Corona in Bayern: Berchtesgadener Gymnasiastin darf vorerst nicht in die Schule

München - Das Coronavirus bestimmt das Leben in Deutschland und weltweit. Hier im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) rückt seinen Mundschutz zurecht.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) rückt seinen Mundschutz zurecht.  © Peter Kneffel/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 86.477* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 23. Oktober, 8 Uhr). Davon gelten 69.120 als genesen. 2734 Menschen sind am Virus gestorben. 

In der Landeshauptstadt München wurden seit dem Vortag 270 neue Fälle gemeldet (Stand: 22. Oktober, 23.59 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt somit auf 14.595*

In dieser Zahl enthalten sind 12.034 Personen, die bereits genesen sind, sowie 237 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz für die bayerische Landeshauptstadt beträgt 86,8 (RKI, Stand 23. Oktober).

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

Update 23. Oktober, 19.15 Uhr: Berchtesgadener Gymnasiastin darf vorerst nicht in die Schule

Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".
Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".  © Lino Mirgeler/dpa

Eine Schülerin aus Berchtesgaden darf wegen der hohen Corona-Zahlen in ihrem Landkreis weiter nicht ihr Gymnasium in Traunstein besuchen. 

Das Verwaltungsgericht München bestätigte am Freitagabend die Anordnung des Landratsamts Berchtesgadener Land, nach der Schüler, die im Landkreis wohnen, keine Schulen außerhalb besuchen dürfen. 

Die Schülerin hatte sich mit einem Eilantrag an das Gericht gewandt, um wieder in die Schule im Nachbarlandkreis gehen zu dürfen. Dabei berief sie sich auf nachteilige Bildungschancen und verwies auf eine unmittelbar bevorstehende Prüfung.

Das Gericht erachtet die Einschränkung des Landratsamtes angesichts der hohen Zahlen für verhältnismäßig. 

Am Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - bei 292,65 gelegen, die höchste Zahl bundesweit. Am Freitag sank der Wert leicht auf 278,49.

Gegen diesen Beschluss kann die Schülerin binnen zwei Wochen Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Update 23. Oktober, 18 Uhr: Ausnahmen von Maskenpflicht für Grundschüler müssen genehmigt werden

Die Staatsregierung will regionale Ausnahmen von der Maskenpflicht für Grundschüler in Corona-Hotspots nicht so ohne Weiteres hinnehmen. 

Die Landkreise und kreisfreien Städte müssen derartige Ausnahmeregelungen vorab von den jeweiligen Bezirksregierungen genehmigen lassen - und diese ausführlich begründen. Das geht aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums hervor, das am Freitag an alle Kreisverwaltungsbehörden verschickt wurde und das der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. 

Von den Kreisverwaltungsbehörden ist demnach "eine ausführliche, auf die ganz konkrete Situation vor Ort abstellende und infektiologisch tragfähige Begründung mit einzureichen", heißt es in dem Schreiben. Kommunen, die in den vergangenen Tagen bereits Ausnahmeregelungen erlassen haben, müssen eine Begründung "unverzüglich" nachreichen. 

Nach der neuen bayerischen Corona-Verordnung gilt eine Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler automatisch überall dort, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gab. Kommunen können aber davon abweichen und Ausnahmeregelungen erlassen - davon hatten zuletzt die Landeshauptstadt München und anschließend auch mehrere Landkreise Gebrauch gemacht. 

Dafür braucht es aber neben einer klaren Begründung nun auch eine Genehmigung.

Update 23. Oktober, 17 Uhr: Irritation in Österreich über Pendler-Testpflicht in Bayern

In Österreich stoßen die deutschen Reisewarnungen und besonders die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus Corona-Risikogebieten auf Ablehnung. 

Politiker und Wirtschaftsvertreter kritisierten die seit Freitag geltende bayerische Maßnahme, die einen wöchentlichen PCR-Test von einpendelnden Arbeitnehmern fordert. "Eine gewisse Vorbereitungszeit wäre wünschenswert gewesen", teilte Tirols Landeschef Günther Platter mit.

Am Donnerstag hatte die Bundesregierung - neben anderen Nachbarländern - fast ganz Österreich ab kommenden Samstag als Corona-Risikogebiet eingestuft. Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) will am Dienstag bei einem Besuch bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch über Corona-Beschränkungen und die ausgeweiteten Reisewarnungen sprechen. 

"Wir bedauern die Entscheidung der deutschen Regierung eine Reisewarnung über große Teile Österreichs zu verhängen, und die damit verbundenen weiteren Maßnahmen", teilte sie am Freitag mit. 

"Wir brauchen treffsicherere Kriterien und ein einheitliches Vorgehen bei Reisewarnungen und Quarantäneregelungen."

