Coronavirus: Koalitionäre uneinig über Kurzarbeitergeld und Gastro-Hilfen

Deutschland - Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht, Abstandsregelung. Dass solche Maßnahmen in der Bundesrepublik Deutschland mal nötig werden, hätte wohl zu Jahresbeginn kaum einer für möglich gehalten. Doch das Coronavirus hat sich mittlerweile fast in alle Länder der Welt einen Weg gebahnt, weshalb solche Dinge unseren Alltag kennzeichnen. TAG24 berichtet aktuell im Liveticker über das Geschehen aus Deutschland und aller Welt. 

Update, 22. April, 21.50 Uhr: Koalitionäre uneinig über Corona-Kurzarbeitergeld und Gastro-Hilfen

Die Verhandlungen der Spitzen von Union und SPD über weitere Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise ziehen sich deutlich länger hin als ursprünglich geplant. Dem Vernehmen nach stockten die Beratungen am Mittwochabend. 

Grund waren vor allem Differenzen darüber, ob das Kurzarbeitergeld angehoben und die Mehrwertsteuer für Gastronomie und Hotellerie generell auf 7 Prozent gesenkt werden soll. 

Heiko Maas (53, SPD), Bundesaußenminister, wartet auf den Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung.
Heiko Maas (53, SPD), Bundesaußenminister, wartet auf den Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung.  © Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Die geplante Beratung über Finanzhilfen für die Kommunen sei vorerst kein Thema, hieß es.

Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) war am späten Nachmittag mit den Spitzen von CDU, CSU und SPD zu Beratungen zusammengekommen. Zwischenzeitlich hatten auch Finanzminister Olaf Scholz (61, SPD) und Außenminister Heiko Maas (53, SPD) an den Beratungen teilgenommen.

Update, 22. April, 21.33 Uhr: Erstmals Coronavirus in Haustieren in den USA nachgewiesen

In den USA ist erstmals in Haustieren das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. Zwei Hauskatzen im Bundesstaat New York seien positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit. 

Beide Tiere, die an verschiedenen Orten in dem Bundesstaat lebten, hätten Atemwegsbeschwerden aufgewiesen. In einem Fall sei der Besitzer der Katze zuvor positiv auf das Virus getestet worden. Im anderen Fall sei keine Infektion in dem betroffenen Haushalt bekannt.

Die Behörde teilte mit, es gebe derzeit keine Beweise dafür, dass Haustiere eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielten. Es gebe daher keinen Grund für Maßnahmen gegen Haustiere. 

Das Coronavirus verursacht wohl nur eine leichte Infektion bei Tieren.
Das Coronavirus verursacht wohl nur eine leichte Infektion bei Tieren.  © Iskandar/BERNAMA/dpa

Die Gesundheitsbehörde riet dazu, Haustiere außerhalb des eigenen Haushalts möglichst nicht mit anderen Tieren oder Personen in Kontakt kommen zu lassen. Erkrankte Personen sollten sich von ihren Haustieren und von anderen Tieren fernhalten.

Auch nach Einschätzung deutscher Wissenschaftler spielen Haustiere bei der Verbreitung des Coronavirus keine relevante Rolle. 

Für Tierhalter generell, nun aber ganz besonders für Menschen mit Coronavirus-Infektionen, sei es wichtig, Hygieneregeln im Umgang mit ihrem Tier zu beachten, hieß es zuletzt beim Friedrich-Loeffler-Institut. Dazu gehörten zum Beispiel Hände waschen und das Vermeiden von Anniesen oder Anhusten.

Update, 22. April, 21.18 Uhr: Bale spendet über eine Million Euro für Helfer und Krankenhäuser

Fußballprofi Gareth Bale (30) hat dem Nationalen Gesundheitsdienst in seiner Heimat Wales 500.000 Pfund (668 000 Euro) und den Krankenhäusern in Madrid weitere 500.000 Euro gespendet. 

In einem Video, das am Mittwoch in den sozialen Medien von der Cardiff & Vale Health Charity veröffentlicht wurde, dankte Bale allen Mitarbeitern des Gesundheitswesens für ihre "harte Arbeit und Opferbereitschaft" während der Covid-19-Krise.

Fußballprofi Gareth Bale (30).
Fußballprofi Gareth Bale (30).  © Manu Fernandez/AP/dpa

"Das Universitätskrankenhaus von Wales hat einen speziellen Platz in meinem Herzen. Dort bin ich geboren und es hat meine Freunde, meine Familie und die gesamte Gemeinschaft schon unterstützt. Deshalb möchten ich und meine Familie unsere Unterstützung zeigen", sagte er.

Über 20.000 Menschen sind in Spanien an Covid-19 gestorben, und allein in Madrid gab es bisher mehr Todesfälle (7577) als in jeder anderen spanische Region.

Update, 22. April, 21.11 Uhr: Corona-Notstand in Spanien verlängert

Der Regierungschef des von der Corona-Krise besonders schwer getroffenen Spaniens, Pedro Sánchez, hat eine "langsame und schrittweise" Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen ab Mitte Mai in Aussicht gestellt. 

Das spanische Parlament stimmte am Mittwochabend dem von Sánchez vorgelegten Plan zur dritten Verlängerung des Notstandes zur Bekämpfung der Corona-Krise bis einschließlich 9. Mai zu.

Pedro Sanchez, Ministerpräsident von Spanien.
Pedro Sanchez, Ministerpräsident von Spanien.  © Pool/Europa Press/dpa

Update, 22. April, 21.03 Uhr: "Friends"-Stars um Jennifer Aniston laden zum Set ein

Die Starbesetzung der Kult-Serie "Friends" um Jennifer Aniston lädt Fans zu einer Spenden-Challenge ein, um während der Corona-Krise Gelder für Lebensmittel für bedürftige Menschen zu sammeln. 

Die Schauspieler versprechen dem Gewinner der Aktion - samt fünf Begleitern - einen Tag am Set im kalifornischen Burbank, wo demnächst eine Spezial-Sendung mit Aniston und ihren Kollegen Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer gedreht werden soll.

Sie würden sich so freuen, bei dieser Aktion für einen guten Zweck mitzumachen, schrieb Aniston auf Instagram. "Wir hoffen, dass dies ein wenig Spaß bringt, und etwas ist, worauf man sich freuen kann."

Update, 22. April, 20.26 Uhr: Weiter weniger Covid-19-Patienten in Frankreich im Krankenhaus

Gute Nachrichten aus Frankreich: Dort lässt der Druck auf die Krankenhäuser in der Corona-Krise weiter langsam nach. Die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, ist seit rund zwei Wochen rückläufig, wie Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon am Mittwochabend sagte. 

Derzeit würden dort 5218 Patientinnen und Patienten behandelt. Das sind fast 2000 weniger als noch vor zwei Wochen. Auch die Zahl der Covid-19-Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden, gehe weiterhin zurück. Es sind derzeit mehr als 29 700.

Insgesamt zählt Frankreich am Mittwochabend 21.340 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 - davon 13.236 in Krankenhäusern und 8104 in Altersheimen. Innerhalb von 24 Stunden sind in beiden Einrichtungen insgesamt 544 neue Todesfälle gemeldet worden.

Emmanuel Macron (42), Präsident von Frankreich, hat sein Lächeln wiedergefunden.
Emmanuel Macron (42), Präsident von Frankreich, hat sein Lächeln wiedergefunden.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

Update, 22. April, 20.21 Uhr: Verwirrung über Wiederaufbau-Programm der EU-Kommission

Vor dem EU-Gipfel haben Erwägungen aus der EU-Kommission für ein Wiederaufbauprogramm im Umfang von zwei Billionen Euro Verwirrung gestiftet. Ein entsprechendes Papier, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stamme nicht von der Führungsebene der Kommission, sagte ein Sprecher am Donnerstagabend. 

Dies sei nicht der Vorschlag, den Kommissionschefin Ursula von der Leyen (61) den Staats- und Regierungschefs am Donnerstag unterbreiten wolle. Von der Leyen werde auch noch nicht über Zahlen sprechen.

Beim Videogipfel soll der Plan für einen sogenannten Recovery Fund besprochen werden, ein Fonds zur Finanzierung der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise. Von der Leyen wird ihre Ideen dazu vorstellen. 

Ursula von der Leyen (61, links), Präsidentin der EU-Kommission, nimmt am 17. April an einem Treffen der Europäischen Kommission zu den neuesten Entwicklungen im Kampf gegen das Coronavirus teil.
Ursula von der Leyen (61, links), Präsidentin der EU-Kommission, nimmt am 17. April an einem Treffen der Europäischen Kommission zu den neuesten Entwicklungen im Kampf gegen das Coronavirus teil.  © Etienne Ansotte/European Commission/dpa

Einige Elemente sind bereits bekannt, etwa der Vorschlag, dass die Kommission mit Garantien der EU-Staaten aus dem Haushalt selbst über Anleihen Schulden aufnehmen und so EU-Staaten in der Krise unterstützen will.

Solche Elemente werden auch in dem inoffiziellen Arbeitspapier beschrieben. Doch habe dieses Papier in der Kommission nie die Kabinettsebene erreicht, sagte der Sprecher. Von der Leyen hatte öffentlich von nötigen Investitionen in Billionenhöhe nach der Pandemie gesprochen. Schätzungen für den Wiederaufbaufonds gehen von 500 bis 1500 Milliarden Euro aus.

Über das Arbeitspapier hatte zuerst die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Update, 22. April, 20.12 Uhr: Aktuelle Zahlen und Daten in den neuesten Grafiken

Ein gutes Zeichen: Fast zwei Drittel der Infizierten gelten in Deutschland als genesen.
Ein gutes Zeichen: Fast zwei Drittel der Infizierten gelten in Deutschland als genesen.  © TAG24
Offiziell 2,6 Millionen Infizierte weltweit - wie viele es wirklich sind, weiß niemand.
Offiziell 2,6 Millionen Infizierte weltweit - wie viele es wirklich sind, weiß niemand.  © TAG24

Update, 22. April, 19.40 Uhr: Ist man nach durchgestandener Corona-Infektion doch nicht immun?

Die Meldungen, dass geheilte Menschen nach einer Covid-19-Infektion erst Monate später wieder positiv auf das Virus getestet werden, häufen sich. Nach ersten Meldungen aus Südkorea (TAG24 berichtete), schlagen jetzt Behörden aus China Alarm. 

Bis zu 70 Tage nach der vermeintlichen Gesundung wurden plötzlich wieder Coronaviren bei geheilten Patienten nachgewiesen. Die ganze Geschichte >>> hier

Keine guten Nachrichten aus China (Symbolbild).
Keine guten Nachrichten aus China (Symbolbild).  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 22. April, 19.30 Uhr: DER Touristik sagt Reisen bis Mitte Mai ab

Der Veranstalter DER Touristik Deutschland hat seine Reisen für noch längere Zeit abgesagt als bislang. "Aufgrund der aktuellen Information der Bundesregierung zur Urlaubsplanung und der geltenden weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes sagt die DER Touristik Deutschland alle Reisen mit Reisezeitraum bis einschließlich 15. Mai 2020 vorsorglich ab", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zuvor waren bereits die Reisen bis Ende April abgesagt worden.

Kunden mit Reisebuchungen für den Zeitraum vom 16. Mai bis zum 30. Juni hätten die Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung gegen Erhalt eines entsprechenden Gutscheins inklusive eines Preisnachlasses für die nächste Reisebuchung, hieß es weiter. Zu DER Touristik Deutschland zählen die Veranstalter Dertour, ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen und ADAC Reisen.

Eine Tafel mit der Aufschrift: "Bleiben Sie gesund. Der nächste Urlaub kommt bestimmt" steht im Schaufenster eines DER-Reisbüros in Hamburg-Eimsbüttel.
Eine Tafel mit der Aufschrift: "Bleiben Sie gesund. Der nächste Urlaub kommt bestimmt" steht im Schaufenster eines DER-Reisbüros in Hamburg-Eimsbüttel.  © dpa/Georg Wendt

Update, 22. April, 19.19 Uhr: Merkel gibt erste Erklärung zur Corona-Krise ab

Nach rund einem Monat scharfer Beschränkungen in der Corona-Krise gibt Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) am morgigen Donnerstag im Bundestag eine Regierungserklärung zum Vorgehen der großen Koalition ab. Im Anschluss an ihre Rede ist eine anderthalbstündige Debatte vorgesehen. Es wird erwartet, dass sich Merkel auch zu den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Nachmittag äußern wird, bei denen es ebenfalls um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gehen wird.

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am 22. März ein weitgehendes Kontaktverbot für die Bürger und weitere Maßnahmen wie das Schließen vieler Geschäfte beschlossen. Durch das Herunterfahren des öffentlichen und privaten Lebens sollte die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eingedämmt werden. Nach ersten Erfolgen kam es in dieser Woche zu leichten Lockerungen der Beschränkungen. Merkel hat in den vergangenen Tagen jedoch mehrfach vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt und weitere Disziplin angemahnt. Es ist die erste Regierungserklärung Merkels zur Corona-Krise.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) will am morgigen Donnerstag erstmalig eine Regierungserklärung zu Corona-Krise abgeben.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) will am morgigen Donnerstag erstmalig eine Regierungserklärung zu Corona-Krise abgeben.  © dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool

Update, 22. April, 19.13 Uhr: WM-Prozess wird definitiv nicht abgeschlossen

Im Sommermärchen-Prozess in der Schweiz gegen drei frühere DFB-Funktionäre wird es definitiv kein Urteil geben. "Die Verjährung wird am 27. April 2020 eintreten. An den materiellrechtlichen Verjährungsfristen wurde notrechtlich nichts geändert", teilte Bernhard Isenring, Anwalt des wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagten Ex-DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit. Die Angeklagten hätten Anspruch auf Entschädigung, sagte Isenring. Diese werde beantragt. Das Gericht prüft das später.

Am Montagabend hatte das Bundesstrafgericht in Bellinzona entschieden, das seit Mitte März unterbrochene Verfahren wegen der Corona-Krise bis zum 27. April weiter auszusetzen. "Im Ergebnis ist die Einstellung des Verfahrens die einzig mögliche Konsequenz", sagte Isenring.

Neben Niersbach (69) waren der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (74), der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt (78) und Ex-FIFA-Generalsekretär Urs Linsi (70) wegen Betruges angeklagt worden. Alle Beschuldigten hatten die Vorwürfe stets bestritten. 

Im Kern ging es in dem Prozess um eine Überweisung des Deutschen Fußball-Bundes im April 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro über die FIFA an den inzwischen gestorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Im Jahr 2002 hatte der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das letztendlich auf Konten des damaligen FIFA-Finanzchefs Mohamed bin Hammam verschwand. Wofür ist immer noch unklar.

Robert Louis-Dreyfus steht im Zentrum der Ermittlungen, verstarb jedoch am 4. Juli 2009 in Zürich.
Robert Louis-Dreyfus steht im Zentrum der Ermittlungen, verstarb jedoch am 4. Juli 2009 in Zürich.  © dpa/Fabian Matzerath

Update, 22. April, 19.05 Uhr: Italien zählt mehr als 25.000 Corona-Tote

Gut zwei Monate nach den ersten Meldungen zum Corona-Ausbruch in Italien hat die Zahl der registrierten Toten dort die Schwelle von 25.000 überschritten. Der Zivilschutz in Rom berichtete am Mittwoch, dass innerhalb von 24 Stunden 437 neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit verzeichnet worden seien. Damit stieg die offizielle Opferzahl auf 25.085. Insgesamt zählten die Behörden in dem Mittelmeerland seit Februar gut 187.000 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden waren.

Soldaten tragen Schutzanzüge, während sie eine Unterkunft desinfizieren.
Soldaten tragen Schutzanzüge, während sie eine Unterkunft desinfizieren.  © dpa/Marco Alpozzi/LaPresse via ZUMA Press

Update, 22. April, 18.59 Uhr: New Yorks Gouverneur plant "Aufspür-Armee"

Für die Wiedereröffnung von Wirtschaft und Gesellschaft will der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo mit Tausenden Helfern die Corona-Epidemie unter Kontrolle halten. Der Bundesstaat und seine Nachbarn würden eine "Aufspür-Armee" zusammenstellen, die alle Menschen finden sollen, die mit Neuinfizierten in Kontakt standen, um diese dann isolieren zu können. Eine zentrale Rolle soll dabei der ehemalige New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg einnehmen: "Michael Bloomberg wird das Programm entwerfen, er wird das Training entwerfen", sagte Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz am Mittwoch.

Mögliche "Ermittler" könnten aus dem Pool von 35.000 Medizinstudenten der staatlichen und städtischen New Yorker Universitäten rekrutiert werden. Dieses "monumentale Unterfangen" müsse innerhalb von Wochen laufen, sagte Cuomo. Im besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffenen US-Bundesstaat sind die Zahlen der neu Infizierten und ins Krankenhaus Eingelieferten zuletzt deutlich zurückgegangen. Cuomo zufolge lag die Zahl der Todesopfer pro Tag am Mittwoch den dritten Tag zufolge unter der Marke von 500 - deutlich weniger als die knapp 800 vor noch wenigen Tagen. Er warnte bei einer graduellen Lockerung der Ausgangssperren aber vor einer erneuten Explosion der Fälle. 

Andrew Cuomo, Gouverneur von New York.
Andrew Cuomo, Gouverneur von New York.  © dpa/John Minchillo/AP

Update, 22. April, 18.55 Uhr: Grüne lehnen Absenkung der Mehrwertsteuer ab

Die vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) geforderte Absenkung der Mehrwertsteuer lehnt der Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz ab. "Eine einseitige Absenkung der Mehrwertsteuer für eine Branche ist für andere kaum vermittelbar", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen "Mannheimer Morgen" und "Heilbronner Stimme" (Donnerstags Ausgabe). 

Das würde dazu führen, dass andere Branchen das gleiche Privileg verlangen. "Es brechen Einnahmen in Milliardenhöhe weg, so dass maßgeschneiderte Rettungsschirme, Sofort- und Liquiditätshilfen nicht mehr finanzierbar sind", erklärte Schwarz. Der Dehoga fordert als Teil eines Hilfspakets gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Hotels und Gaststätten eine Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent.

Andreas Schwarz, Vorsitzender der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg.
Andreas Schwarz, Vorsitzender der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg.  © dpa/Marijan Murat

Update, 22. April, 18.45 Uhr: Ami-Airline macht 100 Millionen Dollar Verlust - täglich!

Die Corona-Krise hat der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines den ersten Quartalsverlust in fünf Jahren eingebrockt. In den drei Monaten bis Ende März fiel ein Minus von 534 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 493 Millionen Euro) an, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr hatte Delta noch 730 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Die Erlöse gingen um 18 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar zurück.

Die Corona-Pandemie hat den internationalen Flugverkehr nahezu zum Erliegen und die US-Airlines in eine schwere Krise gebracht. Deltas Cash-Reserven lagen zum Quartalsende bei sechs Milliarden Dollar, doch das Unternehmen verbrannte pro Tag 100 Millionen Dollar. Bis Ende Juni will Delta die Verlustrate auf 50 Millionen Dollar begrenzen und die Liquidität auf rund 10 Milliarden Dollar erhöhen.

Delta-Maschinen bleiben immer öfter leer am Boden. (Symbolbild)
Delta-Maschinen bleiben immer öfter leer am Boden. (Symbolbild)  © 123RF/Darryl Brooks

Update, 22. April, 18.33 Uhr: Gericht lehnt Anträge auf Aussetzung der Corona-Verordnung ab

Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat zwei Anträge von Gastronomiebetrieben gegen die jüngste Landesverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abgelehnt. Die Antragstellerinnen betreiben nach Angaben des Gerichts die Innengastronomie in Kaufhäusern und wandten sich gegen die Schließung von Restaurants bis zum 3. Mai. Ihnen drohe nach eigenen Angaben "wirtschaftliche Existenzvernichtung". 

Nach Einschätzung des Gerichts halten sich aber die zeitlich begrenzten Einschränkungen im Rahmen. Die mit der Verordnung verfolgten Ziele, das Infektionsgeschehen einzudämmen, stellten "ein überragendes Gemeinwohlinteresse dar, demgegenüber die Interessen der Antragstellerinnen zurückstehen" müssten, teilte das Gericht am Mittwoch in Saarlouis mit.

Manche Geschäfte in Einkaufszentren dürfen bereits wieder öffnen - Restaurants jedoch nicht. Und das bleibt vorerst so. (Symbolbild)
Manche Geschäfte in Einkaufszentren dürfen bereits wieder öffnen - Restaurants jedoch nicht. Und das bleibt vorerst so. (Symbolbild)  © dpa/Stefan Puchner

Update, 22. April, 18.26 Uhr: Corona-Zahlen in Berlin wahrscheinlich unterschätzt

In Berlin waren am Mittwoch 5355 bestätigte Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Durch eine technische Umstellung bei der Meldesoftware könnte dieser Wert aber unterschätzt sein, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Nach den neuen Daten hätte es im Vergleich zum Dienstag lediglich 14 nachweisliche Neuinfektionen gegeben. Das klingt wenig wahrscheinlich, weil es zuvor pro Tag Dutzende Positiv-Nachweise gab.

Kontaktpersonen werden von den Gesundheitsämtern weiterhin ermittelt und je nach Verdacht isoliert, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Nach wie vor sind die Innenstadtbezirke stärker von Ansteckungen betroffen als der Rand von Berlin. Die meisten nachgewiesenen Infektionen gibt es bei den 25- bis 40-Jährigen. Viele Infizierte gelten aber bereits wieder als genesen.

Update, 22. April, 18.22 Uhr: Bund und Land sollen mehr für Beatmungsplätze zahlen

Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) fordert mehr finanzielle Hilfe zur Bereitstellung von Intensivbetten, wie sie auch schwer kranke Corona-Patienten benötigen. Das berichten die "Heilbronner Stimme" und der "Mannheimer Morgen" am morgigen Donnerstag.

Ein Intensivbehandlungsplatz mit Beatmungsgeräten kostet demnach mindestens 85.000 Euro, von denen der Bund 50.000 Euro übernehmen will. "Es muss schnell geklärt werden, ob die zusätzlichen Kosten auch vom Bund übernommen werden oder das Land Baden-Württemberg hier einspringt und die fehlenden 35.000 Euro übernimmt", sagte BWKG-Hauptgeschäftsführer Matthias Einwag den beiden Zeitungen.

Den Zeitungen zufolge fordert der stellvertretende CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Teufel, dass das Land jeden Beatmungsplatz sogar mit 50.000 Euro bezuschusst. Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) wollte aktuell keine Förderung zusagen. "Was die Frage der Finanzierung angeht, ist es jetzt - mitten im Krisenmanagement - noch zu früh, um Bilanz zu ziehen", sagte eine Sprecherin. Grund ist ihren Angaben nach, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Revision der bisherigen Regelung angekündigt hat.

Beatmungsgeräte stehen in einem leeren Intensivbett-Zimmer der Asklepios Klinik für positiv getestete Corona-Patienten im bayerischen Gauting.
Beatmungsgeräte stehen in einem leeren Intensivbett-Zimmer der Asklepios Klinik für positiv getestete Corona-Patienten im bayerischen Gauting.  © dpa/Peter Kneffel

Update, 22. April, 18.18 Uhr: Volkswagen fährt Produktion wieder hoch

Beim Autobauer Volkswagen läuft am Donnerstag nach mehr als fünf Wochen Corona-Stillstand die Fahrzeugproduktion langsam wieder an. Den Anfang macht das Werk im sächsischen Zwickau, wo seit November mit dem ID3 der vollelektrische Hoffnungsträger des Konzerns gebaut wird. Zeitgleich soll das Motorenwerk Chemnitz schrittweise wieder hochgefahren werden, teilte das Unternehmen im Vorfeld mit. Die Gläserne Manufaktur in Dresden folgt demnach am kommenden Montag, ebenso wie die Werke in Wolfsburg, Emden und Hannover.

Um die Sicherheit der rund 10.000 Mitarbeiter an den drei sächsischen Standorten zu gewährleisten, setzt VW unter anderem auf verschärfte Hygienestandards und kürzere Reinigungsintervalle. So sollen die Arbeiter in Bereichen, in denen Abstände von 1,5 Metern nicht möglich sind, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Zudem sollen die Taktzeiten deutlich verlangsamt werden.

Zwickau ist damit das erste VW-Fahrzeugwerk in Deutschland, das den Betrieb wieder aufnimmt. Im slowakischen Bratislava sind die Bänder schon am Montag angelaufen. Auch einige Komponentenwerke des Konzerns produzieren bereits wieder.

Herbert Diess, VW-Konzernchef, steht am Montageband bei der Produktion des Elektroautos ID.3 im Zwickauer VW-Werk.
Herbert Diess, VW-Konzernchef, steht am Montageband bei der Produktion des Elektroautos ID.3 im Zwickauer VW-Werk.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 18.11 Uhr: Bundeswehr hilft erstmals in Sachsen in Pflegeheim

Erstmals ist in Sachsen die Bundeswehr im Zuge einer Amtshilfe in einem Pflegeheim im Kampf gegen das Coronavirus im Einsatz. In Radeberg (Landkreis Bautzen) helfen sechs Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg bis zunächst 3. Mai aus, unter anderem beim Reinigen, Desinfizieren und Wäsche verteilen. Das sagte der Bürgermeister der Stadt Radeberg, Gerhard Lemm (SPD), am Mittwoch auf Anfrage. 

In dem Heim gibt es bislang 40 Corona-Fälle unter den Bewohnern. Davon sind acht Patienten verstorben. Da mittlerweile auch elf Mitarbeiter infiziert sind, ersuchte Lemm die Bundeswehr um Amtshilfe. "Diese wurde unbürokratisch innerhalb von 24 Stunden genehmigt", sagte Lemm.

Update, 22. April, 18.08 Uhr: In Bad Homburg gilt Maskenpflicht auch für Fußgängerzone

Die Stadt Bad Homburg erlässt für die Fußgängerzone in der Innenstadt eine Maskenpflicht. Von diesem Freitag an muss dort auch im Freien wegen der Corona-Pandemie ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Die Fußgängerzone sei mit einem gut frequentierten Einkaufszentrum vergleichbar, sagte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) am Mittwoch. "Wir haben in den vergangenen Tagen beobachtet, dass wieder viele Menschen unterwegs sind und der Mindestabstand von 1,50 Metern oft nicht eingehalten wird und manchmal auch nur schwer einzuhalten ist."

In ganz Hessen gilt von diesem Montag (27. April) an eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. Es geht um sogenannte Alltagsmasken, auch Schals sind zur Abdeckung von Mund und Nase möglich. "Es macht keinen Sinn, die Maske in einem Geschäft zu tragen und sie abzunehmen, wenn man wieder auf die belebte Fußgängerzone tritt", sagte Hetjes.

Alexander Hetjes (CDU), Oberbürgermeister von Bad Homburg.
Alexander Hetjes (CDU), Oberbürgermeister von Bad Homburg.  © dpa/Andreas Arnold

Update, 22. April, 18.03 Uhr: Polizei löst Demo wegen Corona-Bestimmungen auf

Die Polizei hat in Jena eine Demonstration aufgelöst, die gegen die bis dahin geltende Versammlungsverbot wegen der Coronavirus-Pandemie verstoßen hat. Nach Angaben der Landespolizei vom Mittwoch hatten sich am Dienstag etwa 30 Menschen mit Transparenten in der Jenaer Innenstadt versammelt, um für die Aufnahme von Flüchtlingen zu demonstrieren. Die Demonstration sei nicht angemeldet werden. Die Teilnehmer hätten zwar den Sicherheitsabstand zum Schutz vor Ansteckung eingehalten und auch einen Mundschutz getragen, allerdings verbot die Stadt an Ort und Stelle die Versammlung unter Verweis auf die landesweiten Anti-Corona-Maßnahmen. Die Ansammlung sei "erkennbar eine Demonstration" gewesen, sagte ein Stadtsprecher auf Anfrage.

Am Dienstag waren Demonstrationen noch verboten. Von Donnerstag an sind sie ebenso wie Gottesdienste wieder erlaubt, wie die Landesregierung am Mittwoch mitteilte. Sie dürfen dann mit bis zu 30 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder bis zu 50 Teilnehmern unter freiem Himmel abgehalten werden.

In Jena hatte die Polizei die Personalien der Teilnehmer aufgenommen, um Anzeigen wegen Verstoßes gegen diese Maßnahmen einzuleiten und beschlagnahmte die Kamera-Speicherkarte eines Kameramannes. Nach Darstellung der Polizei hatte sich der Mann, der eine Weste mit dem Aufdruck "Presse" trug, nicht als Medienvertreter ausweisen können. Eine Richterin am Amtsgericht Jena habe dies aber nicht so gesehen, wie die Polizei einräumte. Der Mann habe die Karten daraufhin zurück bekommen, sie seien nicht ausgelesen worden.

Teilnehmer einer Demonstration stehen mit Abstand innerhalb einer Absperrung. (Symbolbild)
Teilnehmer einer Demonstration stehen mit Abstand innerhalb einer Absperrung. (Symbolbild)  © dpa/Marijan Murat

Update, 22. April, 17.56 Uhr: Deutschland fällt auf Maskenbetrüger rein - Gerichtsprozess gestartet

In den Niederlanden müssen sich zwei Männer nach der vorgetäuschten Lieferung von elf Millionen Schutzmasken an Deutschland seit Mittwoch wegen Betrugsverdachts vor Gericht verantworten. Die 51 und 61 Jahre alten Männer hatten nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft eine Anzahlung von knapp 900.000 Euro für die angebliche Lieferung kassiert. Das Geld sei dann aber auf andere Konten im In- und Ausland weitergeleitet worden, ohne dass die von Deutschland bestellten Masken geliefert wurden. Die Männer sollen diese zuvor über eine gefälschte Internetseite angeboten haben.

Zehn Lastwagen hätten bereits zur Abholung der Masken in Deutschland parat gestanden, berichtete die Zeitung "Twentse Courant" vom Start des Prozesses in Zwolle. Die beiden vielfach vorbestraften Männer sollen die Anzahlung zum Begleichen eigener Schulden verwendet und große Summen unter anderem auf das Konto einer nigerianischen Bank transferiert haben. Ein Großteil des Geldes konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft später sichergestellt werden. Der Prozess wurde vorerst unterbrochen, weil die Verteidiger sich über ungenügend Vorbereitungszeit beschwerten.

Pakete mit Schutzmasken.
Pakete mit Schutzmasken.  © dpa/Uwe Anspach

Update, 22. April, 17.51 Uhr: Zusätzliche Liquidität für Unternehmen durch Steuervereinfachung

Unternehmen sollen in der Corona-Krise durch eine vereinfachte Verlustverrechnung zusätzlich Liquidität erhalten. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sollen sie absehbare Verluste mit Steuer-Vorauszahlungen aus dem vergangenen Jahr verrechnen dürfen, um liquide zu bleiben. Das soll für maximal 15 Prozent des Gewinns aus 2019 gelten. Außerdem soll maximal eine Million Euro - bei Verheirateten maximal zwei Millionen - ausgeglichen werden können. Ausgenommen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Gewerbesteuer - wohl, weil die Kommunen sonst stark strapaziert würden.

Mit einer vorgezogenen Verrechnung prognostizierter Verluste aus dem Jahr 2020 mit Gewinnen aus dem Jahr 2019 würde die Erstattung lediglich früher erfolgen.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer lobte den Schritt als wertvolle Hilfe gerade für kleine und mittlere Betriebe. "Sie bekommen nun Cash, den sie dringend brauchen - und zwar nicht als Kredit oder Zuschuss, sondern als Rückerstattung ihres selbstverdienten Geldes durch das Finanzamt", sagte Schweitzer. Viele Unternehmen rechneten allerdings mit deutlich höheren Verlusten als den jetzt pauschal anrechenbaren 15 Prozent des früheren Gewinns. 

Update, 22. April, 17.47 Uhr: Online-Musikfestival mit vielen Stars geplant

In der Corona-Krise veranstaltet das Musiklabel Warner Music gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Online-Festival mit Ausschnitten früherer Konzerte von Stars wie Coldplay, Ed Sheeran oder Bruno Mars. Das "Play On Fest" mit Auftritten von mehr als 65 Musikern und Bands solle vom 24. bis zum 26. April im Internet zu sehen sein, teilte die US-Plattenfirma am Mittwoch mit. Alle Einnahmen - etwa über Spenden oder den Kauf von Merchandise-Ware - sollen der WHO im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu Gute kommen.

Chris Martin, Sänger der Band Coldplay, steht bei einem Konzert im Metlife Stadium auf der Bühne. Ein Konzert der Band wird ebenfalls gestreamt.
Chris Martin, Sänger der Band Coldplay, steht bei einem Konzert im Metlife Stadium auf der Bühne. Ein Konzert der Band wird ebenfalls gestreamt.  © dpa/Scott Roth/AP/Invision

Update, 22. April, 17.43 Uhr: Jugendherbergen in Corona-Not

Die Jugendherbergen in Deutschland sind wegen der Corona-Krise in finanzielle Not geraten - und drängen auf staatliche Hilfe. "Bund und Länder müssen unverzüglich und flächendeckend handeln, Politik überlässt die gemeinnützigen Betriebe des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) in den meisten Bundesländern bislang ohne wirksamen Schutz sich selbst", heißt es in einer Online-Petition des Jugendherbergswerks, die am Montag gestartet wurde.

Sollte die staatliche Hilfe auch weiterhin ausbleiben, "steht das DJH nach 111 Jahren seines Bestehens vor einer mehr als unsicheren Zukunft", erklärte Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz am Mittwoch.

Seit mehreren Wochen seien alle rund 450 Häuser des Jugendherbergswerks geschlossen. Die Gesundheitsbehörden hatten Mitte März die sofortige Schließung aller Jugendherbergen verfügt, um Gäste und Mitarbeiter vor einer Corona-Infektion zu schützen. Die Stornierung fast aller bestehenden Buchungen und der Rückgang von Neubuchungen einerseits sowie laufende Kosten andererseits hätten alle DJH-Landesverbände in massive wirtschaftliche Not gebracht, hieß es.

Blick in ein Zimmer der Jugendherberge Prora auf der Insel Rügen. Durch die Corona-Krise verlieren die Jugendherbergen im Land viele Buchungen.
Blick in ein Zimmer der Jugendherberge Prora auf der Insel Rügen. Durch die Corona-Krise verlieren die Jugendherbergen im Land viele Buchungen.  © dpa/Stefan Sauer/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 17.34 Uhr: TAG24 interviewt Lungenarzt Lüders in Dresden

TAG24: Ab wann wird es möglich sein, wieder gefahrlos Verwandte und Freunde zu besuchen?

Dr. Lüders: "Wenn die Großeltern eine Impfung im Arm haben. Die Experten sind sich noch uneinig. Die Testphasen der Impfstoffe müssen gründlich durchgeführt werden, da man hier einem gesunden Menschen einen Stoff verabreicht. Das heißt, man muss sich ganz sicher sein, dass dieser Impfstoff keinen Schaden macht an einem gesunden Menschen."

TAG24: Kinder sind oft krank. Ist es in Zeiten von Corona ratsam, mit seinen Kindern oder auch selbst zum Arzt zu gehen? Sollten Impf- und Vorsorgetermine verschoben werden?

Dr. Lüders: "Corona ist nicht die einzige Erkrankung und deswegen ist es sinnvoll und notwendig, unter Beachtung der Regeln des Patienten als auch des Arztes, diese Arzttermine wahrzunehmen."

Sonst bestünde die Gefahr, dass Erkrankungen übersehen werden und unbehandelt bleiben. Weiterhin seien auch Impfungen sehr wichtig, da sie zum einen das Immunsystem fordern und trainieren, zum anderen aber auch andere Infektionen in ihrer Verbreitung verhindern, so Dr. Lüders.

Welche Sicherheit Patienten haben, die sich krank fühlen, sich aber nicht beim Arzt mit Corona anstecken wollen, lest Ihr >>> hier.

Update, 22. April, 17.30 Uhr: 1000 Euro Prämie für "Corona-Helden" im Gespräch

Tausende in der Corona-Krise besonders geforderte Landesbeschäftigte in Berlin können sich womöglich über eine Prämie von 1000 Euro freuen. Entsprechende Überlegungen, über die zunächst der RBB berichtete, wurden der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Senatskreisen bestätigt. Es gehe vor allem um Mitarbeiter, die in der Corona-Krise Außergewöhnliches leisteten und in vielen Fällen einer besonderen Gesundheitsgefahr ausgesetzt seien, hieß es.

Zu den Begünstigten sollen nach Recherchen der RBB-"Abendschau" Ärzte und Pfleger der landeseigenen Krankenhauskonzerne Vivantes und Charité zählen, aber auch Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter, Mitarbeiter der Gesundheitsämter, Erzieherinnen und Beschäftigte in Jobcentern. Nach dpa-Informationen ist dieser Vorschlag aber noch nicht das letzte Wort. Er müsse weiter diskutiert werden, hieß es. Beschlossen ist noch nichts.

Die angedachte Prämie geht zurück auf ein Versprechen, das der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in seiner Regierungserklärung zur Corona-Krise am 26. März im Abgeordnetenhaus abgegeben hatte. Finanziert werden soll sie aus dem Topf der sogenannten Berlin-Zulage.

Über 1000 Euro können sich wohl bald zahlreiche Berliner Bedienstete freuen.
Über 1000 Euro können sich wohl bald zahlreiche Berliner Bedienstete freuen.  © 123RF/nehru

Update, 22. April, 17.20 Uhr: Deutschland stellt der EU mehr Geld in Aussicht

Deutschland sieht sich in besonderer Verantwortung bei der Überwindung der Corona-Krise und stellt der Europäischen Union mehr Geld in Aussicht. Dies machten Außenminister Heiko Maas und Europa-Staatsminister Michael Roth am Mittwoch deutlich. Die 27 EU-Länder sind allerdings im Streit über gemeinsame Schulden so weit auseinander, dass vom EU-Gipfel am Donnerstag noch keine Lösung erwartet wird. Ratschef Charles Michel schlug vor, zunächst ein Konsensmodell für eine gemeinsame Antwort auf die Wirtschaftskrise ausarbeiten zu lassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs beraten am Donnerstagnachmittag schon zum vierten Mal seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie. Es wird erwartet, dass sie ein von den Finanzministern ausgehandeltes Hilfspaket im Umfang von 540 Milliarden Euro zur Unterstützung von Arbeitsplätzen, Firmen und verschuldeten Staaten billigen. Umstritten ist indes der Plan für einen sogenannten Recovery Fund, einen Fonds zur Finanzierung der wirtschaftlichen Erholung nach der Krise. Knackpunkt ist die gemeinsame Aufnahme von Schulden über Corona-Bonds oder andere Anleihe-Formen.

Eine Lösung werde nicht binnen zwei Tagen zu finden sein, sagte ein EU-Vertreter mit Einblick in die Verhandlungen. "Das wird seine Zeit brauchen." Zu hoffen sei auf Fortschritte bis Juni oder Juli. Dass es einen Wiederaufbaufonds in Verbindung mit dem nächsten mehrjährigen EU-Budget geben soll, sei Konsens im Kreis der 27 Länder. Doch gingen die Vorstellungen über die Ausgestaltung weit auseinander. Das betrifft auch die Summe. Im Gespräch sind bis zu 1,5 Billionen Euro.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) berät sich morgen mit anderen Staatschefs zu den Geldern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) berät sich morgen mit anderen Staatschefs zu den Geldern.  © dpa/Hannibal Hanschke/Reuters Pool

Update, 22. April, 17.10 Uhr: Steinmeier gibt Ausblick auf wirtschaftliche Zukunft

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64) hat die Bürger auf wirtschaftlich schwierige Zeiten angesichts der Corona-Krise vorbereitet, sich aber mit Blick auf einen Aufschwung im Anschluss optimistisch gezeigt. In seiner neuen Videobotschaft zu Solidarität auch in der Wirtschaft auf und warnte zugleich davor, die Risiken der Krise zu unterschätzen.

"Die Zeit wird nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben", sagte Steinmeier unter anderem. Was er noch zu sagen hatte, lest Ihr >>> hier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64).
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64).  © Jesco Denzel/BPA-POOL/dpa

Update, 22. April, 17.06 Uhr: Corona-Podcast mit Drosten für Grimme Online Award nominiert

Der NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" mit dem Berliner Virologen Christian Drosten ist für den Grimme Online Award nominiert worden. Er gehe in der Kategorie "Information" in das Rennen um die undotierte Auszeichnung, wie die Grimme-Jury am Mittwoch mitteilte. Der Podcast gebe dem Wissenschaftler viel Raum, um über die aktuelle wissenschaftliche Lage und die Forschung zu sprechen, hieß es zur Begründung - und, um sich aufgrund neuer Entwicklungen auch mal zu korrigieren.

