Australien zählt so viele Corona-Tote wie noch nie binnen 24 Stunden

Seit einiger Zeit hält das Coronavirus die ganze Welt in Atem. Nach dem zweimonatigen Lockdown wurden immer mehr Lockerungen beschlossen, die ein fast normales Leben wieder ermöglichen. Doch immer noch herrscht das Abstandsgebot und die Maskenpflicht. TAG24 berichtet im Ticker über aktuelle Neuigkeiten rund um die Corona-Krise. 

Update, 26. Juli, 19.49 Uhr: USA ringen um neues Corona-Hilfspaket - Pelosi spricht von "Notfall"

Nach dem Auslaufen zusätzlicher Arbeitslosenhilfe des Bundes für Millionen Amerikaner inmitten der Corona-Pandemie dauert das Ringen um ein neues Hilfspaket an. Finanzminister Steven Mnuchin sagte dem Sender Fox News am Sonntag, das Weiße Haus und die Republikaner würden ihren Vorschlag an diesem Montag in den Kongress einbringen.

"Wir sind darauf vorbereitet, schnell zu handeln." Die Demokraten werfen den Republikanern vor, ein neues Paket verzögert und damit Leid für amerikanische Familien verursacht zu haben. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sagte dem Sender CBS: "Dies ist ein Notfall."

Am Wochenende lief die Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem früheren Hilfspaket im März aus. Sie wurde von mehr als 16 Millionen Menschen bezogen und zusätzlich zur Arbeitslosenhilfe der Bundesstaaten gewährt. Kurz zuvor endete bereits eine Maßnahme des Bundes, die Mieter im Fall von Säumigkeit vor Räumungen schützte. 

Am vergangenen Donnerstag war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Corona-Pandemie erstmals seit mehr als drei Monaten wieder gestiegen. In der Woche bis einschließlich 18. Juli stellten nach Angaben des Arbeitsministeriums mehr als 1,4 Millionen Menschen einen entsprechenden Antrag.

Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, sagte Fox News am Sonntag, in dem Vorschlag für ein neues Hilfspaket sei keine Wochenpauschale von 600 Dollar mehr vorgesehen. Stattdessen solle bis zu 70 Prozent des letzten Gehalts gezahlt werden. Die bisherige Regelung habe dazu geführt, dass viele Menschen mehr staatliche Unterstützung bezogen hätten als sie im Fall einer Rückkehr zur Arbeit verdient hätten.

Das neue Hilfspaket soll nach Angaben der Republikaner ein Volumen von rund einer Billion Dollar (860 Milliarden Euro) haben. Die Demokraten - deren Zustimmung im Kongress notwendig ist - halten das für unzureichend.

Die Corona-Pandemie hat die USA weiter im Griff. Jeden Tag werden Zehntausende Neuinfektionen verzeichnet. Auch die Zahl der Todesopfer ist zuletzt wieder gestiegen. In der vergangenen Woche wurden an vier Tagen in Folge mehr als 1000 Tote registriert.

Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, spricht bei einer Pressekonferenz im Capitol Hill über die Verlängerung der staatlichen Arbeitslosenunterstützung des Bundes. (Archivbild)
Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, spricht bei einer Pressekonferenz im Capitol Hill über die Verlängerung der staatlichen Arbeitslosenunterstützung des Bundes. (Archivbild)  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 26. Juli, 19.34 Uhr: Ermittlungen gegen Lombardei-Präsidenten wegen Schutzkittel-Deals

Wegen angeblichen Betrugs bei einem Geschäftsabschluss über Schutzkittel laufen Ermittlungen gegen den lombardischen Präsidenten Attilio Fontana. In der Zeitung "La Stampa" (Sonntag) bezeichnete Fontana von der rechten Lega die Anschuldigungen gegen ihn als absurd.

Das liefernde Unternehmen wird von Fontanas Schwager kontrolliert. Fontana gibt an, nichts davon gewusst zu haben, dass seine Region im April zugestimmt habe, für mehr als 500.000 Euro Krankenhauskittel von der Firma zu kaufen. Die Lombardei war besonders heftig vom Corona-Ausbruch in Italien betroffen.

