Coronavirus im Norden: Nach Infektionen auf Familienfeier wird in Kita getestet

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.
Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5216 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3176 Fälle bekannt, in Bremen 1348, in Mecklenburg-Vorpommern 804 und in Niedersachsen 11.893. (Stand 3. Juli, 15.47 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 3. Juli, 15.47 Uhr: Eine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Freitag eine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle stieg damit auf 804 (Stand 14.56 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Freitag mitteilte. 

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

769 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese Zahlen veränderten sich gegenüber dem Vortag ebenfalls nicht.

Update, 3. Juli, 14.40 Uhr: Keine weiteren Corona-Infektionen nach Familienfeier in Kiel

Nach einer privaten Feier in Kiel gab es mehrere Coronainfektionen. (Symbolbild)
Nach einer privaten Feier in Kiel gab es mehrere Coronainfektionen. (Symbolbild)  © Kelsey Chance/Unsplash

Kiel - Nach der Infektion von sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus bei einer Familienfeier in Kiel hat sich die Zahl der Infizierten bis Freitag nicht weiter erhöht. 

"Die Zahl der aktuell Infizierten liegt in Kiel weiter bei 13", sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Die anderen Fälle haben aber nichts mit der Feier zu tun. 

Auf der im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubten Feier im Freien am vergangenen Wochenende hatten sich mindestens sechs Erwachsene und ein Kind angesteckt. 

Nach Angaben der Stadt arbeiten drei Infizierte der Familienfeier in Einrichtungen der Altenhilfe. Diese sind nicht geschlossen worden. Ein sechs Jahre altes Kind besucht eine Kita im Stadtteil Mettenhof, die am Mittwoch geschlossen wurde. 

Dort seien am Freitag Corona-Tests bei Kindern sowie Eltern und Erziehern erfolgt, sagte der Sprecher. Ergebnisse würden voraussichtlich am Samstag vorliegen.

Die Kita war wegen der Ferien nach Angaben der Stadt nicht voll besetzt. Die etwa 50 betreuten Kinder, Eltern und Erzieher wurden in Quarantäne geschickt worden. Mit Stand Freitagnachmittag waren insgesamt 187 Kieler in der Quarantäne.

Update, 3. Juli, 11 Uhr: Fünf neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg - In Hamburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Donnerstag um fünf gestiegen. 

Damit ist das Virus seit Ausbruch der Pandemie bei 5216 Hamburgerinnen und Hamburgern festgestellt worden, wie die Gesundheitsbehörde am Freitag auf ihrer Homepage mitteilte. 4900 von ihnen werden nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen.

Die Zahl der Todesfälle in Hamburg liegt laut RKI bei 260. 

Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das lediglich Fälle berücksichtigt, bei denen die Corona-Infektion laut Obduktion auch todesursächlich war, geht unverändert von 231 Toten aus.

Update, 3. Juli, 9.30 Uhr: 13 neue Infektionen in Schleswig-Holstein

Kiel - In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages 13 weitere offiziell erfasste Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet worden. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte, stieg die Zahl der positiv Getesteten mit Stand Donnerstagabend auf 3176. 

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. 

Update, 3. Juli, 7.42 Uhr: Rund 9200 Bußgeldbescheide in Hamburg

Hamburg - Wegen Verstößen gegen die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind von der Bußgeldstelle Hamburg bereits knapp 9240 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden. 

Mit Stand Ende Juli seien daraus 9153 Bußgeldbescheide ergangen, sagte Matthias Krumm, Sprecher des zuständigen Einwohnerzentralamts. 

Die in diesen Bescheiden verhängten Bußgelder belaufen sich demnach insgesamt auf 613 027 Euro. Der mit Abstand größte Teil sei wegen Verstößen gegen das geltende Abstandsgebot ergangen, die jeweils mit 150 Euro geahndet würden, sagte Krumm.

Die Bandbreite der Bußgelder reicht von eben diesen 150 Euro bis 5000 Euro. 

Update, 3. Juli, 6.32 Uhr: Insolvenzen von Kulturzentren wegen Corona befürchtet

Hannover - In Niedersachsen sind zahlreiche Kulturzentren wegen der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. 

Drei Monate hatten soziokulturelle Einrichtungen und Vereine pandemiebedingt geschlossen, die Wiedereröffnung mit weniger Besuchern unter strengen Hygieneauflagen ist für viele nicht wirtschaftlich. "Wir sind in großer Sorge um unsere Mitglieder", sagte Doris Klüver, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur. 

Die Verluste der über hundert Mitglieder allein während des Shutdowns belaufen sich Klüver zufolge insgesamt auf monatlich eine Million Euro.