Der Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen. Am 25. Juni soll bekanntgegeben werden, wer sie gewinnt. Möglich sind bis zu neun Preisträger - vom Podcast über Multimedia-Reportagen bis hin zu Youtube-Kanälen.

Christian Drosten.
Christian Drosten.  © dpa/Michael Kappeler/dpa-pool

Update, 22. April, 17 Uhr: Der aktuelle Stand in Deutschland und der Welt

In Deutschland stieg die Anzahl an Corona-Fällen insgesamt auf 149.482. Doch über 99.000 Patienten wurden bereits geheilt. Alle Zahlen für Deutschland, Europa und die Welt im Überblick:

So viele Patienten, Geheilte und Todesfälle gibt es in den Bundesländern.
So viele Patienten, Geheilte und Todesfälle gibt es in den Bundesländern.  © TAG24
So ist die Lage in Europa und der Welt.
So ist die Lage in Europa und der Welt.  © TAG24

Update, 22. April, 16.55 Uhr: Autozulieferer Ifa bereitet Hochfahren der Produktion vor

Sachsen-Anhalts größter Autozulieferer Ifa bereitet sich darauf vor, seine Produktion in der Corona-Krise wieder hochzufahren. Hintergrund ist die Ankündigung von Volkswagen, die Produktion wieder anlaufen zu lassen, wie Ifa-Chef Arno Haselhorst in einem Interview der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte. Schrittweise könnten auch andere Hersteller dazukommen, die Kunde bei Ifa sind. "Wir treffen daher auch bei uns Vorbereitungen für den Hochlauf." Das Unternehmen habe den Vorteil, dass die Produktion stark automatisiert sei und Abstandsregeln vergleichsweise leicht eingehalten werden könnten, sagte Haselhorst.

Aufgrund der Corona-Pandemie steht die Produktion bei Ifa derzeit größtenteils still, wie Haselhorst sagte. In Haldensleben würden nur kleine Mengen an Teilen hergestellt, die Autohersteller beim Hochfahren der Produktion zunächst benötigten. 

Update, 22. April, 16.50 Uhr: Bulgarien will Schautzausrüstung nicht exportieren

Bulgarien hat im Kampf gegen das neue Coronavirus den Export von Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung in Drittstaaten verboten. Ziel sei es, das Risiko zu verringern, dass Menschen, die bei der Bekämpfung des Coronavirus ganz vorne dabei seien, ohne angemessenen Schutz blieben, begründete die Regierung ihren Beschluss vom Mittwoch. Das Verbot gelte für Desinfektionsmitteln sowie Einwegoveralls, medizinische und chirurgische Einwegmasken, Schutzbrillen, Latex- und Nitril-Einmalhandschuhe sowie Fußschutz.

Außerdem wurden die staatlichen Versorger mit Medikamenten, medizinischen Erzeugnissen und Schutzmitteln von Zollabgaben und der Mehrwertsteuer befreit. Eineinhalb Monate nach dem ersten nachgewiesenen Covid-19-Fall in Bulgarien stieg die Zahl der identifizierten Coronavirus-Fälle am Mittwoch auf 1024 – unter ihnen sind 83 Ärzte und Krankenschwestern. In dem Balkanland starben amtlichen Angaben zufolge 49 Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion.

Boiko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien. (Archivbild)
Boiko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien. (Archivbild)  © dpa/Sina Schuldt

Update, 22. April, 16.40 Uhr: Innung fordert Öffnung der Bäckerei-Cafés

Sachsens Bäcker haben eine schrittweise Öffnung der Bäckerei-Cafés trotz der Corona-Pandemie unter angemessenen Hygienemaßnahmen gefordert. Es sei durchaus möglich, in den Cafés ausreichend Abstand zu gewährleisten, sagte Landesobermeister Roland Ermer vom Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen am Mittwoch. 

"Bäckerei-Cafés sind in der Regel keine Treffpunkte größerer Gruppen. Sie dienen eher als Sitzgelegenheit bei einer typischerweise kurzen Verweildauer". Zudem forderte der Verband die Verringerung des Mehrwertsteuersatzes auf gastronomische Leistungen von derzeit 19 Prozent auf den für Lebensmittel geltenden Satz von 7 Prozent.

Eine Umfrage unter 48 Betrieben habe ergeben, dass 79 Prozent der Bäcker von Umsatzrückgängen betroffen seien, teilte der Verband mit. Demnach müssen die Bäckereien bis zu 80 Prozent Einbußen verkraften. In Sachsen gibt es rund 970 Bäckereien.

Das Café bleibt geschlossen. Kunden können nur Warten, Kaufen und danach direkt wieder gehen.
Das Café bleibt geschlossen. Kunden können nur Warten, Kaufen und danach direkt wieder gehen.  © dpa/Georg Wendt

Update, 22. April, 16.30 Uhr: Deutschland verspielt vielleicht Corona-Vorsprung

Der Virologe Christian Drosten sieht die Gefahr, dass Deutschland bisherige Erfolge bei der Corona-Eindämmung verspielt und die Situation entgleitet. Er bedauere es derzeit "so sehr zu sehen, dass wir gerade dabei sind, vielleicht diesen Vorsprung hier komplett zu verspielen", sagte der Leiter der Virologie der Charité am Mittwoch im NDR-Podcast. Deutschland zähle im internationalen Vergleich zu den erfolgreichsten Ländern bei der Pandemie-Bekämpfung, weil der Ausbruch sehr früh erkannt worden sei.

Drosten kritisierte, dass nun wieder komplette Shoppingmalls voller Menschen seien, weil die einzelnen Geschäfte darin kleiner seien als 800 Quadratmeter. "Man muss sich da schon mal fragen, ob das alles noch wirklich sinnvoll ist." Mit Blick auf Anfragen, die ihn erreichten, warnte er auch vor "Einzelauslegungen" nach den ersten Lockerungen: "Wenn alle anfangen, sich die eigenen Interpretationsspielräume auszulegen ganz frei, dann starten an vielen Orten in Deutschland plötzlich neue Infektionsketten."

Es würde ihn dann nicht wundern, wenn man über den Mai und in den Juni hinein in plötzlich eine Situation komme, "die wir nicht kontrollieren können, wenn wir nicht aufpassen", betonte Drosten. Es gebe dann viel mehr Startpunkte für das Virus als zu Beginn der Epidemie. Aktuell sei Deutschland in einem sehr fragilen Bereich, sagte Drosten mit Blick auf die zuletzt vom Robert Koch-Institut auf 0,9 geschätzte Reproduktionszahl. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte einen anderen Menschen ansteckt.

Christian Drosten, Direktor, Institut für Virologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin, aufgenommen nach einer Pressekonferenz.
Christian Drosten, Direktor, Institut für Virologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin, aufgenommen nach einer Pressekonferenz.  © dpa/Michael Kappeler/dpa-pool

Update, 22. April, 16.25 Uhr: Bundeswehr unterstützt Hamburger Pflegeheime

Angesichts vieler Corona-Fälle in Hamburger Pflegeheimen werden die Einrichtungen ab sofort von der Bundeswehr personell unterstützt. Wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Strocks (SPD) am Mittwoch mitteilte, stehen dafür bis zu 52 Soldaten bereit. Sie seien im Rahmen der Amtshilfe angefordert worden. Zehn Soldaten hätten eine spezielle Sanitätsausbildung, die anderen würden als "Helfer in Uniform" nicht-pflegerische Aufgaben übernehmen und auf diese Weise das Pflegepersonal spürbar entlasten, hieß es.

Aktuell sind nach Behördenangaben in 32 der rund 150 Hamburger Pflegeheime insgesamt 325 Bewohner positiv getestet worden. In 14 Einrichtungen gibt es jeweils mehr als fünf Covid-19-Erkrankungen.

"Auf den Hamburger Pflegeeinrichtungen liegt momentan unser ganzes Augenmerk, da vor allem pflegebedürftige und ältere Menschen durch das Coronavirus besonders gefährdet sind", sagte die Senatorin. Zudem sei das Personal unter anderem durch Quarantänemaßnahmen und Krankheitsausfälle reduziert. "Jede helfende Hand wird dort gebraucht." Die Bundeswehr stehe der Stadt nicht nur in guten Zeiten zur Seite, "sondern auch und gerade in der Krise", erklärte der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Michael Giss. 

Update, 22. April, 16.15 Uhr: 733 Strafanzeigen wegen Corona-Soforthilfe-Betrugs in NRW

Wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen für Selbstständige und Kleinunternehmer sind bisher 733 Strafanzeigen eingegangen. Über gefälschte Antragsseiten sollen Unbekannte Daten abgegriffen und mit falschen Kontoverbindungen weitergeleitet haben, um an die Soforthilfen zu gelangen. Die Schadenssumme lasse sich voraussichtlich in den nächsten Tagen abschätzen, meinte Schürmann. Bisher wisse er nur von einem Fall, in dem die Betrugsmasche tatsächlich zu einer Auszahlung geführt habe.

Zudem werde wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug ermittelt, nachdem einigen Geldhäusern auffällige Konto-Bewegungen aufgefallen seien, schilderte Schürmann. Zuvor hatte die Essener Staatsanwaltschaft berichtet, Banken hätten Ermittler über "unplausible Eingänge von Hilfsgeldern auf Konten von Kunden" informiert. Auch die Duisburger Staatsanwaltschaft sei involviert. Dem Vertreter des Innenministeriums zufolge ist das Ausmaß noch unklar.

Update, 22. April, 16.10 Uhr: Pandemie-Gesetz für NRW wird wegen Panne berichtigt

Nach einer Panne bei der Verkündung des neuen Pandemie-Gesetzes für NRW wird es nun berichtigt. Wie ein Sprecher des Landtags am Mittwoch sagte, habe man der Landesregierung das "Einvernehmen" zu einem förmlichen Berichtigungsverfahren erklärt. Die Landesregierung muss den Text nun neu im Gesetzesblatt veröffentlichen.

Wenige Tage nach Verkündung des Pandemie-Gesetzes war aufgefallen, dass ein Absatz zu kommunalen Finanzen verloren gegangen war. Die Landtagsverwaltung hatte einen "redaktionellen Übertragungsfehler" eingeräumt und sich für das Versehen entschuldigt.

Update, 22. April, 16.04 Uhr: Kramp-Karrenbauer fürchtet um Handlungsfähigkeit des Bundestags

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat davor gewarnt, mit zu weitreichenden neuen finanziellen Beschlüssen in der Corona-Krise die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung zu gefährden. "Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, müssen so sein, dass wir auch in Zukunft finanzielle Möglichkeiten haben", sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch kurz vor einer Sitzung des Koalitionsausschusses der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Bundesregierung muss handlungsfähig bleiben, um weitere Maßnahmen in den kommenden Monaten finanziell stemmen zu können."

"Wir müssen ernsthaft prüfen, ob die getroffenen Maßnahmen wirken oder wir nachschärfen müssen", sagte Kramp-Karrenbauer weiter. "Wir können uns ein leistungsstarkes Sozialsystem nur mit einer gut laufenden Wirtschaft sichern. Dafür müssen wir alles tun."

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).  © dpa/Michael Kappeler

Update, 22. April, 15.58 Uhr: Masken-Drive-In verursacht Mega-Stau

Eine mehrere Hundert Meter lange Autoschlange hat sich beim Ludwigsburger "Masken-Drive-in" gebildet. Innerhalb kurzer Zeit seien am Mittwoch 2000 Schutzmasken verkauft worden, sagte Rabea Knosch von der Corona-Hilfegruppe Ludwigsburg. 

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In einem Drive-In der Corona-Hilfegruppe Ludwigsburg und der Druckerei Photofabrics werden Mundschutz-Masken an Autofahrer verkauft.
In einem Drive-In der Corona-Hilfegruppe Ludwigsburg und der Druckerei Photofabrics werden Mundschutz-Masken an Autofahrer verkauft.  © dpa/Andreas Rosar

Update, 22. April, 15.53 Uhr: Zahl britischer Corona-Toter könnte doppelt so hoch sein

In Großbritannien könnten einem Bericht der "Financial Times" zufolge bereits doppelt so viele Menschen infolge der Coronavirus-Pandemie gestorben sein wie bisher angenommen. Das geht aus Hochrechnungen der Zeitung auf Grundlage von Zahlen des britischen Statistikamts ONS hervor. Demnach könnten bereits 41.000 Menschen im Zuge der Pandemie gestorben sein. Das sind weit mehr als die offiziellen Zahlen bisher vermuten lassen: Dem Gesundheitsministeriums zufolge starben nachweislich bis Montag etwa 17.300 Menschen an der Lungenkrankheit in Krankenhäusern des Landes. Nicht eingerechnet sind dabei die Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten.

Grundlage für die Berechnung der "Financial Times" ist die Übersterblichkeit in Großbritannien, die vom Statistikamt für die Woche bis zum 10. April mit etwa 8000 angegeben wurde. Das bedeutet, innerhalb von nur einer Woche starben in dem Land 8000 Menschen mehr als im Durchschnitt der Vorjahre. Diese Todesfälle rechnet das Blatt der Coronavirus-Pandemie zu.

Erklärt werden könnte das beispielsweise durch unerkannte Covid-19-Erkrankungen oder durch indirekte Todesfälle, beispielsweise weil die Kapazitäten im Gesundheitswesen durch die Pandemie ausgelastet sind und Patienten an Leiden sterben, die zu anderen Zeiten behandelbar gewesen wären. Hochgerechnet bis zum 21. April ergibt sich daraus die Summe 41.000 - jedoch unter der Annahme, dass das Verhältnis zwischen Übersterblichkeit und in Krankenhäusern gemeldeten Todesfällen gleich geblieben ist.

Eine Frau joggt an einem Krankenwagen am Paradeplatz «Horse Guards Parade» im Zentrum der Stadt vorbei.
Eine Frau joggt an einem Krankenwagen am Paradeplatz «Horse Guards Parade» im Zentrum der Stadt vorbei.  © dpa/Kirsty O'connor/PA Wire

Update, 22. April, 15.51 Uhr: Corona-Bonus für Pflegekräfte rückt näher

Für Beschäftigte in der Altenpflege rückt eine Bonuszahlung von bis zu 1500 Euro wegen der besonderen Belastungen in der Corona-Krise näher. Wie die Gewerkschaft Verdi und Verbände der Pflege-Arbeitgeber am Mittwoch mitteilten, haben Experten aus der Branche der Bundesregierung einen Vorschlag dafür vorgelegt. Er sieht eine gestaffelte Prämie vor, von der Pflegekräfte, Auszubildende und auch andere Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen profitieren sollen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) betonten, dass Pflegekräfte für die Corona-Krise einen Bonus verdient hätten. Spahn machte deutlich, dass es nun auch um eine faire Verteilung der Kosten gehe. Über die Frage, welche Teile der Bund, die Pflegekassen, die Länder mit eigenen Programmen und die Arbeitgeber übernehmen könnten, sei in den nächsten Tagen zu sprechen. Spahn betonte, er wolle eine Lösung erreichen, die nicht zu einer Erhöhung der Eigenanteile der Pflegebedürftigen führe.

Pfleger sollen schon bald einen Bonus für ihre Corona-Arbeit bekommen.
Pfleger sollen schon bald einen Bonus für ihre Corona-Arbeit bekommen.  © dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 15.49 Uhr: Schwedische Fußball-Liga plant baldigen Saisonstart

Der schwedische Profifußball will Mitte Juni mit dem Spielbetrieb beginnen. Auf der Interseite der Fußball-Liga hieß es, dass die 32 Mitgliedsclubs ab dem 14. Juni wieder spielen wollen. Ursprünglich sollte die Saison am 4. April starten, wegen des Corona-Ausbruchs mussten aber alle Partien verschoben werden.

Man warte nun auf den internationalen Kalender der UEFA, bevor die genauen Termine festgelegt würden, hieß es in der Mitteilung. Das Ziel sei es, vor Publikum zu spielen, das sei aber von den Richtlinien zum Schutz vor dem Corona-Virus abhängig. In Schweden sind bislang Versammlungen von bis zu 50 Menschen erlaubt. Die Liga hofft, Mitte Mai mehr Klarheit darüber zu haben, ob Zuschauer zugelassen werden können.    

Update, 22. April, 15.47 Uhr: Renault nimmt Produktion in Frankreich wieder auf

Der Autobauer Renault hat nach mehreren Wochen Stillstand wegen der Coronavirus-Pandemie die Produktion an mehreren Standorten in Frankreich wieder aufgenommen. In den Fabriken in Cléon, Le Mans und Choisy-le-Roi werde seit dieser Woche wieder produziert, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch. Die Wiederaufnahme der Produktion gehe jedoch nur "sehr sehr schrittweise" und mit wenigen Arbeitern vonstatten, sagte die Konzernsprecherin. Die Vorgaben der Gesundheitsbehörden würden strikt eingehalten.

Renault hatte Mitte März nach eigenen Angaben zwölf Fabriken in Frankreich mit rund 18.000 Beschäftigten wegen der Gesundheitskrise temporär geschlossen. In der kommenden Woche soll dem Konzern zufolge ein weiteres Werk in Flins-sur-Seine wieder geöffnet werden. Weitere Fabriken sollten dann schrittweise hinzukommen. 

Ein Renault steht auf einem Parkplatz vor der Zentrale des französischen Autoherstellers.
Ein Renault steht auf einem Parkplatz vor der Zentrale des französischen Autoherstellers.  © dpa/Christophe Ena/AP

Update, 22. April, 15.40 Uhr: Menschen in ganz Deutschland müssen Masken tragen

Im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus müssen sich die Menschen in ganz Deutschland auf das Tragen von Masken einstellen. Eine Tragepflicht soll in allen Bundesländern im öffentlichen Nahverkehr und mit wenigen Ausnahmen auch beim Einkaufen gelten.

Alles zu den neu beschlossenen Regeln lest Ihr >>> hier.

An diesen Terminen startet die Maskenpflicht in den Bundesländern.
An diesen Terminen startet die Maskenpflicht in den Bundesländern.  © TAG24

Update, 22. April, 15.36 Uhr: Simulation zeigt, mit Schulstart steigt die Gefahr von Infektionen

Mit der geplanten Schulöffnung in Rheinland-Pfalz steigt laut den Simulationen eines Teams von Wissenschaftlern die Gefahr von Infektionen mit dem Coronavirus. "Auf Basis unserer vorläufigen Simulationen müssen wir das kritisch sehen", sagte Thomas Götz, Professor für Angewandte Mathematik an der Universität Koblenz-Landau, am Mittwoch. "Bei einer Öffnung der Schulen besteht die Gefahr, dass die Zahl der Infektionen wieder stark ansteigt."

Das Forscherteam, bestehend aus Thomas Götz, Wolfgang Bock (Technische Universität Kaiserslautern) und Jan Pablo Burgard (Universität Trier), hatte mit mathematischen Computersimulationen hochgerechnet, wie sich die Schulöffnung auf die Zahl der Infektionen auswirken könnte. Auf Basis ihrer Ergebnisse kritisierten die Experten die geplante Schulöffnung am kommenden Montag. Das sei verfrüht.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Schulen in Rheinland-Pfalz seit dem 16. März geschlossen. Das Virus ist hochansteckend. Von Montag an soll der Unterricht im Bundesland für einige Abschlussklassen wieder beginnen. Später sollen weitere Schülergruppen folgen.

Ein Schild am Eingang der Grundschule im Koblenzer Stadtteil Neuendorf weist auf die Schließung der Schule hin.
Ein Schild am Eingang der Grundschule im Koblenzer Stadtteil Neuendorf weist auf die Schließung der Schule hin.  © dpa/Thomas Frey

Update, 22. April, 15.33 Uhr: Unis in Dresden und London untersuchen Corona-Auswirkungen auf Unternehmer

An der TU Dresden läuft in Kooperation mit dem King's College London eine Studie zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Solo-Selbstständige und Unternehmer. Die Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie befragt dazu online Betroffene in Deutschland, Polen, Spanien und Großbritannien nach den Herausforderungen, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Aktuell werden Freiwillige gesucht, die Teilnahme ist anonym. Die nötige Mindestzahl liegt bei 1000. Je mehr Teilnehmer es seien, desto aussagekräftiger seien die Ergebnisse, sagte Studienleiterin Dominika Wach.

Neben den wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen wollen die Wissenschaftler auch persönliche und gesundheitliche Folgen für die Geschäftseigentümer erfassen und auf Basis der Ergebnisse gezielte Hilfestellungen erarbeiten. Wach hofft auf Informationen zu Risiken und Chancen der Krise unter Berücksichtigung der länderspezifischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. 

Passanten laufen an einem Gebäudeplan der Technischen Universität in Dresden vorbei.
Passanten laufen an einem Gebäudeplan der Technischen Universität in Dresden vorbei.

Update, 22. April, 15.28 Uhr: AfD ist gegen Maskenpflicht und fordert Schluss mit Shutdown

Die Thüringer AfD-Landtagsfraktion hat sich in der Corona-Krise gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen und fordert ein schnelles Ende etlicher Schutzbestimmungen. "Die Resultate der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vollbremsung sind desaströs und werden mit jedem weiteren Tag verheerender", heißt es in einem Positionspapier der Fraktion, das ihr Vorsitzender Björn Höcke am Mittwoch in Erfurt vorstellte. Es gelte nun, rasch einen Weg aus dem Ausnahmezustand zu finden. "Deutschland und Thüringen müssen so schnell wie möglich raus aus der Corona-Starre."

In dem Papier fordert die AfD-Fraktion die Landesregierung auf, "einen Zeit- und Maßnahmenplan zur zügigen Beendigung des Ausnahmezustandes in Thüringen vorzulegen und dabei auf zweifelhafte Mittel wie eine allgemeine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens zu verzichten". In Thüringen müssen die Menschen ab Freitag in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften einen Nasen- und Mundschutz anlegen. Höcke betonte, die Abstandsregeln seien viel wichtiger.

Björn Höcke, Fraktionschef der AfD im Thüringer Landtag, protestiert mit Mitgliedern und Anhängern der AfD am Thüringer Landtag. (Archivbild)
Björn Höcke, Fraktionschef der AfD im Thüringer Landtag, protestiert mit Mitgliedern und Anhängern der AfD am Thüringer Landtag. (Archivbild)  © dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 15.24 Uhr: Arzt mahnt: "Maskenpflicht kommt spät - kein Modeaccessoire"

Die in Bayern von Montag an landesweit geltende Maskenpflicht in Läden und Nahverkehr hätte nach Einschätzung des Münchner Corona-Experten Clemens Wendtner bereits vor Wochen kommen sollen. "Ich bin froh, dass es jetzt passiert", sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der im Januar die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte. Wendtner mahnte die Menschen, sich an die neue Vorschrift zu halten. "Das ist nicht ein Modeaccessoire. Das Stück Stoff hat den Zweck, Mitmenschen zu schützen."

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina habe bereits in ihrer Stellungnahme am 21. März Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum angemahnt, sagte Wendtner, der an den Empfehlungen mitgewirkt hatte. Am 3. April konkretisierte die Leopoldina ihre Empfehlung: "Da sich eine große Zahl unerkannt Erkrankter ohne Symptome im öffentlichen Raum bewegt, schützt ein Mund-Nasen-Schutz andere Menschen, verringert damit die Ausbreitung der Infektion und senkt somit mittelbar das Risiko, sich selbst anzustecken." Eine schrittweise Lockerung der Einschränkungen solle daher mit dem flächendeckenden Tragen von Mund-Nasen-Schutz einhergehen.

"Diese Empfehlung der Leopoldina gilt im Übrigen auch für Bildungseinrichtungen, also auch für Schulen", ergänzte Wendtner. Laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) soll es an Bayerns Schulen keine generelle Maskepflicht geben.

Eine Schutzmaske sollte nun flächendeckend getragen werden.
Eine Schutzmaske sollte nun flächendeckend getragen werden.  © dpa/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 15.20 Uhr: Ministerpräsident sieht Nachholbedarf beim Kurzarbeitergeld

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat sich in der Corona-Krise für ein höheres Kurzarbeitergeld ausgesprochen. Darüber gebe es in Sachsen ein gemeinsames Verständnis. 60 bis 67 Prozent seien für Menschen mit einem niedrigen Einkommen zu wenig, sagte er am Mittwoch in Dresden beim täglichen Video-Briefing der Regierung. Deshalb unterstütze man Bemühungen, zu einem Wert von 80 bis 85 Prozent vom letzten Nettolohn zu kommen. "Ich denke, vor allen in den Bereichen, wo die Einkommen sehr niedrig sind, ist das zwingend geboten und sollte auch ergriffen werden."

Auch mit Blick auf die geforderte Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie wäre ein Zeichen des Koaltionsausschusses in Berlin am Mittwochabend "mehr als wünschenswert", so Kretschmer. "Die Unternehmen brauchen ein Licht am Ende des Tunnels."

Einen Mundschutz setzt sich Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, auf.
Einen Mundschutz setzt sich Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, auf.  © dpa/Peter Endig/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 15.15 Uhr: Zweite Corona-Infektionswelle im Herbst befürchtet

Der Vorstandschef des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), Burkhard Göke, befürchtet eine zweite Corona-Infektionswelle im Herbst dieses Jahres. Sie könnte nach den Sommermonaten, "wenn die Erkältungsjahreszeit kommt", ausbrechen, sagt Göke am Mittwoch in Hamburg. "Wir machen uns sehr große Sorgen zur Logistik der Diagnostik." 

Wenn in der zentralen Notaufnahme dann viele Patienten mit Erkältungskrankheiten sitzen, werde das UKE gehalten sein, bei jedem einen Abstrich vorzunehmen, möglicherweise dann nochmals im Intervall. "Wir haben jetzt bis an die Grenze der Verfügbarkeit unsere diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft", mahnte Göke.

Des weiteren sorge ihn, dass im Herbst auch die Influenza-Welle losgeht, ergänzte der ärztliche Direktor des UKE. Die Vorstellung, dass sich eine - durchaus belastende - Influenza-A-Infektion dann paare mit einer Covid-19-Infektion, bereite ihm Kopfzerbrechen.

Blick auf den Eingangsbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).
Blick auf den Eingangsbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).  © dpa/Bodo Marks

Update, 22. April, 15.12 Uhr: Wirtschaftsminister hat Konzept für Wiedereröffnung von Gaststätten

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat den Gastwirten die Wiedereröffnung ihrer Betriebe in Aussicht gestellt. NRW arbeite mit Baden-Württemberg und anderen Bundesländern an einem gemeinsamen Konzept für Öffnungsschritte nach dem 4. Mai, sagte Pinkwart am Mittwoch in Düsseldorf. Das Konzept solle bis zur nächsten Beratungsrunde zwischen Bund und Ländern vorliegen.

Bestand zahlreicher Betriebe und Arbeitsplätze in der Gastronomie sei gefährdet. "Deshalb benötigen wir jetzt schnell eine wohlüberlegte, differenzierte und zwischen den Bundesländern abgestimmte Vorgehensweise", sagte Pinkwart.

Dieser Biergarten bleibt vorerst geschlossen.
Dieser Biergarten bleibt vorerst geschlossen.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 22. April, 15.05 Uhr: Spahn will Gesundheitsämter personell und digital stärken

Mit einem Zehn-Punkte-Plan will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die deutschen Gesundheitsämter personell und digital stärken. Sein Plan im Detail:

  • Für je 20.000 Einwohner einer Gemeinde soll ein Team aus fünf Beamten die Kontakte der Infizierten verfolgen.
  • 105 mobile Teams sollen die Gesundheitsämter dabei unterstützen.
  • Medizinstudierende sollen in den Ämtern eingesetzt werden, um größere Personalressourcen aufzubauen.
  • Eine Service-Einheit "Kontaktstelle Kommunaler Öffentlicher Gesundheitsdienst" soll beim RKI mit 40 Mitarbeitern geschaffen werden.
  • Der Meldeweg von Sars-Cov-2-Erregernachweisen soll digitalisiert werden.
  • Die Ämter sollen mit einem speziellen Förderprogramm technisch aus- und aufgerüstet werden.
  • Kontaktpersonen sollen per App nachverfolgt werden.
  • Die Gesundheitsämter bekommen eine Online-Plattform "Quarantäne-Tagebuch", möglicherweise auch für Betroffene.
  • Die Datenspende-App des RKI soll zur freiwilligen Übermittlung von verschiedenen Daten genutzt werden.
  • Patienten, die davon ausgehen, am Coronavirus zu leiden, sollen ihre Symptome online überprüfen lassen können und anschließend konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen bekommen.

Der Plan wurde am Mittwochmittag auf Twitter vorgestellt.

Update, 22. April, 14.44 Uhr: Verbraucherzentrale fordert: Bezahlte Reisen müssen erstattet werden

Angesichts zahlreicher Beschwerden von Kunden hat die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Reiseunternehmen daran erinnert, dass sie die Kosten für bezahlte, aber wegen Corona stornierte Reisen erstatten müssen. Mehrere Unternehmen beriefen sich zu Unrecht auf die geplante Gutscheinregelung der Bundesregierung und verschwiegen dabei, dass diese noch nicht gültig und damit für Verbraucher nicht bindend sei, erklärte die Verbraucherzentrale am Mittwoch in Kiel.

Pauschalreisenden stehe die Erstattung des gesamten bereits gezahlten Reisepreises innerhalb von 14 Tagen zu - unabhängig davon, ob der Anbieter oder der Kunde selbst storniert habe. Mit der Schließung der Grenzen und dem Verbot touristischer Reisen in Deutschland haben Verbraucher nach Auffassung der Verbraucherzentrale auch bei einzeln gebuchten Leistungen wie Flügen oder Unterkünften ein Recht auf kostenfreie Stornierung, zumindest dann, wenn sie nach deutschem Recht gebucht haben.

Der Bundestag wollte am Mittwoch über die von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung debattieren. Die Verbraucherzentrale rief dazu auf, mit Briefen an Abgeordnete gegen die angestrebte Regelung zu protestieren.

Update, 22. April, 14.40 Uhr: Strandkorbvermieter schöpfen Hoffnung

Nach dem Zurückrudern der Landesregierung beim Verbot von Autokinos schöpfen auch Strandkorbvermieter wieder Hoffnung. Der Vermieter Mayk Borchardt in Zinnowitz auf Usedom rechnet damit, dass in diesem Sommer trotz der Corona-Krise Strandkörbe an der Ostsee stehen werden

Der durch die Strandkorb-Weltmeisterschaften bekannte Unternehmer nannte am Mittwoch drei Punkte, auf die sich sein Optimismus gründet: Das sei die Vernunft der Menschen, die es bereits gelernt hätten, Abstand zu halten. Es gebe genügend Platz am Strand, der auf Usedom etwa 42 Kilometer lang und 70 bis 200 Meter breit sei. Nach seiner Rechnung wäre Platz für 262.500 Gäste.

Zum dritten seien die Strandkörbe schon in den Vorjahren mit einem Abstand von etwa fünf Metern zueinander aufgestellt worden, weil die Nutzer ihre Intimsphäre einfordern. Borchardt zufolge wäre es für die Vermieter kein Problem, die Rahmen der Strandkörbe zu desinfizieren.

Verschlossene Strandkörbe stehen hintereinander aufgereiht an der Promenade am Schönberger Strand.
Verschlossene Strandkörbe stehen hintereinander aufgereiht an der Promenade am Schönberger Strand.  © dpa/Frank Molter

Update, 22. April, 14.37 Uhr: Erste Coronavirus-Todesfälle in USA früher als bislang bekannt

In den USA ist es bereits früher zu ersten Todesopfern im Zusammenhang mit einer Infektion durch das neuartige Coronavirus gekommen als bislang bekannt. Die Gesundheitsbehörden des Bezirks Santa Clara teilten am Dienstagabend (Ortszeit) mit, Gerichtsmediziner hätten bei zwei Toten Autopsien ausgeführt, die am 6. und 17. Februar gestorben seien. Die US-Gesundheitsbehörde CDC habe nun bestätigt, dass in Gewebeproben das Sars-CoV-2-Virus festgestellt worden sei. 

Die US-Behörden hatten am 29. Februar im Bundesstaat Washington das erste Todesopfer infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet.

Update, 22. April, 14.33 Uhr: Spahn sieht Impfstoffstudie als gutes Signal

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Zulassung eines ersten deutschen Corona-Impfstoffkandidaten für klinische Tests als "gutes Signal" bezeichnet. Der CDU-Politiker schränkte am Mittwoch in Berlin aber ein, es werde noch Monate dauern, bis tatsächlich ein Impfstoff zur Verfügung stehen könne. "Aber dass wir das überhaupt jetzt mal aus den Laboren heraus erproben können, ist schon ein qualitativer Schritt."

Das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte zuvor mitgeteilt, dass das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhält, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen. Es ist die erste Zulassung für solche Tests in Deutschland. In anderen Ländern laufen Spahn zufolge bereits entsprechende Studien.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Regierungsbefragung im Plenum in Bundestag.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Regierungsbefragung im Plenum in Bundestag.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 22. April, 14.30 Uhr: Maskenpflicht kommt bundesweit ins Rollen

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus müssen sich die Menschen in ganz Deutschland auf das Tragen von Masken einstellen. Am Mittwoch kündigte auch Bremen als letztes Bundesland eine Plicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an: Sie solle am Freitag beschlossen werden und ab Montag (27. April) für den Nahverkehr und das Einkaufen gelten, teilte ein Sprecher der Landesregierung mit. Eine Tragepflicht soll in allen Bundesländern im öffentlichen Nahverkehr und mit wenigen Ausnahmen auch beim Einkaufen gelten.

Weitere Landesregierungen hatten zuvor ähnliche Schritte angekündigt. Auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Brandenburg soll am kommenden Montag die Maskenpflicht kommen.

In Brandenburg soll sie allerdings nur im öffentlichen Nahverkehr gelten, wie Landesinnenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags ankündigte. Das Landeskabinett will am Donnerstag die Maskenpflicht beschließen. Brandenburg geht damit den Weg von Berlin, wo das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ab kommendem Montag nur im öffentlichen Nahverkehr, nicht aber in Läden verpflichtend sein soll. In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam allerdings sind Masken ab Montag sowohl in Bussen und Bahnen sowie auch in Geschäften vorgeschrieben.

Mecklenburg-Vorpommern hatte eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr ab Montag bereits beschlossen und weitet dies nun auch auf das Einkaufen aus. Das beschloss die Landesregierung am Mittwoch nach Angaben der Staatskanzlei in Schwerin. 

Mit Bremen wird die Maskenpflicht am Freitag bundesweit beschlossene Sache sein.
Mit Bremen wird die Maskenpflicht am Freitag bundesweit beschlossene Sache sein.  © TAG24

Update, 22. April, 14.17 Uhr: Deutschland im Vergleich zum weltweiten Stand

Diesen Anteil hat Deutschland an den weltweit Erkrankten, Geheilten und Todesfällen:

In Deutschland erholen sich überdurchschnittlich viele Menschen von einer Corona-Erkrankung.
In Deutschland erholen sich überdurchschnittlich viele Menschen von einer Corona-Erkrankung.  © TAG24
In diesen Altersgruppen starben Corona-Patienten in Deutschland.
In diesen Altersgruppen starben Corona-Patienten in Deutschland.  © TAG24

Update, 22. April, 14.14 Uhr: Deutsche Fluggesellschaft LGW meldet Insolvenz an

In der Corona-Krise ist die erste deutsche Fluggesellschaft von Insolvenz betroffen. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) hat am Mittwoch beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit 15 Flugzeugen und 354 Beschäftigten soll in Eigenverwaltung mit dem Rechtsanwalt Dirk Andres als Sachwalter weitergeführt werden, wie ein Sprecher mitteilte. Als neuer Geschäftsführer wurde der Rechtsanwalt Michael Wilbert bestellt.

Die LGW war zuletzt mit eigenen Crews im Auftrag der Lufthansa-Tochter Eurowings unterwegs, die in der Corona-Krise aber den Mietvertrag gekündigt hat. Die Mitarbeiter waren schon vor der Insolvenz in Kurzarbeit gegangen. Die Flugzeuge sind in Bratislava abgestellt.

LGW flog vor allem im Auftrag von Eurowings.
LGW flog vor allem im Auftrag von Eurowings.  © dpa/Soeren Stache/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 14.07 Uhr: Zahl der Betriebe in Kurzarbeit nimmt nicht mehr zu

Die Zahl der Betriebe in Deutschland, die für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet haben, ist in der vergangenen Woche nicht mehr gestiegen. Am 20. April seien es 718.000 Unternehmen gewesen, die eine Anzeige für Kurzarbeit gestellt hätten, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. Dies sind 7000 Betriebe weniger als in der Vorwoche. Der scheinbare Rückgang ist den Angaben zufolge auf Dubletten zurückzuführen - einige Unternehmen hätten ihre Anzeige sowohl postalisch als auch online gestellt. Diese Fehler seien inzwischen bereinigt worden.

"Die Gesamtsumme stagniert weitgehend auf dem Niveau der Vorwoche", teilte die Bundesagentur mit. Damit ist in etwa jeder dritte Betrieb, der anzeigeberechtigt ist, von Kurzarbeit betroffen. Das Instrument können Unternehmen nutzen, die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Die bundesweite Anzahl solcher Unternehmen liegt bei knapp 2,2 Millionen.

Die Bundesagentur hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass - anders als in der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 - in der Corona-Krise vor allem kleinere Unternehmen - etwa aus der Gastronomie oder dem Gesundheitswesen - Kurzarbeit angemeldet hätten. Über eine Zahl der betroffenen Personen will die Agentur erst Ende nächster Woche informieren. Der bisherige Rekord stammt aus dem Mai 2009, als 1,44 Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen waren.

Bei der Bundesagentur für Arbeit wurden keine neuen Kurzarbeits-Firmen gemeldet.
Bei der Bundesagentur für Arbeit wurden keine neuen Kurzarbeits-Firmen gemeldet.  © dpa/Caroline Seidel

Update, 22. April, 14.02 Uhr: Gottesdienste in Thüringen wieder möglich

In Thüringen sind trotz der Corona-Pandemie schneller als geplant wieder Versammlungen und Gottesdienste möglich. Bereits ab dem morgigen Donnerstag dürfen sie mit begrenzter Teilnehmerzahl wieder abgehalten werden, wie die Staatskanzlei am Mittwoch in Erfurt mitteilte.

Bewohner des Seniorenzentrums der Diakonie Sozialdienst Thüringen verfolgen den Ostergottesdienst mit Pfarrer Michael Neudert von den Balkonen.
Bewohner des Seniorenzentrums der Diakonie Sozialdienst Thüringen verfolgen den Ostergottesdienst mit Pfarrer Michael Neudert von den Balkonen.  © dpa/Michael Reichel/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 14 Uhr: Bundeswehr produziert Desinfektionsmittel

Die Bundeswehr produziert auf dem Gelände ihrer Universität in Neubiberg bei München jetzt auch Desinfektionsmittel. Pro Stunde könnten davon bis zu 6000 Liter hergestellt werden, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch bei einem Besuch der mobilen Produktionsstätte. Es habe eine höhere Leistungsdichte als herkömmliche Desinfektionsmittel. Grundlage ist ein Amtshilfeantrag des Freistaats Bayern. Vorerst sollen nach Auskunft der Bundeswehr bis zu 200 Tonnen hergestellt werden. Auch andere Bundesländer könnten einen Antrag stellen, sagte ein Sprecher der Bundeswehr.

In Neubiberg sind Soldaten des ABC-Abwehrkommandos aus Bruchsal in Baden-Württemberg beteiligt. Helfer des Technischen Hilfswerks verteilen das Mittel dann unter anderem an Gesundheitseinrichtungen, Behörden oder Schulen.

Das Desinfektionsmittel beruht auf einem Patent des Cuxhavener Unternehmers Sven Reichwagen, der es kostenlos zur Verfügung stellt. Anders als bei vielen anderen Mitteln sei die Basis Wasser und nicht Ethanol, erklärte Reichwagen, der die Flüssigkeit schon seit 15 Jahren auf diesem Wege herstellen lässt. In Neubiberg geschieht dies in Spezialfahrzeugen der Bundeswehr, die auf dem Universitätsgelände parken. Sie filtern Leitungswasser und bereiten es auf. In einem weiteren Schritt werden Chemikalien beigesetzt wie Essigsäure oder Ethanol. Anschließend wird die Flüssigkeit abgefüllt und in Kanistern und Flaschen in verschiedenen Größen bayernweit verteilt.

Die Bundeswehr leistet in der Corona-Krise vielfältige Hilfe, etwa beim Transport von Schutzkleidung, in Gesundheitsämtern oder in der Pflege. Bis Mittwochmorgen seien 450 Amtshilfe-Anträge gestellt worden, sagte Generalleutnant Martin Schelleis.

