Coronavirus im Norden: Tschentscher: Hamburg ist auf Impfungen gut vorbereitet

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte. Deutschland befindet sich nun mitten in der von den Experten angekündigten zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 25.781 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 14.820 Fälle bekannt, in Bremen 10.078, in Mecklenburg-Vorpommern 6267 und in Niedersachsen 71.508 Covid-19-Fälle. (Stand 3. Dezember, 13.36 Uhr)

Am 23. März wurde erstmals ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.

Anschließend einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Am Montag, 2. November, traten neue Beschränkungen in Kraft.

Vorerst sollen alle Restaurants und Kneipen geschlossen bleiben, auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-, Fitnessstudios und Kinos sind betroffen. Offen sind dagegen noch Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 3. Dezember, 13.36 Uhr: 306 neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen ist am Donnerstag in Hamburg um 306 gestiegen. Am Vortag hatte die Gesundheitsbehörde 326 neue Fälle gemeldet.

Bislang haben sich in Hamburg seit Beginn der Pandemie 25.781 Menschen infiziert. 17.900 von ihnen gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen.

In den vergangenen sieben Tagen wurden in Hamburg 90,9 neue Fälle je 100.000 Einwohnern gezählt. Am Vortag hatte die Gesundheitsbehörde den Wert mit 93,8 angegeben.

327 Covid-19-Patienten lagen am Mittwoch in den Hamburger Krankenhäusern. Das waren zwei weniger als am Vortag. Auf Intensivstationen wurden 85 Menschen behandelt, ebenfalls zwei weniger als am Dienstag.

Die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen gab die Gesundheitsbehörde unverändert mit 340 an (Stand 1. Dezember). Das RKI zählte am Donnerstag 387 Todesfälle, zwei mehr als am Vortag.

Update, 3. Dezember, 13.02 Uhr: Tschentscher: Hamburg auf Corona-Impfungen gut vorbereitet

Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher hält Hamburg für Corona-Impfungen für gut vorbereitet.
Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher hält Hamburg für Corona-Impfungen für gut vorbereitet.  © Kay Nietfeld/dpa

Hamburg - Hamburg ist nach Angaben von Bürgermeister Peter Tschentscher gut auf die bevorstehenden Corona-Schutzimpfungen vorbereitet.

Alles werde bereit sein, "so dass wir am 15.12. beginnen könnten, wenn es einen Impfstoff gibt, der zugelassen ist in Deutschland", sagte er am Donnerstag bei einem gemeinsamen Besuch mit Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) in den Messehallen, wo derzeit das zentrale Impfzentrum aufgebaut wird.

Insgesamt soll das Zentrum bis zu 7000 Impfungen pro Tag ermöglichen. Gearbeitet werden soll von 8 bis 20 Uhr an sieben Tagen die Woche. Die Kosten teilen sich Hamburg und der Bund. Die Stadt geht laut Leonhard von mehreren Millionen Euro aus.

Tschentscher äußerte die Hoffnung, dass die ersten Impfdosen noch in diesem Jahr verfügbar sein werden. Wer zuerst geimpft wird, werde bundeseinheitlich geregelt.

Voraussichtlich werden zunächst nur Beschäftigte aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich und Personal in der kritischen Infrastruktur geimpft, sowie Menschen, die zu einer Corona-Risikogruppe gehören.

Update, 3. Dezember, 12.20 Uhr: SPD-Politiker Stegner kritisiert Corona-Vorgehen

Kiel - Der Kieler SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat das Vorgehen von Bund und Ländern bei der Verlängerung des Teil-Lockdowns in der Corona-Pandemie moniert.

"Auch wenn ich die Gründe für die Verlängerung in der Sache nachvollziehen kann, kann ich absolut keinen Grund erkennen, warum man eine Entscheidung, die ursprünglich für den 15. Dezember angekündigt war, überraschend und ohne jegliche Absprache mit den Parlamenten am 2. Dezember verkündet", erklärte Stegner am Donnerstag.

Am Vorabend hatten die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel beschlossen, die Maßnahmen mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen bis zum 10. Januar zu verlängern.

"Aus gutem Grund sieht auch das Infektionsschutzgesetz vor, dass Maßnahmen frühestens alle vier Wochen verlängert werden können", äußerte Stegner. "Auch deshalb sehe ich für diese gestrige Vor-Vorankündigung keinen Grund".

