Coronavirus: Lockdown-Regeln in Israel sollen nach Corona-Rekord verschärft werden

Deutschland - Ein Ende der seit mehreren Monaten andauernden Corona-Krise ist nicht in Sicht. Maskenpflicht und Abstandsregeln sind aus unserem Alltag (vorerst) nicht mehr wegzudenken. In anderen Ländern ist die zweite Infektionswelle bereits angerollt. Wie geht es in der Bundesrepublik Deutschland weiter? TAG24 berichtet im Liveticker über das aktuelle Geschehen.  

Update, 23. September, 23.29 Uhr: Lockdown-Regeln in Israel sollen nach Corona-Rekord verschärft werden

Kurz nach der Verkündung von Rekordzahlen sollen die Lockdown-Bestimmungen in Israel verschärft werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte am späten Mittwochabend in einer Videobotschaft an, dass der seit vergangenen Freitag geltende, ohnehin schon verschärfte Lockdown ab kommenden Freitag für zwei Wochen in einen "kompletten Lockdown" umgewandelt werden solle. Details nannte der Regierungschef zunächst nicht.

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass für Dienstag 6950 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet wurden. So viele neue Fälle an einem Tag wurden bislang noch nicht registriert. Die Zahl der Tests hatte zuletzt ebenfalls zugenommen, die Quote der positiven Tests betrug aber sehr hohe 11,7 Prozent.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1769 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen.

Ein offener Sarg liegt vor einem speziellen Leichenschauhaus für Covid-19-Opfer. In Folge der auf einen Rekordwert angestiegenen Corona-Neuinfektionen in Israel sehen sich Bestattungshelfer mit einer wachsenden Anzahl von Covid-19-Todesopfern konfrontiert
Ein offener Sarg liegt vor einem speziellen Leichenschauhaus für Covid-19-Opfer. In Folge der auf einen Rekordwert angestiegenen Corona-Neuinfektionen in Israel sehen sich Bestattungshelfer mit einer wachsenden Anzahl von Covid-19-Todesopfern konfrontiert  © Oded Balilty/AP/dpa

Update, 23. September, 21.50 Uhr: Vizepräsident der EU-Kommission wegen Corona-Fall in Quarantäne

Mit EU-Kommissionsmitglied Valdis Dombrovskis hat sich ein weiterer europäischer Spitzenpolitiker wegen einer Covid-19-Infektion in seinem Umfeld in häusliche Quarantäne begeben. 

Der unter anderem für die EU-Handelspolitik zuständige Vizepräsident der Brüsseler Behörde teilte am Mittwochabend mit, dass eine seiner Kontaktpersonen positiv getestet worden sei. Er selbst habe allerdings keine Symptome und fühle sich gut. Während des Treffens Anfang der Woche seien auch die Abstandsregeln beachtet worden, teilte der aus Lettland stammende Politiker mit.

Erst am Dienstag war ein eigentlich für diesen Donnerstag und Freitag geplanter EU-Sondergipfel abgesagt worden, weil sich EU-Ratschef Charles Michel wegen der Covid-19-Infektion eines Sicherheitsbeamten in Quarantäne begeben musste. Wenige Stunde vor Dombrovskis hatte das Auswärtige Amt in Berlin mitgeteilt, dass sich Bundesaußenminister Heiko Maas ebenfalls wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben habe.

Update, 23. September, 21.40 Uhr: Britischer Oppositionsführer: Regierung in Pandemie "gescheitert"

Der britische Oppositionsführer Keir Starmer hat den Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Die aktuelle Corona-Situation des Landes sei auf ein "Scheitern der Regierung" zurückzuführen, sagte der Chef der Labour-Partei am Mittwochabend in einer Fernsehansprache im Sender BBC. 

Mit mehr als 6000 Fällen zählte Großbritannien am Mittwoch den höchsten Stand an täglichen Neuinfektionen seit Anfang Mai. Premierminister Boris Johnson hatte zu Beginn der Woche wieder schärfere Corona-Maßnahmen eingeführt und die Briten am Dienstag in einer Fernsehansprache darauf eingeschworen, sich daran zu halten.

Zudem kritisierte Starmer, dass Großbritannien noch immer nicht über ein funktionierendes Test- und Nachverfolgungssystem verfüge und Menschen teilweise Hunderte Kilometer weit für einen Test fahren müssten. Mit mehr als 40.000 Toten nach einer Infektion mit dem Virus ist Großbritannien das am schwersten getroffene Land Europas.

Update, 23. September, 21.13 Uhr: Anteil positiver Corona-Tests gestiegen

Zuletzt fiel ein größerer Anteil der in Deutschland durchgeführten Corona-Tests positiv aus. Die so genannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht von Mittwochabend schrieb. Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen. 

Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 38 rund 1,086 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,121 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 12.900 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 9700 noch deutlich weniger.

Eine Bedienstete weist in einem Terminal des Frankfurter Flughafens den Weg zur Anmeldung für einen Corona-Test.
Eine Bedienstete weist in einem Terminal des Frankfurter Flughafens den Weg zur Anmeldung für einen Corona-Test.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 23. September, 21.02 Uhr: Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. 

Das geht aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervor. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten wieder ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen.

Neu hinzugekommen sind am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien. Zudem wurden weitere Regionen in Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn als Risikogebiete ausgewiesen. Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete noch im Laufe des Abends eine Reisewarnung ausspricht. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Der Tourismus steckt bereits in der Krise, das dürfte sich nun noch einmal verschärfen.
Der Tourismus steckt bereits in der Krise, das dürfte sich nun noch einmal verschärfen.  © Clara Margais/dpa

Update, 23. September, 20.47 Uhr: Bars und Restaurants in Marseille müssen wegen Corona schließen

Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus Bars und Restaurants in Teilen des Landes. Für die südfranzösische Hafenmetropole und das Überseegebiet Guadeloupe sei die "maximale Alarmstufe" ausgerufen worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch. Dort müssten ab Samstag alle Bars und Restaurants komplett schließen. 

In der Hauptstadt Paris und weiteren Großstädten wie Lille oder Rennes müssten Bars ab Montag um 22 Uhr schließen.

Dort gelte nun eine "hohe Alarmstufe", es gebe daher eine Obergrenze von zehn Personen bei Treffen in der Öffentlichkeit, erklärte Véran. Im stark betroffenen Marseille würden zudem alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen geschlossen, sofern sie kein "strenges Gesundheitsprotokoll" eingeführt hätten, sagte Véran. 

Theater und Kinos seien davon nicht betroffen. Ziel sei es, dass die Bars und Restaurants in der Hafenstadt nicht länger als zwei Wochen geschlossen sein müssten.

Update, 23. September, 20.35 Uhr: 1769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (59).
Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (59).  © Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Update, 23. September, 19.17 Uhr: UN-Organisationen: Falschmeldungen gefährden Corona-Bekämpfung

Mehrere UN-Organisationen haben vor fatalen Auswirkungen durch Falschmeldungen in der Corona-Pandemie gewarnt. 

"Fehlinformationen kosten Leben. Ohne das entsprechende Vertrauen und die richtigen Informationen bleiben diagnostische Tests ungenutzt, Impfkampagnen (oder Kampagnen zur Förderung wirksamer Impfstoffe) werden ihre Ziele nicht erreichen und das Virus wird weiterhin gedeihen", teilten die Vereinten Nationen und ihr angeschlossene Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bündnis am Mittwoch mit.

Zudem erhöhten gefälschte Inhalte unter anderem in den Sozialen Medien das Risiko von Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, so dass auch die Förderung demokratischer Strukturen unter ihnen leide. "Wir fordern die (UN)-Mitgliedstaaten auf, Aktionspläne zur Bekämpfung der Infodemie zu entwickeln und umzusetzen, indem sie die rechtzeitige Verbreitung genauer Informationen auf wissenschaftlicher Grundlage an alle Gemeinschaften und insbesondere an Risikogruppen fördern." Auch Medien und Internetplattformen seien zum Handeln aufgerufen.

Update, 23. September, 18.24 Uhr: AC-Mailand-Spieler Duarte positiv auf Corona getestet

Beim italienischen Erstligisten AC Mailand ist Verteidiger Léo Duarte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Fußballverein am Mittwoch in der Hauptstadt der Lombardei mit. Der 24-Jährige befinde sich den Vorschriften folgend in Quarantäne. 

Corona-Tests bei anderen Milan-Spielern und bei Mitarbeitern seien dagegen alle negativ ausgefallen, hieß es. Die gesamte Gruppe solle vor dem anstehenden Europa-League-Match gegen das norwegische Team FK Bodö/Glimt, das für Donnerstag in Mailand angesetzt ist (Qualifikation, 3. Runde), erneut überprüft werden.

Update, 23. September, 18.18 Uhr: München verschärft Coronaregeln

In München gelten ab Donnerstag zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärfte Kontaktbeschränkungen sowie eine generelle Maskenpflicht in Teilen der Altstadt.

Grundlage dafür ist eine Allgemeinverfügung, die die Stadt am Mittwoch bekanntgegeben hat. Die neuen Regelungen sollen zunächst bis zum 1. Oktober gelten. Sollten die Werte danach immer noch hoch sein, ist auch eine Verlängerung möglich.

In den kommenden Tagen dürfen sich in München nur noch bis zu fünf Menschen oder Angehörige von höchstens zwei Haushalten treffen, egal ob zu Hause, im Freien oder im Lokal. Ausnahmen gelten etwa für Familien oder Lebenspartner. Nicht öffentliche Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten können mit bis zu 25 Menschen gefeiert werden, wenn der Gastgeber ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen kann. Unter freiem Himmel sind bis zu 50 Gäste erlaubt.

 Von 9 Uhr bis 23 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt zudem eine Maskenpflicht. Am Wochenende ist zudem der nächtliche Alkoholkonsum an beliebten Treffpunkten wie dem Gärtnerplatz verboten.

Am 24. September werden die neuen Maßnahmen gegen Corona in der bayerischen Landeshauptstadt in Kraft treten.
Am 24. September werden die neuen Maßnahmen gegen Corona in der bayerischen Landeshauptstadt in Kraft treten.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 23. September, 17.55 Uhr: Mehr als 6000 neue Corona-Fälle in Großbritannien

Mit mehr als 6000 neuen Fällen innerhalb eines Tages hat Großbritannien den höchsten Stand an Corona-Neuinfektionen seit Anfang Mai erreicht. Die zuständige Regierungsbehörde zählte am Mittwoch 6178 neue positiv getestete Fälle. 

Lediglich an zwei Tagen seit Beginn der Pandemie habe die Zahl in Großbritannien höher gelegen, hieß es. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt.

Das Testsystem in Großbritannien geriet in den vergangenen Wochen an seine Grenzen: In vielen Testzentren waren kaum noch Tests verfügbar, teilweise mussten Bürger mit Symptomen mehrere Hundert Kilometer fahren.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England von Donnerstag an um 22 Uhr schließen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet. Die Regierung forderte Arbeitnehmer auf, wenn möglich, wieder von zu Hause aus zu arbeiten. 

In Schottland und Nordirland gelten noch schärfere Regeln, dort dürfen sich bis auf wenige Ausnahmen keine verschiedenen Haushalte mehr miteinander treffen.

In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen landesweit wieder schärfere Schutzmaßnahmen.
In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen landesweit wieder schärfere Schutzmaßnahmen.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Update, 23. September, 16.48 Uhr: Österreichisches Parlament billigt neues Corona-Gesetz

Österreichs Parlament hat einer neuen gesetzlichen Grundlage für Corona-Maßnahmen wie etwa Ausgangssperren zugestimmt. 

Die Regierungskoalition aus konservativer ÖVP und Grünen sowie die oppositionellen Sozialdemokraten stimmten am Mittwoch bei der ersten regulären Sitzung des Nationalrats nach der Sommerpause für das Gesetz. Davor hatte die rechtliche Grundlage für mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie gefehlt.

Das österreichische Verfassungsgericht hatte im Juli festgestellt, dass etwa Verbote für das Betreten öffentlicher Orte im Frühjahr nicht von dem Gesetz gedeckt gewesen waren. Nach dem neuen Gesetz kann ein sogenannter Lockdown nur noch mit Einverständnis von Parlamentariern für höchstens zehn Tage verhängt werden. Er müsste dann gegebenenfalls verlängert werden.

Klar geregelt ist neben Betretungsverboten nun auch, dass etwaige Ausgangssperren unter anderem Ausnahmen wie berufliche Zwecke und Aufenthalt im Freien zur "körperlichen und psychischen Erholung" enthalten. Außerdem hat die Anfang des Monats von der Regierung eingeführte Corona-Ampel, die regional unterschiedliche Maßnahmen auslösen soll, jetzt eine rechtliche Basis.

Update, 23. September, 16.38 Uhr: Belgien lockert Maskenpflicht im Freien - Corona-Zahlen steigen

Trotz hoher Corona-Fallzahlen lockert Belgien die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Ab 1. Oktober sei der Mund-Nasen-Schutz im Freien nicht mehr überall vorgeschrieben, teilte Ministerpräsidentin Sophie Wilmès am Mittwoch mit. Dringend empfohlen ist er jedoch weiter an besonders belebten oder engen Plätzen. In Bussen und Bahnen, Läden und Kinos muss jeder weiter Maske tragen.

Ebenfalls am 1. Oktober soll die Quarantänepflicht bei Corona-Verdachtsfällen auf sieben Tage verkürzt werden, wie Wilmès weiter sagte. Andere Regeln zur Eindämmung der Pandemie bleiben jedoch in Kraft, darunter die Auflage, pro Monat mit nicht mehr als fünf Menschen außerhalb der Familie engere Kontakte zu pflegen.

Belgien ist nach den Kriterien der EU-Seuchenbehörde ECDC inzwischen eine rote Zone mit mehr als 120 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen zwei Wochen. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage wurden 1374 Fälle pro Tag entdeckt, 60 Prozent mehr als in der Vorwoche.

Update, 23. September, 16.28 Uhr: Maskenpflicht in Bus und Bahn soll stärker kontrolliert werden

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen sich auf eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht einstellen. Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich am Mittwoch Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt.

"Die zuständigen Behörden sowie die Verkehrsunternehmen werden ihre Maßnahmen zur Kontrolle und Einhaltung der Maskenpflicht sichtbar erhöhen", heißt es in der Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Aktionstage sollen demnach ein Zeichen des gemeinsamen Willens zur Einhaltung der Maskenpflicht setzen. Je nach Landesrecht soll die Kontrollen auch auf Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt werden.

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht in einer U-Bahn.
Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht in einer U-Bahn.  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 23. September, 16.13 Uhr: Opposition sieht noch Mängel nach 100 Tagen Corona-Warn-App

Die Oppositionsparteien im Bundestag haben eine kritische Bilanz zur Corona-Warn-App des Bundes gezogen. "Die Corona-Warn-App bleibt nach den ersten 100 Tagen unter den Erwartungen", sagte der Grünen-Digitalexperte Dieter Janecek der "Augsburger Allgemeinen".

"Sie ist zwar ein sinnvoller Baustein zur Eindämmung der Pandemie, aber nur herunterladen bringt nichts, wenn die App nicht auch genutzt wird", betonte der Bundestagsabgeordnete. Vor allem informierten zu wenige Betroffene mithilfe der App ihre Kontakte über einen positiven Corona-Test.

Janecek kritisierte technische Schwierigkeiten bei der Warn-Funktion auf Android-Geräten und Aussetzer bei iPhones. Trotz der genannten Schwierigkeiten gelte aber weiter der Appell: "Bitte App runterladen und nutzen."

Update, 23. September, 15.54 Uhr: Corona-Hotspot Ischgl: Schadenersatz-Klagen gegen Österreich

Die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs im Tiroler Skiort Ischgl haben zu ersten Schadenersatz-Klagen gegen die österreichischen Behörden geführt. 

Vier Musterklagen im Namen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben sollen, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Der Verbraucherschützer Peter Kolba, dessen Verein die Klagen eingebracht hat, wirft der Regierung in den entscheidenden Tagen Anfang März schweres Versagen vor. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Rechtsanwalt Alexander Klauser (l) und der Vorsitzende des Verbraucherschutzverbandes Peter Kolba sprechen während einer gemeinsamen Pressekonferenz über eine Sammelklage gegen die Tiroler Landesregierung wegen Nichterfüllung ihrer gesundheitspolitischen Pflichten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Skigebiet Ischgl.
Rechtsanwalt Alexander Klauser (l) und der Vorsitzende des Verbraucherschutzverbandes Peter Kolba sprechen während einer gemeinsamen Pressekonferenz über eine Sammelklage gegen die Tiroler Landesregierung wegen Nichterfüllung ihrer gesundheitspolitischen Pflichten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Skigebiet Ischgl.  © Herbert Neubauer/APA/dpa

Update, 23. September, 15.49 Uhr: Friedenspreisträger Amartya Sen kommt nicht nach Frankfurt

Amartya Sen wird den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in diesem Jahr nicht persönlich entgegennehmen. "Aufgrund der Einreisebeschränkungen und des Gesundheitsrisikos durch die Corona-Pandemie wird der Preisträger zur Preisverleihung live in die Paulskirche zugeschaltet", teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch mit.

Der 1933 in Indien geborene Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph lebt in den USA. Der Friedenspreis wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse, am 18. Oktober, verliehen. Die angesehene Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Am Donnerstag zuvor wird es ein digitales Pressegespräch geben.

Der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen (86). Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020. Bereits 1998 hat er den Wirtschafts-Nobelpreis erhalten.
Der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen (86). Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020. Bereits 1998 hat er den Wirtschafts-Nobelpreis erhalten.  © Anindito Mukherjee/EPA/dpa

Update, 23. September, 15.36 Uhr: Olympia-Macher wollen Ausnahmen von Einreise-Regeln für Sportler

Die Olympia-Macher von Tokio wollen für die einreisenden Athleten im kommenden Sommer Ausnahmen von den strengen Corona-Regeln in Japan erwirken. Die Sportlerinnen und Sportler sollten dann trotzdem ins Land kommen und während der verpflichtenden 14-tägigen Quarantäne auch trainieren dürfen, sagte Toshiro Muto, Geschäftsführer des Organisationskomitees, am Mittwoch.

Zuvor hatte sich eine Arbeitsgruppe getroffen, die Pläne für Sommerspiele unter Corona-Bedingungen entwickeln soll. Olympia und Paralympics in Tokio waren wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr in den Sommer 2021 verlegt worden.

Bis Dezember soll eine Taskforce Konzepte vorlegen, wie Olympia mit Corona-Einschränkungen organisiert werden kann.

Die Olympia-Macher von Tokio wollen für die einreisenden Athleten im kommenden Sommer Ausnahmen von den strengen Corona-Regeln in Japan erwirken.
Die Olympia-Macher von Tokio wollen für die einreisenden Athleten im kommenden Sommer Ausnahmen von den strengen Corona-Regeln in Japan erwirken.

Update, 23. September, 15.34 Uhr: Tschechien führt wegen Corona-Anstiegs Sperrstunde um 22 Uhr ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen führt Tschechien in Kneipen und Gaststätten eine Sperrstunde um 22 Uhr ein. "Unter dem Einfluss des Alkohols kommt es zu viel häufigeren Kontakten und zur Missachtung elementarer Regeln", sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch. Die Maßnahme sei zunächst auf zwei Wochen begrenzt.

Branchenverbände befürchten einen Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent. In Tschechien gibt es eine ausgeprägte Kneipenkultur. Mit mehr als 140 Litern im Jahr pro Kopf zählen die Tschechen zu den Weltmeistern im Bierkonsum.

Einschränkungen gibt es auch bei sportlichen und kulturellen Großveranstaltungen. Im Freien werden sie auf 2000 Sitzplätze begrenzt, in Innenräumen auf maximal 1000. Vor allem Fußball- und Eishockey-Vertreter zeigten sich alarmiert. Der Vorsitzende der nationalen Sportagentur, Milan Hnilicka, kündigte Hilfen an.

Update, 23. September, 15.32 Uhr: Corona-Impfstoff: Johnson & Johnson startet entscheidende Testphase

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff hat nun auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet. 

In einer so genannten Phase III-Studie mit bis zu 60.000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten namens JNJ-78436735 überprüft werden, wie die deutsche Unternehmens-Tochter Janssen-Cilag am Mittwoch in Neuss mitteilte.

Die Besonderheit des Mittels ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Die Ergebnisse der bisherigen klinischen Tests seien positiv verlaufen, hieß es. Das Unternehmen hofft, dass Anfang 2021 die ersten Dosen des Impfstoffs "für den Notfallgebrauch" zur Verfügung stehen.

Update, 23. September, 15.26 Uhr: Appell der Regierung: Corona-Warn-App im Herbst stärker nutzen

Die Bundesregierung ruft alle Bürger dazu auf, wegen steigender Infektionsrisiken im nahen Herbst und Winter die neue Corona-Warn-App stärker einzusetzen. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin. 

Dazu gehöre, bei einem positiven Test auch seine Kontakte über die Smartphone-Anwendung zu informieren - bisher passiere das nur in der Hälfte der Fälle. Vor Beratungen von Bund und Ländern in der kommenden Woche unterstrich Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), dass Lockerungen von Schutzmaßnahmen derzeit nicht angebracht seien. Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina sprach sich für ein einheitlicheres Vorgehen in Deutschland aus.

Spahn betonte, die App sei "kein Allheilmittel". Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen. Es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Die Corona-Warn-App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) ruft die Bundesbürger auf, die Corona-Warn-App zu nutzen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) ruft die Bundesbürger auf, die Corona-Warn-App zu nutzen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Update, 23. September, 15.02 Uhr: Neue Maßnahmen gegen Corona in Frankreich erwartet

Frankreichs Regierung will neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ankündigen. "Die Situation verschlechtert sich in einigen Gebieten schneller als in anderen und sie verschlechtert sich in einigen Regionen drastisch", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. 

Mancherorts wachse der Druck auf die Krankenhäuser. Weitere Maßnahmen würden daher ergriffen und sollten am Mittwochabend von Gesundheitsminister Olivier Véran bekannt gegeben werden, sagte Attal, ohne weitere Details zu nennen.

Medienberichten zufolge wird erwartet, dass Véran Einschränkungen für die Hauptstadt Paris ankündigen wird. Zuvor hatten bereits mehrere Städte nach Aufforderung der Regierung die Regeln verschärft. Dazu zählen etwa Einschränkungen beim Alkoholverkauf und eine Begrenzung der Personenzahl bei Treffen in der Öffentlichkeit.

In Paris ist die Corona-Lage angespannt. Innerhalb einer Woche haben sich den zuletzt verfügbaren Daten zufolge rund 180 von 100.000 Menschen in der Hauptstadt mit dem Coronavirus infiziert. In anderen Regionen des Landes ist dieser Wert aber durchaus noch höher. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen, mehr als 31.000 Menschen sind bisher gestorben. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen liegt regelmäßig bei mehr als 10.000.

Die Zahl der bestätigten Covid-19-Infektionen in Frankreich steigt weiter.
Die Zahl der bestätigten Covid-19-Infektionen in Frankreich steigt weiter.  © Gao Jing/Xinhua/dpa

Update, 23. September, 14.58 Uhr: Bildungsgewerkschaft fordert mehr Corona-Schutz an Schulen

Im Kampf gegen eine Verbreitung von Corona pocht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf einen verlässlichen Infektionsschutz für Lehrende, Schülerinnen und Schüler. 

"Es muss ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume geben", forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse". Und weiter: "Wir brauchen für jede Schule Gefährdungsbeurteilungen." Es gebe marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden könnten. 

An diesem Mittwoch wollte die Kultusministerkonferenz (KMK) mit Experten darüber beraten, wie an Schulen gelüftet werden soll.

Tepe verwies auf Experten, die die üblichen Abstandsregeln auch in der Schule empfohlen hätten. "Die Kultusministerkonferenz hat sich allerdings leider dagegen entschieden", bedauerte Tepe mit Blick auf die Schulminister der Länder. "Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten", forderte Tepe. "Pädagogisch ist das nicht sinnvoll. Aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler
sowie deren Eltern."

Update, 23. September, 14.53 Uhr: Frist für Baukindergeld verlängert

Die Bundesregierung hat die Frist für das Baukindergeld um drei Monate verlängert. Sie gilt jetzt nicht mehr bis Ende dieses Jahres, sondern bis Ende März. Das bedeutet, dass die Leistung beantragen kann, wer bis zum 31. März 2021 eine Baugenehmigung erhält oder eine Immobilie kauft. 

Hintergrund ist die Corona-Pandemie, durch die sich die Erteilung von Baugenehmigungen und die Unterzeichnung von Kaufverträgen teilweise verzögert hat. Der Antrag auf Förderung kann noch bis Ende 2023 abgegeben werden. Diese Frist bleibt unverändert.

Wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch weiter mitteilte, hatten bis Ende August 2020 rund 260.500 Familien die Förderung für die eigenen vier Wände beantragt. Dadurch sind für das vor zwei Jahren eingeführte Baukindergeld den Angaben zufolge Mittel in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro gebunden.

Mit Hilfe des Baukindergelds können sich Familien den Wunsch vom Eigenheim erfüllen.
Mit Hilfe des Baukindergelds können sich Familien den Wunsch vom Eigenheim erfüllen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 23. September, 14.45 Uhr: Bischöfe besorgt wegen Verschwörungsideologien

Angesichts von Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen hat sich der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck gegen Verschwörungsideologien gewandt. 

"Die Corona-Krise ist ein Brandbeschleuniger", sagte Overbeck am Mittwoch bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda mit Blick unter anderem auf eine Demonstration in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen Ende August. Dabei hatten Demonstranten Absperrungen durchbrochen und kurzzeitig auf den Stufen des Reichstags unter anderem Fahnen des Kaiserreichs geschwenkt.

Overbeck zeigte sich von der Entwicklung besorgt. Menschen aus den verschiedenen Milieus schlössen sich – in Staatsferne vereint – zu eigentümlichen Allianzen zusammen und hingen teils auch Verschwörungsideologien an.

Solche Bewegungen dürften zwar mit Blick auf die Zahl ihrer Anhänger nicht überbewertet werden. Auch gehörten lebhafte Debatten über Inhalte sowie eine Vielfalt der Perspektiven zu jeder Demokratie. "Aber es ist für unser Zusammenleben in einer Demokratie brandgefährlich, wenn deren Grundfeste infrage gestellt werden, wenn Antisemitismus, Rassismus und Hetze aufflammen."

Update, 23. September, 14.37 Uhr: Maas wegen Corona-Infektion eines Personenschützers in Quarantäne

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Außenminister Heiko Maas (54, SPD) hat sich in Corona-Quarantäne begeben.
Außenminister Heiko Maas (54, SPD) hat sich in Corona-Quarantäne begeben.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Update, 23. September, 14.13 Uhr: Scholz rechnet bis 2024 nicht mit Schwarzer Null

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet auch in den kommenden Jahren nicht mit einer Rückkehr zur Schwarzen Null, also einem Bundeshaushalt komplett ohne neue Schulden. Er wolle in den Jahren 2022 bis 2024 die Kredite aufnehmen, die die Schuldenbremse erlaube, sagte der Vizekanzler am Mittwoch in Berlin. Die Schuldenbremse im Grundgesetz ermöglicht eine geringe Neuverschuldung.

Für das kommende Jahr soll sie wegen der Corona-Pandemie allerdings noch einmal ausgesetzt werden, damit höhere Kredite möglich sind. Scholz plant für 2021 mit neuen Schulden in Höhe von 96,2 Milliarden Euro. Das Kabinett segnete seinen Haushaltsentwurf am Mittwoch ab, nun wird er im Bundestag diskutiert.

Scholz betonte, Steuersenkungen für Spitzenverdiener seien angesichts der finanziellen Lage nicht angezeigt. "Ich glaube, dass diejenigen, die jetzt in dieser Situation Steuersenkungen versprechen für Leute, die ein paar Hunderttausend Euro im Jahr verdienen, haben entweder Schlimmes mit unserem Land vor, was viele Millionen Bürgerinnen und Bürger bezahlen müssten, oder aber sagen nicht die Wahrheit."

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, der eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, kommt zu einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Regierungsentwurfs zum Bundeshaushalt 2021 und Finanzplan bis 2024.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, der eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, kommt zu einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Regierungsentwurfs zum Bundeshaushalt 2021 und Finanzplan bis 2024.  © Fabrizio Bensch/Reuters/POOL/dpa

Update, 23. September, 13.51 Uhr: Krankenversicherte müssen sich auf höhere Beiträge einstellen

Die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen im kommenden Jahr wahrscheinlich im Durchschnitt um 0,2 Prozentpunkte höhere Beiträge bezahlen. Das ergibt sich aus einem Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), für den das Kabinett am Mittwoch in Berlin grünes Licht gab.

Erwartet wird eine Finanzierungslücke der gesetzlichen Krankenversicherung von mehr als 16 Milliarden Euro. Zur Finanzierung von Mehrkosten und zum Ausgleich geringerer Einnahmen durch die Corona-Krise soll die gesetzliche Krankenversicherung fünf Milliarden Euro mehr aus Steuergeld erhalten. Aus den Reserven der Krankenkassen sollen einmalig acht Milliarden Euro in die Einnahmen des Gesundheitsfonds fließen. Es dürften dann aber noch rund drei Milliarden Euro fehlen.

Dafür müsste der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2021 um 0,2 Beitragssatzpunkte auf 1,3 Prozent steigen. Das Gesundheitsministerium will den durchschnittlichen Beitragssatz zum 1. November 2020 bekanntgeben. Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden.

Kritik kam vom Krankenkassen-Spitzenverband. Die Pläne seien "sozial unausgewogen und zudem ein massiver Eingriff in die Autonomie der Selbstverwaltung", so die Verwaltungsratsvorsitzenden Uwe Klemens und Volker Hansen. Anja Piel vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds forderte: "Die Versicherten und die gesetzlichen Krankenkassen dürfen nicht zu Zahlmeistern für die Folgekosten der Corona-Pandemie werden."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nimmt an einer Diskussionsrunde zur Nationalen Demenzstrategie im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teil.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nimmt an einer Diskussionsrunde zur Nationalen Demenzstrategie im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teil.  © Hannibal Hanschke/REUTERS/Pool/dpa

Update, 23. September, 13.45 Uhr: Pariser Kunststiftung Louis Vuitton wieder offen

Die Pariser Fondation Louis Vuitton öffnet nach rund sechsmonatiger Corona-Zwangspause wieder - und zwar mit einer Retrospektive über die amerikanische Fotografin Cindy Sherman. Gezeigt werden seit Mittwoch rund 170 Werke aus der Zeit von 1975 bis 2020. Die Ausstellung ist nach Themen wie Mode, Clowns und Historische Porträts gegliedert.

In einer ihren jüngsten Fotoserien stellt Sherman männliche Figuren und Paare dar. Die 66-jährige Fotografin bildet sich in ihren schrillen Arbeiten oft selbst ab – kostümiert und stark geschminkt, um ihre Erscheinung zu verändern. Dabei stehen Fragen nach Identität, Rollenbilder und Körperlichkeit im Mittelpunkt. Die Werkschau dauert bis zum 3. Januar 2021.

Die Stiftung ist eines der letzten Kunstmuseen, das in Frankreich nach der Corona-Pause wieder seine Türen öffnet. Der extravagante Museumsbau des Star-Architekten Frank Gehry (91) liegt im Bois de Boulogne, einem Wald und Park im Westen von Paris, in der Nähe des reichen Vororts Neuilly-sur-Seine.

Update, 23. September, 13.44 Uhr: Niedersachsen lässt Fans wieder in Stadien - Lockerungen weiter offen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen will die Landesregierung erst kurz vor Oktoberbeginn entscheiden, ob zum Monatsanfang weitere Lockerungen in Kraft treten. Bereits klar ist aber, dass Niedersachsen für sechs Wochen die Teil-Rückkehr der Fans in die Fußball-Stadien testet. Ab Freitag dürfen Stadien und Sporthallen zu maximal 20 Prozent ausgelastet werden, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch.

Damit kann bereits das Fußball-Zweitliga-Spiel zwischen dem VfL Osnabrück und Hannover 96 am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) vor 3200 Zuschauern stattfinden. Allerdings gehen auch in Osnabrück die Infektionszahlen aktuell hoch, die Stadt richtete deswegen ihren Corona-Krisenstab wieder ein.

Update, 23. September, 13.40 Uhr: "Menschenverachtend": CDU-Sozialflügel rügt Äußerungen von Merz

Die Äußerungen von Friedrich Merz zur Arbeitsmoral in Corona-Zeiten stoßen beim CDU-Sozialflügel CDA auf heftige Kritik. "In der Corona-Krise haben viele Menschen nicht weniger, sondern mehr gearbeitet", sagte der stellvertretende CDA-Bundesvorsitzende Christian Bäumler der Deutschen Presse-Agentur. "In den Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Lebensmittelhandel, der Logistik und überall dort, wo die Daseinsvorsorge aufrecht erhalten wurde."

Die Äußerungen von Merz seien menschenverachtend, sagte Bäumler. "Die meisten Menschen, die nicht arbeiten durften, haben darunter gelitten, finanziell und mental." Bäumler ist auch baden-württembergischer CDA-Landeschef.

Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Merz hatte zuvor davor gewarnt, sich angesichts der Corona-Krise an ein Leben ohne Arbeit zu gewöhnen. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", hatte der frühere Aufsichtsratschef des US-Vermögensverwalters Blackrock am Sonntagabend im "Bild"-Politiktalk "Die richtigen Fragen" gesagt. 

"Wir müssen zurück an die Arbeit." Merz ließ durchblicken, dass aus seiner Sicht vor allem Lehrkräfte ohne triftigen Grund nicht mehr zum Schulunterricht erscheinen. "Es bleiben einfach zu viele Lehrer Zuhause", sagte er. Wer nicht ernsthaft erkrankt sei, müsse auch in die Schule kommen.

Hildesheim: Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef, spricht während des Niedersachsentag der Jungen Union.
Hildesheim: Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef, spricht während des Niedersachsentag der Jungen Union.  © Peter Steffen/dpa

Update, 23. September, 13.37 Uhr: Biathlon auf Schalke für 2020 abgesagt

Die Biathlon-Veranstaltung in der Arena des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 findet 2020 nicht statt. Grund sei das Verbot von Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie, teilte der Verein am Mittwoch mit.

"Gemeinsam mit dem Deutschen Skiverband und Chef-Organisator Herbert Fritzenwenger hat sich der FC Schalke 04 als Veranstalter der WTC nun dazu entschieden, das Wintersportevent um ein Jahr - auf Dezember 2021 - zu verschieben", heißt es in der Mitteilung. Geplant war die Veranstaltung, die jährlich zehntausende Zuschauer anlockt, für den 28. Dezember. In diesem Jahr wäre es im Ruhrgebiet die 19. Auflage gewesen.