Soldaten des ABC-Abwehrkommandos stehen auf dem Gelände der Universität der Bundeswehr an einer Abfüllanlage für Desinfektionsmittel. An der Universität wird in großen Mengen Flächendesinfektionsmittel produziert, um öffentliche Großflächen vom Coronavirus zu befreien.
Soldaten des ABC-Abwehrkommandos stehen auf dem Gelände der Universität der Bundeswehr an einer Abfüllanlage für Desinfektionsmittel. An der Universität wird in großen Mengen Flächendesinfektionsmittel produziert, um öffentliche Großflächen vom Coronavirus zu befreien.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 22. April, 13.50 Uhr: Brauereien von Corona-Krise stark betroffen

Die deutschen Brauereien leiden unter der Corona-Krise. Zum Internationalen Tag des Bieres an diesem Donnerstag zeichnen sie eine düsteres Bild für das Jahr 2020. Der Fassbierverkauf ist im März nahezu vollständig eingebrochen. Zwar verzeichnen die großen Brauereien einen erhöhten Absatz an Flaschen- und Dosenbier, doch könne dies die Ausfälle durch die Schließung der Gastronomie und der Absage von Volksfesten und Großveranstaltungen wie der Fußball-EM und den damit verbundenen fehlenden Fassbierabsätzen nicht kompensieren.

"Es wird hier keinen Nachholeffekt geben", sagt Barbara Sarx-Lohse, Geschäftsführerin des Sächsischen Brauerbundes. Es sei daher wichtig, dass es schnelle unbürokratische Hilfe für die Gastronomie und die kleinen Gasthausbrauereien gibt. "Nur dann werden viele Gasthäuser nach der Krise wieder öffnen können", betont Sarx-Lohse. Genaue Zahlen, wie sich die Corona-Pandemie für die Brauereien seit März ausgewirkt hat, liegen derzeit noch nicht vor.

Ein Braumeister der Lammbrauerei Hilsenbeck GmbH & Co KG entnimmt zum Verzehr gedachtes Bier aus einem Tank.
Ein Braumeister der Lammbrauerei Hilsenbeck GmbH & Co KG entnimmt zum Verzehr gedachtes Bier aus einem Tank.  © dpa/Marijan Murat

Update, 22. April, 13.47 Uhr: Keine Hinweise auf Zunahme von häuslicher Gewalt

In Niedersachsen und Bremen gibt es bislang keine Hinweise auf eine Zunahme von häuslicher Gewalt in der Corona-Krise. Das niedersächsische Sozialministerium beobachte die Entwicklung genau und stehe in engem Austausch mit den Kommunen, sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Insgesamt stellt sich die Situation zum aktuellen Zeitpunkt so dar, dass keine Steigerung von Inobhutnahmen oder anderen Kinderschutzeinsätzen zu beobachten ist."

Auch bei den Frauenhäusern habe sich die Auslastungsquote nicht verändert. Sozialministerin Carola Reimann (SPD) verwies darauf, dass die Hilfsangebote für Frauen und Kinder auch in Zeiten des Coronavirus zur Verfügung stünden.

Das Bundesland Bremen beobachtet die Entwicklung ebenfalls genau. "Außer dass die Zahlen bei der Telefonseelsorge gestiegen sind, ist in Bremen zurzeit noch kein Effekt zu bemerken", teilte die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau mit. Ob dies die Realität wiedergibt, ist nach Einschätzung der Bremer Landesbeauftragten für Frauen, Bettina Wilhelm, unklar. "Es kann auch bedeuten, dass Frauen und Kinder sich einfach weniger Hilfe holen."

Das gestellte Bild zum Thema häusliche Gewalt symbolisiert, wie ein Kind versucht, sich vor der Gewalt eines Erwachsenen zu schützen. (Illustration)
Das gestellte Bild zum Thema häusliche Gewalt symbolisiert, wie ein Kind versucht, sich vor der Gewalt eines Erwachsenen zu schützen. (Illustration)  © dpa/Maurizio Gambarini

Update, 22. April, 13.43 Uhr: LKA warnt vor falschen Corona-Bußgeldbescheiden

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt warnt vor falschen Corona-Bußgeldbescheiden. Per E-Mail verschickten Cyberkriminelle die Bescheide wegen angeblicher Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, teilte das LKA am Mittwoch in Magdeburg mit. In den Schreiben, die vorgeblich von einer Stadtverwaltung oder einer anderen Behörde stammten, werde die Nichteinhaltung des Mindestabstandes zu einer anderen Person als Ordnungswidrigkeit oder Straftat aufgeführt. Als Beweis werde auf vorhandene Videoaufzeichnungen öffentlicher Plätze verwiesen.

Die Täter fordern die Empfänger der E-Mails laut LKA auf, ein Bußgeld in Form von Bitcoins zu überweisen, einem digitalen Zahlungsmittel. Die Polizei warnt davor, auf die Forderungen einzugehen. Wer sie erhält, soll Anzeige erstatten. "Bußgeldbescheide werden nicht per E-Mail verschickt und amtliche Forderungen niemals in Form von Bitcoins erhoben", erklärte LKA-Direktor Jürgen Schmökel.

Ein Streifenwagen der Polizei ist im Einsatz.
Ein Streifenwagen der Polizei ist im Einsatz.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 22. April, 13.40 Uhr: Keine Maskenpflicht an Bayerns Schulen

An Bayerns Schulen wird es keine generelle Maskenpflicht geben. "Wir haben in den Schulen nun bewusst Bedingungen geschaffen, unter denen der Abstand eingehalten werden kann und soll und muss", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch in München. 

Dennoch halte er Masken in bestimmten Situationen für angemessen, etwa beim Ankommen im Schulgebäude oder dem Toilettengang. Das Ministerium werde daher versuchen, nicht nur den Lehrern, sondern auch allen Schülern Alltagsmasken zur Verfügung zu stellen, sofern diese keine haben. Ein Unterricht mit Masken sei aber kaum durchführbar, betonte Piazolo. Auf dem Schulweg mit Bus und Bahn seien die Behelfsmasken hingegen Pflicht.

Beim Einkaufen sollen Masken getragen werden, in der Schule hingegen nicht.
Beim Einkaufen sollen Masken getragen werden, in der Schule hingegen nicht.  © dpa/Tobias Hase

Update, 22. April, 13.35 Uhr: Musikfestivals fordern Gleichbehandlung mit Sport und Kirchen

Musikfestivals aus ganz Deutschland haben während der Corona-Pandemie eine Gleichbehandlung mit Sport, Kirchen und Wirtschaft gefordert. Auch bei Kulturveranstaltungen könnten wie in anderen Bereichen strenge Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt werden, erklärten am Mittwoch die Verantwortlichen von 40 Klassik-Festivals - vom Schleswig-Holstein Musik Festival bis zum Kissinger Sommer - in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU).

Kultur bestehe nicht nur aus Großveranstaltungen. Es gebe ausreichend Repertoire für variable Besetzungen und viel Kreativität für alternative Formate. Damit könnten die Verluste der Kulturinstitutionen und der Künstler gemindert werden, hieß es in der Erklärung. Rund 600 Musikfestivals in ganz Deutschland seien ein Wirtschaftsfaktor mit insgesamt 400 Millionen Euro Umsatz.

Die Festivals fordern klare Regeln für die Einschränkungen und einfachere Finanzhilfen für die Veranstalter. Nur mit frühzeitigen Verfügungen und einer deutlichen Sprache könnten sie langfristig Haftungsrisiken einschätzen und beziffern. "Was ist 'Höhere Gewalt'? Was ist eine 'Großveranstaltung'?" fragten sie. Mit solchen "nebulösen Allgemeinplätzen" werde die Unsicherheit verschärft. Die Festivalmacher forderten eine europaweite Regelung für die Auszahlung von Ausfallhonoraren.

Unterzeichnet ist die Erklärung unter anderem auch vom Bachfest Leipzig, den Händel-Festspielen Halle (Saale), dem Mozartfest Würzburg und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Das Bachfest in Leipzig wurde bereits wegen der anhaltenden Pandemie abgesagt.
Das Bachfest in Leipzig wurde bereits wegen der anhaltenden Pandemie abgesagt.  © dpa/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 13.23 Uhr: Auflagen für Friseurbesuch stehen fest

Endlich die Haare nach mehreren Wochen wieder schneiden lassen: Ein Schutzstandard regelt nun, unter welchen Vorgaben Friseursalons ab Mai öffnen dürfen. Zu den verpflichtenden Maßnahmen zählen unter anderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Friseure und Kunden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsschutzstandard der zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. 

Demnach sind Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege vorerst nicht erlaubt. Weiterhin soll in den Betrieben ein ausreichender Abstand zwischen den Menschen sichergestellt werden - etwa indem man die Anzahl der Arbeitsplätze begrenzt. Nach einer zeitweisen Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Friseursalons ab dem 4. Mai wieder öffnen.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks ist von der Wirkung des neuen Standards überzeugt: "Wir sind sicher, dass der neue Arbeitsschutzstandard sichere Friseurdienstleistungen in der Pandemie garantiert", sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Verbands, der Deutschen Presse-Agentur. Indem zum Beispiel das Waschen der Haare jedes Kunden vorgeschrieben wird, sollen mögliche Viren dort abgetötet werden.

Dass Kunden ihre Kontaktdaten bei den Friseursalons hinterlassen sollen, ist laut Müller ebenso wichtig für die Sicherheit. So könnten Infektionsketten nachvollzogen werden. "Kunden können nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind", heißt es dazu in dem Arbeitsschutzstandard. Ob der Standard ab Mai auch eingehalten wird, sollen laut Müller dann Ordnungsämter und die Berufsgenossenschaft kontrollieren.

Bald können Friseure wieder ihrem Fach nachgehen.
Bald können Friseure wieder ihrem Fach nachgehen.  © dpa/Mario Davila/Agencia Uno

Update, 22. April, 13.19 Uhr: Deutsche Flughäfen erwarten Tiefpunkt im zweiten Quartal

Angesichts des kaum noch stattfindenden Flugverkehrs erwarten die deutschen Flughäfen im laufenden zweiten Quartal den Tiefpunkt bei den Passagierzahlen. In der Corona-Krise war der Verkehr bis Ende März auf noch rund 5 Prozent des vorherigen Niveaus zurückgegangen, wie der Flughafenverband ADV am Mittwoch erneut berichtete. In der vergangenen Woche (13. bis 19. April) fiel die Passagierzahl auf nur noch 1,2 Prozent.

Für den Monat März ergaben die Zahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang um 63 Prozent auf 7,1 Millionen Passagiere, was ungefähr dem Aufkommen der 90er-Jahre entspreche. Besonders wenig Verkehr gab es auf den innerdeutschen Strecken.

Flughäfen halten derzeit fast ausschließlich als Parkplätze her.
Flughäfen halten derzeit fast ausschließlich als Parkplätze her.  © DPA/Christoph Schmidt

Update, 22. April, 13.15 Uhr: Land vergibt Stipendien für freischaffende Künstler

Mit dem Stipendienprogramm "Denkzeit" unterstützt das Kulturministerium freischaffende Künstler in Sachsen, die durch die Corona-Krise in existenzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die Zuwendungen von je 2000 Euro könnten ab sofort bei der Kulturstiftung des Freistaates beantragt werden, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) am Mittwoch in Dresden. Für die Förderung seien insgesamt zwei Millionen Euro bewilligt.

"Das Programm soll ihnen den nötigen Freiraum bieten, um mit kreativen Ansätzen diese gesellschaftliche und kulturelle Ausnahmesituation zu überbrücken", sagte Klepsch. Die Stipendien werden als einmalige Zuwendung für die Dauer von zwei Monaten gewährt, in den Bereichen Darstellende und Bildende Kunst, Musik, Literatur und Film. Ein einfaches Antragsverfahren sorge dafür, dass das Geld zügig bei den Betroffenen ankomme.

Nach Angaben von Stiftungsdirektor Manuel Frey können Recherche- und Konzeptarbeiten oder Ideen der künstlerischen Reflexion der Krise ebenso gefördert werden wie das Ausloten digitaler Interaktionstechniken, die Erprobung von virtuellen Veranstaltungsformaten oder die Restrukturierung von Arbeitsprozessen.

Barbara Klepsch (CDU), Ministerin für Kultur und Tourismus in Sachsen, und Manuel Frey, Direktor Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, sitzen während einer Pressekonferenz in der Galerie "GEH8" nebeneinander.
Barbara Klepsch (CDU), Ministerin für Kultur und Tourismus in Sachsen, und Manuel Frey, Direktor Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, sitzen während einer Pressekonferenz in der Galerie "GEH8" nebeneinander.  © dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 13.12 Uhr: Klopp über Rückkehr zum Fußball: "Wir können das nicht erzwingen"

Fußballcoach Jürgen Klopp hofft, dass er mit seinem FC Liverpool bald auf den Trainingsplatz zurückkehren kann. Der 52-Jährige warnt aber davor, die Dinge zu überstürzen. "Wir werden sehen, wann es hier wieder losgeht", sagte er dem Sender Sky Sports. "Zuerst wollen wir, dass alle sicher und gesund sind. Und in dem Moment, wo es dann möglich ist, wieder zu trainieren, werden wir das tun." Wann es soweit sein könnte, vermochte Klopp nicht abzuschätzen.

Der frühere BVB-Trainer sieht im Fußball aber eine Chance, um ein Stück weit zur Normalität zurückzukehren. "Wenn Fußball in einigen Bereichen helfen kann, die Stimmung zu heben, etwas zum Nachdenken zu geben und anders mit den Dingen umzugehen, dann müssen wir irgendwann mit dem Training beginnen", sagte Klopp. Man werde sich dabei auf die Anweisungen der britischen Regierung verlassen. "Wir können das nicht erzwingen, und das werden wir auch nicht tun", versicherte er.

Jürgen Klopp aus Deutschland, Trainer von FC Liverpool.
Jürgen Klopp aus Deutschland, Trainer von FC Liverpool.  © dpa/Adam Davy/PA Wire

Update, 22. April, 13.05 Uhr: Gericht entscheidet: Geschäft mit abgetrennter Fläche darf auch öffnen

Wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen, dürfen nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Sigmaringen auch größere Geschäfte ab sofort wieder öffnen. Per einstweiliger Anordnung erlaubte das Gericht einem großen Modeladen in Ulm, der sich gegen die Schließung gewehrt hatte, den Betrieb trotz der noch geltenden Corona-Regeln wieder aufzunehmen. Der Laden hat eigentlich rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche, hatte diese aber auf 800 Quadratmeter begrenzt. Bis zu dieser Größenordnung dürfen Geschäfte wieder öffnen.

Die Richter fanden in der entsprechenden Verordnung des Landes keinen Grund, warum das nicht auch für abgetrennte Verkaufsflächen in größeren Geschäften gelten sollte, und stellten sich damit gegen die Auffassung des Landes und der Stadt, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Die Verordnung verbiete eine Abtrennung nicht, zudem dürften ja auch Läden mit sogenannten Mischsortimenten bestimmte Bereiche abtrennen, um den Vorschriften zu entsprechen (Az. 14 K 1360/20).

Auch den Zweck der Verordnung - die Vermeidung von Ansteckungen wegen überfüllter Innenstädte - sahen die Richter dadurch nicht gefährdet. Dass die Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden müssten, verstehe sich von selbst.

Ob es insgesamt rechtswidrig ist, dass größere Geschäfte geschlossen bleiben müssen - zum Beispiel weil das gegen das im Grundgesetz festgelegte Gleichbehandlungsgebot verstoßen könnte -, ließen die Richter offen. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde eingelegt werden.

Der Eingang vom Verwaltungsgericht Sigmaringen.
Der Eingang vom Verwaltungsgericht Sigmaringen.  © dpa/Thomas Warnack

Update, 22. April, 12.55 Uhr: Europäischer Fonds für ÖPNV gefordert

Der Chef des französischen Verkehrskonzerns Transdev fordert angesichts der Corona-Krise einen EU-Fonds für den öffentlichen Nahverkehr. "Dieser Fonds (...) wird es den Betreibern ermöglichen, ihre Tätigkeit während der Krise fortzusetzen, könnte aber auch als Katalysator für wirtschaftliches Wachstum dienen, wenn die Pandemie abgeklungen ist und der Puls der europäischen Länder wieder zu schlagen beginnt", schrieb Thierry Mallet am Mittwoch in einem offenen Brief.

Mallet erinnerte daran, dass die Fahrgastzahlen seit Beginn der Krise zusammengebrochen seien. Dennoch sorgten private und öffentliche Unternehmen weiter für die Kontinuität des ÖPNV. Die Krise führe jedoch wegen hoher Fixkosten zu einem "gewaltigen finanziellen Engpass".

Leider werde die Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen keine Rückkehr zur Normalität für den öffentlichen Verkehr bedeuten, schrieb der Transdev-Chef. "Die Einnahmen werden aufgrund geringerer Fahrgastzahlen in Verbindung mit einer allmählichen Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten niedriger bleiben." Die Kosten blieben deutlich höher, weil ausreichende Kapazitäten angeboten werden müssen, um akzeptable Abstände in den Zügen und Bussen zu ermöglichen. Hinzu komme, dass viele wahrscheinlich auf das Auto umsteigen.

Der teilstaatliche französische Verkehrskonzern Transdev ist der größte Konkurrent der Deutschen Bahn im deutschen Regionalverkehr. Er betreibt mit seiner deutschen Tochter Bahngesellschaften wie die Bayerische Oberlandbahn und die Nordwestbahn. 

Der Meridian, ein Nahverkehrs-Zugangebot der zu Transdev gehörigen Bayerischen Oberlandbahn (BOB), fährt über die Gleise der Bahntrasse durch das Inntal zwischen Rosenheim und Kufstein.
Der Meridian, ein Nahverkehrs-Zugangebot der zu Transdev gehörigen Bayerischen Oberlandbahn (BOB), fährt über die Gleise der Bahntrasse durch das Inntal zwischen Rosenheim und Kufstein.  © dpa/Matthias Balk

Update, 22. April, 12.50 Uhr: Auswärtiges Amt organisiert Flug für Deutsche in Pakistan

Das Auswärtige Amt und die Botschaft in Islamabad haben einen weiteren kommerziellen Flug für Ausreisewillige in Pakistan organisiert. Das Angebot richte sich an alle Reisenden aus Deutschland, sowohl Deutsche als auch Inhaber von langfristigen Aufenthaltstiteln, hieß es aus dem Auswärtigem Amt am Mittwoch.

Der Flug soll am Sonntag von Islamabad nach Frankfurt mit der pakistanischen Fluggesellschaft PIA erfolgen. In Pakistan sitzen wegen der Beschränkungen im Flugverkehr durch die Corona-Krise immer noch zahlreiche Ausreisewillige fest. Viele Reisende klagten in den sozialen Netzwerken darüber und forderten einen dritten Rückholflug.

In einem Brief der Botschaft Islamabad an Deutsche in Pakistan hieß es, dass sich bei dem Angebot nicht um einen Rückholflug handle und keine Vorauswahl der Passagiere getroffen werde. Zuletzt waren etwa 650 Passagiere mit zwei Rückholflügen am 31. März und 4. April zurück nach Deutschland geflogen. Pakistan hat wegen der Corona-Pandemie den Flugverkehr bis zum Ende des Monats ausgesetzt, Flüge gibt es derzeit nur in Ausnahmefällen.

Mit der größten Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik sind bisher nach Angaben vom Freitag mehr als 240 000 im Ausland gestrandete Deutsche heimgebracht worden. Wie viele rückkehrwillige Deutsche noch im Ausland festsitzen, ist unklar. Nach Abschluss der Aktion wollen sich die Botschaften weiter um Einzelfälle kümmern.

Eine Boeing 777-200 von "PIA Pakistan International Airlines" im Landeanflug.
Eine Boeing 777-200 von "PIA Pakistan International Airlines" im Landeanflug.  © 123RF/Jozsef Soos

Update, 22. April, 12.45 Uhr: Tschechien will Ausnahmezustand nicht verlängern

Tschechien will den wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Ausnahmezustand nicht erneut verlängern. Er sehe dafür keine Gründe, sagte Ministerpräsident Andrej Babis von der populistischen Partei ANO laut Medienberichten vom Mittwoch. Der Notstand war Mitte März verhängt worden und läuft Ende April aus. Für eine Verlängerung sprach sich Innenminister Jan Hamacek aus, der dies aber nicht im Alleingang durchsetzen will. Der Sozialdemokrat verwies auf die Möglichkeit, im Ausnahmezustand Schutzmasken ohne Ausschreibung zu beschaffen.

Offen ist, ob das Minderheitskabinett überhaupt eine Mehrheit für eine Verlängerung im Parlament gefunden hätte. Auf die bestehenden Ausgangsbeschränkungen dürfte die Entscheidung keine Auswirkungen haben. Sie wurden nicht als Notstandsgesetze beschlossen, sondern als Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Bisher wurden 204 Todesfälle in Tschechien mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Die Kritik an den strikten Corona-Maßnahmen der Regierung wird lauter. Man sei an einem Punkt angelangt, wo die Leute sagen sollten, dass sie genug haben, sagte der neoliberale Ex-Präsident Vaclav Klaus der Zeitung "Pravo". Für den Mai erwarte er einen "Aufstand der Massen". Klaus warnte vor einer Wirtschaftskrise und der Etablierung einer stärkeren Überwachung der Bürger: "Wie viele Verbote werden selbst in der Post-Corona-Ära bleiben?"

Ein Junge mit Schutzmaske fährt einen Roller auf der Karlsbrücke in Prag.
Ein Junge mit Schutzmaske fährt einen Roller auf der Karlsbrücke in Prag.  © dpa/Ondrej Deml/CTK

Update, 22. April, 12.40 Uhr: Autokinos in Mecklenburg-Vorpommern nun doch erlaubt

Nach heftiger Kritik an der Schließung der Autokinos in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Corona-Pandemie (siehe Ticker-Eintrag vom 22. April, 11.57 Uhr) hat die Landesregierung einen Rückzieher gemacht. Sie dürfen wieder öffnen, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Mittwoch mitteilte. "Rückmeldungen zeigen uns, dass notwendige Auflagen erarbeitet sind." Erst am Dienstag hatte die Landesregierung "Anbieter von Freizeitaktivitäten" auf eine rote Liste mit Unternehmen gesetzt, die wegen Corona geschlossen bleiben müssen.

Der Veranstalter müsse nun eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt zusammenarbeiten und Einlasskontrollen machen. In den Autos dürften sich Personen nur allein oder mit im selben Haushalt lebenden Menschen und einer weiteren Person aufhalten. Auf dem Gelände dürften keine Speisen verkauft werden.

Für Autokinos in Mecklenburg-Vorpommern geht es doch weiter.
Für Autokinos in Mecklenburg-Vorpommern geht es doch weiter.  © dpa/Fabian Strauch

Update, 22. April, 12.34 Uhr: Polizei fahndet nach Quarantäne-Brechern

Zwei Bewohner von Mehrfamilienhäusern in Hagen, die vollständig unter Corona-Quarantäne stehen, haben sich per Leiter abgesetzt und bleiben verschwunden. Die Männer seien auf einer Hausrückseite über ein Fenster auf einen Vorsprung gelangt und dann auf die angrenzenden Bahngleise herunter geklettert, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die zwischen 20 und 30 Jahre alten Männer flüchteten in Richtung Innenstadt, seit Montag werde nach ihnen gefahndet. Man wisse nicht genau, um welche Bewohner es sich handele und ob sie mit dem Coronavirus infiziert seien. Es werde gegen Unbekannt ermittelt - wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Der WDR hatte über die Flucht berichtet.

Die zwei Häuser stehen unter Quarantäne, nachdem drei von rund 60 Bewohnern positiv getestet worden waren, sich aber trotz Kontaktverbots außerhalb und wohl auch innerhalb der Häuser frei bewegt hatten, wie eine Stadt-Sprecherin schilderte. Seit vergangenem Freitag überwache das Ordnungsamt die Einhaltung der Auflagen - ein Wagen stehe vor den Gebäuden auf der Straße. Alle Bewohner der beiden Häuser waren am Montag auf den Erreger getestet worden. Das Ergebnis stehe noch aus.

Ein Polizist steht vor seinem Streifenwagen und trägt einen Mundschutz.
Ein Polizist steht vor seinem Streifenwagen und trägt einen Mundschutz.  © dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 12.30 Uhr: Polizei geht gegen Umarmung vor

Dass sich zwei junge Männer in Hof umarmt haben, könnte die beiden teuer zu stehen kommen. Nach dem bayernweiten Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Verhaltensregeln der Ausgangsbeschränkung muss derjenige, der keinen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einhält, 150 Euro zahlen.

Das Duo hatte sich nach Polizeiangaben vom Mittwoch am Vortag mit zwei anderen Männern und mit ein paar Getränken in einem Park getroffen. Die Beamten schritten ein, wie es im Polizeibericht heißt. Drei der Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren seien uneinsichtig gewesen und hätten auch den Abstand zu den Beamten missachtet. Diese verpassten dem Quartett Platzverweise und leiteten Bußgeldverfahren ein.

Glimpflicher kam da eine Vierer-Gruppe im Alter von 9 bis 20 Jahren davon, die ebenfalls in einem Park in Hof picknickte, auf einer Decke sonnenbadete - dabei aber den geforderten Sicherheitsabstand nicht einhielt. "Die Beamten lösten das Sonnenbad auf und belehrten alle."

Ein Fahrzeug der Polizei ist auf einer Kontrollfahrt unterwegs.
Ein Fahrzeug der Polizei ist auf einer Kontrollfahrt unterwegs.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Update, 22. April, 12.22 Uhr: Niedrigere Mehrwertsteuer für Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern?

Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) hat sich für eine zeitlich befristete Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für das Gastgewerbe von 19 auf 7 Prozent ausgesprochen. "Denkbar wäre, dass der reduzierte Satz nur so lange angewendet wird, wie das Gastgewerbe Auflagen zu stemmen hat, die sich direkt auf den Umsatz auswirken", sagte Meyer am Mittwoch in Schwerin. Am Nachmittag soll im Koalitionsausschuss im Bund über das Problem gesprochen werden.

Nach Berechnungen des Schweriner Finanzministeriums würde eine Absenkung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe bundesweit jährlich zu Mindereinnahmen von rund fünf Milliarden Euro führen. "Sollte die Bundesregierung Bedenken hinsichtlich der Befristung haben, könnte dieser Entlastungsbetrag auch in Form von Direkthilfen ausgezahlt werden", schlug der Minister vor. Meyer ist zugleich Präsident des Deutschen Tourismusverbandes.

Die AfD zeigte wenig Verständnis für den Vorschlag. "Eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer wäre ein wahrer Schildbürgerstreich. Wer keine Einnahmen hat, so wie das Hotel- und Gastronomiegewerbe derzeit, der zahlt auch keine Mehrwertsteuer", erklärte der finanzpolitische Sprecher der größten Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Sandro Hersel. Er forderte, die Betriebe endlich unter Auflagen wieder öffnen zu lassen. "Man kann schließlich den Mindestabstand auch im Restaurant einhalten und Hotelzimmer nach einer Vermietung einige Tage unvermietet lassen."

Nur wenige Spaziergänger sind auf der Strandpromenade in Kühlungsborn unterwegs.
Nur wenige Spaziergänger sind auf der Strandpromenade in Kühlungsborn unterwegs.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 12.12 Uhr: Corona-Auflagen im Supermarkt führen zu Schlägerei

Weil ein Kunde sich nicht an die Corona-Sicherheitsauflagen eines Supermarkts halten wollte, ist es in Neuwied (Rheinland-Pfalz) zu einer Schlägerei gekommen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wollte der Kunde am Dienstagabend ohne Einkaufswagen in den Laden. Ein Sicherheitsmitarbeiter stellte sich ihm in den Weg und forderte ihn auf, einen Wagen mitzunehmen. 

Stattdessen aber schob der Kunde den Mitarbeiter zur Seite. Hieraus entwickelte sich schließlich ein Faustkampf, bei dem beide zuschlugen. Dritte mussten die Kontrahenten trennen. Auf den Kunden und den Sicherheitsmitarbeiter kommt nun jeweils Strafverfahren wegen Körperverletzung zu.

Die Polizei ermittelt nun gegen beide Corona-Schläger.
Die Polizei ermittelt nun gegen beide Corona-Schläger.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 12.07 Uhr: Maskenpflicht nun auch in NRW

Auch Nordrhein-Westfalen führt eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus ein. Vom kommenden Montag (27. April) an sei das Tragen einer Maske beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen verpflichtend, teilte die Landesregierung am Mittwoch mit. Indem Mund und Nase mit Stoff bedeckt werden, soll die Gefahr minimiert werden, Mitmenschen mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken. Neben OP-Masken sind auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher als Schutzbarriere erlaubt.

Die Landesregierungen von NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hatten sich bei der Maskenpflicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. "Wir brauchen möglichst ähnliche Regelungen in allen deutschen Ländern", teilte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit.

Nordrhein-Westfalen drohte zu einem Flickenteppich unterschiedlicher kommunaler Regelungen zu werden: Münster und Dorsten waren zum Wochenanfang mit eigenen Verfügungen vorgeprescht. Mehrere Städte aus dem Ruhrgebiet, dem Bergischen Land, dem Kreis Siegen-Wittgenstein sowie die Stadt Leverkusen erhöhten zuletzt den Druck: Sie kündigten eine Maskenpflicht in ihren Städten an, sollte eine landesweite Regelung ausbleiben. Auch die Opposition hatte sich für eine einheitliche Regelung stark gemacht.

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche zunächst auf eine dringende Trageempfehlung geeinigt. Laschet hatte bislang stets auf Freiwilligkeit statt Zwang in dieser Frage gesetzt. In den vergangenen Tagen hatten jedoch immer mehr Bundesländer eine Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske beim Einkaufen oder bei Fahrten in Bussen und Bahnen angekündigt. Im Vorreiterland Sachsen gilt eine Maskenpflicht bereits seit Montag.

Die Maskenpflicht besteht bald fast überall. Nur Bremen zögert noch mit einer entsprechenden Verordnung.
Die Maskenpflicht besteht bald fast überall. Nur Bremen zögert noch mit einer entsprechenden Verordnung.  © TAG24

Update, 22. April, 12.05 Uhr: Rheinland-Pfalz und Saarland führen Maskenpflicht ein

Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland führen wegen der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht ein. Sie gelte vom kommenden Montag (27. April) an für den öffentlichen Nahverkehr und Einkäufe in Geschäften, teilten die Regierungssprecher der beiden Länder am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit ihren Kollegen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit.

Mit einem Hinweisschild macht eine Metzgerei auf die Maskenpflicht aufmerksam.
Mit einem Hinweisschild macht eine Metzgerei auf die Maskenpflicht aufmerksam.  © dpa/Tobias Hase

Update, 22. April, 12 Uhr: Notaufnahmen nicht aus Angst vor Corona meiden

Die Patientenzahlen in den saarländischen Notaufnahmen sind rückläufig. Das könnte dem Gesundheitsministerium zufolge an der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus liegen. Es appellierte daher am Mittwoch an die Bürger, bei gesundheitlichen Problemen dennoch Hilfe zu suchen. "Bei vielen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zählt wortwörtlich jede Minute."

Patienten sollten daher nicht zögern, zu ihrem Arzt oder in eine Notaufnahme zu gehen. Je nach Fall könne auch weiterhin die Notrufnummer 112 gewählt werden. "Die Notfallversorgung wie die allgemeine medizinische Versorgung ist im Saarland auch in Zeiten der Corona-Pandemie weiterhin gesichert."

Auch chronisch Kranke würden weiterhin versorgt. Die meisten Praxen niedergelassener Ärzte seien offen. Sowohl dort als auch in den Notaufnahmen seien außerdem die Hygienemaßnahmen wegen des Coronavirus verschärft worden. Weiterhin sollten nicht unbedingt notwendige direkte Kontakte vermieden werden. "Es ist daher ratsam alternative Angebote wie Rezepte oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Post wahrzunehmen." Auch sei teils eine medizinische Beratung per Telefon möglich.

Betten in Notaufnahmen bleiben derzeit oft leer. Doch man solle nicht darauf verzichten, Ärzte aufzusuchen, wenn es einem nicht gut geht, mahnt das saarländische Gesundheitsministerium.
Betten in Notaufnahmen bleiben derzeit oft leer. Doch man solle nicht darauf verzichten, Ärzte aufzusuchen, wenn es einem nicht gut geht, mahnt das saarländische Gesundheitsministerium.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 11.57 Uhr: Kritik an Verbot von Autokino in Mecklenburg-Vorpommern

Bundesweit boomen in der Corona-Krise die Autokinos als letzte Bastion der Unterhaltungsindustrie - in Mecklenburg-Vorpommern hingegen sind sie gerade geschlossen worden. Sie wurden als "Anbieter von Freizeitaktivitäten" auf eine zuletzt am Dienstag aktualisierte rote Liste der Landesregierung mit Unternehmen gesetzt, die wegen Corona geschlossen bleiben müssen.

Die Betreiber des Autokinos in Güstrow hoffen auf ein Einlenken des Landes. "Wir befinden uns aktuell in der Klärung der gesamten Situation und hoffen, dass wir so schnell wie möglich das Kino wieder öffnen und den Betrieb wieder aufnehmen können", schrieben sie am Mittwoch im Internet.

In den sozialen Medien überwiegt Unverständnis für das Verbot durch die Landesregierung. "Jetzt ist im Auto sitzen auch schon verboten?", schrieb eine Besucherin auf der Facebook-Seite des Autokinos. Ein anderer schrieb: "So sehr ich die bisherigen Maßnahmen befürworte - das hier empfinde ich nun aber auch als willkürlich und überzogen. Es kommt doch niemand in Kontakt zum anderen, man sitzt ja in den Autos." Auch die Linken-Landtagsabgeordnete Karen Larisch äußerte dort Kritik: "Mich hat das genauso überrumpelt. Das ist uns als Abgeordnete so nicht mitgeteilt worden."

Bundesweit gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur derzeit so viele Anträge auf die Erteilung von Funkfrequenzen für die Tonübertragung in Autokinos wie nie zuvor. Seit Anfang März habe die Behörde bundesweit mehr als 40 solcher Rundfunkfrequenzen zugeteilt, hieß es von der Behörde.

Update, 22. April, 11.54 Uhr: Choreograph bittet zum Online-Tanztee

Der Stuttgarter Choreograph Eric Gauthier will Menschen während der Corona-Krise zum Paartanz zu Hause animieren. In zehn Videos zeigt er mit der Tänzerin Nora Brown Standard- und Lateintänze wie Walzer, Salsa, Rumba und Cha-Cha-Cha, wie das baden-württembergische Verkehrsministerium am Mittwoch mitteilte. Gauthier produziert die Clips im Auftrag des Landes.

Gauthier leitet ein nach ihm benanntes Tanzensemble am Theaterhaus Stuttgart. Mit den kurzen Videos will er den traditionellen Sonntagnachmittag-Tanztee wiederbeleben und modernisieren. Vom morgigen Donnerstag an sind die Filme in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook sowie auf YouTube und über die Website www.bwegt.de abrufbar. Auf der Online-Musik-Plattform Spotify gibt es eine Liste mit der passenden Musik.

Eric Gauthier, Leiter der Compagnie Gauthier Dance, tanzt mit einer Schulklasse auf dem Stuttgarter Schlossplatz. (Archivbild)
Eric Gauthier, Leiter der Compagnie Gauthier Dance, tanzt mit einer Schulklasse auf dem Stuttgarter Schlossplatz. (Archivbild)  © dpa/Fabian Sommer

Update, 22. April, 11.50 Uhr: Bildungssenatorin fordert Öffnung der Spielplätze

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) fordert die Bezirke auf, die Spielplätze wieder zu öffnen. "Gerade Kitas und Kinderläden ohne eigene Außenanlagen müssen die Spielplätze wieder nutzen können. Auch Familien, die mit Kindern in der dicht bebauten Innenstadt leben, sind darauf angewiesen", sagte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Selbst wenn man die Spielplätze nicht wieder komplett öffnen wolle, könne man Regelungen für eine eingeschränkte Nutzung finden.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Dienstag nach der Senatssitzung betont, dass die Entscheidung über die Öffnung der Spielplätze bei den Bezirken liege. Der Pankower Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) sagte am Mittwoch, dass sich die zuständigen Bezirksamtsmitglieder dazu untereinander und mit den Senatsverwaltungen im Dialog befänden. Geplant sei, dass die Bezirksbürgermeister das Thema am kommenden Donnerstag im Rat der Bürgermeister diskutieren.

Zwei Joggerinnen laufen an abgesperrten Schaukeln im Schöneberger Südgelände vorbei.
Zwei Joggerinnen laufen an abgesperrten Schaukeln im Schöneberger Südgelände vorbei.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 22. April, 11.45 Uhr: Singapur verzeichnet erneut Anstieg bei Corona-Infektionen

Der einstige Corona-Musterschüler Singapur hat erneut einen sprunghaften Anstieg der Virusinfektionen verzeichnet. In dem südostasiatischen Stadtstaat gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch 1016 neue Fälle. Es war der dritte große Anstieg pro Tag in Folge. Damit rangiert das 5,8 Millionen Einwohner zählende Singapur weiter mit 10.141 bestätigten Fällen an der Spitze in Südostasien. Die Todesrate ist im weltweiten Vergleich niedrig: Elf Menschen starben bislang nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Die meisten neuen Fälle in Singapur traten dem Gesundheitsministerium zufolge erneut bei den ausländischen Arbeitern auf. Rund 200.000 von ihnen leben laut Schätzungen in Gemeinschaftsunterkünften. Dort ist das Ansteckungsrisiko hoch.

Zeitweise hatte das hochmoderne Singapur als Beispiel gegolten, wie ein Land das Virus gut in den Griff bekommen kann: durch rigoroses Testen, Isolieren von Infizierten sowie Quarantäne für Menschen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Ausgangsbeschränkungen wurden dort erst relativ spät verhängt. Der Lockdown gilt seit dem 7. April. Er wurde am Dienstag bis zum 1. Juni verlängert.

In Singapur traten Tausende neue Corona-Fälle in den letzten Tagen auf.
In Singapur traten Tausende neue Corona-Fälle in den letzten Tagen auf.  © Max Patzig

Update, 22. April, 11.37 Uhr: Heimunterricht hängt leistungsschwache Schüler weiter ab

Durch den wochenlangen Heimunterricht während der Corona-Pandemie werden nach Ansicht Thüringer Lehrer vor allem leistungsschwache Schüler weiter abgehängt. Besonders bei Schülern mit geringeren Schulleistungen, mit einem Elternhaus, in dem Deutsch nicht Muttersprache ist, und für Kinder mit Förderbedarf werden deutliche Probleme erwartet, wie eine Umfrage der Universitäten Erfurt und Jena bei Lehrern ergab.

Zudem ermittelten die Wissenschaftler, dass Lehrer auch beim Fernunterricht hauptsächlich klassische Arbeitsmittel wie Bücher und Arbeitshefte sowie digitale Standardangebote nutzen. Für den Neustart an den Schulen wünschen sie sich einen raschen Ausbau der Digitalisierung und entsprechende Fortbildungen.

Für die am heutigen Mittwoch veröffentlichte Studie wurden Thüringer Lehrer in allen Schulamtsbezirken und über alle Schularten hinweg befragt. Es haben sich mehr als 1200 Pädagogen im Zeitraum vom 30. März bis 5. April beteiligt.

Eine Schülerin der 5. Klasse eines Gymnasiums hält einen Füller in der Hand, darunter ist ein Lernplan für die unterrichtsfreie Zeit in Folge der Schulschließungen aufgrund des Coronavirus zu sehen.
Eine Schülerin der 5. Klasse eines Gymnasiums hält einen Füller in der Hand, darunter ist ein Lernplan für die unterrichtsfreie Zeit in Folge der Schulschließungen aufgrund des Coronavirus zu sehen.  © dpa/Marijan Murat

Update, 22. April, 11.34 Uhr: Bundeswehr-Teams helfen bei Suche von Corona-Infektionsketten

Die Bundeswehr hat ihren Hilfseinsatz in Brandenburg bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten begonnen. Die ersten Teams seien am Dienstag in Potsdam zum Einsatz gekommen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags. Dazu kämen vier Teams im Kreis Potsdam-Mittelmark und drei Teams im Kreis Barnim sowie weitere in anderen Kreisen. Die Soldaten helfen am Telefon mit Hilfe von Fragebögen. "Das ist eine große Hilfe", sagte Nonnemacher. Sie kündigte einen Besuch von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) an diesem Donnerstag in Königs Wusterhausen an, die dort Innenminister Michael Stübgen (CDU) treffe.

Für Brandenburg sind nach Angaben der Bundeswehr 95 Soldaten für die Hilfe eingeplant. Sie sollen in Fünfer-Teams die Gesundheitsämter in Potsdam, Cottbus, Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder) und in den sechs Kreisen Barnim, Dahme-Spreewald, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark und Prignitz unterstützen. Dabei geht es darum, die Gefahr von Infektionsherden möglichst früh zu erkennen und zu beseitigen. Bei der Bundeswehr gingen bis zum Dienstag 442 Anträge auf Amtshilfe in der Corona-Krise von Ländern und Kommunen ein.