Update, 2. Dezember, 22.10 Uhr: 26 Bewohner und 12 Mitarbeiter in Kieler Altenheim coronainfiziert

Kiel – In einem Kieler Alten- und Pflegeheim sind 26 Bewohner und 12 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden.

Für die gesamte Einrichtung, in der 131 Menschen leben, habe das Gesundheitsamt zunächst eine Quarantäne für die kommenden 14 Tage angeordnet, teilte die Stadt am Mittwochabend mit.

Das Amt gehe davon aus, dass noch mehr Bewohner und Mitarbeiter infiziert sein könnten. Das Haus darf bis auf Weiteres nicht betreten werden - mit Ausnahme von Ärzten und Pflegern in Schutzkleidung.

Wie das Virus in die Einrichtung getragen wurde, war noch unklar. Kiels Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken sagte laut Mitteilung: "Wir werden diesen Ausbruch analysieren, denn wir müssen ihn auch dafür nutzen, genauer zu verstehen, wie das Virus in die Einrichtung kommen konnte."

Dies könne ähnliche Ausbrüche auch in anderen Einrichtungen verhindern.

Update, 2. Dezember, 22 Uhr: 151 Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock – In Mecklenburg-Vorpommern sind am Mittwoch 151 weitere Corona-Infektionen registriert worden. Das waren 23 mehr als noch vergangenen Mittwoch, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte (Stand: 16.40 Uhr).

Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - stieg von Dienstag auf Mittwoch von 45,1 auf 46,6. Der rote Bereich und damit die Ausweisung des Landes insgesamt als Risikogebiet beginnt bei 50,1.

Landesweit liegt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie bei 6267. Von den Betroffenen gelten mehr als 4700 inzwischen als genesen. Derzeit werden laut Lagus 123 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt, 34 davon auf Intensivstationen. Drei weitere Menschen und damit insgesamt 68 starben im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Wie an den Vortagen wiesen die Landkreise Vorpommern-Greifswald (79,8), Mecklenburgische Seenplatte (72,5), Nordwestmecklenburg (60,4) und Ludwigslust-Parchim (56,7) Inzidenzwerte von mehr als 50 auf und gelten somit als Risikogebiete. Die geringste Inzidenz wurde erneut im Landkreis Vorpommern-Rügen mit 16,5 registriert.

Update, 2. Dezember, 21.15 Uhr: Tschentscher macht keine Hoffung auf Restaurantbesuch in diesem Jahr

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister in Hamburg, kommt mit Mund-Nasen-Schutz zu einer Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus.
Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister in Hamburg, kommt mit Mund-Nasen-Schutz zu einer Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Die Hamburger können auch bei einem Absinken des Corona-Inzidenzwertes auf unter 50 in der Stadt in diesem Jahr nicht mehr auf einen Restaurant- oder Theaterbesuch hoffen.

Zwar hätten Bund und Länder bei der Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar am Mittwoch auch vereinbart, dass auf besondere Entwicklungen reagiert werden könne, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Abend nach den Beratungen mit seinen Länderkollegen und der Kanzlerin.

Es könne aber nicht davon ausgegangen werden, dass die Schließungen der Hamburger Gastronomie- und Kultureinrichtungen zurückgenommen werden könne, selbst wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unter den Grenzwert von 50 falle.

Zunächst müsse die Entwicklung des Infektionsgeschehens nach den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten und Silvester abgewartet werden, sagte Tschentscher. Verlässliche Werte werde es vor dem 4. Januar, wenn die Ministerpräsidenten erneut mit der Kanzlerin beraten werden, kaum geben.

Nach vier Wochen Teil-Lockdown sei die Entwicklung in Deutschland unterschiedlich. Je nach Bundesland steige die Zahl der Neuinfektionen weiter, stagniere oder gehe zurück, «wie zum Beispiel bei uns in Hamburg», sagte der Bürgermeister. «Wir müssen jetzt unbedingt stabil werden, möglichst niedrige Infektionszahlen haben.»

In Hamburg war der Inzidenzwert am Dienstag erstmals seit Anfang Oktober wieder unter die 100er-Marke gefallen. Am Mittwoch lag er bei 93,4. Mitte November war er auf knapp 170 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gestiegen.

Update, 2. Dezember, 21.15 Uhr: 240 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein - 1 weiterer Todesfall

Kiel – In Schleswig-Holstein sind nach Angaben der Landesregierung von Mittwochabend innerhalb eines Tages 240 neue Corona-Fälle gemeldet worden.

