Coronavirus in NRW: Über 4500 Neuinfektionen, Inzidenz steigt auf 115

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im bevölkerungsreichsten Bundesland ist gegenüber dem Vortag (Freitag: 108,6, Donnerstag: 106,9) erneut gestiegen. (Symbolbild)
Die Sieben-Tage-Inzidenz im bevölkerungsreichsten Bundesland ist gegenüber dem Vortag (Freitag: 108,6, Donnerstag: 106,9) erneut gestiegen. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Die NRW-Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4558 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 600 mehr als vor einer Woche (3957).

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen in NRW bei 115.

Damit ist die Sieben-Tage-Inzidenz im bevölkerungsreichsten Bundesland gegenüber dem Vortag (Freitag: 108,6, Donnerstag: 106,9) erneut gestiegen.

Vor einer Woche lag die Kennziffer höher - bei 128,0. Wegen der vergangenen Feiertage und der Schulferien könnten die Corona-Zahlen des RKI allerdings noch nicht vergleichbar mit den Werten vor Ostern sein.

Bundesweit lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Samstagmorgen bei 120,6.

In 37 Kreisen und kreisfreien Städten lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag über der Marke von 100. Sie ist eine Alarm-Schwelle für besondere Schutzvorkehrungen. In 16 Kreisen und kreisfreien Städten lag der Wert unter der Marke von 100. Vor einer Woche waren es elf.

Besonders hoch waren die Werte mit 196,1 im Kreis Siegen-Wittgenstein und mit 190,4 in Remscheid. Für Köln wurde ein Wert von 131,0 ausgewiesen (Vortag: 135,2). Die Millionenstadt hatte am Freitag Alarm geschlagen wegen steigender Zahlen auf den Intensivstationen.

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Update, 10. April, 16.00 Uhr: Gesundheitsministerium: Ausreichend Intensivbetten mit Beatmung frei

Trotz steigender Corona-Patientenzahlen stehen in Nordrhein-Westfalen nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums zurzeit noch ausreichend freie Intensivbetten mit Beatmungstechnik zur Verfügung.

Mit Stand Freitag seien es über 510, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag. Es bleibe trotzdem weiterhin wichtig, wachsam zu sein: "Wir müssen darauf achten, dass die Zahlen der Infizierten nicht zu stark steigen, damit wir auch künftig ausreichend freie Kapazitäten an Intensivbetten haben", betonte er.

Update, 10. April, 15.59 Uhr: Inzidenz in Köln bei 131

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 131 und die Reproduktionszahl bei 1,22. 300 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 105 auf Intensivstationen.

Dem Gesundheitsamt wurden drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet: ein 86-Jähriger, eine 59-Jährige und eine 35-Jährige, alle vorerkrankt. Bislang sind 594 Kölner verstorben, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Aktuell sind 2742 Kölner mit dem Corona-Virus infiziert.

Update, 10. April, 8.30 Uhr: Köln verschärft die Maßnahmen: Diese Regelungen gelten ab heute!

Wegen der steigenden Corona-Zahlen in Köln hat der Krisenstab am Freitag neue Verschärfungen beschlossen.
Wegen der steigenden Corona-Zahlen in Köln hat der Krisenstab am Freitag neue Verschärfungen beschlossen.  © Oliver Berg/dpa

Noch immer steigen die Corona-Zahlen in Köln rasant an.

Weil nun auch die Plätze auf den Intensivstationen rar werden, hat der Krisenstab der Stadt Alarm geschlagen und die Schutzmaßnahmen verschärft. Hier gibt es alle neuen Vorschriften im Überblick.

Wie die Stadt am Freitag erklärt hatte, sähen sich die Kölner Krankenhäuser und Kliniken auf den Intensivstationen einer bedrohlichen Situation gegenüber.

Denn die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen war in den vergangenen Tagen drastisch angestiegen.