Update, 22. April, 11.29 Uhr: Höhere Pflege-Mindestlöhne kommen

Die Mindestlöhne für Altenpflegekräfte in Deutschland sollen erhöht und ausgeweitet werden. Das sieht eine Verordnung vor, die am Mittwoch Thema im Bundeskabinett war. Das Bundesarbeitsministerium werde diese Verordnung nun kurzfristig erlassen, hieß es anschließend in einer gemeinsamen Mitteilung von Arbeits- und Bundesgesundheitsministerium.

Ende Januar hatte eine Kommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beschlossen, dass der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte bis 1. April 2022 in vier Schritten von heute 10,85 Euro (Ost) und 11,35 Euro (West) auf 12,55 Euro in Ost- und Westdeutschland steigen soll. Ab 1. Juli 2021 soll es zudem erstmals einen Mindestlohn für Fachkräfte von 15 Euro geben. Er soll zum 1. April 2022 auf 15,40 Euro steigen. Mit der Verordnung soll dieser Beschluss branchenweit verbindlich gemacht werden.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärten, in der Corona-Epidemie sei einmal mehr zu spüren, wie wichtig Pflegekräfte für die Gesellschaft seien. Ihre verantwortungsvolle Aufgabe solle besser honoriert werden als bisher. Dafür seien die Regelungen zum Pflegemindestlohn "ein guter Anfang".

Eine Altenpflegerin geht mit einer Seniorin durch einen Flur in einem Altenheim.
Eine Altenpflegerin geht mit einer Seniorin durch einen Flur in einem Altenheim.  © dpa/Peter Steffen

Update, 22. April, 11.26 Uhr: Rostocks OB mit umfangreichen Lockerungsvorschlägen

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hat sich mit umfangreichen Vorschlägen zur Lockerung der Kontaktbeschränkungen an die Landesregierung gewandt. Mit Blick auf das für Donnerstag anberaumte Spitzengespräch von Landesregierung, Gewerkschaften und Branchenvertretern regte Madsen die Ermöglichung von Outdoor-Gastronomie-Angeboten an, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Dies könne auch unter Ausweitung von Flächen, zum Beispiel durch kostenlose Nutzung kommunalen Grunds, geschehen. 

Die Nutzung von Zweitwohnungen müsse ebenso schnell wieder möglich sein wie die Nutzung von Dauercampingplätzen, sagte Madsen. Auch die Vermietung von Ferienwohnungen sollte kurzfristig wieder ermöglicht werden, wenn die Möglichkeit einer Selbstversorgung mit Speisen und Getränken besteht und Speisen auch entsprechend zubereitet werden können. Darüber hinaus könnte die Bäderregelung zeitweise ausgeweitet werden. Dadurch könnten den vom Tourismus partizipierenden, in ihrem Bestand gefährdeten klein- und mittelständischen Betrieben eine Überlebensperspektive gegeben werden, betonte Madsen.

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) steht vor dem Rathaus.
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) steht vor dem Rathaus.  © dpa/Danny Gohlke

Update, 22. April, 11.23 Uhr: Gottesdienste sollen in Brandenburg erlaubt werden

Ab dem 4. Mai sollen in Brandenburg wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Das Kabinett wolle dazu am Donnerstag eine Regelung für alle Religionsgemeinschaften treffen, teilte Regierungssprecher Florian Engels am Mittwoch mit.

Zuletzt wurde in Kirchen nur gestreamt. In Brandenburg sollen bald wieder "normale" Gottesdienste stattfinden.
Zuletzt wurde in Kirchen nur gestreamt. In Brandenburg sollen bald wieder "normale" Gottesdienste stattfinden.  © dpa/Uli Deck

Update, 22. April, 11.18 Uhr: Deutschland will Impfstoff an Menschen testen lassen

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Corona erteilt. Wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel am Mittwoch mitteilte, erhält das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

Update, 22. April, 11.10 Uhr: Niedersachsen beschließt Maskenpflicht

Auch in Niedersachsen soll nun eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt werden. Vom kommenden Montag (27. April) an soll das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch, nachdem zuvor mehrere Medien darüber berichtet hatten.

Eine Frau trägt eine Mundschutzmaske beim Einkaufen und schaut in einen Spiegel.
Eine Frau trägt eine Mundschutzmaske beim Einkaufen und schaut in einen Spiegel.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 22. April, 11.06 Uhr: Maskenpflicht in Brandenburg auf dem Weg

Brandenburg führt nach Berlin ebenfalls die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ab Montag (27. April) ein - sie soll dazu noch für den Einzelhandel gelten. Das will das Kabinett an diesem Donnerstag beschließen, wie Regierungssprecher Florian Engels am Mittwoch ankündigte. 

In Berlin ist ab kommendem Montag das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Bussen, S- und U-Bahnen Pflicht - nicht aber im Einzelhandel. In der Landeshauptstadt Potsdam gilt ab nächstem Montag die Pflicht für Alltagsmasken in Bussen und Bahnen - auch wegen der vielen Pendler - sowie auch in Läden. Wegen des gemeinsamen Verkehrsverbunds solle auch in Brandenburg vom kommenden Montag an eine Maskenpflicht in S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen gelten, kündigte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags an. Die Pflicht soll auch Regional-Express-Züge umfassen.

Michael Stübgen (CDU), Innenminister von Brandenburg.
Michael Stübgen (CDU), Innenminister von Brandenburg.  © dpa/Christophe Gateau

Update, 22. April, 10.22 Uhr: Gut 93.600 Betriebe im Südwesten haben Kurzarbeit angemeldet

Die Zahl der Betriebe in Baden-Württemberg, die Kurzarbeit angemeldet haben, ist weiter gestiegen - allerdings nicht mehr so stark. Mittlerweile sind es gut 93.600, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Das sind knapp 32 Prozent aller Unternehmen im Südwesten, in dem mindestens ein Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Vor einer Woche hatte die Zahl bei gut 89.000 gelegen.

Wie viele Menschen betroffen sind, ist durch die Sonderauswertung der Arbeitsagentur nicht erfasst. Diese Zahl kann erst nach der Abrechnung durch die Betriebe ermittelt werden. Bundesweit hatten bis zum Stichtag am Montag rund 718.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang, den die Arbeitsagentur aber mit der Streichung von Dopplungen begründete. Es gingen auch weiterhin Kurzarbeits-Anzeigen ein, hieß es.

Update, 22. April, 9.43 Uhr: Kinderhilfswerk fordert Wiederöffnung von Spielplätzen

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert, dass die Spielplätze in Deutschland schrittweise wieder aufgemacht werden.

Denkbar sei es, zunächst mit großen, weitläufigen Spielplätzen zu beginnen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Dabei sollte in enger Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut vorgegangen werden, besonders wenn es um die Gefahr von möglichen Infektionen über Oberflächen von Spielgeräten gehe.

Sollte eine Öffnung aus Infektionsschutzgründen weiterhin nicht möglich sein, müssten Alternativen angeboten werden, beispielsweise Sondernutzungszeiten für überfüllte Parkanlagen für Familien mit Kindern. 

"Insbesondere für Familien in beengten Wohnverhältnissen ohne Ausweichmöglichkeiten in den eigenen Garten oder auf andere Spielflächen sowie in stark verdichteten Innenstadtquartieren ohne ausreichende Freiflächen im Wohnumfeld ist die Situation inzwischen sehr angespannt", sagte Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Kinderhilfswerks.

Update, 22. April, 9.16 Uhr: Indigene im Amazonas-Gebiet zunehmend von Corona betroffen

Im brasilianischen Amazonas-Gebiet infizieren sich immer mehr Indigene mit dem Coronavirus. Zuletzt stieg die Zahl bekannter Fälle innerhalb von 24 Stunden von 9 auf 23, wie aus den Daten des Spezialsekretariats für Indigene Gesundheit Sesai hervorgeht.

Vier Ureinwohner aus Indigenen-Gebieten sind nach Angaben der Behörde Funai bisher in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Ein Kind spielt mit ihrem handgefertigten Spielzeugbogen aus Stöcken und Blättern, während es auf einem umgefallenen Baum steht. (Archivbild)
Ein Kind spielt mit ihrem handgefertigten Spielzeugbogen aus Stöcken und Blättern, während es auf einem umgefallenen Baum steht. (Archivbild)  © Rodrigo Abd/AP/dpa

Der erste erfasste Corona-Tote aus einem Indigenen-Gebiet war ein Jugendlicher vom Volk der Yanomami. "Der Tod des Jungen hat gezeigt, dass weder die Diagnose noch die Behandlung funktioniert haben", sagte Luis Ventura vom Indigenistischen Missionsrat Cimi in der Stadt Boa Vista der Deutschen Presse-Agentur.

Der 15-Jährige war schon zuvor gesundheitlich angeschlagen, wie die Website "Amazônia Real" unter Berufung auf einen Arzt für Infektionskrankheiten des Sesai berichtete, er habe unter Mangelernährung, Blutarmut und Malaria gelitten. Der Jugendliche sei seit Mitte März mehrmals ins Krankenhaus gekommen und wieder entlassen worden, ohne dass eine Corona-Infektion festgestellt worden wäre, zwischenzeitlich sei er sogar in sein Dorf zurückgekehrt.

Die brasilianische Regierung des Präsidenten Jair Bolsonaro hat den Schutz für Indigene reduziert. Viele Dörfer sind durch evangelikale Missionare, Goldsucher, Holzfäller und andere Eindringlinge bedroht. Ventura sagte: "Die Erwartung ist, dass der Staat zum Schutz des Territoriums einschreitet und Eindringlinge herausholt."

Update, 22. April, 9.06 Uhr: Verlängerung der Wiesn? Münchens Oberbürgermeister äußert sich

Der Idee einer Verlängerung des Oktoberfests im kommenden Jahr will sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter nicht verschließen. "Wir werden sehen, was es im nächsten Jahr für Möglichkeiten geben kann", sagte der SPD-Politiker "Münchner Merkur" und "tz" am Mittwoch. Allerdings: "Und ich weiß, dass beispielsweise die Bedienungen, die Sanitäter, Polizei und Sicherheitskräfte am Ende der 16 Tage Wiesnzeit schon ziemlich geschlaucht sind." Eine Verlängerung sei für die Beschäftigte und Anwohner nur schwer zu verkraften. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass das Oktoberfest in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt. Üblicherweise dauerte es immer 16 Tage.

Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, nimmt an einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei teil.
Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, nimmt an einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei teil.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 22. April, 8.52 Uhr: Ministerin Karliczek sträubt sich gegen Bafög-Öffnung in Corona-Krise

Vor dem Treffen des Koalitionsausschusses an diesem Mittwoch bleibt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei ihrer Absage an eine Öffnung des Bafög wegen der Corona-Krise.

Dabei geht es um Studenten, die eigentlich keinen Bafög-Anspruch haben, aber ihren Nebenjob verlieren und finanziell in Not geraten. "Was wir nicht gebrauchen können im Moment ist, dass wir jetzt in ein langwieriges Gesetzgebungsverfahren gehen", sagte Karliczek am Mittwoch im Deutschlandfunk. 

Man sei aktuell "in guten Gesprächen" für schnelle Überbrückungsmöglichkeiten. "Ich denke, dass das in dieser Woche jetzt was wird." Karliczek hatte wiederholt angekündigt, an Stelle einer Bafög-Öffnung zinslose Darlehen für Studierende bereitstellen zu wollen.

Die SPD und die Opposition - außer der AfD - pochen jedoch auf eine Öffnung. Auch bei der Förderungshöchstdauer werden Lockerungen gefordert.

Nicht Bafög-berechtigt sind etwa ausländische Studierende, Studierende im Zweitstudium und Studierende, die die Regelstudienzeit bereits überschritten haben. Viele Studentenjobs zum Beispiel in der Gastronomie ruhen wegen des Shutdowns.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, äußert sich bei einer Pressekonferenz im Bundesministerium für Bildung und Forschung zu Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. (Archivbild)
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, äußert sich bei einer Pressekonferenz im Bundesministerium für Bildung und Forschung zu Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 22. April, 8.38 Uhr: Apotheken-Umsätze steigen zu Beginn der Corona-Krise

Zu Beginn der Corona-Krise haben die Apotheken in Deutschland ihre Umsätze deutlich gesteigert. Bereinigt um Preissteigerungen setzten sie im Februar 6,0 Prozent mehr um als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete. Das lag zwar deutlich über der langjährigen Veränderungsrate von 2,6 Prozent aber noch unter dem allgemeinen Zuwachs, den der deutsche Einzelhandel im Februar mit 6,4 Prozent verzeichnet hat.

Die Statistiker haben bei den Apotheken einen deutlichen Preisanstieg in den vergangenen Jahren registriert. Die Preise für rezeptfreie Medikamente kletterten demnach um 11,1 Prozent. Hier können die Apotheken frei kalkulieren. Die rezeptpflichtigen Medikamente, bei denen Preise und Zuzahlungen staatlich reguliert sind, wurden in der Fünfjahresspanne hingegen nur 2,7 Prozent teurer.

Update, 22. April, 8.18 Uhr: Corona-Massenimpfung vielleicht schon ab Oktober

Ein Schweizer Immunologe hat nach eigenen Angaben einen Impfstoff-Kandidaten gegen Corona entwickelt, der nach erfolgreichen Prüfungen möglicherweise noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen könnte. 

Martin Bachmann vom Universitätsspital Bern will die nötigen Studien und Genehmigungsverfahren so schnell durchlaufen, dass er schon im Oktober Massenimpfungen in der Schweiz für möglich hält. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic bestätigte Gespräche mit Bachmann und anderen Forschern, die an Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2 arbeiten.

"Der Zeitplan ist äußerst optimistisch, aber er ist nicht komplett an den Haaren herbeigezogen", sagte Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der Dringlichkeit, die die Coronavirus-Pandemie mit sich bringt, sprechen wir beim Zulassungsverfahren von Wochen, nicht von Monaten." 

Wenn alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllt würden, sei eine Entscheidung vor Ende des Jahres möglich. Eine erste kleine Erprobung am Menschen - eine sogenannte Phase-I-Studie - soll Bachmann zufolge im Juli starten. An nur wenigen Teilnehmern wird dabei zunächst die Sicherheit und allgemeine Verträglichkeit getestet.

Martin Bachmann, Immunologe am Schweizer Universitätsspital Bern (undatierte Aufnahme).
Martin Bachmann, Immunologe am Schweizer Universitätsspital Bern (undatierte Aufnahme).  © Pascal Gugler/Insel Gruppe/dpa

"Wir halten uns an alle Auflagen, wir beschleunigen die Prozesse nur", sagte Bachmann. Der Swissmedic-Sprecher bestätigte, dass in begründeten Fällen, etwa wenn es um lebensbedrohliche Krankheiten wie Covid-19 gehe, befristete Zulassungen schon vor Abschluss der klinischen Studien erteilt werden könnten. Auch die Studien selbst müssen aber genehmigt werden. Das allein brauche zwar sonst Wochen, könne aber in dieser besonderen Situation innerhalb von Tagen erfolgen, hieß es.

Erst die Studienergebnisse der insgesamt drei Phasen allerdings werden zeigen, ob sich der Impfstoff-Kandidat als hinreichend wirksam erweist und ob er frei von nicht akzeptablen oder gar gefährlichen Nebenwirkungen ist. Bachmann setzt auf ein Verfahren mit virenähnlichen Partikeln, die im Körper eine Abwehrreaktion auf den neuen Erreger auslösen sollen. Damit wäre das Immunsystem gewappnet, im Ernstfall bei einer Infektion die eindringenden Viren erfolgreich abzuwehren. 

Mit virenähnlichen Partikeln funktionieren auch die Impfstoffe gegen das Papilloma-Virus (HPV), das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, und Hepatitis B.

Update, 22. April, 7.56 Uhr: Corona-Fall auch bei Japans Olympiamachern

Ein Mitarbeiter des japanischen Organisationskomitees für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr ist positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Das teilte die Organisation am Mittwoch mit. Der Mann in seinen 30ern ist am Hauptsitz des Komitees in Tokio beschäftigt und befinde sich jetzt zu Hause in Quarantäne. Man habe herausgefunden, wer mit dem Patienten engen Kontakt hatte. Die Betroffenen würden ab sofort zu Hause bleiben. Das Stockwerk, auf dem der Mann gearbeitet habe, werde abgesperrt und desinfiziert.

Seit die Regierung am 7. April für Tokio und sechs andere Provinzen den Notstand ausgerufen hatte, arbeiten die Mitarbeiter der Olympia-Organisatoren prinzipiell von zu Hause aus. Der inzwischen für das ganze Land geltende Notstand bedeutet jedoch keinen Shutdown. Japan zählt inzwischen mehr als 12.200 Infektionsfälle und 296 Tote.

Update, 22. April, 7.44 Uhr: US-Bundesstaat Missouri verklagt China wegen der Corona-Ausbreitung

Der US-Bundesstaat Missouri hat China wegen der Coronavirus-Pandemie verklagt.

Die bei einem US-Gericht eingereichte Klage wirft unter anderen der Regierung und der Kommunistischen Partei in Peking vor, für die Todesfälle sowie die wirtschaftlichen Einbußen durch das Virus auch in dem US-Bundesstaat verantwortlich zu sein. Medienberichten zufolge hat die Klage allerdings wenig Aussichten auf Erfolg, da China als souveräner Staat geschützt sei.

"Covid-19 hat Ländern auf der ganzen Welt irreparablen Schaden zugefügt und Krankheit, Tod, wirtschaftliche Beeinträchtigungen und menschliches Leid verursacht", schrieb Missouris republikanischer Justizminister Eric Schmitt am Dienstag (Ortszeit). Mit der Klage solle von China eine Entschädigung erreicht werden.

Donald Trump, Präsident der USA, während einer Pressekonferenz im Weißen Haus über das Coronavirus.
Donald Trump, Präsident der USA, während einer Pressekonferenz im Weißen Haus über das Coronavirus.  © Alex Brandon/AP/dpa

Die chinesische Regierung habe die Welt bezüglich der Gefahren des Coronavirus belogen, Whistleblower zum Schweigen gebracht und wenig getan, um die Ausbreitung zu verhindern, schrieb Schmitt weiter. China sei somit verantwortlich, "eine globale Pandemie verursacht zu haben, die unnötig und vermeidbar war". In Missouri im Mittleren Westen der USA sind bislang mehr als 6000 Corona-Infektionen und rund 220 Tote durch die Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet worden.

Die Rechtsprofessorin Lea Brilmayer sagte dem Sender NPR, die meisten Richter in den USA kämen vermutlich zu dem Schluss, dass sie keine Zuständigkeit hätten für einen juristischen Streit zwischen einem US-Bundesstaat und einer souveränen Nation. Eine Gruppe von 22 republikanischen Abgeordneten hat Präsident Donald Trump aber inzwischen aufgefordert, wegen der Pandemie gegen China vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu ziehen.

Trump selbst hat China für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht. Er hatte auch einen vorübergehenden Stopp der US-Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst. Der Präsident macht die Organisation für die vielen Toten mitverantwortlich und wirft ihr vor, die Pandemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China verschlimmert zu haben.

Kritiker werfen Trump dagegen vor, vor der Präsidentenwahl im November von eigenen Versäumnissen ablenken zu wollen.

Update, 22. April, 7.23 Uhr: Greifswalder Forscher entwickeln schnelles Händedesinfektionssystem

Greifswalder Forscher haben eine Desinfektionsanlage entwickelt, mit der sich 18 Personen gleichzeitig die Hände desinfizieren können.

Sie arbeitet mit einem Wirkstoff, der innerhalb von 30 Sekunden sowohl gegen hartnäckige Bakteriensporen als auch gegen widerstandsfähige Viren wirkt, teilte das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald am Mittwoch mit. Das Desinfektionssystem wurde demnach von der Firma Nebula Biocides GmbH entwickelt, einer Ausgründung des Greifswalder Leibniz-Institutes.

Die Anlage erlaubt Händedesinfektionen an hochfrequentierten Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen oder Krankenhäusern, erläuterten die Geschäftsführer des Unternehmens, Jörn Winter und Ansgar Schmidt-Bleke. Bisherige Desinfektionsmittel basierten meist auf Alkohol, seien teuer und leicht entzündlich. Das neue Mittel sei preiswert, nicht entflammbar und biologisch abbaubar.

Die Anlage erlaubt Händedesinfektionen an hochfrequentierten Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen oder Krankenhäusern. Die Greifswalder Forscher haben die Desinfektionsanlage entwickelt, mit der sich 18 Personen gleichzeitig die Hände desinfizieren können.
Die Anlage erlaubt Händedesinfektionen an hochfrequentierten Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen oder Krankenhäusern. Die Greifswalder Forscher haben die Desinfektionsanlage entwickelt, mit der sich 18 Personen gleichzeitig die Hände desinfizieren können.  © dpa/Stefan Sauer/dpa-Zentralbild

Zugelassen sind Mittel und Verfahren jedoch noch nicht. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) habe auf die vor mehr als einem Jahr gestellte Anfrage mitgeteilt, dass sie "die Bewertung aufgrund begrenzter Kapazitäten nicht übernehmen kann", sagte Schmidt-Bleke. 

Nun werde zusammen mit den zuständigen Landesministerien geprüft, wie das Desinfektionssystem möglichst noch in der Corona-Krise eingesetzt werden könnte. 

Die Entwicklung des Spendersystems war im Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft des Landes gefördert worden und ist einer der Preisträger 2020.

Update, 22. April, 7.09 Uhr: Große Städte fordern Rettungsschirm für Kommunen

Die fünf größten Städte in Schleswig-Holstein befürchten massive finanzielle Ausfälle in der Corona-Krise und fordern daher einen finanziellen Rettungsschirm für die Kommunen. Die Landeshauptstadt Kiel rechnet mit mindestens 100 Millionen Euro weniger Einnahmen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Flensburg befürchtet ein Minus in Höhe eines ein- bis zweistelligen Millionenbetrags. Lübeck, Neumünster und Norderstedt haben noch keine bezifferbaren Prognosen, sehen aber dringenden Handlungsbedarf.

Update, 22. April, 6.47 Uhr: Weitere Demonstrationen gegen Kontaktbeschränkungen

Trotz des Verbots größerer Demonstrationen wollen auch an diesem Samstag wieder zahlreiche Menschen in Berlin gegen die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie protestieren. 

Erneut wollen sich die Demonstranten um 15.30 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte treffen, wie die Veranstalter im Internet schreiben. Eine Woche später soll am 1. Mai die sechste Demonstration dieser Art unter dem Stichwort "Hygiene" stattfinden.

An vergangenen Samstagen hatten einige hundert Menschen gegen die von ihnen befürchtete Einschränkung von Grundrechten demonstriert. Darunter waren auch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Am letzten Samstag stellte die Polizei von 79 Teilnehmern die Personalien fest. Einzelne Demonstranten wurden weggetragen. Rund 260 Polizisten waren vor Ort. Wegen der Corona-Pandemie trugen viele Polizisten einen Mundschutz.

Nach der Verordnung zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus sind in Berlin derzeit Demonstrationen nur unter bestimmten Bedingungen und mit höchstens 20 Teilnehmern erlaubt. 

Ab dem 4. Mai sind Demonstrationen an einem festen Ort mit höchstens 50 Teilnehmern grundsätzlich erlaubt, wenn der Mindestabstand und die Hygieneregeln eingehalten werden.

Update, 22. April, 6.14 Uhr: Stegner fordert europäischen Wiederaufbaufonds

Der SPD-Politiker Ralf Stegner hat von Deutschland mehr europäische Solidarität in der Corona-Krise verlangt. 

"Wir brauchen am Ende einen EU-Wiederaufbaufonds", sagte der Kieler Landtagsfraktionschef der Deutschen Presse-Agentur. "Das darf nicht an Deutschland scheitern."

Es wäre völlig falsch, andere Länder abschmieren zu lassen. Das widerspräche auch den Werten der EU. Deutschland dürfe auch nicht ständig unsere südeuropäischen Nachbarn belehren wollen. Dies bezog Stegner auch auf die SPD-Seite in der Bundesregierung.

Im Kampf gegen das Coronavirus müsse der Gesundheitsschutz der besonders Gefährdeten höchste Priorität behalten. "Wir müssen aber auch stärker Hilfen für jene in den Vordergrund rücken, die besonders viel schuften und leiden." Dies gelte auch für Familien mit Kindern. "Da gibt es noch keine vernünftige Debatte, sie zu entlasten." Er habe kein Verständnis dafür, die Spielplätze nicht zu öffnen.

Ralf Stegner, SPD-Fraktionsvorsitzender, spricht auf der Landtagssitzung. Stegner stellt weitere Forderungen an die Landesregierung zum Umgang mit der Corona-Krise.
Ralf Stegner, SPD-Fraktionsvorsitzender, spricht auf der Landtagssitzung. Stegner stellt weitere Forderungen an die Landesregierung zum Umgang mit der Corona-Krise.  © Carsten Rehder/dpa

Stegner verlangte praktische Lösungen, um den Bewohnern von Pflege- und Behindertenheimen Besuche zu ermöglichen. "Die Totalisolation muss überwunden werden." Wo es möglich ist, müssten organisatorische Lösungen gefunden werden, ohne Risiken zu vergrößern. "Dass Kinder ihre Eltern nicht besuchen dürfen, ist ein großes Problem."

Stegner bekräftigte die Forderung, Pflegekräfte, Supermarktkassierer und Lastwagenfahrer besser zu bezahlen und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zudem müssten Bund und Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken.

Stegner setzte sich auch dafür ein, zügig den von der Corona-Krise besonders betroffenen Restaurants eine Perspektive zu geben. So könnten am Anfang Wiederöffnungen an Reservierungen gekoppelt werden. Das würde die Einhaltung von Abstandsregeln erleichtern. 

Der Bildungsministerin Karin Prien (CDU) warf Stegner vor, zu wenig den Dialog mit Eltern und Arbeitnehmervertretern zu führen. Als Beispiel nannte er Priens Vorstoß für Samstagsunterricht bis zum Sommer.

Update, 22. April, 5.36 Uhr: Flüchtlingsunterkunft in Gotha unter Quarantäne gestellt

In Gotha ist eine Flüchtlingsunterkunft am Dienstagabend wegen einer steigenden Anzahl von Corona-Fällen unter den Einwohnern unter Quarantäne gestellt worden. Zwölf Bewohner sind positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Landratsamt Gotha am Dienstag mitteilte. Demnach leben 76 Menschen in der Einrichtung, die nun alle unter Quarantäne stünden. Die Versorgung und Betreuung der Bewohner sei laut Landratsamt gesichert. Das Gesundheitsamt setze die Tests der Bewohner fort, hieß es.

Update, 22. April, 4.59 Uhr: Gewerkschaft der Polizei gegen Geisterspiele

Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) zweifelt am Sinn einer Bundesliga-Fortsetzung während der Corona-Krise. "Auch ohne Seuche ist Fußball sehr personalintensiv für die Polizei", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jörg Radek der Deutschen Presse-Agentur. Würde die Saison jetzt mit Geisterspielen fortgesetzt, bestehe die Gefahr, dass Fans sich trotz Kontaktverbot vor den Stadien versammeln, um ihre Mannschaften zu unterstützen. "Fußballspiele würden dann für die Polizei einen noch höheren Personalaufwand bedeuten", sagte Radek. Es bestünde eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

Update, 22. April, 4.45 Uhr: Reinigungsfirmen leiden unter weniger Aufträgen in Corona-Krise

Reinigungsfirmen beklagen in der Corona-Krise große Einbußen. Laut dem Bundesverband des Gebäudereiniger-Handwerks ist etwa ein Drittel der Aufträge verloren gegangen.

Ein Lichtblick für die professionellen Reinigungskräfte: Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zufolge nehmen die Bürger die Arbeit der Firmen wahr und schätzen sie. 96 Prozent der Bürger halten die Arbeit der Reinigungskräfte demnach für sehr wichtig oder wichtig. Jeder Vierte finde die Arbeit wichtiger als vor der Krise, ergab eine Umfrage, die der Branchenverband initiiert hatte.

Gut 700.000 Menschen arbeiten in Deutschland als Gebäudereiniger - laut dem Branchenverband ist es das beschäftigungsstärkste Handwerk in Deutschland.

Update, 22. April, 4.30 Uhr: Auch Thüringer Arztpraxen von Corona-Quarantäne betroffen

In Thüringen ist seit Beginn der Coronavirus-Pandemie auch für Dutzende Arztpraxen Quarantäne angeordnet worden. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sind 63 Praxisstandorte gemeldet, die davon betroffen waren oder noch sind, wie ein KV-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die meisten der betroffenen Standorte sind inzwischen wieder geöffnet. Fünf Praxen befinden sich aktuell noch in Quarantäne. Bei der Zahl gibt es laut KV eine gewisse Unschärfe, da Praxen Schließungen erst melden müssen, wenn diese länger als eine Woche dauern. In Thüringen arbeiten rund 4000 Ärzte und Psychotherapeuten in Praxen oder medizinischen Versorgungszentren.

Update, 22. April, 4.02 Uhr: Ehemalige SPD-Spitzenpolitiker rufen zu mehr Hilfe für Europa auf

Frühere Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten um Ex-Kanzler Gerhard Schröder haben die Bundesregierung vor dem EU-Gipfel am Donnerstag zu mehr Kompromissbereitschaft aufgefordert. 

"Deutschland hat politisch und wirtschaftlich unglaublich durch die Einigung Europas gewonnen. Es muss jetzt vor allem seinen Beitrag zur Überwindung dieser schweren Krise leisten. 

Jetzt ist die Zeit für uneingeschränkte europäische Solidarität", heißt es in dem Aufruf, den auch die früheren SPD-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Hans Eichel sowie Ex-Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin unterzeichnet haben und der dem "Handelsblatt" (Mittwoch) vorliegt.

Konkret fordern die fünf Unterzeichner demnach "einen großen europäischen Solidarfonds, der die immensen Kosten der Krise und des Wiederaufbaus der europäischen Wirtschaft trägt". 

Dieser müsse beim EU-Haushalt angesiedelt und von allen Mitgliedsstaaten garantiert werden. Bei einer Verweigerung werde "der Zerfall Europas" riskiert.

Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler, spricht vor dem Initiativkreis Mönchengladbach. (Archivbild)
Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler, spricht vor dem Initiativkreis Mönchengladbach. (Archivbild)  © Federico Gambarini/dpa

Update, 22. April, 3.23 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut informiert über Impfstoff-Studie gegen Corona

Das Paul-Ehrlich-Institut informiert am (heutigen) Mittwoch (11.00) über die erste klinische Prüfung eines möglichen Impfstoffs gegen Sars-CoV-2 in Deutschland. Das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel mit Sitz in Langen hat zu einem Online-Pressebriefing eingeladen.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler derzeit an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. In China und den USA sind erste klinische Studien mit Impfstoffkandidaten bereits gestartet, in Deutschland gibt es noch keine solche Studien. Aber auch hierzulande arbeiten mehrere Forschungsinstitute sowie Pharma- und Biotech-Unternehmen mit Hochdruck an der Entwicklung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2.

Update, 22. April, 2.56 Uhr: Lindner fordert Überprüfung von Corona Maßnahmen im Wochentakt

FDP-Chef Christian Linder hat vorgeschlagen, die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten könnten die Wirkung der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einmal wöchentlich überprüfen - und nicht wie bisher nur alle zwei Wochen. "Wir müssen immer wieder prüfen, ob sie durch mildere Mittel ersetzt werden können. Wir müssen dies auch zügig tun - im Wochen- statt im Zweiwochenrhythmus", sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Zur besseren Planung müssten klare Kriterien entwickelt werden, "wann Beschränkungen eingeführt und wann sie wieder aufgehoben werden", forderte der FDP-Chef.

Christian Lindner, Vorsitzender der FDP, spricht vor einer Fraktionssitzung im Deutschen Bundestag über die Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft.
Christian Lindner, Vorsitzender der FDP, spricht vor einer Fraktionssitzung im Deutschen Bundestag über die Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft.  © Sonja Wurtscheid/dpa

Update, 22. April, 2.22 Uhr: Weitere Abschlussklassen kehren an Sachsens Schulen zurück

Sachsens Schulen füllen sich langsam wieder: Nach den Abiturienten kehren am Mittwoch auch die Abschlussklassen an Oberschulen, Berufs- und Förderschulen nach einer mehrwöchigen Zwangspause durch die Corona-Krise zurück. Regulären Unterricht gibt es allerdings nicht, im Mittelpunkt stehen die Vorbereitungen auf die anstehenden Prüfungen. Insgesamt gehen dann nach Angaben des Kultusministeriums rund 60.000 Schüler in Sachsen wieder zur Schule.

Um Lehrer und Schüler vor einer Corona-Infektion zu schützen, wurden die Häuser mit Desinfektionsmitteln und Mundschutzmasken ausgestattet. Das Lernen in kleinen Gruppen soll zudem ermöglichen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

Update, 22. April, 1.01 Uhr: USA distanzieren sich wegen Rolle der WHO von UN-Resolution

Die USA haben bei den Vereinten Nationen zuerst eine Resolution zur Bekämpfung des Coronavirus angenommen - und sich danach von einer Formulierung zur Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wieder distanziert. 

Der Beschluss der Vollversammlung zur internationalen Zusammenarbeit bei Arzneien, Impfungen und medizinischer Ausrüstung in der Pandemie enthielt die Formulierung, dass die WHO eine "entscheidende Führungsrolle" in der Krise spiele.

In einer Mitteilung der amerikanischen UN-Mission am Dienstag hieß es, man distanziere sich von dem entsprechenden Paragrafen. "Wir sind weiterhin ernsthaft besorgt über die mangelnde Unabhängigkeit, die die WHO seit Beginn dieser Pandemie gezeigt hat", teilten die Amerikaner mit. 

US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche angekündigt, die Zahlungen an die WHO wegen angeblichen Missmanagements und Vertrauens auf Angaben aus China auszusetzen.

Es blieb zunächst unklar, ob die Vereinigten Staaten bei der Annahme der Resolution in der UN-Vollversammlung im sogenannten stillen Abstimmungsverfahren vergessen hatten, Widerspruch einzulegen. 

Ein Beschluss gilt wegen der logistischen Schwierigkeiten während der Pandemie dann als angenommen, wenn keines der 193 Mitgliedsländer der Vollversammlung ein Veto einlegt. Keine Handlung signalisiert Zustimmung.

Update, 22. April, 0.16 Uhr: Grüne fordern "Corona-Elterngeld" bei geschlossenen Kitas

Die Grünen im Bundestag fordern eine Verlängerung der Verdienstausfallzahlungen für Eltern, die ihre Kinder wegen Kita- und Schul-Schließungen in der Corona-Krise zu Hause betreuen müssen. 

"Solange Schulen und Kitas bedingt durch die Corona-Pandemie geschlossen bleiben und Eltern nicht arbeiten können, weil sie sich um die Kinderbetreuung kümmern müssen, brauchen sie einen verlässlichen, finanziellen Ausgleich für die gesamte Zeit dieser Ausnahmesituation", sagt Grünen-Fraktionsvize Katja Dörner der "Welt" (Mittwoch). Die meisten berufstätigen Eltern stießen mittlerweile an ihre Kraftgrenzen – insbesondere die Alleinerziehenden.

Derzeit können Eltern vom Staat bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Diese im März beschlossene Regelung ist aber auf sechs Wochen befristet.

Auf den Plätzen im Bundestag liegen Zettel für die Bereiche die frei bleiben sollen.
Auf den Plätzen im Bundestag liegen Zettel für die Bereiche die frei bleiben sollen.  © Michael Kappeler/dpa

Die "Welt" zitierte aus einem beschlossenen Antrag der Grünen-Fraktion. Diese wollen die Leistung demnach zu einem "Corona-Elterngeld" weiterentwickeln, "bei dem die Nachweispflicht über andere zumutbare Betreuungsmöglichkeiten entfällt, Homeoffice eines Elternteils nicht als Betreuungsoption gewertet wird und die Dauer des Entschädigungsanspruches an die behördliche Schließung der Betreuungseinrichtungen gekoppelt ist".

Die getroffenen Regelungen gälten abzüglich der Osterferien noch bis Mitte Mai, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstagabend in der Sendung "ARD Extra". 

"Darüber hinaus muss darüber gesprochen werden, wie für Eltern, die eben ihre Kinder nicht in die Kinderbetreuung geben können, auch eine Lohnausfallzahlung weiter gewährt werden kann." Sie fügte hinzu: "Das machen wir zusammen mit dem Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil und dem Finanzminister."

Update, 21. April, 23.41 Uhr: US-Chipkonzern Texas Instruments überrascht dank Corona beim Umsatz

Der US-Chipkonzern Texas Instruments (TI) hat im abgelaufenen Quartal überraschend viel verkauft. 

Weil Kunden vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie aus Sorge um die Verfügbarkeit benötigter Produkte besonders viel orderten, ging der Umsatz im ersten Quartal nur um 7 Prozent auf 3,33 Milliarden US-Dollar (3,06 Mrd Euro) zurück, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss in Dallas mitteilte. Analysten hatten hingegen nur mit 3,14 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Gewinn fiel unter dem Strich von 1,22 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 1,17 Milliarden Dollar. Auch hier hatten Experten weniger vorhergesagt.

Im zweiten Quartal rechnet TI einem weiteren Umsatz- und Gewinnrückgang. Bei den Erlösen werden 2,61 bis 3,19 Milliarden Dollar und beim Gewinn je Aktie 0,64 bis 1,04 Dollar erwartet.

Texas Instruments ist der erste große US-Chiphersteller, der von ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusste Quartalszahlen vorlegt. Das Unternehmen produziert vor allem für die Industrie- und die Automobilbranche.

Update, 21. April, 23.05 Uhr: Corona-Pandemie sorgt für Kundenansturm bei Netflix

Netflix erfreut sich in der Corona-Pandemie dank Serienhits wie "Tiger King" hoher Beliebtheit - im vergangenen Quartal gewann der Streaming-Marktführer in großem Stil neue Kunden hinzu.

Die Anzahl der Bezahlabos schoss in den drei Monaten bis Ende März weltweit um 15,8 Millionen in die Höhe, wie der Online-Videodienst am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Damit übertraf Netflix die eigene Prognose und auch die Erwartungen der Analysten bei Weitem, was die Aktie nachbörslich zunächst steigen ließ. Zum Quartalsende brachte es Netflix auf knapp 183 Millionen bezahlte Mitgliedschaften. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um rund 28 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar, während der Gewinn auf 709 Millionen Dollar (653 Mio Euro) mehr als verdoppelt wurde.

Während viele Firmen stark unter der Corona-Krise leiden, profitiert Netflix davon, dass viele Menschen ihr Zuhause wegen des Virus kaum noch verlassen. Bei Anlegern steht das Unternehmen trotz der Finanzmarktturbulenzen der letzten Monate weiter hoch im Kurs, die Aktie erreichte zuletzt neue Rekordhochs.

Am Börsenwert gemessen konnte Netflix sogar schon am großen Rivalen Disney vorbeiziehen.

Ein junger Mann sieht sich über den Anbieter "Netflix" Serien an.
Ein junger Mann sieht sich über den Anbieter "Netflix" Serien an.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 21. April, 22.20 Uhr: RKI muss laut Markus Söder "grünes Licht" für Bundesliga-Neustart geben

Das Robert Koch-Institut (RKI) muss dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zufolge "sein grünes Licht" für den Neustart der Fußball-Bundesliga geben. "Wir brauchen die Expertise des Robert Koch-Instituts", sagte der 53-Jährige am Dienstag in den ARD-"Tagesthemen". "Es müssen klare Geisterspiele sein, der Personenkreis muss klar kontrollierbar sein. Es muss auch dafür gesorgt werden, dass vor den Stadien auch nichts stattfindet."

Einen "Blankoscheck" für die Klubs "nach dem Motto, egal was passiert, es findet statt", werde es "natürlich nicht geben". Das Konzept der Deutschen Fußball Liga für den Neustart stehe "natürlich unter Bewährung", sagte Söder, die Lage müsse dann "von Spieltag zu Spieltag" beobachtet werden. RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte sich zuvor skeptisch zu dem Ligaplan geäußert, die Fußball-Profis ständig auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen.

Gemeinsam mit seinem nordrhein-westfälischen Amtskollegen Armin Laschet (CDU) hatte Söder am Montag den 9. Mai als möglichen Termin für die Wiederaufnahme der Bundesliga ins Spiel gebracht. Das Bundesinnenministerium ist dagegen der Auffassung, dass noch kein konkreter Termin genannt werden solle. "Das Bundesinnenministerium ist weder rechtlich noch gesundheitspolitisch zuständig", sagte Söder.