Nach Angaben des Kulturministeriums in Hannover stehen über den ersten Nachtragsaushalt zehn Millionen Euro zur Absicherung der niedersächsischen Kultureinrichtungen zur Verfügung, sechs Millionen davon entfallen auf das Corona-Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen und Kulturvereine. 

Weitere Landes- und Bundesprogramme seien in Vorbereitung. Das Land werde versuchen, dauerhafte Schließungen von Kultureinrichtungen zu vermeiden, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Update, 2. Juli, 17.29 Uhr: Auch Kinder von Schlachthof-Arbeitern positiv auf Corona getestet

Wildeshausen - Im Fall des geschlossenen Putenschlachthofes in Wildeshausen bei Oldenburg ist auch bei Kindern von Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie der Landkreis Oldenburg am Donnerstagabend mitteilte, wurden 43 Kinder von positiv getesteten Schlachthofarbeitern untersucht. 

Bei fünf von ihnen habe es positive Ergebnisse auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 gegeben. Eine Probe habe im Labor nicht ausgewertet werden können. Dieses Kind solle am Freitag erneut abgestrichen werden.

Ebenso solle nun schnell eine Lerngruppe von zehn Schülerinnen und Schülern getestet werden, weil ein positiv getestetes Kind möglicherweise Kontakte zu dieser Gruppe hatte. Die übrigen vier positiv getesteten Kinder hatten nach Angaben des Landkreises keine bekannten Kontakte zu anderen Kindern außerhalb ihres Hausstandes. Sie bleiben weiter in Quarantäne, ebenso die Kinder der Lerngruppe. Eltern und Schulen sollten noch am Donnerstagabend informiert werden.

Am vergangenen Freitag wurde der zur Wiesenhof-Gruppe gehörende Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland Putenspezialitäten komplett heruntergefahren, nachdem für die rund 1100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde. 

Bei 1183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden.

Update, 2. Juli, 17.29 Uhr: Viele coronabedingte Zahlungsausfälle bei Gewerbemieten

Zwar haben viele Geschäfte wieder geöffnet, doch bei Gewerbemieten gibt es viele Ausfälle.
Zwar haben viele Geschäfte wieder geöffnet, doch bei Gewerbemieten gibt es viele Ausfälle.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Wegen der Corona-Krise können in Hamburg immer häufiger Gewerbemieten nicht mehr gezahlt werden. 

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der wohnungswirtschaftlichen Verbände im Hamburger Bündnis für das Wohnen weisen von 10.000 erfassten Gewerbemietverträgen 1751 Zahlungsausfälle auf. 

Mehr als 2600 Monatsmieten stehen demnach aus. Das ergebe einen zwischenzeitlich aufgelaufenen durchschnittlichen Zahlungsrückstand von 2961 Euro je betroffenem Gewerbemietverhältnis. Besonders stark betroffen seien die Gastronomie und der Einzelhandel.

An der Online-Umfrage des BFW Landesverbands Nord, des Grundeigentümer-Verbands Hamburg, des IVD Nord sowie des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) beteiligten sich den Angaben zufolge Ende Juli 891 Hamburger Unternehmen sowie private Vermieter.

"Auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ist die Lage dramatisch", erklärten die wohnungswirtschaftlichen Verbände. Im Gegensatz zu Wohnungsmietern könnten Gewerbetreibende in finanzieller Not kein Wohngeld beantragen. Sie forderten deshalb gezieltere staatliche Unterstützung für Gewerbetreibende.

Bei den Wohnungsmieten ergab die Umfrage der Verbände ein völlig anderes Bild. Bei weniger als einem Prozent der mehr als 300.000 erfassten Wohnungsmietverhältnisse habe es coronabedingte Zahlungsschwierigkeiten gegeben, hieß es.

Update, 2. Juli, 16.21 Uhr: Keine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Donnerstag keine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle blieb bei 803 (Stand 15.08 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mitteilte. 

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

769 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. Das sind zwei mehr als noch am Mittwoch. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese beiden Zahlen veränderten sich gegenüber dem Vortag nicht.

Update, 2. Juli, 14.41 Uhr: Mindestens sieben Corona-Infektionen bei Familienfeier in Kiel

Kiel - Bei einer Familienfeier in Kiel haben sich mindestens sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" (KN) berichtet. Den Angaben zufolge arbeiten drei Infizierte in Einrichtungen der Altenhilfe. Ein infiziertes Kind besuche eine Kita im Stadtteil Mettenhof, die laut KN am Mittwoch geschlossen wurde. 

Die Feier fand der Stadt Kiel zufolge im Freien statt. Sie sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen.

Titelfoto: Kelsey Chance/Unsplash

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