Update, 23. September, 13.32 Uhr: Experten beleuchten Schulschließungen wegen Corona kritisch

Europäische Experten haben sich kritisch mit Schulschließungen während der Corona-Pandemie auseinandergesetzt. "Kinder haben mit größerer Wahrscheinlichkeit eine leichte oder asymptomatische Infektion", sagte Jonathan Suk vom Europäischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (ECDC) laut einer Mitteilung. Die Krankheit verlaufe in der Regel sehr mild oder breche gar nicht erst aus. Deshalb sei die Schließung von Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen als Einzelmaßnahme wahrscheinlich nicht gerechtfertigt.

Ob Schulschließungen eine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Coronavirus sind, war am Mittwoch Thema einer internationalen Konferenz, die von der European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) und vom ECDC veranstaltet wurde.

Nur vier Prozent der in den europäischen Ländern registrierten Fälle von Covid-19 betrafen demnach Kinder bis 18 Jahren. 44 Prozent davon waren zwischen 12 und 18 Jahre alt.

Chiara Reno von der Universität Bologna in Italien appellierte an die politischen Entscheidungsträger, die Vor- und Nachteile bei der Strategie zur Wiedereröffnung von Schulen abzuwägen und die psychologischen, erzieherischen und sozialen Folgen für Kinder und ihre Familien zu berücksichtigen.

Schulschließungen könnten sich auf Kinder sehr negativ auswirken, so Reno. Einigen Berichten zufolge seien Kinder und Jugendliche einem hohen Risiko für Depressionen und Angstzuständen ausgesetzt, wenn sie von der Schule und ihren Freunden isoliert sind.

Reno sprach sich dafür aus, die Vorgehensweise an die Altersgruppen anzupassen. Die Umsetzung strenger Maßnahmen zur Infektionskontrolle, wie Händewaschen, Abstandhalten und die Lüftung von Räumen, sei von entscheidender Bedeutung. "Es gibt keine einzige vollständig wirksame Maßnahme, sondern eine Mischung aus Maßnahmen, die unterschiedlich kombiniert und kontextualisiert werden müssen."

Pakistan, Peschawar: Eine Mitarbeiterin misst die Körpertemperatur von Schülerinnen bei deren Ankunft an einer Schule.
Pakistan, Peschawar: Eine Mitarbeiterin misst die Körpertemperatur von Schülerinnen bei deren Ankunft an einer Schule.  © Muhammad Sajjad/AP/dpa

Update, 23. September, 13.31 Uhr: Weltweit massive Einkommensverluste

Das Einkommen von Arbeitnehmern weltweit ist wegen der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen. Der Rückgang dürfte von Januar bis Ende September 3,5 Billionen Dollar (rund drei Billionen Euro) betragen, berichtete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in Genf.

Das sei ein Rückgang von 10,7 Prozent zum Vergleichszeitraum 2019. In diesen Zahlen sind staatliche Einkommensbeihilfen nicht berücksichtigt. Die Menschen seien auf Einkommen angewiesen, um ihre Familien zu ernähren, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. "Die Folgen (dieses Verlustes) sind katastrophal", sagte er.

Betroffen sind demnach vor allem Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Steuerliche Anreize und staatliche Hilfen zur Stützung der Wirtschaft habe es vor allem in Ländern mit hohen Einkommen gegeben. Die armen Länder brauchten Schuldenerlass und mehr Entwicklungshilfe. Die schlimmsten Folgen könnten in den ärmsten Ländern mit 45 Milliarden Dollar verhindert werden - das sei weniger als ein Prozent von dem, was Länder mit hohen Einkommen in ihre Volkswirtschaften gepumpt hätten.

Weltweit sei die Zahl der Arbeitsstunden stärker eingebrochen als zunächst angenommen, schreibt die ILO. Im 2. Quartal 2020 seien verglichen mit dem 4. Quartal 2019 Arbeitsstunden im Umfang von 495 Millionen Vollzeitstellen (auf Basis einer 48-Stunden-Woche) weggefallen. Das entspreche 17,3 Prozent.

Ohne Stützungsmaßnahmen wären 28 Prozent weggefallen, sagte Ryder. Im Juni war die ILO für das 2. Quartal noch von einem Verlust von Arbeitsstunden im Umfang von 400 Millionen Vollzeitstellen ausgegangen. Im 4. Quartal dürften noch Arbeitsstunden fehlen, die 245 Millionen Vollzeit-Stellen entsprechen, nicht, wie im Juni gehofft, 140 Millionen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen ILO, IWF, OECD, Weltbank und WTO im Bundeskanzleramt teil. (auf dem Monitor ist Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zu sehen).
Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen ILO, IWF, OECD, Weltbank und WTO im Bundeskanzleramt teil. (auf dem Monitor ist Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zu sehen).  © Sandra Steins/Bundespresseamt-Pool/dp

Update, 23. September, 13.26 Uhr: Kein Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten in Thüringen, aber Einschränkungen

Besucher von Weihnachtsmärkten in Thüringen können in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie keinen Glühwein mit Schuss und harte Spirituosen an den Marktständen trinken. Das sieht eine vom Gesundheitsministerium erarbeitete Regelung für die Weihnachtsmärkte vor, wie ein Ministeriumssprecher am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Der Ausschank anderer alkoholischer Getränke wird nicht verboten, allerdings zeitlich begrenzt. Nach der in Abstimmung mit den Kommunen erarbeiteten Regelung muss der Alkoholausschank um 21 Uhr eingestellt werden. Bierzelte sind nicht erlaubt. Die Regelung soll laut Ministerium auch für ähnliche Märkte gelten.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte kürzlich gesagt, die Landesregierung wolle ballermannähnliche Zustände mit Zusammenkünften vieler alkoholisierter Besucher auf den Weihnachtsmärkten unterbinden. Die jetzige Regelung sieht auch eine Besucherlenkung durch ein Einbahnstraßensystem und den Verzehr von Speisen und Getränken auf separaten Flächen vor. Musik- und andere Kulturangebote sind unter Wahrung von Abstandsregeln erlaubt.

Auch Blasmusiker dürfen unter dieser Voraussetzung auftreten. Bekanntester Weihnachtsmarkt in Thüringen ist der in Erfurt, der in normalen Zeiten jährlich um die zwei Millionen Gäste anzieht. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" berichtet.

Unterdessen verlängert Thüringen die landesweiten Corona-Regelungen bis zum 31. Oktober - vorerst unverändert. Sie schreiben unter anderem die Verpflichtung zum Erheben von Kontaktdaten bei Gaststättenbesuchern, Maskenpflicht für Kunden im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr und ein Bußgeld von 60 Euro für Maskenverweigerer vor. Familienfeiern mit mehr als 50 Teilnehmern in Räumen und ab 100 Teilnehmern im Freien müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die derzeitige Verordnung gilt bis Ende September.

Eisenach: Die Georgenkirche und der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt.
Eisenach: Die Georgenkirche und der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt.  © Martin Schutt/ZB/dpa

Update, 23. September, 13.23 Uhr: Verwirrung um positive Corona-Tests bei Tennisprofi Paire in Hamburg

Der bereits bei den US Open in New York positiv auf das Coronavirus getestete Franzose Benoit Paire hat mit dem Öffentlichmachen weiterer positiver Tests beim Tennis-Turnier in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Paire erklärte am Mittwoch, nachdem er seine Erstrunden-Partie gegen den Norweger Casper Ruud beim Stand von 4:6, 0:2 wegen Erschöpfung aufgegeben hatte, er sei in Hamburg zwei Mal positiv getestet worden, habe nach einem weiteren negativen Test aber am Turnier teilnehmen dürfen.

Nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er sich nach seinem Ausschluss von den US Open tagelang im Hotel in Quarantäne hatte begeben müssen, sei er sowohl in Frankreich als auch beim Masters-1000-Event in Rom negativ getestet worden. "Ich verstehe das alles nicht mehr", sagte Paire. "Ich bin einfach nur müde."

Ob er bei den am Sonntag beginnenden French Open in seiner Heimat antreten werde, ließ der 31 Jahre alte Franzose offen. Wenn nicht, werde er seine Saison sofort beenden. "So macht es keinen Spaß", sagte Paire. Das Leben bestehe nicht nur aus Netflix und Playstation, sagte der Franzose mit Blick auf den Zeitvertreib in der Quarantäne.

Tennis ATP-Tour - German Open, Einzel, Herren, 1. Runde im Stadion am Rothenbaum. Ruud (Norwegen) - Paire (Frankreich). Benoit Paire in Aktion.
Tennis ATP-Tour - German Open, Einzel, Herren, 1. Runde im Stadion am Rothenbaum. Ruud (Norwegen) - Paire (Frankreich). Benoit Paire in Aktion.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 23. September, 12.45 Uhr: Drosten: "Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen" - besser wappnen

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. "Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern", sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin. "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns."

Pragmatische Entscheidungen seien nötig, sagte Drosten dem World Health Summit zufolge. "Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam." Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder. "Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere. Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht", erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

"Wir waren nicht deshalb erfolgreich, weil unsere Gesundheitsämter besser waren als die französischen, oder weil unsere Krankenhäuser besser ausgestattet sind als die italienischen", so Drosten weiter. "Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere." Deutschland müsse viel differenzierter und genauer auf die Entwicklungen im Ausland schauen. "Wir müssen aufhören, uns über so Dinge wie Fußballstadien zu unterhalten. Das ist wirklich komplett irreführend."

Im Moment wisse niemand genau, wie die Pandemie weiter verlaufen wird. Es gebe die Möglichkeit, dass das Ganze nicht mehr so gut zu beherrschen sei und "dass die Wissenschaft beispielsweise mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen einfach zu langsam gewesen ist". Erst am Ende werde klar sein, wie sich die Wissenschaft geschlagen habe. "Denn diese Pandemie ist ja erst mal kein wissenschaftliches Phänomen, es ist eine Naturkatastrophe."

Eine wichtige Lektion aus der Pandemie für die Zukunft sei, dass Gesundheit das Wichtigste für den Einzelnen und die Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft sei, sagte Detlev Ganten, Präsident und Gründer des World Health Summit, bei dem Doppelinterview. "Wirtschaft, Kultur und all das funktioniert eben nicht mehr, wenn das, was wir als garantiert ansehen, nicht mehr da ist. Ich bin nicht sicher, ob das allen wirklich so klar ist."

Klar müsse auch sein, dass die Zulassung eines Impfstoffs nicht sofort die Lösung des Problems bedeute, sagte Drosten. Zunächst müsse die Priorität bei Risikogruppen liegen. "Neben der zu erwartenden Verteilungskompetition ist es auch gar nicht so einfach, so viele Vakzinedosen in Flaschen abzufüllen und die dann auch zu verimpfen", erklärte er. "Deswegen ist das schon eine Unternehmung fürs ganze Jahr 2021."

Christian Drosten, Direktor am Institut für Virologie an der Charite - Universitätsmedizin Berlin, aufgenommen im Forschungsministerium bei einer Pressekonferenz zum Nationalen Forschungsbündnis der Universitätsmedizin im Kampf gegen Covid-19.
Christian Drosten, Direktor am Institut für Virologie an der Charite - Universitätsmedizin Berlin, aufgenommen im Forschungsministerium bei einer Pressekonferenz zum Nationalen Forschungsbündnis der Universitätsmedizin im Kampf gegen Covid-19.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 23. September, 12.43 Uhr: Erste Schadenersatz-Klagen nach Corona-Fällen in Ischgl eingereicht

Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen, unter ihnen ein Geschäftsreisender aus München, waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hieß es. "Es sind nur die ersten Klagen, weitere werden folgen", kündigte Kolba an.

Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) wirft den Verantwortlichen vor, den Tourismusbetrieb im Tiroler Paznauntal trotz des grassierenden Virus nicht bereits vor dem Anreisetag 7. März beendet zu haben. Die Verkündung der Quarantäne "ab sofort" am 13. März durch Bundeskanzler Sebastian Kurz habe für chaotische Zustände und Massenabreisen gesorgt.

Bei dem Verein haben sich nach Kolbas Angaben mehr als 6000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen. Mehr als 1000 von ihnen erteilten dem Verein laut ihm die Vollmacht, in ihrem Namen zu klagen. Die Klagen würden fallen gelassen, wenn die Regierung Fehler eingestehe und Schadenersatz anbiete, sagte Kolba.

Ein Ortsschild steht am Ausgang der Ortschaft Ischgl.
Ein Ortsschild steht am Ausgang der Ortschaft Ischgl.  © Jakob Gruber/APA/dpa

Update, 23. September, 12.31 Uhr: Kanzleramtschef: Kein Anlass für weitere Corona-Lockerungen

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sieht momentan keine Möglichkeiten für weitere Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen. Mit Blick auf die nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag, sagte Braun am Mittwoch in Berlin, man habe schon bei den letzten Gesprächen mit den Ministerpräsidenten gesagt, dass momentan kein Anlass dafür gegeben sei, über weitere Lockerungen nachzudenken.

Braun sprach von einer zunehmenden Tendenz bei den Corona-Zahlen und verwies auf eine abnehmende Zahl von Landkreisen ohne Fälle sowie eine steigende Zahl sogenannter Hotspots. "Wir müssen eben sehr darauf dringen, dass wir überall, wo Hotspots entstehen, wo ein diffuses Infektionsgeschehen ist, auch über klare Beschränkungen sprechen, damit sich das Geschehen insgesamt in Deutschland weiter gut eindämmen lässt."

Merkel und die Länderchefs hatten zuletzt Ende August über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten und wollen am kommenden Dienstag bei einer Videokonferenz erneut miteinander sprechen.

Jens Spahn (M, CDU), Bundesgesundheitsminister, äußert sich zusammen mit Dorothee Bär (l, CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, und Helge Braun (CDU), Chef Bundeskanzleramt, bei einer Pressekonferenz zur Corona-Warn-App, die seit 100 Tagen von den Bürgen genutzt werden kann.
Jens Spahn (M, CDU), Bundesgesundheitsminister, äußert sich zusammen mit Dorothee Bär (l, CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, und Helge Braun (CDU), Chef Bundeskanzleramt, bei einer Pressekonferenz zur Corona-Warn-App, die seit 100 Tagen von den Bürgen genutzt werden kann.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Update, 23. September, 12.27 Uhr: Irlands Vize-Regierungschef Leo Varadkar in Quarantäne

Irlands Vize-Regierungschef Leo Varadkar hat sich nach Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person vorsorglich in Quarantäne begeben. "Mir geht es gut, und ich werde von zuhause arbeiten", sagte der Politiker der bürgerlichen Fine Gael-Partei dem irischen Sender RTE zufolge am Mittwoch.

Er sei in "engem Kontakt" mit jemandem gewesen, der positiv auf Covid-19 getestet worden sei. Sein eigener Test sei zwar negativ ausgefallen, er wolle jedoch den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden folgen, so Varadkar.

Update, 23. September, 11.57 Uhr: Labor statt Wildtier? Forscher kritisieren These zu Corona-Ursprung

In sozialen Netzwerken kursiert derzeit die Behauptung einer chinesischen Virologin, das Coronavirus sei von China in einem Labor hergestellt und absichtlich freigesetzt worden. Die globale Wissenschaftsgemeinde widerspricht vehement. "Es wurden Daten einseitig interpretiert. Alles, was gegen ihre Hypothese spricht, wurde einfach nicht berücksichtigt", sagte Friedemann Weber, Virologe an der Uni Gießen.

Li-Meng Yan hatte ihre These Mitte September auf einen Server für sogenannte Preprints hochgeladen - für Arbeiten also, die noch nicht von anderen Forschern begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht sind. "Was da drin steht, hält einem wissenschaftlichen Gutachtertum nicht stand", monierte Weber. Beim US-Sender Fox News erweiterte Yan ihre Behauptung noch: Sars-CoV-2 sei nicht nur künstlich hergestellt, sondern auch absichtlich freigelassen worden.

Webers Urteil deckt sich mit dem von Fachkollegen. Der Virologe Stephan Ludwig aus Münster sieht in Yans Aufsatz eine "Vermischung aus Daten und Vermutungen". Er verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift "Nature". Deren Autoren kamen schon im März zu dem Schluss, dass eine Herstellung des Virus im Labor unwahrscheinlich sei. Laut Weber liegt das etwa am Aufbau der Bindestelle zwischen Virus und Zelle: "Wenn man so ein Virus absichtlich konstruieren wollte, würde es anders aussehen."

Frank Hufert, Virologe an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, gibt bei Yans Aussage, China habe das Virus absichtlich freigesetzt, noch einen weiteren Aspekt zu bedenken: "Es gibt für diese Krankheit auch in China keinen Impfstoff und keine Therapie", sagte er. "Ich sehe keinen Grund, warum man einen Ausbruch im eigenen Land starten und damit Menschen und Wirtschaft gefährden sollte."

Auch zahlreiche andere Forscher etwa aus Großbritannien, Frankreich und den USA kritisierten den Beitrag als unwissenschaftlich.

Stephan Ludwig, Direktor des Instituts der Molekulare Virologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Stephan Ludwig, Direktor des Instituts der Molekulare Virologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.  © Guido Kirchner/dpa

Update, 23. September, 11.46 Uhr: Regierung ruft zu intensiverer Nutzung der Corona-App auf

Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die neue Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen.

Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine "große Erfolgsgeschichte". Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400.000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. 

Spahn betonte, die App sei "kein Allheilmittel". Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Die App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen.

Rainer Knirsch, Telekom-Pressesprecher, trägt zu Beginn einer Pressekonferenz zu 100 Tage Corona-Warn-App einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Logo der App im Haus der Bundespressekonferenz.
Rainer Knirsch, Telekom-Pressesprecher, trägt zu Beginn einer Pressekonferenz zu 100 Tage Corona-Warn-App einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Logo der App im Haus der Bundespressekonferenz.  © Kay Nietfeld/dp

Update, 23. September, 11.44 Uhr: AfD klagt beim Verwaltungsgericht gegen Maskenpflicht im Landtag

Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag hat in einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Potsdam Klage gegen die erweiterte Maskenpflicht im Parlament eingereicht. Daher werde die entsprechende Allgemeinverfügung bis zur Entscheidung des Gerichts ausgesetzt, sagte Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke am Mittwoch zu Beginn der Plenardebatte. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 23. September, 11.34 Uhr: Corona-Flaute ermöglicht umweltschonenderen Flugzeug-Anflug

Die Corona-Flaute im Luftverkehr hat an den Flughäfen München und Frankfurt umweltschonendere Anflüge ermöglicht. Man habe innerhalb von fünf Wochen ein neues Verfahren entwickelt, das mehr als 2000 Tonnen CO2-Emissionen im Monat vermeide, berichteten Lufthansa und Deutsche Flugsicherung am Mittwoch.

Die Jets können seit Mai ihren kontinuierlichen Sinkflug schon mehr als 370 Kilometer vor dem Startpunkt des eigentlichen Landeanflugs beginnen und ihren Kurs weitgehend ohne nachträgliche Korrekturen verfolgen.

In einem vollbesetzten Luftraum sind hingegen eine deutliche engere Führung der Flugzeuge durch die Lotsen und Anflugverfahren mit mehreren Richtungswechseln üblich. Der für das Drehkreuz Frankfurt verantwortliche Lufthansa-Manager Klaus Froese erklärte: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird."

Ein Airbus A380 der Lufthansa steht am Flughafen Frankfurt in seiner Parkposition.
Ein Airbus A380 der Lufthansa steht am Flughafen Frankfurt in seiner Parkposition.  © Silas Stein/dpa

Update, 23. September, 11.32 Uhr: Mehrheit der Deutschen lat Umfrage für Maskenpflicht auch auf öffentlichen Plätzen

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland könnte sich einer Umfrage zufolge eine Maskenpflicht auch außerhalb von Geschäften und Gebäuden vorstellen.

61 Prozent gaben in einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, das verpflichtende Tragen einer Maske auch etwa auf öffentlichen Plätzen und in Innenstädten als "angemessen" oder "eher angemessen" zu empfinden. 30 Prozent der Befragten fänden das unangemessen, 8 Prozent machten keine Angabe. Ältere Menschen sprachen sich häufiger für eine solche Beschränkung aus als jüngere.

Angesichts steigender Infektionszahlen hatte Bayern zuletzt die Maskenpflicht verschärft: In besonders betroffenen Kommunen muss dort künftig auch auf stark besuchten öffentlichen Plätzen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Ein Mann und eine Frau gehen bei starkem Regen mit Mund-Nasen-Schutz und Regenschirmen über den Platz des 18. März in Berlin.
Ein Mann und eine Frau gehen bei starkem Regen mit Mund-Nasen-Schutz und Regenschirmen über den Platz des 18. März in Berlin.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 23. September, 11.02 Uhr: Kabinett segnet Haushaltsentwurf für 2021 ab

Das Bundeskabinett hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 beschlossen. Im Kampf gegen die Corona-Krise plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) darin erneut mit erheblichen Schulden - rund 96 Milliarden Euro sollen aufgenommen werden. Auch im kommenden Jahr soll deshalb die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden.

Die Ausgaben sollen, auch angesichts sinkender Steuereinnahmen, fast ein Fünftel niedriger sein als 2020 - allerdings schlugen in diesem Jahr auch maßgebliche Ausgaben etwa für Hilfspakete zu Buche. Ab 2022 will Scholz die Schuldenbremse wieder einhalten. In gewissem Umfang sind aber auch damit Kredite erlaubt, so dass eine Rückkehr zur schwarzen Null vorerst nicht in Sicht ist.

Der Etat sieht Milliardeninvestitionen in Straßen und Schienenwege, in den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und etwa in die Kinderbetreuung vor. Ziel sei es, so heißt es im Entwurf, "die Grundlage für ein nachhaltiges und kräftiges Wirtschaftswachstum in Deutschland zu legen, damit Deutschland schnell und kraftvoll aus der Krise herauskommt".

Nach dem Kabinettsbeschluss befassen sich nun Bundestag und Bundesrat mit den Haushaltsplänen. Zum Jahresende sollen sie endgültig verabschiedet werden.

Olaf Scholz (r, SPD), Bundesminister der Finanzen, und Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, begrüßen sich zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt.
Olaf Scholz (r, SPD), Bundesminister der Finanzen, und Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, begrüßen sich zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. September, 10.35 Uhr: Linke an Merkel: Bund soll MV-Werften helfen - "Zeit läuft davon"

Bundes- und Landtagsfraktion der Linken haben in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, der Bund möge schnell den in Geldnöten steckenden MV-Werften mit ihren rund 3000 Arbeitsplätzen helfen.

"Die Zeit läuft davon, es stehen der industrielle Kern des Landes und mit ihm viele Arbeitsplätze auf dem Spiel", erklärte die Vorsitzende der Landtagsfraktion der Linken in Schwerin, Simone Oldenburg, am Mittwoch. Zusammen mit den Zulieferern gehe es um insgesamt 16 000 Jobs. "Es muss alles dafür getan werden, damit die Werften unter den Rettungsschirm des Bundes kommen können. Das muss Chefsache sein."

Eigentlich sollten die MV-Werften mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund Anfang Oktober unter den Corona-Rettungsschirm des Bundes. So lange reichen dem Vernehmen nach die liquiden Mittel der Werften. Doch Gutachten, welche die Zukunftsfähigkeit der zur asiatischen Genting-Gruppe gehörenden Schiffbaubetriebe bescheinigen sollen, stehen noch aus. Laut Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) soll nun bis Ende des Jahres eine längerfristige Finanzierung der MV-Werften unter dem Rettungsschirm des Bundes erreicht werden. Für die damit nötige Zwischenfinanzierung sieht auch der Minister den Bund am Zug.

Simone Oldenburg, Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt auf ihrem Abgeordnetenplatz.
Simone Oldenburg, Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt auf ihrem Abgeordnetenplatz.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. September, 10.15 Uhr: Sanitäter sollen Israels Kliniken in Corona-Krise unterstützen

Rettungssanitäter sollen ab sofort in Israel das Personal in Krankenhäusern in der Corona-Krise unterstützen. Diese Maßnahme ordnete Gesundheitsminister Juli Edelstein am Mittwoch nach einem massiven Anstieg der Infektionszahlen an. Zuvor hatte das Ministerium mit 6861 Fällen einen Rekord an Neuinfektionen mitgeteilt. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden.

In dem Mittelmeerstaat gilt wegen der hohen Infektionszahlen seit Freitag ein zweiter landesweiter Lockdown mit Restriktionen wie Schulschließungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Die Regierung will mit den neuen, zunächst drei Wochen geltenden Maßnahmen vor allem eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Hintergrund war die Warnung von Krankenhausleitern vor drohenden Kapazitätsgrenzen. Kliniken mussten bereits Corona-Patienten zurückweisen, weil kein Platz für ihre Behandlung war. Die Zeitung "Haaretz" zitierte einen Vertreter des Rettungsdienstes Magen Adom, wonach das Verteilsystem unter den Kliniken an seine Grenzen stoße.

In der Regierung wird eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen diskutiert. Am Mittwoch wollte das Coronavirus-Kabinett nach stundenlangen Gesprächen vom Vortag erneut darüber beraten.

Jerusalem: Jüdische Frauen beten am Jaffator zur Altstadt von Jerusalem, nachdem sie auf dem Weg zum Gebet an der Westmauer von der Polizei abgewiesen wurden. Das Land befindet sich in einem dreiwöchigen Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie.
Jerusalem: Jüdische Frauen beten am Jaffator zur Altstadt von Jerusalem, nachdem sie auf dem Weg zum Gebet an der Westmauer von der Polizei abgewiesen wurden. Das Land befindet sich in einem dreiwöchigen Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie.  © Maya Alleruzzo/AP/dpa

Update, 23. September, 9.57 Uhr: Wirtschaftseinbruch in Spanien weniger drastisch als befürchtet

Der Einbruch der spanischen Wirtschaft in der Corona-Krise ist etwas weniger drastisch ausgefallen als bisher bekannt. Die viertgrößte Wirtschaft der Eurozone sei im zweiten Quartal zum Vorquartal um 17,8 Prozent geschrumpft, teilte das nationale Statistikamt INE am Mittwoch in Madrid mit. Eine erste Schätzung war von einem Einbruch um 18,5 Prozent ausgegangen.

Zum Vorjahresquartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung Spaniens um 21,5 Prozent. Auch dieser Rückgang fiel etwas weniger heftig aus als zunächst mit 22,1 Prozent veranschlagt. Ökonomen hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der ursprünglichen Werte gerechnet.

Update, 23. September, 9.55 Uhr: Corona-Disziplin mit Militär? - Johnson muss sich rechtfertigen

Die Opposition im britischen Parlament hat Premier Boris Johnson aufgefordert, seinen Vorschlag für einen Einsatz des Militärs im Kampf gegen die Corona-Pandemie genauer zu erklären. Ein Abgeordneter der Labour-Partei fragte in einem Schreiben am Mittwoch, was genau die Soldaten in einem solchen Fall tun und wie die Kosten dafür gestemmt werden sollten. Außenminister Dominic Raab warf der Opposition daraufhin "Panikmache" vor.

In einer Fernsehansprache an die Nation hatte Johnson die Nation am Dienstag darauf eingeschworen, sich an die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie zu halten. "Wir werden mehr Polizei auf der Straße einsetzen und sie mit dem Militär unterstützen, wenn nötig", sagte er und kündigte hohe Bußgelder bei Verstößen an.

Ein Regierungssprecher stellte klar, dass Soldaten gegebenenfalls Büroaufgaben übernehmen oder Plätze bewachen sollten, für die sonst die Polizei zuständig ist. Das Militär solle keine neuen Befugnisse bekommen oder Bußgelder verhängen. Es gehe vielmehr darum, weitere Kapazitäten für Kontrollen bei der Polizei zu schaffen.

In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England von Donnerstag an um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Zudem wird die Maskenpflicht weiter ausgeweitet: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von zuhause zu arbeiten. In Schottland und Nordirland gelten bereits schärfere Regeln.

Das Land befinde sich an einem "gefährlichen Wendepunkt", sagte der Premier. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich in Großbritannien ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Am Dienstag lag die Zahl der Neuerkrankten mit fast 5000 Fällen so hoch wie zuletzt Anfang Mai. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

London: Boris Johnson (r), Premierminister von Großbritannien, gibt im britischen Unterhaus vor den Abgeordneten eine Erklärung ab.
London: Boris Johnson (r), Premierminister von Großbritannien, gibt im britischen Unterhaus vor den Abgeordneten eine Erklärung ab.  © Jessica Taylor/UK Parliament/AP/dpa

Update, 23. September, 9.15 Uhr: Hamm hat bundesweit höchste Corona-Kennzahl

Die westfälische Stadt Hamm lag am Mittwoch nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bei 80,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Bei der wichtigen Kennziffer, an der sich unter anderem Maßnahmen der Behörden orientieren, lag Hamm damit bundesweit mit Abstand vorn. Die Stadt selbst hatte am Dienstag sogar einen Wert von 87,1 genannt. Die Differenz kann durch Meldewege entstehen.

In Hamm müssen ab diesem Mittwoch Schüler im Unterricht wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die westfälische Stadt hatte diesen Schritt für weiterführende Schulen am Dienstag beschlossen, wenn baulich ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht gewährleistet sei. Die Stadt sei derzeit die einzige in NRW, die diese Maßnahmen ergreifen müsse, hatte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) angekündigt.

Zugleich dürfen sich ab diesem Mittwoch im öffentlichen Raum in Hamm nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten gemeinsam aufhalten. Die Kontaktbeschränkung in der 182.000-Einwohner-Stadt gilt für zunächst zwei Wochen, ebenso das Tragen von Alltagsmasken im Klassenraum.

In Hamm gilt als Auslöser der zweiten Corona-Welle vor allem eine Großhochzeit und damit verbundene Feste, die laut OB Hunsteger-Petermann in Hamm, Dortmund und Werl stattgefunden hatten. Nach neuesten Erkenntnissen seien dort mindestens 309 Teilnehmer aus Hamm gewesen, die allesamt in Quarantäne müssten und nun getestet würden.

Eine Außenaufnahme des Rathauses der Stadt Hamm. Angesichts des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen, führt die Stadt neue Beschränkungen und für weiterführende Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht ein.
Eine Außenaufnahme des Rathauses der Stadt Hamm. Angesichts des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen, führt die Stadt neue Beschränkungen und für weiterführende Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht ein.  © Guido Kirchner/dpa

Update, 23. September, 9.06 Uhr: Maskenpflicht in Restaurants in Baden-Württemberg jetzt teilweise auch für Gäste

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Landesregierung die Maskenpflicht in Gaststätten verschärft. Wer in Restaurants nicht auf einem Platz sitzt, sondern etwa zu einem Tisch oder zur Toilette geht, muss ab 30. September einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Die Maskenpflicht gilt dann auch in Freizeitparks und Vergnügungsstätten in geschlossenen Räumen und in Wartebereichen. "Es gibt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot bei Verstoß gegen die Maskenpflicht", teilte die Landesregierung am Dienstagabend in Stuttgart mit. Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern bleiben untersagt.

Update, 23. September, 9.04 Uhr: Wiener Opernball soll wegen Corona-Pandemie abgesagt werden

Der Wiener Opernball soll aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant im Februar 2021 stattfinden. Das teilten Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) der Nachrichtenagentur APA mit. Die Absage des bedeutenden Gesellschaftsevents soll demnach noch am Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden. 

"Aufgrund der Corona-Situation wäre es verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten", erklärte Kurz in dem Statement. Der Opernball sei für Wien und Österreich als Kulturnation ein großes Aushängeschild und die Entscheidung sei nicht leicht gefallen.

Der Ball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Für das Event wird die Staatsoper in einen riesigen Tanzsaal umgebaut. Die Tickets für das stets ausverkaufte Ereignis kosten zwischen 315 Euro und 23.600 Euro für eine Loge. Die Staatsoper macht nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von mehr als einer Million Euro.

Debütantenpaare befinden sich in der Wiener Staatsoper während der Generalprobe für den Opernball im Februar 2020.
Debütantenpaare befinden sich in der Wiener Staatsoper während der Generalprobe für den Opernball im Februar 2020.  © Herbert Neubauer/APA/dpa

Update, 23. September, 8.55 Uhr: Rekord an Corona-Infektionen in Israel - Fast 6900 neue Fälle

Wenige Tage nach Beginn eines zweiten landesweiten Lockdowns sind die Corona-Zahlen in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 6861 Fälle registriert worden. So viele Neuinfektionen an einem Tag wurden in dem Land noch nicht verzeichnet - allerdings nahm zuletzt auch die Zahl der Tests zu. Der bisherige Rekord datierte mit 5533 Fällen vom 15. September. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1769 tägliche Neuinfektionen ausgewiesen.

Seit Freitag gilt in dem Mittelmeerstaat ein zweiter landesweiter Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Schulschließungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Regierung will mit den neuen, zunächst drei Wochen geltenden Restriktionen vor allem eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Ein Auslöser war die Warnung von Krankenhausleitern vor drohenden Kapazitätsgrenzen. In der Regierung wird eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen diskutiert. Am Mittwoch wollte das Coronavirus-Kabinett nach stundenlangen Beratungen am Vortag erneut darüber beraten.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Zahlen jedoch in die Höhe. Die Regierung wiederum appellierte immer wieder an die Menschen, sich an Vorschriften wie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und Abstandsregeln zu halten. Am stärksten betroffen sind arabische und ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen.

Israel, Tel Aviv: Männer spielen Paddelball neben einem geschlossenen Hotel. Das Land befindet sich in einem dreiwöchigen Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie.
Israel, Tel Aviv: Männer spielen Paddelball neben einem geschlossenen Hotel. Das Land befindet sich in einem dreiwöchigen Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie.  © Oded Balilty/AP/dpa

Update, 23. September, 8.27 Uhr: Budapest-Oberbürgermeister: Supercup als Geisterspiel

Angesichts der Corona-Lage hat sich Budapests Oberbürgermeister Gergely Karacsony gegen die Austragung des Supercup-Finales FC Bayern gegen Sevilla vor Publikum ausgesprochen. "Hätte ich die rechtlichen Möglichkeiten, das zu entscheiden, würde ich das Match hinter geschlossenen Toren stattfinden lassen", sagte der grün-liberale Politiker der oppositionellen Tageszeitung "Nepzava" (Mittwoch-Ausgabe). "Die Verantwortung liegt bei denen, die die Entscheidungsgewalt haben", fügte er mit Blick auf die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban hinzu.

Das Spiel soll am Donnerstagabend in der Budapester Puskas-Arena über die Bühne gehen. In dem rund 67.000 Zuschauer fassenden Stadion stehen rund 30 Prozent der Plätze den Fans zur Verfügung. Das Vorhaben, an dem der europäische Fußballverband Uefa und die Orban-Regierung festhalten, gilt als umstritten. Das deutsche Robert-Koch-Institut stuft Budapest wegen der steigenden Corona-Zahlen als Risikogebiet ein. Bayern hatte am Dienstag die Quarantäneregeln für zurückkehrende Fans verschärft.

Karacsony ist seit letztem Oktober Oberbürgermeister von Budapest. Bei der Direktwahl hatte er sich deutlicher als erwartet gegen den Amtsinhaber aus Orbans Fidesz-Partei durchgesetzt.