"Letztlich muss das Robert Koch-Institut und der Bundesgesundheitsminister (Jens Spahn) da sein Go geben. Er hat - so habe ich das vernommen - gesagt, er hält es für möglich", sagte Söder auch mit Blick auf die Testkapazitäten. "Wenn das Robert Koch-Institut beziehungsweise der Bundesgesundheitsminister das für vertretbar halten, wenn die Gesundheitsämter vor Ort das für vertretbar halten. Dann würde ich es auf Bewährung wagen."

Der Fußball, meinte Söder, könne "viel dazu beitragen, durch diese schwierige Zeit zu kommen". Die DFL will am Donnerstag das weitere Vorgehen beraten. Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren am 30. April - dann könnte auch eine Entscheidung über einen möglichen Neustart-Termin im Mai fallen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) muss Markus Söder (CSU) zufolge "sein grünes Licht" für den Neustart der Fußball-Bundesliga geben.
Das Robert Koch-Institut (RKI) muss Markus Söder (CSU) zufolge "sein grünes Licht" für den Neustart der Fußball-Bundesliga geben.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 21. April, 22.10 Uhr: Drittliga-Klubs einigen sich auf "sachlich, konstruktive" Diskussion

Nach dem öffentlich ausgetragenen Disput über die Fortsetzung der Saison wollen die Fußball-Drittligisten künftig wieder sachlicher diskutieren. Darauf verständigten sich die Club während einer Videokonferenz am Dienstag, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte. 

"Ungeachtet zum Teil unterschiedlicher Auffassungen unter den Clubs ist es das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, eine tragfähige Lösung zu finden, um die 3. Liga in ihrer bewährten Struktur zu erhalten und ihre Zukunft als Profiliga zu sichern", hieß es in der Mitteilung.

DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sagte am Abend im "Bild"-Interview: "Wir wollen der 3. Liga Lösungen anbieten, die es ermöglichen den Spielbetrieb fortzusetzen. Die 3. Liga fällt auch in die Kategorie Berufsfußball. Wir arbeiten sehr intensiv daran, dass das gelingt und wir die Saison bis zum 30. Juni zum Abschluss gebracht haben werden."

Clubvertreter und DFB einigten sich den DFB-Angaben zufolge auf "eine versachlichte, konstruktive und vor allem zielführende Diskussion". Dies sei "unerlässlich für eine sachgerechte Entscheidungsfindung. Öffentliche Konfrontationen beschädigen - völlig unabhängig vom Inhalt der einzelnen Meinungen - die 3. Liga und ihre Vereine. Darüber hinaus tragen sie nicht zu Lösungen bei, sondern erschweren sie nur", sagte Tom Eilers, der Vorsitzende des Ausschusses 3. Liga.

Das DFB-Präsidium werde sich am Freitag "mit den Rahmenbedingungen für eine gegebenenfalls mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Bundesspielklassen" befassen, teilte der Verband mit. Es bestehe Einigkeit darüber, "dass weitergehende Entscheidungen in Bezug auf den Spielbetrieb der 3. Liga zwingend von den behördlichen Verfügungsgrundlagen abhängig sind und unter strikter Beachtung der gesundheitspolitischen Vorgaben erfolgen werden".

Update, 21. April, 21.48 Uhr: Kinder dürfen in Spanien ab Sonntag aus dem Haus

Erleichterung für Kinder in Spanien: Erstmals seit mehr als sechs Wochen sollen alle bis zum Alter von 14 Jahren in der Corona-Krise ab Sonntag wieder das Haus verlassen dürfen. Dies gelte entgegen ersten Ankündigungen nicht erst ab Montag, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Abend in einer Video-Pressekonferenz. Zudem dürften die Kinder das Haus nicht nur verlassen, um ihre Eltern auf bisher Erwachsenen schon erlaubten Einkaufsgängen zu begleiten, sondern ausdrücklich auch für Spaziergänge zusammen mit ihren Eltern.

Damit reagierte die Regierung auf Kritik an der nur Stunden zuvor von Regierungssprecherin María Jesús Montero gemachten Ankündigung, Kinder dürften ab Montag von Ihren Eltern nur zu Lebensmittelgeschäften, Apotheken, zur Bank oder zum Zeitungskiosk mitgenommen werden. Illa sagte, die Regierung habe die Kritik «gehört» und deshalb reagiert. Die Zustimmung des Parlaments zu den Änderungen galt als sicher.

Nicht erlaubt ist allerdings weiter das, was Kinder am liebsten möchten: mit Freunden spielen, Fahrradfahren, Rollschuhlaufen oder auf Spielplätzen herumturnen. Die Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus durch Kinder sei zu groß, hatte Regierungssprecherin Montero betont. Jugendliche ab 14 Jahren dürfen ähnlich wie Erwachsene zu Einkäufen das Haus verlassen, auch ohne Begleitung.

Es werde zudem dringend geraten, Mund- und Nasenmasken zu tragen. Allerdings fehlen kleinere Größen für Kinder. Großeltern dürfen ihre Enkel nicht begleiten, weil sie durch das Virus Sars-CoV-2 besonders gefährdet sind. Sport außerhalb der eigenen vier Wände ist weder Kindern noch Erwachsenen erlaubt, die Schulen bleiben geschlossen.

Im besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien sind bisher mehr als 21.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, bei mehr als 204.000 Menschen wurde das Virus nachgewiesen. Die Zahlen der Neuinfektionen und der Toten sind aber seit Tagen vergleichsweise niedrig und stabil.

Update, 21. April, 21.48 Uhr: Giffey will über längeren Lohnersatz für Eltern bei Kinderbetreuung reden

In der Bundesregierung wird über längere Lohnausfallzahlungen für Eltern nachgedacht, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas Kinder zu Hause betreuen müssen. Die dazu getroffenen Regelungen gälten abzüglich der Osterferien noch bis Mitte Mai, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstagabend in der Sendung "ARD Extra". 

"Darüber hinaus muss darüber gesprochen werden, wie für Eltern, die eben ihre Kinder nicht in die Kinderbetreuung geben können, auch eine Lohnausfallzahlung weiter gewährt werden kann."

Sie fügte hinzu: "Das machen wir zusammen mit dem Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil und dem Finanzminister." Hier gehe es darum, "auch Perspektiven darüber hinaus zu finden, wenn die Kitas eben nur schrittweise wiedereröffnen können und Eltern auch vor finanziellen Problemen stehen".

Derzeit erhalten Eltern vom Staat 67 Prozent ihres Lohns, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten können. Pro Monat gibt es dabei höchstens 2016 Euro. Diese im März beschlossene Regelung ist aber auf sechs Wochen befristet.

Am Montag hatte eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Experten erstmals über ein Konzept beraten, wie die Kinder-Tagesbetreuung schrittweise wieder in Gang kommen kann. Derzeit gibt es nur eine Notbetreuung für jüngere Kinder, der Zugang dazu ist zumeist vom Beruf der Eltern abhängig - etwa für Ärzte, medizinisches Personal oder Feuerwehrleute. 

Details regeln die Länder für sich, eine von Giffey angestrebte bundesweite Regelung war vergangene Woche nicht zustande gekommen. Für Kitas gibt - anders als für Schulen - keine konkrete Perspektive für eine schrittweise Öffnung.

Franziska Giffey will über einen längeren Lohnersatz für Eltern bei Kinderbetreuung reden.
Franziska Giffey will über einen längeren Lohnersatz für Eltern bei Kinderbetreuung reden.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 21. April, 21.48 Uhr: Nationalmannschaft im September wieder auf dem Platz?

DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius rechnet mit einer Rückkehr der Nationalmannschaft im September. Dann "sehen wir wieder Länderspiele. Ob mit oder ohne Zuschauer, da lege ich mich noch nicht fest, aber im September werden wir die Nationalmannschaft wieder auf dem Platz sehen, das ist meine Prognose", sagte der 44-Jährige am Dienstagabend im "Bild"-Interview.

Die Europäische Fußball-Union hatte wegen der Corona-Pandemie alle Nationalmannschafts- und Club-Wettbewerbe bis auf Weiteres ausgesetzt. Am Dienstag wurden den Verbänden mehrere Modelle für mögliche Terminpläne vorgestellt. Vorrang haben die nationalen Ligen, die ihre Saison wegen der Krise unterbrechen mussten.

Im September soll eigentlich die neue Saison der Nations League starten. Es müssen aber möglichst zeitnah auch die verschobenen Playoff-Spiele zur Ermittlung der letzten vier EM-Teilnehmer nachgeholt werden. Diese sollten ursprünglich Ende März ausgetragen werden. Das EM-Turnier hatte die UEFA in den Sommer 2021 verlegt.

Update, 21. April, 21.40 Uhr: Riders Tour für die Saison 2020/21 abgesagt

Die wichtigste nationale Springsport-Serie findet in der Saison 2020/21 nicht statt. Wegen der Corona-Pandemie sagten die Organisatoren am Dienstag die Riders Tour ab, nachdem sämtliche Großveranstaltungen und damit auch Reitturniere bis zum 31. August untersagt wurden.

"Es ist richtig, die Gesundheit aller Menschen ist so weit zu schützen wie möglich", sagte Tourchef Paul Schockemöhle. Für die Saison 2021/22 seien erneut Etappen in Hagen a.T.W., Redefin, Hamburg, Münster und Paderborn sowie das Finale in Neumünster geplant. "In der Hoffnung, dass Sportveranstaltungen dann wieder in gewohnter Weise durchgeführt werden können", sagte Schockemöhle.

Wegen der Corona-Krise waren in dieser Saison bereits die Turniere in Hagen a.T.W., das Pferdefestival Redefin und das "Turnier der Sieger" in Münster abgesagt worden. Das deutschen Spring- und Dressur-Derby im Mai in Hamburg wurde auf einen noch nicht bestimmten Termin verschoben.

Update, 21. April, 21.33 Uhr: Unionsabgeordnete fordern Strategie für Rückkehr zur Normalität

In der Unionsfraktion wächst angesichts der vorsichtigen Schritte bei der Abkehr von den harten Beschränkungen in der Corona-Krise die Ungeduld. 

So forderte der hessische Abgeordnete Klaus-Peter Willsch am Dienstag in einer Videoschalte der CDU/CSU-Abgeordneten nach Angaben von Teilnehmern, es sei dringend notwendig, über Strategien der Wiedereröffnung zu reden. Den Menschen müsse die Perspektive gegeben werden, dass sich die Politik intensiv damit befasse, wie man wieder in einen Normalzustand komme und der Wirtschaft die Arbeit ermögliche.

Der baden-württembergische Abgeordnete Axel Fischer hob die große Zustimmung in den Umfragen für den Kurs der Union hervor. Er betonte aber auch, es häuften sich die Berichte von Existenznöten der Bürger und der Wirtschaft. 

Die Beschränkungen hätten katastrophale Auswirkungen, über die gesprochen werden müsse. Diese Probleme dürften nicht vom Tisch gewischt werden. Die sächsische Abgeordnete Veronika Bellmann forderte in diesem Zusammenhang eine bessere und verlässlichere Datenbasis durch mehr Tests, so dass man "Horrorszenarien" entgegenwirken könne.

Wie sieht das Leben nach der Corona-Krise aus? Und wann kann endlich wieder etwas Normalität herrschen? (Symbolbild)
Wie sieht das Leben nach der Corona-Krise aus? Und wann kann endlich wieder etwas Normalität herrschen? (Symbolbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 21. April, 21.30 Uhr: EU-Abgeordnete fordern Notfallfonds für Medien

EU-Abgeordnete fordern einen europäischen Notfallfonds zur Unterstützung der Medien- und Pressebranche. 

Die EU-Kommission solle dies prüfen, schrieben Abgeordnete des Kulturausschusses im Europaparlament in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Kommissare Thierry Breton und Maria Gabriel. Geld dafür könnte aus Mitteln für andere Programme kommen, die wegen der Covid-19-Pandemie nicht aufgebraucht wurden.

Kultur-, Kreativ- und Medienbranche in der Europäischen Union seien durch die Corona-Krise schwer getroffen, erklärten die Abgeordneten. Die EU müsse deshalb mehr für sie tun. "Die Medien spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Bereitstellung genauer Informationen und einer gründlichen Berichterstattung", heißt es weiter. "Sie sind ein entscheidendes Mittel gegen Fake News und Desinformation." 

Doch kämpften Medienunternehmen teils mit einem Rückgang der Werbeerlöse von bis zu 80 Prozent.

Update, 21. April, 21.27 Uhr: Corona-Krise wird Unterernährung verschärfen

Die Vereinten Nationen warnen davor, dass sich die Zahl der unterernährten Menschen wegen der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen weltweit fast verdoppeln könnte. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) am Dienstag in Rom vorstellte. Die Zahl der Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren können, um gesund zu leben, oder die sogar Hunger leiden, könnte 2020 sprunghaft auf 265 Millionen Menschen anwachsen, hieß es.

Die Welt stehe kurz vor einer "Hunger-Pandemie", warnte WFP-Chef David Beasley unterdessen am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. "821 Millionen Menschen gehen jede Nacht überall auf der Welt hungrig zu Bett", sagte er. Weitere 135 Millionen seien existenzieller Sorge wegen der Knappheit von Nahrung ausgesetzt, noch einmal 130 Millionen könnten am Ende des Jahres vor dem Hungertod stehen. "Wenn wir uns jetzt nicht vorbereiten und handeln - um den Zugang (zu Hungerleidenden) zu sichern, Finanzierungs- und Handelsengpässe zu vermeiden - könnten wir innerhalb weniger Monate mehreren Hungersnöten von biblischem Ausmaß ausgesetzt sein".

Unter der drastischen Verschlechterung ihrer Ernährungslage durch die Folgen der Corona-Krise dürften besonders Menschen in ärmeren Staaten leiden. "Wir müssen jetzt gemeinsam handeln, um die Auswirkungen dieser globalen Katastrophe zu mildern", forderte der WFP-Experte Arif Husain anlässlich der Vorstellung des Berichts in Rom.

Die Prognosen für die Entwicklung durch die Covid-19-Krankheit stehen in einem Sonderbericht zum Gesamtüberblick der weltweiten Ernährungskrisen 2019, die das WFP zusammen mit anderen Organisationen präsentierte. Danach wussten im Vorjahr besonders viele Menschen im Jemen, in der Demokratischen Republik Kongo und in Afghanistan nicht, wo sie die nächste Mahlzeit herbekommen sollten. Die weltweite Gesamtzahl von 135 Millionen Menschen, die von Ernährungskrisen betroffen sind, sei schon 2019 die höchste in vier Jahren gewesen, hieß es.

Hilfsorganisationen warnten besonders vor einer Verschärfung der Lage in Westafrika, wo etliche Konflikte herrschen. Die Corona-Krise "trifft mit voller Wucht auf eine bereits sehr fragile Ernährungssituation", teilten Oxfam, Care und weitere NGOs mit. Die Vorräte der vergangenen Ernte gehen demnach zu Ende und wegen der Covid-Restriktionen in vielen Ländern steigen Preise und etliche Grundnahrungsmittel sind nicht verfügbar. Die Organisationen forderten Maßnahmen, "um besonders gefährdete Personen zu schützen und die Nahrungsmittelproduktion in der Region sicherzustellen".

Update, 21. April, 21.10 Uhr: Ratschef Charles Michel fordert EU-Reformen nach der Krise

EU-Ratschef Charles Michel fordert für die Zeit nach der Corona-Krise Reformen für eine stärkere, effizientere und schlagkräftigere Europäische Union. Dies geht aus einem "Fahrplan für den Aufschwung" hervor, den Michel am Dienstagabend zusammen mit der Einladung für den EU-Gipfel am Donnerstag veröffentlichte. 

Grundlage für eine künftige Zusammenarbeit seien gemeinsame Werte, vor allem Respekt für Rechtsstaatlichkeit und die Menschenwürde. Die Union müsse ihre eigenen Regeln und Arbeitsweisen überdenken.

Der fünfseitige Plan skizziert auch Elemente für die wirtschaftliche Erholung, darunter die Rückkehr zu allen Freiheiten des Binnenmarkts sowie der Umbau hin zu einer grüneren und digitaleren Wirtschaft. Als Lehre aus der Pandemie fordert Michel aber auch "strategische Autonomie" in wichtigen Branchen, gefördert durch eine gezielte Industriepolitik.

"Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, unverzichtbare Güter in Europa zu produzieren, in strategische Warenketten zu investieren und die übermäßige Abhängigkeit von Drittländern in diesen Feldern abzubauen", heißt es in dem Papier. Wichtige Infrastruktur, vor allem das Gesundheitswesen müsse gestärkt werden.

In seiner Gipfel-Einladung forderte Michel die Staats- und Regierungschefs auf, das bereits vereinbarte Hilfspaket im Umfang von bis zu 540 Milliarden Euro auch offiziell zu billigen. Die drei verabredeten Programme für Kurzarbeiter, Unternehmen und verschuldete Staaten sollten alle zum 1. Juni einsatzbereit seit. Auch das vierte Element, der Wiederaufbaufonds, müsse so schnell wie möglich eingerichtet werden. Sein Vorschlag sei, die EU-Kommission mit der Ausarbeitung eines detaillierten Modells zu beauftragen.

Ratschef Charles Michel fordert EU-Reformen nach der Krise.
Ratschef Charles Michel fordert EU-Reformen nach der Krise.  © Laurie Diffembacq/European Parliament/dpa

Update, 21. April, 21.08 Uhr: Treppenlauf im Empire State Building abgesagt

Der Treppenlauf im New Yorker Empire State Building ist wegen der Corona-Pandemie für dieses Jahr abgesagt worden. Die Veranstaltung werde erst 2021 wieder stattfinden, teilten die Organisatoren der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag auf Anfrage mit. Die Teilnehmer seien informiert worden. 

Eigentlich war die 43. Auflage des Treppenlaufs für den 12. Mai geplant gewesen.

Im vergangenen Jahr hatte der Pole Piotr Lobodzinski die 1576 Stufen des berühmten Hochhauses in Manhattan in 10 Minuten und 5 Sekunden erklommen und das Rennen damit gewonnen. Ralf Hascher aus Ulm in Baden-Württemberg kam mit 12 Minuten und 52 Sekunden als achter Mann ins Ziel. 

Bei den Frauen war Suzy Walsham aus Singapur in den vergangenen Jahren nur schwer zu schlagen gewesen.

Anders als bei solchen Hochhaus-Läufen in China oder dem Nahen Osten winkt in New York kein Preisgeld. Den Rekord von 9 Minuten und 33 Sekunden über die 86 Stockwerke hatte 2003 der Australier Paul Crake aufgestellt. Den Siegrekord der Männer hält der Deutsche Thomas Dold, der zwischen 2006 und 2012 siebenmal als Schnellster oben war.

Update, 21. April, 21.05 Uhr: Studie zu Malaria-Medikament bei Covid-Fällen

Ein von US-Präsident Donald Trump beworbenes Malaria-Medikament hat einer Studie zufolge keinen positiven Effekt auf Patienten, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden. 

Bei Patienten, die Hydroxychloroquin erhielten, habe sich sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe ergeben, hieß es am Dienstag in einer noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Diese befasste sich retrospektiv mit den Daten von 368 männlichen Covid-Patienten, die bis 11. April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt worden waren. Von den Patienten waren 97 mit Hydroxychloroquin behandelt worden, 113 bekamen zusätzlich noch das Antibiotikum Azithromycin, 158 weitere weder noch.

Die Forscher erklärten, es liefen derzeit größere und belastbarere Studien inklusive Placebo-Gruppen zur Verwendung des Medikaments. Deren Ergebnisse würden aber erst später vorliegen. Daher sei es das Ziel ihrer Analyse gewesen, aktuelle "Erkenntnisse zu den klinischen Ergebnissen" zu bieten, schrieben die Forscher um Joseph Magagnoli, Siddharth Narendran und Felipe Pereira. Dies sei auch mit Blick auf die bedeutenden Nebenwirkungen des Malaria-Medikaments wichtig.

Die Einnahme von Hydroxychloroquin oder eine Kombination mit Azithromycin habe die Wahrscheinlichkeit, an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden zu müssen, nicht verringert, hieß es in der Studie. Bei Patienten, die nur das Malaria-Medikament erhielten, habe sich sogar eine deutlich höhere Sterberate ergeben, hieß es weiter. Die Forscher erklärten, die allgemeine gesundheitliche Verfassung der Patienten sei vergleichbar gewesen. Sie schränkten allerdings ein, dass vor allem Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf Hydroxychloroquin bekommen hätten.

Trump hat sich wiederholt für den Einsatz des bereits seit Langem für andere Zwecke zugelassenen Wirkstoffs Chloroquin eingesetzt. In Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin könne das "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump etwa Ende März. Trumps eigene medizinische Experten betonten jedoch, dass es bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit des Medikaments bei Covid-19-Patienten gebe.

Maskenpflicht im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland: Das ist der aktuelle Stand.
Maskenpflicht im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland: Das ist der aktuelle Stand.  © TAG24

Update, 21. April, 21.01 Uhr: Weniger Covid-19-Patienten in Frankreich auf Intensivstationen

In Frankreich sinkt nach Angaben der Gesundheitsbehörden weiterhin die Zahl der Patienten, die wegen Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Im Vergleich zum Vortag seien es 250 Menschen weniger, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon am Dienstagabend. Landesweit benötigten demnach weiterhin rund 5430 eine Behandlung auf einer Intensivstation.

Auch die Zahl der Coronavirus-Neuzugänge in Krankenhäusern nehme ab, erklärte Salomon. In Frankreich befanden sich seinen Angaben zufolge rund 30.100 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern.

Die Zahl der Todesfälle stieg auf 20.796. Salomon erinnerte daran, die Ausgangsbeschränkungen und Gesten der sozialen Distanzierung einzuhalten, um an den für Mitte Mai geplanten Lockerungen der Maßnahmen festhalten zu können. Was heute und morgen getan werde, beeinflusse die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen am 11. Mai, betonte Salomon.

Update, 21. April, 20.56 Uhr: Maximal ca. 300 Personen bei Geisterspielen?

Bei möglichen Geisterspielen der Fußball-Bundesliga sollen "maximal ca. 300 Personen" anwesend sein. 

Das geht aus den Empfehlungen der Task Force der Deutschen Fußball Liga hervor, über die das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Dienstag berichtete. Das Stadiongelände soll demnach in drei Zonen eingeteilt werden, in jeder dürfen sich "maximal ca. 100 Personen" zeitgleich aufhalten. Während der Partien rechnen die Experten mit 98 Beteiligten im Innenraum, darunter die 22 Spieler auf dem Rasen, 18 Ersatzspieler und fünf Schiedsrichter.

Die DFL kommentierte die Veröffentlichung des Papiers ("Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb im Profifußball") am Abend nicht. Am Nachmittag hatte der Verband angekündigt, dass die Task Force, die von DFB-Chefmediziner Tim Meyer geleitet wird, bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag "ein detailliertes verbindliches Konzept mit strengen Hygiene-Vorgaben, erforderlichen Testungen und permanentem Monitoring" vorstellen werde.

Tatsächlich gehen die Experten tief ins Detail und geben etliche Empfehlungen für die Hygienemaßnahmen - sowohl für die Mannschaften als auch beispielsweise für die Teams der TV-Sender. Auch detaillierte Anweisungen für eine Hotelunterbringung und Vorgaben für die "häusliche private Hygiene" werden gemacht, darunter viel Grundlegendes in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: "Immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen oder desinfizieren."

Weiterhin werden Empfehlungen für "das Vorgehen im Fall einer positiv getesteten Person" gegeben. Diese sollte sofort isoliert werden, die dokumentierten Kontaktpersonen sollten getestet werden. Zudem: "Beruhigung und Aufklärung des Teams über den Sachverhalt (keine Panik, strategische Ausrichtung des Teams, Kontrolle der Hygienemaßnahmen, etc.)"

Die Vereine sollen positive Fälle nicht automatisch der Presse melden, "da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen". Die Clubs sollen zudem "frühzeitig für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen".

Update, 21. April, 20.53 Uhr: Virtuell angestoßen: Meisterfeier des THW Kiel anders als geplant

In einer 30 Minuten langen Videokonferenz haben die Spieler des THW Kiel mit ihrem Trainer Filip Jicha den Gewinn der deutschen Handball-Meisterschaft gefeiert. 

"Die Meisterschaft 2020 ist einmalig, und bleibt hoffentlich auch einmalig. Denn wir wurden nach 26 Spieltagen gestoppt, weil die ganze Welt eingebremst wurde", sagte der 38-jährige Jicha, der gleich in seinem ersten Jahr als Cheftrainer seinen ersten Titel holte, am Dienstag.

Wenige Stunden zuvor hatte die große Mehrheit der 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga beschlossen, die Saison wegen der Corona-Pandemie abzubrechen. Dadurch wurden die Kieler zum 21. Mal zum Meister gekürt.

THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi hatte die Spieler per WhatsApp informiert. 

"So etwas erlebt man auch nicht alle Tage", sagte Nationalspieler Hendrik Pekeler. "Natürlich wären wir lieber nach dem 34. Spieltag Meister geworden, aber nichtsdestotrotz sind wir stolz darauf, was wir in Dreiviertel dieser Saison geleistet haben. Der Meistertitel ist dafür eine Anerkennung."

Update, 21. April, 20.45 Uhr: Commonwealth-Gipfel in Ruanda wegen Corona-Krise verschoben

Das für Juni geplante Gipfeltreffen der 54 Commonwealth-Staaten ist wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben worden. 

Die ursprünglich vom 22. bis 27. Juni in Ruandas Hauptstadt Kigali vorgesehen Konferenz werde nunmehr zu einem "noch zu benennenden Zeitpunkt" zusammenkommen, teilte die Commonwealth-Verwaltung am Dienstag mit. 

"In den kommenden Monaten wird jede Nation des Commonwealth voll konzentriert auf den Kampf gegen Covid-19 sein", sagte Ruandas Präsident Paul Kagame. Aber er freue sich darauf, die Commonwealth-Familie in Kigali begrüßen zu dürfen, "sobald die Pandemie besiegt wird".

Das Commonwealth ist eine lose Verbindung von Staaten, die aus den ehemaligen Kolonien Großbritanniens hervorgegangen sind. An der Spitze der Organisation steht Königin Elizabeth II.

Update, 21. April, 20.40 Uhr: Armin Laschet will im Mai weitere Lockerungen in Corona-Krise

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) strebt im Mai weitere Lockerungen in der Corona-Krise an. Bund und Länder sollten sich bei ihrem nächsten Treffen am 30. April darauf einigen, sagte Laschet der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zwar wisse man dann noch nicht, wie die bereits beschlossenen Lockerungen sich auswirkten. "Ich glaube trotzdem, dass man noch einmal über ein paar weitere Maßnahmen nachdenken muss", sagte Laschet der Zeitung.

Der Ministerpräsident nannte Sportangebote für Jugendliche. "Wenn die Jugendlichen jetzt alle in Shopping-Malls gehen oder sich in Parks treffen, statt auf den Sportplatz zu gehen, ist das ja auch nicht Sinn der Sache", sagte er. Weitere Öffnungen müssten auch Kindertagesstätten, Spielplätze und Schulen betreffen. Laschet kritisierte, dass die Lebenswirklichkeit vieler Kinder durch die Corona-Politik aus dem Blick geraten sei.

Auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte bereits eine vorsichtige Öffnung von Spielplätzen - insbesondere in Städten - ins Gespräch gebracht. Alle Kinder bräuchten Bewegung und freies Spiel, hatte sie argumentiert.

Noch am Montag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich dazu aufgerufen, bei der Einhaltung der Regeln nicht nachzulassen, und in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums kritisch von "Öffnungsdiskussionsorgien" in einigen Ländern gesprochen.

Zu Wochenbeginn waren die ersten Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Kleine und mittlere Geschäfte mit einer Fläche bis 800 Quadratmeter dürfen seitdem in vielen Bundesländern wieder öffnen. In Nordrhein-Westfalen will die Landesregierung ab diesem Donnerstag wieder Prüflinge an den Schulen zulassen - für die knapp 90.000 angehenden Abiturienten auf freiwilliger Basis. Für Schüler, die vor anderen Abschlussprüfungen stehen, gilt dagegen wieder die Schulpflicht. Dagegen gibt es Kritik unter anderem der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Armin Laschet will im Mai weitere Lockerungen in Corona-Krise.
Armin Laschet will im Mai weitere Lockerungen in Corona-Krise.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 21. April, 20.38 Uhr: Kassen gegen Beitragsfinanzierung von Corona-Prämie für Pfleger

Vertreter großer Krankenkassen haben sich dagegen ausgesprochen, die angedachte Corona-Sonderprämie für Altenpflegekräfte komplett aus Beitragsmitteln der Pflegeversicherung zu finanzieren. 

"Es kann nicht sein, dass allein die Beitragszahler hierfür aufkommen müssen", sagte die Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassen-Verbands VDEK, Ulrike Elsner, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der VDEK ist Interessenvertretung der sechs Ersatzkassen, bei denen insgesamt rund 28 Millionen Menschen versichert sind.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sieht Politik und Steuerzahler am Zug: "Die symbolische Anerkennung für systemrelevante Berufsgruppen, die jetzt in Corona-Krise verstärkt gefordert sind, muss deshalb vom Bund oder von den Ländern kommen, etwa über zweckgebundene Zuschüsse für die Soziale Pflegeversicherung", sagte er.

Wegen der Zusatzbelastungen in der Corona-Krise sollen Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege mit dem Juli-Gehalt eine Prämie von 1500 Euro bekommen. Darauf hatten sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) vor gut zwei Wochen geeinigt. Festgehalten werden sollte die Regelung in einem eigenen Tarifvertrag - Verdi hatte das Ziel genannt, diesen für die ganze Branche für allgemeinverbindlich erklären zu lassen.

Update, 21. April, 20.35 Uhr: Vorsichtige Lockerung in Niederlanden

Die Niederlande haben eine vorsichtige Lockerung der strengen Corona-Maßnahmen angekündigt. Am 11. Mai würden Grundschulen und Kitas wieder geöffnet werden, teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mit. 

Höhere Schulen sollen am 1. Juni folgen. Kinder sollten zunächst nur in kleinen Gruppen Unterricht bekommen. Kinder und Jugendliche dürfen in Vereinen Sport treiben. Alle übrigen Verbote aber wurden um mindestens drei Wochen verlängert.

Großveranstaltungen wie Festivals, Sportwettkämpfe und auch Profifußball bleiben sogar bis zum 1. September verboten. "Wir können die Risiken nicht tragen", sagte Rutte. Auch Friseure blieben geschlossen und Besuche in Pflegeheimen verboten. Geschäfte durften auch bisher geöffnet sein.

Die Zahlen bei Covid-19-Erkrankten und Corona-Infektionen seien zwar hoffnungsvoll, sagte Rutte. Der Druck auf das Gesundheitssystem bleibe aber «gigantisch groß». Daher sei eine weitere Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. 

"Wir stehen vor einem teuflischem Dilemma", sagte der Premier. "Aber erst kommt die Gesundheit, dann der Rest." Eine zweite Corona-Welle müsse verhindert werden.

Update, 21. April, 19.25 Uhr: Maskenpflicht in immer mehr Bundesländern

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt die Mehrheit der Bundesländer nun doch auf eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen und beim Einkaufen. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es aber nicht, Bund und Länder hatten das Tragen eines Mundschutzes zunächst nur "dringend empfohlen". Um die Folgen der Pandemie abzumildern, plant die große Koalition weitere Hilfsmaßnahmen. Dabei geht es um noch mehr Tests, Erleichterungen für Pflegebedürftige und eine größere Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison. Unterdessen werden weitere Großveranstaltungen wie das Oktoberfest in München abgesagt.

Die massiven Auswirkungen der Corona-Krise werden am Mittwoch auch die Spitzen der schwarz-roten Koalition beschäftigen. Thema bei den Beratungen ist unter anderem, ob das Kurzarbeitergeld erhöht werden soll, um Einnahmeverluste für viele Beschäftigte auszugleichen. Dies ist zwischen Union und SPD umstritten.

Eine Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske oder ersatzweise einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung im Nahverkehr und in Geschäften kündigten am Dienstag weitere Länder an. Entsprechende Regelungen, die sich aber zum Teil unterscheiden, führen nun auch Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ein. Thüringen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hatten dies bereits zuvor angekündigt. Im Vorreiterland Sachsen gilt eine Maskenpflicht bereits seit Montag. In den meisten anderen Ländern mit Pflicht wird das ab kommender Woche der Fall sein.

In diesen Ländern wird das Tragen einer Schutzmaske verpflichtend.
In diesen Ländern wird das Tragen einer Schutzmaske verpflichtend.  © Deutsche Presse-Agentur Grafik

Mit der Vorschrift, Mund und Nase mit Stoff zu bedecken, soll die Gefahr minimiert werden, unbeabsichtigt Mitmenschen mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken. Neben OP-Masken sind auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher als Schutzbarriere erlaubt.

Der Erreger Sars-CoV-2 wird per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Deswegen gelten seit Wochen strenge Kontakt- und Ausgehbeschränkungen sowie das Gebot, mindestens eineinhalb Meter Abstand voneinander zu halten.

Mit Mundschutz sitzt Josephine Nauke in der historischen Straßenbahn in Naumburg, Sachsen-Anhalt.
Mit Mundschutz sitzt Josephine Nauke in der historischen Straßenbahn in Naumburg, Sachsen-Anhalt.  © dpa/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 19.05 Uhr: Hessen beschließt Maskenpflicht ab Montag

Die hessische Landesregierung hat eine Maskenpflicht ab dem kommenden Montag beschlossen. Bürgerinnen und Bürger müssen dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie die Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs nutzen oder den Publikumsbereich von Geschäften, Bank- und Postfilialen betreten, wie die Staatskanzlei in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. 

Die Pflicht gilt demnach nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Ein wiederholter Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden.

Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, steht mit Mundschutz vor dem Uniklinikum Gießen und Marburg.
Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, steht mit Mundschutz vor dem Uniklinikum Gießen und Marburg.  © dpa/Frank Rumpenhorst/dpa Pool

Update, 21. April, 19 Uhr: AfD will viele Corona-Beschränkungen sofort aufheben

Die AfD-Bundestagsfraktion schlägt vor, die meisten der wegen der Corona-Pandemie verhängten Verbote sofort aufzuheben. Die Lockerungen für Gastronomie, Hotels, Gotteshäuser, Theater, Konzertsäle, Sportstätten und Geschäfte sollen allerdings an die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln geknüpft sein, wie es in einem Antrag heißt, auf den sich die Fraktion am Dienstagabend nach einer mehrstündigen Debatte verständigte.

Die AfD forderte die Bundesregierung außerdem auf, bis auf weiteres eine "Empfehlung zum konsequenten Tragen" von Masken oder behelfsmäßigem Mund-Nase-Schutz in geschlossenen, für die Öffentlichkeit zugänglichen Räumen auszusprechen. Außerdem habe die Bundesregierung dafür Sorge zu tragen, "dass der Bevölkerung Masken in ausreichender Stückzahl zur Verfügung gestellt werden". Bund und Länder hatten vergangene Woche eine dringende Empfehlung zum Tragen von "Alltagsmasken" im Nahverkehr und im Einzelhandel ausgesprochen. Mehrere Bundesländer haben seit dem unterschiedliche Vorschriften zum Tragen von Masken auf den Weg gebracht.

Einreisesperren müssten aufrecht erhalten bleiben, bis verpflichtende Schnelltests bei der Einreise durchgeführt werden könnten, so die AfD.

An der Sitzung im Fraktionssaal der AfD nahmen, obgleich eine Zuschaltung per Telefon möglich war, nach Angaben von Abgeordneten mehr als 65 Parlamentarier und Mitarbeiter teil.

Update, 21. April, 18.55 Uhr: Auch Osnabrück führt Maskenpflicht ein

Nach Städten wie Wolfsburg und Braunschweig hat auch die Stadt Osnabrück für bestimmte Orte eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken eingeführt. Die Regelung gilt von diesem Samstag (25. April) an für alle städtischen Einrichtungen und im öffentlichen Nahverkehr, wie Stadtsprecher Sven Jürgensen am Dienstag sagte. Auch im Einzelhandel und bei Dienstleistungen wie der Post und in Banken müssen Menschen demnach Mund und Nase bedecken, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter untereinander nicht gewahrt werden kann.

Einfache Schutzmasken, ein Tuch oder Schal sind dem Sprecher zufolge ausreichend. Bei sportlichen Aktivitäten im Freien, in der Schule und Kindertagesstätten ist eine Alltagsmaske nicht vorgeschrieben. Die genauen Regelungen sollen am Donnerstag in einer Allgemeinverfügung veröffentlicht werden.

Der Zoo in Osnabrück bleibt erst einmal dicht. Wenn er öffnet, braucht man unter Umständen eine Maske zum Betreten.
Der Zoo in Osnabrück bleibt erst einmal dicht. Wenn er öffnet, braucht man unter Umständen eine Maske zum Betreten.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 21. April, 18.50 Uhr: New Yorks Todeszahlen innerhalb 24 Stunden erneut unter 500

Im besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden zum zweiten Mal in Folge unter 500 geblieben. Die Zahl der täglichen Todesopfer habe zwischen Montag und Dienstag bei 481 gelegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Das ist gut - aber unsere Definition von 'gut' hat sich verändert. 'Gut' bedeutet jetzt 'nicht furchtbar'."

Zwischen Sonntag und Montag waren in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 478 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben - in den Wochen davor hingegen täglich bis zu knapp 800 Menschen. Nach Verkündung von relativ strengen Ausgangsbeschränkungen vor einem Monat waren die Zahlen der neu Infizierten in New York zuletzt bereits deutlich zurückgegangen. Insgesamt mussten bislang auch deutlich weniger Patienten in Kliniken als zuvor prognostiziert.

Ein New Yorker Polizist zu Pferd kommt im NYU Langone Health Hospital auf der Insel Manhattan an.
Ein New Yorker Polizist zu Pferd kommt im NYU Langone Health Hospital auf der Insel Manhattan an.  © dpa/Vanessa Carvalho/ZUMA Wire

Update, 21. April, 18.45 Uhr: Slowakei lockert Corona-Schutzmaßnahmen

Der Corona-Krisenstab der slowakischen Regierung hat einen Vier-Phasen-Plan zur Lockerung der Schutzmaßnahmen beschlossen. "Morgen erwartet uns ein großer Tag", erklärte Regierungschef Igor Matovic am Dienstag, als er den Beschluss bekannt gab. Schon Mittwoch soll die erste Phase des Regierungsplans in Kraft treten. Sie erlaubt unter anderem die Öffnung von Geschäften mit einer Verkaufsfläche von maximal 300 Quadratmetern unter strengen Hygieneauflagen. Auch die meisten Dienstleistungsbetriebe mit derselben Maximalfläche dürfen wieder öffnen.

Ausgenommen sind vorerst allerdings Dienstleistungen mit engem Kontakt, also etwa Friseurläden oder Kosmetiksalons. Sie dürfen erst in der zweiten Phase öffnen, die nach Überprüfung der ersten Phase voraussichtlich zwei Wochen später beginnt. Sollte es nach der ersten Phase allerdings zu einem deutlichen Anstieg an Neuinfektionen mit Covid-19 kommen, werden die Lockerungen wieder zurückgenommen.

Zu den Einrichtungen, die bereits am Mittwoch wieder öffnen dürfen, gehören auch Sportplätze, allerdings nur für Sportarten ohne direkten Körperkontakt wie Tennis oder Golf. Verboten bleibt den Sportlern dabei die Nutzung von gemeinsamen Toiletten und Umkleidekabinen. Auch Märkte unter freiem Himmel sind wieder zugänglich und wie in Deutschland gehören Autohändler zu den ersten Geschäften, die ohne Flächenbegrenzung öffnen dürfen.

Zuzana Čaputová (2.v.r), Präsidentin der Slowakei, Barbara Randušková (r), Dolmetscherin für Gebärdensprache, und Jan Mikas (M), Vorsitzender Gesundheitsbeamter, sprechen während einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Zuzana Čaputová (2.v.r), Präsidentin der Slowakei, Barbara Randušková (r), Dolmetscherin für Gebärdensprache, und Jan Mikas (M), Vorsitzender Gesundheitsbeamter, sprechen während einer gemeinsamen Pressekonferenz.  © dpa/Martin Baumann/TASR

Taxis dürfen ab der zweiten Phase wieder fahren, wenn Fahrgastraum und Fahrer mindestens durch eine Plexiglaswand getrennt bleiben. Auch Gottesdienste und Hochzeiten sind unter Einhaltung von bestimmten Bedingungen wie Abstandsregeln und Schutzmaskenpflicht ab der zweiten Phase wieder erlaubt.

Nach voraussichtlich weiteren zwei Wochen erlaubt Phase drei auch das Öffnen von Geschäften mit bis zu 1000 Quadratmetern sowie Gastronomieterrassen im Freien und Museen. Schulen und Kindergärten dürfen ebenso wie Einkaufszentren, Schwimmbäder, Sporthallen, Kinos und Theater erst ab Phase vier wieder öffnen.