Auch Fontanas Ehefrau ist finanziell an dem Unternehmen beteiligt. Als Medien das Thema aufgriffen, entschied Fontanas Schwager im Mai, das Material der Lombardei zu spenden, anstatt es zu verkaufen. Fontana versuchte daraufhin, 250.000 Euro von einem persönlichen Bankkonto in der Schweiz zu überweisen, um den finanziellen Verlust seines Verwandten auszugleichen. Die Überweisung fiel den Behörden als verdächtig auf, so dass Fontana sie schließlich zurückzog.

"Was ist das Verbrechen?", sagte Fontana in der Zeitung. "Normalerweise gibt es Ermittlungen, weil jemand illegal Geld genommen hat." Er hingegen werde als erster Politiker in die Geschichte eingehen, gegen den ermittelt werde, weil er versucht habe, Geld zu geben.

Attilio Fontana, Gouverneur der Region Lombardei, die am schlimmsten vom Coronavirus betroffenene Region Italiens, trägt Mundschutz bei seinem Spaziergang. (Archivbild)
Attilio Fontana, Gouverneur der Region Lombardei, die am schlimmsten vom Coronavirus betroffenene Region Italiens, trägt Mundschutz bei seinem Spaziergang. (Archivbild)  © Claudio Furlan/LaPresse/dpa

Update, 26. Juli, 17.50 Uhr: Linken-Chef Riexinger: Soziale Schieflage - Reiche sollen zahlen

Linken-Chef Bernd Riexinger hat sich zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise für eine Vermögensabgabe ausgesprochen.

"Die Bundesregierung macht ja die Erzählung: Wir haben das Land gut durch die Krise gebracht und die Menschen. Das stimmt einfach nicht. Wir haben eine soziale Schieflage", sagte Riexinger am Sonntag im Sommerinterview des ARD-"Berichts aus Berlin".

Zum Beispiel hätten die Erwerbslosen gar keinen Schutz bekommen. Die mittleren Verdienste müssten oft mit 60 Prozent Kurzarbeitergeld vorlieb nehmen. 

"Es sollte jetzt zum ersten Mal so sein, dass in einer großen Krise nicht die Rentner und Rentnerinnen, nicht die Erwerbslosen und nicht die Beschäftigten bezahlen, sondern die, die von den letzten Jahrzehnten profitiert haben, gewaltiges Vermögen angesammelt haben."

Update, 26. Juli, 17.42 Uhr: Lindner will Testpflicht für Rückkehrer - Kosten sollen diese selbst tragen

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat für Rückkehrer aus Risiko-Urlaubsgebieten eine Corona-Testpflicht verlangt - und die Kosten sollten die Reisenden selbst tragen. "Verbindliche Tests für Menschen an Flughäfen dürfen kein Tabu sein", sagte Lindner am Sonntag im Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Und: "Wer sich in ein Risikogebiet freiwillig begibt als Tourist, der wird damit in Kauf nehmen müssen, dass er für diesen Test auch bezahlt." Dies sei für ihn "eine Frage der Eigenverantwortung".

Der FDP-Chef forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, im Eiltempo eine Strategie für den Umgang mit Urlaubsrückkehrern zu entwickeln. Nötig sei eine nationale Teststrategie.

"Die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen einer zweiten Infektionswelle wären nicht verantwortbar." Das Risiko einer solchen zweiten Welle bestehe - vor allem auch durch den Sommerreiseverkehr. "Wir können nicht bei jedem voraussetzen, dass sie oder er die Hygiene- und Abstandsregeln, an die wir uns in Deutschland gewöhnt haben, auch tatsächlich befolgt hat."

Christian Lindner (FDP), Parteivorsitzender, steht im Rahmen eines Interviews in Sichtweite des Reichstags. (Archivbild)
Christian Lindner (FDP), Parteivorsitzender, steht im Rahmen eines Interviews in Sichtweite des Reichstags. (Archivbild)  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 26. Juli, 16.21 Uhr: Israels Regierung billigt Einmalzahlung für Bürger in Corona-Krise

Die israelische Regierung hat am Sonntag eine Einmalzahlung für viele Bürger gebilligt, um deren Finanznöte während der Corona-Krise zu lindern. Das Hilfspaket habe einen Umfang von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Fast jeder Israeli soll demnach eine Zahlung von rund 190 Euro erhalten. Eltern sollen zudem knapp 40 Euro für jedes Kind bekommen, für bis zu drei Kinder.

Sozialhilfempfänger sollen eine größere Summe erhalten. Die Maßnahme muss in den kommenden Tagen noch dem Parlament zur abschließenden Billigung vorgelegt werden. Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als 160.000 Euro sollen dagegen keine Einmalzahlung erhalten.