Gergely Karacsony spricht nach der Bürgermeisterwahl in Budapest auf einer Pressekonferenz.
Gergely Karacsony spricht nach der Bürgermeisterwahl in Budapest auf einer Pressekonferenz.  © Zoltan Balogh/MTI/AP/dpa

Update, 23. September, 7.56 Uhr: 1769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Dienstag bei 0,92 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,99 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Thüringen, Meiningen: Ein Schild an einem Geschäft weist darauf hin, dass es auf Anordnung der Landesregierung zur Eindämmung des Coronavirus geschlossen ist, darüber hängt ein weiteres Schild mit der Aufschrift "Total-Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe".
Thüringen, Meiningen: Ein Schild an einem Geschäft weist darauf hin, dass es auf Anordnung der Landesregierung zur Eindämmung des Coronavirus geschlossen ist, darüber hängt ein weiteres Schild mit der Aufschrift "Total-Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe".  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. September, 6.58 Uhr: Bereits über 200.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Dienstagmittag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Die Schwelle von 150.000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit mehr als 137.000 Toten, gefolgt von Indien mit rund 89.000 Opfern. Relativ zur Einwohnerzahl hingegen ist die Zahl der Opfer unter anderem in Peru, Belgien, und Spanien höher als in den USA.

In Peru etwa starben Johns Hopkins zufolge rund 98 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Belgien 87, in Spanien 65. In den USA waren es bislang 61 Menschen pro 100 000 Einwohner, vergleichbar mit Italien (59). In Deutschland hingegen waren pro 100 000 Einwohnern bislang nur 11 Tote zu beklagen.

Die Webseite der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität aber auch wieder nach unten korrigiert. Der CDC zufolge gab es bis Dienstagmittag (Ortszeit) etwas mehr als 199.000 Corona-Tote. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere oder immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Die Corona-Neuinfektionen pro Tag bewegen sich in den USA weiter auf hohem Niveau. Zuletzt wurden täglich rund 40.000 bestätigte Neuinfektionen gemeldet - mal mehr, mal weniger. Experten zufolge müsste diese Zahl unter 10.000 gebracht werden, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

Demonstrant Mark Beaumont nimmt an einer Mahnwache in der Nähe des Trump International Golf Club teil.
Demonstrant Mark Beaumont nimmt an einer Mahnwache in der Nähe des Trump International Golf Club teil.  © Meghan Mccarthy/Palm Beach Post via ZUMA Wire/dpa

Update, 23. September, 6.42 Uhr: Sky und DAZN verzichten auf Reise zum Supercup-Finale

Sky und DAZN schicken aus Sicherheitsgründen keine Journalisten zum Supercup-Finale des FC Bayern gegen Sevilla in Budapest. Der Pay-TV-Sender und der kostenpflichtige Internetanbieter übertragen das Spiel am Donnerstagabend live, die Kommentatoren sitzen aber in Deutschland. Budapest ist vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden.

"Sky trägt der veränderten Situation in Budapest Rechnung und wird anders als ursprünglich geplant nicht mit Personal vor Ort sein", sagte ein Sprecher. "Im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter haben wir uns dazu entschieden, mit Wolff Fuss und Sebastian Hellmann komplett aus unserem Studio in Unterföhring zu berichten."

Bei DAZN hieß es: "Wir hatten die Reise geplant, haben sie aber aufgrund der Corona-Situation storniert und berichten nun aus Ismaning." Kommentator des Internetanbieters ist Jan Platte, Moderator Alexander Schlüter.

Update, 23. September, 6.40 Uhr: Beherbergungsverbot für Münchner und Würzburger

Menschen aus den aktuellen Corona-Hotspots München und Würzburg müssen derzeit mit deutlichen Einschränkungen rechnen, wenn sie in andere Bundesländer reisen und dort übernachten wollen.

Im Nachbar-Bundesland Baden-Württemberg gilt beispielsweise: "Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben Gäste zu beherbergen, die sich in einem Land-, Stadtkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem der Schwellenwert von 50 neu gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen (Coronavirus) pro 100.000 Einwohner in den vorangehenden sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) überschritten wurde", wie es auf der Homepage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) heißt. Ausnahmen sind möglich, wenn negative Corona-Testergebnisse vorgelegt werden können, die nicht älter als 48 Stunden sind.

Ähnliches gilt nach Dehoga-Angaben auch in Brandenburg, Hamburg und Hessen sowie im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern ist sogar nicht nur die Übernachtung, sondern auch die Einreise für Menschen aus Hotspots mit 7-Tage-Inzidenz über 50 verboten. In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein droht eine 14-tägige Quarantäne.

Zuletzt lag die Inzidenz für München nach Auskunft des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,93 (Stand Montag, 23.59 Uhr), in Würzburg bei 60,99.

Eine Bayernflagge weht vor dem bayerischen Landtag in München.
Eine Bayernflagge weht vor dem bayerischen Landtag in München.  © picture alliance / Sven Hoppe/dpa

Update, 23. September, 6.38 Uhr: GEW-Chefin für Maskenpflicht im Unterricht

Im Kampf gegen eine Verbreitung des Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine generelle Maskenpflicht in Schulen gefordert. "Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten", forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, "aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern".

Derzeit gibt es in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht aber im Unterricht. Die Kultusministerkonferenz hatte Anfang September festgestellt, dass die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den Ländern in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen ausgesprochen und bei Bedarf in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden auf den Unterricht ausgeweitet werden könne.

Tepe forderte weiter Gefährdungsbeurteilungen für jede Schule und ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. "Es gibt marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden können. Da muss es Alternativlösungen geben", sagte die GEW-Chefin der Zeitung.

Schüler sind nahe einer Grundschule unterwegs.
Schüler sind nahe einer Grundschule unterwegs.  © picture alliance / Arne Dedert/dpa

Update, 23. September, 6.34 Uhr: Forscher fordern, Selbstversuche bei Corona-Impfungen zu regulieren

Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern Wissenschaftler aus den USA und Dänemark. Mehr Informationen dazu >>>>hier. 

Update, 23. September, 5.40 Uhr: 100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. "Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen", sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems.

Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein "Vertrauensbeweis der Bevölkerung". Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.

Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Michael Schuster, "Co-Lead" des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

Manuel Höferlin (FDP), Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag, sagte, die Corona-Warn-App sei "technisch sehr gut gemacht". Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne. Anke Domscheit-Berg, die Digitalexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte "die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit". Aus ihrer Sicht sollten aber mehr Menschen die App nutzen. Sie sieht die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Pflicht, besser über den Nutzen der App zu informieren.

Die aktuelle Corona-Warn-App des Bundes im App-Store von Apple.
Die aktuelle Corona-Warn-App des Bundes im App-Store von Apple.  © Christoph Dernbach/dpa

Update, 23. September, 4.40 Uhr: Gewerkschaftsbund kritisiert Plan für Krankenkassenfinanzen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Pläne der Bundesregierung zum Stopfen riesiger Finanzlöcher der Krankenkassen in der Corona-Krise kritisiert. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel warf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine "Plünderung" der Reserven der gesetzlichen Krankenkassen vor.

So soll ein Gesetzentwurf von Spahn an diesem Mittwoch im Kabinett beraten werden, der neben Verbesserungen in der Altenpflege auch die Finanzierung der gestiegenen Krankenkassenkosten regeln soll. Grundsätzlich war das Vorhaben bereits in der vergangenen Woche bekannt geworden. Demnach sollen die Kassen aus ihren Finanzreserven acht Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds überweisen. Aus dem Bundeshaushalt soll ein zusätzlicher Beitrag von fünf Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds fließen.

Piel forderte: "Die enormen Kosten der Pandemie müssen unbedingt durch einen höheren Bundeszuschuss finanziert werden." Seuchenschutz und die Bewältigung von Pandemiefolgen seien Staatsaufgaben.

Update, 23. September, 4 Uhr: Hilfen für Autozulieferer: SPD macht Druck auf Altmaier

Angesichts der angespannten Lage vieler Autozulieferer macht die SPD Druck auf Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Sören Bartol, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er erwarte, dass Altmaier die Sorgen der Zulieferer ernst nehme. "Wir brauchen sehr zügig einen Fonds, der regional den Strukturwandel unterstützt. Statt immer neue Pläne zu schmieden, sollte der Minister die Ärmel hochkrempeln und an die Arbeit gehen. Die Vorschläge liegen alle auf dem Tisch."

Beim "Autogipfel" mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war jüngst der Aufbau eines Fonds diskutiert worden, der das Eigenkapital betroffener Zulieferer stärken soll. Bis zu den nächsten Spitzenberatungen im November soll ein Konzept erarbeitet werden.

Die Koalition hatte zudem bereits ein zusätzliches Programm über insgesamt zwei Milliarden Euro beschlossen. Damit sollen etwa Investitionen in neue Technologien gefördert werden. Viele mittelständische Zulieferer hängen noch am Verbrenner und sind durch die Corona-Krise geschwächt - müssen aber viel Geld in den Strukturwandel investieren.

"Wie bei der Kohle müssen regionale Transformationsstrategien für den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten entwickelt werden, das muss der Bund unterstützen", sagte Bartol. "Und dann auch Geld für die Regionen und Unternehmen bereitstellen, die zu wenig Liquidität haben für neue Ideen und Produkte. Strukturwandel ist ein koordinierter aber kein planwirtschaftlicher Prozess, das braucht Zeit und Geld."

Altmaier habe bisher kein Konzept, wie er die Beschäftigten in der deutschen Industrie im Strukturwandel vor der weltweiten Billigkonkurrenz schützen wolle. "Es kommen neue Ziele und Versprechen statt Lösungen." Dies zielt auf einen Vorstoß Altmaiers. Er hatte unter anderem eine Klimaschutz-Charta vorgeschlagen, die partei- und fraktionsübergreifend von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden solle.

Sören Bartol (SPD), Bundestagsabgeordnete, spricht während einer Sitzung des Bundestages zu den Ergebnissen des Wohngipfels in Berlin.
Sören Bartol (SPD), Bundestagsabgeordnete, spricht während einer Sitzung des Bundestages zu den Ergebnissen des Wohngipfels in Berlin.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 23. September, 3.21 Uhr: Renommierter Van-Cliburn-Musikwettbewerb verschoben

Wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ist der renommierte Van-Cliburn-Musikwettbewerb zum ersten Mal in seiner fast 60-jährigen Geschichte verschoben worden. Der Klavier-Wettbewerb, der normalerweise alle vier Jahre stattfindet, solle statt im Sommer 2021 nun im Sommer 2022 über die Bühne gehen, teilten die Veranstalter in Forth Worth im US-Bundesstaat Texas am Dienstag mit. Unter anderem wegen anhaltender Reisebeschränkungen und Planungsunsicherheiten sei es nicht möglich gewesen, die Veranstaltung im kommenden Jahr abzuhalten.

Zuletzt hatte 2017 der südkoreanische Pianist Yekwon Sunwoo den Wettbewerb und ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Dollar gewonnen. Die Veranstaltung ist nach dem US-Pianisten Van Cliburn (1934-2013) benannt, der 1958 als erster Amerikaner den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewann und damit in den USA zum Volkshelden wurde.

Update, 23. September, 2.52 Uhr: Grüne und Linke: Gegen AfD-Maskenverweigerer im Bundestag vorgehen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordern Grüne und Linke schärfere Regeln, um im Bundestag gegen Maskenverweigerer in der AfD-Fraktion vorgehen zu können.

"Wir werden anregen, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes festzuschreiben", sagte Britta Haßelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Jan Korte von der Linken-Fraktion sagte den Blättern, wenn es notwendig sei, werde man "auch über die Hausordnung sprechen".

Korte betonte: "Bei der AfD denken sie offenbar, dass für sie nicht dieselben Regeln gelten wie für die normale Bevölkerung, nur weil sie Abgeordnete sind." Es gelte, dafür zu sorgen, "dass Abgeordnete aus Risikogruppen ihr Mandat sicher wahrnehmen können, ohne von AfD-Angehörigen in Gefahr gebracht zu werden". Haßelmann kritisierte ebenfalls die AfD-Abgeordneten: "Sie tragen demonstrativ keinen Mund-Nase-Schutz, halten keinen Abstand oder stehen bei namentlichen Abstimmung ohne Maske eng zusammen."

Auch SPD-Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider monierte bei Funke, viele AfD-Abgeordnete gefährdeten "nicht nur die Gesundheit anderer im Parlamentsbetrieb, sondern scheitern auch daran, einer
Vorbildfunktion gerecht zu werden".

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vergangene Woche alle Mitglieder des Parlaments "mit Nachdruck" zum konsequenten Maskentragen in den Räumlichkeiten des Bundestags ermahnt. Die AfD-Fraktion stellt es nach eigenen Angaben ihren Abgeordneten frei, selbst über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu entscheiden.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags und geestikuliert.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags und geestikuliert.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. September, 1.40 Uhr: Saudi-Arabien erlaubt schrittweise wieder kleine Wallfahrt

Saudi-Arabien will die muslimische Wallfahrt Umrah nach sieben Monaten Corona-Auszeit schrittweise und unter strengen Auflagen wieder erlauben. Die zweitgrößte Wallfahrt nach dem sogenannten Hadsch war Ende Februar aus Sorge einer Ausbreitung des Coronavirus verboten worden.

Ab dem 4. Oktober soll die kleine Wallfahrt zunächst für Gläubige, die sich im Land befinden, wieder machbar sein, teilte das saudische Innenministerium mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Dienstagabend meldete.

Die kleine Wallfahrt in die für Muslime heilige Stadt Mekka ist für gläubige Muslime empfohlen. Im Gegensatz zur großen Wallfahrt (Hadsch) kann die Umrah jederzeit durchgeführt werden. Jedes Jahr reisen dafür Millionen Muslime in das Königreich. Das Geschäft mit den Pilgern zählt nach dem Öl zu den wichtigsten Einnahmequellen für Saudi-Arabien.

Zunächst sollen nur 6000 Pilger pro Tag zur Umrah in der Großen Moschee in Mekka zugelassen werden. Dort werde für genügend Abstand zwischen den Gläubigen gesorgt. Ab dem 18. Oktober werde das Königreich 15.000 Pilger zulassen, teilte die Behörde mit. Dann sollen auch die Gebete in der Moschee mit dem Grab des Propheten Mohammed in der Stadt Medina wieder aufgenommen werden.

Muslime im Ausland dürften ab dem 1. November wieder die Wallfahrt ins Königreich aufnehmen. Dann sollen insgesamt 20.000 Pilger pro Tag zugelassen werden. Damit bleibe man weiterhin unter der üblichen Kapazität der Moscheen. Die reduzierten Kapazitäten blieben bestehen, bis die betroffenen Behörden entscheiden, dass die Gefahren der Pandemie vorüber seien, hieß es in der Erklärung.

Saudi-Arabien stoppte die Umrah Ende Februar als Teil der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. In den vergangenen Wochen hat Saudi-Arabien einen deutlichen Rückgang der Infektionen registrieret. Das Land hat bisher über 330.000 Fälle und 4542 Tote in Verbindung mit Covid-19 gemeldet.

Riad: Ein allgemeiner Überblick über die fast leeren Straßen im Gebiet Al Olaya während der landesweiten Ausgangssperre zur Verhinderung der Verbreitung des neuen Coronavirus im März 2020.
Riad: Ein allgemeiner Überblick über die fast leeren Straßen im Gebiet Al Olaya während der landesweiten Ausgangssperre zur Verhinderung der Verbreitung des neuen Coronavirus im März 2020.  © -/Saudi Press Agency/dpa

Update, 23. September, 0.05 Uhr: Nike steigert Gewinn kräftig - Krise kurbelt Online-Absatz an

Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hat Nike im jüngsten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. In den drei Monaten bis Ende August verdiente der weltgrößte Sportartikelhersteller 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro), wie er am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozent im Jahresvergleich.

Nikes Erlöse im digitalen Geschäft kletterten um 82 Prozent. Vor allem in China verbuchte der Adidas-Rivale deutlich mehr Nachfrage. Dennoch sank der konzernweite Umsatz insgesamt um knapp ein Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar. Dank niedrigerer Ausgaben blieb unterm Strich trotzdem wesentlich mehr in der Kasse als vor einem Jahr.

Die Erwartungen der Analysten konnte Nike mit den Quartalszahlen klar übertreffen, Anleger ließen die Aktie nachbörslich zunächst um mehr als acht Prozent steigen. Seit Jahresbeginn hat der Kurs bereits um über 15 Prozent zugelegt. Im Vorquartal hatte Nike aufgrund geschlossener Läden und hoher Sonderkosten angesichts der Corona-Pandemie noch einen hohen Verlust hinnehmen müssen.

Dirk Nowitzki, ehemaliger Basketballer in der NBA, trägt in der BayArena individuelle Sneaker von Nike.
Dirk Nowitzki, ehemaliger Basketballer in der NBA, trägt in der BayArena individuelle Sneaker von Nike.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 22. September, 22.15 Uhr: Drei positive Corona-Tests bei West Ham United - Trainer dabei

Cheftrainer David Moyes sowie die beiden Fußballprofis Issa Diop und Josh Cullen vom englischen Premier-League-Club West Ham United haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. 

Wie die Londoner am Dienstagabend auf ihrer Website weiter mitteilten, habe das Trio das Stadion noch vor dem Ligapokalspiel gegen Hull City (Beginn 20.30 Uhr) verlassen und sich gemäß den Covid-19-Bestimmungen in häusliche Quarantäne begeben.

Das medizinische Team des Clubs sei über die positiven Testergebnisse informiert worden; der Coach und die beiden Spieler hätten keine Symptome gezeigt. Co-Trainer Alan Irvine betreute das Team während des Pokalspiels.

Update, 22. September, 22.05 Uhr: Covid-Patient in Mexiko bekommt neue Lunge

In Mexiko ist nach Angaben eines Krankenhauses eine Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten geglückt. Mehr dazu >> hier.

Auf diesem vom Krankenhaus Christus Muguerza zur Verfügung gestellten Bild führt ein Team um den Chirurgen Wong Jaen eine Doppel-Lungentransplatation an einem Covid-19-Überlebenden durch.
Auf diesem vom Krankenhaus Christus Muguerza zur Verfügung gestellten Bild führt ein Team um den Chirurgen Wong Jaen eine Doppel-Lungentransplatation an einem Covid-19-Überlebenden durch.  © Hospital Christus Muguerza/dpa

Update, 22. September, 22 Uhr: Caroline und Andreas Robens müssen Fitnessstudio wieder schließen

Aktuell sind Caro (41) und Andreas Robens (54) im "Sommerhaus der Stars" zu sehen und kämpfen um 50.000 Euro Siegprämie. Das Geld können die beiden Mallorca-Auswanderer auch dringend gebrauchen.

Die beiden mussten ihr neues Fitnessstudio erneut schließen. Mehr dazu erfahrt Ihr >> hier

Caro (41) und Andreas Robens (54).
Caro (41) und Andreas Robens (54).  © Screenshot/Instagram/caroline_andreas_robens

Update, 22. September, 21.32 Uhr: Eurostat: Zahl der Asylbewerber fällt in Corona-Krise drastisch

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt. Im zweiten Quartal 2020 sei die Zahl der Erstanträge auf internationalen Schutz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf rund 46.500 gefallen, teilte die EU-Statistikagentur Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. 

Dieser starke Rückgang sei auf die Notfallmaßnahmen zurückzuführen, die die EU-Staaten seit Anfang März wegen der Coronavirus-Pandemie ergriffen hätten. Insgesamt habe es innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 196.600 Erstanträge auf Asyl gegeben. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe berichtet.

Die meisten Anträge - fast ein Drittel (14.200) - wurden zwischen April und Juni in Deutschland gestellt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße liegt das kleine EU-Land Zypern jedoch mit 880 Anträgen auf dem ersten Platz. Die meisten Anträge EU-weit stellten Syrer (7700).

Update, 22. September, 20.50 Uhr: Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown für ganze Hauptstadt

Angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen in Madrid hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vor einem Lockdown auch der gesamten Hauptstadtregion gewarnt. Bereits seit Montag sind Wohngebiete mit insgesamt 850.000 Einwohnern teilweise abgesperrt. 

Die Bewohner dürfen sie nur verlassen, um unter anderem zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. "Es macht keinen Sinn, Beschränkungen in einigen Vierteln anzuordnen und in anderen nicht", sagte Ayuso spanischen Medien zufolge am Dienstag. Sie schloss nicht aus, dass womöglich auch die ganze Hauptstadtregion mit insgesamt 6,6 Millionen Einwohnern betroffen werden könnte, wie die Zeitung "El País" berichtete.

Tatsächlich liegt die Zahl der Neuinfektionen nach Informationen vom Dienstag bereits in 16 weiteren Stadtgebieten ebenso wie in den bereits teilweise abgeriegelten Gegenden bei über 1000 je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Zur Einordnung: In Deutschland liegt dieser Wert derzeit bei 13,5 auf sieben Tage gerechnet. Die Vergleichszahl zu Madrid wäre also rein rechnerisch 27 zu gut 1000.

Mit mehr als 680.000 Infektionen und 30.900 Toten ist Spanien das von der Pandemie am heftigsten getroffene Land Westeuropas. Etwa ein Drittel der Fälle wird in Madrid registriert. Für ganz Spanien wies das Gesundheitsministerium am Dienstag 10.799 Neuinfektionen binnen der vergangenen 24 Stunden sowie Nachmeldungen aus vergangenen Tagen aus. Im selben Zeitraum habe es 241 weitere Corona-Tote gegeben.

Die katalanische Regionalregierung reduzierte die verpflichtende Quarantäne für alle, die engen Kontakt zu einem positiv Getesteten hatten, unterdessen von 14 auf 10 Tage. Dies könnte auch bald landesweit gelten, sagte der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa.

Die Polizei stoppt Fahrzeuge an einem Kontrollpunkt.
Die Polizei stoppt Fahrzeuge an einem Kontrollpunkt.  © Bernat Armangue/AP/dpa

Update, 22. September, 20.37 Uhr: Putin wirbt bei UN-Rede für Russlands Corona-Impfstoff

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für den ersten Impfstoff seines Landes gegen das Coronavirus geworben. Russland sei bereit, kostenlos alle UN-Mitarbeiter mit dem Vakzin impfen zu lassen, sagte Putin in einer am Dienstag bei der Generalversammlung in New York gezeigten Videoansprache. 

Russland sei es als erstem Land der Welt gelungen, einen Impfstoff zu registrieren, betonte Putin. Der Kremlchef schlug auch eine Online-Konferenz auf höchster Staatsebene für Länder vor, die an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs interessiert seien.

Die Corona-Pandemie bezeichnete er als große Herausforderung für die Menschheit. Die Experten müssten zwar noch das ganze Ausmaß der Folgen der Krise und des "sozial-wirtschaftlichen Schocks" bewerten. "Aber schon jetzt ist offensichtlich, dass es lange, sehr lange dauern wird, um die globale Wirtschaft wieder aufzubauen", sagte er.

Zu Beginn seiner Ansprache lobte Putin die vor 75 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten Vereinten Nationen als Garant für die Einhaltung internationalen Rechts. Einmal mehr warnte er davor, die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges und den Sieg der Sowjetunion über den Hitlerfaschismus infrage zu stellen. 

Putin erneuerte zudem sein Angebot an die vier anderen großen Atommächte, bei einem Gipfel über die globalen Aufgaben der Zukunft zu sprechen. Ein solcher Gipfel mit persönlicher Begegnung der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates könne sofort nach Ende der Pandemie angesetzt werden, meinte er.

Mit Blick auf die USA warnte der Kremlchef vor einer Bewaffnung des Weltraums. Er schlug den anderen führenden Raumfahrtnationen erneut ein verbindliches Abkommen vor, das Waffen im All verbietet. Und Putin erinnerte daran, dass bald auch das letzte große Abrüstungsabkommen zwischen Russland und den USA auslaufe. Der New-Start-Vertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen endet am 5. Februar 2021. 

Russland und die USA sprechen zwar über eine Verlängerung des Abkommens. Allerdings hat Moskau wenig Hoffnung, dass dies mit Washington unter Präsident Donald Trump gelingen kann.

Wladimir Putin, Präsident von Russland, spricht während einer Aufzeichnung für eine Videobotschaft anlässlich des Beginns der Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung.
Wladimir Putin, Präsident von Russland, spricht während einer Aufzeichnung für eine Videobotschaft anlässlich des Beginns der Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung.  © Mikhail Klimentyev/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa

Update, 22. September, 18.50 Uhr: Macron lehnt in der Corona-Krise Isolierung von älteren Menschen ab

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie lehnt der französische Staatschef Emmanuel Macron eine Isolierung älterer Menschen ab. "Wir werden das Virus nicht besiegen, indem wir unsere Mitbürger isolieren", sagte der Präsident am Dienstag bei einem kurzfristig angesetzten Besuch eines Altersheims in der zentralfranzösischen Loire-Region in der Nähe von Blois. 

Der 42-Jährige wies auf soziale und familiäre Bande hin, die für ältere Menschen wichtig seien.

In Frankreich gibt es große Sorge, denn die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt seit Wochen an - die tägliche 10.000er-Marke wurde bereits überschritten. Die Behörden registrierten bereits mehr als 31.000 Tote.

Die französische Regierung setzt nach generellen, streng überwachten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr nun auf regionale Maßnahmen. Generell gilt in Frankreich die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie bei der Arbeit. In vielen Städten - darunter auch Paris - ist die Maske auch unter freiem Himmel Pflicht.

Macron will die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger würdigen und besondere Aufmerksamkeit auf ältere Menschen richten.
Macron will die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger würdigen und besondere Aufmerksamkeit auf ältere Menschen richten.  © Yoan Valat/EPA Pool/AP/dpa

Update, 22. September, 18.30 Uhr: Westen Österreichs führt wieder Sperrstunde um 22 Uhr ein

In den österreichischen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg gilt ab Freitag eine Sperrstunde von 22 Uhr. Im Rest des Landes dürfen Lokale dagegen weiterhin bis 1 Uhr öffnen. 

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Update, 22. September, 18.22 Uhr: Coronavirus und Ischgl: Erste Schadenersatz-Klagen gegen Österreich

Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich im Skiort Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben, klagen gegen die Republik Österreich und das Land Tirol. 

Am Mittwoch will ein österreichischer Verbraucherschutzverein beim Landgericht Wien die ersten Muster-Klagen einreichen. Es geht um Schadenersatz und die Anerkennung von Folgeschäden. Details sollen bei einer Pressekonferenz am Vormittag (10 Uhr) bekanntgegeben werden.

Mehr als 6000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, hatten sich nach Angaben des Vereins bis Ende August gemeldet. Rund 1000 Menschen hatten sich demnach bis dahin dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder - wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland - nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

Nach Darstellung des Vereins haben die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch des Virus reagiert. Von dem für seine Après-Ski-Szene bekannten Ischgl aus sei das Coronavirus in 45 Staaten getragen worden.

Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert.
Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert.  © Felix Hörhager/dpa

Update, 22. September, 18.10 Uhr: Chinas Präsident Xi: Corona-Pandemie nicht politisieren

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Vorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus zurückgewiesen. "Alle Versuche, zu politisieren oder zu brandmarken, sollten vermieden werden", sagte der chinesische Präsident am Dienstag in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede für die Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York.

Vielmehr sollte die Welt solidarisch im Kampf gegen die Pandemie zusammenstehen. "Covid-19 erinnert uns daran, dass wir in einem miteinander verbundenen globalen Dorf mit gemeinsamen Interessen leben." Der chinesische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Pandemie bewältigt werden könne. "Wir werden die Schlacht gewinnen." Er beteuerte, dass China "umfassende Bemühungen unternommen hat, um die Verbreitung des Virus zu stoppen".

Er plädierte auch für den Zusammenhalt des multilateralen Handelssystems. Alle sollten zusammenarbeiten, eine reibungslose Funktion der globalen Lieferketten sicherzustellen. "Wir sollen uns gegen Unilateralismus und Protektionismus aussprechen", sagte Xi Jinping, ohne die USA oder US-Präsident Donald Trump direkt zu nennen.

Die Weltordnung mit den Vereinten Nationen in der Mitte müsse gewahrt bleiben. China habe friedliche Absichten und werde niemals Vorherrschaft suchen. "Wir haben nicht die Absicht, einen Kalten Krieg oder einen richtigen Krieg zu kämpfen", sagte Xi Jinping.

Sein Land werde sich auch nicht hinter verschlossenen Türen entwickeln. Vielmehr wolle es seine heimische Wirtschaft als wesentliche Stütze entwickeln, die von der globalen Zirkulation unterstützt werde, verwies der Präsident indirekt auf Chinas neue Strategie der "dualen Kreisläufe".

Damit will die zweitgrößte Volkswirtschaft vor dem Hintergrund des Handels- und Technologiekrieges der USA gegen China in Zukunft ihre Abhängigkeit vom Ausland verringern.

Xi Jinping, Präsident von China, spricht während einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft anlässlich des Beginns der Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung.
Xi Jinping, Präsident von China, spricht während einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft anlässlich des Beginns der Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung.  © Uncredited/UNTV/AP/dpa

Update, 22. September, 16.52 Uhr: Johnson: Militäreinsatz zur Kontrolle von Corona-Regeln möglich

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. 

Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und bei Verstößen Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament.

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Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus vor den Abgeordneten über die nächsten Schritte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus vor den Abgeordneten über die nächsten Schritte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.  © House Of Commons/PA Wire/dpa

Update, 22. September, 16.40 Uhr: Spanien stellt Homeoffice auf gesetzliche Basis

Die spanische Regierung hat die in der Corona-Krise stark zugenommene Arbeit von zu Hause aus auf eine rechtliche Basis gestellt. Demnach muss das Arbeiten abhängig Beschäftigter in den eigenen vier Wänden freiwillig sowie umkehrbar sein. Arbeitgeber haben zudem die Kosten für Geräte aber auch für Möbel zu übernehmen, wie die Zeitung "La Vanguardia" und andere Medien am Dienstag berichteten.

Die Arbeit im Homeoffice ist in Spanien wie in den meisten anderen Ländern seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in die Höhe geschnellt. Während noch 2019 nur knapp fünf Prozent aller Beschäftigten nach eigenen Angaben zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiteten, waren es 2020 schon 34 Prozent, wie eine Umfrage des Instituts für Wirtschaftsstudien in Valencia (IVIE) ergab.

Das neue Gesetz geht von Heimarbeit aus, wenn mindestens 30 Prozent der Arbeit während drei Monaten von zu Hause aus erfolgt. Es schreibt vor, dass Beschäftigte im Homeoffice mit den anderen Angestellten eines Unternehmens gleichgestellt sein müssen. Eine Kontrolle von Arbeitsleistung und -zeit des Mitarbeiters im Homeoffice ist grundsätzlich erlaubt, das Wie im Gesetz aber nicht spezifiziert.

Bei neuen Arbeitsverhältnissen muss die Heimarbeit im Vertrag geregelt sein. Bei schon bestehender Heimarbeit ist dies nicht erforderlich. Bereits bestehende betriebliche Vereinbarungen zum Homeoffice bleiben von dem neuen Gesetz für maximal drei Jahre unberührt.

Auf die Eckpunkte für das Homeoffice hatte sich die linke Regierung von Regierungschef Pedro Sánchez in wochenlangen Verhandlungen mit den Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden geeinigt. Auch in Deutschland will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Arbeitnehmer beim Homeoffice besser schützen - etwa vor überlangen Arbeitszeiten. 

"Wir müssen darüber reden, welchen Rechtsrahmen wir für mobiles Arbeiten brauchen", hatte der Minister wiederholt betont. Der Arbeitsschutz dürfe nicht ausgehöhlt werden.

Ein Mann sitzt während Corona zuhause an seinem Arbeitsplatz.
Ein Mann sitzt während Corona zuhause an seinem Arbeitsplatz.  © Marta Fernández Jara/Europa Press/dpa

Update, 22. September, 16.30 Uhr: SPD-Politiker Lauterbach: Corona-Warn-App wird unterschätzt

Die Corona-Warn-App wird nach Meinung des Mediziners und SPD-Politikers Karl Lauterbach unterschätzt. "Ich glaube, dass die goldene Zeit der App jetzt in den nächsten Monaten erst kommt", sagte der Bundestagsabgeordnete am Dienstag dem Radiosender RPR1 in Ludwigshafen. 

"Jetzt im Herbst, wenn die Fallzahlen deutlich steigen, wird die App ein Segen sein." Grundsätzlich habe sie fast immer gut funktioniert, es seien mehrere hundert Warnungen rausgegangen.

Die Corona-Warn-App kann seit Mitte Juni auf Smartphones installiert werden. Sie wurde mittlerweile mehr als 18 Millionen Mal heruntergeladen. Seit der Veröffentlichung im Juni waren mehrfach Fehler entdeckt und wieder behoben worden.

Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen.
Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen.  © Oliver Berg/dpa

Update, 22. September, 15.39 Uhr: Flugverband IATA will Corona-Tests für internationale Passagiere

Flugpassagiere sollen wieder sorglos international reisen können - dafür fordert der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) Corona-Schnelltests direkt vor dem Abflug für jeden Reisenden. Damit würden Quarantäne-Vorschriften im Zielland überflüssig, sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac am Dienstag in Genf. Solche Maßnahmen würgten jede erhoffte Erholung im Luftverkehr ab, warnte er.

Der Verband sei mit Regierungen direkt und in der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) bereits im Gespräch. Die IATA-Fluggesellschaften stünden zu 100 Prozent hinter dem Vorschlag.

Die IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests für weniger als zehn Euro pro Test mit Ergebnissen innerhalb von 15 Minuten ab Oktober auf dem Markt sind und mehr als 99 Prozent akkurate Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei nicht nötig. Die Tests sollten verpflichtend sein, die Kosten von staatlicher Seite getragen werden. Wer einen Test verweigere, könne nicht einsteigen, sagte de Juniac. Für das Programm seien bei einer Erholung des Betriebs mittelfristig wahrscheinlich vier bis fünf Millionen Tests pro Tag nötig.

IATA sehe bei internationalen Flügen kaum Erholung, sagte de Juniac. Im Juli seien verglichen mit dem Vorjahresmonat nur acht Prozent so viele Passagiere unterwegs gewesen. Grund sei unter anderem, dass sie kaum Reisepläne machen könnten, weil sie stets neue Quarantäneauflagen im Zielland befürchten müssten.

Ein Wissenschaftler zeigt einen Corona Schnelltest.
Ein Wissenschaftler zeigt einen Corona Schnelltest.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 22. September, 15.29 Uhr: Strahlenschutzamt rät zur Vorsicht bei spezieller UV-Desinfektion

Bei der Bekämpfung des Coronavirus mit einer speziellen UV-Desinfektion sollten Menschen nicht der Strahlung ausgesetzt sein. Darauf hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Dienstag hingewiesen. Die UV-Strahlung könne Haut und Augen schädigen und sei nachgewiesenermaßen krebserregend, teilte die Behörde mit Sitz im niedersächsischen Salzgitter mit.

