Coronavirus in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut an

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag einen Wert von 17,1 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)
Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag einen Wert von 17,1 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Die Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen steigen weiter.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden binnen sieben Tagen 18,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nachgewiesen. Am Tag zuvor betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 17,4. Am Mittwoch der vergangenen Woche lag der Wert noch bei 13,8.

Dem RKI wurden aus NRW binnen 24 Stunden 751 neue Infektionsfälle und zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet.

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An der Spitze der Neuinfektionsraten lag am Mittwoch Solingen mit einer Inzidenz von 55,9. Es folgen Düsseldorf mit 42,5 und Köln mit 32,7. Am niedrigsten ist der Wert im Kreis Warendorf mit 7,6. Nur noch 4 der 53 Kreise und kreisfreien Städte liegen unter einer Inzidenz von 10.

Seit Montag greifen in NRW wegen der gestiegenen Inzidenz-Werte im Land wieder schärfere Infektionsschutzmaßnahmen.

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Update, 27. Juli, 20.08 Uhr: Wiederbelebung der Gastronomie hilft Metro auf die Beine

Beim Handelskonzern Metro laufen die Geschäfte wieder besser. Grund dafür sei die Rücknahme von Corona-Auflagen für die Gastronomie, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Düsseldorf mit. Im dritten Geschäftsquartal (bis 30. Juni) sei der flächenbereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent gewachsen.

Bei der Kundengruppe Hotels, Restaurants und Catering ging es mit dem Umsatz nach Metro-Angaben sogar währungsbereinigt um 57 Prozent nach oben. In diesem Segment hätten die Erlöse im Monat Juni erstmals das Niveau von vor der Corona-Pandemie übertroffen.

Wegen dieser positiven Entwicklung erhöhte Metro seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2020/21. Der Konzern erwartet nun einen Rückgang des Gesamtumsatzes um 0,5 bis 3,5 Prozent, zuvor war er von 3,0 bis 6,0 Prozent weniger ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll zwischen plus 50 Millionen Euro und minus 75 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr liegen. Bislang lag die Erwartung bei minus 50 Millionen bis minus 175 Millionen Euro.

Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal will Metro wie angekündigt am Mittwochabend veröffentlichen.

Update, 26. Juli, 19 Uhr: 1200 Disco-Gäste in Herford sollen zum Corona-Test

Nach einem Corona-Fall in einer Disco in Herford hat der Kreis an alle 1200 Besucher einer Party appelliert, sich auf das Virus testen zu lassen.

Es gehe um die Veranstaltung in der Diskothek "X" am vergangenen Freitag, an der auch eine mittlerweile an Covid-19 erkrankte Person von 23.30 Uhr bis in den nächsten Morgen teilgenommen habe. Um ein Ausbreiten des Infektionsgeschehens zu vermeiden, sollten alle Gäste sich möglichst schnell testen lassen, betonte der Kreis am Montag. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Nicht alle 1200 Besucherinnen und Besucher sollten unter Quarantäne gestellt werden, sondern nur die engen Kontaktpersonen der Erkrankten. Die Party sei zulässig gewesen, stellte der Kreis klar.

Im Land und in Herford galt den Angaben zufolge am Tag der Veranstaltung Inzidenzstufe 0 und alle Voraussetzungen für eine Genehmigung einer derart großen Party hatten vorgelegen.

Update, 26. Juli, 17.32 Uhr: SPD will mobile Impfteams an Schulen

Mobile Impfteams sollen in Schulen in NRW zum Einsatz kommen. Das fordert die SPD.
Mobile Impfteams sollen in Schulen in NRW zum Einsatz kommen. Das fordert die SPD.  © Jonas Güttler/dpa

Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty hat die Landesregierung aufgefordert, mobile Impfteams für die Schulen zu organisieren. Spätestens nach den Sommerferien Mitte August müssten sie bereitstehen, damit auch Kinder ab 12 Jahren zügig geimpft werden könnten, sagte er am Montag in Düsseldorf.

"Das ist die einzige Chance auf einen sicheren Schulbetrieb." 25 Kinder in einer Klasse oder 50 Kinder in einem Schulbus seien in der Pandemie unverantwortlich.

Das NRW-Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass sich nun auch 12- bis 15-Jährige in den Impfzentren den Piks zum Schutz gegen das Coronavirus verabreichen lassen könnten.

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Voraussetzung: Im Zentrum müssen Kinderärzte die Jugendlichen beziehungsweise ihre Sorgeberechtigten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beraten.

Das neue Angebot sei nicht an eine Vorerkrankung der Kinder geknüpft, erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zwar empfehle die Stiko Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren derzeit ausschließlich bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei einem regelmäßigen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko schwerer Krankheitsverläufe, die selbst nicht geimpft werden können.

Allerdings könnten laut Stiko durchaus "weitere Kinder und Jugendliche nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz eine Impfung erhalten".

Update, 26. Juli, 9.45 Uhr: Aktueller Inzidenz-Wert für Köln

Auch in Köln steigt der Inzidenz-Wert weiter an. Am Montag liegt er nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 31,3.

Aktuell gibt es 54.307 bestätigte Coronavirus-Fälle. Mit Stand vom 21. Juli haben inzwischen 691.916 Kölnerinnen und Kölner eine Erstimpfung erhalten.

Auffällig ist, dass vor allem die jüngeren Einwohner der Stadt für einen Anstieg der Zahlen sorgen. Wie das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen am Montag mitteilte, gibt es bei den 20- bis 39-Jährigen genau 20.103 Fälle. Bei den 40 bis 59 Jahre alten Kölnerinnen und Kölnern sind es insgesamt 16.262 Fälle. Bei den 60- bis 79-Jährigen hingegen gibt es "nur" 6.400 Fälle.