Kritiker hatten den Schritt als populistisches Vorgehen Netanjahus eingestuft, um Proteste gegen seine Corona-Politik zu verringern. Angesichts der wachsenden Finanzkrise Israels handelt es sich aus ihrer Sicht um gefährliche Verschwendung. Netanjahu hatte dagegen am 15. Juli erklärt, Ziel der Maßnahme sei es, "die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen". Netanjahu hatte zuvor bereits ein milliardenschweres Hilfspaket zur Linderung des finanziellen Drucks während der Corona-Krise vorgestellt.

Die Folgen der ersten Corona-Einschränkungen vom Frühjahr haben der Wirtschaft des Landes schwer zugesetzt. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei mehr als 20 Prozent. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik, es kommt fast täglich zu wütenden Demonstrationen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 61.388 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 464 Infizierte sind gestorben.

Jerusalem: Ein Mann mit Mundschutz arbeitet in einem Juweliergeschäft in der Altstadt.
Jerusalem: Ein Mann mit Mundschutz arbeitet in einem Juweliergeschäft in der Altstadt.  © Muammar Awad/Xinhua/dpa

Update, 26. Juli, 15.34 Uhr: "Das kann sich bitter rächen": Grüne und SPD kritisieren Staatsregierung nach Corona-Masseninfektion

Nach der Corona-Masseninfektion von 174 Erntehelfern auf einem niederbayerischen Gemüsehof geben Grüne und SPD der Staatsregierung eine Mitverantwortung. Die Oppositionsfraktionen warfen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem Kabinett am Sonntag vor, die Kontrolle der Unterkünfte von Saisonarbeitern zu vernachlässigen.

"Das kann sich bitter rächen, wenn solche lokalen Infektionsgeschehen ausgreifen und regionale Lockdowns angeordnet werden müssen", sagte Jürgen Mistol, der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen.

Das sieht die SPD ganz ähnlich: "Wir haben nach dem Corona-Ausbruch in dem Wiesenhof-Schlachthof Mitte Mai bereits ein Sonderkontrollprogramm auch für Bauernhöfe mit Erntehelfern gefordert", sagte Umweltexperte Florian von Brunn. "Gerade die Hygienebedingungen am Arbeitsplatz und die Wohnverhältnisse müssen aus unserer Sicht scharf kontrolliert werden. Das ist offensichtlich nicht passiert." Der Ausbruch sei "mit Ansage" gekommen.

Die Behörden haben den Bauernhof in Mamming mit sämtlichen 480 Mitarbeitern unter Quarantäne gestellt. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot.

Mamming: Unterkünfte von Erntehelfern auf einem Bauernhof. Nach einer Corona-Masseninfektion auf dem großen Hof stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen das Betriebsgelände nicht mehr verlassen.Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei einer Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-Cov2 getestet.
Mamming: Unterkünfte von Erntehelfern auf einem Bauernhof. Nach einer Corona-Masseninfektion auf dem großen Hof stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen das Betriebsgelände nicht mehr verlassen.Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei einer Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-Cov2 getestet.  © Armin Weigel/dpa

Update, 26. Juli, 15.05 Uhr: Australien zählt so viele Corona-Tote wie noch nie binnen 24 Stunden

Trauriger Corona-Rekord in Australien: Erstmals seit Beginn der Pandemie sind innerhalb von 24 Stunden zehn Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Sonntag vor Journalisten. 

Dort seien alle neuen Todesfälle registriert worden. Außerdem seien am Samstag 459 Neuinfektionen in Victoria - wo auch die Millionenmetropole Melbourne liegt - hinzugekommen.

Andrews ließ eine mögliche Verlängerung des vor knapp drei Wochen verhängten Lockdowns für den Bundesstaat im Südosten des Landes offen. Eigentlich soll dieser Mitte August auslaufen. 

Der Politiker forderte die Bevölkerung auf, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen. "Hier geht es nicht um Menschenrechte", sagte Andrews. "Es gibt zehn Familien, die in den nächsten Tagen jemanden beerdigen werden. Tragen Sie eine Maske. Das ist nicht zu viel verlangt."