Ein Einsatzgebiet für UV-C-Strahlung ist nach BfS-Angaben die Entkeimung von Oberflächen beispielsweise in Laboren. Zur Desinfektion von Luft, Wasser und Oberflächen werde die Strahlung schon seit längerem eingesetzt. Üblicherweise sei dabei keine Person im Raum oder niemand der Strahlung ausgesetzt. Die Präsidentin des Bundesamts, Inge Paulini, betonte nun, dass UV-C-Strahlung keinesfalls zur Desinfektion am Körper eingesetzt werden sollte.

Das Strahlenschutzamt reagiert mit dem Hinweis darauf, dass in der der Corona-Pandemie darüber diskutiert wird, in welchem Maß UV-C-Strahlung zur Desinfektion eingesetzt werden kann. Zuletzt hatte es beispielsweise Berichte über Tests in Bahnhöfen geben, bei denen etwa Handläufe von Rolltreppen keimfrei gemacht werden sollten.

Update, 22. September, 15.17 Uhr: Brüssel: Deutsche Weitergabe von Passagierdaten "nicht vorgesehen"

Die EU-Kommission sieht die in Deutschland praktizierte Weitergabe von Passagierdaten an die örtlichen Gesundheitsbehörden kritisch. Daten aus der "Passenger Name Record"-Datenbank (PNR) sollten nicht aus gesundheitlichen Gründen genutzt werden, sagte ein Kommissionsvertreter im Innenausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Der FDP-Europaparlamentarier Moritz Körner warnte die Bundesregierung vor Konsequenzen.

"Die Bundesregierung sollte das Gesetz zur Durchführung der internationalen Gesundheitsvorschriften sofort nachjustieren, um ein peinliches Vertragsverletzungsverfahren gerade während der deutschen Ratspräsidentschaft zu verhindern", sagte Körner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Am Vortag hatte der Kommissionsvertreter im Innenausschuss betont: "Der Wirkungsbereich der PNR-Richtlinie ist natürlich die Bekämpfung von schwerwiegendem organisierten Verbrechen beziehungsweise Terrorismus. Die öffentliche Gesundheit fällt nicht darunter." EU-Staaten seien darauf hingewiesen worden, "dass dies nicht der vorgesehene Wirkungs- oder Anwendungsbereich dieser Richtlinie ist". Die Kommission sehe keine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.

Die Bundesregierung hatte das Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften im Frühling so geändert, dass Fluggastdaten wie Adresse und Sitzplatznummer an Gesundheitsämter übermittelt werden dürfen. Damit sollen die Behörden bei einem Corona-Verdacht schneller Passagiere ausfindig machen können. Bisher wurde dies in einigen Dutzend Fällen umgesetzt. Die Daten werden laut Bundesregierung nicht für die Überwachung von Quarantäne und Meldepflicht verarbeitet.

Körner betonte nun: "Im EU-Recht festgelegte Zweckbindungen dürfen nicht einfach national anlassbezogen ausgehebelt werden." Die EU-Kommission habe klar gemacht, dass trotz der notwendigen Bekämpfung des Coronavirus die rechtsstaatlichen Prinzipien der EU eingehalten werden müssten.

Eine Frau hält einen Reisepass an das Lesegerät eines EasyPass-Systems zur teilautomatisierten Grenzkontrolle am Flughafen in München.
Eine Frau hält einen Reisepass an das Lesegerät eines EasyPass-Systems zur teilautomatisierten Grenzkontrolle am Flughafen in München.  © Matthias Balk/dpa

Update, 22. September, 14.56 Uhr: Masken, Verbote, Sperrstunde - Bayern stemmt sich gegen Corona-Welle

In besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München als Reaktion auf die teils wieder stark steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland beschlossen. 

Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr vorsehen kann. Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen.

Nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder sind nach wie vor "sehr viele" Urlaubsrückkehrer verantwortlich für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern. Der CSU-Politiker sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen. "Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst." 

Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter – da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt vor der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung den Mund Nasen Schutz ab.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt vor der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung den Mund Nasen Schutz ab.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 22. September, 14.38 Uhr: Wieder mehr Coronavirus-Infizierte in Brandenburg - 23 neue Fälle

Die Zahl der Corona-Neuinfizierten in Brandenburg ist innerhalb eines Tages wieder stärker gestiegen. Das Gesundheitsministerium berichtete am Dienstag von 23 neuen Fällen. Von Sonntag zu Montag war kein einziger neuer Fall gemeldet worden.

Damit ist das Virus seit März bei 4146 Menschen nachgewiesen worden. Aktuell werden sechs Menschen in Krankenhäusern behandelt, davon wird einer intensivmedizinisch beatmet. Als aktiv erkrankt gelten derzeit 184 Menschen und 3789 als genesen - das sind 14 mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl derjenigen, die bislang in Zusammenhang mit dem Virus starben, liegt weiterhin bei 173.

Allein der Landkreis Teltow-Fläming registrierte demnach fünf neue Coronavirus-Infektionen. Dort stieg die Zahl der Infizierten auf 256. Aus dem Kreis Märkisch-Oderland wurden vier neue Fälle gemeldet, aus dem Landkreis Dahme-Spreewald drei. Die Kreise Havelland, Oberhavel, Elbe-Elster und die kreisfreie Stadt Potsdam berichteten von jeweils zwei bestätigten Neuinfektionen. Jeweils ein Fall wurde in den Kreisen Uckermark, Oder-Spree und Potsdam-Mittelmark registriert.

Corona-Schwerpunkt ist weiter die Landeshauptstadt mit 736 Fällen, gefolgt von den Kreisen Potsdam-Mittelmark (641) und Barnim (476).

Update, 22. September, 14.30 Uhr: Remscheid empfiehlt Mundschutz für gesamtes Stadtgebiet

Die Stadt Remscheid empfiehlt Bürgern in der Öffentlichkeit im gesamten Stadtgebiet Alltagsmasken zu tragen. In den vergangenen sieben Tagen sei es zu 52,05 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gekommen, teilte die Stadt den aktuellen Stand vom Dienstag mit. Man habe damit erstmals die kritische Schwelle von 50 übersprungen. Die Stadt könne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der gesamten City aber nicht anordnen, sondern nur empfehlen, erläuterte eine Sprecherin nach einer Sitzung des Krisenstabs.

Die bergische Stadt mit rund 114.000 Einwohnern setzt zudem auf mehr Aufklärung - auch auf eine gezielte, mehrsprachige Informationskampagne - und auf weitere Kontrollen. Man werde Verstöße konsequent mit Bußgeldern ahnden, um gegen die Pandemie anzukämpfen.

Das Robert Koch-Institut hatte kurz zuvor am Dienstagmorgen eine sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz von "nur" 36,9 gemeldet. Die Zahlen differieren teils deutlich, weil die Meldewege und in der Praxis auch die Meldezeiten unterschiedlich ausfallen, erläuterte die Stadt-Sprecherin. Wird in einer Stadt oder in einem Kreis die 50er-Grenze überschritten, sieht die Corona-Schutzverordnung in NRW "zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen" vor.

In Remscheid darf Schulsport bis zu den Herbstferien nun nicht mehr in der Halle stattfinden. Großveranstaltungen über 300 Personen werden nicht mehr genehmigt. Zum Maßnahmenpaket gehören eine Plakataktion und umfassende Infos, die Tausende Haushalte über Schulen, Kitas oder Vereine erreichen sollen. Der Krisenstab beschloss, auch in Moscheen, Teestuben und Supermärkten aufzuklären und zu kontrollieren. Verursacher der stark steigenden Zahlen sind laut Stadt vor allem "reiserückkehrende Familienverbünde".

Ein medizinischer Mundnasenschutz hängt am Rückspiegel eines im Regen parkenden Autos.
Ein medizinischer Mundnasenschutz hängt am Rückspiegel eines im Regen parkenden Autos.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 22. September, 14.10 Uhr: Brandenburg startet Jugend-Studie in Corona-Zeiten

In Brandenburg ist eine Studie zur Situation junger Leute in Zeiten von Corona angelaufen. Rund 180.000 Schüler an 485 weiterführenden Schulen werden über das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam befragt, teilte das Bildungsministerium am Dienstag mit. Die Sonderstudie werde vom Ministerium mit rund 112.000 Euro gefördert.

"Wir möchten wissen, wie die Lebenssituation von Jugendlichen während der Corona-Pandemie im Land Brandenburg ist und wie sie sich entwickelt", sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Die Informationen sollen helfen, die richtigen Entscheidungen in der Jugend- und Bildungspolitik zu treffen.

Gefragt wird nach den Angaben, wie sich die Corona-Pandemie auf die Zukunftserwartungen, die Werte und die Einstellungen von Jugendlichen aus gewirkt hat.

Der Landesrat der Schülerinnen und Schüler unterstützt die Befragung. "Beteiligt Euch, das ist in unserem Interesse! Wir wurden in den letzten Monaten oft nicht so gehört, wie gewünscht", sagte Sprecherin Nele Dreizehner. Sie gehe davon aus, dass das mit den Ergebnissen der Studie anders werde.

Die Teilnahme erfolgt online und freiwillig. Der Zugang erfolgt über einmalig nutzbare Codes. Der Fragebogen ist vom 22. September bis 14. Oktober verfügbar. Die Ergebnisse sollen Ende November vorliegen.

Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, nimmt an der wöchentlichen Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teil.
Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, nimmt an der wöchentlichen Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teil.  © Hannibal Hanschke/POOL Reuters/dpa

Update, 22. September, 14.04 Uhr: Quarantäne nach Supercup-Reise - Kabinett verschärft Verordnung

Fußball-Fans aus Bayern müssen bei einer Reise zum Supercup-Finale des FC Bayern in Budapest nach der Rückkehr zum Corona-Test oder in Quarantäne. Das Kabinett des Freistaats verschärfte am Dienstag seine Einreise-Quarantäneverordnung und strich eine bislang vorgesehen Ausnahmeregel. Demnach sind Sport-Anhänger bei Aufenthalten von weniger als 48 Stunden in Risikogebieten nicht mehr von der Quarantänepflicht befreit. Das gilt auch für Reisen zu Kulturveranstaltung oder aus Freizeitgründen.

"Das trifft insbesondere das Thema Supercup", sagte Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU-Chef appellierte erneut, dass Anhänger auf einen Besuch des Champions-League-Siegers FC Bayern am Donnerstag gegen Europa-League-Gewinner FC Sevilla verzichten sollten. "Jeder soll sich das nochmal ganz genau überlegen, ob das sinnvoll ist, denn Budapest ist ein Hochrisikogebiet", sagte Söder. Für Geschäftsreisende bleibt die bisherige Ausnahmeregel bestehen.

Die Rückkehrer aus Budapest müssten gleich einen Test machen, sagte Söder. "So wollen wir verhindern, dass es da eine mögliche Infektionsgefahr gibt." Erst nach ärztlichem Zeugnis, wonach keine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegt, sind die Personen wieder von der häuslichen Quarantäne ausgenommen.

Die Austragung des Supercup-Finales in Ungarn vor Zuschauern ist umstritten, nachdem Budapest vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden war. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wies auf die Empfehlung hin, einige Tage später einen weiteren Corona-Testdurchführen zu lassen.

Ungarn, Budapest: Blick in die nahezu leere Puskas Arena während des Fußballgruppen- Qualifikationsspiels der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft D 2014 zwischen Ungarn und Rumänien.
Ungarn, Budapest: Blick in die nahezu leere Puskas Arena während des Fußballgruppen- Qualifikationsspiels der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft D 2014 zwischen Ungarn und Rumänien.  © Tibor Illyes/MTI/dpa

Update, 22. September, 14 Uhr: Steinmeier: Dürfen Erreichtes gegen Corona-Pandemie nicht gefährden

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, die bisherigen Erfolge gegen die Corona-Pandemie nicht in Frage zu stellen. 

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) und seine Frau Elke Büdenbender (l) sitzen zusammen mit den Teilnehmern einer Kaffeetafel im Schloss Bellevue.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) und seine Frau Elke Büdenbender (l) sitzen zusammen mit den Teilnehmern einer Kaffeetafel im Schloss Bellevue.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 22. September, 13.50 Uhr: Söder sagt wegen Corona-Krise Neujahrsempfang 2021 ab

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den traditionellen großen Neujahrsempfang Anfang 2021 wegen der anhaltenden Corona-Krise abgesagt. Ein solcher Empfang habe angesichts von Corona keinen Platz, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Die Absage kommt angesichts einer Besucherzahl von normalerweise bis zu zweitausend Gästen und der üblichen drangvollen Enge in der Münchner Residenz nicht überraschend. Es ist auch nicht das erste Mal, dass der Empfang ausfällt: 2011 hatte ihn Söders Vorgänger Horst Seehofer (CSU) im Zuge eines notwendigen Sparhaushalts aus Kostengründen gestrichen.

Update, 22. September, 13.37 Uhr: Söder: Leichtsinn immer öfter Ursache für Corona-Infektionen

Für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern sind nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach wie vor "sehr viele" Urlaubsrückkehrer verantwortlich. Er sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen.

"Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter – da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

Söder sagte, derzeit gebe es noch keinen sprunghaften Anstieg der Zahlen in den Krankenhäusern – man habe aber die Sorge, dass die Infektionen wieder in die Krankenhäuser hineinwachsen könnten. Die Strategie zur höchsten Sorgfalt müsse deshalb bleiben, mahnte der Regierungschef.

Update, 22. September, 13.20 Uhr: Rettungsplan für skandinavische Fluglinie SAS abgesegnet

Der Rettungsplan für die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat die Zustimmung der Aktionäre erhalten. Der Rekapitalisierungsplan der SAS-Führung im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie wurde am Dienstag auf einer Hauptversammlung in Solna bei Stockholm abgesegnet, wie die Fluglinie mitteilte. Damit seien alle Bedingungen erfüllt, um den Plan in die Tat umzusetzen.

Die SAS und die Luftfahrtbranche insgesamt waren heftig von der Corona-Krise getroffen worden. Die Skandinavier hatten bereits Ende Juni einen Rettungsplan vorgelegt, der seitdem mehrmals revidiert worden war, bis unter anderem alle Hauptaktionäre - die Regierungen von Schweden und Dänemark sowie die Stiftung Knut und Alice Wallenberg - zufrieden waren.

"Es ist eine große Freude, dass wir Unterstützung für die absolut notwendige Rekapitalisierung von SAS erhalten haben", sagte SAS-Chef Rickard Gustafson der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter". Nach ihren Angaben hat die Finanzspritze für das Unternehmen einen Umfang von rund 14 Milliarden schwedischen Kronen (1,35 Mrd Euro), mit der SAS trotz der Krise geschäftstüchtig bleiben soll. Der Plan sieht unter anderem eine Erhöhung des Aktienkapitals sowie Kredite des schwedischen und des dänischen Staats vor.

Schweden, Stockholm: Eine Maschine der skandinavischen Fluggesellschaft SAS steht auf dem Arlanda Airport.
Schweden, Stockholm: Eine Maschine der skandinavischen Fluggesellschaft SAS steht auf dem Arlanda Airport.  © Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

Update, 22. September, 13.17 Uhr: Corona-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten

Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

Die EU-Kommission hatte mit den Herstellern Sanofi und GSK sowie mit AstraZeneca Rahmenverträge über die Lieferung von mehreren Hundert Millionen Dosen Impfstoff geschlossen. Mit weiteren Herstellern sind Sondierungsgespräche abgeschlossen. Bisher ist allerdings noch keiner der Impfstoffe abschließend getestet und zugelassen.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 22. September, 13.16 Uhr: Hamm: Maskenpflicht im Unterricht für weiterführende Schulen

Die Stadt Hamm führt angesichts stark steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder eine Maskenpflicht im Unterricht für Lehrer und Schüler an weiterführenden Schulen ein.

Das gelte ab diesem Mittwoch für zunächst zwei Wochen und nur dann, wenn baulich ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht gewährleistet sei. Das sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) in einer Video-Pressekonferenz.

Update, 22. September, 12.30 Uhr: Linke: Kommunen brauchen längere Zeit wegen Corona-Folgen mehr Geld

Die Einigung von Regierung und Kommunalverbänden über 162 Millionen Euro Corona-Hilfe in diesem und im nächsten Jahr geht der oppositionellen Linken nicht weit genug. "Die Landkreise, Städte und Dörfer werden auch in den darauffolgenden Jahren mit erheblich weniger Einnahmen rechnen müssen", sagte die finanz- und kommunalpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Jeannine Rösler, am Dienstag. "Deshalb fordern wir, die kommunale Infrastrukturpauschale durch das Land auf insgesamt 200 Millionen Euro jährlich anzuheben und mittel- und langfristig auf diesem Niveau zu verstetigen." Bisher beträgt sie 150 Millionen Euro.

Die geforderte Erhöhung würde Rösler zufolge nicht nur den Einwohnern der Kommunen zugutekommen, sondern auch die örtliche Wirtschaft unterstützen und damit Arbeitsplätze sichern. Zudem müsse der Bund über die Zeit der Corona-Krise hinaus einen spürbaren Teil der Einnahmeverluste der Kommunen ausgleichen, forderte die Oppositionspolitikerin. Nach Schätzungen des Vorsitzenden des Städte- und Gemeindetags Mecklenburg-Vorpommerns, Thomas Beyer, könnten die Kommunen allein in diesem Jahr etwa 120 Millionen Euro weniger Gewerbesteuern einnehmen.

Update, 22. September, 12.20 Uhr: Trotz Corona-Krise rechnet Handelsverband mit Wachstum

Trotz der Corona-Krise rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) für das laufende Jahr mit einem Umsatz im Einzelhandel von knapp 552 Milliarden Euro - und damit mit rund 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

"Das Wachstum darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass wir in vielen Bereichen noch deutlich unter den Normalfrequenzen liegen", sagte Verbands-Geschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Berlin. "Wir haben gut laufende Branchen, aber wir haben auch die Situation, dass besondere Branchen sehr negativ betroffen sind."

Getrieben wird das Wachstum demnach vor allem vom Fahrradhandel, wo der Umsatz in den ersten sieben Monaten um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt hat. Auch der Online- und Versandhandel sowie Baumärkte konnten ihren Umsatz im selben Zeitraum deutlich steigern.

Viele andere Sektoren jedoch seien von der Krise nach wie vor stark betroffen. Dazu gehöre insbesondere der stationäre Einzelhandel abseits der Lebensmittelmärkte, der über Wochen schließen musste. Vor allem Bekleidungs- und Schuhgeschäfte leiden demnach unter deutlichen Umsatzeinbußen in Höhe von knapp 30 Prozent zwischen Januar und Juli. Mehr als elf Milliarden Euro Umsatzverluste verzeichnete dem HDE zufolge der von Schließungen betroffene Einzelhandel.

Weil Kurzarbeit und andere soziale Sicherungssysteme funktionierten, steige allerdings die Kaufkraft der Kunden wieder, sagte Genth. "Damit sind die Voraussetzungen für den Konsum gegeben." Er befürwortete, dass die Bundesregierung in der vergangenen Woche die Hürden für die sogenannte Überbrückungshilfe gesenkt hat.

Nachholbedarf sieht Genth bei den Mieten. "Es gibt vor allem große Vermietungs- und Fondsgesellschaften, die nach wie vor hohe Mieten verlangen", sagte Genth. Er forderte vom Gesetzgeber rechtliche Änderungen, um eine Anpassung der Mieten durchzusetzen. "Angesichts der Umsatzrückgänge können viele Händler ihre Mieten nicht in voller Höhe bezahlen."

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), aufgenommen im Industrieclub. Der von der Corona-Krise gebeutelte Einzelhandel fordert angesichts der Umsatzeinbrüche in vielen Innenstädten eine rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Mietreduzierung.
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), aufgenommen im Industrieclub. Der von der Corona-Krise gebeutelte Einzelhandel fordert angesichts der Umsatzeinbrüche in vielen Innenstädten eine rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Mietreduzierung.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 22. September, 12.15 Uhr: Paris und Berlin wollen im Bereich Gesundheit enger zusammenarbeiten

Deutschland und Frankreich wollen angesichts der Corona-Pandemie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit stärken. In jeder Krise stecke immer auch eine Chance - das gelte auch für die deutsch-französische Zusammenarbeit, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag während einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarier-Versammlung. Sein französischer Amtskollege Olivier Véran betonte, dass es aktuell darum gehe, im Kampf gegen die Pandemie ähnliche Maßnahmen zu treffen und auf Grundlage derselben Indikatoren zu handeln.

Véran sprach sich dafür aus, das Patientinnen und Patienten im Grenzgebiet unabhängig von Corona in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht werden sollten - egal, ob dies in Frankreich oder in Deutschland sei. Spahn betonte, dass es gemeinsame Datenstandards in den Krankenhäusern geben müsste, damit Informationen besser ausgetauscht werden könnten.

Véran erinnerte daran, dass im Frühjahr Covid-19-Erkrankte etwa aus dem Elsass nach Deutschland gebracht worden waren. "Im Nachhinein hätten wir im Zweifel noch mehr tun können", räumte Spahn ein. Der CDU-Politiker betonte aber auch, dass die Debatte darüber, wie viele Menschen man aus dem Ausland behandeln könne, damals nicht einfach gewesen sei.

Spahn verteidigte, dass damals Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich eingeführt worden waren. Frankreich habe damals vor Deutschland entschieden, Läden und Restaurants zu schließen.

"Wir waren unsicher, was am Montagmorgen in den Innenstädten in den Grenzregionen passiert." Véran und Spahn sprachen sich außerdem für eine Stärkung der gemeinsamen europäischen Gesundheitspolitik aus. Dies könnte Europa "wieder neuen Atem einhauchen", so Véran.

Die Parlamentarische Versammlung besteht aus 50 deutschen und 50 französischen Abgeordneten. Sie kann zwar keine bindenden Beschlüsse fassen und keine Gesetze verabschieden, aber politische Impulse geben.

Fremdenführer halten während eines Flashmobs ein Plakat mit der Aufschrift "Ich kämpfe um meinen Job" in der Nähe der Kathedrale Notre Dame in die Höhe, um die französische Regierung um Hilfe zu bitten. Die Pariser Fremdenführer mussten starke Einbußen in ihren Einnahmen hinnehmen, da aufgrund der Corona-Pandemie die Touristen in der Stadt seit März ausbleiben.
Fremdenführer halten während eines Flashmobs ein Plakat mit der Aufschrift "Ich kämpfe um meinen Job" in der Nähe der Kathedrale Notre Dame in die Höhe, um die französische Regierung um Hilfe zu bitten. Die Pariser Fremdenführer mussten starke Einbußen in ihren Einnahmen hinnehmen, da aufgrund der Corona-Pandemie die Touristen in der Stadt seit März ausbleiben.  © Francois Mori/AP/dpa

Update, 22 September, 12.08 Uhr: Bericht: Harte Drogen in Europa gefährlich auf dem Vormarsch

Harte Drogen wie Kokain und Heroin sind in Europa auf dem Vormarsch. Die Gesundheit und die Sicherheit der Europäer seien durch den starken Drogenmarkt, aber auch durch die Pandemiebeschränkungen gefährdet, warnt die Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht der Europäischen Union (EMCDDA) in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht. Die gesundheitliche Versorgung und die Strafverfolgungsmaßnahmen seien durch Corona beeinträchtigt worden, so die EU-Behörde mit Sitz in Lissabon.

Man müsse unter anderem befürchten, dass "einige der betroffenen Gruppen im Zuge der wirtschaftlichen Folgen der (Corona-)Krise anfälliger für Drogen und eine Involvierung in den Drogenmarkt werden", sagte EMCDDA-Direktor Alexis Goosdeel bei der Vorstellung des Berichts. Das werde "unsere bereits ausgelasteten Einrichtungen noch stärker unter Druck setzen". Man müsse deshalb "rasch handeln, um neue Bedrohungen zu erkennen und zu bewältigen", forderte der Belgier.

Immer häufiger werden in Europa große Drogen-Lieferungen abgefangen, was auf eine Zunahme des Handelsvolumens schließen lässt. Nach Angaben der EMCDDA erreichte die in der Ländern der Union sichergestellte Menge an Kokain zuletzt mit 181 Tonnen im Jahr 2018 einen Rekordwert, nach 138 Tonnen im Jahr 2017 und jeweils deutlich weniger als 100 Tonnen in den Jahren zwischen 2008 und 2016. Bei Heroin sei derweil ein Anstieg der beschlagnahmenten Menge von 5,2 (2017) auf 9,7 Tonnen (2018) registriert worden.

Pakete mit Rauschgift liegen während einer Pressekonferenz des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) auf einem Tisch.
Pakete mit Rauschgift liegen während einer Pressekonferenz des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) auf einem Tisch.  © Ralf Hirschberger/dpa

Update, 22. September, 12.03 Uhr: Australian Open hoffen im Januar auf 30.000 Zuschauer pro Tag

Die Veranstalter der Australian Open hoffen darauf, im Januar 2021 rund 30.000 Tennis-Fans pro Tag auf die Anlage im Melbourne Park zu lassen. Das kündigte Turnierchef Craig Tiley am Dienstag in einem Interview der TV-Sendung "9News Melbourne" des Senders Channel 9 an. Der Zugang zum ersten Grand-Slam-Turnier der neuen Saison soll aber nur Australiern gestattet sein. Ausländische Fans könne man wegen der internationalen Reisebeschränkungen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht begrüßen, sagte Tiley.

Die Australian Open sind vom 18. bis 31. Januar 2021 geplant. Wie zuletzt bei den US Open und ab Sonntag auch bei den French Open sollen die Spieler in einer sogenannten Blase untergebracht werden und nur zwischen Anlage und Hotel pendeln dürfen. "Wir werden sehr viel von den French Open lernen und haben bereits sehr viel von den US Open gelernt. All diese Erfahrungen werden wir sammeln, um die bestmöglichen Australian Open zu organisieren", sagte Tiley.

Die Pläne der Veranstalter sehen bislang vor, dass die Spielerinnen und Spieler zwei Wochen vor Beginn des Turniers nach Australien kommen. Der Bundesstaat Victoria, in dem Melbourne liegt, war lange Zeit sehr stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Inzwischen hat sich die Lage verbessert.

Australian Open, Einzel, Herren, Viertelfinale, Federer (Schweiz) - Sandgren (USA). Die vorsitzende Schiedsrichterin Marijana Veljovic (l) spricht mit Roger Federer, nachdem er einen Code-Verstoß erhalten hatte.
Australian Open, Einzel, Herren, Viertelfinale, Federer (Schweiz) - Sandgren (USA). Die vorsitzende Schiedsrichterin Marijana Veljovic (l) spricht mit Roger Federer, nachdem er einen Code-Verstoß erhalten hatte.  © Dave Hunt/AAP/dpa

Update, 22. September, 11.48 Uhr: Verdienstorden für Christian Drosten und Thomas Hitzlsperger

Der Virologe Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 13 weitere Bürgerinnen und Bürger. 

"Die sieben Frauen und acht Männer haben sich durch außerordentliche Leistungen verdient gemacht: Sie helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, fördern das Zusammenwachsen von Ost und West und tragen dazu bei, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen", teilte das Bundespräsidialamt am Dienstag mit.

Zu den Geehrten gehören die für ihren Youtube-Kanal bekannte Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim, der Schriftsteller Ingo Schulze sowie der Pianist Igor Levit. Das Motto der Verleihung zum Tag der Deutschen Einheit lautet "Vereint und füreinander da".

Update, 22. September, 11.39 Uhr: Tschechien will zweiten Lockdown vermeiden - Neue Warnung erwartet

Obwohl die Corona-Fälle in Tschechien deutlich zunehmen, schließt die Regierung einen zweiten Lockdown wie im Frühjahr aus. "Wir wollen keine Maßnahmen treffen, die die Wirtschaft behindern", sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula am Dienstag in Prag. Der Epidemiologe hält es aber für möglich, dass Schulen geschlossen oder Veranstaltungen weiter eingeschränkt werden.

Prymula appellierte an seine Landsleute, die Pflicht zum Tragen einer Maske einzuhalten. Der Mitte Mai ausgelaufene Ausnahmezustand werde noch nicht wieder ausgerufen. Zugleich warnte er: "Die Situation kann sich im Horizont von ein bis zwei Wochen ändern." Am Montag wurden 1476 neue Corona-Fälle verzeichnet, wie die Behörden am Dienstag mitteilte. Die Zahl der aktiv Infizierten liegt bei knapp 25.000. In Tschechien starben 522 Menschen seit Beginn der Pandemie.

Die Bundesregierung hat Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen. Tschechiens Außenminister Tomas Petricek geht nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK davon aus, dass diese Einteilung in Kürze auf das ganze Land ausgedehnt wird. Man verhandle bereits mit Berlin über Ausnahmen von der Quarantänepflicht für grenzüberschreitende Pendler. Tausende Tschechen fahren täglich zur Arbeit nach Sachsen und Bayern.

Prag: Menschen mit Mundschutz stehen an der Sammelstelle am Wenzelsplatz Schlange, um sich auf Covid-19 testen zu lassen. In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus.
Prag: Menschen mit Mundschutz stehen an der Sammelstelle am Wenzelsplatz Schlange, um sich auf Covid-19 testen zu lassen. In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus.  © Vít Šimánek/CTK/dpa

Update, 22. September, 11.38 Uhr: Grüne kritisieren Millionenhilfe für Kommunen - "Vorgaben fehlen"

Die Grünen haben die Corona-Millionenhilfen des Landes für die Kommunen kritisiert. "Ein vollständiger finanzieller Ausgleich der Corona-Effekte ist für die Kommunen sicherlich ein erstaunlich gutes Ergebnis. Wir hätten aber auch Verabredungen zu konkreten Inhalten zwischen Land und Kommunen erwartet", sagte der Grünen-Landesvorsitzende Ole Krüger am Dienstag.

Das Land müsse sicherstellen, dass die 162 Millionen Euro, die am Montagabend vereinbart worden waren, wirklich einen nachhaltigen landesweiten Wachstumsimpuls bewirkten. "Deswegen fordern wir den Landtag auf, die Auszahlung der Gelder an Bedingungen zu knüpfen. Heißt, dass die 162 Millionen entweder im Bildungsbereich investiert werden, beim Aus- beziehungsweise Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft oder aber beim Klimaschutz vor Ort unterstützen müssen."

Nach Schätzungen des Vorsitzenden des Städte- und Gemeindetags Mecklenburg-Vorpommerns, Thomas Beyer, könnten die Kommunen in diesem Jahr etwa 120 Millionen Euro weniger Gewerbesteuern einnehmen.

Update, 22. September, 11.32 Uhr: Jeder zweite neue Corona-Infizierte in Bayern 15 bis 34 Jahre alt

In Bayern ist derzeit knapp jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 45 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe.

"In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

"Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen", sagte Huml. "Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein." Huml bat um Vorsicht und Rücksicht: Sie werbe eindringlich dafür, an den eigenen Schutz und den der anderen Menschen zu denken und sich zum Beispiel an die Abstandsregeln zu halten. "Die Zahlen weltweit zeigen, dass die Corona-Pandemie ungebrochen ist."

Update, 22. September, 11.29 Uhr: Karliczek: Flächendeckende Schulschließung "kommt nicht infrage"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich nach dem Kanzleramtstreffen zur Lage der Schulen in der Corona-Pandemie deutlich gegen erneute flächendeckende Schulschließungen ausgesprochen. Wichtig sei, dass regional das Infektionsgeschehen im Griff behalten werde, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Das sei das Ziel. "Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage. Ist aber auch, glaube ich, überhaupt nicht nötig."

In mehreren Bundesländern waren seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona-Fällen Schulen wieder vorübergehend geschlossen oder Klassen in Quarantäne geschickt worden. Das bayerische Kultusministerium etwa hatte am Montag mitgeteilt, dass sich im Freistaat derzeit mehr als 8800 Schüler und 771 Lehrer in Quarantäne befänden.

Karliczek bezeichnete den Schulgipfel am Montag im Kanzleramt als "wegweisend". Der Bund engagiere sich so stark wie noch nie, sagte sie mit Verweis auf Mittel, die Berlin den Ländern für die Anschaffung von Lehrerlaptops, Leihgeräten für bedürftige Schüler und für die Ausbildung und Einstellung von IT-Administratoren bereitstellt oder noch bereitstellen will.

"Ein Programm in dieser Art, von dieser Art der Zusammenarbeit, hat es in der Geschichte der Bildungsrepublik in Deutschland noch nicht gegeben." Die Digitalisierung der Schulen werde nicht über Nacht wirklich werden, aber man wolle Tempo machen. "Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein. Wir müssen besser werden und wir werden besser werden."

Karliczek hatte am Abend bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und den Kultusministern der Länder über weitere Schritte zur Digitalisierung der Schulen beraten. Dabei verabredeten die Teilnehmer, bereits geplante Vorhaben zur Lehrerfortbildung, zur Beschäftigung von Technikern an den Schulen, zur Anschaffung von Dienstgeräten und zum Anschluss der Schulen an schnelles Internet voranzutreiben.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, äußert sich bei einer Pressekonferenz in ihrem Ministerium zu den Ergebnissen des "Schulgipfels".
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, äußert sich bei einer Pressekonferenz in ihrem Ministerium zu den Ergebnissen des "Schulgipfels".  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 22. September, 11.23 Uhr: Wien lässt Schüler und Lehrer bei Corona-Verdacht gurgeln

Die Stadt Wien will Kinder und Lehrer bei Verdacht auf eine Corona-Infektion künftig direkt an den Schulen testen lassen. Kommende Woche sollen 600.000 Testkits mit einer Gurgellösung ausgeliefert werden, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker am Dienstag ankündigte. Zusätzlich sollen probeweise mobile Teams bereit stehen. Bei Verdacht auf eine Infektion sollen Kinder oder Lehrer noch in der Schule gurgeln. Die Proben sollen anschließend sofort ins Labor.

"Eine Vielzahl der Verdachtsfälle an den Schulen stellt sich als falscher Alarm heraus", sagte Österreichs Bildungsminister Heinz Faßmann. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Bildungsministeriums mit der Stadt. Ob es auf andere Regionen ausgeweitet wird, liegt in der Zuständigkeit die jeweiligen Bundesländer.

Zur schnellen Auswertung der Tests sollen die Kapazitäten der Wiener Forschungslabore genutzt werden, die das Gurgelverfahren mitentwickelt haben. Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit wie bei einem Abstrich Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschließend auf Virenerbgut analysiert.

Die Infektionszahlen in Österreich sind zuletzt deutlich angestiegen. In Österreich gelten derzeit rund 8200 Menschen als mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert - mehr als die Hälfte davon in Wien.

