Corona in Bayern: Landrat des Landkreises Rottal-Inn hält Nähe zu Österreich für Ausbruchsherd

München - Das Coronavirus bestimmt das Leben in Deutschland und weltweit. Hier im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) rückt seinen Mundschutz zurecht.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) rückt seinen Mundschutz zurecht.  © Peter Kneffel/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 91.697* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (RKI Stand: 26. Oktober, 8 Uhr). Davon gelten 70.800 als genesen. 2744 Menschen sind am Virus gestorben. 

In der Landeshauptstadt München wurden seit dem Vortag 283 neue Fälle gemeldet (RKI Stand: 26. Oktober, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt somit auf 15.377*

In dieser Zahl enthalten sind 12.337 Personen, die bereits genesen sind, sowie 240 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für die bayerische Landeshauptstadt beträgt 114,5 (RKI, Stand 26. Oktober).

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

Update 26. Oktober, 20.57 Uhr: Unterhachings Volleyballer kritisieren Ungleichbehandlung

Verantwortliche des Volleyball-Bundesligisten TSV Unterhaching haben die Ungleichbehandlung von Sportarten beim Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert. 

Dabei geht es um zwei positive Tests von TSV-Betreuern, die zur zweiwöchigen Quarantäne des gesamten Teams geführt haben. "Unser Arzt hat zwei Mal mit dem Gesundheitsamt telefoniert", sagte Geschäftsstellenleiter Mihai Paduretu dem Portal "sport1.de". "Die Entscheidung, dass die ganze Mannschaft trotz zweier negativer Tests isoliert wurde, konnte nicht geändert werden. Das versteht keiner."

Trainer Patrick Steuerwald sagte dazu: "Da fühlt man sich schon sehr benachteiligt und hat das Gefühl in einer Zweiklassen-Gesellschaft zu sein. Für uns ist es spannend zu sehen, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die uns nicht einmal vorgeschlagen wurden. Und das ist ungerecht, denn wir können nicht wie die Bayern täglich Corona-Tests machen. Das macht mich wütend."

Update 26. Oktober, 20.57 Uhr: Sibler: Keine Ausnahmen für Zuschauer-Obergrenze bei Kultur

Von der vielerorts geltenden Obergrenze von maximal 50 Zuschauern bei kulturellen Veranstaltungen sind auch Häuser betroffen, die bisher an einem Pilotversuch teilgenommen haben. 

Bei Überschreiten der Schwelle von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gelte die Beschränkung grundsätzlich, auch wenn es zuvor vereinzelte Sondergenehmigungen für wesentlich mehr Gäste gegeben habe, stellte Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Montag auf Anfrage klar. «Der Pilotversuch und damit die Erlaubnis einer maximalen Zuschauerzahl von 500 Personen gilt automatisch als ausgesetzt, sobald die genannte Regelung greift.»

Der Versuch mit erweiterten Publikumszahlen war Anfang September in der Bayerischen Staatsoper und der Philharmonie in München sowie der Meistersingerhalle in Nürnberg angelaufen. In Bayern haben viele Kommunen – darunter die Landeshauptstadt München – inzwischen den Inzidenzwert 100 überschritten. 

In Nürnberg lag er nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums am Montag bei 76,01.

Update 26. Oktober, 17.35 Uhr: Gericht weist Antrag zur Befreiung von Maskenpflicht im Unterricht ab

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat den Eilantrag zweier Grundschülerinnen auf Befreiung von der Maskenpflicht an der Schule abgelehnt. 

Sie hatten ärztliche Atteste vorgelegt, in denen es ohne weitere Begründung hieß, sie könnten "aus gesundheitlichen Gründen" die Masken nicht tragen. Weil die Grundschule die Atteste nicht akzeptierte, zog die Mutter vor Gericht: Ein beim Verwaltungsgericht Würzburg gestellter Antrag wurde jedoch abgelehnt, die Beschwerde vor dem VGH scheiterte nun ebenfalls.