Zwischenzeitlich war die Zahl der Neuinfektionen in Australien stark zurückgegangen. Zuletzt sind die Zahlen aber wieder gestiegen, insbesondere die Metropole Melbourne und der Bundesstaat Victoria sind zu einem neuen Zentrum der Pandemie geworden. Seit Beginn der Pandemie sind die Infektionen in Australien bei landesweit 25 Millionen Einwohnern nach Angaben der Johns-Hopkins Universität auf mittlerweile rund 14.400 gestiegen. Die Zahl der in Verbindung mit Covid-19 gestorbenen Menschen lag demnach bei 155.

Daniel Andrews, der Premier des australischen Bundesstaates Victoria, spricht bei einer Pressekonferenz in Melbourne. (Archivbild)
Daniel Andrews, der Premier des australischen Bundesstaates Victoria, spricht bei einer Pressekonferenz in Melbourne. (Archivbild)  © James Ross/AAP/dpa

Update, 26. Juli, 14.18 Uhr: Tui streicht Flüge von Großbritannien aufs spanische Festland

Der Reiseveranstalter Tui streicht wegen der Quarantänepflicht von Montag an seine Flüge von Großbritannien aufs spanische Festland. Die Kanarischen Inseln und die Balearen würden aber weiter angeflogen, sagte ein Tui-Sprecher am Sonntag der dpa in Hannover. 

Die Flüge von Großbritannien aufs spanische Festland würden voraussichtlich bis zum 9. August gestrichen. Es handele sich um sieben bis acht Flüge pro Woche. "Rückflüge von Spanien nach Großbritannien finden ganz normal statt", sagte der Sprecher. Für deutsche Reisende gebe es keine Auswirkungen.

Großbritannien hatte eine zweiwöchige Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Spanien beschlossen. Dem Tui-Sprecher zufolge setzen sich Reiseveranstalter in Gesprächen mit der britischen Regierung für regionale Reisekorridore ein. "Auf den Inseln ist eine ganz andere Lage als in Nordspanien", betonte der Sprecher.

Passagiere mit Mundschutz kommen auf dem Flughafen London Gatwick an.
Passagiere mit Mundschutz kommen auf dem Flughafen London Gatwick an.  © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Update, 26. Juli, 13.44 Uhr: Hunderte Techno-Fans feiern in Tschechien trotz Corona

Trotz der Corona-Pandemie ist in Tschechien eine dreitägige Technoparty gefeiert worden. Zum Abschluss am Sonntag kamen noch einmal rund 900 Menschen auf einem Feld rund 60 Kilometer südlich von Prag zusammen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. 

Bei Kontrollen an den Zufahrtswegen seien vier Autofahrer unter Drogeneinfluss erwischt worden. Am Samstag hatten sich sogar rund 2000 Teilnehmer versammelt, darunter auch Hunderte Ausländer aus Nachbarländern wie Deutschland und Österreich.

Die Polizei ließ die Partygänger gewähren, obwohl die Aktion nicht bei den Behörden angemeldet war. «"Niemand will ein zweites CzechTek", sagte Innenminister Jan Hamacek zur Begründung im Sender Prima. Im Jahr 2005 war die Technoparty CzechTek gewaltsam aufgelöst worden. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen lag in Tschechien am Samstag mit 131 wieder niedriger als an den Vortagen, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag bekannt gab. Bisher starben 368 Menschen. Unterdessen schloss Ministerpräsident Andrej Babis einen zweiten Lockdown aus. "In erster Linie müssen wir an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen appellieren", sagte der Gründer der populistischen Partei ANO der Zeitung "Pravo".

Update, 26. Juli, 13.15 Uhr: Iranischer Vizeminister: Corona-Lage im Land "gar nicht gut"

Der iranische Vizegesundheitsminister Iradsch Harirchi hat ein düsteres Bild wegen der Corona-Krise gezeichnet und die Bevölkerung auf viele weitere Todesopfer eingestellt. "Fast das ganze Land ist wegen Corona im Rot-Status (Alarmzustand), und die Lage ist gar nicht gut", sagte Harirchi am Sonntag laut Nachrichtenagentur Isna. Wenn die Bürger die Hygienevorschriften nicht einhielten, werde das Land weiterhin im Durchschnitt 200 Todesfälle am Tag registrieren müssen.

Harirchi und seine Kollegen im Gesundheitsministerium stehen den von Präsident Hassan Ruhani eingeführten Lockerungen kritisch gegenüber. Diese haben aus ihrer Sicht dazu geführt, dass die Bevölkerung die Vorschriften und die Pandemie nicht mehr ernst nimmt.

