CDU) sagte. Zudem sollen bei Trauerfeiern künftig in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl Maßnahmen wie eine Maskenpflicht oder Teilnehmerlisten verbindlich festlegt werden. Die Stadt Schwäbisch Gmünd werde dazu eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen.

Update, 30. Juli, 15.42 Uhr: Weltcup-Reitturnier in Stuttgart wegen Corona abgesagt

Das Weltcup-Reitturnier in Stuttgart fällt wegen der Folgen der Corona-Pandemie aus. Das gaben die Veranstalter am Donnerstag bekannt. Erstmals nach 35 Jahren gibt es damit kein internationales Turnier in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Stuttgart war für Spring- und Dressurreiter als Weltcup-Etappe eingeplant.

Das Turnier hätte vom 11. bis 15. November stattfinden sollen. Es ist nach Oslo, Helsinki und Madrid das vierte Springreit-Turnier des Weltcups in der Saison 2020/2021, das abgesagt wurde. Ob die Serie stattfindet, ist derzeit offen.

"Das Hallen-Reitturnier kann unter den aktuellen Corona-Bedingungen so nicht durchgeführt werden", sagte der Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft, Andreas Knoll, in einer Mitteilung. "Wir haben lange darauf gehofft, dass sich die Entwicklung der Corona-Pandemie abschwächt und wir mit Lockerungen bei den Besucherzahlen rechnen dürfen, doch davon sind wir, nach den neuesten Meldungen, weit entfernt."

Stuttgart: Marcus Ehning aus Deutschland springt mit seinem Pferd Comme Il Faut über ein Hindernis. (Archivbild)
Stuttgart: Marcus Ehning aus Deutschland springt mit seinem Pferd Comme Il Faut über ein Hindernis. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. Juli, 13.49 Uhr: Umweltschützer werben in Corona-Krise für vegetarische Ernährung

Die Corona-Pandemie könnte nach Ansicht von Umweltschützern im Südwesten zu einem Umdenken beim Fleischkonsum führen. Die Krise habe ein Schlaglicht auf die Probleme in der Fleischindustrie geworfen, sagte Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Donnerstag: "Immer mehr Menschen kommt ins Bewusstsein, wie Tiere gehalten und unter welchen (...) Bedingungen Fleisch und Wurst erzeugt werden."

Die Naturschützer fordern die Stärkung dezentraler Schlachtbetriebe im Südwesten. Sie werben für einen häufigeren Fleischverzicht der Verbraucher aus Tier- und Klimaschutzgründen. Eine Rückkehr zum nur wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Sonntagsbraten sei angebracht, sagte Gottfried May-Stürmer vom BUND.

Update, 30. Juli, 11.58 Uhr: Umfrage ergibt: Menschen bewegen sich in Corona-Zeiten mehr

Mehr Sport dank Corona: Jeder Fünfte im Südwesten bewegt sich seit Beginn der Pandemie mehr als zuvor. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Besonders das Spazierengehen ist demnach beliebt, wie eine Sprecherin der Kasse am Donnerstag mitteilte. 52 Prozent der Befragten im Land gaben an, nun häufiger eine Runde zu Fuß zu gehen. 

Etwa jeder Dritte bewegt sich beim Laufen oder Radfahren an der frischen Luft. Genauso viele tun dies zu Hause, etwa mit Gymnastik oder Krafttraining.

Die Baden-Württemberger bewegen sich mehr in Corona-Zeiten.
Die Baden-Württemberger bewegen sich mehr in Corona-Zeiten.  © DPA / Sebastian Gollnow

Update, 30. Juli, 11.53 Uhr: Auch VW-Dachgesellschaft Porsche SE kürzt die Dividende

Nach dem VW-Konzern will auch die Dachgesellschaft Porsche SE ihren Aktionären die Dividende kürzen. Je Vorzugsaktie sollen nun nur noch 2,21 Euro ausgeschüttet werden, für jede Stammaktie soll es rund 2,20 Euro geben, wie die Stuttgarter Holding am Donnerstag mitteilte. Das wären jeweils 90 Cent weniger als ursprünglich geplant. Die endgültige Entscheidung darüber trifft die Hauptversammlung, die nun am 2. Oktober online stattfinden soll. VW hatte zuvor schon angekündigt, die Dividende für das vergangene Jahr wegen der Corona-Krise spürbar zu kürzen, um die Kasse zu schonen.

Die Porsche SE ist die Haupteigentümerin von Volkswagen, ihr Geschäft hängt im Wesentlichen von der Entwicklung des Wolfsburger Konzerns ab. Sie wird von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert, die sämtliche Stammaktien halten. Alle übrigen Aktionäre haben mit ihren Vorzugsaktien kein Stimmrecht, bekommen dafür im Gegenzug aber eine geringfügig höhere Dividende.

Update, 30. Juli, 9.35 Uhr: Kretschmann rät vom Auslands-Urlaub ab

Landesvater Winfried Kretschmann (72, Grüne) rät in Zeiten von Corona vom Urlaub im Ausland ab.

"Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Die ganze Story findet Ihr HIER.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. Juli, 7.44 Uhr: HeidelbergCement-Chef wagt weiterhin keine Prognose für 2020

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement gibt wegen der Coronavirus-Pandemie weiterhin keine Ziele für das laufende Jahr aus. "Wir sind solide in das dritte Quartal gestartet", sagte Unternehmenschef Dominik von Achten bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am Donnerstag in Heidelberg.

In den meisten Ländern hätten sich die Bauaktivitäten im Laufe des zweiten Quartals zwar sukzessive wieder erholt. Dennoch blieben die Geschäftsaussichten für das zweite Halbjahr 2020 weiter unsicher. Es könne jederzeit wieder zu einer weiteren Infektionswelle mit Auswirkungen auf bereits begonnene oder angekündigte Bauprojekte in den einzelnen Ländern kommen. Vor diesem Hintergrund könnten die vollen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Unternehmensergebnisse 2020 weiterhin nicht abgeschätzt werden.

Alles dazu findet Ihr HIER.

Update, 30. Juli, 06.30 Uhr: Experten: Arbeitslosenzahl wohl auf Niveau des Vormonats

Die Corona-Krise schlägt auch auf den Arbeitsmarkt im Südwesten durch. Seit Monaten steigt die Zahl der Menschen ohne Job. Experten sehen nun aber zumindest vorerst ein Ende erreicht.

Nach dem zeitweise recht deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten dürfte sich die Lage im Südwesten allmählich beruhigt haben. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Menschen ohne Job im Juli in etwa auf dem Niveau des Vormonats geblieben ist. Im Juni waren fast 276 500 Menschen arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 4,4 Prozent. Vor allem im April und Mai hatten die Zahlen wegen der Corona-Pandemie stark zugelegt. Auch im Juni war die Arbeitslosigkeit nochmals gestiegen, wenn auch schon nicht mehr so stark wie in den Monaten zuvor.

Von den Werten des Vorjahres bleibt Baden-Württemberg natürlich weit entfernt. Im Juli 2019 hatte es im Südwesten knapp 194.000 Arbeitslose gegeben. Die Quote lag damals bei 3,1 Prozent. Ihre aktuellen Zahlen gibt die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag (10 Uhr) bekannt.

Die Lage am Arbeitsmarkt solle sich beruhigen.
Die Lage am Arbeitsmarkt solle sich beruhigen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Juli, 17.30 Uhr: Jetzt 1845 Tote und 37.124 Infektionen

Am Mittwoch wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 77 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.124 an", schreibt das Ministerium am Mittwochabend. "Davon sind ungefähr 34.340 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 939 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute insgesamt zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus aus dem Landkreis Konstanz und dem Rems-Murr-Kreis gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1845. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,89 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Mittwoch wurden 77 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)
Am Mittwoch wurden 77 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 29. Juli, 15.50 Uhr: Großes Narrentreffen abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie findet das im kommenden Jahr in Aulendorf (Kreis Ravensburg) geplante Große Narrentreffen nicht statt. 

