Coronavirus in NRW: Laumann befürchtet Impf-Verzögerungen bei Lehrern

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. Wir geben einen Überblick auf auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.
Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.  © Friso Gentsch/dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen ist gegenüber dem Vortag leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag landesweit einen Wert von 62,8.

Am Mittwoch hatte die Zahl der gemeldeten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche noch bei 63,8 gelegen, einen Tag zuvor bei 64,3. Laut RKI gab es 2473 Neuinfektionen sowie 69 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

Der Märkische Kreis hat in NRW mit 119,2 weiterhin den höchsten Inzidenzwert. Auch Düren (118,3), Hagen (107,6) und Solingen (101,1) lagen bei der wichtigen Kennziffer noch über unter 100. Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz im Land verzeichnete Coesfeld mit 21,8.

Für die größte NRW-Stadt Köln wurde ein Wert von 72,0 ausgewiesen, die Landeshauptstadt Düsseldorf lag bei 53,2.

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Update, 4. März, 20.07 Uhr: Laumann rechnet mit zwei Millionen Geimpften bis April

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann rechnet bis April mit gut zwei Millionen Erstimpfungen in Nordrhein-Westfalen. Mit der Freigabe des Impfstoffs von Astrazeneca nun auch für über 65-Jährige werde man das Impftempo erhöhen können, sagte der CDU-Politiker dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Im März sollten insgesamt 756.600 Dosen von Astrazeneca als Erstimpfungen und 620.000 Dosen von Biontech als Erst- und Zweitimpfungen verabreicht werden. Ende März solle die Impfung chronisch Kranker durch Hausärzte beginnen.

Bisher haben in NRW laut Robert Koch-Institut seit Impfstart Ende Dezember 959.746 Menschen eine erste Spritze und 449.292 Personen mit einer zweiten Spritze bereits den vollen Impfschutz erhalten. Noch in dieser Woche soll laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) der Ein-Millionste Mensch in NRW erstgeimpft werden.

Update, 4. März, 18.20 Uhr: Student der Fernuni Hagen scheitert mit Eilantrag am OVG

Ein Student der Fernuni Hagen aus Bonn muss nach einer Gerichtsentscheidung damit leben, dass während seiner Prüfung am Montag (8. März) eine Video- und Tonüberwachung gespeichert wird. Das hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in einem Eilverfahren gegen die Corona-Prüfungsordnung der Fernuni entschieden, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Die Fernuni Hagen bietet in der Corona-Pandemie als Alternative zur derzeit nicht möglichen Präsenzprüfung eine Prüfung zu Hause an. Dabei überwacht die Aufsicht den Prüfling per Video- und Tonverbindung sowie der Darstellung des Bildschirms. Sollte es zu keinen Auffälligkeiten kommen, wird das Material nach der Prüfung gelöscht. Der Kläger wehrte sich nicht gegen die Videoüberwachung, aber gegen die Aufzeichnung, weil er darin einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung sieht.

Das Gericht lehnte den Antrag ab, weil im Eilverfahren die Rechtmäßigkeit nicht geklärt werden konnte. Allerdings sieht das Gericht die Pflicht der Uni, für eine Chancengleichheit bei den Prüfungen zu sorgen und Täuschungen zu verhindern. Die Aufzeichnung zur Beweissicherung sei daher geeignet und erforderlich.

Update, 4. März, 18.15 Uhr: Laumann befürchtet Verzögerungen bei Lehrer-Impfungen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geht davon aus, dass die Impfungen von Lehrern "nicht mehr so schnell vorangehen" werden.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geht davon aus, dass die Impfungen von Lehrern "nicht mehr so schnell vorangehen" werden.  © Federico Gambarini/dpa

Nach der Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs auch für Menschen ab 65 Jahren befürchtet Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Verzögerungen bei der Impfung von Lehrern, Kita-Personal und Polizei. Die Impfung dieser Gruppen werde "natürlich nicht mehr so schnell vorangehen", sagte Laumann am Donnerstag im Landtag.

Denn bis Ende März stünden in NRW nur eine Million Dosen des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung. "Wir haben nicht mehr." Allein 1,6 Millionen Menschen über 70 Jahre gehörten aber in die Priorisierungsgruppe zwei sowie rund 750.000 andere Personen wie Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte. NRW werde sich an die festgelegte Impfreihenfolge halten.