Nach Sicht der Richter hätten die Mädchen nicht glaubhaft belegen können, von der grundsätzlichen Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen befreit zu sein. Die Richter forderten eine ärztliche Bescheinigung, "welche nachvollziehbare Befundtatsachen sowie eine Diagnose enthält". Die Maskenpflicht diene vor allem dem Schutz der Mitschüler und Mitarbeiter an den Schulen.

Bei der Überschreitung des Corona-Wertes von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern binnen 7 Tagen kann in Bayern die generelle Maskenpflicht auch an Grundschulen verhängt werden. Allerdings hält zum Beispiel die Stadt München trotz Kritik daran fest, Grundschüler von der Maskenpflicht zu befreien. 

Bislang sei das Infektionsgeschehen an den Grundschulen sehr gering, deshalb müssten diese Schüler derzeit am Platz keine Maske tragen, hieß es am Montag.

Update 26. Oktober, 17.30 Uhr: Gedrosselter Betrieb nach Corona-Infektionen in Putenschlachthof

Nach zahlreichen Corona-Infektionen von Mitarbeitern eines Putenschlachthofs im oberbayerischen Ampfing (Landkreis Mühldorf am Inn) ist der Betrieb dort stark gedrosselt worden. 

Wie das Landratsamt Mühldorf am Inn am Montag mitteilte, dürfen in dem Schlachthof nur noch negativ getestete oder bereits genesene Mitarbeiter arbeiten. Alle Angestellten müssten bei der Arbeit eine FFP2-Maske tragen, zudem würden Schlachtzahlen und Bandgeschwindigkeit deutlich gedrosselt, um die Mindestabstände einhalten zu können. Außerdem würden die Mitarbeiter noch häufiger getestet.

Insgesamt haben sich nach Angaben des Landratsamtes 82 Mitarbeiter des Putenschlachthofs nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. In der vergangenen Woche hatte die Behörde berichtet, dass sich in dem Betrieb in Ampfing binnen einer Woche 78 Menschen infiziert hätten. Inzwischen sei die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen.

Durch die zahlreichen positiv getesteten Mitarbeiter des Schlachthofs hat der oberbayerische Landkreis allerdings knapp 148 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen, ohne die Fälle aus dem Putenschlachthof wär dieser Wert bei etwa 91.

Update 26. Oktober, 17.26 Uhr: Im Landkreis Rottal-Inn weitere Teststation an Grenze zu Österreich

Der Landrat des niederbayerischen Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), sieht in der Nähe zu Österreich einen der Gründe für die enorm gestiegenen Corona-Zahlen. 

"Das muss man offen sagen", so der Landrat. Beweisen könne man diesen Zusammenhang jedoch nicht. In dem Nachbarland seien die Maßnahmen lange Zeit nicht so streng gewesen wie im Freistaat. In der Stadt Simbach am Inn soll voraussichtlich ab Mitte der Woche eine weitere Teststation für Pendler nach und aus Österreich eingerichtet werden.

Der Landkreis Rottal-Inn geht ab Dienstag in einen zehntägigen Lockdown. Am Montag lag der Corona-Schwellenwert laut Landesamt für Gesundheit (LGL) bei 279 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die ersten Hotspots des Landkreises hatte es dem Landrat zufolge in Simbach am Inn in einer Asylbewerberunterkunft und einem Altenheim gegeben.

Ab Mitternacht gelten strikte Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kindergärten werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, wie Fahmüller ankündigte. Der Einzelhandel bleibt geöffnet, Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios, Musik- und Tanzschulen sowie Schwimmbäder müssen schließen. Die Gastronomie darf nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Die Maßnahmen sollen dem Schutz der Bevölkerung und insbesondere der Risikogruppen dienen.