Die Folge war ein dramatische Anstieg der Zahlen bei Toten und Neuinfizierten. Alleine in den letzten 24 Stunden starben erneut 216 Patienten, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Die Zahl der Todesopfer liegt aktuell bei 15.700, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 291.172, so das Gesundheitsministerium am Sonntag laut Nachrichtenagentur IRNA.

Für hitzige Diskussionen im Land sorgt derzeit auch das Beharren des Klerus, trotz der Corona-Krise die Aschura-Trauerfeiern Ende August zu veranstalten. Bei Aschura-Feiern anlässlich der Ermordung des dritten schiitischen Imams Hussein im Jahr 680 versammeln sich immer wieder Menschenmassen.

Ansammlungen von Menschen werden laut Gesundheitsexperten definitiv zu vielen neuen Infektionen führen. Präsident Ruhani will die Zeremonie trotzdem erlauben - angeblich könne er sich gegen den Klerus nicht durchsetzen, heißt es in Teheran.

Kinder mit Gesichtsmasken gehen mit ihrer Mutter eine Straße in Teheran entlang. Die Corona-Situation im Iran sieht laut dem dortigen Vizegesundheitsminister "gar nicht gut" aus. (Archivbild)
Kinder mit Gesichtsmasken gehen mit ihrer Mutter eine Straße in Teheran entlang. Die Corona-Situation im Iran sieht laut dem dortigen Vizegesundheitsminister "gar nicht gut" aus. (Archivbild)  © Ahmad Halabisaz/XinHua/dpa

Update, 26. Juli, 12.04 Uhr: Briten müssen nach Rückkehr aus Spanien-Urlaub in Quarantäne

Tausende Briten müssen nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne. "Wir haben die Entscheidung so schnell getroffen wie wir konnten", sagte der britische Außenminister Dominic Raab am Sonntag dem Nachrichtensender Sky News. Man habe damit auf einen "großen Anstieg an Covid-19-Fällen" auf dem spanischen Festland reagiert.

Mit der schnellen Einführung der Quarantänepflicht für die Rückkehrer sollen eine zweite Infektionswelle und neue Ausgangsbeschränkungen verhindert werden, wie Raab betonte. Großbritannien ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa.

Spanien gehört zu den Ländern, in denen die Briten am liebsten Ferien machen. Auch der britische Verkehrsminister Grant Shapps soll Medien zufolge zu den betroffenen Spanien-Urlaubern gehören.

Für die unter der Corona-Krise stark leidenden Fluggesellschaften ist die Pflicht zur Selbstisolation ein heftiger Schlag. Sie fürchten nun neue Einbrüche bei den Fluggastzahlen und damit noch mehr Verluste.

Großbritannien hatte zuvor sogenannte Luftbrücken mit mehr als 70 Ländern und Überseegebieten eingerichtet, die nach Ansicht der Regierung in London die Pandemie im Griff haben. Wer aus diesen Staaten einreist, muss nicht in Quarantäne. Die Listen werden regelmäßig aktualisiert. Da jeder Landesteil in Großbritannien über seine eigenen Pandemie-Maßnahmen bestimmt, können die Listen in einigen Fällen auch etwas voneinander abweichen.

In ganz Spanien mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid binnen 24 Stunden mehr als 900 neue Infektionen registriert. Fast die Hälfte der Fälle wurden aus Katalonien und der Nachbarregion Aragón gemeldet.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Während die Zahlen dank drastischer Maßnahmen stark fielen, gehen sie seit dem Ende des Notstands am 21. Juni langsam wieder nach oben.

Touristen am gut besuchten Strand in Cadiz. So ein Sommer-Urlaub in Spanien kostet nicht nur Geld, sondern viele Briten nun auch zwei Wochen Quarantäne.
Touristen am gut besuchten Strand in Cadiz. So ein Sommer-Urlaub in Spanien kostet nicht nur Geld, sondern viele Briten nun auch zwei Wochen Quarantäne.  © Emilio Morenatti/AP/dpa

Update, 26. Juli, 10.50 Uhr: FC Bayern glaubt an reale Sommer-Tour 2021

Der FC Bayern will im nächsten Jahr wieder auf eine richtige Sommer-Tour gehen. Nachdem das Fan- und Marketingevent dieses Mal wegen der Corona-Krise nur virtuell stattfindet, plant der deutsche Fußball-Rekordmeister 2021 wieder einen Trip nach Asien oder in die USA. 