Der Impfstoff des Herstellers Biontech komme für Impfungen der Gruppe zwei nicht in Frage, denn dieser werde im März komplett für die Impfungen der Menschen über 80 Jahre gebraucht, so Laumann. Jede Woche bekämen aus dieser Gruppe 100.000 Menschen in NRW ihre Erstimpfung.

In den nächsten drei Wochen stünden außerdem die Zweitimpfungen an. Zudem sollten auch noch etwa 300 000 Beschäftigte in Arztpraxen und Menschen in Behinderteneinrichtungen geimpft werden.

Laumann sprach sich zwar dafür aus, dass auch Hausärzte möglichst schnell impfen können sollten. Er rechnete aber vor: Wenn man jedem Hausarzt nur 100 Dosen gebe, dann brauche man in NRW schon 1,1 Millionen Impfdosen.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland nun auch für Menschen ab 65 Jahren empfohlen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) teilte am Donnerstag in Berlin vorab mit, die Impfung mit dem Mittel "für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen". Ende Januar hatte die Stiko den Impfstoff zunächst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlten.

Update, 4. März, 16.26 Uhr: Soldat nach Beschwerden über Anti-Impf-Aussagen abgezogen

Ein Soldat soll eine Frau in einem Impfzentrum als "Impfopfer" bezeichnet haben. (Symbolbild)
Ein Soldat soll eine Frau in einem Impfzentrum als "Impfopfer" bezeichnet haben. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Nach Beschwerden über Äußerungen eines Soldaten gegen das Impfen im Einsatz am Impfzentrum im Kreis Minden-Lübbecke hat die Bundeswehr interne Ermittlungen eingeleitet.

"Wir sind in Kenntnis davon gesetzt worden, dass sich ein Soldat am Impfzentrum in Hille dort ankommenden Zivilpersonen gegenüber negativ über den Impfstoff und das Impfen im Allgemeinen geäußert haben soll", sagte André Burdich, Sprecher des dort eingesetzten Panzerpionierbataillons 130, am Donnerstag.

Der Soldat sei umgehend abgezogen worden und werde auch künftig "definitiv nicht mehr am Impfzentrum eingesetzt". Das Mindener Tageblatt hatte von mehreren Vorfällen berichtet, wonach der auf dem Parkplatz eingesetzte Mann in Uniform ankommende Menschen mit Impftermin überzeugen wollte, die Impfung sei schädlich für sie.

Er soll sie dem Bericht zufolge als "Impfopfer" und "Probandin" angesprochen und auf sie eingewirkt haben, die Impftermine verstreichen zu lassen.

Der Kreis Minden-Lübbecke teilte auf Anfrage mit, die Vorfälle zu bedauern. "Bedauerlicherweise werfen solche Fehltritte einzelner Personen ein negatives Bild auf die anderen Soldaten, die vor Ort sehr engagiert sind und wertvolle Arbeit erledigen. Das darf nicht sein", hieß es weiter.

Über drohende Konsequenzen sowie Details zum Geschehen könne aufgrund der laufenden Ermittlungen keine Auskunft gegeben werden, sagte der Bundeswehrsprecher.

"Die möglicherweise dort kundgetane Einzelmeinung eines Soldaten spiegelt nicht die Meinung der Soldaten des Mindener Panzerpionierbataillons und auch nicht der Bundeswehr. Wir wollen unseren Teil zur Eindämmung der Pandemie beitragen und nehmen diesen Auftrag sehr ernst", betonte Burdich. Auch deswegen habe man zügig Ermittlungen aufgenommen, um das Geschehen umfassend aufzuklären.

Wie an vielen Impfzentren sowie Gesundheitsämtern helfen auch in Minden Soldaten seit einigen Wochen - etwa mit logistischer Unterstützung. Nach Angaben der Bundeswehr sind zurzeit insgesamt 1800 Soldatinnen und Soldaten als sogenannte "helfende Hände" bei der Corona-Bekämpfung im Einsatz.

Update, 4. März, 12.51 Uhr: Reker bewertet Corona-Beschlüsse

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos).
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos).  © Oliver Berg/dpa

Mit den jüngsten Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern zeigt sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64 parteilos) weitgehend zufrieden.

"Ich finde es zunächst mal gut, dass es überhaupt eine Öffnungsperspektive gibt", sagte die parteilose Politikerin im WDR5-Interview am Donnerstagmorgen.