Letzte Woche wurden bereits im Berchtesgadener Land - ebenfalls an der Grenze zu Österreich - ähnliche Ausgangsbeschränkungen verhängt, weil es Werte von fast 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche gab. Im gesamten Freistaat sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen. 

Update 26. Oktober, 15.34 Uhr: Polizei trifft bei Kontrolle 1820 Maskenmuffel an

Bei einer landesweiten Schwerpunktkontrolle zur Maskenpflicht wegen Corona am vergangenen Freitag hat die bayerische Polizei 1820 Verstöße festgestellt. 

Das teilte das bayerische Innenministerium am Montag mit. "Auch wenn die weit überwiegende Mehrheit vorbildlich ist, sind immer noch viel zu viele Maskenmuffel unterwegs", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die bayerische Polizei werde deshalb ihre verstärkten Maskenkontrollen bis auf weiteres fortsetzen.

Am Freitag hatten rund 2000 Beamte schwerpunktmäßig kontrolliert, ob die Bevölkerung ihrer Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa im öffentlichen Nahverkehr oder - in Gegenden mit zahlreichen Corona-Fällen - auf öffentlichen Plätzen nachkommt. Bei einer ähnlichen Kontrollaktion im Frühjahr waren noch 3000 Verstöße aufgefallen.

Die Maskenmuffel wurden entweder bei der zuständigen Kreisverwaltung angezeigt, erhielten ein Bußgeld von bis zu 250 Euro oder - in milderen Fällen - eine Verwarnung. In neun Fällen war der Verdacht aufgekommen, dass Menschen auf die Maske auf der Grundlage eines ärztlichen Attestes verzichteten, das gefälscht gewesen sein könnte.

Herrmann verwies auf die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens, die "zur größten Sorge Anlass gibt". Die Gefahr, sich und andere mit dem hochgefährlichen Coronavirus zu infizieren, steige rapide an. 

"Da reichen schon Einzelne, die keine Maske tragen, um eine Riesen-Infektionswelle loszutreten", warnte der Innenminister. Die Maskenpflicht müsse zu 100 Prozent eingehalten werden.

Update 26. Oktober, 15.33 Uhr: Studie: Fernsehgerät in Corona-Zeiten wieder etwas wichtiger

Das Fernsehgerät ist in deutschen Haushalten in Corona-Zeiten einer Studie zufolge wieder etwas wichtiger geworden. 

«58 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Deutschland nennen den TV-Bildschirm als wichtigstes Gerät zur Videonutzung. Das entspricht über einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, womit der rückläufige Trend der letzten Jahre gestoppt wurde», heißt es im neuen Digitalisierungsbericht Video der Medienanstalten, der am Montag veröffentlicht wurde. 2016 lag der Wert noch bei gut 66 Prozent, 2018 bei 63 Prozent, 2019 bei fast 57 Prozent.

Die Autoren betonen aber, dass die Rückkehr an den Big-Screen vor dem Hintergrund der speziellen Situation in diesem Jahr betrachtet werden müsse. «Ob der Trend zurück zum Fernsehgerät auch in Zukunft anhält, bleibt daher abzuwarten.»

In Corona-Zeiten hat auch die tägliche Nutzung von klassischem TV-Programm - damit ist das fortlaufende Programm der Sender gemeint - nach Jahren wieder zugenommen, wie aus der repräsentativen Befragung weiter hervorgeht. 69 Prozent schauten jeden Tag lineares Fernsehen. 2019 waren es noch 64 Prozent und im Jahr davor 66 Prozent gewesen.

Deutlich stärker ist der Anstieg bei der Videonutzung im Internet: Fast 42 Prozent sehen sich mittlerweile täglich im Netz Bewegtbild an. 2019 waren es 22 Prozent und 2016 noch 8 Prozent, wie die Studie auflistet.