Ein Arbeiter desinfiziert eine Parkbank in Košice.
Ein Arbeiter desinfiziert eine Parkbank in Košice.  © dpa/

Update, 21. April, 18.30 Uhr: Gemeinderäte sollen künftig per Videokonferenz tagen dürfen

Angesichts der Corona-Pandemie sollen Gemeinderäte und andere kommunale Gremien künftig auch in Videokonferenzen tagen dürfen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) habe dazu einen Gesetzentwurf erarbeitet und jetzt den Regierungsfraktionen zugeleitet, berichten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" am Mittwoch. Damit wolle Strobl die rechtliche Grundlage für Ratssitzungen schaffen, bei denen Mitglieder im Ausnahmefall nicht persönlich anwesend sein können - zum Beispiel aus Gründen des Infektionsschutzes.

"Baden-Württemberg setzt sich jetzt bei digitalen Gremiensitzungen an die Spitze in Deutschland, das Land ist hier absoluter Vorreiter", zitierten die Zeitungen Strobl. Sobald der Landtag zugestimmt habe, stehe das neue Instrument den Kommunen zur Verfügung. Nicht nur Gemeinderäte und Kreistage, sondern auch andere kommunale Gremien - zum Beispiel Ortschaftsräte - sollen das Angebot nutzen können.

Zahlreiche Sitzungen waren in den vergangenen Wochen aus Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden.

Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg.
Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 21. April, 18.15 Uhr: Corona-Infektionen in Pflegeheim in Lauenburg

Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind in einem zweiten Pflegeheim Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. In dem Heim in Lauenburg seien zwei Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Kreis am Dienstag mit. Einer der Bewohner sei in ein Krankenhaus gebracht worden, bei den anderen Infizierten sei das nicht erforderlich, sagte ein Sprecher.

Die Einrichtung mit 40 Bewohnern und 31 Beschäftigten wurde unter Quarantäne gestellt. Bereits Ende März war in einem Pflegeheim in Wentorf der Erreger festgestellt worden. Im Verlauf der Ausbreitung des Virus starben dort drei Bewohner.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg gab es am Dienstagabend insgesamt 233 bestätigte SARS-CoV-2-Fälle. Nach Schätzung des Gesundheitsamtes sind von den Betroffenen mittlerweile etwa 170 Menschen wieder genesen.

Update, 21. April, 17.45 Uhr: Porsche hilft bei Masken-Beschaffung

Bei der Beschaffung von Schutzausrüstung in der Corona-Krise setzen Baden-Württemberg und Sachsen auf ein Unternehmensnetzwerk mit guten Verbindungen nach China. So sorgten Porsche, DB Schenker und Lufthansa Cargo aktuell für die Lieferung von Schutzmasken, -brillen und -anzügen aus Shanghai nach Deutschland, teilte Porsche am Dienstag in Stuttgart mit. Bis zu sechs Flugzeuge pro Woche landen demnach in Frankfurt und München. Das Material werde nach Baden-Württemberg und Sachsen weiterbefördert und zur Verteilung an die Landesregierungen übergeben.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte der Mitteilung zufolge, man lerne die Vorzüge globaler Unternehmen zu schätzen. Unternehmen hätten in China ein ganz anderes Netzwerk, als es die Landesregierung je haben könne. "Das ist eine enorme Unterstützung und eine großartige Sache, wenn Firmen wie Porsche uns dabei helfen, Schutzausrüstungen aus China zu beschaffen."

Porsche brachte gute Kontakte ins Spiel um die Maskenbeschaffung.
Porsche brachte gute Kontakte ins Spiel um die Maskenbeschaffung.  © dpa/Marijan Murat

Update, 21. April, 17.30 Uhr: Norwegische Schüler müssen keine Abiturprüfung ablegen

Die norwegische Regierung hat aufgrund des Corona-Ausbruchs alle schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen für Schüler der Oberstufenklassen abgesagt. Bildungsministerin Guri Melby sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz, die Zeugnisse der Schüler würden auf Basis ihrer bisherigen Leistungen ausgestellt. Der Fernunterricht würde bis zu den Sommerferien weiterlaufen. 

Die Prüfungen für sogenannte Privatisten - also Schüler, die sich auf eine Abschlussprüfung vorbereiten, ohne die Schule zu besuchen - wurden nicht abgesagt. Nach der Schließung aller Schulen im März können die ersten vier Jahrgänge ab Montag wieder in die Schule gehen. Für die älteren Schüler läuft der Heimunterricht weiter.  

Update, 21. April, 17.27 Uhr: Französischer Corona-Erkrankter stirbt in Essener Uniklinikum

Ein Corona-Patient aus Frankreich ist im Essener Klinikum gestorben. Wie das Universitätsklinikum am Dienstag mitteilte, war der 76-Jährige mit sieben weiteren französischen Erkrankten Ende März von Metz aus im Rahmen eines Solidaritätsprojektes nach Essen verlegt worden. Er wurde in der Universitätsklinik unter anderem mit einem Beatmungsgerät versorgt. Er habe unter schweren Vorerkrankungen gelitten und sei am Montag gestorben, teilte die Klinik mit.

Zwei weitere Männer konnten deutlich stabilisiert inzwischen nach Frankreich zurückkehren. Der 67 Jahre alte Eisenbahner und der 68-jährige Bergmann aus dem Raum Metz waren Ende März in kritischem Zustand und künstlich beatmet auf die Essener Intensivstation gebracht worden. Am vergangenen Freitag wurden sie in ihre Heimat zurückverlegt. Die übrigen französischen Patienten werden weiter in Essen versorgt.

Mit Flugzeugen, wie diesem in Dresden gelandeten, kamen im März und April mehrere Corona-Patienten aus Frankreich nach Deutschland.
Mit Flugzeugen, wie diesem in Dresden gelandeten, kamen im März und April mehrere Corona-Patienten aus Frankreich nach Deutschland.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 17.22 Uhr: Fußball-Bundesligisten in Österreich trainieren wieder

Die österreichischen Fußball-Bundesligisten haben teilweise das Training nach der Corona-Zwangspause wieder aufgenommen. Am Dienstag rollte unter anderem auf den Trainingsgeländen von RB Salzburg und Rapid Wien der Ball. Bereits am Montag hatte der Tabellenführer Linzer ASK in Kleingruppen trainiert. "Es war richtig zach, die Motivation ist immer weniger geworden. Umso mehr Spaß hat es heute gemacht", sagte Salzburg-Verteidiger Maximilian Wöber. "Es war ein guter erster Tag", befand sein Trainer Jesse Marsch.

Beim Trainingsauftakt von Rapid Wien mussten sich die Spieler zunächst einer Fiebermessung unterziehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ligakonkurrenten haben die Wiener trotz der Pandemie vorab aber auf Corona-Tests verzichtet. Die Spieler des österreichischen Rekordmeisters trainierten in Gruppen mit jeweils fünf Spielern und einem Torwart. "Wir werden schon auch versuchen, Positionsspiel zu machen, die eine oder andere Übung. Es ist aber grundsätzlich nicht so, dass in diesen Wochen ein unglaubliches Ding passieren kann, weil mit fünf Spielern kannst du nicht Weltdinge machen", erläuterte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer.

Seit Montag ist den Bundesligisten in der Alpenrepublik das Training in Kleingruppen wieder erlaubt. Die Regierung steht auch Geisterspielen in der Bundesliga nicht im Weg, wie Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) vergangene Woche sagte. Die Liga hat dazu aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer (M vorne), Sportdirektor Zoran Barisic (oben auf Tribüne) und Spieler stehen auf dem Platz im Rahmen des SK Rapid Wien Trainingsauftaktes in Kleingruppen unter Berücksichtigung von strengen Coronavirus-Auflagen.
Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer (M vorne), Sportdirektor Zoran Barisic (oben auf Tribüne) und Spieler stehen auf dem Platz im Rahmen des SK Rapid Wien Trainingsauftaktes in Kleingruppen unter Berücksichtigung von strengen Coronavirus-Auflagen.  © dpa/Herbert Neubauer/APA

Update, 21. April, 17.15 Uhr: Wohl keine Verlängerung der Einreisebeschränkungen nach Polen

Die Grenze nach Polen bleibt voraussichtlich nur bis zum 3. Mai geschlossen. Die Republik Polen habe bisher keine Verlängerung angekündigt, teilte die Bundespolizeiinspektion am Dienstag auf Anfrage mit. 

Am Wochenende hatte es vom Landkreis Vorpommern-Greifswald geheißen, die verschärften Einreisebedingungen sollten bis Mitte Juni verlängert werden. Derzeit können Bürger die Grenze nur aus dringenden oder unaufschiebbaren Gründen passieren. Die Einreise ist nur an ausgewiesenen Grenzübertrittstellen möglich. Kleinere Grenzübergänge wie Hintersee oder Blankensee sind dem Landkreis zufolge gesperrt und werden überwacht.

Die geschlossene Grenze zu Deutschland wird am Grenzübergang Ahlbeck auf der polnischen Seite in Swinoujscie (Swinemünde) von Militärposten bewacht.
Die geschlossene Grenze zu Deutschland wird am Grenzübergang Ahlbeck auf der polnischen Seite in Swinoujscie (Swinemünde) von Militärposten bewacht.  © dpa/Stefan Sauer/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 17.06 Uhr: Lindner fordert bundesweite Maskenpflicht

Christian Lindner (FDP) begrüßte eine Maskenpflicht in Deutschland. "Lieber eine Maskenpflicht als Stillstand im Land", sagte der FDP-Politiker, der zu seinem Statement vor Beginn der FDP-Fraktionssitzung demonstrativ mit einem Mund-Nasen-Schutz erschien, diesen dann aber abnahm. 

Er begrüßte die Absage des Oktoberfestes in München und die erwogene Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Fußball-Bundesliga. "Das Hygienekonzept der Liga ist sehr verantwortungsbewusst. Und jetzt setzen wir insbesondere auf das Verantwortungsgefühl auch der Fans und der Menschen im Land."

Christian Lindner, Bundesvorsitzender und Fraktionschef der FDP im Bundestag, kommt mit einem einfachen Mundschutz zu einem Pressestatement.
Christian Lindner, Bundesvorsitzender und Fraktionschef der FDP im Bundestag, kommt mit einem einfachen Mundschutz zu einem Pressestatement.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 21. April, 17 Uhr: Verband warnt vor Pleitewelle bei Clubs und Diskotheken

Nach Hoteliers und Gastwirten rufen nun auch Betreiber von Diskotheken und Clubs in der Corona-Krise nach staatlicher Hilfe. "Clubbetreibern und Diskothekenunternehmern geht die Luft aus", warnte Hans-Bernd Pikkemaat, Präsident des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) am Dienstag in Berlin. Er forderte schnelle und unbürokratische staatliche Unterstützung. "Andernfalls werden zwei Drittel aller Clubs und Discos die Corona-Krise nicht überstehen", befürchtet Pikkemaat.

Dieser Teil der Veranstaltungsbranche mit 1430 Betrieben und etwa 38.000 Beschäftigten dürfe nicht vergessen werden, mahnte der BDT-Präsident. Die seit Anfang März verlorenen Umsätze ließen sich nicht mehr nachholen. "Und die Durststrecke ist noch lang." Diskotheken und Clubs müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.

Pikkemaat forderte eine unbürokratische Entschädigung für die von März an erlittenen Umsatzverluste. So könnte für jeden geschlossenen Monat die für den gleichen Vorjahreszeitraum gezahlte Mehrwertsteuer rückwirkend erstattet werden. Zudem fordert der BDT die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf gastronomische Umsätze ab dem ersten Tag der Wiedereröffnung. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dringt schon seit Jahren auf eine Mehrwertsteuersenkung von 19 Prozent auf den Einheitssatz von 7 Prozent.

Bei einer Party im Dresdner Club "Kraftwerk Mitte" feiern Hunderte.
Bei einer Party im Dresdner Club "Kraftwerk Mitte" feiern Hunderte.  © Max Patzig

Update, 21. April, 16.55 Uhr: Saturn und MediaMarkt öffnen wieder - aber nur in elf Bundesländern

Die Elektronik-Warenhäuser MediaMarkt und Saturn öffnen im Laufe dieser Woche wieder in elf Bundesländern - vorerst mit verkürzten Öffnungszeiten. Um dies zu ermöglichen, werden die Verkaufsflächen vorübergehend auf je 800 Quadratmeter verkleinert, wie der Konzern MediaMarktSaturn am Dienstag in Ingolstadt mitteilte.

In welchen Ländern wieder geöffnet werden kann, erfahrt Ihr >>> hier.

MediaMarkt und Saturn machen wieder einige Länder auf.
MediaMarkt und Saturn machen wieder einige Länder auf.  © Armin Weigel/dpa

Update, 21. April, 16.50 Uhr: UEFA rät Verbänden zum Abschluss der Saison

Die Europäische Fußball-Union hat ihren 55 Mitgliedsverbänden erneut dringend empfohlen, die derzeit ausgesetzte Saison zu beenden. Der Dachverband erarbeitet einer Mitteilung zufolge aber Richtlinien, die im Falle eines Saisonabbruchs die Frage der Europapokal-Qualifikation klären sollen. Den Verbänden seien während einer Telefonkonferenz am Dienstag "verschiedene" Varianten des Terminkalenders vorstellt worden, "die sowohl die Nationalmannschafts- als auch die Club-Wettbewerbe abdecken".

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind derzeit alle UEFA-Wettbewerbe, darunter die Champions League und Europa League, bis auf Weiteres ausgesetzt. Die UEFA hatte den nationalen Ligen Vorrang eingeräumt. Die EM 2020 ist bereits in den Sommer 2021 verschoben. Wann in den jeweiligen Ländern wieder gespielt werden kann, ist aber völlig offen. Die Deutsche Fußball Liga berät am Donnerstag das weitere Vorgehen. Am Montagabend war ein Neustart am 9. Mai ins Spiel gebracht worden, was tags darauf aber bereits zu deutlicher Kritik führte.

Eine Gesamtansicht des UEFA-Logos auf einer Bande während eines Fußballspiels der UEFA Europa League.
Eine Gesamtansicht des UEFA-Logos auf einer Bande während eines Fußballspiels der UEFA Europa League.  © dpa/Silas Stein

Update, 21. April, 16.47 Uhr: Längere Schließungen für Gastronomie?

Während Verbraucher in Berlin ab Mittwoch wieder in mehr Geschäften einkaufen können, bleiben Restaurants und Kneipen vorerst weiter geschlossen. "Wir haben heute beschlossen, dass es weiter bei den Takeaway- und Lieferdiensten bleibt", sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Dienstag nach einer Sitzung des Senats mit Blick auf die Gastronomie. 

Die Perspektive für Öffnungen reiche eher in Richtung Sommer, sagte Pop. Viele Betriebe stelle eine so lange "Durststrecke" vor große Schwierigkeiten. "Deswegen sehen wir den Bund deutlich in der Pflicht", die betroffenen Unternehmen finanziell über diesen langen Zeitraum zu unterstützen.

Absperrband ist um die Tische und Stühle vor einem Restaurant in Weimars Innenstadt gezogen. Essen darf nur mitgenommen werden.
Absperrband ist um die Tische und Stühle vor einem Restaurant in Weimars Innenstadt gezogen. Essen darf nur mitgenommen werden.  © dpa/Michael Reichel/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 16.35 Uhr: Hessens Maskenpflicht findet Zustimmung - aber keinen Start-Termin

Die angekündigte Maskenpflicht in Hessen wegen der Corona-Pandemie stößt auf ein positives Echo. "Der Hessische Städtetag hält die Entscheidung der Landesregierung für richtig, den Mund-Nasen-Schutz einheitlich für ganz Hessen zu regeln", teilte der Präsident des Hessischen Städtetages, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), am Dienstag mit. "Wir erwarten die Verpflichtung für den öffentlichen Personennahverkehr und für Einzelhandelsgeschäfte."

Mit Blick auf die gelockerten Regelungen zur Ladenöffnung sei eine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz in Geschäften, Bussen und Bahnen angezeigt. "Wir können hessenweit und auch bundesweit in bestimmten Sachfragen nicht ständig unterschiedliche Wege gehen. Das ist der Bevölkerung nicht vermittelbar und führt zu Unsicherheiten", mahnte Geselle. Genügen sollte es, Mund und Nase zu bedecken. "Es reichen dabei auch Tücher und Schals."

Die hessische SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser erklärte: "Im Sinne eines solidarischen Fremdschutzes unterstützen wir es, wenn die Menschen dort Schutzmasken tragen, wo nicht sichergestellt werden kann, dass alle Abstandsregeln eingehalten werden." Es dürfe aber keinesfalls der Eindruck entstehen, dass die Alltagsmasken vor einer Ansteckung schützen könnten. "Deswegen müssen auch mit entsprechenden Masken die seit vier Wochen eingeübten Sicherheitsabstände zu anderen Menschen eingehalten und auch alle anderen Hygieneregeln weiterhin beachtet werden", mahnte Faeser.

Ab wann die Regeln gelten könnten, blieb am Dienstagnachmittag allerdings offen.

In einem Modemuseum entworfene und genähte Stoffmaske liegen in einem Transportkarton.
In einem Modemuseum entworfene und genähte Stoffmaske liegen in einem Transportkarton.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 16.25 Uhr: Schon 82 Bewohner von Asylbewerber-Unterkunft positiv getestet

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohner einer Asylbewerberunterkunft in Ludwigshafen ist auf insgesamt 82 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises am Dienstag mit. 

Am 15. April hatte ein Sprecher der Behörde noch 59 infizierte Bewohner genannt. Seit Anfang April steht die Sammelunterkunft im Stadtteil Oggersheim unter Quarantäne - im Normalbetrieb leben dort rund 170 Männer. Infizierte Bewohner wurden in andere städtische Räume umquartiert.

Betten sind in der Friedrich-Ebert-Halle als mögliche Ausweichplätze für Corona-Infizierte aufgebaut.
Betten sind in der Friedrich-Ebert-Halle als mögliche Ausweichplätze für Corona-Infizierte aufgebaut.  © dpa/Stadt Ludwigshafen

Update, 21. April, 16.20 Uhr: Italiens Fußballclubs wollen trotz Covid-19 die Saison beenden

Die Fußballclubs in Italien wollen trotz Corona-Pandemie die Saison beenden. Die 20 Vereine stimmten überein, "die Saison 2019/2020 unter voller Einhaltung der Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften abzuschließen, sofern die Regierung dies zulässt", hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Serie A. Am Mittwoch war ein "Gipfel" der Fußballspitzen mit Sportminister Vincenzo Spadafora angesetzt.

Die Serie A ist seit dem 12. März unterbrochen. Zwölf Partien stehen noch aus. In Italien gelten noch bis zum 3. Mai die landesweiten Ausgangssperren. Nach dem Plan des Fußballbundes FIGC sollen die Fußballer ab dem 4. Mai zunächst isoliert werden, das heißt unter anderem auf das Coronavirus getestet und in Camps streng kontrolliert werden. Nach drei Wochen könnten dann möglicherweise Partien - ohne Fans - gespielt werden.

Die Regierung ist zurückhaltend. "Ich bin ein großer Fußballanhänger. Aber mit mehr als 400 Toten pro Tag ist das wirklich unser letztes Problem", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza in einem Radiointerview.

Auch Cristiano Ronaldo von Juventus Turin ist derzeit in Italien in Zwangs-Pause.
Auch Cristiano Ronaldo von Juventus Turin ist derzeit in Italien in Zwangs-Pause.  © dpa/Fabio Ferrari/LaPresse via ZUMA Press

Update, 21. April, 16.16 Uhr: Länder fordern Soforthilfe auch für Lebensunterhalt Selbstständiger

In einem gemeinsamen Brief fordern die Bundesländer mehr Unterstützung für Solo-Selbstständige aus Corona-Hilfsprogrammen. "Wir sind tagtäglich mit Hunderten von verzweifelten Zuschriften konfrontiert", schreiben die Wirtschaftsminister von Bremen, Kristina Vogt (Linke), und Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart (FDP), als Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz.

Hintergrund ist das Problem vieler Künstler, freier Journalisten, Dozenten, Trainer oder anderer Solo-Selbstständigen. Diese hätten in der Corona-Krise kein Einkommen mehr, könnten aber kaum betriebliche Sach- und Finanzaufwendungen geltend machen, heißt es in dem an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) adressierten Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Bislang gelte der Vorbehalt des Bundes, dass das Soforthilfeprogramm nicht zur Finanzierung des Lebensunterhalts, sondern nur für betrieblich veranlasste Kosten ausgezahlt werden dürfe. Bei der Forderung nach pauschaler Hilfe bekommt Pinkwart nun Unterstützung bei seinem "Optionsmodell", das er in der vergangenen Woche vorgestellt hatte. Nach seiner Vorstellung sollten Solo-Selbstständige wählen können, ob sie zur Sicherung ihrer Lebenshaltungskosten das Soforthilfeprogramm oder die Grundsicherung nutzen.

Ein Kontoauszug mit der überwiesenen Summe von 9000 Euro Corona-Soforthilfe liegt auf einem Antrag für den Zuschuss der Sächsischen Aufbaubank.
Ein Kontoauszug mit der überwiesenen Summe von 9000 Euro Corona-Soforthilfe liegt auf einem Antrag für den Zuschuss der Sächsischen Aufbaubank.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 16.10 Uhr: Frankfurter Buchmesse soll stattfinden

Die Frankfurter Buchmesse soll nach jetzigem Stand wie geplant im Oktober stattfinden. "Wie die 72. Buchmesse dann genau aussehen wird, können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Es wird in jedem Fall eine sehr besondere Messe, das steht jetzt schon fest", erklärte Sprecherin Kathrin Grün am Dienstag. Die Gesundheit der Aussteller und Besucher stehe an erster Stelle, deshalb würden die Überlegungen auf Bundes- und Landesebene in die Planungen mit einfließen. "Sobald wir konkrete Entwicklungen absehen können, werden wir diese kommunizieren - voraussichtlich Mitte Juni wird sich ein klareres Bild abzeichnen."

Wegen der Corona-Krise sind Großveranstaltungen bis Ende August verboten. Aber auch darüber hinaus stehen Events auf der Kippe. Am heutigen Dienstagmorgen war beispielsweise das Oktoberfest in München abgesagt worden. Nach aktuellen Planungen findet die Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober statt. Ehrengast ist Kanada. Im vergangenen Jahr waren mehr als 300.000 Besucher auf die Messe gekommen.

Fachbesucher gehen in der Halle 3 der Buchmesse von Stand zu Stand.
Fachbesucher gehen in der Halle 3 der Buchmesse von Stand zu Stand.  © dpa/Boris Roessler

Update, 21. April, 16.05 Uhr: Sächsische Ausbildungsbetriebe bekommen Zuschuss

Sachsen will von der Corona-Krise betroffene Ausbildungsbetriebe mit einem Zuschuss unterstützen. Gewährt werden soll die Hilfe Firmen in Kurzarbeit und mit bis zu 250 Mitarbeitern, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts. Die neue Förderrichtlinie sieht die Übernahme der jeweiligen Ausbildungsvergütung über einen Zeitraum von sechs Wochen vor - bis zum Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

"Wir wollen sowohl unsere Auszubildenden vor Entlassungen schützen, als auch Ausbildungsbetriebe unterstützen und diejenigen schnell von den Lohnkosten für ihre Azubis entlasten, die von Kurzarbeit betroffen sind", so Dulig. Er rechnet damit, dass zwischen 5500 und 9000 Betriebe die Leistung in Anspruch nehmen. Rund zehn Millionen Euro stehen zur Verfügung.

Update, 21. April, 15.55 Uhr: Berlin erlaubt wieder Gottesdienste und Demonstrationen

In Berlin sind ab 4. Mai wieder Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt. Das teilte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung zur Corona-Krise mit.

Auch erlaubt sind nun wieder kleinere Demonstrationen. Ab 4. Mai seien Versammlungen unter freiem Himmel mit bis zu 20 Teilnehmern grundsätzlich genehmigungsfrei, wenn Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, teilte Lederer am Dienstag nach der Senatssitzung mit.

Kulturelle und sportliche Großveranstaltungen in Berlin mit mehr als 5000 Teilnehmern bleiben wegen der Corona-Krise bis zum 24. Oktober verboten. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern dürfen bis 31. August nicht stattfinden, beschloss der Senat am Dienstag

Streaming-Ende in Sicht: Bis zu 50 Christen können bald wieder in Berlin in die Kirche gehen und am Gottesdienst teilnehmen.
Streaming-Ende in Sicht: Bis zu 50 Christen können bald wieder in Berlin in die Kirche gehen und am Gottesdienst teilnehmen.  © dpa/Christophe Gateau

Update, 21. April, 15.43 Uhr: Brandenburg will vorerst keine Maskenpflicht

Die Oppositionsfraktionen im Brandenburger Landtag haben sich für die Einführung einer Maskenpflicht an belebten Orten oder als Voraussetzung für die Lockerung von Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Linke-Fraktionschef Sebastian Walter lobte am Dienstag die Initiative der Stadt Potsdam, wo von kommender Woche an eine Maskenpflicht in Geschäften und im Öffentlichen Nahverkehr gilt. "Es darf aber kein Flickenteppich sein", forderte er. "Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, eine landeseinheitliche Regelung zu finden." Dabei müsse die Landesregierung auch über die Verfügbarkeit von Alltagsmasken sprechen.

Ähnlich äußerten sich die Freien Wähler. Eine Maskenpflicht sei überall dort notwendig, wo ein erhöhter Publikumsverkehr zu erwarten sei, sagte der Fraktionsvorsitzende Péter Vida. "Das betrifft, Behörden, ÖPNV, Supermärkte, Ärzte und ähnliche Einrichtungen." Bei der Beschaffung dürfe die Landesregierung die zahlreichen Angebote von Unternehmen nicht "totprüfen", forderte er. So habe ein Unternehmen in Cottbus, das auch den Bund und Bayern beliefert habe, bereits vor drei Wochen ein Angebot für 75 Millionen Schutzmasken unterbreitet, aber noch keine Antwort erhalten.

AfD-Faktionschef Andreas Kalbitz sagte, eine Maskenpflicht sei sinnvoll, wenn damit Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen erreicht werden könnten. Der Fraktionschef der mitregierenden CDU, Jan Redmann, verwies auf die Empfehlung der Landesregierung, im Öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften Masken zu tragen. "Wenn diese Empfehlung nicht angenommen wird, werden wir aber vor weiteren Lockerungen über eine Maskenpflicht reden müssen", mahnte er.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte sich am Dienstag im "ZDF-Morgenmagazin" gegen eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum ausgesprochen. Wichtiger sei, das Abstandsgebot von "mindestens 1,5 Meter, besser 2 Meter" einzuhalten, sagte sie. Die Regierung empfehle aber das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr, wo Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden könnten.

"Berlin ist einen anderen Weg gegangen", so Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Potsdam. Er sagte zwar: "Wir werden uns das jetzt genau ansehen." Stübgen betonte aber, er sein kein Verfechter davon, unmittelbar hinterherzuspringen.

An belebten Orten könnte in Brandenburg bald das Tragen einer Schutzmaske verpflichtend sein.
An belebten Orten könnte in Brandenburg bald das Tragen einer Schutzmaske verpflichtend sein.  © dpa/Marijan Murat

Update, 21. April, 15.40 Uhr: Kommt die Maskenpflicht auch in Bremen?

Trotz dringender Empfehlung hat laut Ordnungsamt nur etwa jeder Fünfte am Montag beim Einkaufen oder im Öffentlichen Personennahverkehr eine Mund- und Nasenbedeckung getragen. Das Ergebnis sei nicht berauschend, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Dienstag. Der Wert resultiert aus Beobachtungen des Ordnungsamtes. Der Senat will noch bis Freitag abwarten und dann über eine Maskenpflicht entscheiden, die am Montag in Kraft treten könnte.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) betonte, beim Tragen der Mund- und Nasenbedeckung gehe es um den Schutz des jeweils anderen. Es sei unbestritten, dass die Masken einen positiven Effekt hätten. Sollte man bis Freitag feststellen, dass sich 90 Prozent freiwillig an die Empfehlung hielten, dann wäre das Ziel ohne Verpflichtung erreicht. "Das wäre das Allerschönste, wenn das bei uns aus schierer Einsicht erfolgen würde." Er habe die Hoffnung, dass dies freiwillig umgesetzt werden könne. "Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir entsprechend andere Beschlüsse fassen."

Die Dresdner Modedesignerin Dorothea Michalk (l.) verkauft einer Kundin einen Mundschutz.
Die Dresdner Modedesignerin Dorothea Michalk (l.) verkauft einer Kundin einen Mundschutz.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 15.33 Uhr: Politiker in NRW fordern einheitliche Masken-Regelung

SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty hat eine NRW-weit einheitliche Regelung zum Maskenschutz in der Corona-Krise gefordert. "Denkbar sind beispielsweise Verpflichtungen im ÖPNV, bei Behördengängen oder in Geschäften", teilte der SPD-Politiker am Dienstag mit. Auch mehrere Bürgermeister dringen auf eine landesweite Regelung und kündigten an, andernfalls mit einer kommunalen Verfügung, sogenannte Alltagsmasken für bestimmte Bereiche der Stadt verpflichtend einzuführen.

Das Tragen von Mund- und Nasenschutz besonders im öffentlichen Personennahverkehr und beim Besuch von Geschäften diene dem Schutz vor Corona-Ansteckung besonders gefährdeter Menschen, betonte etwa Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) in einer Mitteilung am Dienstag. 

Weil jedoch nur wenige Menschen der Empfehlung folgten, plane die Ruhrgebietsstadt eine Allgemeinverfügung zum Tragen eines geeigneten Mund- und Nasenschutzes - sofern nicht bald eine einheitliche Regelung der Landesregierung erfolge. Auch Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) meldete sich am Donnerstag bei Twitter zu Wort: "Eine landeseinheitliche verpflichtende Regelung wäre deutlich besser als in jeder Stadt was anderes!" Wenn diese nicht komme, werde man es in Bochum zum Schulstart "aber selber machen (müssen)".

Am Montag hatte bereits Münster als erste nordrhein-westfälische Großstadt eine Maskenpflicht für Geschäfte und Busse sowie Bereiche der öffentlichen Verwaltung ab kommenden Montag beschlossen. Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sagte dem WDR, angesichts der weiterhin gefährlichen Lage, sei es wichtig, keinen Weg unversucht zu lassen, die Neuinfektionen so gering wie möglich zu halten. In der Stadt Dorsten im Kreis Recklinghausen gilt bereits seit heutigem Dienstag für Bedienstete und Besucher städtischer Gebäude, die Pflicht Mund und Nase zu bedecken.

Vor einem Flickenteppich verschiedener Regelungen warnte entsprechend SPD-Fraktionschef Kutschaty. "Auch wenn das Tragen von Schutzmasken keine 100-prozentige Sicherheit bietet, ist es dennoch ein wichtiger Baustein zur Eindämmung der Pandemie", so Kutschaty. Dabei hält er sogenannte Alltagsmasken, die Mund und Nase bedecken, statt zertifizierter OP-Masken für ausreichend. Allerdings müsse bei einer Maskenpflicht auch dafür gesorgt werden, dass sie auch zur Verfügung stehen, insbesondere für Bedienstete des Landes.

Mitarbeiterinnen in einem Supermarkt tragen beim bestücken der Regale mit Ware vor Beginn der Ladenöffnung Schutzmasken.
Mitarbeiterinnen in einem Supermarkt tragen beim bestücken der Regale mit Ware vor Beginn der Ladenöffnung Schutzmasken.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 15.25 Uhr: Regierungschef bittet Millionäre um Corona-Hilfe

Thailands Regierungschef Prayut Chan-o-Cha hat laut Medienberichten in der Corona-Krise 20 Millionäre in einem Brief um Hilfe gebeten. Die Regierung nehme keine Geldspenden an, es gehe nicht um den Austausch von Gefälligkeiten, stellte Prayut am Dienstag klar. Die Millionäre sollen demnach Hilfsprojekte für Betroffene fördern. Prayut erkenne an, dass viel Unterstützung geleistet werde - "aber ich brauche von jedem, dass er noch mehr tut", schrieb der ehemalige Putschgeneral laut der Zeitung "Bangkok Post" an die Reichen - diese gelten in der Landeswährung Baht als Milliardäre.

In Thailand wurden bislang 2811 Fälle des Erregers Sars-CoV-2 gemeldet, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 48 Menschen starben. In dem südostasiatischen Land gilt seit Ende März der Ausnahmezustand, es gibt Ausgangsbeschränkungen.

Thailands Regierungschef Prayut Chan-o-cha.
Thailands Regierungschef Prayut Chan-o-cha.  © dpa/Chaiwat Subprasom/SOPA Images via ZUMA Wire

Update, 21. April, 15.15 Uhr: Nur wenige Neuinfektionen, aber mehr Verstöße in Sachsen

In Sachsen haben sich bisher nachweislich 4342 Frauen und Männer mit dem Coronavirus infiziert. Das sind nach Angaben des Regierungssprechers vom Dienstag 19 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt 119 Menschen starben im Zusammenhang mit der Infektion (Vortag: 111).

Unterdessen ist die Zahl der Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz gestiegen. Bislang habe die Polizei täglich zwischen 100 und 200 Verstöße registriert, erklärte Innenminister Roland Wöller (CDU). Am Montag habe es mit mehr als 500 Fällen einen "Spitzenwert" gegeben. Unter anderem erklärte der Innenminister den Anstieg der Zahlen durch Versammlungen vor allem in den Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz.

Unter anderem hatten sich in Chemnitz am Montagabend rund 250 bis 300 Menschen im Zusammenhang mit einer Kundgebung der rechtsextremen Vereinigung Pro Chemnitz versammelt. Damit hätten sie gegen die sächsische Corona-Schutz-Verordnung verstoßen, so Wöller. In Dresden kam es zu Protesten gegen eine Pegida-Kundgebung. Unter anderem sei der Mindestabstand nicht eingehalten und entsprechende Bußgelder verhängt worden. Versammlungen seien prinzipiell verboten, Ausnahmen gebe es nur im Einzelfall, so Wöller.

Polizisten und Teilnehmer einer Kundgebung der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung stehen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche.
Polizisten und Teilnehmer einer Kundgebung der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung stehen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche.  © dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 15.10 Uhr: Smartphone-Apps boomen in der Corona-Krise

Die Folgen der weltweiten Corona-Pandemie beleben das Geschäft mit Mobile-Apps. Im ersten Quartal 2020 legten vor allem Smartphone-Anwendungen aus den Bereichen Gaming, Business und Lieferdienste für Essen und Getränke zu, ergab eine Studie des US-Unternehmens Adjust, das auf Reichweitenmessung im Netz spezialisiert ist.

Besonders Spiele waren populär, die Zahl der heruntergeladenen Gaming-Apps stieg auf ein Allzeithoch von gut 45 Milliarden. "Wer das Haus nicht verlassen kann, nutzt verstärkt das Smartphone zur Unterhaltung", erklärte Adjust. Alleine in der letzten März-Woche seien die Installationszahlen von Spiele-Anwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 132 Prozent gestiegen. Die Anwender installieren die Apps nicht nur, sondern spielen auch damit. Insgesamt registrierte Adjust im ersten Quartal 47 Prozent mehr Nutzungsperioden (Sessions) als im Vorjahreszeitraum.

Auch der erzwungene Umzug ins Homeoffice, den viele Arbeitnehmer wegen der Corona-Pandemie vornehmen mussten, schlägt sich in der App-Statistik nieder. Die Nutzung der Business-Apps verdoppelte sich (plus 105 Prozent). Die Zahl der Installationen legte um 70 Prozent zu. Das schlägt sich auch in den Umsätzen der App-Hersteller nieder. Die Zahl der Bezahlvorgänge stieg um 75 Prozent. "Viele Nutzer entscheiden sich für Premium-Versionen, um im Homeoffice ohne Einschränkungen mit den Apps arbeiten zu können."

Da viele Restaurants zur Zeit nur Essen zum Mitnehmen anbieten dürfen, verzeichneten Apps von Lieferdiensten ebenfalls einen deutlichen Nutzungsanstieg. Hier werden vor allem Apps intensiver genutzt, die sich schon auf dem Smartphone befanden. Die Zahl der Sessions stieg um 73 Prozent, während die Installationen nur um 21 Prozent zunahmen.

Die Studie ergab, dass Shopping-Apps am häufigsten mittags zwischen 12 und 14 Uhr und am Abend verwendet werden. Fast ein Viertel der täglichen Sessions findet dabei in der Zeit von 19 bis 22 Uhr statt. Ähnlich sieht es bei Apps für Lieferdienste (Essen & Trinken) aus, die zwischen 17 und 20 Uhr am häufigsten genutzt werden und in diesem Zeitraum rund 31 Prozent ihrer Sessions verzeichnen. 

Eine Frau spielt "Mensch ärgere Dich nicht" auf einem Smartphone.
Eine Frau spielt "Mensch ärgere Dich nicht" auf einem Smartphone.  © dpa/picture alliance/Daniel Karmann

Update, 21. April, 15.05 Uhr: Flüge nur zwischen Ländern mit Anti-Corona-Erfolgen?

Eine Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs hält Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mittel- und langfristig zuerst zwischen Staaten mit einer erfolgreichen Anti-Corona-Strategie für möglich. Er rechne mit einem Szenario, dass international Staaten ihre Grenzen zueinander wieder öffnen werden, die das Virus besiegt oder ganz niedrige Ansteckungszahlen hätten, sagte Kurz an Dienstag in Wien. "Wie ein Club, bei dem man nur dabei sein kann, wenn keine Gesundheitsgefährdung gegeben ist." 

Der Luftverkehr ist durch die Einreiseverbote in der Corona-Krise praktisch zum Erliegen gekommen. Viele Airlines kämpfen ums Überleben.

Update, 21. April, 15 Uhr: Reiseverband fordert schnelle EU-Entscheidung über Gutscheine

Der Deutsche Reiseverband (DRV) wirft der EU-Kommission Verzögerungen bei der Entscheidung über Gutscheine für stornierte Reisen in der Corona-Krise vor. "Die Lage der Unternehmen in der Reisewirtschaft ist mehr als nur bedrohlich – und in der EU wird keine Entscheidung gefällt", kritisierte DRV-Präsident Norbert Fiebig am Dienstag in Berlin. EU-Justizkommissar Didier Reynders verzögere die dringend notwendige Klarheit über die Gutschein-Regelung. Fiebig forderte von der Bundesregierung gegebenenfalls einen nationalen Alleingang.

Bei abgesagten Reisen sollen die Verbraucher nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt einer sofortigen Rückzahlung bekommen. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein. Hat der Kunde seinen Gutschein bis dahin nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Bei Pauschalreisen gilt allerdings EU-Recht.

Fiebig zufolge haben zwölf EU-Mitgliedstaaten bereits nationale Regelungen beschlossen oder auf den Weg gebracht. Die Reisewirtschaft in Deutschland muss dem DRV zufolge allein von Mitte März bis Ende April Umsatzeinbußen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro verkraften. 

Viele Flugzeuge bleiben derzeit am Boden. Reisen werden deshalb zuhauf abgesagt.
Viele Flugzeuge bleiben derzeit am Boden. Reisen werden deshalb zuhauf abgesagt.  © dpa/Peter Kneffel

Update, 21. April, 14.40 Uhr: Schulen müssen wegen Corona häufiger geputzt werden

Die Schulen in Deutschland müssen nach Auffassung des Gebäudereiniger-Handwerks in der Corona-Krise häufiger geputzt werden. Vor der stufenweisen Wiederöffnung sollten die Gebäude gründlich gereinigt werden, verlangte der Bundesinnungsverband am Dienstag in einem Schreiben an die Kultusministerkonferenz der Länder. Nach der Öffnung sollten dann die Reinigungsintervalle deutlich erhöht werden. "Die Corona-Krise verträgt sich nicht mit dem Reinigungs-Sparkurs an den meisten Schulen", erklärte Verbandsgeschäftsführer Johannes Bungart.

In besonderen Handlungsempfehlungen weist das Handwerk auf höhere hygienische Anforderungen in der Pandemie hin. Bei Desinfektionen genüge keineswegs eine Sprühbehandlung, es müsse vielmehr gewischt werden. Handkontaktflächen seien gerade bei Einrichtungen für jüngere Schüler mehrmals täglich zu reinigen.