Das sagte Rolf Reitzel, der Zunftmeister der für die Organisation der Veranstaltung zuständigen Narrenzunft Aulendorf, am Mittwoch. "Es liegt ausschließlich an Corona", sagte er. Die Unsicherheit mit Blick auf die nächsten Monate sei einfach zu groß gewesen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Erwartet wurden an beiden Tagen jeweils rund 10.000 Zuschauer, am Umzug sollten etwa 6000 Menschen teilnehmen. Das Treffen findet alle neun Jahre in Aulendorf statt.

Update, 29. Juli, 14.40 Uhr: Millionen-Rettungsschirm für Reisebus-Unternehmen

Das Landeskabinett hat die Konditionen des Hilfsprogramms für die Reisebusunternehmen in Baden-Württemberg in Höhe von insgesamt rund 40 Millionen Euro beschlossen. 

Das teilte das Verkehrsministerium an Mittwoch mit. "Damit helfen wir zielgerichtet und unkompliziert den vielen Busunternehmen im Bereich Bustouristik im Land, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in besonderem Maße leiden", so Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Um Insolvenzen zu vermeiden, sei es erforderlich, zusätzlich zu den bereits bestehenden Bundes- und Landeshilfen eine einmalige Zuwendung nach dem Auslaufen der bestehenden Unterstützungsangebote zu gewähren. Das Angebot gelte ab September. 

Betroffene Unternehmen könnten für einen Förderzeitraum ab frühestens September einen einmaligen Zuschuss - zweckgebunden pro Reisebus - in Höhe von bis zu 18.750 Euro aus Landesmitteln beantragen. Zusätzlich könne ein Öko-Bonus in Abhängigkeit der jeweiligen Schadstoffklasse des beantragten Busses gewährt werden. 

Es sei vorgesehen, die erforderlichen Antragsvordrucke im Laufe des August zu veröffentlichen. Förderanträge könnten dann bis zum 31. Oktober 2020 für einen Förderzeitraum von September 2020 bis einschließlich Dezember 2020 bei der L-Bank eingereicht werden.

Das Hilfsprogramm hat einen Umfang von 40 Millionen Euro. (Symbolbild)
Das Hilfsprogramm hat einen Umfang von 40 Millionen Euro. (Symbolbild)  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Juli, 13.57 Uhr: Industrie und Handel: Das Land muss jetzt nach vorne schauen

Den Standort pflegen, die Infrastruktur ausbauen und sich um Digitalisierung kümmern - das fordern die Industrie- und Handelskammern des Landes, damit die Wirtschaft auch nach Corona fit bleibt. Der Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) hat dazu am Mittwoch eine Empfehlung mit dem Titel "Starke Wirtschaft - starkes Land" vorgelegt. Sie richtet sich an die Zeit nach Corona, an die nächste Legislaturperiode des Landtags. Die Wahlen sind im März des kommenden Jahres.

"Gerade die Corona-Pandemie hat nochmals gezeigt, wie wichtig Digitalisierung und die Transformation von Prozessen und Geschäftsmodellen für die Südwestwirtschaft sind", sagte dazu BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke. Hierfür benötige man kluge politische Weichenstellungen und ein klares Bekenntnis zum Ausbau der notwendigen Infrastruktur. Projekte gebe es in vielen Bereichen, von A wie Ausbildung bis Z wie zentrale, bürokratiearme Angebote einer digitalen Verwaltung. Gelingen könne das, wenn die Politik technologieoffen, chancenergreifend und ohne Scheuklappen anpacke.

Unter attraktiver Standortpolitik versteht der BWIHK "zukunftsfähige" Gewerbeflächen. Eine weitere der vier Säulen des Papiers ist die Innovationspolitik - auch in der öffentlichen Verwaltung. Innovation müsse klug gefördert und Lücken in der Förderung des Bundes geschlossen werden.

Bei der Infrastruktur geht es dem Verband um die Informations- und Telekommunikationstechnik als entscheidenden Zukunftstreiber. "Viele Unternehmen sehen in unseren Umfragen Baden-Württemberg bei solchen Technologien im Rückstand - seien es Breitband, 5G-Mobilfunk oder generell digitale Infrastruktur", sagte Grenke. Zudem müsse die künftige Landesregierung lebenslanges Lernen fördern und sich um Fachkräfte kümmern.

Update, 29. Juli, 13.04 Uhr: Gemeinden mit Badeseen schauen wachsam aufs heiße Wochenende

Vor dem Wochenende mit hochsommerlichen Temperaturen herrscht wegen der Corona-Bestimmungen an einigen großen Seen im Land erhöhte Wachsamkeit. Um die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können, wird die Gemeinde Sipplingen am Bodensee von diesem Freitag an "vereinzelte Bereiche der Uferanlagen sowie des Westhafens sperren". Diese Sperrungen gelten bis zum 15. September von Freitag bis Sonntag von jeweils 11 bis 17 Uhr.

Zudem behält sich Bürgermeister Oliver Gortat vor, die Stellen auch von Montag bis Donnerstag zu diesen Zeiten dicht zu machen, falls die Mindestabstände auch dann nicht mehr eingehalten werden könnten. Von ähnlichen Diskussionen habe er auch in anderen See-Gemeinden gehört, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg. Wegen der längeren Uferlinie am Bodensee sei die "Gesamtthematik aber nicht so dramatisch wie am Breitenauer See". Dieser See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) ist seit vergangenem Freitag gesperrt.

Noch nicht ganz so weit gehen bislang die Verantwortlichen im Schwarzwald. Allerdings behalten sie die Entwicklung am Titisee, Schluchsee und dem Windgfällweiher genau im Blick. Die Polizei werde am Wochenende zusätzliche Streifen an den Seen einsetzen, um auch die Einhaltung der Hygienebestimmungen zu kontrollieren, sagte ein Sprecher des Polizeireviers Titisee-Neustadt.

Auch am beliebten Baggersee in Kirchentellinsfurt bei Tübingen herrscht Wachsamkeit. "Wir müssen dieses Wochenende abwarten. Wenn wir dann erkennen, es geht nicht mehr, kann es sein, dass wir den See sperren", sagte der Bürgermeister Bernd Haug. Er hoffe jedoch sehr, dies vermeiden zu können.

Sperrungen könnten möglich sein, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.
Sperrungen könnten möglich sein, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 28. Juli, 20.15 Uhr: Weitere Corona-Infektionen nach Trauerfeier

Nach der Trauerfeier in einer Moschee in Schwäbisch Gmünd vor zwei Wochen steigt die Zahl der Corona-Infektionen immer weiter. Inzwischen sind 58 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, darunter Kinder.

Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 28. Juli, 18.23 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf über 37.000 an

Am Dienstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 121 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.047 an", schreibt das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 34.291 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 913 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute zudem zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus aus dem Kreis Esslingen und der Stadt Freiburg im Breisgau gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1843. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,79 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Dienstag wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. (Symbolbild)
Am Dienstag wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Juli, 12.59 Uhr: Kretschmann droht mit härteren Sanktionen für Corona-Verstöße

Angesichts erneut steigender Infektionszahlen hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Bürgern mit schärferen Strafen für Regelverstöße gedroht. Wenn die Infektionszahlen weiter anstiegen, müsse die Regierung mit den Sanktionen härter werden, sagte er am Dienstag in Stuttgart. 