Heinz Faßmann (ÖVP), Bildungsminister von Österreich, spricht im Rahmen einer Pressekonferenz zum Schulbeginn im Herbst.
Heinz Faßmann (ÖVP), Bildungsminister von Österreich, spricht im Rahmen einer Pressekonferenz zum Schulbeginn im Herbst.  © Roland Schlager/APA/dpa

Update, 22. September, 11.19 Uhr: UEFA hält an Fan-Konzept fest - 800 Karten-Rückläufer aus München

Die UEFA hält an ihrem Zuschauer-Konzept für den Supercup zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla fest. Das Pilotprojekt zur Fan-Rückkehr werde trotz der Kritik aus Deutschland unverändert fortgesetzt, hieß es von der Europäischen Fußball-Union am Dienstag auf Anfrage. Am Donnerstag soll die rund 67.000 Zuschauer fassende Puskás Arena in Budapest zu 30 Prozent ausgelastet sein, obwohl die ungarische Hauptstadt ein Corona-Risikogebiet ist.

Allerdings werden weit weniger Bayern-Fans nach Ungarn reisen als anfangs gedacht. Rund 800 Tickets wurden aus München an die UEFA bereits zurückgegeben. Der Verband hatte eine kostenfreie Stornierung erlaubt. 2100 Karten standen den Bayern-Anhängern zur Verfügung. Die UEFA rechnete am Dienstag mit weiteren Ticket-Rückläufern. Diese Karten würden nicht neu vergeben werden. Aus Sevilla lagen der UEFA ohnehin nur etwas weniger als 350 Ticket-Anfragen vor.

Die Partie zwischen dem Champions-League-Sieger aus München und dem spanischen Europa-League-Gewinner ist für die UEFA ein Testlauf für mögliche Zuschauer-Zulassungen bei kommenden Wettbewerben wie der Nations League oder im Europacup. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte die Budapest-Reisen der Münchner Fans heftig kritisiert.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der Bayern München beim UEFA-Champions-League-Fußballspiel der Gruppe D zwischen dem FC Bayern München und ZSKA Moskau in der München Arena im Jahr 2013.
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der Bayern München beim UEFA-Champions-League-Fußballspiel der Gruppe D zwischen dem FC Bayern München und ZSKA Moskau in der München Arena im Jahr 2013.  © Tobias Hase/dpa

Update, 22. September, 11 Uhr: Vorerst doch keine Zuschauer bei Sportveranstaltungen in England

Bei Sportereignissen in England sollen vorerst doch keine Zuschauer zugelassen werden. Das kündigte der britische Staatsminister Michael Gove am Dienstag beim Sender BBC an. Pläne, ab Oktober unter anderem bei Fußballspielen wieder Publikum zu erlauben, wurden laut Gove gestoppt.

Die Regierung reagiere damit auf den Anstieg der Corona-Infektionen in Großbritannien, sagte der Minister. Die Übertragungsgefahr im Land wird von den Behörden derzeit als "hoch oder exponentiell steigend" eingestuft.

In den vergangenen Wochen waren testweise mehrere große Sportevents vor Live-Publikum ausgetragen worden, darunter das Finale der Snooker-WM in Sheffield, das rund 300 Zuschauer im Crucible-Theater miterleben durften. Auch bei einigen unterklassigen Fußballspielen wurden probeweise bis zu 1000 Menschen ins Stadion gelassen. Bei einem Testspiel zwischen den Premier-League-Clubs Brighton & Hove Albion und Chelsea waren Ende August sogar 2500 Zuschauer dabei.

"Wir hatten ein schrittweises Programm geplant, bei dem nach und nach mehr Leute zurückkehren, es war nicht so, dass sich die Fans in den Stadien drängen sollten", betonte Gove. Der Minister versicherte, man werde Zuschauer erlauben, "wenn die Umstände es erlauben".

Michael Gove, Kanzler des Herzogtums Lancaster und Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, kommt nach einer Kabinettssitzung in die Downing Street.
Michael Gove, Kanzler des Herzogtums Lancaster und Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, kommt nach einer Kabinettssitzung in die Downing Street.  © Ray Tang/XinHua/dpa

Update, 22. September, 10.58 Uhr: Iranischer Corona-Beauftragter warnt vor "dritter Welle"

Im Iran hat der Corona-Beauftragte der Regierung vor einer "dritten Welle" der Pandemie gewarnt. "Die Statistiken zeigen, dass wir möglicherweise schon bald die dritte Corona-Welle erleben werden," sagte Aliresa Sali am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ilna. Die nächste Stufe könnte weitaus schlimmer werden als die ersten beiden Phasen, sagte der Neurologe. Wenn immer mehr Infizierte in Krankenhäuser eingewiesen werden müssten, werde dies zu einem kritischen Engpass führen.

Sali fordert drastische Einschränkungen, besonders in der Hauptstadt Teheran mit ihren mehr als 13 Millionen Einwohnern. Dies lehnt Präsident Hassan Ruhani ab. Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Neuinfektionen im Iran wieder drastisch. Vergangene Woche starben täglich zwischen 150 bis 180 Menschen an dem Virus. Bis zu 3300 Neuinfektionen wurden registriert. Seit Ende Februar starben im Iran bereits mehr als 24.000 Menschen.

Update, 22. September, 10.45 Uhr: Corona drückt auf Löhne in den unteren Einkommensgruppen

Die Corona-Krise hat vor allem in den unteren Einkommensgruppen auf die Brutto-Entgelte gedrückt. Die Nominallöhne lagen im zweiten Quartal des Jahres 4,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent gestiegen sind, betrug der reale Lohnrückgang sogar 4,7 Prozent. Stärkere Rückgänge hat es seit Beginn der Statistik im Jahr 2007 noch nie gegeben.

In den Berechnungen ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht erfasst, das für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Einkommensverluste mindestens teilweise ausgeglichen hat.

In den unteren Lohngruppen für ungelernte Arbeitnehmer gingen die bezahlten Arbeitsstunden in der Jahresfrist überdurchschnittlich um 9,8 Prozent zurück, die vom Arbeitgeber bezahlten Löhne sanken um 7,4 Prozent. Für Menschen in leitender Stellung verringerte sich die Arbeitszeit im Schnitt nur um 3,0 Prozent und die Entgelte sanken nur um durchschnittlich 2,0 Prozent.

Für Vollzeitbeschäftigte sank die bezahlte Wochenarbeitszeit um 6,2 Prozent auf 36,8 Stunden. Auch hier übertraf der Einschnitt den Wert aus der Finanzkrise 2008/2009, als die Wochenarbeitszeit um 2,1 Prozent zurückgegangen war.

Die Statistiker fanden außerdem Belege für ein weiterhin bestehendes Lohngefälle zwischen West und Ost. Zwar sind von 2007 bis 2019 in den ostdeutschen Ländern die Nominallöhne mit 41,0 Prozent schneller gestiegen als im Westen (+33 Prozent). Mit 41.534 Euro Brutto-Durchschnittseinkommen liegen Ost-Vollzeitbeschäftigte aber immer noch fast ein Viertel hinter ihren Westkollegen, die im Schnitt auf 52.803 Euro kamen.

Auf einem Banner an einem Zaun des Wertstoffhof steht bei einem Warnstreik im öffentlichen Dienst "Wir sind es wert". Die Wirtschaftsbetriebe in Duisburg bestreiken den Recyclinghof Duisburg-Nord.
Auf einem Banner an einem Zaun des Wertstoffhof steht bei einem Warnstreik im öffentlichen Dienst "Wir sind es wert". Die Wirtschaftsbetriebe in Duisburg bestreiken den Recyclinghof Duisburg-Nord.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 22. September, 10.26 Uhr: Aula statt Rathaus: Friedensnobelpreis-Zeremonie verlegt

Der Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie üblich auf einer feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo überreicht. Stattdessen wird es eine deutlich kleinere Zeremonie mit begrenzter Teilnehmerzahl in der Aula der Universität der norwegischen Hauptstadt geben, wie das norwegische Nobelinstitut am Dienstag mitteilte. Der oder die Preisträger werden dann vor Ort sein oder digital zugeschaltet werden.

Am traditionellen Zeitpunkt der Preisverleihung, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel am 10. Dezember, wird sich dagegen nichts ändern. Das übliche Bankett und ein Konzert zu Ehren des Preisträgers fallen jedoch aus. Die Aula wurde bereits von 1947 bis 1989 für die Vergabe des Friedensnobelpreises genutzt. Seitdem wurde die Auszeichnung im Osloer Rathaus überreicht.

Die diesjährigen Nobelpreisträger werden in zwei Wochen in Stockholm und Oslo bekanntgegeben - der Friedenspreis am 9. Oktober. Alle Preise werden wie üblich am 10. Dezember in Stockholm überreicht, nur der Friedensnobelpreisträger wird in Oslo geehrt.

Für den Friedensnobelpreis sind in diesem Jahr 317 Kandidaten nominiert worden, unter ihnen 210 Persönlichkeiten sowie 107 Organisationen. Zwei schwedische Abgeordnete haben aber bereits preisgegeben, dass sie Thunberg und die Klimabewegung Fridays for Future für den renommierten Friedenspreis nominiert haben.
Für den Friedensnobelpreis sind in diesem Jahr 317 Kandidaten nominiert worden, unter ihnen 210 Persönlichkeiten sowie 107 Organisationen. Zwei schwedische Abgeordnete haben aber bereits preisgegeben, dass sie Thunberg und die Klimabewegung Fridays for Future für den renommierten Friedenspreis nominiert haben.  © Christian Charisius/dpa

Update, 22. September, 10.17 Uhr: FC Turin in Quarantäne nach positivem Corona-Test

In Italien ist ein Spieler des Erstligisten FC Turin nach Medienberichten positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Mannschaft und Personal würden deshalb zunächst in Quarantäne gehen, um weitere Tests durchzuführen, schrieb die italienische Zeitung "La Stampa" am späten Montagabend. Es bestehe die Möglichkeit, dass das am Samstag bevorstehende Spiel der Mannschaft aus der Hauptstadt des Piemonts gegen Atalanta Bergamo abgesagt werden könnte.

Der FC Turin hatte zum Saisonauftakt der Serie A am Samstag 0:1 gegen den AC Florenz verloren. Der positive Corona-Test des Spielers, dessen Name nicht genannt wurde, habe sich nach dem Match ergeben, hieß es in weiteren Berichten. Eine Mitteilung des norditalienischen Vereins wurde danach im Laufe des Dienstags erwartet.

Update, 22. September, 10.14 Uhr: Aktionstag für Bildung in Afrika trotzt der Corona-Pandemie

Mit Spendenläufen, Gartenarbeiten oder dem Verkauf von Alltagsmasken haben sich trotz der Corona-Pandemie bundesweit Tausende von Schülern an der Hilfsaktion "Dein Tag für Afrika" beteiligt. Die vor 18 Jahren gestartete Kampagne - dabei wird der Lohn von eintägigen Jobs an Bildungsprojekte in Afrika gespendet - sei diesmal nur eingeschränkt möglich gewesen, sagte der Vorstand der Aktion Tagwerk, Ewald Dietrich, am Dienstag in Mainz.

Statt der ursprünglich mehr als 400 Schulanmeldungen für die Aktion in diesem Jahr haben sich nach Angaben Dietrichs 130 Schulen an der Aktion beteiligt, darunter 39 aus Rheinland-Pfalz. Nach einer vorsichtigen Schätzung sei es gelungen, einen sechsstelligen Betrag an Spenden zu sammeln. Die Mittel gehen an Bildungsprojekte in Ruanda, Uganda, Burkina Faso, der Elfenbeinküste und Guinea.

Die Aktion werde von dem Willen aus der Schülerschaft getragen, einen Beitrag dafür zu leisten, dass Gleichaltrige in afrikanischen Ländern ein besseres Leben haben könnten, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). "Mir fehlt mein Tagwerk in diesem Jahr", sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). In den vergangenen Jahren habe sie mit Schornsteinfegern auf einem Hochhaus oder beim Aufstellen von Bänken mitgeholfen.

In der Pandemie hätten auch die Bildungssysteme in anderen Ländern gelitten, was zu Lasten von Chancengerechtigkeit in der Welt gehe. Der Schüler Lenard Felix aus der 10. Klasse des Otto-Schott-Gymnasiums in Mainz sagte, ihm sei es wichtig, "gleichaltrige Kinder zu unterstützen in Afrika, weil sie nicht so gute Bedingungen haben wie wir".

Die Corona-Bedingungen hätten die Arbeit vor Ort teilweise sehr erschwert, sagte Dietrich. In Uganda und Ruanda seien die Schulen immer noch geschlossen. Damit hätten Kinder und Jugendliche auch das Mittagessen dort verloren. Ihren Eltern sei zum Teil die Existenzgrundlage weggebrochen, etwa mit dem Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf Märkten oder in der Arbeit als Motorrad-Taxifahrer.

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, spricht auf dem digitalen Parteitag. Dreyer will bei der Landtagswahl am 14. März 2021 wieder als Direktkandidatin in Trier kandidieren.
Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, spricht auf dem digitalen Parteitag. Dreyer will bei der Landtagswahl am 14. März 2021 wieder als Direktkandidatin in Trier kandidieren.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 22. September, 10 Uhr: Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab

Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien "erhebliche Unsicherheiten" über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer am Dienstag in Berlin vorgelegten Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen "zweifelhafter Verlässlichkeit" und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ethikrat im Frühjahr um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund war breite Kritik an ursprünglichen Plänen, dass Immunitätsausweise auch Ausnahmen von Alltagsbeschränkungen ermöglichen könnten. Spahn zog die Pläne auch nach scharfem Protest des Koalitionspartners SPD zurück.

Das Nein des Ethikrats zu Corona-Immunitätsnachweisen zum jetzigen Zeitpunkt fiel einstimmig aus. Für den Fall, dass eine Immunität künftig hinreichend verlässlich nachweisbar sein sollte, gab es demnach unterschiedliche Auffassungen, inwiefern eine Einführung solcher Bescheinigungen zu empfehlen wäre. Dem Gremium gehören 26 Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen an. Sie werden vom Bundestagspräsidenten berufen.

Peter Dabrock (hinten 2.v.l.), Vorsitzender des Deutschen Ethikrates und Vorsitzender der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Steffen Augsberg (hinten l), Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor im Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, nehmen in Berlin an einer Pressekonferenz über die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) teil.
Peter Dabrock (hinten 2.v.l.), Vorsitzender des Deutschen Ethikrates und Vorsitzender der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Steffen Augsberg (hinten l), Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor im Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, nehmen in Berlin an einer Pressekonferenz über die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) teil.  © Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

Update, 22. September, 9.20 Uhr: Großbritannien empfiehlt wieder Arbeit von zu Hause

Angesichts stark steigender Infektionszahlen empfiehlt die britische Regierung ihren Bürgern im Kampf gegen das Coronavirus wieder die Arbeit im Home Office. "Leuten, denen es möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, würden wir empfehlen, das zu tun", sagte Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Sender Sky News. "Die Infektionsrate geht nach oben, die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus müssen, geht nach oben, und deswegen müssen wir handeln."

Der konservative Premierminister Boris Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an seine Landsleute wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und sie an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern. In Schottland wird eine Ankündigung von Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon erwartet.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50 000 Fälle pro Tag zählen, warnen Experten.

London: Die Menschen stehen und trinken vor einem Pub am Borough Market. Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt.
London: Die Menschen stehen und trinken vor einem Pub am Borough Market. Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt.  © Alberto Pezzali/AP/dpa

Update, 22. September, 9.07 Uhr: Robert Koch-Institut: Wichtige Kennziffer in Hamm weit über 50

Die Stadt Hamm in Westfalen liegt jetzt auch nach den offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) weit über der wichtigen Kennziffer von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Das RKI wies am Dienstag einen Wert von 64,8 aus. Die Stadt selbst hatte am Montag von 71 gesprochen. Die Zahlen von RKI und Kommunen unterscheiden sich oft wegen der Meldewege.

In Gelsenkirchen lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag laut RKI bei 38,0 - am Tag zuvor noch bei 44,1. Für Remscheid wies das RKI am Dienstag den Wert 36,9 aus, am Montag war er 37,8. In Köln stieg der Wert mit 34,4 (Vortag: 33,2) wieder leicht an. Der Oberbergische Kreis hatte laut RKI den Wert 26,8 - im Vergleich zu 33,0 am Vortag.

In zwei weiteren Regionen nähert sich die Kennzahl unterdessen der ersten wichtigen Stufe von 35, ab der erste Maßnahmen beraten werden müssen. Siegen lag am Dienstag bei 27,0, Solingen bei 25,1 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Hamm: Zahlreiche Mitarbeiter stehen auf dem Werksgelände des fleischverarbeitenden Betriebes Westfleisch Schlange, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.
Hamm: Zahlreiche Mitarbeiter stehen auf dem Werksgelände des fleischverarbeitenden Betriebes Westfleisch Schlange, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.  © Marcel Kusch/dpa

Update, 22. September, 8.09 Uhr: Israelisches Kabinett beschließt Milliardenhilfen in Corona-Krise

Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise hat die israelische Regierung weitere milliardenschwere Hilfen für Unternehmen und Angestellte beschlossen. Das Kabinett billigte in der Nacht auf Dienstag Ausgaben von geschätzt 10,5 Milliarden Schekel (umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro). Dazu zählt eine Einmalzahlung an Firmen für die Weiterbeschäftigung von Angestellten im September und Oktober.

Ende vergangener Woche hatte in dem Land ein mindestens dreiwöchiger Lockdown begonnen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte zuvor Rekordwerte erreicht. Das Kabinett gab zudem seine Zustimmung für einen Plan, die Bezüge des Ministerpräsidenten sowie von Abgeordneten und Ministern vorübergehend um zehn Prozent zu kürzen. "Wir alle müssen die Last tragen", erklärte Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Update, 22. September, 8.03 Uhr: Weiterer Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel

In einer Bar im Hamburger Schanzenviertel hat es einen weiteren Corona-Ausbruch gegeben. Nach Informationen von NDR 90,3 sind 16 Menschen positiv getestet worden, alle hatten sich zuvor in der Bar "Le Vou" in der Juliusstraße aufgehalten. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Passanten gehen an der Bar "Katze" im Schanzenviertel vorbei. Die Bar bleibt weiterhin geschlossen, nachdem hier Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden.
Passanten gehen an der Bar "Katze" im Schanzenviertel vorbei. Die Bar bleibt weiterhin geschlossen, nachdem hier Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden.  © Markus Scholz/dpa

Update, 22. September, 5,34 Uhr: 1821 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 22.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Montag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Montag bei 1,06 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verlässt nach einem Pressestatement die 177. Sitzung des Bundestags mit einem Mund-Nasen-Schutz. Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verlässt nach einem Pressestatement die 177. Sitzung des Bundestags mit einem Mund-Nasen-Schutz. Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 22. September, 4 Uhr: Studie: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge wohl recht verbreitet

Einer kleinen Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener Covid-19-Erkrankungen sein. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Ein gähnender Mann hält sich die Hand vor den Mund.
Ein gähnender Mann hält sich die Hand vor den Mund.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 22. September, 3.20 Uhr: Corona-Auflage: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants in England sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein.

Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern. In Schottland wird eine Ankündigung von Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon erwartet.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während der Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Große Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

"Niemand unterschätzt die Herausforderungen, die die neuen Maßnahmen für Unternehmen und Einzelne bedeuten", teilte die Regierung mit. Allerdings müsse man alles tun, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren.

don: Menschen essen in einem Restaurant. Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Hancock an einem "Wendepunkt".
don: Menschen essen in einem Restaurant. Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Hancock an einem "Wendepunkt".  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Update, 22. September, 1.45 Uhr: Merkel fordert Einigkeit und Reformen zum 75. Geburtstag der UN

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum 75. Geburtstag der Vereinten Nationen (UN) deren Einigkeit und Reformbereitschaft beschworen. "Die Vereinten Nationen können letztlich nur so gut sein, wie ihre Mitglieder sich einig werden", sagte Merkel am Montagabend in einer Videobotschaft zum Festakt anlässlich des UN-Jubiläums in New York. "Zu oft ist der UN-Sicherheitsrat blockiert, wenn es auf klare Entscheidungen ankommt. Wir brauchen Reformen." Die UN müssten sich weiterentwickeln, um die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können.

Merkel ging mit Blockierern in der UN hart ins Gericht. Länder wie Russland und China nannte sie ebenso wenig beim Namen wie US-Präsident Donald Trump, der wiederholt nationale Alleingänge einer internationalen Konfliktlösung vorgezogen hat. Zu oft "müssen die Vereinten Nationen hinter ihren Idealen zurückbleiben, weil immer wieder Interessen einzelner Mitglieder verhindern, dass das Ordnungssystem so funktioniert, wie es müsste", fügte Merkel hinzu. "Doch wer meint, allein besser zurechtzukommen, der irrt. Unser Wohlergehen ist ein geteiltes. Und unser Leid auch. Wir sind eine Welt."

Die Corona-Pandemie zeige beispielhaft, "dass globale Probleme über Ländergrenzen hinweg und auf allen Ebenen Verständigung und Zusammenarbeit erfordern", sagte Merkel weiter. Gerade auch bei schwierigsten Sicherheitsfragen, die sich etwa in Libyen oder bei der "Tragödie in Syrien stellen, gilt es trotz aller Rückschläge alles dafür zu tun, gemeinsame und damit tragfähige Antworten zu finden". Deutschland sei bereit, weiterhin Verantwortung zu tragen, "gerne auch in einem erweiterten Sicherheitsrat", sagte die Kanzlerin mit Blick auf Vorschläge zur Reform der UN und ihres mächtigsten Gremiums.

Merkel würdigte die Arbeit der Vereinten Nationen bei der Friedenskonsolidierung etwa in Afghanistan und in Mali, aber auch deren Beteiligung an der Verfolgung von Kriegsverbrechen sowie im Kampf gegen Armut und bei der Ausrottung der Pockenkrankheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft vor dem Kanzleramt ein, um die Präsidentin der Europäischen Kommission, von der Leyen, vor gemeinsamen Gesprächen zu begrüßen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft vor dem Kanzleramt ein, um die Präsidentin der Europäischen Kommission, von der Leyen, vor gemeinsamen Gesprächen zu begrüßen.  © Odd Andersen/AFP POOL/dpa

Update, 22. September, 0.30 Uhr: Amnesty: Quarantäne führt in Lateinamerika zu Repression

Zehntausende Menschen sind in Lateinamerika nach Angaben von Amnesty International in der Corona-Krise in staatlichen Quarantäne-Einrichtungen unter schlechten Bedingungen festgehalten worden. Die Regierungen der südamerikanischen Staaten Venezuela und Paraguay sowie des mittelamerikanischen El Salvador hätten strenge Quarantänebestimmungen für Bestrafung und Repression genutzt, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Sie steckten Menschen in von Militär und Polizei verwalteten Zentren, einige für weit länger als die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 14 Tage. Zum Teil fehlte es dort an ausreichender Versorgung mit Essen, Wasser und Medizin. Es gebe auch Berichte von übertriebener Gewaltanwendung, hieß es. Unverhältnismäßig oft seien es Menschen mit geringen Mitteln, Flüchtlinge und Migranten gewesen, die in den staatlichen Quarantäne-Zentren festgehalten wurden.

In Venezuela seien im untersuchten Zeitraum von März bis August rund 90.000 venezolanische Migranten betroffen gewesen, die nach Verlust ihrer Jobs aus benachbarten Länder zurückkehrten. Dort würden solche Rückkehrer weiterhin in obligatorische Quarantäne gesteckt.

In El Salvador wurden dem Bericht zufolge 16.780 Menschen in dem Zeitraum festgehalten - manche, weil sie sich angeblich nicht an geltende Ausgangsbeschränkungen gehalten hatten. In Paraguay waren es demnach rund 8000 Menschen - hauptsächlich Arbeitsmigranten, die aus dem Nachbarland Brasilien heimkehrten. In letzteren beiden Ländern sei die Praxis inzwischen beendet oder reduziert worden.

Argentinien, Guernica: Cecilia Avila hält ihre Tochter Triana, während sie vor ihrem behelfsmäßigen Zuhause in einem Camp steht.
Argentinien, Guernica: Cecilia Avila hält ihre Tochter Triana, während sie vor ihrem behelfsmäßigen Zuhause in einem Camp steht.  © Natacha Pisarenko/AP/

Update, 21. September, 22.44 Uhr: Dax wegen neuer Corona-Angst unter Druck

Die Furcht vor der ansteigenden Corona-Infektionswelle hat den Dax am Montag schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mit am Ende fast 4,4 Prozent entging der Leitindex nur knapp seinem größten Tagesverlust seit Mitte März, als der Virus-Crash gerade noch am Laufen war. Aus dem Handel ging er 4,37 Prozent tiefer bei 12.542,44 Punkten. Kurz zuvor war er nahe 12.500 Punkten auf ein Tief seit Anfang August gefallen.

Laut Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader wurden die steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa zum nächsten Störfaktor für die zuletzt schon ins Stocken geratene Aktienrally. So ging es auch für den MDax kräftig abwärts. Der Index der mittelgroßen Börsenwerte verlor 3,68 Prozent auf 26.499,95 Punkte.

In Deutschland erreichte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen am Freitag einen Höchststand seit knapp fünf Monaten, während es in einigen Nachbarländern ein noch deutlich höheres Infektionsgeschehen gibt.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock schloss in einem BBC-Interview gar einen erneuten Lockdown nicht mehr aus. Börsianer befürchten in diesem Falle katastrophale Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Der Dax wurde am Montag wieder schwer in Mitleidenschaft gezogen. (Symbolbild)
Der Dax wurde am Montag wieder schwer in Mitleidenschaft gezogen. (Symbolbild)  © Arne Dedert/dpa

Update, 21. September, 22.17 Uhr: Spahn - Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus besser gerüstet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hält Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus für besser gerüstet als noch im Frühjahr.

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Update, 21. September, 21.56 Uhr: Maßnahmen in Nordirland: Keine Treffen fremder Haushalte mehr

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Nordirland ab Dienstagabend wieder stärkere Maßnahmen. So dürfen sich drinnen bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörigen verschiedener Haushalte mehr miteinander treffen, wie die Regierung am Montag erklärte. Im Freien werden noch Treffen von maximal sechs Menschen aus zwei Haushalten erlaubt sein. Allein in den vergangenen 48 Stunden hat es in Nordirland fast 400 neue Fälle gegeben.

Doch in ganz Großbritannien steigen die Fallzahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, wie führende Gesundheitsexperten am Montag warnten.

Die Regierung denkt deshalb über ein temporäres Herunterfahren des Landes nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, in der Restaurants und Pubs wieder geschlossen werden könnten. Große Teile im Nordosten Englands und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen. Premierminister Boris Johnson wollte am Dienstag über das weitere Vorgehen der Regierung informieren.

Update, 21. September, 19.50 Uhr: WHO-Initiative für Covid-Impfstoff hat 64 reiche Länder an Bord

64 Länder mit hohem Einkommen haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, die gerechten Verteilung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus weltweit finanziell zu unterstützen. Darunter sind Deutschland, Großbritannien Frankreich und viele andere europäische Länder, nicht aber die USA.

Die Unterschrift von 38 weiteren Regierungen werde in den nächsten Tagen erwartet, berichtete die WHO am Montag in Genf. Auch China beteiligt sich bislang nicht an der sogenannten Covax-Initiative der WHO. Es gebe aber permanent Gespräche mit allen Regierungen der Welt, sagte der Chef der Impfallianz Gavi, Seth Berkley.

Diese 64 Länder sichern sich auf der einen Seite Zugang zu neun Impfstoffkandidaten, die von Covax unterstützt werden. Einige haben sich unabhängig davon auch über Vorverträge mit einzelnen Firmen Impfdosen gesichert, sollte das Unternehmen erfolgreich sein, darunter auch Deutschland. Auf der anderen Seite verpflichten sie sich, 92 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, die an dem Programm teilnehmen, beim Einkauf von Impfdosen zu helfen.

Die WHO hat das Ziel, bis Ende 2021 zwei Milliarden Dosen eines Impfstoffs bereitzustellen. Voraussetzung ist, dass ein effizienter Impfstoff schnellstens gefunden und behördlich genehmigt wird. Sie geht davon aus, dass zwei Impfdosen pro Person nötig sind.

Covax ist eine Zusammenarbeit von Regierungen und Pharmaunternehmen. Damit soll einerseits die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19, die Krankheit, die das Virus auslöst, beschleunigt werden. Gleichzeitig soll Covax sicherstellen, dass ein geprüfter Impfstoff als erstes die Menschen erreicht, die ihn am dringendsten brauchen, und zwar in allen Ländern, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Regierungen. Dazu gehören etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsdienste und Patienten mit Vorerkrankungen, bei denen eine Infektion sehr gefährlich wäre.

Für Covax wurden nach WHO-Angaben bislang drei Milliarden Dollar bereitgestellt - nötig seien aber 38 Milliarden Dollar, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag sagte.

Genf: Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen.
Genf: Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen.  © Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Update, 21. September, 18.46 Uhr: UN-Generaldebatte beginnt in Corona-Pandemie mit Video-Reden

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie beginnt am Dienstag (15.00 Uhr MESZ) eine so noch nie dagewesene Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Nach einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen am Montag sollen ab Dienstag Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten sprechen - aufgrund der Coronavirus-Pandemie allerdings nicht wie normalerweise im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneten Video-Reden.

Die normalerweise zahlreichen Nebenveranstaltungen und bilaterale Treffen sind wegen der Pandemie auf wenige Online-Events zusammengeschrumpft.

Zum Auftakt der Generaldebatte werden unter anderem Ansprachen von US-Präsident Donald Trump, Irans Präsident Hassan Ruhani, Kremlchef Wladimir Putin, Chinas Präsident Xi Jinping, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erwartet.

Vor allem der Video-Auftritt von US-Präsident Trump wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl Anfang November wird mit Spannung erwartet. Deutschland wird von Außenminister Heiko Maas (SPD) voraussichtlich erst eine Woche später am 29. September vertreten.

Update, 21. September, 17.35 Uhr: Corona-Vorsorge: Italien verlangt von Franzosen Virus-Tests

Italien verlangt künftig von Einreisenden aus Paris und mehreren anderen französischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionsraten einen Virus-Test. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Montag auf Facebook mit. Die Situation in Europa dürfe nicht unterschätzt werden. Italien gehe es heute besser als anderen Ländern, aber es sei große Vorsicht geboten.

Besucher aus Griechenland, Malta, Spanien und Kroatien müssen in Italien bereits seit längerem einen negativen Covid-19-Test vorlegen - oder sie lassen sich bei der Einreise testen. Italien war zu Beginn besonders hart von der Pandemie getroffen. Seither konnte das Land die Infektionsraten unter Kontrolle bringen. Inzwischen sind die Werte wieder gestiegen, wenn auch nicht so drastisch wie in Frankreich und Spanien.

Update, 21. September, 16.57 Uhr: Söder warnt vor "Fußball-Ischgl" und will Quarantäne verschärfen

Die Sorge wegen des umstrittenen Supercup-Finals des FC Bayern München im Risikogebiet Budapest wird immer größer.

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Update, 21. September, 16.31 Uhr: 33 Corona-Fälle in Arbeiterunterkunft von Stuttgart 21

In einer Arbeiterunterkunft des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich 33 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Infizierten sowie enge Kontaktpersonen sind nun in Quarantäne, wie ein Stadtsprecher am Montag sagte. Die Betroffenen seien in zwei städtische Schutzeinrichtungen gebracht worden. Dort werden sie vom Gesundheitsamt und dem Deutschen Roten Kreuz betreut. Den Angaben nach wurden bislang 66 Menschen getestet. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

In Stuttgart haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bislang 2535 Menschen infiziert. 65 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. An dem unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird seit Jahren gebaut.

Update, 21. September, 16.23 Uhr: Weitere Corona-Fälle bei Migranten auf Lesbos festgestellt

Auf der griechischen Insel Lesbos sind bislang 243 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das sei ein leichter Anstieg gegenüber dem Wochenende, sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas am Montag in Athen. Die Tests laufen seit dem 12. September. Bis zum Sonntag sind insgesamt gut 7000 Menschen getestet worden.

Vor knapp zwei Wochen war bei einem Großbrand das Flüchtlingslager Moria fast völlig zerstört worden, die rund 12.000 Bewohner wurden über Nacht obdachlos. Anschließend wurde in Windeseile ein provisorisches Zeltlager für die Menschen errichtet, in das mittlerweile rund 10.000 Migranten eingezogen sind.

Sie alle sollen dort registriert und auf Corona getestet werden. Wer einen positiven Befund erhält, wird in einem abgetrennten Teil des Lagers isoliert.

Kara Tepe: Eine größere Gruppe von Migranten wartet darauf, in das neue provisorische Flüchtlingslager gelassen zu werden.
Kara Tepe: Eine größere Gruppe von Migranten wartet darauf, in das neue provisorische Flüchtlingslager gelassen zu werden.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

Update, 21. September, 16.12 Uhr: Dieses Bundesland will Fiebermessungen in Schulen und Kitas testen

Aus Sorge vor vermehrten Corona-Infektionen in der bevorstehenden kalten Jahreszeit will Mecklenburg-Vorpommern Fiebermessungen für Kitas und Schulen testen.

Mehr dazu >>>> hier.

Update, 21. September, 16.04 Uhr: Hohe Corona-Zahlen: Schalke 04 im ersten Heimspiel ohne Zuschauer?

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in Gelsenkirchen ist weiterhin offen, ob das erste Saison-Heimspiel von Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 vor Fans stattfinden darf.

Mehr dazu >>>> hier.

Update, 21. September, 15.06 Uhr: Spahn - Menschen sollen sich nicht im Wartezimmer anstecken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pläne zur Einrichtung sogenannter Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. "Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle", sagte Spahn am Montag in Berlin.

Der CDU-Politiker sprach von "Schwerpunktsprechstunden", "Schwerpunktpraxen" und "regionalen Fieberambulanzen", an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

Der "Rheinischen Post" hatte Spahn zuvor gesagt, er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche "Fieberambulanzen" vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein."

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit kündigte der Gesundheitsminister für Mitte Oktober eine neue Corona-Teststrategie, Testverordnung sowie neue Quarantäneregeln an. So sollen etwa Schnelltests Bestandteil der neuen Teststrategie werden, weil sie mittlerweile auch qualitativ besser seien. Spahns Angaben zufolge könnten so beispielsweise Besucher von Pflegeheimen schnell getestet werden, um direkt ein Ergebnis zu erfahren.

Die aktuelle "Dynamik" bei den Ansteckungen in Europa nannte Spahn "besorgniserregend". "Es gibt kein Nachbarland direkt zu Deutschland, dass nicht ein mehrfaches unserer Infektionszahlen bezogen auf die Bevölkerungsgröße hat, und das führt natürlich auch zu Eintrag nach Deutschland hinein."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 21. September, 14.55 Uhr: Bundespolizisten überprüfen künftig Aussteigekarten

Um falsche Angaben von Einreisenden aus Corona-Risikogebieten zu verhindern, soll sich künftig die Bundespolizei um die sogenannten Aussteigekarten kümmern. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums kündigte am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin an, die Polizei werde nun angewiesen, "Aussteigekarten mit den Pässen der Einreisenden abzugleichen" und sie dann an die Gesundheitsämter weiterzuleiten.