Abiturienten am Gymnasium Dresden Klotzsche sitzen während der Konsultationen in einem Klassenzimmer. Dieses muss nun häufiger gereinigt werden.
Abiturienten am Gymnasium Dresden Klotzsche sitzen während der Konsultationen in einem Klassenzimmer. Dieses muss nun häufiger gereinigt werden.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 14.33 Uhr: Gewerkschaft Verdi gegen Sonntagszustellung bei Paketen

Die Gewerkschaft Verdi sieht keine Notwendigkeit für bundesweite Ausnahmeregelungen über eine Sonntagszustellung von Paketen. Ein Sprecher des Bundesvorstands sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie ist in der Zustellung die Erreichbarkeit der Kundinnen und Kunden an den Werktagen sehr hoch. Sollte die Erforderlichkeit bestehen, aus Gründen des Gesundheitsschutzes regional die Zustellung am Sonntag zu organisieren, so muss dies vorher mit den örtlichen Betriebsräten abgestimmt werden."

Die Sonntagszustellung könne aber kein Ersatz für benötigtes Personal sein, sagte der Sprecher. "Der Schutz der Beschäftigten muss jetzt an erster Stelle stehen, denn die Belastung der Beschäftigten ist bereits jetzt extrem hoch."

Die Deutsche Post strebe keine regelmäßige, bundesweite Sonntagszustellung an, betonte ein Sprecher des Konzerns. Man wolle Sonntagsarbeit in der aktuellen Ausnahmesituation "punktuell und nach Abstimmung mit den örtlichen Betriebsräten" einsetzen, um schnell auf bestehende regional begrenzte Engpässe zu reagieren. Auch bei einem nur punktuellen Einsatz von Sonntagsarbeit wäre ein bundesweit einheitlicher rechtlicher Rahmen demnach sinnvoll. 

Die Paket-Transporter sind derzeit sehr voll beladen, an Arbeit mangelt es den Zustellern nicht.
Die Paket-Transporter sind derzeit sehr voll beladen, an Arbeit mangelt es den Zustellern nicht.  © dpa/Sina Schuldt

Update, 21. April, 14.28 Uhr: Hofreiter fordert mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger und Kurzarbeiter

Die Grünen im Bundestag fordern mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger und von Kurzarbeit Betroffene in der Corona-Krise. Es sei richtig, die Wirtschaft zu unterstützen und Konzerne wie die Lufthansa zu retten, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter am Dienstag, bevor die Abgeordneten per Videokonferenz tagten. Es müsse aber auch den "Schwächsten der Schwachen" geholfen werden. Daher müssten zumindest temporär die Arbeitslosengeld-II-Sätze für Kinder und Erwachsene sowie, gestaffelt nach Einkommen, das Kurzarbeitergeld erhöht werden. "Denn wir können nicht nur die Wirtschaft retten, sondern wir müssen auch dafür sorgen, dass es sozial gerecht zugeht."

Schon jetzt müsse die schwarz-rote Koalition auch Sicherheit mit Blick auf ein künftiges Konjunkturpaket schaffen, forderte Hofreiter. Unsicherheit sei "Gift" für die Unternehmen und Arbeitsplätze. Dafür brauche es "deutlich mehr Mittel", als bisher bereit stünden. Das Paket zum Ankurbeln der Konjunktur müsse sich an Klimaschutz und Gemeinwohl orientieren. "Es kann nicht sein, dass jetzt jede Lobby-Organisation das durchbringt, was wie schon immer durchbringen wollte, dafür ist die Lage zu ernst."

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.
Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 21. April, 14.25 Uhr: Bußgelder bei Verstoß gegen Maskenpflicht

Wer gegen die Maskenpflicht in Bayern verstößt, dem droht nach Aussage von Staatskanzleichef Florian Herrmann ein Bußgeld. "Die Höhe muss man sehen", sagte der CSU-Politiker am Dienstag in München. Sie werde vom Innenministerium in den kommenden Tagen in den Corona-Bußgeldkatalog eingearbeitet. 

Herrmann betonte, dass die Polizei aber auch das Personal in Bussen und Bahnen angehalten werde, die Einhaltung der Maskenpflicht zu kontrollieren. Dies werde ähnlich erfolgen, wie auch die Kontrollen der bisherigen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie.

Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ab kommenden Montag im Nahverkehr und in Taxis in Mecklenburg-Vorpommern sollen Passagiere von der Mitfahrt ausgeschlossen werden. Auch ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro sei möglich, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin. 

Fahrer von Schulbussen sollen mit einem Vorrat an Masken ausgestattet werden, um Schülern ohne entsprechenden Schutz ein Exemplar verkaufen zu können. "Wir wollen keinen Schüler am Schulbus stehen lassen", sagte Schwesig.

Eine Verkäuferin trägt eine Schutzmaske in einem Supermarkt.
Eine Verkäuferin trägt eine Schutzmaske in einem Supermarkt.  © dpa/Roland Schlager/APA

Update, 21. April, 14.20 Uhr: Feuerwehr warnt vor falschem Maskenreinigen

Die Münchner Feuerwehr warnt davor, Masken mit Drahtbügel in der Mikrowelle zu reinigen. Durch das Metall könnten in der Mikrowelle Funken entstehen, die sowohl Maske als auch das Gerät in Brand stecken könnten, teilte die Feuerwehr am Dienstag mit. 

Die Brandhelfer mussten nach eigenen Angaben bereits mehrfach wegen derartiger Brände ausrücken. Egal ob mit oder ohne Drahtbügel im Nasenbereich: Laut Feuerwehr reicht es aus, die Masken zu bügeln oder bei 60 Grand zu waschen. 

Rettungskräfte wurden zu einem Brand alarmiert. (Archivbild)
Rettungskräfte wurden zu einem Brand alarmiert. (Archivbild)  © dpa/Kai-Uwe Hagemann

Update, 21. April, 14.15 Uhr: Handelsverband erwartet keine Probleme wegen Maskenpflicht

Die Maskenpflicht wird nach Einschätzung des Handelsverbandes Baden-Württemberg vom kommenden Montag an ohne größere Probleme in den Geschäften umgesetzt werden. "Wir rechnen damit, dass es einen Gewöhnungseffekt geben wird", sagte Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann am Dienstag auf Anfrage. Viele Läden seien zudem bereits mit Masken für ihre Mitarbeiter ausgestattet. Kaufe dennoch ein Kunde ohne Mund-Nasen-Schutz im Laden ein, müsse der Händler die geplante Verordnung umsetzen und ihn darauf aufmerksam machen.

Nicht überzeugt ist Hagmann dagegen vom Nutzen einer Maskenpflicht. Zwar würden die Geschäfte die Verordnung umsetzen. "Aber wir sind unsicher, ob die Maskenpflicht etwas bringt oder nicht." Am sichersten sei der Abstand untereinander - und der werde vom Handel bereits erfolgreich umgesetzt.

Ein Mitarbeiter einer Apotheke hält eine Schutzmaske in seinen Händen.
Ein Mitarbeiter einer Apotheke hält eine Schutzmaske in seinen Händen.  © dpa/Philipp von Ditfurth

Update, 21. April, 14.08 Uhr: Maskenpflicht kommt in zwei bayerischen Städten schon eher

Im oberbayerischen Rosenheim wird es wegen der Corona-Pandemie schon ab Mittwoch eine Maskenpflicht geben. Sie gelte in Stadt und Landkreis "für alle Besuche von Geschäften sowie für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs", teilte die Kommunen am Dienstag mit. Die beiden Kommunalbehörden machen damit von einer Ermächtigung Gebrauch, die der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in seiner Regierungserklärung im Landtag für sogenannte Corona-Hotspots, also Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen, angekündigt hatte.

"Die Zahl der Infizierten steigt in Stadt und Landkreis Rosenheim immer noch an und liegt unter den Top 10 in Deutschland. Unter diesen Rahmenbedingungen ist es gerechtfertigt und geboten, die Maskenpflicht vorzeitig in Kraft zu setzen", sagte der städtische Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Hans Meyrl.

Ab Donnerstag soll es auch im niederbayerischen Straubing eine Maskenpflicht geben. Auch hier sind die Fallzahlen derzeit sehr hoch. In ganz Bayern wird diese erst ab nächstem Montag (27. April) in Kraft treten. In Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr sind dann alle Menschen ab einem Alter von sieben Jahren verpflichtet, Mund und Nase zu verhüllen. Dabei ist es aber unerheblich, ob dies mit einer Schutzmaske oder nur mit einem Schal oder einem Tuch erfolgt. Zuwiderhandlungen sollen nach Angaben der Staatskanzlei mit einer Geldbuße geahndet werden.

Ein junger Mann trägt in einer Stadtbahn eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2.
Ein junger Mann trägt in einer Stadtbahn eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2.  © DPA/Christoph Schmidt

Update, 21. April, 14.05 Uhr: Der aktuelle Stand in Europa

Zum Dienstagmittag verzeichnete Deutschland insgesamt 147.281 Infektionen, wovon allerdings über 95.000 Patienten bereits vom Coronavirus geheilt wurden.

Der aktuelle Stand in Europa.
Der aktuelle Stand in Europa.  © TAG24

Update, 21. April, 14 Uhr: Vorräte an Mundschutz in Apotheken sehr unterschiedlich

Die wegen der Coronavirus-Pandemie bevorstehende Mundschutzpflicht für Thüringen stellt die Apotheken vor Herausforderungen. Allein die Ankündigung habe bereits zu einer sprunghaft gestiegenen Nachfrage geführt, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbandes, Thomas Olejnik, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das war heute sofort zu spüren." 

Die Versorgungssituation sei dabei von Apotheke zu Apotheke unterschiedlich. Manche hätten hochwertige, für medizinisches Personal geeignete Masken in kleinen Mengen vorrätig, anderen fehle es an einfachen Masken. Die Apotheken arbeiteten daran, bis zum Freitag eine Erstversorgung zu ermöglichen. Sie hätten zusätzliche Anbieter gewonnen, etwa regionale Firmen, die auf das Nähen von Masken umgestiegen seien. 

Die Maskenpflicht soll ab Freitag gelten, wie die Landesregierung am Dienstag beschlossen hatte. Dabei müssen nicht zwingend medizinische Masken getragen werden, auch selbstgenähte Exemplare sind möglich, ebenso Schals oder Tücher.

Eine Apotheke wirbt in ihrem Schaufenster mit dort erhältlichen Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken.
Eine Apotheke wirbt in ihrem Schaufenster mit dort erhältlichen Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 21. April, 13.50 Uhr: Maskenpflicht in Hessen auf dem Weg

Im Kampf gegen das Coronavirus will Hessen eine Maskenpflicht einführen. Diese solle für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr gelten, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Wiesbaden. 

Update, 21. April, 13.48 Uhr: Berlin will Maskenpflicht für ÖPNV

Die Menschen in Berlin müssen ab kommender Woche in Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschloss der Senat am Dienstag eine entsprechende Maskenpflicht, die jedoch im Unterschied zu anderen Bundesländern nicht für den Einzelhandel gelten soll.

Ein Mann fährt mit Schutzmaske in einer Dresdner Straßenbahn. Eine derartige Pflicht besteht dort seit Montag.
Ein Mann fährt mit Schutzmaske in einer Dresdner Straßenbahn. Eine derartige Pflicht besteht dort seit Montag.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 13.40 Uhr: Notbetreuung jetzt auch für Alleinerziehende in Thüringen

Berufstätige Alleinerziehende sollen künftig Anspruch auf Plätze für ihre Kinder im Kindergartenalter in der Notbetreuung haben. Das gab Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Dienstag nach einer Schalte des Kabinetts bekannt. Seit Längerem hatten dies unter anderem die Fraktionen von Grünen, SPD und CDU gefordert. Der Freistaat hatte die Notbetreuung bislang eher streng reglementiert und Plätze nur an Kinder von Eltern vergeben, die in sogenannten kritischen Infrastrukturbereichen arbeiten. Angesichts der im Vergleich zu anderen Ländern moderaten Infektionszahlen in Thüringen waren zuletzt Rufe nach einer Ausweitung der Notbetreuung immer lauter geworden.

Nach den neuen Regeln sollen auch Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter und der Sozialämter sowie der Thüringer Landesaufbaubank ihre Kinder in die Notbetreuung geben können, sofern diese Mitarbeiter für die Bewältigung der Corona-Krise gebraucht werden. Auch die Kinder von Lehrern und Erziehern können in die Notbetreuung sowie Kinder von Auszubildenden und Schülern, die vor einer Prüfung stehen.

Die Notbetreuung an Schulen soll erst ab 11. Mai ausgeweitet werden.

Blick in einen leeren Kindergarten.
Blick in einen leeren Kindergarten.  © dpa/Julian Stratenschulte

Update, 21. April, 13.35 Uhr: Corona-Apps in den Niederlanden fallen reihenweise durch

Ein Test von sieben Corona-Warn-Apps hat in den Niederlanden große Mängel ans Licht gebracht. Keine der Apps habe sich bisher als geeignet erwiesen, räumte das Gesundheitsministerium in Den Haag gegenüber dem niederländischen TV-Sender NOS ein. Sieben Entwickler hatten sich am Wochenende dem Urteil von Dutzenden Experten gestellt. Diese hatten nach einem Bericht des Senders eine Reihe von gravierenden Mängeln festgestellt.

Sechs von sieben Apps wiesen Sicherheitslücken auf. Bei einem war sogar ein Datenlücke festgestellt worden. Fast alle der getesteten Apps hatten nach Ansicht der Experten Konstruktionsfehler. Die Apps waren von Technikern, Datenschützern, Juristen und Gesundheitsexperten getestet worden.

Skeptischer Blick: Niederländische Corona-Apps funktionieren noch nicht so, wie sie sollen.
Skeptischer Blick: Niederländische Corona-Apps funktionieren noch nicht so, wie sie sollen.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 21. April, 13.30 Uhr: Tschechien startet Stichproben-Tests

In Tschechien soll eine Stichprobenuntersuchung unter 28.000 Menschen zeigen, wie weit das Coronavirus schon verbreitet ist. Die Studie habe "strategische Bedeutung", sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Dienstag in Prag. Sie ermögliche es, festzustellen, in welcher Phase der Pandemie sich das Land befinde. Der Startschuss fällt bereits am Mittwoch.

Die Teilnehmer werden in Zusammenarbeit mit der Statistikbehörde CSU angesprochen und stammen aus fünf Regionen, unter anderem aus Prag, der zweitgrößten Stadt Brünn (Brno) sowie der eher ländlich geprägten Verwaltungsregion Südmähren an der Grenze zu Österreich. In einer gesonderten Gruppe sollen chronisch Kranke erfasst werden, die als besonders anfällig für einen schweren Verlauf gelten.

Bislang wurden nur Verdachtsfälle in der Tschechischen Republik auf das Coronavirus getestet.
Bislang wurden nur Verdachtsfälle in der Tschechischen Republik auf das Coronavirus getestet.  © dpa/Jaroslav Ožana/CTK

Update, 21. April, 13.25 Uhr: 9500 Berliner Schüler bekommen Tablets

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will in der Corona-Krise besonders sozial benachteiligten Schülern in Berlin 9500 Tablets zur Verfügung stellen. Bis zum morgigen Mittwoch sollen Schulen angeben, wie hoch der Bedarf unter den Kindern und Jugendlichen ist und dabei jeweils Prioritäten angeben, bestätigte ein Sprecher der Bildungssenatsverwaltung am Dienstag.

Wie Scheeres bereits angekündigt hatte, sollen die mobilen Endgeräte als Leihgabe an Schüler gehen, die nicht ausreichend mit Technik ausgestattet sind, um zuhause am digitalen Unterricht teilzunehmen. "Digitale Schuldinstanz wollen wir auf diese Weise vermeiden", sagte Scheeres. 

Ein Schüler der achten Klasse tippt in einer Schule auf einem iPad.
Ein Schüler der achten Klasse tippt in einer Schule auf einem iPad.  © dpa/Rolf Vennenbernd

Update, 21. April, 13.20 Uhr: Milchbauern klagen über angespannte Lage

Wegen der anhaltenden Corona-Krise sind die Milchbauern in Sachsen-Anhalt verunsichert, mahnt der Bauernverband Sachsen-Anhalt. Einerseits fehlten durch die Schließung von Restaurants und Großküchen wichtige Abnehmer, wie der Verband am Dienstag in Magdeburg mitteilte. Anderseits habe es Hamsterkäufe von H-Milch und Butter im Einzelhandel gegeben. "Dies hat dazu geführt, dass der bereits sehr angespannte Milchmarkt weiter unter Druck gerät", sagte ein Verbandssprecher.

Um eine dauerhafte Verwerfung im Milchmarkt zu vermeiden, müssten bestehende Lieferketten aufrecht erhalten werden. Eine EU-weite Mengenreduktion lehnte der Verband hingegen ab. "Was funktionieren kann, ist eine Mengenplanung und -steuerung auf Ebene der aufnehmenden Hand, also der Molkereien", so der Verbandssprecher. Dafür müsste der Ausbau der Lagerkapazitäten gefördert werden. So könnten die Milchbauern Schwankungen am Markt selbst abfangen, hieß es.

Im Fischgrätenmelkstand des Landwirtschaftsbetriebes Helms legt Diana Meinke einer Kuh das Melkgeschirr an.
Im Fischgrätenmelkstand des Landwirtschaftsbetriebes Helms legt Diana Meinke einer Kuh das Melkgeschirr an.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 13.15 Uhr: Maskenpflicht in Hamburg ab Montag

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat von Montag an eine Maskenpflicht im Einzelhandel, auf Wochenmärkten und im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. 

Die bisherigen Empfehlungen zum Tragen von Masken gegen die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie hätten nicht ausreichend gefruchtet, sagte Tschentscher am Dienstag in Hamburg.

Update, 21. April, 13.10 Uhr: Thüringen zieht mit Maskenpflicht nach

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen die Thüringerinnen und Thüringer von Freitag an einen Mundschutz in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen tragen. Das hat die Landesregierung am Dienstag in Erfurt beschlossen. 

Update, 21. April, 13.08 Uhr: Umsatzwachstum in der Bauwirtschaft

Thüringens Bauwirtschaft ist mit einem zweistelligen Umsatzplus ins Jahr gestartet. Die Erlöse der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten stiegen bis Ende Februar um rund zwölf Prozent auf 240,3 Millionen Euro, wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes in Erfurt hervorgeht. Besonders kräftig legte demnach der Gewerbebau mit neuen Produktionsstätten sowie Logistik- und Lagerflächen zu, auf rund 102 Millionen Euro. Das Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug 20 Prozent. Nur einen geringen Zuwachs von 1,6 Prozent gab es dagegen beim Wohnungsbau, der im vergangenen Jahr gut gelaufen war.

Der Auftragseingang deutete auf eine weiterhin gute Situation im Bauhauptgewerbe hin. Er lag mit fast 302 Millionen Euro 5 Prozent über dem Niveau der ersten beiden Monate 2019. Die Bauwirtschaft gehört zu den Wirtschaftsbereichen in Thüringen, die bisher weniger stark von der Corona-Krise betroffen sind als andere Bereiche, in denen die Produktion deutlich eingeschränkt ist. Allein im Bauhauptgewerbe sind nach den Zahlen des Landesamtes rund 14.400 Arbeitnehmer beschäftigt.

Baustellen laufen oft in der Corona-Krise normal weiter.
Baustellen laufen oft in der Corona-Krise normal weiter.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 21. April, 13 Uhr: Schleswig-Holstein beschließt Maskenpflicht

Im Kampf gegen das Coronavirus führt auch Schleswig-Holstein eine Maskenpflicht ein. Dies kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag an. Das Kabinett werde am Mittwoch beschließen, das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln vom Mittwoch in der kommenden Woche (29. April) an zur Pflicht zu machen.

Update, 21. April, 12.58 Uhr: Maskenpflicht in Bayern für alle ab 7 Jahren

Die Maskenpflicht in Bayern soll für Kinder ab 7 Jahren gelten. Das hat das Kabinett am Dienstag in München entschieden. Von kommendem Montag an gibt es im Freistaat in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine Pflicht, Mund und Nase zu verhüllen. Dies kann per Maske oder auch nur mit einem Schal oder Halstuch erfolgen. Ziel ist es, die Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus weiter zu reduzieren.

Die bayerische Staatsregierung war in der Frage zunächst anderer Meinung und hatte nur ein Maskengebot auf freiwilliger Ebene angeregt. Am Wochenende waren dann aber die Freien Wähler vorgeprescht und hatten sich für eine Verpflichtung ausgesprochen. 

Ein Kunde steht in einem Supermarkt vor einem Regal, und trägt dabei einen Mundschutz.
Ein Kunde steht in einem Supermarkt vor einem Regal, und trägt dabei einen Mundschutz.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 12.55 Uhr: Handball-Bundesligen vorzeitig beendet

Die Spielzeiten in der 1. und 2. Handball-Bundesliga sind wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Das haben die 36 Clubs am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen. 

Zum deutschen Meister wurde der THW Kiel erklärt. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Die Handball-Meisterschale steht vor einem Final-Spielbeginn am Spielfeldrand.
Die Handball-Meisterschale steht vor einem Final-Spielbeginn am Spielfeldrand.  © dpa/picture alliance/Uwe Anspach

Update, 21. April, 12.50 Uhr: Beerdigungen per Video-Schalte

Das städtische Beerdigungsunternehmen in Madrid bietet wegen der Corona-Krise jetzt Beisetzungen an, die Trauernde am Bildschirm verfolgen können. Angehörige und Freunde sollen dabei per Videokonferenz an der Zeremonie teilnehmen können, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag unter Berufung auf das Unternehmen SFM berichtete. Wegen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Spanien können Angehörige schon seit Wochen oft nicht mehr an Beerdigungen teilnehmen. 

Vor allem, wenn sie noch bis kurz vor dem Tod des Angehörigen Kontakt hatten, befinden sich die Trauernden in obligatorischer häuslicher Quarantäne. Die Zeremonien könnten sowohl religiös als auch säkular sein, betonte SFM. Um Trauer und Bedeutung des Verstorbenen zu bekunden, sei es möglich, dass Teilnehmer Fotos, Videos oder Audiobeiträge in die Online-Zeremonie einbetteten.

Eine Rose liegt auf einem Sarg, bevor er auf dem Friedhof La Almudena in Madrid eingeäschert wird.
Eine Rose liegt auf einem Sarg, bevor er auf dem Friedhof La Almudena in Madrid eingeäschert wird.  © dpa/Joaquin Corchero/Europapress

Update, 21. April, 12.45 Uhr: Umweltschützer wollen trotz Corona gegen neues Kraftwerk protestieren

Die Corona-Krise macht große Kundgebungen unmöglich - aber Umweltschützer wollen im Protest gegen das neue Steinkohlekraftwerk Datteln 4 nicht locker lassen. Wenn Datteln 4 den regulären Betrieb aufnähme, wäre das ein "Offenbarungseid", sagte der Chef der Umwelt-Organisation BUND, Olaf Bandt, am Dienstag. "Das Kraftwerk unter hohen Verlusten mit aller Gewalt ans Netz zu bringen, ist zudem volkswirtschaftlicher Unsinn." Zur Hauptversammlung des finnischen Energiekonzerns Fortum, der die Mehrheit am Datteln-Betreiber Uniper hält, wollen Aktivisten an diesem Donnerstag sowohl im Internet als auch - wenn möglich - vor Ort protestieren.

Dirk Seifert vom BUND in Nordrhein-Westfalen sagte, Ziel sei, eine "Verhandlungslösung" zu suchen, damit das Kraftwerk nicht wie geplant ans Netz gehe. Im Vergleich zu den Kosten des Klimawandels komme das "noch billig", eine dreistellige Millionensumme sei gerechtfertigt. "So mancher Kohlekonzern und mancher Politiker, manche Politikerin, mögen die demonstrationsfreie Zeit begrüßen", sagte Jansen. Der Protest werde aber "nicht verstummen".

Am Donnerstag wolle man mit einer "Mahnwache" mit maximal 20 Personen, Mindestabstand und Mundschutz am Kraftwerk protestieren, sagte Jansen. Er rechne damit, dass der kleine Straßenprotest bewilligt werde. Es gehe darum, zu zeigen: "Wir sind noch da." Auch in Finnland seien Proteste geplant. Das Kraftwerk soll den Regelbetrieb aufnehmen, obwohl Deutschland bis 2038 aus der Stromgewinnung aus Kohle aussteigen will. 

Das Uniper-Kraftwerk Datteln 4 spiegelt sich in einer Pfütze.
Das Uniper-Kraftwerk Datteln 4 spiegelt sich in einer Pfütze.  © dpa/Marcel Kusch

Update, 21. April, 12.40 Uhr: Website soll Corona-Unterstützung erleichtern

Eine Online-Plattform soll kleinen Unternehmen und Selbstständigen helfen, die richtigen Hilfen in der Corona-Krise zu finden. Das Karlsruher Unternehmen Fairantwortung gAG präsentiert auf der Plattform die Hilfsangebote und unterstützt beim Ausfüllen der Formulare. Das Fachwissen kommt von mehr als 40 ehrenamtlich arbeitenden Experten unter anderem für Recht, Steuerberatung, IT und Management, wie das gemeinnützige Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Die Besucher der Internetseite www.durchblick-macher.de sollen Fragen zu ihrer wirtschaftlichen Situation beantworten und erhalten dann eine individuelle Auswahl an Hilfsmaßnahmen. "Wir wollen Menschen abholen, die sich nicht zutrauen, ein kompliziertes Formular ohne Steuerberater oder Anwalt auszufüllen", teilte Sprecher David Harnasch mit. Viele Unternehmer und Selbstständige verzichteten auf Hilfe, die ihnen eigentlich zustehe, weil ihnen die entsprechenden Programme gar nicht bekannt seien.

Das Angebot ist kostenlos für die Nutzer, wie Alice Knorz, Vorstand der 2013 gegründeten gemeinnützigen Fairantwortung gAG betonte. Die Initiative werde über Spendengeld finanziert.

Die Beantwortung der Fragen auf der Online-Plattform ist ganz einfach.
Die Beantwortung der Fragen auf der Online-Plattform ist ganz einfach.  © Screenshot/durchblick-macher.de

Update, 21. April, 12.33 Uhr: Kommt Kultur erst nach Autohäusern und Biergärten?

Der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar (DNT), Hasko Weber, sieht die Kultur in der öffentlichen Debatte um die Corona-Krise oft vernachlässigt. "Die Kultur wird oft vergessen, oder in Zusammenhänge nach Biergärten und Autohäusern gebracht", kritisierte Weber am Dienstag gegenüber der Deutschen-Presseagentur. Er halte das für falsch, unabhängig davon, ob es dabei etwa um Theater, Museen, oder die gesamte freie Kulturszene gehe. "Wir sind mit dem, was wir tun, ein wichtiger Teil der Grundversorgung und Bestandteil der Demokratie", sagte Weber in Weimar.

Abgesehen von wirtschaftlichen Einbußen für Einrichtungen, Organisationen und freischaffende Künstler, entstünden durch die Einschränkungen in der Corona-Pandemie so Defizite in der kulturellen Teilhabemöglichkeit. "Natürlich hat etwa Bildung Priorität, aber auch mit Blick auf die Kultur verzichten wir gerade auf wichtige Bestandteile unseres Lebens", betonte Weber.

Hasko Weber, Intendant des Deutschen Nationaltheater Weimar, spricht während einer Pressekonferenz.
Hasko Weber, Intendant des Deutschen Nationaltheater Weimar, spricht während einer Pressekonferenz.  © dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 12.25 Uhr: RKI kann häufige Tests bei Fußballern nicht nachvollziehen

Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, steht den geplanten Coronavirus-Tests in der Fußball-Bundesliga sehr skeptisch gegenüber. "Ich sehe nicht, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen, ob die nun Sportler sind - man kann sich ja auch alles andere ausdenken, was möglicherweise ein gewisses gesellschaftliches Interesse hat, - warum die routinemäßig gescreent werden sollen", sagte Schaade am Dienstag auf der RKI-Pressekonferenz in Berlin.

Er plädierte dafür, die Coronavirus-Tests für "medizinische Indikationen" einzusetzen. Also dann, wenn ein Grund für den Einsatz einer therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist. In diesem Fall könne ein Fußballprofi getestet werden. "Wenn er eine medizinische Indikation hat, gerne. Wenn er ein Teil eines Ausbruchsgeschehens ist, auch", sagte er. Allgemein meinte der RKI-Vizepräsident zur Test-Problematik in der Fußball-Bundesliga: "Das ist eine schwierige Frage."

Im Gespräch ist, dass die Bundesliga-Spieler regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Die DFL erwägt offenbar Spieler, Trainer und Mitglieder der Funktionsteams alle drei Tage mit einem Schnelltest auf Corona zu testen, um die Sicherheit bei den möglichen Geisterspielen zu garantieren. Bis zum Saisonende würden so wohl etwa 20.000 Tests fällig. Momentan können die Labore in Deutschland laut Robert Koch-Institut rund 730.000 dieser Tests pro Woche durchführen. Allerdings hat die Große Koalition in naher Zukunft eine deutliche Aufstockung geplant. 

Ein Mitglied der Feuerwehr versiegelt einen Beutel, nach dem Erhalt eines COVID-19-Tests.
Ein Mitglied der Feuerwehr versiegelt einen Beutel, nach dem Erhalt eines COVID-19-Tests.  © dpa/Marcio Jose Sanchez/AP

Update, 21. April, 12.20 Uhr: Wandel im Einzelhandel geht wegen Corona-Krise schneller voran

Der stationäre Einzelhandel wird laut einer Studie wegen der Corona-Krise unwiederbringlich Umsatz an das Internet verlieren. Viele Kunden verlagerten in Zeiten der Pandemie Einkäufe ins Netz und dürften ihre Gewohnheiten langfristig beibehalten, heißt es in einer Analyse des Immobilienspezialisten Bulwiengesa.

"Der Corona-Effekt beschleunigt den Strukturwandel im Einzelhandel. Ein Teil des Einzelhandelsumsatzes, der während des Shutdowns an den Onlinehandel abgegeben wird, bleibt dauerhaft für den stationären Einzelhandel verloren", erklärte Bulwiengesa-Handelsexperte Joseph Frechen am Dienstag. Die Umsätze des stationären Einzelhandels würden kaum je wieder auf das Niveau von vor der Corona-Krise steigen.

Am Montag durften viele Einzelhändler mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder öffnen - allerdings unter strengen Hygieneregeln und einer begrenzten Zahl von Menschen in den Läden.

Während der Lebensmittel- und Drogeriehandel gut durch die Krise kommen dürften, rechnet Bulwiegesa in dem Modell bis 2021 mit weiter sinkenden Umsätzen im stationären Handel mit Mode, Schuhen, Technik sowie Haushaltswaren. Sie leiden ohnehin unter der Online-Konkurrenz.

Eine Mitarbeiterin eines Juweliergeschäfts klebt einen Zettel an die Ladentür mit dem Hinweis, das Geschäft nur mit bedeckter Nase und Mund zu betreten und trägt selber dabei einen Mundschutz.
Eine Mitarbeiterin eines Juweliergeschäfts klebt einen Zettel an die Ladentür mit dem Hinweis, das Geschäft nur mit bedeckter Nase und Mund zu betreten und trägt selber dabei einen Mundschutz.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 12.14 Uhr: Maskenpflicht in Sachsen-Anhalt kommt

Wie zuvor mehrere andere Länder verpflichtet nun auch Sachsen-Anhalt alle Bürger, beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen einen Mundschutz zu tragen. Dies soll von Donnerstag (23. April) 0.00 Uhr an gelten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Magdeburg erfuhr.

Update, 21. April, 12.12 Uhr: Baden-Württemberg führt Maskenpflicht ein

Auch Baden-Württemberg führt nun angesichts der Coronavirus-Epidemie eine Maskenpflicht ein. Ab diesem Montag (27. April) müssen Mund und Nase beim Einkaufen und im Nahverkehr bedeckt sein, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart sagte. 

Damit sei aber kein medizinischer Mundschutz gemeint, es gehe nur um einfache Mund-Nasen-Bedeckung. "Notfalls tut es auch ein Schal", sagte Kretschmann. Man habe festgestellt, dass sich zu wenige Menschen an die bislang geltende dringende Empfehlung zum Tragen von Masken halten, begründete Kretschmann den Schritt.

Ein junger Mann trägt in einer Stuttgarter Stadtbahn eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2.
Ein junger Mann trägt in einer Stuttgarter Stadtbahn eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2.  © DPA/Christoph Schmidt

Update, 21. April, 12.08 Uhr: Corona-Krise führt zu Umsatzeinbußen in Arzt-Praxen

Tausenden Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen drohen nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein wegen der Corona-Krise Umsatzeinbußen. "Ich gehe davon aus, dass fast jede Praxis in Nordrhein unter den Schutzschirm muss und staatliche Hilfen in Anspruch nehmen wird", sagte der Chef der KV Nordrhein, Frank Bergmann, der "Rheinischen Post". Zur KV Nordrhein gehören rund 19.500 Ärzte und Psychotherapeuten. Im Gebiet der KV Nordrhein, das die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf umfasst, gibt es rund 14.500 Praxen.

Viele Praxen hätten mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes eingebüßt, sagte Bergmann. Aus Furcht vor Ansteckung verschöben Patienten Vorsorgeuntersuchungen etwa beim Allgemeinmediziner oder Hautarzt oder sagten Termine beim Psychotherapeuten ab. "In der Abrechnung zum zweiten Quartal dürften wir sehen, dass die Corona-Krise tiefe Spuren in der ambulanten Versorgung hinterlässt."

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Ende März einen Schutzschirm für Kliniken und Praxen aufgespannt. Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, zu denen derzeit kaum Patienten kommen, sollen bei größeren Umsatzausfällen Ausgleichszahlungen bekommen. Bergmann sagte, er erwarte nun von den regionalen Krankenkassen, dass sie diese Vereinbarungen auch umsetzten.

Niedergelassene Ärzte, die infolge der Corona-Krise weniger zu tun hätten, könnten aber auch freiwillig in Krankenhäusern helfen. "Wir führen gemeinsam mit der Ärztekammer Nordrhein ein Register, in das sich auch schon Ärzte eingetragen haben - etwa Lungenfachärzte, die bei der Hotline 116 117 telefonisch beraten."

In einer Praxis wird Blut bei einem Patienten entnommen.
In einer Praxis wird Blut bei einem Patienten entnommen.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 21. April, 12.03 Uhr: Ministerin hält strenge Auflagen für Heimbewohner für alternativlos

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hält die strengen Auflagen für Alten- und Pflegeheime sowie deren Bewohner in der Corona-Krise für alternativlos. 83 Prozent der 114 bis zum Montag im Land an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen seien über 70 Jahre alt gewesen, sagte sie am Dienstag in Mainz. Es handele sich bei Senioren um eine besonders schützenswerte Personengruppe. Genau diesem Schutz diene die am 16. April in Kraft getretene Rechtsverordnung für solche Heime.

Die Verordnung besagt unter anderem, dass Heimbewohner nur mit Schutzausrüstung - also Gesichtsmaske und Handschuhen - maximal mit einem zweiten Bewohner oder einer Person vom Heimpersonal nach draußen gehen dürfen - und das auch nur im nahen Umkreis. Auch ist geregelt, dass neue Bewohner eines Heimes oder Rückkehrer nach einem Klinikaufenthalt für 14 Tage oder den von einem Arzt bestimmten Zeitraum in Quarantäne müssen. Heime werden verpflichtet, Isolations- und Quarantänebereiche vorzubereiten beziehungsweise zu prüfen, ob ihre Räumlichkeiten dafür ausreichen oder es Dependancen brauche. 

Zwei pflegebedürftige Frauen sitzen in einem Pflegeheim in ihren Rollstühlen nebeneinander.
Zwei pflegebedürftige Frauen sitzen in einem Pflegeheim in ihren Rollstühlen nebeneinander.  © dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Update, 21. April, 12 Uhr: Polizei fordert bundesweit einheitliche Regeln zur Maskenpflicht

Die Gewerkschaft der Polizei hat eine bundesweit einheitliche Regelung zur Maskenpflicht gefordert. "Es kann nicht Aufgabe der Polizei sein, den Bürgern die Unterschiede in den Regelungen der Bundesländer zu erklären", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Christian Schumacher, am Dienstag. "Alleingänge oder Überbietungswettbewerbe im Bundesgebiet sollte es nicht geben."

Die Regelungen zur Maskenpflicht sind bislang recht unterschiedlich. In Sachsen gilt zum Beispiel seit Montag Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr. Thüringen will ab Freitag nachziehen, Bayern kommende Woche. Brandenburg plant laut Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hingegen bislang keine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum.

In Mecklenburg-Vorpommern sind Masken ab kommenden Montag im öffentlichen Nahverkehr Pflicht. Das ist umstritten: Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, forderte eine sofortige Munschutzpflicht im Nahverkehr. Es sei "völlig sinnfrei und letztendlich unverantwortlich", die Bevölkerung seit Montag in die Läden und Geschäfte zu lassen, die Mundschutzpflicht für den ÖPNV aber erst eine Woche später einzuführen, sagte sie.

Polizisten tragen mancherorts auch selbst Masken zum Schutz.
Polizisten tragen mancherorts auch selbst Masken zum Schutz.  © dpa/Patrick Seeger

Update, 21. April, 11.50 Uhr: Frankfurt will obligatorischen Nasen- und Mundschutz

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat sich für einen obligatorischen Nasen- und Mundschutz in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen ausgesprochen. "Wir gehen davon aus, dass spätestens nächste Woche die Stadt wieder voller wird und wir deshalb um zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen nicht herumkommen", kündigten Feldmann und Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Dienstag an. Die ersten Erfolge im Kampf gegen das Corona-Virus dürften jetzt nicht aufs Spiel gesetzt werden. Zuvor hatte bereits Hanau eine seit Montag geltende Maskenpflicht eingeführt.

Der Mund- und Nasenschutz sei ein weiterer Schritt, wieder ein Stück Normalität herzustellen. Majer sagte, dass sowohl die Bundesregierung als auch das Land Hessen bereits eine dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske herausgegeben hätten. "Wir gehen jetzt einen notwendigen Schritt weiter, denn Frankfurt hat in Hessen eine Sonderposition."

Gleichzeitig wandte er sich gegen Frankfurter "Insellösungen": "Deshalb muss es uns gelingen, mit der Region und dem Land eine gemeinsame Lösung hinzubekommen. Wir haben hier große Pendlerströme und die Geschäfte, beispielsweise auf der Zeil, ziehen viele Menschen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet an. Das müssen wir in unseren Überlegungen berücksichtigen." Dort, wo es schwierig sei, das Abstandsgebot einzuhalten, müsse ein Mundschutz getragen werden. Auf Kontrollen solle - vorläufig - verzichtet werden.

Unterstützung für die Pläne kam von der CDU-Fraktion im Römer. "Das Tragen eines einfachen Mundschutzes wie zum Beispiel eines Schals wird bei Fahrgästen und Kunden auch das Gefühl der persönlichen Sicherheit erhöhen", erklärte der Vorsitzende CDU-Fraktion, Nils Kößler. "Damit hilft diese Maßnahme gerade dem Einzelhandel bei der Wiederöffnung. Auch beim Fahren mit Bus und Bahn wird die Akzeptanz öffentlicher Verkehrsmittel trotz Corona wieder gestärkt."

Nahezu menschenleer ist der Römerberg. Das könnte sich aber rasch ändern.
Nahezu menschenleer ist der Römerberg. Das könnte sich aber rasch ändern.  © dpa/Boris Roessler

Update, 21. April, 11.45 Uhr: Corona-Warn-App kommt nicht automatisch auf Smartphones

Die von der Bundesregierung geplante Corona-Warn-App ruft in sozialen Netzwerken Kritiker auf den Plan. Sie prophezeien einen Überwachungsstaat, da die Installation auf sämtliche Smartphones angeblich aufgezwungen werde. 

Doch das trifft auf die Corona-App des Bundes nicht zu. Sie muss nach der Veröffentlichung aktiv heruntergeladen werden. Google und Apple arbeiten parallel daran, das Verfolgen von Kontakten zur Eindämmung der Pandemie technisch zu unterstützen. Diese Technologie wird per Software-Update auf die Geräte aufgespielt, muss vom Anwender aber erst aktiv freigegeben werden. 

Bei der Behauptung, die Coronavirus-App werde automatisch auf dem Handy installiert, wurden offenbar zwei verschiedene Konzepte miteinander vermischt. Die Bundesregierung will eine App veröffentlichen, die der Nutzer selbst installieren muss. Parallel dazu wollen Google und Apple die Gesundheitsbehörden dabei unterstützen, die Infektionsketten zu erkennen, indem sie eine technische Basis dafür schaffen.

Die Corona-Warn-App in Deutschland für das Google-Betriebssystem Android und das iPhone-Betriebssystem iOS von Apple wird vermutlich im Mai vom Robert Koch-Institut in den App-Stores veröffentlicht. Sie werden die moderne Variante der Funktechnik Bluetooth ("Low Energy") nutzen, um in der denkbar datenschutzfreundlichsten Variante zu erfassen, wem ein Nutzer in den vergangenen 14 Tagen begegnet ist.