"Das Virus versteht keinen Spaß." Kretschmann appellierte an die Bevölkerung, sich an die Regeln zu halten. Man müsse damit rechnen, dass es wieder mehr Infektionsketten geben und das Virus auch von Reiserückkehrern stärker importiert werde. Entscheidend sei allerdings, ob es zu einer exponentiellen Kurve der Infektionen komme.

Update, 28. Juli, 10.36 Uhr: OB Kuhn appelliert an Reisende

Die Sommerferien beginnen und das Urlaubsfeeling macht sich auch in Stuttgart breit. Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt appelliert nun an Reisende ausreichend Vorsicht walten zu lassen. 

OB Kuhn sagt in einer Videobotschaft: "Natürlich freue ich mich wie Sie auf die Ferienzeit und auf den Sommer, und ich weiß, dass viele wegfahren wollen. Aber das Virus ist nach wie vor da. Deswegen müssen wir sehr vorsichtig sein." Es drohe eine Ausweitung der Infektionszahlen und damit ein zweiter Lockdown, so der Oberbürgermeister. "Die größte Sorge ist, dass es zu einer zweiten Welle kommt.“ Dann müssten wieder umfassende Maßnahmen ergriffen werden, um die Infektionslage zu beherrschen. Kuhn: „Deswegen gilt, seien Sie, wenn Sie reisen, überall vorsichtig, auch wenn Sie in Länder reisen, die keine ausgewiesenen Risikogebiete sind." Es liege an jedem Einzelnen, eine zweite Welle zu vermeiden. "Leichtsinn ist der größte Feind eines vernünftigen Umgangs mit diesem Virus", so der Oberbürgermeister.

Kuhn empfiehlt: "Fahren Sie, wenn es irgendwie geht, nicht in Risikoländer. Wenn Sie dort hinfahren, müssen Sie bei der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne. So ist die Verordnungslage. Sie müssen wissen, dass Sie aus bestimmten Ländern sehr, sehr leicht die Infektion in unser Stuttgart tragen können." Er als Oberbürgermeister könne jetzt nur sagen: "Um die zweite Welle in unserer Stadt zu verhindern, müssen wir alle wieder vorsichtiger werden. Dies gilt bei Partys, dies gilt beim Einkaufen, am Arbeitsplatz." Wo auch immer sollten Abstände eingehalten, Hände regelmäßig gewaschen und Masken getragen werden – "zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer Menschen." 

Oberbürgermeister von Stuttgart Fritz Kuhn.
Oberbürgermeister von Stuttgart Fritz Kuhn.  © Marijan Murat/dpa

Update, 27. Juli, 18.56 Uhr: 98 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 36.926 gestiegen. Das waren 98 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 

Etwa 34.231 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 854 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde weiterhin mit 1841 an.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Update, 27. Juli, 18.43 Uhr: Fuchs Petrolub rechnet mit deutlichem Ergebnisrückgang

Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub rechnet nach einem schwachen ersten Halbjahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang im Gesamtjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde im laufenden Jahr um rund 25 Prozent unter dem Vorjahreswert von 321 Millionen Euro liegen, wie das im MDax notierte Unternehmen am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Im April hatte Fuchs Petrolub wegen der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie seine Jahresziele ausgesetzt.

Die Auswirkungen der Krise auf die Lieferketten, Produktion und Kundennachfrage seien weiterhin nicht verlässlich einschätzbar, warnten die Mannheimer. Eine zweite Pandemiewelle und ein hiermit einhergehender weiterer rezessionsbedingter Nachfragerückgang könne sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens auswirken. In der aktuellen Jahresprognose sei dies nicht berücksichtigt.

In den ersten sechs Monaten habe der Umsatz wie erwartet um 14 Prozent und das Ebit um 29 Prozent unter dem Vorjahr gelegen, teilte Fuchs Petrolub weiter mit. Im Vorjahr hatte Fuchs Petrolub einen Umsatz in Höhe von 1,3 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 157 Millionen Euro ausgewiesen.

Update, 27. Juli, 17.17 Uhr: Fast 50 Corona-Neuinfektionen nach Trauerfeier

Nach einer Trauerfeier sind im Großraum Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) 47 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Montag sagte, könnten noch mehr Menschen infiziert sein. Eine Teilnehmerliste zu der Trauerfeier vor rund zwei Wochen gebe es nicht, man gehe aber von mehr als hundert Gästen aus. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Unter den Infizierten sind nach Angaben der Sprecherin auch Kinder. Eine Kita in Schwäbisch Gmünd sei vorübergehend geschlossen worden, eine Grundschulklasse sei getestet worden - offenbar habe sich jedoch kein Mitschüler des infizierten Kindes angesteckt. Bis Mittwoch seien weitere Tests in mehreren Klassen an verschiedenen Schulen geplant. Darüber hinaus wird laut der Sprecherin weiter nach den Teilnehmern der Feier gesucht.

Die Menschen steckten sich auf einer Trauerfeier an.
Die Menschen steckten sich auf einer Trauerfeier an.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 27. Juli, 16.33 Uhr: ADAC erwartet Reisewelle zum Ferienbeginn - aber weniger Staus

Mit Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg dürfte es am Wochenende voll auf den Straßen im Land werden. Aber wegen der Corona-Pandemie rechnet der Automobilclub ADAC mit weniger Verkehr als sonst auf den Autobahnen.

Weil derzeit weniger Menschen ins Ausland reisen, gab es an den vergangenen Wochenenden bereits deutlich weniger Staus als im Vorjahr. Die Straßen zu Erholungsgebieten im Südwesten werden dagegen voller als sonst. Betroffen seien vor allem Bundes- und Landstraßen etwa zum Bodensee oder in den Schwarzwald, teilte der ADAC am Montag mit.

Er erwartet eine Reisewelle von Freitagnachmittag an. Vor allem am Sonntag könnte es auf allen Straßen voll werden. "Zeitlich flexible Urlauber sollten am Montag oder Dienstag in der ersten Ferienwoche starten", rät der Autoclub. Zu Beginn nächster Woche sei mit einer Besserung zu rechnen; schon am Mittwoch beginne jedoch die zweite Reisewelle.

Viele Urlauber werden mit dem Auto verreisen.
Viele Urlauber werden mit dem Auto verreisen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 27. Juli, 10.06 Uhr: Weitere Jugendherbergen öffnen

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien öffnen elf weitere Jugendherbergen im Südwesten ihre Pforten. Nach den Schließungen wegen der Corona-Pandemie sind dann wieder 30 Jugendherbergen geöffnet, wie der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) am Montag mitteilte. 

Am 30. Juli nehmen etwa die Einrichtungen in Kehl, Baden-Baden, Karlsruhe, Biberach und auf Schloss Ortenberg in der Ortenau wieder den Betrieb auf.

In der Herberge auf Burg Wildenstein im Donautal können Reisende bereits seit Montag wieder ein Zimmer buchen. Die Öffnung der Unterkünfte in Mannheim und Ludwigsburg ist für den 3. September geplant.

Im Land gibt es insgesamt 47 Jugendherbergen. Um den Gästen mehr Planungssicherheit zu geben, können Familien und Einzelreisende den Angaben zufolge bis 24 Stunden vor Anreise stornieren. Für Gruppen gelte eine reduzierte Stornofrist von 14 Tagen vor Anreise.

Update, 27. Juli, 7.25 Uhr: SAP verdient trotz Corona mehr Geld

Europas größter Softwarehersteller SAP hat unter anderem dank des überraschend guten Laufs im zweiten Quartal unter dem Strich deutlich mehr Gewinn gemacht. Der Nettogewinn kletterte im Vorjahresvergleich um 52 Prozent auf 885 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern am Montag in Walldorf mitteilte. 