Diese Maßnahme für eine bessere Nachverfolgung von Infektionsketten werde noch vor Monatsende umgesetzt.

Bislang wurden die Formulare von Fluggesellschaften und Busunternehmen eingesammelt und an die Gesundheitsämter übermittelt. Da ein Abgleich mit Reisepass oder Personalausweis dabei in der Regel nicht stattfand, konnten Reisende, die sich einer möglichen Corona-Quarantäne entziehen wollten, im Prinzip einfach falsche Angaben machen.

Nach Angaben der Sprecherin gab es "Fälle, in denen Daten unzureichend oder offensichtlich falsch waren".

Update, 21. September, 14.33 Uhr: Bundesregierung mahnt zu "höchster Achtsamkeit" in Corona-Lage

Die Bundesregierung hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zu "höchster Achtsamkeit" aufgerufen. "Es kommt aktuell vermehrt zu Ansteckungen und Übertragungen innerhalb Deutschlands", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Politik und Bürger hätten es nun in der Hand, "ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten". Deutschland sei "in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen". Zugleich gebe es in Nachbarländern teils noch ein deutlich höheres Infektionsgeschehen.

Seibert betonte nach Beratungen des Corona-Kabinetts der zuständigen Minister mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dass neben dem Einhalten von Hygienevorgaben "große Vorsicht" bei weiteren Öffnungsschritten angebracht sei. Ziel bleibe es, Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen zu können. Dabei sei klar, dass dies ab einer gewissen Zahl täglicher Infektionen kaum noch oder nicht mehr zu leisten sei. Eine vorgesehene neu ausgerichtete Strategie für Corona-Tests im Herbst und Winter solle bis 15. Oktober umsetzungsbereit sein.

Regierungssprecher Steffen Seibert nimmt in der Bundespressekonferenz an Bundeskanzlerin Merkel traditionellen Sommer-Pressekonferenz zu aktuellen innen- und außenpolitischen Themen teil.
Regierungssprecher Steffen Seibert nimmt in der Bundespressekonferenz an Bundeskanzlerin Merkel traditionellen Sommer-Pressekonferenz zu aktuellen innen- und außenpolitischen Themen teil.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 21. September, 14.30 Uhr: Erste Corona-Fälle in der griechischen Mönchsrepublik Berg Athos

In der griechischen Mönchsrepublik Berg Athos auf der Halbinsel Chalkidiki sind erste Corona-Fälle festgestellt worden. Im Kloster Agiou Pavlou, einem der zwanzig griechisch-orthodoxen Klöster des Berges, seien es acht Fälle, berichtete am Montag die griechische Tageszeitung "Kathimerini". Einer der Mönche sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus in Thessaloniki gebracht worden. Auch in zwei weiteren Klöstern gebe es jeweils mindestens einen Fall.

Eine Delegation der griechischen Gesundheitsbehörde sei bereits zum heiligen Berg gereist, um weitere Tests durchzuführen. Die Mönchsrepublik hatte ihre Tore kurz nach dem Ausbruch der Pandemie im März für Pilger geschlossen, dann aber Anfang Juni wieder geöffnet, als auch die Maßnahmen in der säkularen Welt gelockert wurden.

Die rund 335 Quadratkilometer große Mönchsrepublik Berg Athos befindet sich auf der östlichsten Landzunge der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Die Landzunge ist der Mutter Jesu gewidmet. Um sie zu ehren, wird seit Jahrhunderten Frauen der Zutritt untersagt. Auf Berg Athos leben zur Zeit rund 3000 Mönche. Sie genießen einen Autonomiestatus innerhalb Griechenlands. Die Mönchsrepublik wird vom Rat der Äbte ihrer 20 Klöster verwaltet. Die Regierung in Athen wird von einem Verwalter und der Polizei vertreten.

Update, 21. September, 14.14 Uhr: CSU sagte auf absehbare Zeit alle Präsenzgroßveranstaltungen ab

Nach der Absage ihres großen Parteitags im Dezember will die CSU wegen der Corona-Krise auf absehbare Zeit keine großen Präsenzveranstaltungen mehr durchführen.

"Wir haben für uns als CSU heute festgehalten, dass vor Ort unter Einhaltung der generellen Regeln von Vorsicht und Umsicht natürlich Veranstaltungen, wenn sie denn notwendig sind, stattfinden können", sagte Generalsekretär Markus Blume am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. "Aber wir sehen hier eine besondere Vorbildwirkung für uns als CSU-Landesleitung, und deswegen haben wir entschieden, dass größere Veranstaltungen und Großveranstaltungen wie Parteitage bis auf weiteres abgesagt sind."

Update, 21. September, 14.12 Uhr: Opposition und Gewerkschaften fordern Fortschritte bei Schulgipfel

Vor dem Schulgipfel am Montagabend im Kanzleramt haben Bildungsgewerkschaften, Bundeselternrat und Oppositionsparteien konkrete Schritte zur Unterstützung der Schulen in der Corona-Pandemie gefordert. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundeselternrat (BER) sprachen sich für einheitliche Lösungen etwa mit Blick auf das Lüften aus.

Das Thema Digitalisierung sei sehr wichtig, dürfe aber nicht das einzige Thema sein. Geklärt werden müsse, ob Luftfilter flächendeckend eingesetzt würden und Kohlendioxid-Messgeräte eine schnell einsetzbare Alternative sein könnten, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung. "Dabei dürfen die Kosten für den Einsatz der Geräte kein K.o.-Kriterium sein."

Die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Katja Suding, sagte: "Vom heutigen Schulgipfel erwarten Schüler, Lehrkräfte und Eltern ein starkes Zeichen der Zuversicht und der Sicherheit. Ein wochenlanger Unterrichtsausfall wie zu Beginn der Corona-Pandemie darf sich nie mehr wiederholen." Vertreter von Bund und Ländern hatten vor dem Treffen versichert, dass sie sich einig seien, dass es nicht mehr zu flächendeckenden Schulschließungen kommen solle.

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Katja Dörner, und die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Margit Stumpp, forderten "klare Fortschritte". Es brauche unverzüglich eine digitale Grundausstattung für alle Schulen. Dazu gehörten ein Breitbandanschluss, WLAN, Endgeräte, Mailadressen, sichere Messenger, eine Schulcloud, IT-Support und Fort- und Weiterbildungen für die Lehrkräfte.

Baden-Württemberg, Karlsruhe: Im Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe liegt während einer Unterrichtsstunde einer zehnten Klasse ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Tisch einer Schülerin.
Baden-Württemberg, Karlsruhe: Im Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe liegt während einer Unterrichtsstunde einer zehnten Klasse ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Tisch einer Schülerin.  © Uli Deck/dpa

Update, 21. September, 13.32 Uhr: Karl Lauterbach für Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt den Vorschlag einer Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen zur Eindämmung des Coronavirus. "An Plätzen wie dem Stachus in München, der Hasenheide in Berlin oder dem Brüsseler Platz in Köln ist das Infektionsrisiko hoch", sagte er der "Saarbrücker Zeitung" (Dienstag). An solchen öffentlichen Plätzen könnten die Abstände nicht eingehalten werden, und es werde laut gesprochen. "Und wenn man laut spricht und ist infektiös, überträgt man per Tröpfchen das Virus."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ins Spiel gebracht, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Dem Vernehmen nach will sein Kabinett eine entsprechende Vorschrift für alle Kommunen beschließen, in denen die Neuinfektionszahl bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt. Die Stadt München will eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt erlassen, falls die Neuinfektionszahlen weiterhin auf hohem Niveau bleiben.

Update, 21. September, 13.15 Uhr: Buchmesse will "Signal der Hoffnung" senden

Mit einer Mischung aus Lesefest und Digitalangeboten will die Frankfurter Buchmesse auch im Corona-Jahr Autoren und Leser, Verlage und Händler zusammenbringen. Nach der Absage der Hallenausstellung haben die Organisatoren am Dienstag das Programm der Sonderausgabe 2020 präsentiert.

An der "Sonderausgabe" werden nach Angaben von Buchmessen-Direktor Juergen Boos zwischen 14. und 18. Oktober 2800 Aussteller aus rund 90 Ländern digital teilnehmen. Die Buchmesse wolle "Signale der Hoffnung senden", sagte Marketing-Chefin Katja Böhne.

In der Festhalle der Frankfurter Messe wird eine Bühne aufgebaut, auf der fünf Tage lang 60 Veranstaltungen zu erleben sind. 450 Zuschauer dürfen dem Hygieneplan zufolge nach Vorab-Registrierung live dabei sein, alle anderen können sich den Livestream im Internet ansehen.

Dazu kommen 77 Veranstaltungen an 35 Orten in der Stadt. Rund 120 Autoren lesen aus und diskutieren über ihre Werke. Wie viele Besucher zu diesem "Bookfest" zugelassen sind, hängt an den Bedingungen der jeweiligen Gastgeber, auch hierzu muss man sich vorher anmelden. Wer nicht nach Frankfurt kommen kann, präsentiert sich beim "Bookfest digital" im Netz.

Das Fachprogramm findet in diesem Jahr ausschließlich digital statt. Für Rechtehändler wurde eine digitale Plattform eingerichtet.

Blick über eine Ausstellungshalle der Frankfurter Buchmesse.
Blick über eine Ausstellungshalle der Frankfurter Buchmesse.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 21. September, 13.12 Uhr: UN-Umfrage: Menschen wollen bessere Grundversorgung und Solidarität

Eine zum 75. Jubiläum der Vereinten Nationen durchgeführte weltweite Umfrage zeigt UN-Angaben zufolge den großen Bedarf an grundlegender Versorgung. "Inmitten der aktuellen Covid-19-Krise besteht für die meisten Befragten die unmittelbare Priorität darin, den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu verbessern - Gesundheitsversorgung, sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Bildung", heißt es in der Studie, in die neben mehr als einer Million Befragungen auch die Arbeit mit zwei Umfrageinstituten eingeflossen ist.

Auch der Wunsch nach größerer internationaler Solidarität und Hilfe für die von der Pandemie am stärksten Betroffenen spiele eine wichtige Rolle.

Zu den zentralen Zukunftsängsten zähle die Sorgen vor Veränderungen durch die Klimakrise und der Zerstörung der Natur. Auch die stärkere Achtung der Menschenrechte, die Beilegung von Konflikten und die bessere Bekämpfung von Armut und Korruption hätten für viele Menschen Priorität.

Gerade angesichts der Corona-Pandemie glaubten 87 Prozent, dass internationale Zusammenarbeit überlebenswichtig ist. Doch auch wenn sechs von zehn Befragten angaben, die Vereinten Nationen hätten die Welt besser gemacht, verlangten sie eine höhere Effektivität und mehr Transparenz von den UN.

Am Montag feiern die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Festakt in New York (ab 15 Uhr MESZ). Bei der größtenteils virtuellen Veranstaltung werden mehr als 180 Redner erwartet - neben UN-Generalsekretär António Guterres unter anderem auch US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Südsudan, Kandak: Eine Frau sammelt Hirse vom Boden auf, die in Säcken vom Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen über der Stadt abgeworfen wurden.
Südsudan, Kandak: Eine Frau sammelt Hirse vom Boden auf, die in Säcken vom Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen über der Stadt abgeworfen wurden.  © Sam Mednick/AP/dpa

Update, 21. September, 12.19 Uhr: Stadt München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein

Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Stadt München eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Krisenstabes der Stadt, der am Montagvormittag wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen getagt hatte. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 21. September, 12.17 Uhr: Nationalspieler Gündogan von Man City positiv auf Corona getestet

Der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan (29) von Premier-League-Klub Manchester City ist positiv auf Corona getestet worden. Mehr dazu >>>>hier.

Update, 21. September, 12.14 Uhr: Angst vor Corona: Protest erzwingt Abbruch im Madrider Opernhaus

Der lautstarke Protest des Publikums wegen zu geringer Sicherheitsabstände auf den Rängen hat zum Abbruch einer Vorstellung im Madrider Opernhaus Teatro Real geführt. Die Gäste auf den oberen, billigeren Rängen protestierten am Sonntagabend mit Buhrufen und Schreien, sie klatschten in die Hände und trampelten mit den Füßen, wie die Zeitung "El País" und andere Medien am Montag berichteten.

Die Aufführung der Oper "Un ballo in maschera" (Ein Maskenball) von Giuseppe Verdi habe trotz des Protests begonnen, sei aber wegen der anhaltenden Empörungsbekundungen bald abgebrochen worden.

Das Real teilte mit, der Protest "einer Minderheit" habe den Abbruch erzwungen, obwohl man "alle geltenden Vorschriften befolgt" habe. Lediglich 51,5 Prozent aller Plätze seien besetzt gewesen. Man werde eine Untersuchung des "bedauerlichen Zwischenfalls" einleiten, damit er sich in Zukunft nicht wiederhole, hieß es.

Die Zeitung "ABC" sprach von einem "Skandal". Videos, die von Medien und Besuchern gepostet wurden, zeigen, dass die oberen Ränge dicht gefüllt waren, während im Parkett viele Sitze unbesetzt blieben. Schriftstellerin Rosa Montero klagte auf Twitter: "Ich war da und es war eine Schande. Es gab überhaupt keine Sicherheitsabstände."

Sie widersprach jedoch der Aussage, nur die billigeren Ränge seien betroffen gewesen. Auf den teuersten Plätzen ganz vorne sei man ebenfalls "zusammengepfercht" gewesen. "Ich fürchte, es war eher totales Unvermögen denn Diskriminierung."

Mit mehr als 640.000 Infektionen und fast 30.500 Toten ist Spanien das von der Corona-Pandemie am schlimmsten getroffene Land Westeuropas. Die größten Sorgen bereitet aber Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfällt seit Wochen mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen. Am Montag traten in Madrid Absperrungen von zahlreichen vorwiegend einkommenschwachen und von Corona besonders in Mitleidenschaft gezogenen Gebieten in Kraft. Die Abriegelungen sollen zunächst für die kommenden zwei Wochen gelten.

Update, 21. September, 12.04 Uhr: FDP-Chef Lindner: Menschen mit kleinem Einkommen entlasten

FDP-Parteichef Christian Lindner hat sich für eine Steuerentlastung für Menschen mit kleinem Einkommen ausgesprochen. Mit Blick auf Corona sagte er am Montag in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv: "Wir haben während der Pandemie alle den Menschen an der Supermarktkasse, der Erzieherin, der Krankenpflegerin applaudiert."

Wenn sie jetzt eine Gehaltserhöhung bekämen, gäben sie mehr als die Hälfte der Erhöhung an den Staat ab, sagte er vor dem Hintergrund der laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Diese Menschen bräuchten eine Steuerentlastung. Sein Vorschlag sei, bei der Lohnsteuer den Tarif zu verschieben, damit die Menschen "in wichtigen Jobs mit kleinem Einkommen jetzt auch mehr netto von dem haben, was sie verdienen".

Update, 21. September, 12.03 Uhr: Handel will für Sonntagsöffnung bis vors Verfassungsgericht

Für sicherere Termine zur Sonntagsöffnung seiner Geschäfte will der Handel bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. "Wir sind entschlossen, Verfassungsbeschwerde einzureichen, um Rechtsklarheit zu bekommen", sagte Handelspräsident Josef Sanktjohanser "Welt". "Wenn wir einen geeigneten Fall als Basis haben, könnte es noch im laufenden Jahr dazu kommen."

Hintergrund sind Gerichtsentscheidungen auf Landesebene, die aus Sicht des Verbands den rechtlichen Rahmen zu eng auslegen und geplante Sonntagsöffnungen untersagen - gerade in der Corona-Krise. Denn da entfielen oft die notwendigen Anlässe, etwa Messen und Volksfeste.

Der Verband setzt sich auch dafür ein, den Anlassbezug zu streichen. "Die zahlreichen kurzfristigen Absagen von bereits genehmigten Sonntagsöffnungen in der ganzen Republik sind für die Händler in der aktuellen Lage kaum zu verkraften", teilte der Handelsverband Deutschland am Montag mit. Gerade Bekleidungshändler bräuchten gelegentliche, aber verlässliche Sonntagsöffnungen, um noch ein wenig Umsatz zu machen.

Update, 21. September, 11.39 Uhr: Italiens Nationalelf spielt im corona-gebeutelten Bergamo

Die italienische Fußball-Nationalmannschaft bestreitet ihr Heimspiel gegen die Niederlande in der von der Corona-Pandemie besonders hart getroffenen Stadt Bergamo. Die Stadt stehe symbolisch für die Opfer der Pandemie in Italien, hieß es in einer Mitteilung des italienischen Verbandes vom Montag. Die Partie am 14. Oktober soll wie alle anstehenden Spiele der Nationalmannschaft in Italien noch ohne Zuschauer stattfinden, obwohl die Regierung seit dem vergangenen Wochenende bis zu 1000 Fans in den Stadien erlaubt.

Auch das sei ein Grund für die Entscheidung, vom ursprünglich vorgesehenen deutlich größeren Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand nach Bergamo zu wechseln, hieß es von der FIGC. Zuletzt hatte die Squadra Azzurra 2006 in Bergamo gespielt. Das Stadion Atleti Azzurri d'Italia in Bergamo war in der vergangenen Saison renoviert worden, weshalb Atalanta seine Heimspiele in der Champions League in Mailand austragen musste. Das ändert sich ebenfalls mit dieser Saison.

Italien war im Frühjahr besonders schwer von der Corona-Pandemie getroffen worden, Bergamo stand damals im Zentrum des Virus-Ausbruchs in dem Land. Die Nationalmannschaft führt die Nations-League-Gruppe vor Polen, den Niederlanden und Bosnien-Herzegowina an. Am 7. Oktober bestreitet das Team von Roberto Mancini ein Freundschaftsspiel gegen Moldau in Florenz, am 11. Oktober steht das Spiel in Polen an.

Italien, Bergamo: Das riesige Bild einer Zeichnung des venezianischen Künstlers Franco Rivolli zeigt an der Fassade des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII. eine Ärztin mit Flügeln auf dem Rücken, die Italien wiegt. Auf Italienisch ist die Aufschrift: "An alle... Danke!" zu lesen.
Italien, Bergamo: Das riesige Bild einer Zeichnung des venezianischen Künstlers Franco Rivolli zeigt an der Fassade des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII. eine Ärztin mit Flügeln auf dem Rücken, die Italien wiegt. Auf Italienisch ist die Aufschrift: "An alle... Danke!" zu lesen.  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 21. September, 11.28 Uhr: Maschinenbau: Messen müssen wieder stärker in Gang kommen

Der Maschinenbau in Deutschland fordert, wichtige Messen für die Branche wieder stärker in Gang zu bringen. Internationale Messen seien für die Industrie wichtige Plattformen, um die Wettbewerbsstärke des Maschinen- und Anlagenbaus zu festigen, das technologische Know-how einem globalen Publikum zu präsentieren und Innovationskraft zu zeigen, teilte der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt mit. Die Corona-Krise hat die Messewirtschaft hart getroffen: Reihenweise wurden Branchentreffen abgesagt oder sie fanden eingeschränkt statt, Geschäftsreisen fielen aus.

Die Bundesregierung habe die richtige Entscheidung getroffen, Messeausstellern und -besuchern die Einreise nach Deutschland zu erleichtern, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Er forderte aber weitergehende Schritte. "Wir appellieren an die Bundesländer, die Vielzahl an Quarantäneregeln endlich zu beseitigen und sich hier bundesweit auf einheitliche Vorgaben zu verständigen."

Die vielen Leitmessen für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland seien ein unschätzbarer Vorteil für die mittelständische Branche mit ihren gut 1,3 Millionen Beschäftigten. "Auf Messen werden Innovationen präsentiert, die Welt trifft sich in Deutschland. Meist handelt es sich um erklärungsbedürftige Investitionsgüter, daher ist das persönliche Gespräch unverzichtbar", so Brodtmann. Der Maschinen- und Anlagenbau lebe vom Export, vier von fünf in Deutschland hergestellte Maschinen würden im Ausland in Betrieb genommen.

Ein Mitarbeiter montiert in einer Werkshalle am Stammsitz der Heidelberger Druckmaschinen AG ein Druckwerk vom Typ Speedmaster CX 102.
Ein Mitarbeiter montiert in einer Werkshalle am Stammsitz der Heidelberger Druckmaschinen AG ein Druckwerk vom Typ Speedmaster CX 102.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 21. September, 11.16 Uhr: Großkontrolle in Hamburger Bars: Corona-Auflagen nicht eingehalten

Bei einer Großkontrolle auf dem Hamburger Kiez sind laut Medien-Berichten zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Auflagen festgestellt worden. Von den knapp 30 überprüften Bars und Kneipen habe sich die Hälfte an alle Corona-Auflagen gehalten, die andere Hälfte nicht - beispielsweise seien einige Clubs völlig überfüllt gewesen, sagte der Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmann, dem Radiosender NDR 90,3.

Eine Bar sei geschlossen worden. Nach Polizeiangaben waren in der Spitze in der Nacht zum Sonntag bis zu 15.000 Menschen auf dem Kiez unterwegs. Deshalb sei der Zugang zur Großen Freiheit in der Nacht kurz vor 3 Uhr für fast eine Stunde beschränkt worden.

Unterdessen will das Bezirksamt Altona schärfere Corona-Regeln für einzelne Bars einführen. Amtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) lässt rechtlich prüfen, ob es in Einzelfällen eine generelle Maskenpflicht für die Beschäftigten geben könne - vor allem in kleineren Bars, in denen die Abstandsregeln kaum eingehalten werden können. Beim Bedienen hinterm Tresen ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung derzeit nicht zwingend erforderlich, wenn ausreichend Abstand eingehalten wird.

Nach dem Corona-Ausbruch in der Hamburger Bar "Katze" erwarten die Behörden für den Wochenbeginn neue Zahlen von den Gesundheitsämtern. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass ein Barmitarbeiter der "Katze" positiv auf Corona getestet worden war. Bis Freitag wurden insgesamt acht Fälle registriert, vier davon waren "Katze"-Mitarbeiter. Rund 600 Gäste kommen als Kontaktpersonen in Frage. 500 von ihnen konnten mit Hilfe der ausgefüllten Kontaktdaten-Listen informiert werden. Weitere 100 Menschen hatten falsche oder unvollständige Angaben gemacht.

Die geschlossene Bar "Katze" im Schanzenviertel.
Die geschlossene Bar "Katze" im Schanzenviertel.  © Markus Scholz/dpa

Update, 21. September, 11.15 Uhr: Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring mit 20.000 Zuschauern

Für das Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring Mitte Oktober sind 20.000 Zuschauer zugelassen. Das teilte die Kreisverwaltung Ahrweiler als zuständige Gesundheitsbehörde am Montag mit.

Das Formel-1-Wochenende vom 9. bis zum 11. Oktober ist das erste Gastspiel der Motorsport-Königsklasse in der Eifel seit sieben Jahren. "Wenn am 11. Oktober der Titel 'Großer Preis der Eifel' verliehen wird, ist das weit über die Grenzen des Motorsports hinaus eine Werbung für die Eifel, in der die Formel 1 auch ein Stück Identität ist", teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit.

Update, 21. September, 11.12 Uhr: Söder: Lage in München ist ernst - Städtischer Krisenstab tagt

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht die steigenden Corona-Zahlen in München mit Sorge. "Die Infektionszahlen sind in München schlicht und einfach zu hoch", sagte Söder am Montag. "Wir sehen die Lage jetzt einfach als ernst an. München ist zu groß, um es einfach jetzt zu ignorieren und laufen zu lassen."

Er stehe in engem Austausch mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). "Wir stimmen uns da eigentlich täglich ab miteinander." Seit dem Morgen tagt der Krisenstab der Landeshauptstadt und berät über Konsequenzen. Möglich wäre etwa die bereits von Söder angeregte Maskenpflicht auf besonders gut besuchten öffentlichen Plätzen. Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen während des Unterrichts wurde in München verlängert. Zudem gelten an bestimmten Orten Alkoholverbote.

München hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, gibt vor Beginn der CSU-Vorstandssitzung ein Pressestatement in der Parteizentrale.
Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, gibt vor Beginn der CSU-Vorstandssitzung ein Pressestatement in der Parteizentrale.  © Josefine Kaukemüller/dpa

Update, 21. September, 10.45 Uhr: Israels Polizei registriert fast 7000 Verstöße gegen Lockdown-Regeln

Die israelische Polizei hat in den ersten Lockdown-Tagen Tausende Verstöße gegen die neuen Corona-Restriktionen geahndet. Während des von Freitag bis Sonntag dauernden jüdischen Neujahrsfestes seien insgesamt 6943 Vergehen registriert worden, teilte die Polizei am Montag mit. Die meisten Delikte standen mit 4822 Fällen im Zusammenhang mit dem Verlassen des Hauses.

In Israel gilt angesichts eines starken Anstiegs der Infektionszahlen seit Freitagnachmittag ein dreiwöchiger Lockdown. Die Bevölkerung muss sich unter anderem mit geschlossenen Schulen und Kindergärten sowie mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Menschen dürfen sich nur in Ausnahmefällen weiter als 1000 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Der Lockdown-Beginn fiel zusammen mit Rosch Haschana. An dem jüdischen Neujahrsfest kommen normalerweise Familien im ganzen Land zusammen.

Der Regierung geht es vor allem darum, angesichts der steigenden Zahlen eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag gibt es derzeit 643 Schwerkranke in Israel. Nimmt diese Zahl weiter stark zu, dann stehen Kliniken davor, ihre Kapazitätsgrenzen zu erreichen. Als kritische Marke gilt Experten die Zahl von 800 Schwerkranken.

Israel, Jerusalem: Teilnehmer in Kostümen bei einer Demonstration gegen Premierminister Netanjahu stehen in der Nähe der Residenz Premierminister um einen Brunnen.
Israel, Jerusalem: Teilnehmer in Kostümen bei einer Demonstration gegen Premierminister Netanjahu stehen in der Nähe der Residenz Premierminister um einen Brunnen.  © Sebastian Scheiner/AP/dpa

Update, 21. September, 10.14 Uhr: Drosten: Eher gezielte Einschränkungen als Lockdown-Neuauflage

Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland ist aus Sicht des Virologen Christian Drosten künftig nicht zwangsläufig mit einer Neuauflage des Lockdowns vom Frühjahr zu rechnen. "Es ist natürlich so, dass man nicht immer gleich einen deutschlandweiten oder regionalen Lockdown braucht, weil man jetzt schon ein paar Sachen besser weiß", sagte der Charité-Professor der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er glaube, dass in Zukunft eher bestimmte Sparten des Alltags- und Berufslebens von Einschränkungen betroffen sein könnten. Damit verbunden sei aber auch die Frage nach Kompensation, wenn es wirtschaftliche Auswirkungen gebe.

Zum verbesserten Wissensstand im Vergleich zu Februar und März erklärte Drosten, es gebe bestimmte Situationen, bei denen inzwischen klar sei, dass dabei nur einzelne Fälle entstünden, aber "eigentlich wenig neu hochkocht". Drosten nannte etwa "Eins-zu-eins-Situationen" im Berufsleben, in denen sich zum Beispiel nur zwei Menschen gegenübersitzen.

Das könne man weiterdenken für kleine Gruppen. "Und insofern werden wir, glaube ich, nicht wieder so schnell so einen Lockdown haben", bilanzierte der Virologe. Einen solchen Schritt gehe man nur, "weil man nicht die Orientierung hat in den Maßnahmen". Das sei nun anders.

Als problematisch für die Entwicklung der Pandemie gelten mittlerweile insbesondere Situationen mit größeren Gruppen: Die Anwesenheit eines Infizierten kann unter Umständen auf einen Schlag für etliche Neuinfektionen sorgen.

Drosten bekräftigte gleichzeitig, dass er von einer weiteren Zunahme der Fälle ausgeht. Nach Mitteln gegen Ermüdungserscheinungen in der Bevölkerung bezüglich der Pandemie und den Verhaltensregeln gefragt sagte er: "Ich glaube, es sind eigentlich zwei Dinge, die dazu führen werden, dass die Allgemeinheit sich wieder mehr auch dieser Coronavirus-Thematik zuwendet und den Maßnahmen." Zum einen sei sorgfältige Kommunikation von Politik und Wissenschaft wichtig. "Der andere Effekt wird leider durch das Virus selbst kommen: Das Virus wird sich die Aufmerksamkeit wieder holen, weil einfach wieder Fälle kommen werden."

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, spricht beim 17. Kommunikationskongress 2020.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, spricht beim 17. Kommunikationskongress 2020.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 21. September, 9.26 Uhr: Tschechischer Gesundheitsminister tritt zurück

Inmitten steigender Corona-Infektionszahlen hat der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech seinen Rücktritt erklärt. Er wolle neuen Raum für die Lösung der Krise eröffnen, sagte der 33-Jährige am Montag. Ministerpräsident Andrej Babis dankte seinem Parteikollegen bei Twitter für seine geleistete Arbeit. Er habe die erste Infektionswelle im Frühjahr "auf unglaubliche Weise" gemeistert.

In den letzten Wochen war die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Tschechien rapide angestiegen. Fast täglich waren neue Höchststände zu vermelden. Experten sprachen von einer "zweiten Welle" des Infektionsgeschehens. Vojtech wollte die Maßnahmen schon früher verschärfen, wurde aber teilweise von Regierungschef Babis wieder zurückgepfiffen.

Die Opposition sprach von einem Bauernopfer vor den Regional- und Senatswahlen in weniger als zwei Wochen. Zugleich forderte sie schnellen Ersatz.

Bis Montag stieg die Gesamtzahl der jemals Infizierten in Tschechien um 985 auf knapp 49.300. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkranung starben 503 Menschen. Etwa die gleiche Zahl befand sich aktuell im Krankenhaus in Behandlung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, der einen Mundschutz trägt, besucht das Forschungsinstitut "Biocev".
Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, der einen Mundschutz trägt, besucht das Forschungsinstitut "Biocev".  © Michal Krumphanzl/CTK/dpa

Update, 21. September, 9.22 Uhr: Deutlich weniger Hochzeiten wegen Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat viele Heiratspläne vorerst platzen lassen. Das zeigt sich nun auch in der offiziellen Ehe-Statistik. In den ersten sechs Monaten wurden demnach bundesweit 139.900 Ehen geschlossen, 29.200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte.

Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend ganz, andere schränkten ihre Dienste ein.

Die Zahl der neu geschlossenen Ehen sank aber nicht ganz auf einen historischen Tiefstand. Einmal wurden seit der Wiedervereinigung in einem ersten Halbjahr noch weniger Ehen geschlossen: 2007, als viele Paare den Juli und damit das Hochzeitsdatum 7.7.2007 ansteuerten. Damals heirateten im ersten Halbjahr nur 138.800 Paare.

Im laufenden Jahr gab es mit dem 02.02.2020 und dem 20.02.2020 gleich zwei attraktive Termine, die auch reichlich genutzt wurden - was ein weiteres Absinken der Zahlen verhinderte, wie das Bundesamt berichtete. Im Februar 2020 heirateten 21.500 Paare, fast 7300 mehr als Vorjahresmonat.

Der Effekt war in den Bundesländern unterschiedlich stark: In Brandenburg (plus 84 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 82 Prozent) und Thüringen (plus 80 Prozent) sagten im Februar deutlich mehr Paare "Ja" zueinander. In Hamburg fand er dagegen so gut wie keine Beachtung, hier blieb die Zahl der Eheschließungen gleich.

Erkenntnisse über die Auswirkung der Pandemie ließen sich erst langfristig gewinnen, erklärten die Statistiker. Denn langsam wieder steigende Zahlen vom Mai und Juni deuteten daraufhin, dass viele Standesamttermine lediglich verschoben und nicht abgesagt wurden.

Ein frisch vermähltes Brautpaar zeigt nach der Eheschließung im Rathaus die Eheringe.
Ein frisch vermähltes Brautpaar zeigt nach der Eheschließung im Rathaus die Eheringe.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 21. September, 9.07 Uhr: Wahlbeteiligung in Italien bleibt trotz Corona stabil

Die Befürchtungen einer niedrigen Wahlbeteiligung wegen der Coronavirus-Pandemie haben sich in Italien zunächst nicht bestätigt. Beim Referendum über die Verkleinerung des Parlaments stimmten bis Sonntagabend nach Angaben des Innenministeriums 39,38 Prozent der Wahlberechtigten ab. Bei den Regionalwahlen waren es laut den vorliegenden Zahlen für vier der sieben Regionen 41,37 Prozent. Die Wahllokale in Italien, wo außerdem Kommunalwahlen in rund 1000 Gemeinden stattfinden, haben noch bis Montagnachmittag geöffnet.

Beim letzten Referendum 2016 lag die Beteiligung bei 68,5 Prozent, bei den Wahlen in sieben Regionen 2015 waren es 53,9 Prozent. Es war befürchtet worden, dass die Wahlbeteiligung wegen der Corona-Pandemie stark sinken könnte, da Wähler aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben könnten. Die Regionalwahlen gelten als wichtiger Test für die Regierung des parteilosen Giuseppe Conte, der seit einem Jahr ein Bündnis aus Sozialdemokraten und Fünf-Sterne-Bewegung führt.

Italien, Bologna: Lucia Borgonzoni, Kandidatin der Lega, gibt in einem Wahllokal ihre Stimme für die Regionalwahlen ab.
Italien, Bologna: Lucia Borgonzoni, Kandidatin der Lega, gibt in einem Wahllokal ihre Stimme für die Regionalwahlen ab.  © Stefano Cavicchi/LaPresse/AP/dpa

Update, 21. September, 8.36 Uhr: Söder: schärfere Quarantäneregeln wegen Supercup-Spiels denkbar

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach. Bisher gilt: Wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Jeder solle sich genau überlegen, ob er da wirklich hinfahren wolle, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell (Bayerischer Rundfunk). "Ich habe wirklich Bauchschmerzen, was den Supercup betrifft."

Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, das Supercup-Finale am Donnerstag (21.00 Uhr) in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung. Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München nach Angaben vom Sonntag nach Budapest begleiten.

Update, 21. September, 8.14 Uhr: Spahn: Bei regional steigenden Infektionszahlen keine Fans im Stadion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung, die Bundesliga-Auftaktpartie in München ohne Zuschauer auszutragen, gelobt und ähnliche kurzfristige Schritte auch künftig nicht ausgeschlossen. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 21. September, 8.07 Uhr: Söder stellt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe.

Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. "Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. "Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern."

Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger. "München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen."

Sorgen bereiteten ihm nicht professionell organisierte Veranstaltungen. "Das Problem sind die privaten Feiern", sagte er. "Wenn die Vernunft nicht hilft, dann muss gesteuert werden." Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas bayernweit weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor weiteren Einschränkungen zu bewahren.

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, gibt ein Statement in der Parteizentrale. (Archivbild)
Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, gibt ein Statement in der Parteizentrale. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 21. September, 7.09 Uhr: Masken mit Ventil zum Ausatmen sind fürs Fliegen nichts

In Flugzeugen und Zügen sollten Reisende zum Schutz vor Corona keine Masken mit einem Ventil zum Ausatmen tragen. "Der Sinn der Maske ist ja, sein Umfeld zu schützen. Über das Ventil wird aber die eigene Atemluft ungefiltert ausgestoßen", erklärt Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Berlin.