Update, 23. Juli, 14.13 Uhr: Urteil: Keine nachträgliche Gewährung von Urlaub nach Quarantäne

Wer wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne musste, hat laut Gerichtsurteil keinen Anspruch auf eine Nachgewährung von Urlaubstagen. Das entschied das Arbeitsgericht Bonn, wie es am Freitag mitteilte.

Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin, der Urlaub vom 30. November bis 12. Dezember 2020 genehmigt worden war, die aber auf Behörden-Anordnung vom 27. November bis 7. Dezember wegen ihrer Infektion in Quarantäne musste.

Eine Krankschreibung lag für diese Tage nicht vor. Die Frau verlangte von ihrem Arbeitgeber eine nachträgliche Gewährung von fünf Urlaubstagen - und scheiterte damit vor Gericht.

Update, 23. Juli, 12.45 Uhr: Corona-Jahr 2020 - Mehr Tote als in Vorjahren, eine Altersgruppe sticht heraus!

Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Menschen. Der Zuwachs geht vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 zurück. (Symbolbild)
Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Menschen. Der Zuwachs geht vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 zurück. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Im Pandemie-Jahr 2020 sind in Nordrhein-Westfalen mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der drei Jahre zuvor.

Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Personen, wie das Statistikamt IT.NRW am Freitag berichtete. Der Zuwachs lag bei 3,3 Prozent - in den Jahren 2017 bis 2019 waren es im Durchschnitt 207.487 Sterbefälle.

Die Zunahme gehe vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 Jahre zurück. Im Jahresverlauf sei es zu Schwankungen gekommen.

Der höchste prozentuale Anstieg entfiel laut Statistik auf den Dezember - mit 21,7 Prozent mehr Todesfällen als im Durchschnitt der Dezembermonate 2017 bis 2019.

Es sei unwahrscheinlich, dass das Ansteigen nicht coronabedingt sei, sagte ein Sprecher des Landesamtes.

Update, 23. Juli, 11.41 Uhr: Schnelltest adé? Gesundheitsminister prüft Impfaktionen in Berufsschulen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) prüft nun auch Impfaktionen in Berufsschulen. "Minister Laumann findet die Idee, Impfungen an Berufsschulen anzubieten, die von Über-16-jährigen besucht werden, durchaus sinnvoll", sagte ein Ministeriumssprecher der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag).

Gesundheits- und Schulministerium befänden sich bereits in Gesprächen. Für Gymnasien und Gesamtschulen seien solche Aktionen nicht geplant.

Update, 23. Juli, 6.58 Uhr: Neue Coronaschutz-Verordnungen für NRW geplant!

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) hat angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen angekündigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 14,4 (Donnerstag) mit steigender Tendenz.

"Ab Montag gilt daher vermutlich für das Land wieder die Inzidenzstufe 1 mit ersten zusätzlichen Schutzmaßnahmen", sagte Laumann dem Kölner Stadt-Anzeiger. Während es in der Inzidenzstufe Null keine Kontaktbeschränkungen gibt, treten in der Stufe 1 erste Vorsichtsmaßnahmen in Kraft.

Update, 22. Juli, 15.09 Uhr: Düsseldorf vor Inzidenzstufe 2 - Faktor Hochwasser ungewiss

Die Stadt Düsseldorf führt steigende Corona-Zahlen vor allem auf Reiserückkehrer zurück und ruft dazu auf, sich weiterhin regelmäßig testen zu lassen. "Ein deutlicher Anteil der Neuinfizierten hat eine Reiseanamnese. Sie haben sich also kürzlich im Ausland aufgehalten und sind im Anschluss erkrankt", sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Donnerstag. Ein weiterer bedeutsamer Anteil sei auf Infektionen innerhalb eines Haushalts zurückzuführen. Ob es auch infolge des Hochwassers zu Neuinfektionen komme, sei noch unklar.

Sollte dies einen Einfluss auf die Fallzahlen haben, werde sich das frühestens in den nächsten Tagen zeigen. In Düsseldorf hätten nur wenige vom Hochwasser betroffene Menschen vom Angebot einer Betreuungsstelle in einer Schule Gebrauch gemacht. Die Entwicklung werde beobachtet, hieß es. In der Landeshauptstadt lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut am Donnerstag bei 34,6 und damit kurz vor der wichtigen Schwelle von 35. Dies ist deutlich höher als der NRW-Wert von 14,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Bei einem stabilen Inzidenzwert von mehr als 10 an acht Tagen hintereinander gelten wieder schärfere Einschränkungen der Inzidenzstufe 1. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 35 drei Tage lang überschreiten, würde Düsseldorf am darauffolgenden Tag der Inzidenzstufe 2 zugeordnet - mit Maßnahmen wie Test- und Platzpflicht in der Innengastronomie.

Update, 22. Juli, 13.59 Uhr: Impfung jetzt grundsätzlich auch für Kinder ab Zwölf

In den nordrhein-westfälischen Impfzentren können sich jetzt auch Zwölf- bis 15-Jährige grundsätzlich den Piks zum Schutz gegen das Coronavirus verabreichen lassen.

Voraussetzung: Im Zentrum müssen Kinderärzte die Jugendlichen beziehungsweise ihre Sorgeberechtigten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beraten.

Das teilte das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium am Donnerstag in Düsseldorf mit. "Die Einwilligung zur Impfung hat durch alle sorgeberechtigten Personen zu erfolgen."