Das lag auch daran, dass ein Stellenabbauprogramm vor einem Jahr knapp 200 Millionen Euro gekostet hatte. Zahlen zu Umsatz und operativem Ergebnis hatte SAP bereits vor zweieinhalb Wochen vorgelegt und in der Corona-Krise überraschend stark abgeschnitten. Die im April gesenkten Jahresprognosen bestätigte das Unternehmen.

"Mehr als je zuvor ist durch die Pandemie deutlich geworden, dass Digitalisierung keine Option mehr, sondern zwingend notwendig ist, um schwierige Zeiten zu meistern und die gewünschten Geschäftsergebnisse zu erzielen", kommentierte Vorstandschef Christian Klein die Ergebnisse.

Am Vorabend hatte SAP überraschend angekündigt, die Anfang vergangenes Jahr für acht Milliarden US-Dollar übernommene US-Cloudfirma Qualtrics in New York an die Börse bringen zu wollen. Die auf Marktforschungsdaten zum Kundenverhalten spezialisierte Tochter wächst weiter schnell und steigerte ihren Umsatz im zweiten Quartal um 34 Prozent auf 168 Millionen Euro. 

SAP will Mehrheitsaktionär an dem Geschäft bleiben und es mit mehr Kapital ausstatten, wie Finanzchef Luka Mucic in einer Telefonkonferenz sagte. Vorstandschef Klein sagte, SAP wolle das Angebot aus eigener Kraft ausbauen, aber auch Chancen für kleinere Zukäufe wahrnehmen. Details zum geplanten Börsengang stehen noch nicht fest.

SAP-Vorstandschef Christian Klein.
SAP-Vorstandschef Christian Klein.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 24. Juli, 22.20 Uhr: Curevac will an die Börse

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac forscht an einem Corona-Impfstoff. Nun will es an die US-Börse. Alles dazu findet Ihr HIER.

Update, 24. Juli, 18.25 Uhr: Jetzt 1841 Todesfälle

Am Freitag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 87 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 36.828 an", schreibt das Ministerium am Freitagabend. "Davon sind ungefähr 34.106 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 881 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute zudem zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus aus dem Rems-Murr-Kreis gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1841. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,94 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.  

Mittlerweile gibt es mindestens 36.828 Infektionsfälle in Baden-Württemberg. (Symbolbild)
Mittlerweile gibt es mindestens 36.828 Infektionsfälle in Baden-Württemberg. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 24. Juli, 16.38 Uhr: Mehr Corona-Tests für Reiserückkehrer

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen mehr Corona-Tests für Reiserückkehrer. Das betrifft Reisende etwa aus den europäischen Urlaubszielen, aber auch aus sogenannten Risikogebieten, wie Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag in Stuttgart nach einer Schaltkonferenz mitteilte

Für Menschen, die per Flugzeug einreisen, sollen demnach an den Flughäfen Teststellen eingerichtet werden. Eine gesetzliche Verpflichtung für einen Test werde geprüft. Für alle Reiserückkehrer seien die Tests kostenlos.

Lucha sagte: 2Es wäre verheerend, wenn durch die anstehende Reisezeit eine zweite Corona-Welle bei uns im Land losgetreten würde. Deshalb sollten sich alle Rückkehrer aus Risikogebieten unbedingt testen lassen." 

Auch für Menschen, die mit dem Bus oder dem Auto nach Deutschland kommen oder per Zug, sollen im grenznahen Bereich verstärkt Informationen über mögliche Quarantäneverpflichtungen und Testmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

An den Flughäfen (im Bild der Stuttgarter Airport) sollen Kontrollstellen eingerichtet werden.
An den Flughäfen (im Bild der Stuttgarter Airport) sollen Kontrollstellen eingerichtet werden.  © Marijan Murat/dpa

Update, 24. Juli, 15.27 Uhr: Land fördert Corona-Forschung mit Millionen

In Baden-Württemberg wird eine "Sonderförderlinie Covid-19-Forschung" aufgelegt. Mit rund acht Millionen Euro will das Wissenschaftsministerium 51 Projekte an den Standorten Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm fördern. 

"Mit unserer Sonderförderung ermöglichen wir die rasche Umsetzung von vielversprechenden Forschungsideen und unterstützen aktuell dringende Forschungsvorhaben zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Covid-19", begründete Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) die Maßnahme am Freitag in Stuttgart.

Die Forschungseinrichtungen im Land seien schon jetzt sehr aktiv in der Erforschung des Virus und seiner Auswirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft, sagte Bauer. Medizinische Fakultäten werden ebenfalls aus dem insgesamt 15 Millionen Euro schweren Corona-Forschungsbudget unterstützt. 

Zu den bisherigen Ergebnissen dieser Förderung gehört unter anderem die international stark beachtete Kinderstudie von Mitte Juni, bei der vier Universitätskliniken im Südwesten insgesamt rund 5000 Studienteilnehmer untersuchten.

Auch unabhängig von Corona zahlten sich solche Aktivitäten aus, weil Standorte vernetzt und die speziellen Stärken einer jeden medizinischen Fakultät weiter ausgebaut würden, heißt es dazu beim Wissenschaftsministerium.

Acht Millionen Euro lässt das Land springen. (Symbolbild)
Acht Millionen Euro lässt das Land springen. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Update, 24. Juli, 12.08 Uhr: Wegen Corona weniger Verkehrsunfälle

Auf den Straßen im Südwesten hat es im Mai vor allem wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Verkehrsunfälle gegeben als im Vorjahresmonat. Die Zahl ging nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um knapp 7900 auf 20.822 zurück. Es starben vier Menschen weniger als im Mai 2019 (insgesamt 23); die Zahl der Verletzten sank von rund 4100 auf rund 3250. Wegen Homeoffice und Fernunterricht seien weniger Menschen auf den Straßen, erklärten die Statistiker am Freitag.

Auch bundesweit ist der Trend erkennbar: Im Vorjahresvergleich kam es wegen des geringen Verkehrsaufkommens zu 23 Prozent weniger Unfällen. 237 Menschen starben dabei. Damit wurde laut den Statistikern der geringste Mai-Stand seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 erreicht. Gleiches gelte für die Zahl der Verletzten, die um 16 Prozent auf rund 27 600 zurückging.

Update, 24. Juli, 11.59 Uhr: 35.000 Mitarbeiter bei Bosch verringern Arbeitszeit und verdienen weniger

Für 35.000 Mitarbeiter des Technologiekonzerns Bosch in den Bereichen Entwicklung, Forschung, Vertrieb und Verwaltung im Großraum Stuttgart endet nächste Woche die Kurzarbeit. Ab Anfang August verringert sich dann die wöchentliche Arbeitszeit, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte. 

Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter einigten sich auf eine entsprechende Regelung, um die Kosten weiterhin senken zu können. Zunächst hatten "Wirtschaftswoche" und "Stuttgarter Zeitung" darüber berichtet.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellen Bosch wie andere Unternehmen weiterhin vor große Herausforderungen. "Auch wenn sich die Nachfrage inzwischen langsam erholt, ist die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens nach wie vor stark belastet", teilte eine Sprecherin mit. 

Für Tarifbeschäftigte mit einer Arbeitszeit von mehr als 35 Stunden verringert sich die Wochenarbeitszeit infolge der neuen Regelung um zehn Prozent. Bei Arbeitsverträgen mit 35 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit und darunter sinkt die Arbeitszeit um 8,57 Prozent. Es kommt zu entsprechenden Gehaltskürzungen.