Das sagte Jörg Wacker, Vorstand für Internationalisierung und Strategie, dem "Münchner Merkur" am Wochenende: "Vor drei Monaten hieß es: Bis Ende des Jahres gibt es keine Fußballspiele, schon gar nicht mit Zuschauern. Heute sieht die Lage anders aus. Und weil ich grundsätzlich ein positiv denkender Mensch bin, gehe ich davon aus, dass wir 2021 wieder eine reale Tour haben werden."

Statt einer Interkontinentalreise organisieren die Münchner neun Tage lange Social-Media-Veranstaltungen für Spieler, Fans und ehemalige Bayern-Akteure. Am Samstag hatte es zum Auftakt ein Elfmeterschießen gegeben mit Thomas Müller und Robert Lewandowski, bei dem die beiden Offensivasse von Ex-Spielern und Fans herausgefordert wurden. Unter anderem nahmen Franck Ribéry, Arjen Robben und Xabi Alonso teil.

Update, 26. Juli, 10.43 Uhr: Deutschlands erste CSD-Parade fast wie vor Corona im Wendland

Nach Absagen oder neuen Formaten für Christopher Street Days (CSD) ist im Wendland die bundesweit erste Parade fast wie vor der Corona-Pandemie gestartet. Nach Angaben der Polizei reihten sich am Samstag rund 200 Menschen - und damit nur etwas weniger als in den Vorjahren - in den bunten Zug von Waddeweitz über mehrere Dörfer. 

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hatte das unter Einhaltung der Abstandsregeln und dem Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken genehmigt. Ordner der Veranstalter kümmerten sich um die Einhaltung.

Die im Vergleich zu den traditionell riesigen CSD-Paraden in Köln oder Berlin kleine Teilnehmerzahl und mehr Platz auf weiter Fläche spielten den Organisatoren in die Karten. Aufgrund des Verbots von Großveranstaltungen wurden laut CSD Deutschland die übrigen Paraden bisher abgesagt, verschoben oder in kleineren beziehungsweise neuen Formaten wie Online-Streams und Auto-Demos durchgeführt. 

"Man könnte sagen, dass in diesem Jahr die kleinen in den Fokus rücken. Die, die man sonst nicht wahrnimmt", sagte Vorstand Falko Jentsch. Er freue sich, dass so die Vielfalt der rund 90 CSDs in Deutschland abgebildet werde.

Mit den Christopher Street Days wird an Ereignisse Ende Juni 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

Die Parade zum Christopher Street Day (CSD) zieht unter dem Motto "Aufstehen gegen Hass und Diskriminierung!" durch das Wendland.
Die Parade zum Christopher Street Day (CSD) zieht unter dem Motto "Aufstehen gegen Hass und Diskriminierung!" durch das Wendland.  © Philipp Schulze/dpa

Update, 26. Juli, 10.32 Uhr: Heil will nach Fleischindustrie auch andere Branchen prüfen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will nach den nun geplanten strengen Vorschriften gegen Missstände in der Fleischindustrie auch andere Branchen überprüfen. 

"Wir werden uns Branche für Branche angucken und dann für die jeweilige Branche geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn es nötig ist", sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch ein Gesetz von Heil beschließen. Großschlachtereien sollen bei Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung kein Fremdpersonal mehr einsetzen dürfen. Dazu soll der Einsatz von Werkvertrags- sowie Leiharbeitnehmern dort verboten werden.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales,. (Archivbild)
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales,. (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

Update, 26. Juli, 9.44 Uhr: Corona-Masseninfektion in Niederbayern - 174 Erntehelfer angesteckt

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot. 

Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-Cov2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte.

"Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen wir zum Schutz der Bevölkerung leider diesen Schritt gehen", erklärte Landrat Werner Bumeder. Zuvor hatten sich in dem Betrieb bereits sieben Mitarbeiter infiziert - dies war der Anlass des Reihentests.

Der CSU-Politiker appellierte an die Bürger, Ruhe zu bewahren: "Nach unseren Informationen handelt es sich um einen geschlossenen Personenkreis." Auf dem Hof wurden infizierte von nicht infizierten Mitarbeitern getrennt. Darüber hatten zuerst örtliche Medien berichtet.

Titelfoto: James Ross/AAP/dpa

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