Wegen dieser besorgniserregenden Entwicklung hatte der Krisenstab der Millionenstadt daher am Freitag beschlossen, Lockerungen wieder zurückzunehmen.

Update, 10. April, 7.47 Uhr: Grünen-Fraktionsspitze: Laschet hat Maßnahmen selbst aufgeweicht

Die Fraktionschefinnen der Grünen im Düsseldorfer Landtag werfen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) beim Kampf gegen die Corona-Pandemie widersprüchliches Handeln vor. "Jetzt kommt Armin Laschet nach einigem Nachdenken zu dem Schluss, dass ein Brücken-Lockdown notwendig sei. Und das, obwohl er ja selbst die vorhandenen Maßnahmen bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht hat", sagte Verena Schäffer (34) in einem Interview mit ihrer Co-Vorsitzenden Josefine Paul (39) der Rheinischen Post (Samstag).

"Die Absage der Ministerpräsidentenkonferenz ist eine absolute Bankrotterklärung", sagte Schäffer. Die Länderchefs hätten es nicht geschafft, sich in drei Wochen zusammenzuraufen, obwohl alle Besserung gelobt hätten. Nach der Absage der vor Ostern vereinbarten nächsten Runde von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ländern sollen stattdessen bundesweit einheitliche Regelungen für Regionen mit hohen Infektionszahlen geschaffen werden.

Laschet lasse sich aber vom Koalitionspartner FDP unter Druck setzen und wolle die Notbremse selbst weiterhin nicht anwenden, warf ihm Schäffer vor. Die meisten Kommunen, die wegen einer Inzidenz über 100 unter die Notbremse fielen, wählten die Ausnahmeregelung über Öffnungen mit Testpflicht, weil sie sich sonst dem Zorn der Einzelhändler und Bürger aussetzten. "Damit wälzt er die Verantwortung an die Kommunen ab."

Update, 9. April, 20.30 Uhr: Gericht: Langzeit-Quarantäne ist rechtswidrig

Eine unbefristete Quarantäneanordnung über die Dauer einer Inkubationszeit von 14 Tagen hinaus ist nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Aachen rechtswidrig.

In zwei Fällen hatten sich Kindergartenkinder mit Eilanträgen gegen Ordnungsverfügungen der Stadt Bad Münstereifel (AZ: 7 L 213/21) beziehungsweise der Stadt Mechernich (AZ: 7 L 214/21) zur häuslichen Quarantäne gewandt. Das Gericht setzte die Anordnungen am Freitag vorläufig außer Kraft.

Update, 9. April, 19.13 Uhr: Laschet für Neufassung des Infektionsschutzgesetzes

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) befürwortet eine Vereinheitlichung der Corona-Regeln in Deutschland durch eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) befürwortet eine Vereinheitlichung der Corona-Regeln in Deutschland durch eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes.  © Marcel Kusch/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) befürwortet eine Vereinheitlichung der Corona-Regeln in Deutschland durch eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. "Die Landesregierung bringt sich konstruktiv in die Beratungen für eine bundesgesetzliche Regelung notwendiger Maßnahmen zum Infektionsschutz ein", sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Laschet habe "bereits zu Beginn der Woche auf den dringenden Handlungsbedarf in der Pandemiebekämpfung hingewiesen und für ein schnelles, bundeseinheitliches Vorgehen der Länder geworben", erklärte der Sprecher der Staatskanzlei weiter.

Die Einschätzung der Lage auf den Intensivstationen und die Entwicklung des Infektionsgeschehens sei auch Grundlage der Entscheidungen der Landesregierung in dieser Woche, etwa zum Schulbetrieb gewesen, hieß es. Mit Ausnahme der Abschlussklassen beginnt der Unterricht nach den Osterferien in Nordrhein-Westfalen am Montag wieder als Homeschooling - zunächst für eine Woche.