Für 35.000 Mitarbeiter des Technologiekonzerns Bosch in den Bereichen Entwicklung, Forschung, Vertrieb und Verwaltung im Großraum Stuttgart endet nächste Woche die Kurzarbeit.
Für 35.000 Mitarbeiter des Technologiekonzerns Bosch in den Bereichen Entwicklung, Forschung, Vertrieb und Verwaltung im Großraum Stuttgart endet nächste Woche die Kurzarbeit.  © Tom Weller/dpa

Update, 23. Juli, 19.50 Uhr: Zahl der Toten steigt

Am Donnerstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 94 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 36.741 an", schreibt das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 34.063 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 839 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."   

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute aus dem Landkreis Ostalbkreis ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach steigt die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 1839. 

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,98 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Am Donnerstag wurd eein Todesfall aus dem Ostalbkreis gemeldet. (Symbolbild)
Am Donnerstag wurd eein Todesfall aus dem Ostalbkreis gemeldet. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. Juli, 14.25 Uhr: Millionen-Hilfe für Taxifahrer und Schausteller

Den finanziell schwer angeschlagenen Schaustellern und Taxifahrern sowie der Eventbranche will das Wirtschaftsministerium mit mehr als 92 Millionen Euro Landeshilfen unterstützen. 

Das geht aus einer Kabinettsvorlage hervor, die nach dem Willen von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am kommenden Dienstag beschlossen werden soll. Die Mittel könnten über die vom Land bereits beschlossene Überbrückungshilfe angeboten werden. Geplant ist laut Kabinettsvorlage unter anderem, Unternehmen mit einem direkten Zuschuss zu den Tilgungsraten für Kredite zu unterstützen.

Nach den Berechnungen des Ministeriums benötigen die Schausteller und Marktkaufleute rund 47,2 Millionen Euro, für die Eventbranche mit ihren Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstaltern sollen 36,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. 

Taxiunternehmen müssen wegen der Corona-Pandemie laut Ministerium und nach Schätzungen der Branche einen Umsatzeinbruch zwischen 60 und 70 Prozent im Jahresvergleich verkraften - für sie sollen 7,5 Millionen Euro bereitgestellt werden. Mit dem Geld sollten die monatlichen Tilgungsraten zwischen 400 und 800 Euro je Fahrzeug bezahlt werden.

Die Hilfe würde einigen Forderungen von Schaustellern entgegenkommen, die am Donnerstag in Stuttgart lautstark Lockerungen für ihre Branche verlangten. Erwartet wurden rund 1000 Teilnehmer und 600 Fahrzeuge. Zur Kundgebung hatte sich auch Hoffmeister-Kraut angekündigt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat nach Schätzungen des Schaustellerverbandes im Südwesten etwa jeder fünfte Unternehmer in der Branche aufgegeben. Anfang Juli hatten bereits rund 1600 Schausteller in Berlin für Erleichterungen bei den Corona-Einschränkungen demonstriert.

Die Taxifahrer sollen jetzt finanzielle Unterstützung bekommen. (Symbolbild)
Die Taxifahrer sollen jetzt finanzielle Unterstützung bekommen. (Symbolbild)  © Franziska Kraufmann/dpa

Update, 23. Juli, 12.55 Uhr: Schüler bekommen Zeugnis im Zug

Wie das baden-württembergische Verkehrsministerium mitteilte, hat sich die Realschule Stühlingen etwas ganz besonderes zur Zeugnisvergabe ausgedacht. Weil coronabedingt keine normale Abschlussfeier stattfinden kann, bekommen einige Schüler das Zeugnis auf der Zugfahrt von Eggingen nach Stühlingen überreicht. Verkehrsminister Winfried Herrmann wird den Schülerinnen und Schülern per Durchsage dann gratulieren. 

Update, 23. Juli, 12.33 Uhr: Sozialgerichte rechnen mit Zunahme der Klagen wegen Corona

Zunehmende Kurzarbeit, mehr Arbeitslose und Hartz-IV-Bezieher - das Landessozialgericht erwartet im Zuge der Corona-Pandemie steigende Fallzahlen. Präsident Bernd Mutschler sagte am Donnerstag in Stuttgart: "Die Krise in der Wirtschaft wird auch mit zeitlicher Verzögerung in der Sozialgerichtsbarkeit ankommen." 

Als Beispiele nannte er juristische Streitigkeiten über die Höhe von Arbeitslosen- oder Insolvenzgeld und die Wiederaufnahme der vorübergehend ausgesetzten Vermögensprüfung bei neuen Hartz-IV-Empfängern.

Das Landessozialgericht musste im vergangenen Jahr weniger Fälle bearbeiten als im Jahr davor. 3124 Berufungen (Vorjahr: 3280) und 451 (Vorjahr: 498) Eilverfahren gingen ein. Hintergrund sei die stabile wirtschaftliche Lage gewesen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer habe bei 11,6 (2018: 11,4) Monaten gelegen.

Das Gericht ist für das gesamte Sozialrecht zuständig und Berufungsgericht für Urteile der acht Sozialgerichte im Land.

Update, 23. Juli, 12.21 Uhr: Grüne und CDU wollen mehr Zeit beim Abstottern von Corona-Schulden

Grüne und CDU im Landtag wollen die Schulden der Corona-Pandemie langsamer tilgen als bisher geplant. Statt einer Rückzahlung binnen zehn Jahren sind nun bis zu 25 Jahre im Gespräch, wie die "Südwest Presse" berichtet. 

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, hat das Land bislang einen Kredit über fünf Milliarden Euro aufgenommen. Ab 2024 sollen diese Schulden eigentlich über zehn Jahre abgezahlt werden - 500 Millionen pro Jahr.

Finanzexperten rechnen aber mit einer Verdopplung der Kreditsumme im Jahr 2020. Damit wäre eine Milliarde pro Jahr fällig. "Eine Tilgung binnen zehn Jahren ist bei einer solchen Größenordnung nicht mehr zu stemmen", sagte Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz (40) der "Südwest Presse". Schwarz weiter: "Dann müssten wir an die Substanz des Landes gehen. Ich plädiere daher für eine Tilgung binnen 20 bis 25 Jahren." 

Auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart (64) sagte: "Die zehn Jahre können wir nicht mehr halten. Ich halte eine Tilgung binnen maximal 25 Jahren für sinnvoll."

Andreas Schwarz (40), Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, im Landtag.
Andreas Schwarz (40), Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, im Landtag.  © Tom Weller/dpa

Update, 22. Juli, 18.12 Uhr: 81 Neu-Infektionen, kein Todesfall

Am Mittwoch wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 81 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 36.647 an", heißt es am Dienstagabend in einer Mitteilung des Ministeriums. "Davon sind ungefähr 34.019 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 790 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurde darüber hinaus heute kein Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus übermittelt. Demnach liegt die Zahl der Todesfälle weiterhin bei 1838. "Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,13 angegeben."

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 36.647 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1838 starben.
In Baden-Württemberg haben sich mindestens 36.647 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1838 starben.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 22. Juli, 16.54 Uhr: Wirtschaftsministerium: Finanzielle Hilfen für Schausteller möglich

Einen Tag vor einem größeren Protest der schwer angeschlagenen Schausteller hat das Wirtschaftsministerium finanzielle Hilfen für die Branche in Aussicht gestellt. 

Außerdem werde intensiv daran gearbeitet, Möglichkeiten für eine Öffnung von Veranstaltungen wie Floh- und Krämermärkten zu schaffen, versicherte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU) am Mittwoch im Landtag. "Alle Entscheidungen bleiben aber stark daran ausgerichtet, dass wir das Infektionsgeschehen unter Kontrolle halten", sagte sie.

