Bund und Länder sind sich einig: Deutschland lockert sich in die Freiheit!

Berlin - Es ist eine Entscheidung, auf die wir so lange gewartet haben! Auf ihrem heutigen Treffen einigten sich Bund und Länder darauf, die einschneidenden Corona-Maßnahmen Stück für Stück fallen zu lassen. Schon in einem Monat soll das Leben dann wieder weitestgehend normal ablaufen - einzig die Masken in Innenräumen bleiben. Genauso wie ein großes Aber.

Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) verkündete die frohe Botschaft.
Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) verkündete die frohe Botschaft.  © Kay Nietfeld/dpa

"Wir befinden uns an einem ganz besonderen Tag der Pandemie, wir können zuversichtlicher nach vorne schauen, als wir das in den letzten Wochen konnten." Mit diesem Satz und viel Lob für die eigene Arbeit kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) heute umfangreiche Lockerungen an.

Die werden wie folgt ablaufen: In einem ersten Schritt sollen die Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene genauso gestrichen werden wie das mancherorts noch gültige 2G im Einzelhandel.

Ab dem 4. März sind Hotelübernachtungen oder Restaurantbesuche wieder unter 3G möglich. Endlich können auch Ungeimpfte wieder in den wohlverdienten Urlaub fahren oder essen gehen. Auch Besuche von Clubs sind unter 2G+ wieder erlaubt. An Großveranstaltungen dürfen mehr Zuschauer teilnehmen - allerdings ebenfalls noch unter 2G/2G+-Bedingungen. Geplant sind laut Beschlussvorlage bis zu 6000 Menschen in Innenräumen (max. 60 Prozent Auslastung) sowie 25.000 (max. 75 Prozent) an der Luft.

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So es die Lage in den Krankenhäusern zulässt, fallen am 20. März schlussendlich "alle tiefgreifenderen" Maßnahmen. Es gilt dann nur noch die Maskenpflicht in Innenräumen und die Bitte nach Abstand halten. Der sogenannte Freedom Day ist da!

Lauterbach: Der Weg zurück zu Corona-Beschränkungen soll weiter möglich sein

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) lässt sich ein Türchen offen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) lässt sich ein Türchen offen.  © Wolfgang Kumm/dpa

Doch ist die Corona-Pandemie mit den nun beschlossenen Lockerungen natürlich nicht vorbei und das Virus immer noch da. Allein am Mittwoch vermeldete das RKI wieder 219.972 Neuinfektionen.

Das sind im Wochenvergleich zwar 14.278 Fälle weniger - aber eben immer noch knapp eine Viertelmillion. Bund und Länder lassen sich deshalb ein Hintertürchen offen.

Steigen die Zahlen beispielsweise wieder deutlich, oder sorgt eine neue Variante für deutlich mehr Hospitalisierungen, kann es mit der neuen Freiheit ganz schnell vorbei sein.

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"Es ist wichtig, dass wir auch über den 20. März hinaus den sprichwörtlichen Sani-Kasten im Kofferraum haben, der eben sichert, dass wenn ein Notfall geschieht, wir sofort handlungsfähig sind", so Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey (43, SPD).

Sie ist damit einer Meinung mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD), der bereits vor dem Treffen forderte: "Deswegen müssen wir das Infektionsschutzgesetz so formulieren, dass der Basisschutz gewährleistet bleibt und bei Bedarf ausgedehnt werden kann. [...] Sodass auch nach dem 20. März mehr möglich ist als Maske und Abstand." Auch die Länder wünschen sich, notfalls eingreifen zu können.

Notiz am Rande: Das RKI soll nach Wunsch von Bund und Ländern künftig NICHT mehr über die Dauer des Genesenenstatus entscheiden.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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