Update 23. Oktober, 16.15 Uhr: Lockdown im Berchtesgadener Land: Lockerung bei To-Go-Gerichten

Im stark von dem Corona-Virus betroffenen Berchtesgadener Land können die Menschen nun auch nach 20 Uhr wieder Essen zum Mitnehmen bestellen oder abholen. 

Das Landratsamt änderte seine strenge Allgemeinverfügung vom Dienstag in diesem Punkt, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Gegen die Regelung hatte ein Betreiber eines Gastronomiebetriebs am Vortag beim Verwaltungsgericht München Klage und Eilantrag eingereicht.

"Nachdem wir in den letzten Tagen beobachten konnten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an die auferlegten Maßnahmen halten, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass es keinen Grund mehr gibt, auch die Mitnahme oder die Lieferungen von Speisen nach 20 Uhr zu untersagen", erläuterte Landrat Bernhard Kern (CSU). "Deswegen wird diese Regelung ersatzlos aus der Allgemeinverfügung gestrichen."

Dem Gericht liegen allerdings weitere Klagen und Eilanträge gegen die strengen Beschränkungen vor, die einer Art Lockdown gleichkommen. Etwa ist das Verlassen der eigenen Wohnung bis 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt; Hotels und Gaststätten sind dicht.

Ein Gastronom wandte sich im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes. In einem anderen Eilverfahren will eine Schülerin aus Berchtesgaden erstreiten, dass sie ihr Gymnasium in Traunstein besuchen kann. Zudem wandte sich ein Steuerberater mit zwei Klagen und einem Eilantrag an das Gericht. Ein Hotelier hat ebenfalls eine Klage angekündigt.

Laut Landratsamt sank die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - am Freitag leicht auf 278,49 nach 292,65 am Vortag.

Update 23. Oktober, 16.12 Uhr: Eigene Corona-Teststation für die Universität Bayreuth

Die Universität Bayreuth bekommt eine eigene Corona-Teststation. Ab dem 2. November könnten sich Studentinnen und Studenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Campus testen lassen, teilte die Universität am Freitag mit. 

Die Station gehöre zum Infektionsschutzkonzept für das Wintersemester.

Das Labor werde nicht für anlasslose Tests eingerichtet, betonte die Hochschulleitung. Es sei für Angehörige der Universität, die sich absehbar auf dem Campus aufhalten und Symptome zeigen oder Kontakt zu Infizierten hatten. Solange das Testergebnis noch nicht feststeht, dürfen sie das Gelände der Universität nicht mehr betreten. 

Wer positiv getestet wurde, muss bis zu einem erneuten negativen Test ebenfalls fernbleiben.

Update 23. Oktober, 15.30 Uhr: Wieder Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in München

Mit Plakaten mit der Aufschrift "Masken im Unterricht - Folter" demonstrieren am Odeonsplatz mehrere hundert Menschen gegen das tragen von Mund-Nasen-Bedeckuungen in Schulen.
Mit Plakaten mit der Aufschrift "Masken im Unterricht - Folter" demonstrieren am Odeonsplatz mehrere hundert Menschen gegen das tragen von Mund-Nasen-Bedeckuungen in Schulen.  © Peter Kneffel/dpa

In München hat es am Freitag erneut eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung gegeben. 

Zu der angemeldeten Versammlung auf dem Odeonsplatz seien seit dem Vormittag bis zu etwa 350 Menschen zusammen gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei. 

Im Kern sei es den Demonstranten um die Maskenpflicht für Grundschüler gegangen – auf Plakaten waren Worte wie "Masken im Unterricht = Folter" zu lesen. 

Die Demonstration habe sich am frühen Nachmittag langsam aufgelöst, Zwischenfälle gab es dem Polizeisprecher zufolge bis dahin nicht.

Update 23. Oktober, 15.09 Uhr: Landesweite Kontrollen: Maskenpflicht weitgehend eingehalten

Bayerns Polizei hat am Freitag landesweit die Einhaltung der Maskenpflicht zum Schutz vor der Verbreitung des Corona-Virus überwacht. 

"Die weit überwiegende Mehrzahl der Menschen hält sich vorbildlich an die Maskenpflicht", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Nachmittag in Nürnberg, wo er sich ein Bild von den Kontrollen gemacht hatte.

"Es gibt aber leider auch diejenigen, die leichtfertig oder gar absichtlich auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichten", sagte der Minister. 

Konkrete Ergebnisse der Kontrollaktion, die sich unter anderem auf U-Bahnhöfe konzentrierte, will das Innenministerium erst am Montagnachmittag bekanntgeben.