Bei der Überbrückungshilfe des Bundes für die Schausteller gebe es eine Förderlücke ausgerechnet dort, wo die finanziellen Belastungen für die meisten Unternehmen dieser Branche am größten seien. Deshalb solle es bei den Tilgungsraten für Kredite einen "ergänzenden Förderansatz zur Überbrückungshilfe" geben, sagte die Ministerin, ohne Details oder Fristen zu nennen. In der kommenden Woche werde das Kabinett eine entsprechende Vorlage erhalten.

Bei dem Protest gegen die strengen Corona-Auflagen erwarten die Schausteller am Donnerstagmittag rund 1000 Teilnehmer und 600 Fahrzeuge. Zur Kundgebung hat sich auch Hoffmeister-Kraut angekündigt.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert (48) warf ihr vor, keine wirklichen Ideen zu haben, wie Märkte und Feste von Schaustellern und Markkaufleuten durchgeführt werden könnten. Die Kommunen als Genehmigungsbehörden und die Schausteller und Marktkaufleute als Durchführer der Feste bräuchten Planungssicherheit. "Da können wir nicht warten bis Oktober, da müsen wir jetzt handeln."

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat nach Schätzungen des Schaustellerverbandes im Südwesten etwa jeder fünfte Unternehmer in der Branche aufgegeben. Anfang Juli hatten bereits rund 1600 Schausteller in Berlin für Erleichterungen bei den Corona-Einschränkungen demonstriert.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU).
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Update, 22. Juli, 14.55 Uhr: Corona-Tests von Hochhaus-Bewohnern durchweg negativ

Die Stadt Stuttgart teilt mit, dass die Ergebnisse des umfangreichen Corona-Tests vom vergangenen Samstag in einem Hochhaus in Stuttgart-Freiberg vorliegen. 230 Abstriche wurden gemacht und brachten durch die Bank die Auswertung "negativ".

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Stefan Ehehalt, erklärte: "Wir sind erleichtert. Es war wichtig, ein Bild des Infektionsgeschehens zu gewinnen. Mehr als die Hälfte der Bewohner hat das Angebot angenommen. Eine Ausbreitung kann nur eingedämmt werden, wenn wir sie frühzeitig erkennen."

Grund für den Test war, dass im Wohnumfeld bei sechs Personen die Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) festgestellt worden war. Das städtische Gesundheitsamt führt in solchen Fällen regelmäßig vorbeugende Testungen durch.

Update, 22. Juli, 13.50 Uhr: Eisenmann: Wollen Singen und Blasmusik an Schulen ermöglichen

Entgegen ursprünglicher Planungen könnten Singen und Blasmusik in geschlossenen Räumen an Schulen unter gewissen Bedingungen nach den Sommerferien nun doch erlaubt werden. "Keiner will, dass Blasmusik oder Singen in unseren Schulen keinen Platz kriegt", erklärte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch im Landtag. "Wir prüfen das sehr engmaschig."

Man setze drauf, dass man in den nächsten Tagen Untersuchungen bestätigen könne, «dass man sagen kann: Mit zwei Metern Abstand, begrenzt auf eine bestimmte Gruppe, mit Durchlüftung, mit anderen Vorgaben kann man Singen und Blasmusik in den Schulen ermöglichen.» Trotzdem müsse man den Gesundheitsschutz weiterhin im Blick haben. "Wir entscheiden analog zum Infektionsgeschehen und gehen Schritt für Schritt voran." Ziel müsse sein, eine zweite Infektionswelle zu verhindern. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums.

Kirchliche und weltliche Chorverbände im ganzen Land, aber auch die Opposition hatten gegen das geplanten Gesangsverbot an Schulen protestiert. Beim Singen können Wissenschaftlern zufolge sogenannte Aerosole, also Gemische aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen, bis zu eineinhalb Meter nach vorne ausgestoßen werden. Das kann eine Infektion mit dem Coronavirus begünstigen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).
Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 22. Juli, 13.02 Uhr: Corona-Krise verschärft Konjunktur-Flaute bei Maschinenbauer Trumpf

Auch beim Maschinenbauer Trumpf verschärft die Corona-Krise die ohnehin von einer schwächelnden Konjunktur geprägte Lage. Im Geschäftsjahr 2019/20, das im Juni endete, ging der Umsatz um acht Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro zurück, wie der Laser-Spezialist am Mittwoch auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Der Auftragseingang fiel mit 3,3 Milliarden Euro sogar um elf Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

"Wir spüren bereits seit Herbst 2018 eine Abschwächung der Konjunktur und die Zurückhaltung vieler Kunden bei Investitionen gerade in Deutschland", sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Verantwortlich sei aus ihrer Sicht unter anderem die Ungewissheit im Zusammenhang mit dem Strukturwandel in der Autoindustrie. "Corona hat diese Tendenz nach unserer Beobachtung zusätzlich verstärkt und wie ein Katalysator gewirkt, gewissermaßen als 'Krise in der Krise'", sagte sie.

Die Gruppe beschäftigt weltweit rund 14.300 Mitarbeiter, gut die Hälfte davon in Deutschland. Die vollständige Bilanz legt Trumpf im Oktober vor.

Update, 22. Juli, 06.32 Uhr: Viele Ausflügler und teils vermehrte Rettungseinsätze im Südwesten

Ihre freie Zeit verbringen viele Menschen gerne draußen - und in Corona-Zeiten besonders in der heimischen Natur. Das beschert den Bergrettern reichlich Arbeit.Während der Corona-Pandemie lockt der Sommer dieses Jahr besonders viele Menschen in Baden-Württemberg in die heimische Natur - entsprechend beschäftigt sind in Teilen des Landes die Bergretter, die Ausflügler und Freizeitsportler aus Notlagen befreien müssen. Rettungskräfte der Bergwacht Württemberg mit Sitz in Stuttgart mussten im Juni in 45 Fällen ausrücken, wie Sprecher Raimund Wimmer sagte. 2019 habe es im selben Monat 31 Einsätze gegeben. Es sei auffällig, wie viele Menschen in den vergangenen Monaten trotz coronabedingter Ausgangsbeschränkungen hätten gerettet werden müssen.

Die Bergwacht Schwarzwald in Kirchzarten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) hat noch keine abschließenden Zahlen für den Juni. Zwar sei anzunehmen, dass die Zahl der Rettungseinsätze auch im Schwarzwald gestiegen sei, teilte ihr Geschäftsführer Lutz Scherer mit. Der Trend der vergangenen 15 Jahre, dass mehr Menschen Ausflüge im Freien unternähmen, sei durch Corona verstärkt worden. Allerdings fielen derzeit wegen abgesagter Veranstaltungen wie Mountainbike-Rennen viele Einsätze weg.

Die Rettungskräfte mussten häufiger ausrücken.
Die Rettungskräfte mussten häufiger ausrücken.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 21. Juli, 17.58 Uhr: Keine weiteren Corona-Toten

Am Dienstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 64 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 36.566 an", heißt es am Dienstagabend in einer Mitteilung des Ministeriums. "Davon sind ungefähr 33.983 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 745 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."   

Dem Landesgesundheitsamt wurde heute demnach kein Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus übermittelt. Demnach liegt die Zahl der Todesfälle weiterhin bei 1838. "Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,94 angegeben."

Am Dienstag wurden keine weiteren Todesfälle gemeldet. (Symbolbild)
Am Dienstag wurden keine weiteren Todesfälle gemeldet. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 21. Juli, 15.33 Uhr: Kretschmann: An- und Abfahrt von Fans bei Länderspielen schwierig

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat mit gemischten Gefühlen auf die DFB-Pläne reagiert, mithilfe von massenhaften Präventivtests beim Fußball-Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zuzulassen. Ihm liege noch kein Konzept vor, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. 