Aus diesem Grund akzeptieren auch Fluggesellschaften in der Regel nicht die Nutzung solcher Masken. So heißt es zum Beispiel bei der Lufthansa: Visiere, FFP2-Masken mit Ventil sowie Schals und Tücher seien an Bord nicht zulässig, da sie die Atemluft zur Seite ausströmen ließen und keinen entsprechenden Schutz darstellten.

Update, 21. September, 7.05 Uhr: Appell vor UN-Generaldebatte: Sozialen Schutz in Pandemie verbessern

Vor der Generaldebatte der Vereinten Nationen haben mehr als 200 zivilgesellschaftliche Organisationen einen besseren sozialen Schutz der Menschen in der Corona-Pandemie gefordert. Die Koalition rief zu Beginn der Veranstaltungen zum 75. Gründungstag der UN am Montag in New York zur Schaffung eines globalen Fonds für soziale Sicherheit auf. Dieser soll Länder unterstützen, gefährdete Menschen schützen sowie den Zugang zu Gesundheitssystemen und grundlegenden Einkommen sichern.

Als Ergebnis der Covid-19-Pandemie sei die Zahl der schutzlosen Menschen stark gestiegen, heißt es in dem Aufruf der Global Coalition for Social Protection Floors. Allein die Zahl der Menschen ohne Nahrungsmittelsicherheit werde sich nach Vorhersagen in diesem Jahr auf 250 Millionen verdoppeln. Der Fonds solle helfen, "unnötiges Leid, Armut, extreme Ungleichheit, Gesundheitsprobleme und vermeidbare Todesfälle zu beenden", heißt es in dem Appell.

"Die Corona-Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Ausbreitung von Armut und Ungleichheit", sagte Tobias Hauschild von Oxfam der Deutschen Presse-Agentur. Die Pandemie könne weltweit rund 500 Millionen Menschen in Armut stürzen. Die Staatengemeinschaft müsse sich auf einen "Rettungspakt für alle Menschen" verständigen. Es brauche Schuldenerlasse, Sonderhilfen des Währungsfonds und eine Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit.

"Die Staatengemeinschaft muss sich auf der UN-Generaldebatte daher klar für weitere Unterstützungsmaßnahmen für den globalen Süden aussprechen", forderte Hauschild. Die Bundesregierung solle sich dafür einsetzen, dass armen Ländern Schulden erlassen werden. Auch müsse der zu entwickelnde Covid-19-Impfstoff für alle Menschen verfügbar sein, die ihn benötigten, fordert Oxfam, die sich auch an der Koalition für soziale Sicherheit beteiligen.

Experten des World Resources Instituts (WRI) riefen dazu auf, in den milliardenschweren Programmen zur Ankurbelung der Volkswirtschaften in der Corona-Krise stärker auf den Kampf gegen den Klimawandel zu setzen. Nach einer Erhebung könnten die Konjunkturprogramme in 14 von 18 untersuchten Ländern der Umwelt eher schaden als ihr nutzen. Während die Europäische Union "am grüneren Ende des Spektrum" liege, lägen die USA "am verschmutzenden Ende".

New York: Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht auf der 74. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Plenum. Vor dem Beginn der Generaldebatte am Dienstag werden die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen mit einer hochrangig besetzten Veranstaltung feiern.
New York: Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht auf der 74. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Plenum. Vor dem Beginn der Generaldebatte am Dienstag werden die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen mit einer hochrangig besetzten Veranstaltung feiern.  © Richard Drew/AP/dpa

Update, 21. September, 6.47 Uhr: CDU-Politiker Merz über Bayern-Chefetage: "Dummheit oder Arroganz"

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat die Chefetage des FC Bayern München für das enge Beieinandersitzen beim Bundesliga-Aufakt scharf kritisiert. "Mein Gedanke, bei dem, was ich da gesehen habe: Dummheit oder Arroganz", sagte der Kandidat für den Bundesvorsitz der Partei der "Bild"-Zeitung (Montag). 

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte sich am Sonntag bereits reumütig gezeigt und mit Blick auf die geltenden Einschränkungen in der Corona-Krise ein angemesseneres Verhalten versprochen. "Wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht vorbildlich war. Wir werden das ändern", sagte er in der TV-Sendung "Sky90".

Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer äußerte sich im "Kicker" entsprechend: "In Zukunft werden wir uns absolut regelkonform verhalten." Beim 8:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend in der Allianz Arena hatten die Vereinsvertreter der Bayern und auch der Gäste aus Gelsenkirchen ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz auf der Ehrentribüne eng zusammengesessen.

Rummenigge sprach auch von einem Missverständnis in der Auslegung der Corona-Vorgaben. Der 64-Jährige berief sich wie schon sein Vorstandskollege Oliver Kahn auf Bestimmungen in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die grundsätzlich einen Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen gestattet. Aber er ergänzte einsichtig: "Beim nächsten Spiel werden wir den notwendigen Abstand halten, wenn das gewünscht ist."

1. Spieltag in der Allianz Arena. Oliver Kahn, Vorstandsmitglied vom FC Bayern (l-r), Jörg Wacker Mitglied im Vorstand, und Andreas Jung, Mitglied im Vorstand, Christian Dreesen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Edmund Stoiber, ehemaliger CSU-Vorsitzender, Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef vom FC Bayern, Walter Mennekes, zweiter Vizepräsident vom FC Bayern München und Dieter Mayer, Vizepräsident vom FC Bayern München verfolgen das Spiel.
1. Spieltag in der Allianz Arena. Oliver Kahn, Vorstandsmitglied vom FC Bayern (l-r), Jörg Wacker Mitglied im Vorstand, und Andreas Jung, Mitglied im Vorstand, Christian Dreesen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Edmund Stoiber, ehemaliger CSU-Vorsitzender, Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef vom FC Bayern, Walter Mennekes, zweiter Vizepräsident vom FC Bayern München und Dieter Mayer, Vizepräsident vom FC Bayern München verfolgen das Spiel.  © Matthias Balk/dpa

Update, 21. September, 6.38 Uhr: 922 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut am Montag eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Demnach hatten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 922 Fälle übermittelt, wie das RKI bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Sonntag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 272.337 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 21.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben wie am Vortag bei 9386. Rund 242.200 Menschen hatten die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Anmerkung der Redaktion: TAG24 bezieht sich bei seinen Zahlen auf die Angaben der Johns Hopkins University)

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Sonntag bei 1,22 (Vortag: 1,27). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,17 (Vortag: 1,24). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Pastor Matthias Vosseler leitet in der Stiftskirche eine Konfirmation. Viele Konfirmationen und Firmungen in Baden-Württemberg, die im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind, werden jetzt nachgeholt.
Pastor Matthias Vosseler leitet in der Stiftskirche eine Konfirmation. Viele Konfirmationen und Firmungen in Baden-Württemberg, die im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind, werden jetzt nachgeholt.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 21. September, 6.31 Uhr: Fan-Organisation für differenzierte Zuschauer-Zulassung in Stadien

Die Fan-Organisation"ProFans" hat sich nach dem ersten Spieltag in Fußball-Bundesliga für eine differenzierte Zulassung von Zuschauern im Stadion ausgesprochen. Er halte es für zweifelhaft, ob die einheitlich erlaubten 20 Prozent der Stadionkapazität sinnvoll seien, sagte Sprecher Sig Zelt dem Fachmagazin "Kicker". 

"Wenn ich berücksichtige, dass in Bayern das Zehnfache an Infektionen auf 100.000 Einwohner zu verzeichnen ist als etwa in Mecklenburg-Vorpommern, dann stellt sich die Frage: Warum gelten für Rostock gleich große Beschränkungen wie für Augsburg? Man sollte die Regelung an das Infektionsgeschehen anpassen", sagte Zelt.

In einer Testphase bis zu Ende Oktober dürfen unter den Bedingungen der Coronavirus-Pandemie Zuschauer bis zu 20 Prozent der Stadion- und Hallenkapazität zu Sportveranstaltungen. Darauf hatten sind am vergangenen Dienstag Bund und Länder geeinigt. Anschließend sollen die Ergebnisse analysiert und eventuell neue Regelungen getroffen werden.

Am ersten Spieltag waren bei der Partie Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach 10.000 Zuschauer zugelassen, in Leipzig durften 8500 Besucher die Partie von RB gegen den FSV Mainz 05 im Stadion verfolgen. Dagegen wurden die Spiele FC Bayern München gegen FC Schalke 04 und 1. FC Köln gegen die TSG 1899 Hoffenheim vor leeren Rängen ausgetragen. Dort hatten die Behörden jeweils kurzfristig die Zulassung von Zuschauern wegen zuletzt stark gestiegener Corona-Infektionszahlen verboten.

Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Bundesliga, Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach, 1. Spieltag im Signal Iduna Park. Dortmunds Erling Haaland (m) bejubelt sein Tor zum 2:0.
Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Bundesliga, Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach, 1. Spieltag im Signal Iduna Park. Dortmunds Erling Haaland (m) bejubelt sein Tor zum 2:0.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 21. September, 6.29 Uhr: Deutsche und französische Abgeordnete beraten über Corona und Euro

Abgeordnete von Bundestag und französischer Nationalversammlung beraten an diesem Montag und Dienstag über gemeinsame Schritte in der Corona-Pandemie. Das Treffen der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung findet wegen der Lage diesmal als Videokonferenz statt.

"Angesichts der Erfahrungen vom Frühjahr und der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens in Europa ist die enge Zusammenarbeit beider Länder und ihrer Parlamente wichtiger denn je", sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Die jeweils 50 Abgeordneten beider Parlamente beraten in regelmäßigen Abständen über aktuelle Vorhaben und Probleme. Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung gibt es seit 2019. Sie soll einen Beitrag zur besseren Zusammenarbeit beider Länder leisten.

Auf der Tagesordnung steht neben einer Anhörung der Gesundheitsminister Frankreichs und Deutschlands auch ein Gespräch mit der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde. "Wir sollten im Gespräch mit Christine Lagarde auch die Debatte darüber intensivieren, wie wir die Währungsunion jetzt endlich zu einer Wirtschaftsunion ausbauen können. Nur so können wir den Euro auf Dauer stabil halten", sagte Schäuble.

Bei den deutsch-französischen Gesprächen soll es zudem um den Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Paris gehen und um die Einsetzung zweier Arbeitsgruppen zu den Themen Integration, Asyl und Migration und zur Außen- und Verteidigungspolitik.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags und geestikuliert.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags und geestikuliert.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 21. September, 6.26 Uhr: Karliczek vor Schulgipfel: Gesellschaft hat es in der Hand

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat vor Gesprächen über die Schulen im Kanzleramt an diesem Montag (18.00 Uhr) an alle appelliert, mit ihrem Verhalten zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Corona-Pandemie beizutragen.

"Die bekannten Hygieneregeln sollten von allen am Schulbetrieb Beteiligten auch in der Freizeit eingehalten werden", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem sei aber auch die Gesellschaft insgesamt gefragt. Schule sei keine isolierte Veranstaltung. "Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird."

Bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen Karliczek, SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Länder über die Lage an den Schulen und das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Neben einem Austausch über die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen soll es um weitere Schritte bei der Schuldigitalisierung gehen und um die Weiterbildung von Lehrern im Umgang mit digitalen Medien.

Merkel, Esken und einige Länder hatten bei einem ersten Treffen im August vereinbart, dass Lehrkräfte mit Dienstlaptops ausgestattet werden sollen, Schüler günstige Flatrates bekommen und Schulen an schnelles Internet angeschlossen werden sollen. Im Kanzleramt wird am Abend auch über die weitere Umsetzung dieser Vorhaben beraten.

Erneute flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr wollen Bund und Länder vermeiden. Der Start ins neue Schuljahr sei insgesamt zufriedenstellend gewesen, sagte Karliczek. "Aber der Herbst und Winter werden für den Schulbetrieb neue Herausforderungen bringen."

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek trägt eine Gesichtsmaske mit den Worten "Science matters" (Wissenschaft zählt), als sie eine Pressekonferenz über ein deutsches Programm zur Unterstützung der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs verlässt.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek trägt eine Gesichtsmaske mit den Worten "Science matters" (Wissenschaft zählt), als sie eine Pressekonferenz über ein deutsches Programm zur Unterstützung der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs verlässt.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 21. September, 4.30 Uhr: DIHK fordert ambitionierte EU-Handelspolitik

Die EU muss in der Handelspolitik aus Sicht des DIHK "jetzt die richtigen Weichen stellen" und Europa zu einem Vorreiter machen. Vor Gesprächen der EU-Handelsminister am Montag in Berlin warnte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Corona-Pandemie drohe zunehmend zu einem Katalysator eines weltweiten Protektionismus zu werden.

"Einschränkungen im globalen Handel treffen insbesondere die stark exportorientierten deutschen Unternehmen ins Mark", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Gesprächen der EU-Minister geht es unter anderem um die Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik, globale Lieferketten und Herausforderungen für energieintensive Industrien.

Der DIHK rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einem Rückgang der deutschen Exporte von deutlich mehr als 10 Prozent. Nach einer DIHK-Umfrage unter international agierenden deutschen Unternehmen erwarten acht von zehn Betrieben infolge der Pandemie Umsatzverluste. Für die hoch internationalisierte deutsche Wirtschaft sei es wichtig, globale Geschäfte wieder zu erleichtern.

Nur mit der EU als großem integrierten Wirtschaftsraum haben die oft mittelständisch geprägten deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb Treier zufolge eine hörbare Stimme. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hänge am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Deutschland müsse daher seine EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die Handelspolitik der Europäischen Union ambitioniert zu gestalten. Die EU sollte auch eine ehrgeizige Modernisierung der Welthandelsorganisation (WTO) vorantreiben, so Treier.

Der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, spricht im Rahmen des Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialogs.
Der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, spricht im Rahmen des Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialogs.  © picture alliance / Rainer Jensen/dpa

Update, 21. September, 2.30 Uhr: Merz über Corona-Effekt: Leben ohne Arbeit darf nicht Routine werden

Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Friedrich Merz geht anscheinend davon aus, dass sich viele erwerbsfähige Menschen während der Corona-Krise an ein Leben ohne Arbeit gewöhnt haben. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagte der frühere Aufsichtsratschef des US-Vermögensverwalters Blackrock am Sonntagabend im "Bild"-Politiktalk "Die richtigen Fragen". "Wir müssen zurück an die Arbeit."

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt sind Experten zufolge stärker als in der Finanzkrise 2008 und 2009. Seit März 2020 wurden bundesweit mehr als 600.000 Menschen arbeitslos. Im April waren rund 6 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit - ein Rekord. Die Wirtschaftsleistung ist wegen des Lockdowns im Frühjahr eingebrochen, im Gesamtjahr rechnet die Bundesregierung mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,8 Prozent - das wäre der bisher schwerste Einbruch in der Nachkriegsgeschichte.

Merz ließ im "Bild"-Talk durchblicken, dass aus seiner Sicht vor allem Lehrkräfte ohne triftigen Grund nicht mehr zum Schulunterricht erscheinen. "Es bleiben einfach zu viele Lehrer Zuhause", sagte er. Wer nicht ernsthaft erkrankt sei, müsse auch in die Schule kommen. "Wir brauchen das System Schule - das muss funktionieren, auch in Corona-Zeiten."

Nach Wochen des Heimunterrichts und der Ferien war zuletzt der Start des vollen Präsenzunterrichts vor allem für Lehrer aus Risikogruppen problematisch. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, wie Merz CDU-Politikerin, hatte sich im August dafür ausgesprochen, Lehrkräfte keinen unzumutbaren Belastungen auszusetzen.

Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef, spricht während des Niedersachsentag der Jungen Union in Hildesheim.
Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef, spricht während des Niedersachsentag der Jungen Union in Hildesheim.  © Peter Steffen/dpa

Update, 21. September, 1.30 Uhr: Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen geben, sagte Spahn der "Rheinischen Post" (Montag).

Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche "Fieberambulanzen" vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein."

Um Gefahren für Risikogruppen zu minimieren, soll es Spahn zufolge spezielle Maßnahmen geben. "Wichtig ist, dass wir die besonders betroffenen Risikogruppen weiter besonders schützen und die Konzepte dafür im Alltag wieder schärfen", sagte der CDU-Politiker. "Deshalb werden präventive Reihentests in den sensiblen Bereichen wie zum Beispiel Pflegeheime ein fester Bestandteil der Teststrategie für Herbst und Winter. Dort müssen wir den Eintrag des Virus verhindern. Es gilt weiter höchste Wachsamkeit."

Spahn erwartet, dass in Abstimmung mit den Ländern bis Mitte Oktober feststehen dürfte, wie die allgemeine Teststrategie für den Herbst und Winter weiterentwickelt wird. Antigen-Schnelltests seien ebenso vorgesehen wie neue Vorgaben des Bundesinnenministeriums zur Quarantäne-Zeit für Rückkehrer aus Risikogebieten. Spahn erklärte weiter, dass die Testkapazitäten enorm hochgefahren worden seien. "Allein in den letzten vier Wochen wurde etwa ein Drittel aller Tests seit Beginn der Pandemie gemacht."

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verlässt nach einem Pressestatement die 177. Sitzung des Bundestags mit einem Mund-Nasen-Schutz.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verlässt nach einem Pressestatement die 177. Sitzung des Bundestags mit einem Mund-Nasen-Schutz.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 21. September, 1 Uhr: Argentinien verlängert Corona-Maßnahmen bis Mitte Oktober

Die vor sechs Monaten wegen der Corona-Pandemie in Argentinien verhängten Ausgangsbeschränkungen sind verlängert worden. Sie gelten nun bis zum 11. Oktober, wie aus einem Dekret der Regierung des südamerikanischen Landes vom Sonntag hervorgeht. Im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires sowie in anderen besonders betroffenen Gegenden dürfen die Menschen nur für bestimmte Zwecke ihr Zuhause verlassen.

Argentinien hatte am 20. März strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, den Wirtschaftsbetrieb weitgehend heruntergefahren und die Grenzen geschlossen. Dadurch gelang es zunächst, die Verbreitung des Virus zu bremsen - deutlich besser als etwa im Nachbarland Brasilien. Zuletzt ließ die Disziplin der Bevölkerung allerdings nach. Es gab auch Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen. Inzwischen ist Argentinien mit mehr als 630.000 bestätigten Infektionen nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität das Land mit den zehntmeisten Coronavirus-Fällen weltweit.

Update, 21. September, 00.09 Uhr: Laut IG Metall nutzen Konzerne Corona-Krise für Kahlschlag

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat Industriekonzernen vorgeworfen, die Corona-Krise als Vorwand für massiven Stellenabbau zu nehmen. "Eine Reihe Arbeitgeber nutzt die Krise, um in Deutschland zum Kahlschlag anzusetzen und Arbeit in Billiglohnländer zu verlagern", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Wenn manche Betriebe gleichzeitig Liquiditätshilfen oder andere steuerfinanzierte Stützungen in Anspruch nehmen, ist dies skandalös."

Je länger der Krisenverlauf, umso mehr entwickele sich Druck auf Beschäftigung, so Hofmann. "Diesen Unternehmen muss aber klar sein: Sie gefährden ihre eigene Zukunftsfähigkeit." Die Unternehmen stünden mit Dekarbonisierung und Digitalisierung vor großen Aufgaben. Dafür brauchten sie Investitionen in Forschung und Entwicklung, vor allem aber auch in gut ausgebildete Fachkräfte.

Update, 20. September, 22.15 Uhr: Vor Qualifikationsstart: Erste positive Corona-Fälle bei French Open

Kurz vor Beginn der Qualifikation haben die Veranstalter der French Open die ersten Corona-Fälle des Turniers öffentlich gemacht. Zwei Tennisspieler, die an der am Montag beginnenden Qualifikation teilnehmen wollten, seien positiv auf Covid-19 getestet worden, hieß es am Sonntagabend in einer Pressemitteilung. 

Die beiden nicht namentlich genannten Profis werden daher ebenso wenig an der Qualifikation teilnehmen wie drei weitere Spieler, die in engem Kontakt mit einem positiv getesteten Trainer waren. Auch hier nannten die Veranstalter keine Namen. Das Spieler-Quintett und der Trainer werden sich nun für sieben Tage in Quarantäne begeben.

Die Hauptfeldspiele bei den French Open beginnen am kommenden Sonntag. Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Veranstaltung aus dem Mai in den Herbst verlegt worden. Trotz der weiter stark ansteigenden Corona-Zahlen in Frankreich wollen die Veranstalter nach wie vor, Zuschauer auf die Anlage im Stade Roland Garros zu lassen. Aktuell planen die Organisatoren mit 5000 Tennis-Fans pro Tag.

Tennis in Corona-Zeiten. Was kommt da noch alles?
Tennis in Corona-Zeiten. Was kommt da noch alles?  © Francois Mori/AP/dpa

Update, 20. September, 20.25 Uhr: 14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. 

Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. 

Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

Party mit bösen Folgen (Symbolbild).
Party mit bösen Folgen (Symbolbild).  © Markus Scholz/dpa

Update, 20. September, 19.30 Uhr: Münchner Krisenstab berät über steigende Corona-Zahlen

Der Münchner Corona-Krisenstab berät am Montag (9.30 Uhr) über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. 

Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weitere Entwicklung ansehen.

Besondere Brisanz haben die gestiegenen Werte in München auch deshalb, weil in der bayerischen Landeshauptstadt am Wochenende eigentlich das Oktoberfest begonnen hätte. 

Anstelle des wegen der Pandemie abgesagten Volksfestes findet derzeit in mehr als 50 Gaststätten in der Stadt eine sogenannte "WirtshausWiesn" unter den üblichen Hygieneauflagen statt. Die Veranstaltung ist angesichts der Infektionszahlen umstritten. Am Wochenende begann sie allerdings laut Veranstaltern und Polizei ohne größere Zwischenfälle.

München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. Das Oktoberfest fällt ja coronabedingt aus.
München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. Das Oktoberfest fällt ja coronabedingt aus.  © Felix Hörhager/dpa

Update, 20. September, 17.45 Uhr: Proteste gegen Corona-Absperrungen in Madrid

Tausende Menschen haben in Madrid gegen die coronabedingte Abriegelung von mehreren einkommensschwachen Gebieten der spanischen Hauptstadt protestiert. Bei Großkundgebungen wurden die Maßnahmen am Sonntag als ungerecht und diskriminierend zurückgewiesen. Sie sollen am Montag in Kraft treten.

Die Menschen trugen Plakate mit Aufschriften wie "Unsere Stadtteile sind keine Ghettos", "Mehr Ärzte, mehr Kontaktnachverfolger - keine Ausgrenzung" oder "Ihr habt uns im Stich gelassen und nun sperrt ihr uns ein". Sie forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso: "Ayuso, Du bist das Virus".

Die harten Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen lang gelten. Betroffen sind nach amtlichen Angaben 850.000 der rund 6,6 Millionen Einwohner der Region um die Hauptstadt. Abgeriegelt werden insgesamt 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland Madrids. Die jeweiligen Gebiete dürfen dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt.

Ähnliche Absperrungen gibt es auch in anderen Teilen Spaniens, etwa in Mallorcas Hauptstadt Palma. Betroffen sind bei den sogenannten "Teilabsperrungen" nicht nur in Madrid fast immer ärmere Wohnquartiere mit sozialen Problemen. 

Madrid: Demonstranten sitzen auf einer Strasse im Stadtbezirk Villa de Vallecas.
Madrid: Demonstranten sitzen auf einer Strasse im Stadtbezirk Villa de Vallecas.  © David Obach/EUROPA PRESS/dpa

In den betroffenen Gebieten Madrids liegt die Zahl der Neuinfektionen oft bei weit mehr als 1000 pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, derzeit etwa bei 12.

Am Montag will sich Regionalpräsidentin Ayuso mit dem linken Ministerpräsidenten Pedro Sánchez treffen und besprechen, wie die Zentralregierung der Region Madrid bei der Bekämpfung der Pandemie helfen kann.

Mit mehr als 640.000 Infektionen und fast 30.500 Toten ist Spanien das von der Corona-Pandemie am schlimmsten getroffene Land Westeuropas. Auf die Region um Madrid entfällt seit Wochen mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen.

Update, 20. September, 17 Uhr: Tausende demonstrieren in Düsseldorf gegen Corona-Maßnahmen

Begleitet von Gegendemonstrationen und starken Polizeikräften haben einige Tausend Menschen in Düsseldorf gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Der Demonstrationszug durch die Innenstadt war von einer regionalen Gruppe der Initiative Querdenken angemeldet worden. Der Veranstalter sprach von 5000 bis 6000 Teilnehmern.

Während die Demo durch die Innenstadt zog, kam es zu einzelnen kleinen Rangeleien am Straßenrand. Die Polizei sprach allerdings von einem insgesamt friedlichen Verlauf. Auch den Mindestabstand von 1,5 Metern hätten die Teilnehmer eingehalten. Eine Maske mussten sie gemäß der nordrhein-westfälischen Corona-Schutzverordnung bei der Demo nicht tragen.

An einer Gegendemonstration der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" beteiligten sich einige Hundert Menschen. Unter ihnen waren der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und sein Herausforderer bei der Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus am kommenden Sonntag, Stephan Keller (CDU).

Düsseldorf: Teilnehmer einer Demonstration protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Düsseldorf: Teilnehmer einer Demonstration protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 20. September, 15.30 Uhr: Arbeitnehmervertreter wollen bei Corona-Prämien nicht mitwirken

Mehrere Arbeitnehmervertreter großer Kliniken wollen bei der Umsetzung der geplanten Corona-Prämien in der Pflege nicht mitmachen. "Das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den Gesetzlichen Krankenkassen vorgelegte Konzept stellt uns als Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen vor Probleme", heißt es in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der am Sonntag von der Gewerkschaft Verdi veröffentlicht wurde. Konkret wird kritisiert, dass der Bonus nur an Beschäftigte mit Covid-19-Patienten ausgezahlt werden soll.

"Das schafft Unfrieden in der Belegschaft. Dafür übernehmen wir keine Verantwortung", heißt es in dem von rund 40 Vertreterinnen und Vertretern auch diverser Unikliniken unterschriebenen Schreiben. Den Angaben zufolge sollen bei der derzeitigen Ausgestaltung rund 100.000 von 440.000 Pflegekräften von dem Corona-Bonus profitieren. Alle Beschäftigten seien für die Krankenversorgung wichtig. "Die Anerkennung ausschließlich Beschäftigten zu zollen, die Covid-19-Patientinnen und -Patienten gepflegt haben, wird der besonderen Situation nicht gerecht", so die Arbeitnehmervertreter.

Das derzeit vorgesehene Prämien-System sieht vor, dass Kliniken mit vielen Corona-Patienten 100 Millionen Euro für Prämienzahlungen bekommen. Die Krankenhäuser sollen selbst die Entscheidung über die begünstigten Beschäftigten treffen. Die Prämienhöhe soll bis zu 1000 Euro betragen können.

Auch die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, kritisierte die Ausgestaltung der Prämien für einen Teil der Pflegerinnen und Pfleger. Diese sei nur widerwillig und auf Kosten der Krankenkassen erfolgt, sagte die Politikerin der "Augsburger Allgemeinen" (Montag).

Zwei Pflegerinnen schieben Patienten mit Rollstühlen auf einem Flur in einem Krankenhaus in Schleswig-Holstein.
Zwei Pflegerinnen schieben Patienten mit Rollstühlen auf einem Flur in einem Krankenhaus in Schleswig-Holstein.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Updater, 20. September, 15.23 Uhr: Trotz Wiesn-Absage: Münchner Corona-Zahlen steigen immer weiter an

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine "WirtshausWiesn" gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden.
München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden.  © Felix Hörhager/dpa

Update, 20. September, 15.13 Uhr: Wenige Tausend bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Düsseldorf

Begleitet von starker Polizeipräsenz haben sich wenige Tausend Menschen in Düsseldorf an einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen beteiligt. Auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite versammelten sich zeitgleich Demonstranten der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" zu einer Gegenveranstaltung.

Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen war von einer regionalen Gruppen der Initiative Querdenken angemeldet worden. Einige Teilnehmer hatten Regenbogenfahnen dabei, hielten Schilder gegen Digitalisierung in die Höhe oder forderten auf Plakaten Umarmungen statt Distanz. Die Stimmung sei friedlich, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch eine Polizeisprecherin betonte, man gehe von einem friedlichen Verlauf aus.

Der Protestzug, der gegen 14.00 Uhr starten und durch die Straßen der Innenstadt führen sollte, verzögerte sich zunächst. Die Anmelder hatten im Vorfeld knapp 50.000 Teilnehmer angemeldet, die Polizei hatte sich auf bis zu 10.000 Menschen eingestellt. Die Teilnehmer müssen keine Masken tragen, aber einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. So sieht es die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung vor.

Ein Teilnehmer einer Demonstration protestiert auf den Rheinwiesen mit einer zerschnittenen Maske und herausgestreckter Zunge gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Ein Teilnehmer einer Demonstration protestiert auf den Rheinwiesen mit einer zerschnittenen Maske und herausgestreckter Zunge gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 20. September, 14.45 Uhr: Gesundheitsminister: Großbritannien steht bei Corona an "Wendepunkt"

Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Matt Hancock an einem "Wendepunkt". Auf die Frage, ob das Land mit einem weiteren Lockdown rechnen müsse, sagte Hancock am Sonntag dem Sender BBC: "Ich schließe es nicht aus, ich will es nicht." Wenn sich alle an die Regeln hielten, ließe sich ein weiterer Lockdown vermeiden.

Premierminister Boris Johnson kündigte am Sonntag zudem verschärfte Corona-Maßnahmen an. Ab Ende September müssen demnach Menschen, die wiederholt gegen Auflagen zur Selbstisolierung verstoßen, eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 10 900 Euro zahlen. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen, um zu verhindern, dass die am meisten gefährdeten Menschen infiziert werden, und um den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS zu schützen und Leben zu retten", sagte Johnson.

Der Regierungschef erwägt zudem Berichten zufolge die erneute Einführung eines Versammlungsverbots für Personen aus verschiedenen Haushalten und Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Pubs.

Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa. Seit März infizierten sich rund 390.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Seit Anfang September steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder rapide an. Die Behörden meldeten am Samstag mehr als 4400 neue Corona-Fälle, 27 Menschen starben im Zusammenhang mit den Virus.

Update, 20. September, 14.38 Uhr: Reeperbahn-Festival-Chef: "Es ist nicht gefährlicher als Bahnfahren"

Der Chef des Hamburger Reeperbahn-Festivals zieht nach vier Tagen Live-Musik in Clubs unter Corona-Bedingungen ein positives Fazit. "Ich bin schon zufrieden. Das Meiste hat ganz gut geklappt", sagte Alexander Schulz am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Das pandemiegerechte Festival habe zudem weitgehend mit dem Vorurteil aufräumen können, dass solche Veranstaltungen per se Super-Spreader-Events sind. "Live-Musik-Veranstaltungen sind nicht gefährlicher als Bahnfahren", so Schulz weiter. Ex-Spice-Girl Melanie C hatte am Samstagabend über die pandemiegerechte Version des Festivals gesagt: "Es ist unglaublich, dass es möglich war, trotzdem weiterzumachen. (...) Ich fühlte mich sehr sicher die ganze Zeit."

Auf dem pandemiegerechten Reeperbahn-Festival sollte zudem an den vier Tagen getestet werden, wie die Atmosphäre bei den Konzerten unter Corona-Bedingungen ist. "Da muss man sagen, das war sehr unterschiedlich. Das hängt stark vom Genre, der Zielgruppe und dem Veranstaltungsort ab. Aber natürlich fühlt es sich dünner an, wenn man in einem Raum mit nur 20 Prozent Auslastung spielt", so Schulz. Dennoch sei bei vielen Orten atmosphärisch "genug drin" gewesen, damit es sich weiterhin lohne. Er hoffe nun darauf, dass die Politik das auch so sehe und dann die coronabedingt geringeren Einnahmen der Veranstalter gegenfinanziere.

Das Festival hatten wie zuvor erwartet fast 8000 Menschen besucht. Die kompakte Corona-Edition des Reeperbahn-Festivals hatte an 20 Spielorten rund 300 Veranstaltungen für Konzertbesucher und Fachpublikum geboten. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 50.000 Besucher und etwa 1000 Veranstaltungen.

Alexander Schulz (l), Gründer und Geschäftsführer des Reeperbahn-Festivals, und die Gewinner des Anchor-Award, Demian (r) und Inez von der Band Ätna, stehen mit der Trophäe auf der Bühne im St.-Pauli-Theater.
Alexander Schulz (l), Gründer und Geschäftsführer des Reeperbahn-Festivals, und die Gewinner des Anchor-Award, Demian (r) und Inez von der Band Ätna, stehen mit der Trophäe auf der Bühne im St.-Pauli-Theater.  © Georg Wendt/dpa

Update, 20. September, 13.54 Uhr: UEFA-Supercup im Risikogebiet: 2100 Bayern-Fans wollen nach Budapest

Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München trotz der Einstufung von Budapest als Corona-Risikogebiet zum Supercup-Spiel gegen den FC Sevilla begleiten. Diese aktuelle Zahl nannte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag im TV-Sender Sky. "Vorgabe ist, dass diese Fans einen negativen Corona-Test haben", sagte der Vorstandsvorsitzende des Champions-League-Siegers. Die mitreisenden Anhänger können sich auf Initiative des Vereins an diesem Montag und Dienstag in der Münchner Arena testen lassen.

Bayern-Trainer Hansi Flick hat kein Verständnis für die Austragung der Partie gegen den Europa-League-Gewinner am Donnerstag (21.00 Uhr) in Ungarns Hauptstadt, nachdem diese vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet eingeordnet worden ist. "Es ist schon eine Sache, die man nicht ganz so versteht. Wir sind nicht diejenigen, die Entscheidungen treffen, die haben andere getroffen", sagte Flick mit Blick auf die Europäische Fußball-Union.

Die UEFA hält bislang auch an ihren Plänen fest, in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung.

Portugal, Lagos: Fußball, Champions League, FC Bayern im Trainingslager an der Algarve vor dem Finalturnier in Lissabon: David Alaba vom FC Bayern München läuft während einer Trainingseinheit um einen Fußballplatz vom Teamhotel.
Portugal, Lagos: Fußball, Champions League, FC Bayern im Trainingslager an der Algarve vor dem Finalturnier in Lissabon: David Alaba vom FC Bayern München läuft während einer Trainingseinheit um einen Fußballplatz vom Teamhotel.  © Matthias Balk/dpa

Update, 20. September, 12.53 Uhr: Hubig für langfristige Bund-Länder-Kooperation bei digitaler Bildung

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich für eine langfristige Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der digitalen Bildung ausgesprochen. Einen Tag vor einem Treffen der Kultusministerkonferenz (KMK) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte die KMK-Vorsitzende der Deutschen Presse-Agentur, es müsse jetzt überlegt werden, "wie Bund und Länder bei zentralen Fragen der Bildung über Programmlaufzeiten hinaus langfristig gute Kooperationen im Sinne der Schulen aufbauen können".