Update 23. Oktober, 15 Uhr: München Klinik ist gut auf Corona vorbereitet - Material für halbes Jahr

Die München Klinik sieht sich gut für steigende Covid-19-Patientenzahlen gerüstet. Es gebe ausreichend Material und abgestimmte Pläne, um notfalls die Kapazitäten für Corona-Patienten auszuweiten, teilte die Klinik am Freitag mit. 

Im Sommer seien Vorräte unter anderem an Schutzkleidung für mindestens ein halbes Jahr angelegt und für Material externe Lagerräume angemietet worden.

"Wir sind durch die erste Welle gut vorbereitet: Wir haben Wissen erworben, wie wir mit der Erkrankung umgehen, auch in der Therapie haben wir dazugelernt und uns stehen mehr Instrumentarien zur Verfügung", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. Das stimme zuversichtlich – "auch wenn wir die aktuellen Infektionszahlen mit Sorge beobachten".

"Wir müssen als Gesellschaft vorsichtig bleiben, denn das Infektionsgeschehen folgt einer exponentiellen Gleichung. Die Auswirkungen in den Kliniken sehen wir erst mit einer zeitlichen Verzögerung und sollten uns daher nicht zu sehr in Sicherheit wiegen", sagte der Mediziner. Achtsamkeit und die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln blieben das wichtigste Instrument.

Die Versorgung von Notfällen, Geburten und dringend notwendigen Operationen sei weiter gesichert. Sollte das Infektionsgeschehen aber aus dem Ruder laufen und die Kliniken einem Stresstest unterworfen werden, müssten nicht-dringende Eingriffe verschoben werden.

Die München Klinik in Schwabing hat die bundesweit längste Erfahrung mit Corona-Patienten; Wendtner hatte dort im Januar die ersten Infizierten Deutschlands betreut.

Update 23. Oktober, 14.50 Uhr: 270 neue Fälle in München

Update 23. Oktober, 14.45 Uhr: Intendanten fordern Rücknahme der bayerischen Corona-Maßnahmen

Die Intendanten bayerischer Bühnen fordern Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einem offenen Brief auf, verschärfte Corona-Auflagen für Theater zurückzunehmen. 

"Bisher hat es keine nachweisliche Infektion durch einen Theaterbesuch gegeben", heißt es in dem Brief vom Freitag, den unter anderen der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, Kammerspiel-Chefin Barbara Mundel und die Intendanten der Staatstheater in Nürnberg und Augsburg, Jens Daniel Herzog und André Bücker, unterschrieben haben.

"Darum insistieren wir, auch bei einem hohen Inzidenzwert von 100 oder mehr unseren Spielbetrieb mit 200 beziehungsweise 500 Zuschauern aufrecht erhalten zu dürfen", fordern die Theaterchefs. "Alles andere käme einem zweiten Lockdown gleich und bedeutet eine Existenzbedrohung für alle Bühnen in Bayern."

Ab einem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen springt die Corona-Ampel in Bayern neuerdings auf "dunkelrot". Dann sind Veranstaltungen aller Art - mit Ausnahme von Gottesdiensten und Demonstrationen - auf 50 Menschen begrenzt.

Auch der bayerische Landesverband im Deutschen Bühnenverein forderte die Staatsregierung auf, die Vorschriften zurückzunehmen.

Polizisten und ein Mitarbeiter der VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg) machen am Hauptbahnhof einen Kontrollgang um die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen.
Polizisten und ein Mitarbeiter der VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg) machen am Hauptbahnhof einen Kontrollgang um die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen.  © Daniel Karmann/dpa

Update 23. Oktober, 13.59 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Drittligist Türkgücü! Kein Spiel in Zwickau?

Beim Team von Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München ist es zu mindestens drei positiven Corona-Fällen gekommen. Das gab der Verein am Freitag bekannt. Den infizierten Personen "geht es gut und sie weisen keinerlei Symptome auf", hieß es dazu. Zuvor hatte bild.de über eine Quarantäne des Teams berichtet.

Das am Abend geplante Auswärtsspiel beim FSV Zwickau soll nach einem kurzfristigen Antrag von Türkgücü verschoben werden. Eine definitive Entscheidung dazu wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erwartet.

Das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) in München teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, dass es derzeit drei positive Fälle aus Mannschaft oder Betreuerstab gebe. Weitere Details wurden aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt. Auch Türkgücü verriet nicht, um wen es ich bei den Infizierten handelt.

Laut RGU wurden alle Insassen des Reisebusses, mit dem die Mannschaft und die Betreuer schon am Donnerstag von München nach Zwickau gefahren waren, in die häusliche Isolation geschickt.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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