Für den Vorstoß eines "Brücken-Lockdowns" bis zu einer höheren Zahl an Geimpften hatte Laschet besonders von SPD-geführten Bundesländern Ablehnung erfahren. Die Länder hätten mit der Notbremse ein Mittel, um auf steigende Zahlen zu reagieren, hielten ihm Kritiker entgegen.

Update, 9. April, 17.18 Uhr: Pflicht für Corona-Tests auch bei Notbetreuung in Schulen

Die Corona-Testpflicht gilt ab der kommenden Woche auch für Schüler in der Notbetreuung in den nordrhein-westfälischen Schulen. Das stellte das Schulministerium am Freitag klar. Getestet werden müssen demnach Schüler in den Jahrgängen 1 bis 6, die an pädagogischen Betreuungsangeboten der Schulen teilnehmen.

Mit Ausnahme der Abschlussklassen müssen die meisten Schüler in NRW nach den Osterferien ab Montag zunächst von zu Hause aus lernen. Das Schulministerium hatte für zunächst eine Woche Distanzunterricht angeordnet.

Auch Schüler der Abitur- und Abschlussklassen, die im Präsenzunterricht seien, müssten auf das Virus getestet werden, hieß es weiter. Für den Präsenzbetrieb gibt es ab Montag eine Testpflicht mit zwei Selbsttests pro Woche. Das gilt für Schüler, Lehrer und das weitere Schulpersonal.

Das Schulministerium wies Spekulationen zurück, die Entscheidung für den Schulbetrieb im Distanzunterricht in der kommenden Woche sei aufgrund mangelnder Testmöglichkeiten in den Schulen getroffenen worden. Bereits vor den Osterferien seien an alle weiterführenden Schulen 1,5 Millionen Selbsttests für die ab Montag vorgesehenen Testungen versandt worden. Diese lägen "bereits seit Tagen einsatzbereit vor" und kämen für die Abschlussklassen ab Montag auch zum Einsatz.

Weitere 5,5 Millionen Tests insbesondere für die Grund- und Förderschulen seien oder würden versandt und erreichten die Schulen bis zum Ende dieser Woche. Die anfänglichen Logistikprobleme seien mittlerweile abgestellt.

Update, 9. April, 17.15 Uhr: Maskenpflicht im Auto: Gericht billigt Corona-Maßnahmen

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat eine Maskenpflicht im Auto als Maßnahme gegen die Corona-Pandemie gebilligt. Der Kreis Wesel hatte angeordnet, dass in Autos Masken getragen werden müssen, wenn darin Menschen aus verschiedenen Haushalten gemeinsam unterwegs sind.

Update, 9. April, 17.13 Uhr: Köln schlägt Alarm wegen steigender Zahlen auf Intensivstationen

Nordrhein-Westfalens größte Stadt Köln schlägt wegen steigender Zahlen auf den Intensivstationen Alarm.
Nordrhein-Westfalens größte Stadt Köln schlägt wegen steigender Zahlen auf den Intensivstationen Alarm.  © Christophe Gateau/dpa

Nordrhein-Westfalens größte Stadt Köln schlägt wegen steigender Zahlen auf den Intensivstationen Alarm. Die Kölner Krankenhäuser und Kliniken sähen sich auf den Intensivstationen einer bedrohlichen Situation gegenüber, erklärte die Stadt am Freitag.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen steige dynamisch an, allein in den vergangenen drei Tagen von 91 auf 106. Im Vergleich dazu habe der Höchstwert in der zweiten Corona-Welle bei 112 gelegen.

Update, 9. April, 15.54 Uhr: Inzidenzzahl in Köln liegt bei 135,2

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 135,2 und die Reproduktionszahl bei 1,06. 291 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 106 auf Intensivstationen.

Dem Gesundheitsamt wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet: eine 79-Jährige, mehrfach vorerkrankt. Bislang sind 591 Kölner verstorben, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Aktuell sind 2.711 Kölner mit dem Corona-Virus infiziert.

Titelfoto: David Young/dpa

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