"Das ist das, worauf wir alle gewartet haben und was uns alle durchhalten lässt: Dass man ein Ziel erkennen kann."

Reker mahnte die Kölner Bürger aber weiter zur Vorsicht und zum Einhalten der Corona-Regeln.

Klares Ziel der Stadt sei es, mit der Sieben-Tage-Inzidenz möglichst bald unter den Wert von 50 zu kommen.

Update, 4. März, 12.29 Uhr: SPD fordert Rückkehr zu Schulunterricht für alle

Die SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen fordert die zügige Rückkehr zum Unterricht für alle Schulkinder mithilfe umfangreicher Coronatests und Hygienemaßnahmen.

Zwei Drittel der Schulkinder seien noch vom Präsenzunterricht in NRW ausgeschlossen, kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Er forderte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf, die weiteren Öffnungspläne umgehend vorzustellen.

Update, 4. März, 10.37 Uhr: Impfen in Pflegeheimen habe großen Erfolg gebracht

Das Durchimpfen der Bewohner in Alten- und Pflegeheimen hat nach Worten des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) enorme Wirkung gezeigt.

Während im vergangenen Dezember noch 5265 Pflegeheimbewohner mit dem Coronavirus infiziert gewesen seien, seien es aktuell nur noch 468, berichtete Laschet am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag.

Es werde nun nicht mehr lange dauern, bis alle Alten- und Pflegeheimbewohner dank dieser "Schutzmauer" "völlig ungefährdet" seien von der weiteren Corona-Entwicklung.

Update, 4. März, 10.22 Uhr: Kampf mit der Zeit

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat nach den Lockerungsbeschlüssen von Bund und Ländern weiter zur Vorsicht in der Corona-Pandemie gemahnt. Es könnten sich weitere Varianten des Virus ausbreiten, sagte Laschet am Donnerstag in einer Unterrichtung des Landtags in Düsseldorf.

"Wir müssen mit dem mutierten Virus leben", sagte der CDU-Bundesvorsitzende mit Blick auf die Verbreitung der britischen Variante. Es laufe aber ein "Kampf mit der Zeit", damit sich nicht noch weitere Varianten ausbreiteten.

Update, 4. März, 8.52 Uhr: Immobilienkonzern Vonovia meldet starke Gewinne

Für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia laufen die Geschäfte auch während der Corona-Pandemie dank steigender Mieten weiter glänzend. Zudem profitiert das Unternehmen von seinem Zukauf der schwedischen Hembla sowie Neubauten.

2020 legte der operativen Gewinn im Jahresvergleich um 10,6 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zu, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag in Bochum bei Vorlage der Jahreszahlen mitteilte. Zum ersten Mal weist Vonovia in seiner Bilanz einen Gesamtumsatz aus. Dieser stieg im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 4,37 Milliarden Euro.

Gleichzeitig steckte Vonovia 2020 mit rund 1,9 Milliarden Euro etwas weniger in Modernisierung, Neubau und Instandhaltung. So kam es etwa beim Neubau wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Zuge der Corona-Pandemie zu Verzögerungen. Der Verkehrswert des Immobilienportfolios legte etwa dank einer sehr hohen Nachfrage nach Wohnungen um rund 11 Prozent auf knapp 59 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von rund 3,3 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro in 2019.

Im Vorjahr hatten deutlich höhere Abschreibungen und Wertminderungen das Ergebnis belastet.

Update, 4. März, 7.42 Uhr: Armin Laschet über die neuen Corona-Regeln

Armin Laschet (60, CDU) handelte als Ministerpräsident von NRW stundenlang die neuesten Corona-Regelungen mit aus
Armin Laschet (60, CDU) handelte als Ministerpräsident von NRW stundenlang die neuesten Corona-Regelungen mit aus  © Marcel Kusch/dpa-Pool/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) unterrichtet den Düsseldorfer Landtag am Donnerstag (10 Uhr) über die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zur Corona-Krise.

Am Mittwoch hatten sich die Ministerpräsidenten in einer über neunstündigen Video-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf geeinigt, den Lockdown wegen der weiter hohen Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28. März zu verlängern.

Allerdings soll es, je nach Infektionslage, Öffnungsmöglichkeiten geben. Alle Infos zu den neuesten Regeln findest Du hier.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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