Mit Blick auf den Föderalismus in der Bildungspolitik sagte Hubig am Sonntag: "Wir haben zwar unterschiedliche Verantwortungsbereiche, aber wir stehen zusammen." Bei einem ersten Treffen in kleinerer Runde seien Mitte August bereits sehr gute Ergebnisse erzielt worden. "Vor allem sollte es darum gehen, wie wir bei digitaler Bildung mittel- und langfristig weiter gut vorankommen."

Dazu gehörten neben einem konkreten Zeitplan für Lehrer-Laptops auch Fragen nach intelligenter Lernsoftware. Die finanzielle Unterstützung des Bundes sei neben den finanziellen Anstrengungen von Ländern und Kommunen ein zusätzlicher Treibstoff für die Digitalisierung der Schulen.

"Die Corona-Pandemie hat uns allen sehr deutlich vor Augen geführt, wie wichtig Schule als Lern- und als Lebensort ist – und dass wir als Gesellschaft zusammenstehen müssen, um das Recht auf Bildung sicherzustellen", sagte Hubig. An dem Treffen sollen auch wieder Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die SPD-Vorsitzende Saskia Esken teilnehmen.

Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, lächelt bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.
Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, lächelt bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 20. September, 12.49 Uhr: Corona: Erstmals über 1000 Neuansteckungen am Tag in Ungarn

In Ungarn sind erstmals mehr als 1000 Menschen innerhalb von 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Krisenstab der ungarischen Regierung gab den Rekordwert am Sonntag mit 1070 an. 

Sechs Menschen starben in den letzten 24 Stunden an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Seit Beginn der Pandemie im März starben in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 683 Menschen mit dem Coronavirus.

Die Zahl der Infektionen steigt in Ungarn seit Ende August stark an. Experten führen dies auf das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück, als für das Land ein schwaches Infektionsgeschehen kennzeichnend war. Allein in den letzten sieben Tagen registrierten die Behörden 5681 Neuansteckungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadt Budapest am vergangenen Mittwoch zum Risikogebiet erklärt.

Am burgenländischen Grenzübergang Klingenbach hat die Grenzschließung durch Ungarn aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Infektionen für keine Probleme gesorgt.
Am burgenländischen Grenzübergang Klingenbach hat die Grenzschließung durch Ungarn aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Infektionen für keine Probleme gesorgt.  © Robert Jaeger/APA/dpa

Update, 20. September, 12.47 Uhr: Open Air-Gottesdienst eröffnet Interkulturelle Wochen in Stralsund

Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel sind am Sonntag die Interkulturellen Wochen der Hansestadt Stralsund eröffnet worden. Etwa 200 Menschen unterschiedlicher Herkunft feierten auf der Hansawiese am Strelasund den Gottesdienst der Stralsunder Kirchen und Freikirchen.

Erster Höhepunkt sollte am Nachmittag ein Fußballspiel sein, zu dem die Mannschaft syrischer Migranten des FC Al Karama aus Greifswald erwartet wurde. Die Mannschaft hatte sich im Sommer aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, weil die Spieler immer wieder rassistisch bepöbelt wurden.

Sie treffen jetzt auf den Kreisoberligisten ESV Lok Stralsund. Das Spiel findet unter dem Motto "Zusammen gewinnen" statt, in Anlehnung an das deutschlandweite Motto der Interkulturellen Woche in diesem Jahr "Zusammen leben – zusammen wachsen". Den Anstoß soll die Landesintegrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan geben.

Die Interkulturellen Wochen in Stralsund mit mehr als 20 Veranstaltungen bis zum 6. Oktober werden auch organisatorisch von Flüchtlingen begleitet, etwa als Ordner. In Stralsund engagieren sich etliche syrische Flüchtlinge im Nachbarschaftszentrum im Plattenbaugebiet Grünhufe. Sie hatten der Stadt unentgeltliche Hilfe in der Corona-Krise angeboten und halfen unter anderem bei Instandsetzungsarbeiten im Zoo.  

Update, 20. September, 12.34 Uhr: 400 Corona-Maßnahmen-Gegner demonstrieren in Hamburg

Mehrere Hundert Anhänger der "Querdenker" sind in Hamburg am Samstag auf die Straße gegangen. Unter lautstarkem Gegenprotest von rund zwei Dutzend schwarz gekleideten Antifa-Anhängern demonstrierten sie für die Aufhebung der Coronamaßnahmen. Die Polizei sprach von rund 400 Teilnehmern.

"Die Regierung manipuliert und betrügt" stand auf einem Plakat. Bei der Demonstration war auch eine Fahne der amerikanischen Verschwörungstheoretiker-Gruppe "QAnon" zu sehen.

In der Nähe hatte das Hamburger Bündnis gegen Rechts zeitgleich zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, zur der laut Polizei etwa 40 Demonstranten kamen. Polizisten hielten die Lager auseinander. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es zunächst nicht.

Drei Demonstranten tragen Plakate mit den Aufschriften (l-r) "Wir schaffen das ... Volk an die Wand zu fahren", "Erst die Impfung, dann das Vergnügen" und "Die Maske ? Der Maulkorb? Der ewige Geislerhut ! Nicht mit uns !!". Die Initiative Querdenken 40 demonstriert hier unter dem Motto "Gemeinsam und gewaltfrei für die Aufhebung der Coronamaßnahmen".
Drei Demonstranten tragen Plakate mit den Aufschriften (l-r) "Wir schaffen das ... Volk an die Wand zu fahren", "Erst die Impfung, dann das Vergnügen" und "Die Maske ? Der Maulkorb? Der ewige Geislerhut ! Nicht mit uns !!". Die Initiative Querdenken 40 demonstriert hier unter dem Motto "Gemeinsam und gewaltfrei für die Aufhebung der Coronamaßnahmen".  © Markus Scholz/dpa

Update, 20. September, 12 Uhr: Esken schlägt kostenlose Nachhilfe für Schüler vor

SPD-Chefin Saskia Esken hat angesichts der Corona-Pandemie kostenlose Nachhilfe für benachteiligte Schülerinnen und Schüler ins Gespräch gebracht. "Warum eröffnen wir den Schüler*innen nicht ein Abonnement auf einer qualitätsgeprüften Nachhilfeplattform?", sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag). Die Kosten könnten nach Eskens Worten mit dem Geld aufgefangen werden, das für - jetzt ausfallende - Fahrten ins Schullandheim vorgesehen gewesen sei.

"Wir müssen die Nachteile, die gerade sozial benachteiligten Familien und ihren Kindern aus der Pandemiebewältigung entstehen, so gering wie möglich halten und so weit wie möglich ausgleichen", betonte Esken. Bildungsgerechtigkeit bedeute in diesen Zeiten auch, dass Unterricht durchgehend und flächendeckend angeboten werde. Zudem müssten Kinder und Jugendliche, die etwa wegen Vorerkrankungen oder Quarantäne nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könnten, technisch vernünftig ausgestattet werden.

Esken soll an diesem Montag an Beratungen der Landes-Bildungsminister mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Kanzleramt teilnehmen. Es dürfte vor allem wieder um die technische Ausstattung und Digitalisierung der Schulen gehen.

Nordrhein-Westfalen, Bottrop: Saskia Esken, Parteivorsitzende der SPD, steht während ihrer Sommerreise unter einem Schirm auf der Halde der Schachtanlage Prosper mit der Landmarke Tetraeder.
Nordrhein-Westfalen, Bottrop: Saskia Esken, Parteivorsitzende der SPD, steht während ihrer Sommerreise unter einem Schirm auf der Halde der Schachtanlage Prosper mit der Landmarke Tetraeder.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 20. September, 11.11 Uhr: Corona-Regeln missachtet: Polizei löst Party im James-Simon-Park auf

Die Berliner Polizei hat in der Nacht auf Sonntag erneut den James-Simon-Park in Mitte geräumt. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 20. September, 11.05 Uhr: Geringe Beteiligung bei Regionalwahlen in Italien befürchtet

In Italien haben am Sonntag Wahlen in sieben Regionen und zahlreichen Kommunen das Landes sowie die Abstimmung über eine Verkleinerung des Parlaments begonnen. Begleitet werden die Wahlen von Sorgen über eine mögliche geringe Wahlbeteiligung, auch wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für die Koalition von Ministerpräsident Giuseppe Conte. Die mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung regierenden Sozialdemokraten des Partito Democratico (PD) drohen in mehreren Regionen das Amt des Präsidenten zu verlieren, die rechte Lega könnte dort triumphieren.

In Ligurien, der Toskana, dem Veneto, dem Aostatal, Kampanien, den Marken und Apulien sind 18,6 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Die Wahllokale haben den ganzen Sonntag und am Montag bis 15.00 Uhr geöffnet, mit Ergebnissen wird am Montagnachmittag gerechnet. In den Wahllokalen gelten wegen der Corona-Pandemie, die Italien im Frühjahr besonders hart getroffen hatte, strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Dass traditionell in Schulen gewählt wird, verstärkt die Sorgen einiger vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus.

In einem Referendum dürfen zudem 51,6 Millionen Menschen entscheiden, ob sie einer angestrebten Verkleinerung des Parlaments zustimmen. Die Zahl der Senatoren und Abgeordneten in beiden Parlamentskammern soll um rund ein Drittel verringert werden. Die Zustimmung für die Reform, die von der Fünf-Sterne-Bewegung vorangetrieben wurde, gilt als relativ wahrscheinlich.

Rom: Ein Ordensbruder verlässt einen Wahllokal.
Rom: Ein Ordensbruder verlässt einen Wahllokal.  © Andrew Medichini/AP/dpa

Update, 20. September, 9.41 Uhr: Söder hält Weihnachtsmärkte für möglich, aber mit Maske und weniger Alkoholkonsum

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 20. September, 9.33 Uhr: Wiesnlaune ohne Wiesn - Entspannte Stimmung ohne Zwischenfälle

Wirte und Geschäftsleute, aber auch die Sicherheitskräfte haben eine positive Bilanz des ursprünglich geplanten ersten Oktoberfesttages gezogen. Auch in der Nacht blieb es verhältnismäßig ruhig, wie die Polizei am Sonntagmorgen sagte. Zwar seien durchaus Feiernde in der Stadt unterwegs gewesen, einen direkten Bezug zum Oktoberfest und den Ersatzfeiern habe man aber nicht feststellen können, sagte ein Sprecher.

Auch ohne richtige Wiesn waren am Samstag viele Menschen in Tracht in die Stadt gekommen - bei strahlendem Sonnenschein und damit eigentlich perfektem Wiesnwetter. Vielerorts waren die Biergärten voll, mancher bekam keinen Platz oder musste warten: Überfüllung - fast wie auf der Wiesn. Das war aber vor allem dem schönen Wetter und der coronabedingt reduzierten Platzzahl geschuldet - und nicht dem Gedanken an den geplatzten Wiesnstart.

Es habe entspannte, gute Stimmung geherrscht, aber keine ausufernde Partylaune, hieß es. Die Gäste hätten sich an Corona-Regeln gehalten und friedlich gefeiert, sagte der Sprecher der Innenstadtwirte und Chef des "Augustiner Klosterwirt", Gregor Lemke. Er und seine Kollegen in gut 50 Wirtshäusern laden während der Wiesnzeit zur "WirtshausWiesn" - mit Wiesnbier, zünftiger Dekoration und teils mit Livemusik wollen sie für etwas Oktoberfeststimmung sorgen. Am Samstag hatte es in viele Gaststätten geheißen "Ozapft is".

"Wir sind bisher sehr zufrieden", sagte auch ein Sprecher des Vereins Citypartner, der unter anderem für mehrere Innenstadtgeschäfte mit eine Gutscheinaktion für das Tragen von Tracht geworben hatte. "Schon um 12.00 Uhr waren an diesem Traumtag alle Freischankfläche in der Innenstadt besetzt - ganz überwiegend mit Gästen in Tracht." Vor manchen Läden hätten sich Schlangen gebildet - mit korrektem Abstand. Es habe "eine wirklich wundervoll entspannte Stimmung" geherrscht, bei Einhaltung aller Vorgaben.

München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, eine Achterbahn und ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. (Blick aus dem Riesenrad). Normalerweise wäre am 19.09.2020 auf der Theresienwiese das größte Volksfest der Welt eröffnet worden. Trotz der coronabedingten Absage der Wiesn finden aber Veranstaltungen und Aktionen in der Landeshauptstadt statt.
München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, eine Achterbahn und ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. (Blick aus dem Riesenrad). Normalerweise wäre am 19.09.2020 auf der Theresienwiese das größte Volksfest der Welt eröffnet worden. Trotz der coronabedingten Absage der Wiesn finden aber Veranstaltungen und Aktionen in der Landeshauptstadt statt.  © Felix Hörhager/dpa

Update, 20. September, 8.41 Uhr: Vor UN-Generaldebatte: Gerechte Verteilung vom Impfstoffen gefordert

Die Entwicklungsorganisation One hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, gemeinsam für eine gerechte Verteilung von künftigen Corona-Impfstoffen zu sorgen. "Impf-Nationalismus ist wie ein Gift - und das ist das letzte, was wir gerade brauchen", sagte der deutsche One-Direktor Stephan Exo-Kreischer mit Blick auf die Dienstag in New York beginnende Generaldebatte zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen.

In der Pandemie schienen viele Regierungen zu vergessen, "dass es für globale Herausforderungen keine nationalen Lösungen gibt", beklagte Exo-Kreischer. Viele Länder schlössen Geschäfte mit Pharmafirmen ab, um sich Vorrechte für einen Impfstoff zu sichern. "Dabei denkt kaum einer daran, wie dieser Impfstoff auch den Menschen zugänglich gemacht werden kann, die am stärksten von Armut betroffen sind." Im Schnitt seien neue Medikamente bisher mit sieben Jahren Verzögerung in Entwicklungsländern angekommen.

"Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, endlich an einem Strang zu ziehen", sagte Exo-Kreischer. "Konkret heißt das, dass insbesondere die reichen Industrieländer Geld in die Hand nehmen und es in die Covax-Initiative investieren."

In diesem Vorhaben arbeiten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die globalen Allianzen Gavi und Cepi daran, einen Impfstoff zu entwickeln und diesen auch den Ländern zur Verfügung zu stellen, die am stärksten von Armut betroffen sind - und das zu einem bezahlbaren Preis.

"Deutschland kann hier eine Führungsrolle einnehmen, indem es mit guten Beispiel vorangeht und diese internationale Impf-Initiative finanziell unterstützt", sagte Exo-Kreischer.

Glasfläschchen gefüllt mit dem neuen russischen Corona-Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" stehen während der klinischen Phase-3-Studien auf einem Tisch.
Glasfläschchen gefüllt mit dem neuen russischen Corona-Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" stehen während der klinischen Phase-3-Studien auf einem Tisch.  © Alexander Zemlianichenko Jr/XinHua/dpa

Update, 20. September, 8.11 Uhr: Neue NHL-Saison könnte noch später starten

Wegen der Coronavirus-Pandemie könnte die neue Eishockey-Saison in der nordamerikanischen Profiliga NHL noch später als bislang geplant beginnen. Commissioner Gary Bettman sagte am Samstag (Ortszeit) am Rande des Auftakts des Stanley-Cup-Endspiels zwischen den Dallas Stars und den Tampa Bay Lightning: "Ich wäre nicht überrascht, wenn der Auftakt in den späten Dezember oder Januar rutschen würde." Der Start der ursprünglich ab Oktober geplanten Spielzeit 2020/21 war bereits zuvor auf den 1. Dezember verlegt worden.

An seinem Wunsch, alle 82 regulären Saisonspiele pro Team planmäßig austragen zu lassen, hält Bettman jedoch fest. Es sei aber noch ungewiss, ob Zuschauer in die Arenen dürften. Außerdem könne man noch nicht abschätzen, wann die Grenzen zwischen Kanada und den USA wieder regulär geöffnet sein werden. "Es gibt noch zu viele Dinge, die wir nicht wissen", erklärte Bettman.

Die NHL hatte schon die aktuelle Saison unterbrochen und den Spielbetrieb erst nach fünf Monaten in zwei sogenannten Blasen in den kanadischen Städten Edmonton und Toronto wieder aufgenommen.

NHL-Commissioner Gary Bettman spricht bei einer Pressekonferenz.
NHL-Commissioner Gary Bettman spricht bei einer Pressekonferenz.  © Charles Krupa/AP/dpa

Update, 20. September, 7.37 Uhr: Appell an UN: Wegen Pandemie stärker gegen Hunger und Armut vorgehen

Weil die Corona-Pandemie zugleich die weltweite Ernährungslage verschlechtert, fordert die Kinderhilfsorganisation World Vision mehr Engagement gegen Hunger, Armut und Ungleichheit. Diesen Appell richtete sie am Sonntag vor den Veranstaltungen zum 75. Geburtstag der Vereinten Nationen in New York an die Weltgemeinschaft. Aktuell leiden demnach weltweit 820 Millionen Menschen an Hunger. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren sei untergewichtig.

"Die Pandemie wird besonders Länder im globalen Süden hart treffen", sagte World Vision voraus. "Immer mehr Menschen verlieren Einkommensmöglichkeiten." Die Welternährungsorganisation (FAO) warne eindringlich vor einer drastischen Verschärfung der Ernährungskrise.

Das Ziel, dem vermeidbaren Sterben von Kindern endlich ein Ende zu setzen, werde weit verfehlt, beklagte Marwin Meier von World Vision Deutschland. 5,2 Millionen Kinder seien allein 2019 vor ihrem fünften Lebensjahr an den Folgen von Hunger, Lungenentzündungen, Komplikationen bei der Geburt, Durchfallerkrankungen und Malaria gestorben. "Die Sekundärfolgen der Covid-19-Pandemie werden uns leider weiter zurückwerfen", so Meier.

"Pausierte Impf-Kampagnen, überlastete Gesundheitssysteme und unterbrochene Kinderernährungsprogramme gefährden den bisher so hart erkämpften Fortschritt", sagte Meier. "Wieder einmal trifft es die Schwächsten der Menschheit am härtesten".

Die Ursachen für Armut, Hunger und Ungleichheit müssten bekämpft werden. So müssten Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme ausgebaut, Zugang zu Bildung ermöglicht, nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme entwickelt, die Gleichstellung der Geschlechter und gerechter Welthandel gesichert werden, forderte World Vision mit Blick auf die am Dienstag beginnende UN-Generaldebatte.

Jemen, Sanaa: Eine Frau hält das winzige Händchen ihres Babys, das auf der Station für unterernährte Kinder in einem Krankenhaus medizinisch versorgt wird.
Jemen, Sanaa: Eine Frau hält das winzige Händchen ihres Babys, das auf der Station für unterernährte Kinder in einem Krankenhaus medizinisch versorgt wird.  © Mohammed Mohammed/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Update, 20. September, 7.30 Uhr: 1345 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1345 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht von Samstag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 271.415 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 20.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9386 - das sind zwei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 240 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,24 (Vortag: 1,21). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.l) und seine Frau Elke Büdenbender (3.v.l) werden zusammen mit Sergio Mattarella (2.v.r), Präsident von Italien, und seiner Tochter Laura Mattarella (M) von Erzpriester Gianantonio Borgonovo (r) durch den Mailänder Dom geführt. Bundespräsident Steinmeier und seine Frau sind auf Einladung des italienischen Präsidenten zu einem zweitägigen Besuch in Nord-Italien.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.l) und seine Frau Elke Büdenbender (3.v.l) werden zusammen mit Sergio Mattarella (2.v.r), Präsident von Italien, und seiner Tochter Laura Mattarella (M) von Erzpriester Gianantonio Borgonovo (r) durch den Mailänder Dom geführt. Bundespräsident Steinmeier und seine Frau sind auf Einladung des italienischen Präsidenten zu einem zweitägigen Besuch in Nord-Italien.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 20. September, 7.28 Uhr: Philologenverband hält Elternabende gerade in Corona-Zeiten wichtig

Elternabende sind aus Sicht des Deutschen Philologenverbands gerade in Corona-Zeiten wichtig. Es gebe einen großen Abstimmungsbedarf, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Ob ein digitaler Elternabend eine gute Alternative sei, müsse immer abgewogen werden. "Da, wo Eltern sich noch nicht kennen, da, wo Elternvertreter gewählt werden, da ist ein digitaler Elternabend vermutlich kein guter Ersatz. Wo die digitalen Möglichkeiten vorhanden sind und Einverständnis hergestellt ist, sollten mit digitalen Elternabenden Erfahrungen gesammelt werden."

Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Schulbereich, findet Online-Elternabende schwierig. "Manche Eltern kommen technisch gar nicht mit einer Videokonferenz klar. Auch unter Lehrern sind die Kompetenzen da sehr unterschiedlich. Das schließt dann auch wieder manche Menschen aus", sagte sie. Einen Elternabend um jeden Preis brauche es in Corona-Zeiten nicht. "Elternabende dienen vor allem der Information. Und auch sonst kommen nicht immer alle Eltern." Da reiche vielleicht auch einfach ein gut formulierter und klar verständlicher Brief. "Und wenn jemand Fragen hat, ruft er an."

Update, 20. September, 7.27 Uhr: Rosafarbene Delfine kehren nach Hongkong zurück

Rosafarbene Delfine kommen wegen des reduzierten Schiffsverkehrs in der Corona-Krise zurück in die Gewässer um Hongkong. Rund um die chinesische Sonderverwaltungsregion drängen sich normalerweise Containerschiffe und Fähren. Nun wird der in der Region selten gewordene Meeresbewohner immer häufiger gesichtet.

Die Säugetiere, auch als chinesischer weißer Delfin bekannt, kehren allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert haben, wie Wissenschaftler der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichteten.

Die Delfine, die ihren rosa Farbton von sichtbaren Blutgefäßen erhalten, sind in der Mündung des Pearl River westlich von Hongkong beheimatet und kommen auch in den Gewässern um Macao, Taiwan und Singapur vor. Wegen des immer dichteren Schiffsverkehrs nahmen ihre Sichtungen im Laufe der Jahre ab.

Meeresforscher der St. Andrews University in Großbritannien sagten der Hongkonger Zeitung, dass Sichtungen der seltenen Delfine um 30 Prozent gestiegen seien. Den Forschern zufolge ermöglichten die ruhigeren Gewässer den Delfinen, sich in größeren Gruppen zu versammeln und mehr Kontakte zu knüpfen, was eine genauere Untersuchung des Verhaltens der Säugetiere ermögliche.

Update, 20. September, 7.23 Uhr: Umweltvereine erleben stärkeren Zulauf

Während der Corona-Pandemie hat es viele Menschen in die Natur gezogen. Und einige wollen sich nicht nur dort erholen, sondern auch etwas für die Umwelt tun.

Umweltverbände verspüren eine verstärkte Nachfrage nach Mitarbeit oder an Unterstützung für eigene Ideen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Der Naturschutzbund (Nabu) beispielsweise registrierte im ersten Halbjahr 40 Prozent mehr Neu-Mitglieder als im Vergleichshalbjahr 2019, wie Geschäftsführerin Jutta Sandkühler berichtete. Es habe zudem weniger Austritte gegeben als im Vorjahr.

Update, 20. September, 4.37 Uhr: New Yorker Parade zu Ehren deutscher Traditionen diesmal nur virtuell

Auf einen echten Umzug mit Blaskapellen, Lederhosen und Trachten in New York musste die traditionelle Steuben-Parade in diesem Jahr verzichten - trotzdem haben die Veranstalter die deutsch-amerikanische Verbundenheit am Samstag mit einem virtuellen Festakt zelebriert.

Gastsprecher bei der 63. Ausgabe waren unter anderen die deutsche US-Botschafterin Emily Haber und der Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy. Dazwischen wurden immer wieder Bilder von Steuben-Paraden vergangener Jahre eingeblendet - nebst Deutscher Nationalhymne und dem alten Hit "Marmor, Stein und Eisen bricht".

Die Steuben-Parade war im Jahr 1957 ins Leben gerufen worden. Mit ihr wollten deutschstämmige Amerikaner die Traditionen ihrer Vorfahren pflegen. Die Parade ist nach Friedrich Wilhelm von Steuben benannt, einem preußischen Offizier und späteren amerikanischen General. Von Steuben hatte großen Anteil am Sieg der Amerikaner im Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783), der zur Gründung der USA führte.

Der US-Statistikbehörde zufolge haben rund 45 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten deutsche Wurzeln. Das entspricht 15 Prozent der Bevölkerung. Einen größeren Anteil kann keine Nation vorweisen. Viele Deutsche waren Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Unruhen und Arbeitslosigkeit ausgewandert.

Update, 20. September, 3.26 Uhr: Kliniken blocken immer weniger Betten für Corona-Patienten

Trotz steigender Infektionszahlen halten deutsche Kliniken einem Bericht zufolge auf ihren Intensivstationen weit weniger Betten für Corona-Patienten frei als noch vor einigen Wochen und Monaten. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält das auch für richtig: "Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen", sagte Reinhardt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Dass zuletzt etwa Baden-Württemberg entschieden habe, die Quote der für Intensivpatienten mit Covid-19 freigehaltenen Betten von 35 auf 10 Prozent zu senken, halte er für angemessen. Eine Mindestquote sei zwar nötig. Die Kliniken hätten aber genügend Zeit und Erfahrung, um ihre Kapazitäten hochzufahren, wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf geben sollte, so Reinhardt.

Laut dem "FAS"-Bericht wurde die Quote der freizuhaltenden Betten in Baden-Württemberg diese Woche gesenkt und damit der Entwicklung in anderen Bundesländern angepasst. In Berlin seien bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für Covid-Patienten reserviert, Niedersachsen folgte demnach Mitte Juli. In Bayern und Brandenburg müssen die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für Covid-Patienten freihalten.

Hamburg schaffte die Quote laut Bericht im August ab, Sachsen-Anhalt Anfang dieses Monats. Nur in Rheinland-Pfalz seien Krankenhäuser seit dem Frühjahr unverändert dazu angehalten, 20 Prozent ihrer Intensivbetten wegen Corona freizuhalten. Es sei auch nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz der Zeitung.

Ein Covid-19-Patient liegt auf der Intensivstation im Krankenhaus.
Ein Covid-19-Patient liegt auf der Intensivstation im Krankenhaus.  © Natacha Pisarenko/AP/dpa

Update, 20. September, 2.30 Uhr: Geldstrafen für Verstöße gegen Quarantäne-Pflicht in England

Als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Infektionen mit dem Corona-Virus in England führt die Regierung hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss sich künftig zwingend in Quarantäne begeben. Wird diese Pflicht missachtet, drohen Geldstrafen von mehreren Tausend Euro. Die neue Vorschrift tritt in England am 28. September in Kraft und soll möglicherweise auf ganz Großbritannien - also auch Schottland, Wales und Nordirland - ausgedehnt werden.

"Wir können das Virus am besten bekämpfen, wenn sich alle an die Regeln halten und in Selbstisolation begeben, sobald das Risiko besteht, dass sie das Coronavirus weiterverbreiten könnten", sagte Premierminister Boris Johnson. Die Mindeststrafe für Verstöße soll bei umgerechnet 1100 Euro liegen, Wiederholungstätern drohen Geldbußen bis zu 11.000 Euro (10.000 Pfund). 

Der Höchstbetrag wird auch für Unternehmen fällig, die Beschäftigte an den Arbeitsplatz beordern, obwohl diese eigentlich in Selbstquarantäne bleiben müssten. Geringverdiener, die aus Infektionsschutzgründen zuhause bleiben müssen und nicht im Homeoffice arbeiten können, sollen zur Entschädigung eine Einmalzahlung von umgerechnet 550 Euro bekommen.

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage droht Großbritannien zurzeit ein erneuter landesweiter Lockdown. Johnson hatte am Freitag gesagt, auch wenn sich niemand eine solche Maßnahme wünsche, sei die zweite Ausbruchswelle auch in Großbritannien angekommen.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge hat das wissenschaftliche Beratergremium der Regierung ("Sage") einen zweiwöchigen Lockdown während der Schulferien im Oktober empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Innerhalb Europas ist Großbritannien mit Blick auf die Todesfälle das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land.

Großbritannien, Oxford: Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, trägt Schutzkleidung und Maske, während Professorin Kate Ewer ihm bei seinem Besuch im Jenner Institute Proben zeigt.
Großbritannien, Oxford: Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, trägt Schutzkleidung und Maske, während Professorin Kate Ewer ihm bei seinem Besuch im Jenner Institute Proben zeigt.  © Kirsty Wigglesworth/PA Wire/dpa

Update, 20. September, 1 Uhr: Scheuer kündigt Luftverkehrsgipfel und Hilfskonzept für Flughäfen an

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich dafür ausgesprochen, die Luftverkehrswirtschaft und insbesondere die Flughäfen in der Corona-Krise zu unterstützen. Er werde ein Hilfskonzept für die Flughäfen vorlegen, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag). 

"Ich werde schnellstens zu einem Luftverkehrsgipfel einladen, der sich mit den Folgen der Corona-Krise für die gesamte Luftverkehrswirtschaft beschäftigt. Da werden wir helfen und retten müssen." Was ihm konkret vorschwebt, blieb offen. "Die 22 Flughäfen beschäftigen 180.000 Menschen, insbesondere die Größeren", argumentierte Scheuer. "Bei einem Passagieraufkommen von 20 Prozent des normalen Niveaus habe ich sehr große Sorge, dass der Erhalt dieser wichtigen Infrastruktur in Gefahr ist." Allein für die drei Lockdown-Monate rede man von Vorhaltekosten von rund 700 Millionen Euro, die den Flughafenbetreibern jetzt für Investitionen fehlten.

In der aktuellen Situation müssen man die "dramatische Lage der ganzen Luftverkehrswirtschaft" betrachten, sagte Scheuer. "Sie erwirtschaftet massive Defizite. Wenn in diesem Mosaik ein kleiner Teil wie ein Bodenabfertigungsdienst herausbricht, dann steht der Passagier ohne Koffer da. Deshalb müssen wir unseren Fokus darauf lenken, dass wir auf dem Weg durch die Krise niemanden verlieren." Es gehe um die gesamte Luftverkehrswirtschaft "vom Flugzeugbauer bis hin zur Airline". Dazu gehörten auch die Flugsicherung und die Abfertigungsdienste.

Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister, spricht im Deutschen Bundestag.
Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister, spricht im Deutschen Bundestag.  © Lisa Ducret/dpa

Update, 19. September, 21.33 Uhr: Gesundheitsministerin rügt Bayern-Führung wegen Tribünen-Bildern

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die Top-Funktionäre des FC Bayern für ihr Verhalten beim Auftaktspiel der Fußball-Bundesliga gerügt. 

Der CSU-Politikerin zufolge wäre es für die Münchner Führungsriege "klüger gewesen, wenn sie nicht so eng aufeinander gesessen wären – weil auch ausreichend Platz war", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Zuvor hatten die Bayern-Spitzen damit irritiert, dass sie wie auch die Vertreter des FC Schalke 04 beim Spiel am Freitagabend ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz auf der Ehrentribüne saßen.

Bayern-Vorstand Oliver Kahn hatte danach im ZDF gesagt, man habe sich an "die bayerische Verordnung gehalten, die genau das auch erlaubt". Es habe keine Vorgaben gegeben. Ministerin Huml sagte, die bayerische Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung erlaube zwar vor allem in Gaststätten zehn Personen in einer Gruppe nebeneinander zu sitzen. "Aber laut Verordnung sind bei bundesweiten Sportereignissen grundsätzlich 1,5 Meter Mindestabstand vorgesehen", fügte Huml hinzu.

Uli Hoeneß (2.vl), Ehrenpräsident vom FC Bayern, Herbert Hainer (3.vl), Präsident vom FC Bayern, Jochen Schneider (rechts unten), Sportvorstand des FC Schalke 04, und Michael Reschke, Technischer Direktor von FC Schalke 04 standen offenbar zu dicht beieinander. Daher habe es das Ministerium "mit Blick auf die Vorbildfunktion" überrascht, dass weder an Abstand noch an Maske gedacht wurde.
Uli Hoeneß (2.vl), Ehrenpräsident vom FC Bayern, Herbert Hainer (3.vl), Präsident vom FC Bayern, Jochen Schneider (rechts unten), Sportvorstand des FC Schalke 04, und Michael Reschke, Technischer Direktor von FC Schalke 04 standen offenbar zu dicht beieinander. Daher habe es das Ministerium "mit Blick auf die Vorbildfunktion" überrascht, dass weder an Abstand noch an Maske gedacht wurde.  © Matthias Balk/dpa

Update, 19. September, 20.59 Uhr: Steigende Corona-Zahlen in Frankreich und erneute Alkoholverbote

Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. 

Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende und von Studentengemeinschaften organisierte Abende verboten, ebenso Aperitifs, Umtrunke und Snacks im Stehen. Untersagt werden zudem Essensplatten für mehrere Leute, Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten bleiben zu. Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille haben bereits ähnliche Regeln eingeführt.

Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Samstagabend einen neuen Höchstwert von 13.498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen kamen 3853 Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, davon 593 auf Intensivstationen.

Mitarbeitern des Gesundheitswesens nehmen bei zwei Frauen Nasenabstriche für einen Covid-19-Test. Angesichts der steigenden Zahlen von Virusfällen hat Frankreich Mühe, genügend Tests durchzuführen, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Mitarbeitern des Gesundheitswesens nehmen bei zwei Frauen Nasenabstriche für einen Covid-19-Test. Angesichts der steigenden Zahlen von Virusfällen hat Frankreich Mühe, genügend Tests durchzuführen, um den Anforderungen gerecht zu werden.  © Michel Euler/AP/dpa

Update, 19. September, 17.46 Uhr: Demo gegen Corona-Maßnahmen von großem Polizeieinsatz begleitet

Mit einem großen Einsatz stellt sich die Polizei in Düsseldorf auf eine Kundgebung am Sonntag von Kritikern der Corona-Maßnahmen ein. Die Anmelder - eine regionale Gruppen der Initiative Querdenken - hoffen auf bis zu 50.000 Teilnehmer. Die Polizei stellt sich auf bis zu 10.000 Menschen ein. 

Auch mehrere Gegendemos wird es geben: Unter anderem hat die Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" zu einer Veranstaltung aufgerufen.

Die Demonstration gegen die staatlichen Corona-Schutzauflagen soll am Rheinufer beginnen und dann ab 14 Uhr durch die Düsseldorfer Innenstadt führen. Die Teilnehmer müssen dabei keine Masken tragen, aber einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. So sieht es die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung vor.

Die Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" hat zeitgleich für 14 Uhr zu einer Gegenveranstaltung am Düsseldorfer Johannes-Rau-Platz unweit des Landtags aufgerufen. 

Titelfoto: Oded Balilty/AP/dpa

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