Große Stadien an sich seien erstmal nicht das Problem. Es gebe ja auch Regelungen etwa für Messen. Da wäre mit einer begrenzten Anzahl von Besuchern sicher was möglich, sagte er. "Das Problem liegt wohl vielmehr bei den geballten Zu- und Abgängen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, das wird extrem schwierig zu regeln sein."

Zuvor hatte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Fritz Keller, eine Zulassung von Fans bei der Partie gegen Spanien in Aussicht gestellt. "Es muss einen Weg geben, über Tests wieder eine gewisse Normalität zu erlangen», sagte Keller der «Badischen Zeitung".

Update, 21. Juli, 12.50 Uhr: Lucha bremst bei Weihnachtsmärkten und mahnt zur Vorsicht

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hat wegen der Corona-Pandemie Hoffnungen auf eine Weihnachtsmarkt-Saison gedämpft und Vorsicht bei Großveranstaltungen angemahnt. "Wir können derzeit nichts tun, was wir nachher nicht nachvollziehen können", sagte Lucha am Dienstag in Stuttgart. 

Die Frage nach den Weihnachtsmärkten müsse zwar entschieden werden, weil auch die Beschicker Planungssicherheit bräuchten. Es sei aber dringend notwendig, stets die Wege der Besucher und deren Kontakte nachvollziehen zu können. "Märkte zum Beispiel in der Stuttgarter Innenstadt werden wir in dieser Form nicht durchführen können", sagte Lucha.

Zuvor hatte das Wirtschaftsministerium erklärt, trotz der geltenden strengen Auflagen und erster Absagen in mehreren Kommunen müssten die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr noch nicht vollkommen abgeschrieben werden. Gemeinsam mit Luchas Sozialministerium erarbeite ihr Haus derzeit Regelungen für die Öffnung von Märkten und mobilen Freizeitparks, hatte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut der dpa in Stuttgart erzählt. "In diesem Rahmen kann grundsätzlich auch die Durchführung von Weihnachtsmärkten denkbar sein", sagte die CDU-Politikerin weiter. Details zu den Auflagen nannte sie nicht.

Zuvor hatte unter anderem Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) seinen Weihnachtsmarkt wegen der Corona-Regeln abgesagt.

Update, 21. Juli, 11.32 Uhr: Land macht Hoffnung: Weihnachtsmärkte unter Umständen möglich

Trotz der geltenden strengen Auflagen und erster Absagen in mehreren Kommunen hat das Land die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr noch nicht vollkommen abgeschrieben. Gemeinsam mit dem Sozialministerium erarbeite ihr Haus derzeit Regelungen für die Öffnung von Märkten und mobilen Freizeitparks, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am Dienstag der dpa in Stuttgart. «In diesem Rahmen kann grundsätzlich auch die Durchführung von Weihnachtsmärkten denkbar sein», sagte die CDU-Politikerin weiter. Details zu den Auflagen nannte sie nicht.

Zuvor hatte unter anderem Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) seinen Weihnachtsmarkt wegen der Corona-Regeln abgesagt. Es werde ein Konzept für 24 Aktionen an 24 Orten in der Stadt erarbeitet, teilte Oberbürgermeister René Pöltl mit.

Vor allem Schausteller sorgen sich um die bislang noch ausbleibende Perspektive für die Herbstfeste und Weihnachtsmärkte. Zu den meisten Veranstaltungen lägen Hygienekonzepte vor, aber die Landesregierung komme der Branche nicht entgegen. "Wenn wir die Aussicht auf die Märkte hätten und zudem die Zusage für die 20 Herbstfeste in Baden-Württemberg, dann wäre das schon mal ein Anfang", sagte der Vorsitzende des baden-württembergischen Schaustellerverbandes, Mark Roschmann.

Bislang gilt ein Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober. Am Donnerstag (13 Uhr) werden rund 1000 Schausteller bei einer Kundgebung in Stuttgart erwartet.

Weihnachtsmärkte könnte es doch noch geben.
Weihnachtsmärkte könnte es doch noch geben.  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. Juli, 22.05 Uhr: Land hilft Kommunen mit Milliarden-Paket

Das Land greift den Kommunen angesichts der Corona-Krise mit mehreren Milliarden Euro unter die Arme. Landkreise, Städte und Gemeinden bekommen vom Land insgesamt knapp drei Milliarden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend nach einer Sitzung der Haushaltskommission von Teilnehmern erfuhr. Mit mehr als einer Milliarde Euro würden die ausgefallenen Gewerbesteuer-Einnahmen 2020 ersetzt. Mehr als eine Milliarde gibt es zudem, um die Verluste im kommunalen Finanzausgleich zu kompensieren. Die Kommunen erhielten weitere 50 Millionen Euro - zu den bisher ausbezahlten 200 Millionen Euro - zur Erstattung der Kita-Beiträge. 125 Millionen Euro gibt es für kommunale Krankenhäuser.

"Die verlässliche Partnerschaft zwischen dem Land und den Kommunen zeigt sich gerade in dieser Krise", kommentierte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart die Einigung. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte: "Unsere Kommunen müssen gut durch die Krise kommen. Sie nehmen einen großen Teil der Investitionen vor, sie brauchen Planungs- und Investitionssicherheit."

Update, 20. Juli, 19.13 Uhr: 150 neue Infektionen

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.502 gestiegen. Das waren 150 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 

Etwa 33 942 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 722 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde weiterhin mit 1838 an.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,94 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

150 weitere Menschen haben sich angesteckt.
150 weitere Menschen haben sich angesteckt.  © cnc/zuma Press/dpa

Update, 20. Juli, 19.05 Uhr: Topturnier der Handballfrauen in Ludwigsburg abgesagt

Das deutsche Topturnier der Handballfrauen am 22./23. August in Ludwigsburg ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Wie der Ausrichter SV Ludwigsburg-Oßweil am Montag mitteilte, hatten für den Lotto-Cup 16 Teams zugesagt. 

Darunter waren mehrere deutsche Bundesligisten sowie Spitzenmannschaften aus sechs Nachbarländern. Im kommenden Jahr soll der das Turnier am 21./22. August stattfinden.

Update, 20. Juli, 16.35 Uhr: Sportministerin Eisenmann: Länderspiel mit Fans im September zu früh

Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann sieht den Plan des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), mithilfe von massenhaften Präventivtests schon beim Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zuzulassen, skeptisch.

"Bei aller Liebe zum Fußball: Während einer Pandemie gibt es wesentlich Wichtigeres als ein volles Stadion", sagte Eisenmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Montag. "In Baden-Württemberg haben wir Veranstaltungen, bei denen größere Menschenmassen zu erwarten sind, bis Ende Oktober bewusst untersagt. Natürlich beobachten wir die Entwicklung des Infektionsgeschehens weiterhin genau und überprüfen unsere Entscheidungen kontinuierlich. Weitere Lockerungen für Stadionbesuche mit möglichst vielen Zuschauern kommen für mich Anfang September allerdings eindeutig zu früh", erklärte sie.

DFB-Präsident Fritz Keller hatte der "Badischen Zeitung" zuvor gesagt, dass der Verband mit Experten und Wissenschaftlern aus vielen Bereichen an einem System arbeite, das Stadionbesuche wieder ermöglichen soll. Mit der Infrastruktur seiner 25 000 Vereine könne der DFB der Gesellschaft helfen. "Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen", so der 63-Jährige.

Sportministerin Eisenmann ist "der Meinung, dass wir die vorhandenen Testkapazitäten dazu nutzen sollten, um in Corona-Verdachtsfällen schnelle Ergebnisse zu erhalten und dem Personal aus medizinischen Berufen, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erzieher - die ohne Abstand arbeiten müssen - freiwillige Testmöglichkeiten anzubieten."