Bei der Nutzung von Streaming-Diensten führte Netflix in den Befragungen die Liste an. Etwa ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland sieht sich mindestens einmal pro Monat Netflix-Inhalte an. Dahinter liegen die Plattformen Amazon Prime Video mit gut 25 Prozent und Disney+ mit mehr als 11 Prozent.

Die Landesmedienanstalten veröffentlichen jedes Jahr den Digitalisierungsbericht mit dem aktuellen Stand der Fernseh- und Videonutzung in Deutschland. Die Anstalten in den Bundesländern beaufsichtigen den privaten Rundfunk und Medieninhalte im Internet. Sie sind unabhängige Stellen. Die Medienregulierer stellten den Bericht auf dem Branchentreffen Münchner Medientage vor.

Update 26. Oktober, 14.20 Uhr: Markus Söder begrüßt Verschiebung des CDU-Wahlparteitags

CSU-Chef Markus Söder hat die erneute Verschiebung des CDU-Wahlparteitags begrüßt. 

Eine Präsenzveranstaltung mit etwa 1000 Menschen "wäre kein gutes Signal gewesen", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag auf den Münchner Medientagen. Er betonte: "Es geht ja nicht um die Karriere einzelner Personen, sondern um die Sorge um viele Menschen." Das allein stehe im Vordergrund.

Nach langem Hin und Her hat die CDU-Spitze angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage den für den 4. Dezember geplanten Parteitag in Stuttgart zur Wahl eines neuen Vorsitzenden nun ins nächste Jahr verschoben.

Der Parteitag mit seinen 1001 Delegierten solle im neuen Jahr idealerweise in Präsenz stattfinden, teilte Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag nach den Gremiensitzungen mit. Wenn dies nicht möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden. Fehle dafür noch eine Gesetzesgrundlage, dann solle es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben.

Update 26. Oktober, 14.15 Uhr: Neue Zahlen für München

In München wurden insgesamt 283 neue Corona-Fälle gemeldet.

In der Landeshauptstadt sind somit bislang 15.377 Infektionen bestätigt. In dieser Fallzahl enthalten sind 12.337 Menschen, die nach ihrer Erkrankung als geheilt gelten, sowie leider auch 240 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) demnach nun 114,5. 

Update 26. Oktober, 14 Uhr: Oper und Staatsschauspiel wollen Ausnahmen von Zuschauerobergrenze

Die Bayerische Staatsoper und das Staatsschauspiel wollen die in München geltende Obergrenze von 50 Zuschauern pro Vorstellung zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht akzeptieren. 

Man habe Sondergenehmigungen beantragt, teilten die Theater am Montag mit. Das Residenztheater möchte wie bisher 200 Zuschauer einlassen, die Oper hofft auf 500 Besucher. München hat am Wochenende die Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten, deshalb sind bei Veranstaltungen nur noch 50 Menschen zugelassen.

"Das Publikum fühlt sich bei uns sicher – und wir sind überzeugt, dass es das auch darf", begründete Opernintendant Nikolaus Bachler am Montag seine Forderung an das Kreisverwaltungsreferat. Er verwies auf ein von Ärzten und Wissenschaftlern begleitetes Pilotprojekt, an dem auch die Philharmonie in München und die Meistersingerhalle in Nürnberg beteiligt waren. 

Anders als in anderen Theatern waren dort 500 statt 200 Besucher erlaubt. Der Versuch belege, dass es bei der Größe des Nationaltheaters und bei Einhaltung vorbeugender Maßnahmen sehr gut möglich sei, vor 500 oder sogar noch mehr Besuchern zu spielen, sagte Bachler.

Residenztheater-Intendant Andreas Beck, Bachler und andere Intendanten bayerischer Theater hatten erst am Freitag in einem offenen Brief Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aufgefordert, verschärfte Corona-Auflagen für Theater zurückzunehmen. Bisher habe es keine nachweisliche Infektion durch einen Besuch gegeben, argumentierten sie.

Titelfoto: Georg Hochmuth/APA/dpa

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