Das ist die höchste Zahl seit vergangenem Donnerstag. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind, stieg um 1 - auf nun 259. Seit Beginn der Pandemie sind 14.820 Infektionen nachgewiesen worden, wie die Landesregierung mitteilte.

In den Krankenhäusern in Schleswig-Holstein wurden den Angaben zufolge 110 Covid-19-Patienten behandelt. 27 von ihnen befinden sich in Intensivtherapie, 12 müssen aktuell beatmet werden. Die Zahl der genesenen Menschen wird auf 11 700 geschätzt.

Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche in Schleswig-Holstein lag am Mittwoch nach Angaben der Landesregierung vom Abend bei 43,4.

Update, 2. Dezember, 18.24 Uhr: Aufbau der Corona-Impfzentren im Norden in vollem Gange

Ein Zettel mit der Aufschrift "Danke für Ihren Besuch und bleiben Sie gesund" liegt auf einem Tisch im Impfzentrum in Gettorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde.
Ein Zettel mit der Aufschrift "Danke für Ihren Besuch und bleiben Sie gesund" liegt auf einem Tisch im Impfzentrum in Gettorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde.  © Frank Molter/dpa

Kiel – Der Aufbau der Corona-Impfzentren in Schleswig-Holstein geht in die entscheidende Phase. Sie sollen vom 15. Dezember an in allen Kreisen und kreisfreien Städten einsatzbereit sein.

Am Mittwoch gaben die Kreise Segeberg und Rendsburg-Eckernförde Einblick in die Arbeiten, bei denen auch die Bundeswehr hilft. In Wahlstedt (Kreis Segeberg) wird eine Tennishalle umgebaut. In Gettorf ist es ein Areal, das zunächst für eine Schule und später für eine Flüchtlingsunterkunft konzipiert war.

Wie das Gesundheitsministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte, soll es nunmehr im Land 29 Impfzentren geben. Zunächst waren 28 angekündigt worden. Jetzt bekommt Norderstedt ein weiteres.

Update, 2. Dezember, 18.22 Uhr: 41 Corona-Neuinfektionen an 31 Hamburger Schulen gemeldet

Hamburg – Die Hamburger Schulbehörde meldet aktuell 41 Corona-Neuinfektionen an 31 Schulen, davon 34 Schüler sowie 7 Schulbeschäftigte.

Dabei handele es sich in der Regel jeweils um einzelne Infektionen pro Schule, teilte die Schulbehörde am Mittwoch mit. Im Wochenvergleich sei die Anzahl der Neuinfektionen um 41 Prozent gesunken. Die Gesundheitsämter haben drei Klassen in präventive Quarantäne versetzt.

Insgesamt haben zurzeit 162 Schulen 335 Infektionen gemeldet. Betroffen sind 273 Schüler (0,1 Prozent der Gesamtschülerschaft) sowie 63 Schulbeschäftigte (0,2 Prozent aller Beschäftigten an Schulen).

Aktuell befinden sich 76 Klassen (von rund 9500) sowie 185 Schulbeschäftigte in präventiver Quarantäne, acht Klassen mehr als bisher. Die betroffenen 2206 Schüler machen 0,9 Prozent der Gesamtschülerschaft Hamburgs aus (256.000 Schüler).

Update, 2. Dezember, 18.20 Uhr: 15 Heimbewohner und Pflegekräfte in Lauenburg positiv auf Corona getestet

Lauenburg – Im Pflegeheim Askanierhaus in Lauenburg sind zehn Bewohner und fünf Pflegekräfte positiv auf das Coronavirus gestestet worden.

Auch die übrigen 80 Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung sollen jetzt kurzfristig getestet werden. Die positiv getesteten Heimbewohner würden auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes auf ihren Zimmern isoliert, teilte der Kreis Herzogtum Lauenburg am Mittwoch mit.

Insgesamt wurden am Mittwoch im Kreis nach Angaben des Sprechers 36 neue Infektionen registriert. Seit Beginn der Pandemie gab es den Angaben zufolge 1102 Coronainfektionen. 294 Patienten sind derzeit aktiv erkrankt, 784 gelten als genesen.

24 Personen sind aufgrund einer Coronainfektion verstorben. Der Inzidenzwert beträgt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 57,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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