Update, 20. Juli, 12.53 Uhr: Lucha appelliert an Besucher von Badeseen: Abstandsregeln einhalten

Nach dem Ansturm Tausender Menschen auf die Badeseen am Wochenende appelliert Sozialminister Manne Lucha (59, Grüne) an die Vernunft der Besucher. 

"Manche scheinen zu vergessen, dass wir uns noch mitten in der Pandemie befinden", sagte der Grünen-Politiker am Montag auf Anfrage. "Wir sehen diese Entwicklung mit Sorge." Wer sich mit Hunderten von Menschen auf engem Raum tummele und die Abstandsregeln ignoriere, handele fahrlässig.

Etliche Badeseen waren vor allem am Sonntag völlig überfüllt. Allein am Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) sollen sich nach Schätzungen der Polizei rund 10.000 Besucher aufgehalten haben. "Die Zustände waren bedenklich", sagte ein Sprecher. Zeitweise sei die Zufahrt gesperrt worden. 

Im Vorfeld hatten der Naherholungszweckverband Breitenauer See und die Gemeinde Obersulm von einem Besuch des Sees abgeraten. "Bleiben Sie an Schönwetterwochenenden wie dem kommenden dem Breitenauer See fern", hieß es zuvor in einem Appell.

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (59, Grüne).
Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (59, Grüne).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 20. Juli, 10.54 Uhr: Rechnungsprüfer fordern Sparsamkeit

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und neuer Schulden hat der baden-württembergische Rechnungshof eine strikte Ausgabendisziplin in der Haushaltspolitik angemahnt. "Haushaltspolitik wird mehr Konsolidierung brauchen", betonte Rechnungshofpräsident Günther Benz am Montag anlässlich der Vorstellung der "Denkschrift 2020" des Rechnungshofs. "Mit dem üblichen Repertoire pauschaler Einsparvorgaben wird diese Herausforderung nicht zu bewältigen sein."

Vor der Aufnahme neuer Kredite sollten Einsparungen und Umschichtungsmöglichkeiten im Haushalt geprüft werden, so die Forderung der Rechnungsprüfer. Man müsse unter anderem die extrem stark gestiegenen sogenannten Ausgabereste in den Blick nehmen. 

Das sind die Gelder, die der Landtag zwar bewilligt hat, die aber noch nicht ausgegeben worden sind. Nicht abgeflossene Mittel, die auf eine durchaus großzügige Etatisierung zurückgehen, könnten für zur Bekämpfung der Pandemiefolgen genutzt werden, teilten die Rechnungsprüfer mit. Die Ausgabereste 2018 betrugen demnach 5,6 Milliarden Euro.

Update, 20. Juli, 10.32 Uhr: Corona-Massentest in Stuttgart soll mit Priorität ausgewertet werden

Die etwa 400 auf das Coronavirus getesteten Menschen aus einem Stuttgarter Hochhauskomplex sollen nach Angaben eines Stadtsprechers mit Priorität in den Laboren behandelt werden. Einen konkreten Zeitpunkt für die Bekanntgabe der Ergebnisse gebe es noch nicht. Das Resultat werde bei der Stadt bis Mitte der Woche erwartet.

"Es geht darum, sich ein Bild des Infektionsgeschehens in dem Haus zu machen. Wichtig war, dass wir einen großen Test anbieten", teilte der Sprecher am Montag mit. Viele Bürger waren am Wochenende im Stadtteil Freiberg schriftlich aufgerufen worden, sich freiwillig und kostenlos testen zu lassen. Ausgelöst worden war die vorsorgliche Aktion der Stadt durch sechs Menschen, die sich mit dem Virus infiziert hatten.

"Die Bewohner haben das Angebot ganz überwiegend gut angenommen, viele haben sich bedankt", sagte Stefan Ehehalt, der Leiter des Gesundheitsamtes. Nur ganz wenige hätten den Test abgelehnt. Mediziner waren am Samstag begleitet von Personal des Deutschen Roten Kreuzes von Wohnung zu Wohnung gegangen und hatten den Abstrich angeboten.

Update, 20. Juli, 7.47 Uhr: Abgespeckter Schwörmontag in Ulm wegen Corona-Krise

Kleine Feier statt Riesenparty: Der Schwörmontag in Ulm fällt wegen der Corona-Krise in diesem Jahr deutlich kleiner aus als sonst. Das Fest werde auf seine wesentlichen Elemente reduziert, hieß es im Vorfeld bei der Stadt. Darunter sei beispielsweise die Schwörfeier (11 Uhr), die auf 250 geladene Gäste begrenzt ist. 

Normalerweise versammeln sich nach Angaben der Kommune Tausende Bürger auf dem Weinhof und in den umliegenden Gassen, um die Schwörrede des Oberbürgermeisters Gunter Czisch (57, CDU) zu hören. Um dennoch möglichst viele Menschen teilhaben zu lassen, wird die Feier auch im Internet live übertragen.

Um große Menschenansammlungen und Partys zu vermeiden, werden an diesem Tag per Allgemeinverfügung zudem die Zugänge zu Donau und Iller gesperrt. Das beliebte "Nabada", bei dem normalerweise zig Motto-Boote, Flöße und Schlauchboote auf der Donau schwimmen, fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. "Wir müssen jetzt streng sein, Spaß macht uns das keinen", sagte Czisch kürzlich bei der Vorstellung des Konzepts.

Seit mehr als sechs Jahrhunderten leisten Stadtoberhäupter am Schwörmontag den Eid auf die Ulmer Verfassung. Danach wird in normalen Zeiten auf verschiedenen Partys kräftig gefeiert - auch an und auf der Donau. Um Alleingänge zu verhindern, will die Stadt diese Mal mit Bußgeldern reagieren, wenn Menschen sich trotz Verbots auf oder an dem Fluss aufhalten. Die Gastronomie ist von den Einschränkungen nicht betroffen.

2019: Zahlreiche Menschen tummeln sich am Schwörmontag auf der Donau zum "Nabada" (Hinunterbaden).
2019: Zahlreiche Menschen tummeln sich am Schwörmontag auf der Donau zum "Nabada" (Hinunterbaden).  © Stefan Puchner/dpa

Update, 18. Juli, 17.39 Uhr: Stuttgart testet 400 Bewohner eines Gebäudekomplexes

Wie die Stadt Stuttgart mitteilte, wurden am Samstag 400 Bewohnerinnen und Bewohner eines Gebäudekomplexes im Stadtteil Freiberg auf das Coronavirus getestet. Anlass war, dass im Wohnumfeld sechs Personen an Covid-19 erkrankt waren. Die Ergebnisse der Tests werden bis Mitte nächster Woche erwartet. 

Stuttgart testete vorsorglich 400 Bewohner eines Gebäudekomplexes. (Symbolbild)
Stuttgart testete vorsorglich 400 Bewohner eines Gebäudekomplexes. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 18. Juli, 11.16 Uhr: Theurer kritisiert Bundesregierung wegen Umgang mit Corona-Pandemie

Der baden-württembergische FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer hat die Bundesregierung wegen des Umgangs mit der Corona-Pandemie kritisiert. "Wir waren auf diese Pandemie nicht richtig vorbereitet", sagte er bei einem außerordentlichen Parteitag am Samstag in der Messe Karlsruhe.

Er forderte angesichts der Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit auf neue bürokratische Hemmnisse für die Wirtschaft zu verzichten und nannte das geplante Lieferkettengesetz als Beispiel. Theurer sagte, es müsse möglich sein unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln zu einer neuen Normalität zurückzukehren.

Die Südwest-FDP will bei ihrem Parteitag den Chef der Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Rülke, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 14. März 2021 wählen.