Installiert der Anwender keine Warn-App, erfolgt auch keine Kontakt-Verfolgung. Die Schnittstellen dürfen nach Angaben von Apple und Google nicht von jeder beliebigen App genutzt werden, sondern nur von den Anwendungen der Gesundheitsbehörden. Monate später sollen Funktionen zur Kontakt-Nachverfolgung direkt in die Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS über ein Update eingebaut werden. Wie das im Detail aussehen wird, steht noch nicht fest. Google und Apple betonen allerdings, dass die Teilnahme daran freiwillig sein und erst durch eine bewusste Zustimmung aktiviert werde.

Ein junger Mann sitzt in einer S-Bahn und benutzt dabei sein Smartphone. Die geplante Handy-App zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland wird erst im Mai zur Verfügung stehen.
Ein junger Mann sitzt in einer S-Bahn und benutzt dabei sein Smartphone. Die geplante Handy-App zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland wird erst im Mai zur Verfügung stehen.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Update, 21. April, 11.35 Uhr: Düstere Aussichten für Mittelstand

Der Mittelstand ist infolge der Corona-Krise laut einer Konjunkturumfrage auf Talfahrt. Demnach rechnen 82 Prozent der Firmen in diesem Jahr mit sinkenden Umsätzen, 86,5 Prozent mit sinkenden Erträgen. "Für viele Unternehmen ist noch kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes, Ludwig Veltmann, am Dienstag in Berlin. "Wir erleben im Mittelstand derzeit eine wirtschaftliche Talfahrt mit bedrohlichem Ausmaß."

An der Umfrage hätten sich 74 Verbundgruppen mit rund 77.000 angeschlossenen Unternehmen aus 18 Branchen beteiligt - darunter etwa Küchen und Möbel, Konsumelektronik, Schuhe und Textil, das Bauhandwerk oder Lebensmittel und Getränke. Von der ursprünglich positiven Erwartung für das Jahr 2020 sei, bis auf Ausnahmen in einzelnen Branchen, nahezu nichts geblieben. Fast 30 Prozent der Verbundgruppen erwarteten sinkende Mitarbeiterzahlen.

Update, 21. April, 11.30 Uhr: Kein Ende der Epidemie in Sicht

Trotz der ersten Lockerungen in der Corona-Pandemie betont das Robert Koch-Institut (RKI) den Ernst der Lage. "Das Virus ist nicht weg", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Dienstag in Berlin. "Es ist kein Ende der Epidemie in Sicht. Die Fallzahlen können wieder steigen." Die Situation sei immer noch ernst, auch wenn in Deutschland bei der Bekämpfung einiges erreicht worden sei. 

Schaade rief die Menschen dazu auf, weiter den Empfehlungen zu folgen: Etwa möglichst viel zu Hause zu bleiben, Abstand von mindestens 1,5 Metern zu halten, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten und zusätzlich, etwa in Geschäften oder im öffentlichen Nahverkehr, eine Maske über Mund und Nase zu tragen. "Die Fallzahlen müssen auf einem Level bleiben, mit dem das Gesundheitssystem umgehen kann", so Schaade.

Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, äußert sich bei einer Pressekonferenz im fast leeren Hörsaal des Robert Koch-Instituts zum Stand der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland.
Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, äußert sich bei einer Pressekonferenz im fast leeren Hörsaal des Robert Koch-Instituts zum Stand der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland.  © dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool

Update, 21. April, 11.25 Uhr: DFB macht weniger Miese als zuerst befürchtet

Die finanziellen Verluste für den Deutschen Fußball-Bund durch die wegen der Corona-Krise ausgefallenen Länderspiele sind nicht so hoch wie erwartet. "Der DFB verfügt über eine Ausfallversicherung für seine Länderspiele, die auch im Falle der Länderspiele im März gegen Italien und Spanien greift. Diese Versicherung setzt eine Spielabsage von dritter Seite voraus", sagte DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge dem Onlineportal Sport1.

Allerdings sei die Versicherung bei einer vertraglichen Höchstsumme gedeckelt und werde daher nicht alle Ausfälle des Verbandes abdecken. Auch mögliche Einnahmeverluste bei einer Absage des DFB-Pokalfinals sollen in Teilen abgesichert sein. Osnabrügge rechnet trotz der zu erwartenden Versicherungssummen "in allen Erlösbereichen mit erheblichen Ausfällen". Im schlimmsten Fall werde das Haushaltsdefizit rund 50 Millionen Euro vor Steuern betragen.

Nach Sport1-Informationen hat der DFB die Versicherung schon vor längerer Zeit abgeschlossen und bereits bei der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande im November 2015 davon profitiert. Die Partie in Hannover war damals wegen der Terrorgefahr wenige Tage nach den Anschlägen in Paris kurzfristig abgesagt worden.

Die Spieler Deutschlands (l.) und Weißrusslands stehen vor dem Spiel auf dem Platz im Borussia-Park.
Die Spieler Deutschlands (l.) und Weißrusslands stehen vor dem Spiel auf dem Platz im Borussia-Park.  © dpa/Bernd Thissen

Update, 21. April, 11.18 Uhr: Ölpreisabsturz in den USA, keine Auswirkungen auf Deutschland

Der historische Ölpreisabsturz in den USA mit teilweise negativen Preisen wirkt sich voraussichtlich nicht an deutschen Zapfsäulen aus. Die betroffene, in den USA relevante Ölsorte WTI sei "nicht entscheidend für den deutschen Markt", sagte ein Sprecher des ADAC am Dienstag. Hierzulande komme es vielmehr auf die Nordseesorte Brent an. Deren Preis liege derzeit "oberhalb des Tiefs von Ende März". Auch der Mineralölwirtschaftsverband MWV verwies auf Brent als für Europa entscheidende Sorte.

Die aktuellen Preise in der Corona-Krise, wo viele nicht so mit dem Auto fahren können, wie üblich, seien "angemessen", hieß es vom ADAC. Der MWV betonte, die gesunkenen Ölpreise seien an die Verbraucher weitergegeben worden. Der Preis an der Zapfsäule hänge zudem auch von anderen Kosten als dem Ölpreis ab: Alleine Steuern machten bei Benzin 72 und bei Diesel 60 Prozent aus. 

Die Preise an deutschen Tankstelen sind ohnehin derzeit "angemessen", urteilt der ADAC.
Die Preise an deutschen Tankstelen sind ohnehin derzeit "angemessen", urteilt der ADAC.  © dpa/Paul Zinken/dpa-zb-Zentralbild

Update, 21. April, 11.11 Uhr: Abitur wegen Corona verschieben? Gericht lehnt ab!

Eine Berliner Schülerin hat nach einer Gerichtsentscheidung kein Recht auf eine Verschiebung ihrer anstehenden Abiturprüfungen, nur weil in der Corona-Krise die Bedingungen zu Hause besonders ungünstig sind. Das Verwaltungsgericht Berlin wies einen Eilantrag der Abiturientin eines Gymnasiums zurück, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.

Die erste schriftliche Prüfung der Schülerin ist demnach für diesen Freitag angesetzt. Sie lebt mit ihren Eltern und einem Bruder in einer 2,5-Zimmer-Wohnung und argumentierte, ihre Konzentrationsfähigkeit sei wegen der Geräuschbelastung durch ihre Familie deutlich gestört. Sie habe nicht wie geplant in einer Bibliothek lernen können, verfüge über keinen eigenen Computer und habe sich auch nicht mit Mitschülern austauschen können. Daher habe sie nicht die gleichen Chancen und Voraussetzungen wie ihre Mitschüler.

Das Gericht betonte in seiner Ablehnung, die Situation der Schülerin sei kein besonderer Ausnahmefall. Die strengen Corona-Regelungen stellten viele Familien vor schwierige Herausforderungen. Wie auch in anderen Lebensbereichen könnten jedoch keine identischen Bedingungen gewährleistet werden. Dazu zähle auch das Problem, dass Schüler mit einem eigenen Zimmer oder einem eigenen Computer bessere Bedingungen zur Prüfungsvorbereitung hätten. Vorbereitungstreffen und das Lernen außerhalb der Wohnung seien für alle Abiturienten nicht erlaubt. Auch der Verweis auf die "pandemiebedingte Stresssituation" reiche nicht aus, um das Abitur zu verschieben, weil Stress und Ängste vor Prüfungen zum individuellen Risiko gehörten.

Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Bitte Ruhe!!! Abitur" hängt in einem Gymnasium.
Ein Schild mit der Aufschrift "Bitte Ruhe!!! Abitur" hängt in einem Gymnasium.  © DPA/Jonas Güttler

Update, 21. April, 10.50 Uhr: Ältere Schulkinder müssen in Dänemark länger zu Hause bleiben

Pädagogen und Politiker in Dänemark rechnen nicht damit, dass die älteren Schüler noch vor den Sommerferien in die Schulen zurückkehren können. 

Der Vorsitzende des Lehrerverbands, Anders Bondo Christensen, sagte am Dienstag der Zeitung "Politiken", die 6. bis 9. Klasse müsse sich darauf einstellen, bis zu den Ferien zu Hause zu lernen, denn sie könnten nicht im Einklang mit den beschlossenen Abstandsregeln unterrichtet werden. "Dafür gibt es weder Platz noch Personal."

Die Kindergärten und die ersten fünf Klassen wurden in der letzten Woche in Dänemark wieder geöffnet. Um eine Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen die Schüler Abstand voneinander halten.

Auch Festivals, Konzerte und Märkte sind für die Dänen erst einmal passé. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen bis zum 1. September untersagt bleiben. Das Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Personen gelte vorerst bis zum 10. Mai.

Gleichzeitig hat die dänische Regierung angekündigt, wesentlich mehr Menschen auf Covid-19 zu testen. Jeder, der Symptome hat oder mit einer infizierten Person Kontakt hatte, kann sich fortan testen lassen. In Dänemark waren am Dienstagvormittag 364 Todesfälle durch Corona registriert.

Update, 21. April, 10.38 Uhr: Krankenhaus für Corona-Patienten in Moskau im Eiltempo gebaut

Die russische Hauptstadt Moskau hat im Eiltempo von nur einem Monat ein Krankenhaus für die Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus gebaut. 

Die ersten 20 Patienten seien bereits eingeliefert worden, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Bis zu 800 Menschen können demnach in der Klinik am Stadtrand von Moskau behandelt werden. Notfalls könnten auch 900 Betten bereitgestellt werden. 

"Bis heute haben mehr als 500 Mitarbeiter ihre Arbeit aufgenommen, und wir stellen weiter Spezialisten ein", sagte Chefarzt Sergei Perechodow. Mehr als 1000 Fachärzte sollen dort arbeiten.

Für Mitarbeiter wurden auf dem riesigen Gelände auch Unterkünfte gebaut, sodass sie auch vor Ort übernachten könnten, hieß es. Die Klinik solle auch nach Abklingen der Corona-Pandemie Menschen mit Infektionskrankheiten in den nächsten Jahren behandeln.

In Russland ist die Zahl der Infektionen innerhalb von 24 Stunden erneut sprunghaft angestiegen: um 5600 auf 52 700 Fälle. Nach offiziellen Angaben vom Dienstag starben bisher 456 mit dem Virus infizierte Menschen. Genesen seien mehr als 3800 Menschen.

Das schwer vom Coronavirus gezeichnete Land China hatte vor mehr als zwei Monaten Kliniken für Corona-Patienten innerhalb kürzester Zeit gebaut. Auch in Kasachstan in Zentralasien wurde innerhalb von nur 13 Tagen ein Krankenhaus für Corona-Patienten gebaut. 

Die Klinik in der Hauptstadt Nursultan hat lokalen Medienberichten zufolge 200 Betten. In dem Land gibt es laut offizieller Statistik 1949 Corona-Fälle.

Update, 21. April, 10.10 Uhr: Indonesien verbietet Reisen zum Fest des Fastenbrechens

Die indonesische Regierung hat in der Corona-Krise nun doch Reisen zum Fest des Fastenbrechens verboten. Der islamische Fastenmonat Ramadan endet um den 23. Mai mit den Fest Eid al-Fitr. 

Vergangenes Jahr waren dazu etwa 15 Millionen Muslime aus der Hauptstadtregion Jakarta Richtung Heimat gefahren. Eine solche Reisewelle soll nun wegen der Ansteckungsgefahr verhindert werden.

Damit vollzog Präsident Joko Widodo eine Kehrtwende. Zuerst hatte er die Reisen gestattet, mit der Auflage, die Gläubigen müssten sich dann daheim isolieren. 

Am Dienstag sagte er, dass dieser Massenverkehr ganz untersagt werde. Islamgelehrte hatten zuvor erklärt, solche Reisen während einer Pandemie seien "haram", also verboten. Mit mehr als 260 Millionen Einwohnern ist der Inselstaat das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt.

In Indonesien gibt es bislang 6760 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 590 Menschen starben - das ist die höchste Todesrate in Südostasien.

Update, 21. April, 10 Uhr: RKI gibt Update: Deutlich geringerer Anstieg der Fallzahlen

Heute gibt Prof. Dr. Lars Schaade Auskunft, weil Dr. Lothar Wieler terminlich verhindert ist. Er hat gute Neuigkeiten: "Es ist gelungen, deinen deutlich geringeren Anstieg der Fallzahlen zu erreichen. Aber es muss weiter Vorsicht gelten, denn es kann zu Nachmeldungen kommen. Es gibt starke regionale Unterschiede. Gestern hatten wir eine Reproduktionszahl von 0,9", so Schaade. 

Allerdings gab es am 16. April auch die höchste Zahl der übermittelten Todesfälle. Er forderte die Menschen weiterhin auf, sich an die Regeln zu halten und in Geschäften und dem ÖPNV eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. 

Prof. Dr. Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch Instituts.
Prof. Dr. Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch Instituts.  © Paul Zinken/dpa

Update, 21. April, 9.53 Uhr: Italien kündigt Plan für Ende der Corona-Sperren an

Italiens Regierung will bis Ende dieser Woche ihre Pläne für ein schrittweises Aufheben der Corona-Beschränkungen ab dem 4. Mai vorlegen. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Dienstag auf Facebook an.

In Italien gelten wegen der Lungenkrankheit Covid-19 seit dem 10. März besonders strenge Ausgangsverbote für die 60 Millionen Bürger. Außerdem ruht ein großer Teil der Wirtschaft. 

"Ich wünschte, ich könnte sagen: Wir öffnen alles wieder. Sofort", schrieb der Premier. "Aber eine solche Entscheidung wäre unverantwortlich", mahnte er. "Das würde die Ansteckungskurve des Virus erneut auf unkontrollierte Weise steigen lassen und alle Bemühungen, die wir bisher unternommen haben, zunichtemachen."

Der parteilose Regierungschef betonte, er wisse, dass viele Bürger erschöpft seien durch die starken Einschränkungen ihres Lebens. Und dass die Wirtschaft wegen der Zwangspause sehr leide. Doch der Übergang in eine sogenannte "Phase 2" mit Lockerungen der Beschränkungen müsse gut vorbereitet werden. Nötig sei ein strukturierter, wissenschaftlich begleiteter Gesamtplan.

Er wolle dem Land die Grundzüge des Konzepts bis Ende diese Woche vorlegen, schrieb Conte. Und weiter: "Eine vernünftige Prognose ist, dass wir ab dem 4 Mai damit starten werden", kündigte er an.

In Italien wird seit vielen Tagen über Lockerungen der Beschränkungen in der "Phase 2" spekuliert. Es wird erwartet, dass die Regierung dabei mit der Wirtschaft startet. Doch auch die Bürger hoffen auf Erleichterungen im Alltag.

Italien war seit Februar von der Corona-Welle sehr hart getroffen worden. Doch in den vergangenen zwei Wochen hatte sich die Ansteckung deutlich verlangsamt. 

In den Krankenhäusern und Intensivstationen besonders im Norden des Landes ist die Situation viel besser geworden. Trotzdem starben immer noch viele Menschen. Bis Montag stieg die Zahl der Corona-Toten auf 24.114 Fälle.

Update, 21. April, 9.20 Uhr: Zahl der zusätzlichen Todesfälle durch Corona unklar

Wie viele Menschen mehr als sonst wegen der Corona-Pandemie sterben, lässt sich für Deutschland bislang nur schwer beziffern. Das zeigen Anfragen der Deutschen Presse-Agentur in den Bundesländern. 

Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die besonders hohe Infiziertenzahlen melden, liegen nach eigenen Angaben bislang keine aktuellen Daten dazu vor.

Zwar sind in Deutschland bislang mehr als 4500 Corona-Infizierte gestorben. Allerdings ist insbesondere bei sehr alten und stark vorerkrankten Menschen oft unklar, ob sie nicht auch ohne das Virus innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gestorben wären.

"Für Hessen lässt sich derzeit keine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus feststellen", hieß es aus dem Gesundheitsministerium in Wiesbaden. "Bisher sind in keiner der Altersgruppen signifikante Abweichungen von den normalerweise zu erwartenden Todesfällen festzustellen."

Die Gesundheitsverwaltung in Berlin teilte mit, dass in den letzten Wochen nur eine geringe Übersterblichkeit - also mehr Tote als gewöhnlich - festzustellen war. Sie sei wahrscheinlich primär auf Influenza, nicht auf Covid-19, zurückzuführen.

Update, 21. April, 9.10 Uhr: Fluglinie Virgin Australia meldet Insolvenz an

Die zweitgrößte australische Fluggesellschaft Virgin Australia hat in der Corona-Krise Insolvenz angemeldet. Damit will sich das Unternehmen laut einer Mitteilung vom Dienstag finanziell neu aufstellen und gestärkt aus der Covid-19-Krise kommen. 

Zuvor hatte es die Airline nicht geschafft, eine Staatshilfe in Höhe von 1,4 Milliarden Australischen Dollar (815 Mio Euro) zu bekommen. Es geht laut Virgin um rund 16.000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen, das über 130 Flugzeuge verfügt, hat Schulden in Milliardenhöhe.

Virgin Australia mit Sitz in Brisbane ist neben Qantas eine wichtige Linie für den Kontinent. Auch Qantas hat wie viele in der Branche mit den Folgen der Pandemie und dem stark beschränkten Flugverkehr zu kämpfen, war aber vor der Krise finanziell besser aufgestellt. 

In Australien sind viele Menschen wegen der großen Entfernungen und des dünnen Zugnetzes auf das Fliegen angewiesen. Für Virgin Australia sollen laut der Insolvenzverwalter nun schnell neue Investoren gefunden werden.

Die Fluggesellschaft gehört Singapore Airlines, Etihad Airways und den chinesischen Unternehmen HNA und Hanshan. Die Virgin-Gruppe des britischen Unternehmers Richard Branson hält zehn Prozent. 

Branson warnte am Dienstag, ohne Virgin Australia werde es keinen Wettbewerb mehr geben und Hunderttausende weitere Jobs gingen verloren. Falls Virgin Australia verschwände, hätte Qantas das Monopol über den australischen Luftraum.

Virgin Australia hat Insolvenz angemeldet.
Virgin Australia hat Insolvenz angemeldet.  © Darren England/AAP/dpa

Update, 21. April, 9 Uhr: Söder verkündet: "Das Oktoberfest findet nicht statt in diesem Jahr!"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat soeben offiziell verkündet, dass das Oktoberfest in diesem Jahr ausfällt.

 "Es ist das größte und schönste Fest der Welt. Wir hätten großes Interesse daran, dass es stattfindet, aber wir leben in anderen Zeiten. So lange es keinen Impfstoff gibt, müssen wir aufpassen. Wir sind übereingekommen, dass das Risiko zu hoch ist. Man kann weder Mundschutz tragen noch Abstand halten auf der Wiesn."

Deshalb wurde entschieden, dass die Wiesn in diesem Jahr nicht stattfindet. 

Mehr Infos dazu findet Ihr >>> HIER. 

Die Wiesn 2020 wird es nicht geben.
Die Wiesn 2020 wird es nicht geben.  © Angelika Warmuth/dpa

Update, 21. April, 8.33 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert Neustadt der Bundesliga scharf

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich erneut gegen den baldigen Neustart der Fußball-Bundesliga ausgesprochen. "Die Bundesliga würde mehrere zehntausend Tests verbrauchen, die in Pflegeeinrichtungen und Schulen fehlen", schrieb der Politiker auf Twitter. 

"Dazu würden Fantreffen Infektionsketten anstoßen. Auch ist unklar, weshalb dann andere Sportarten warten müssen. Niemand braucht 'Brot und Spiele'. Schon vor dem Treffen der Sportminister am Montag hatte der SPD-Mann geschrieben: "Der Druck für eine Lex Bundesliga schadet jetzt."

Am 9. Mai könnte die Bundesliga nach fast zwei Monaten Corona-Auszeit ihre Saison fortsetzen. Dieses Datum hatten die Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) am Montag in der Live-Sendung der "Bild" ins Gespräch gebracht. 

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verschließt sich offenbar dem Wiederbeginn nicht und spricht von einem "Stück Normalität, wenn auch im leeren Stadion".

Im Gespräch ist, dass die Bundesliga-Spieler regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Die DFL erwägt offenbar Spieler, Trainer und Mitglieder der Funktions-Teams alle drei Tage mit einem Schnelltest auf Corona zu testen, um die Sicherheit bei den möglichen Geisterspielen zu garantieren. 

Bis zum Saisonende würden so wohl etwa 20.000 Tests fällig.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 21. April, 8.25 Uhr: Corona-Krise lässt Steuereinnahmen erstmals leicht sinken

Die Corona-Krise hat nun auch erstmals die Steuereinnahmen in Deutschland erfasst. Im März 2020 sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um 1,8 Prozent auf 69,6 Milliarden Euro, wie das Bundesfinanzministerium am Dienstag mitteilte. 

Ein Minus gab es bei der Umsatz- sowie der Körperschaftsteuer. Die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer gingen um fast 57 Prozent zurück. Dennoch stieg im ersten Quartal das gesamte Steueraufkommen noch um 3,5 Prozent.

Das Ressort von Minister Olaf Scholz (SPD) geht davon aus, dass sich die Corona-Krise wegen des Steuerrechts erst mit Verzögerung massiv auswirken wird. 

"Die ökonomischen Auswirkungen des Mitte März in Deutschland begonnenen Shutdowns werden daher erst in den folgenden Monaten das Steueraufkommen beeinträchtigen", heißt es im Monatsbericht des Ministeriums.

Update, 21. April, 8.20 Uhr: Schwedens Corona-Strategie umstritten - mehr als 1500 Tote

Der schwedische Sonderweg in der Bekämpfung des Coronavirus hat einen hohen Preis. Mehr als 1500 Menschen starben der schwedischen Gesundheitsbehörde zufolge bislang infolge einer Infektion mit Sars-CoV-2. 

Das ist um ein Vielfaches mehr als in den anderen skandinavischen Ländern. Trotzdem bleiben die Behörden bei der Strategie, der Bevölkerung lediglich zu raten, Abstand zu halten. Veranstaltungen mit bis zu 50 Besuchern sind nach wie vor erlaubt.

Bo Lundbäck, Professor für klinische Epidemiologie von Lungenerkrankungen in Göteborg, findet die hohen Todeszahlen nicht akzeptabel. Er fordert, dass auch in Schweden alle Schulen geschlossen werden und vor allem das Personal in den Altersheimen besser geschützt werde. 

"Ich sehe nicht, dass Schweden eine konkrete Strategie verfolgt, und ich sehe auch keinen Trend", sagt er im Gespräch mit der Deutsche Presse-Agentur.

Die Menschen sitzen in Restaurants und Cafés auf Lilla Torg Platz in der Sonne. Der schwedische Sonderweg in der Bekämpfung des Corona-Virus hat einen hohen Preis.
Die Menschen sitzen in Restaurants und Cafés auf Lilla Torg Platz in der Sonne. Der schwedische Sonderweg in der Bekämpfung des Corona-Virus hat einen hohen Preis.  © Ludvig Thunman/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Update, 21. April, 8.10 Uhr: Frankfurt mit verschärftem Passagierrückgang nach Ostern

Am Frankfurter Flughafen hat sich der Einbruch der Passagier- und Frachtzahlen infolge der Corona-Krise nach dem Osterwochenende verschärft fortgesetzt. 

Vom 13. bis 19. April zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 37.015 Fluggäste und damit 97,3 Prozent weniger als in der gleichen Kalenderwoche ein Jahr zuvor, wie er am Dienstag in Frankfurt mitteilte. In der Woche bis Ostersonntag hatte der Rückgang bereits 96,8 Prozent betragen. 

Das Aufkommen an Fracht und Luftpost sank in der Woche ab Ostermontag um 28,5 Prozent auf 29.794 Tonnen. Die Zahl der Flugbewegungen ging um 85,8 Prozent auf 1404 Starts und Landungen zurück.

Die Rückholflüge für Deutsche im Ausland sind weitgehend abgeschlossen. Einige Fluggesellschaften wie Lufthansa und Condor setzen inzwischen Passagierflugzeuge ein, um dringend benötigte Fracht nach Deutschland zu bringen. 

Das Frachtaufkommen in Frankfurt ging in Summe dennoch zurück, weil die Sonderflüge die sonst genutzten Transportkapazitäten der Passagierflugzeuge nicht ausgleichen können, die zu normalen Zeiten rund 40 Prozent der Frachtmenge schlucken.

Auf der Landebahn Nordwest geparkte Flugzeuge der Lufthansa am Frankfurter Flughafen.
Auf der Landebahn Nordwest geparkte Flugzeuge der Lufthansa am Frankfurter Flughafen.  © Boris Roessler/dpa

Update, 21. April, 8.01 Uhr: 40 Prozent der Freizeitparks vor dem Aus

Die Freizeitparks stehen inzwischen vor existenzbedrohenden Wochen. Wenn auf den ausgefallenen Saisonstart in den Osterferien auch ein Besuchsverbot in den Sommerferien folgen sollte, könnte das für rund 40 Prozent der Parks das Aus bedeuten, sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU), Jürgen Gevers.

"Mit rund sieben Monaten, in denen Geld verdient wird, ist die Saison kurz."

Seine Mitglieder hätten akute Probleme mit der Finanzierung. Die Sofortmittel der Regierung reichten nicht aus. 

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Wie schwer trifft Corona die Freizeitparks?
Wie schwer trifft Corona die Freizeitparks?  © Markus Scholz/dpa

Update, 21. April, 7.44 Uhr: Trump will jegliche Einwanderung in die USA aussetzen

US-Präsident Donald Trump will jegliche Einwanderung in die Vereinigten Staaten zeitweise aussetzen. Er werde einen dahingehenden Erlass unterzeichnen, schrieb er am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter. 

Als Begründung führte Trump mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie den "Angriff des unsichtbaren Feindes" an sowie die Notwendigkeit, die "Jobs unserer großartigen amerikanischen Staatsbürger" zu schützen.

Trumps Tweet enthielt keine weiteren Einzelheiten. Es blieb daher zunächst unklar, welche Formen der Einwanderung beziehungsweise welche Visa davon betroffen sein sollten. Auch der Zeitraum des Erlasses - ab wann und bis wann - blieb unklar. 

Zudem blieb die rechtliche Grundlage - deren Überprüfung sicher schon bald US-Gerichte beschäftigen dürfte - zunächst ebenfalls offen.

Touristenvisa und auch sehr langfristige Geschäftsvisa gelten in den USA nicht als Einwanderungsvisa. Darunter fallen vor allem Visa für zeitlich unbefristete Aufenthalte, Auslandsadoptionen, bestimmte Arbeitsvisa und Aufenthaltsgenehmigungen für Ehepartner oder Angehörige von US-Bürgern.

Donald Trump, Präsident der USA.
Donald Trump, Präsident der USA.  © Alex Brandon/AP/dpa

Seit Ende März stellen die USA weltweit praktisch ohnehin keine Visa mehr aus. Botschaften und Konsulate würden bis auf Weiteres nur noch in dringenden und begründeten Einzelfällen Visa-Anträge bearbeiten, hatte das US-Außenministerium mitgeteilt. Es sei nicht absehbar, wann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden könne.

Update, 21. April, 7.32 Uhr: Radsport-Teamchef Denk: "Sind bereit, bis Weihnachten zu fahren"

Teamchef Ralph Denk vom deutschen Radrennstall Bora-hansgrohe hat Gehaltseinsparungen im Zuge der Corona-Krise für die Zukunft nicht ausgeschlossen. 

"Wir entscheiden das Monat für Monat. Viel hängt davon ab, wann wir die Saison fortsetzen. Bis dato wissen wir nur vom Startpunkt der Tour am 29. August. Der Weltverband UCI hält aber noch eine Wiederaufnahme der Saison am 1. Juli für möglich", sagte Denk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Im April habe das Team die vollen Gehälter ausgezahlt, aktuell sei die Mannschaft nicht in ihrer Existenz gefährdet, betonte Denk: "Wir bewerten die Situation mit unseren Sponsoren in kurzen Abständen. Wir haben tolle Partner, die zu ihrem Engagement und Investment stehen."

Viel hänge von der Austragung der Tour de France ab. "Damit hätten wir 70 Prozent des Jahres-Werbewerts erreicht. Damit könnten wir auch noch leben", sagte Denk, der im Vorjahr mit Emanuel Buchmann bei der Frankreich-Rundfahrt den vierten Platz belegt hatte. 

UCI WorldTour - Tour de France.
UCI WorldTour - Tour de France.  © Yuzuru Sunada/BELGA/dpa

Die Tour ist wegen der Corona-Krise um zwei Monate nach hinten verlegt worden, danach sollen auch noch der Giro d'Italia und die Spanien-Rundfahrt stattfinden. "Wir als Team sind bereit, bis Weihnachten zu fahren. Wenn wir dann noch die fünf Monumente wie zum Beispiel Paris–Roubaix reingeschoben bekämen, hätten wir beinahe alles gerettet im Radsport. Dann könnten wir am Jahresende sagen: Es ist fast alles gut", sagte Denk.

Update, 21. April, 7.01 Uhr: NRW-Abgeordnete wollen auf Erhöhung der Diäten verzichten

Die großen Fraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag wollen ein Zeichen in der Corona-Krise setzen und dieses Jahr auf ihre turnusmäßige Diätenerhöhung verzichten. 

Man wolle sich so solidarisch mit den Menschen im Land zeigen, die um ihre Existenzen bangen, heißt es nach dpa-Informationen in einem gemeinsamen Gesetzentwurf von CDU, SPD, FDP und Grünen. 

Dem Vernehmen nach würde das Land damit rund 500 000 Euro sparen. 

Mit dem gemeinsamen Gesetzentwurf, der am Dienstag in den Fraktionen beraten werden soll, kommen CDU, SPD, FDP und Grüne der AfD zuvor - sie will einen eigenen Entwurf in den Landtag einbringen. Die "Rheinische Post" hatte zuvor über die geplante Aussetzung der Diätenanpassung berichtet.

Der Bundestag wird voraussichtlich in dieser Woche einen von allen Fraktionen befürworteten Verzicht auf die diesjährige Erhöhung der Abgeordnetendiäten auf den Weg bringen. Dafür hatten sich vergangene Woche führende Vertreter von Union, FDP und Grünen ausgesprochen. 

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen im Landtag.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen im Landtag.  © Federico Gambarini/dpa

Auch die anderen Fraktionen erklärten, dass die automatische Erhöhung angesichts der Corona-Krise in diesem Jahr ausfallen solle. Der Bundestag tritt am Mittwoch und Donnerstag zusammen. Am Dienstag schalten sich die Fraktionen zusammen.

Update, 21. April, 6.46 Uhr: Spahn über Patienten-Priorisierung mit klarer Haltung

Trotz Corona-Pandemie sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keine Notwendigkeit, per Gesetz zu regeln, welcher Patient im Fall fehlender Ressourcen zuerst medizinisch versorgt werden soll. 

"Gesetzgeberischer Handlungsbedarf zu diesen medizinischen Fragen besteht nicht", heißt es in einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) vorliegt. 

In seiner Antwort verweist das Ministerium lediglich auf die gemeinsame Empfehlung mehrerer ärztlicher Fachgesellschaften und eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates.

In der Corona-Krise wird unter anderem über eine Priorisierung von Patienten diskutiert, wenn steigende Zahlen schwerkranker Corona-Patienten erwartet und Ressourcen - etwa Beatmungsgeräte in Krankenhäusern in Deutschland - knapp werden könnten. 

Mehr Infos >>> hier.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 21. April, 6.15 Uhr: Scholz drückt auf die Bremse: Wiederaufbaufonds? "So weit sind wir noch lang nicht"

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht beim geplanten europäischen Fonds für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise derzeit keinen Zeitdruck. "Wir haben unter den EU-Finanzministern besprochen, dass wir über einen europäischen Wiederaufbaufonds sehr eng verzahnt mit dem künftigen Finanzrahmen der Europäischen Union und mit dem Haushalt der EU-Kommission diskutieren werden", sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Die Welt" (Dienstag). 

"Doch so weit sind wir längst nicht, erstmal geht es darum, die Pandemie zu bekämpfen, dann richten wir unseren Fokus auf die erneute Wachstumsphase."

Die Eurogruppe hatte sich nach langwierigen Verhandlungen auf die Gründung eines Wiederaufbaufonds geeinigt, allerdings ohne Details. Denn die EU-Staaten streiten nach wie vor darüber, ob zur Finanzierung sogenannte Corona-Bonds, also gemeinsame Anleihen, genutzt werden sollen. 

Das Thema dürfte auch die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel am Donnerstag erneut beschäftigen.

Bundesfinanziminister Olaf Scholz.
Bundesfinanziminister Olaf Scholz.  © Michael Kappeler/dpa

Scholz verwies auf die europäische Einigung auf ein Rettungspaket für Jobs, Unternehmen und verschuldete EU-Staaten im Wert von mehr als 500 Milliarden Euro. 

Es enthält drei Elemente: Unterstützung für Kurzarbeiter; die Absicherung von Unternehmenskrediten durch die Europäische Investitionsbank; und mögliche Kredite des Eurorettungsschirms ESM für Staaten und ihre Gesundheitssysteme.

"Wenn wir die Krise im Griff haben, folgt der nächste Schritt", sagte der Finanzminister. 

"Was für Deutschland gilt, gilt gleichermaßen für Europa". 

Sobald es wieder aufwärts gehe und die Grenzen offener seien, nicht nur für Waren und Pendler, müsse eine Belebung der gesamten Wirtschaft gelingen, sagte Scholz. "Als große Exportnation haben wir Deutsche selbst ein Interesse daran, dass nicht nur wir uns wirtschaftlich erholen, sondern dass dies auch anderswo in Europa gelingt, da wir mit allen Ländern eng verflochten sind."

Update, 21. April, 5.31 Uhr: GroKo plant weiteres umfangreiches Gesetzespaket zur Corona-Bewältigung

Die große Koalition plant zur Bewältigung der Corona-Krise ein weiteres umfangreiches Gesetzespaket im Gesundheitsbereich. Dabei geht es unter anderem um eine massive Ausweitung von Coronavirus-Tests auch unter Mithilfe von Tierärzten, um schärfere Meldepflichten bei Verdachts- und Krankheitsfällen sowie Laborbefunden und um den Schutz von privat Krankenversicherten, die in der aktuellen Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. 

Der Entwurf der Fraktionen von Union und SPD liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Er soll nach dpa-Informationen in der kommenden Woche im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.

"Die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hat zur Folge, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um den mit der durch das Virus ausgelösten Pandemie verbundenen Folgen zu begegnen und diese abzumildern", heißt es in dem Entwurf. 

Konkret vorgesehen sind weitere Änderungen im Infektionsschutzgesetz, das Bundestag und Bundesrat bereits im März im Eilverfahren reformiert hatten. Zudem gibt es Anpassungen im Sozialgesetzbuch, im Versicherungsvertragsgesetz und im Krankenhausfinanzierungsgesetz.

Gerade Corona-Tests sollen ausgeweitet werden.
Gerade Corona-Tests sollen ausgeweitet werden.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 21. April, 4.45 Uhr: Fast 2000 Infizierte Häftlinge in Gefängnis in Ohio

In einem Gefängnis im US-Bundesstaat Ohio haben sich fast 2000 von rund 2500 Häftlingen mit dem Coronavirus infiziert. 

Betroffen sei die Haftanstalt im Ort Marion, wo es bislang 1950 bestätigte Infektionen und einen Todesfall in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 gegeben habe, teilte die örtliche Justizvollzugsbehörde am Montag (Ortszeit) mit. 

In einem weiteren Gefängnis südwestlich der Stadt Columbus seien von rund 2100 Häftlingen inzwischen knapp 1200 infiziert. In der Haftanstalt Pickaway gab es demnach sieben Todesfälle - bei sechs der Häftlinge sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, hieß es weiter.

In den beiden Gefängnissen würden alle Insassen getestet, weswegen auch manche Menschen, die bis zu dem Zeitpunkt keine Symptome gezeigt hätten, positiv getestet worden seien, hieß es. 

Die nachweislich infizierten Insassen würden in den Gefängnissen räumlich von den gesunden Häftlingen getrennt, erklärte die Behörde weiter.

Update, 21. April, 4.02 Uhr: Grüne für Mundschutzpflicht im Nahverkehr und in Geschäften

Die Grünen im Bund sind für eine Mundschutz-Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. "Ich halte ein Gebot für einen Mund-Nasenschutz im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften für richtig", sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock der Deutschen Presse-Agentur. 

"Es muss klar sein, da, wo man, wie im ÖPNV, direkt auf Menschen trifft, muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden."

Es gehe darum, die Risiken der Ausbreitung so gut wie möglich zu reduzieren und das Virus gemeinsam in den Griff zu bekommen. Wichtig sei "eine klare, gemeinsame Linie" von Bund und Ländern - derzeit haben Bundesländer und Kommunen unterschiedliche Regelungen, ob und wo Menschen Mund und Nase mit einer Maske oder auch einem Tuch abdecken müssen.

Mundschutz bundesweit bald flächendeckend im ÖPNV und in Geschäften?
Mundschutz bundesweit bald flächendeckend im ÖPNV und in Geschäften?  © Christian Charisius/dpa

Update, 21. April, 2.30. Uhr: Kretschmann über Kontaktsperren: "mit Monaten zu rechnen"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) geht davon aus, dass die Corona-Kontaktsperren noch länger andauern werden. 

"Sicher ist mit Monaten zu rechnen und nicht mit Wochen", sagte Kretschmann (Grüne) den Funke-Zeitungen auf eine entsprechende Frage. 

"Abstandsgebot, keine Gruppen, Hygienemaßnahmen werden uns noch lange begleiten."

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) halten ein Ende der Kontaktbeschränkungen noch nicht für absehbar. "Das Virus ist noch immer ein großer Unbekannter, daher kann ich heute kein Datum nennen", sagte Dreyer den Funke-Zeitungen. 

"Die Corona-Pandemie wird noch lange unseren Alltag prägen. So lange wir keinen Impfstoff und keine Medikamente haben." Woidke sagte den Zeitungen, es ließen sich "heute keine genauen Zeiträume" nennen. 

Die Kontaktsperren müssten "so lange wie notwendig" aufrechterhalten werden. "Jetzt müssen wir sehen, wie sich die ersten Erleichterungen auswirken."

Winfried Kretschmann (Bündnis 90 / Die Grünen), Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90 / Die Grünen), Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.  © Jana Hoeffner/Staatsministerium Stuttgart/dpa

Update, 21. April, 1.06 Uhr: Urlaub in Nordafrika? Laut Entwicklungsminister Gerd Müller möglich

Trotz der derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise hält Entwicklungsminister Gerd Müller Sommerurlaub auch außerhalb Deutschlands für möglich - und hat dabei eine bestimmte Region im Blick. 

"Urlaub in Deutschland kann in diesem Sommer wieder möglich sein", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Ich glaube auch, dass es in der Mittelmeer-Region eine Chance dazu gibt - einschließlich in Nordafrika."

Der Tourismus sei für nordafrikanische Staaten wie Tunesien, Marokko oder Ägypten ein wichtiger Wirtschaftszweig. Voraussetzung für Reisen in die Region seien aber "funktionierende Hygiene-Konzepte nach europäischen Standards", betonte Müller.

Die Bundesregierung warnt derzeit wegen der Corona-Krise grundsätzlich vor Auslandsreisen. Entsprechend zurückhaltend hatte am Montag ein Sprecher des Innenministeriums auf Aussagen aus Österreich reagiert, wonach sich die Regierung in Wien unter bestimmten Bedingungen eine Öffnung der Grenzen für Sommerurlauber aus Deutschland vorstellen kann.

Gerd Müller (CSU), Bundesentwicklungsminister.
Gerd Müller (CSU), Bundesentwicklungsminister.  © Axel Heimken/dpa

Die Reisebranche steht wegen der Corona-Pandemie weltweit unter Druck. Länder wie Griechenland, wo der Tourismus knapp ein Drittel der Wirtschaft ausmacht, fürchten den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze. In Deutschland fordert die Branche Soforthilfe. Rund 70 000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe stünden vor der Insolvenz.

Titelfoto: Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

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